DANKE, DANKE, DANKE

Ich wusste, dass Ihr die Besten seid! Wir haben ein beschämend grosses Echo auf den Aufruf erhalten und viele (!!!) Kugelschreiber sind beim Empfänger gelandet und werden demnächst noch bei ihm landen. Ein riesengrosses Dankeschön an alle, die sich gemeldet und beigetragen haben. Ihr habt die Welt - zumindest die Welt eines kleinen Jungen - besser gemacht. DANKE!
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Aufruf: Bunte Kugelschreiber mit Werbeaufrduck gesucht

Heute brauchen wir die Hilfe aller Leserinnen und Leser. Vergangene Woche sind wir auf eine Kleinanzeige auf der schwedischen Plattform "Blocket" aufmerksam geworden.

Bildschirmfoto 2017-01-04 um 16.39.10


Dort bittet die Mutter eines 10-jährigen autistischen Jungen um Mithilfe.

Ihr Sohn hat nämlich ein Spezialinteresse: Er sammelt Kugelschreiber, am besten bunt und mit Werbeaufdruck. Seine Kugelschreibersammlung ist wohlsortiert und ist sein "Ein und Alles". Die Mutter sucht nun händeringend nach weiteren Kugelschreibern.

Deswegen unser Aufruf: Wer überflüssige Werbekugelschreiber in seinem Bestand hat (müssen nicht mehr funktionieren!), möge bitte per Mail Kontakt mit uns aufnehmen. Wir vermitteln dann den Kontakt. 

Danke schön!


kugelschreiber_01_2016

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2017

Prognosen sind schwierig, besonders wenn sie die Zukunft betreffen.


- Urheber umstritten

Deswegen belasse ich es vielleicht besser bei einem Rückblick auf das zurückliegende Jahr, als einen Ausblick auf das neue Jahr zu wagen.

Wie immer liegt der Fokus meines "Jahresendbeitrages" auf Schwedisch-Lappland um mich nicht in die Versuchung zu bringen, Gesellschaft und Politik im Allgemeinen zu kommentieren.

Nordschweden hat im alten Jahr unter deutlich grösserem Sparzwang gelitten, als in früheren Jahren. Spürbar wird was an mancherlei Stellen. Gespart wird z. B. am Unterhalt der öffentlichen Wege und der Schneeräumung. Auch die Wartezeiten im Gesundheitswesen sind weiter gestiegen. Von Angestellten im Gesundheitswesen und in der Altenpflege haben wir dieses Jahr katastrophale Berichte gehört. Ein Highlight in diesem Zusammenhang war die kollektive Eigenkündung fast aller Altenpflegerinnen in der Kommune Arjeplog. Genützt hat das freilich wenig, dort - wie auch in Skellefteå - stöhnen die Angestellten unter der Arbeitsbelastung. Neues Personal gibt es trotzdem nicht, denn in den öffentlichen Kassen ist Ebbe.


Zum Wetter: Der Winteranfang 2016 war völlig ungewöhnlich. Die vergangenen Wochen gab es immer wieder kürzere Perioden mit Temperaturen über dem Gefrierpunkt. Resultat: Es liegt exrem wenig Schnee und fast alle Strassen sind mit einer soliden Eisdecke versehen, die durch den beständigen Wind (auch sehr ungewöhnlich) abgeschliffen und fein poliert wird. Das Autofahren ist zur echten Herausforderung geworden.


Zu den "lieben" Einwanderern: 2016 sind so viele Einwanderer aus europäischen Ländern (zumeist Deutsche) in der Region aufgeschlagen, wie schon lange nicht mehr. Dazu fällt mir spontan eine Anekdote aus Kindertagen ein:

Beim Betrachten des Verhaltens deutscher Mitbürger an italienischen Stränden meinte mein Vater oft trocken "Da hat die Exportkontrolle wieder versagt". Viel mehr habe ich zu diesem Thema auch nicht zu sagen.

Oder doch?

Ich hoffe und bete, dass die Neueinwanderer nicht noch viel mehr verbrannte Erde schaffen und zurücklassen, wie viele ihrer Vorgänger. Das Phänomen ist leider auch aus anderen Einwanderungsländern bekannt. In einem Forum habe ich kürzlich den Spruch gelesen:

"Hüte Dich vor Sturm und Wind, und Deutschen, die im Ausland sind!"  

Daher der Tipp: Von ehemaligen Landsleuten hält man hier am besten gebührenden Sicherheitsabstand. Traurig, aber wahr.


Der Tourismus: Die Zahlen steigen. Mässig, aber beständig. Sehr schade ist, welches Bild von Lappland - insbesondere bei den Paketreisen - vermittelt wird, denn Lappland ist mehr als nur ein angebliches Paradies für Schlittenhundetouren in der Winterzeit. In diesem Zusammenhang der Hinweis: Bei vielen (nicht allen) Anbietern von Schlittenhundetouren führen die Hunde ein jämmerliches und erbärmliches Dasein. Der Blick hinter die Kulissen sei dringend empfohlen.


Die schwedische Wirtschaft: Die politischen Pläne für die Grossregion Nord sind dieses Jahr (wieder einmal) gescheitert. Viele hatten sich davon eine Stärkung der Wirtschaft in Nordschweden erhofft. Nun wird es wohl wieder einige Jahre bis zum nächsten Anlauf dauern. Ich finde das Scheitern nicht so dramatisch, denn bei jeder Zentralisierung gehen Eigenständigkeit und Bürgernähe verloren. Die kürzlich angekündigte neue Schwerverkehrsabgabe wird dafür sorgen, dass die Wirtschaft im Norden leiden wird. Denn hier sind alle Wege geografisch bedingt weiter, als in Südschweden. Preissteigerungen werden die Folge sein.

A propos Preissteigerungen: Die Inflationsrate in Schweden hält sich unter zwei Prozent. Subjektiv wahrgenommen ist die kontinuierliche Preissteigerung bei Gütern des täglichen Bedarfs aber deutlich spürbar und liegt bei - im begrenzten Portfolio gemessenen Bereich - eher bei fünf Prozent. 


Bildung und Ausbildung:
Schweden klagt nach wie vor über die sich verschlechternden PISA-Resultate. Die Diskussionen darüber werden heiss geführt (und ich will mich in der Sache gar nicht dazu äussern), aber seriösen Einwanderern mit schulpflichtigen Kindern sei ausdrücklich geraten, sich im Vorfeld schlau zu machen, in welchen Kommunen die Bildung besser funktioniert. Was mir in diesem Zusammenhang besonders auffällt ist die zunehmende Zahl an Kindern und Jugendlichen in Schweden, die mit schwerem ADHD diagnostiziert werden.

Der in Schweden sehr populäre Genderismus hinterlässt übrigens auch im Schulwesen deutliche Spuren. Es ist mittlerweile ein Benachteiligungsmerkmal, wenn man das "falsche Geschlecht" hat: Die schulischen Leistungen von Jungen sind im Vergleich zu denen von Mädchen auf einem historischen Tiefstand (Tendenz: Weiter fallend).

Bei alledem kann ich mich des Eindrucks nicht erwehren, dass wir auf mittelfristige Sicht auf eine gesellschaftliche Katastrophe zusteuern. 

Nun sind wir gespannt, was uns 2017 bringen wird. Wir hoffen das Beste.

Allen Leserinnen und Lesern eine guten Start in das neue Jahr!

2017 - Ungewisse Zukunft
Ungewisse Zukunft

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Fröhliche Weihnachten!

„Es begab sich aber zu der Zeit, daß ein Gebot von dem Kaiser Augustus ausging, daß alle Welt geschätzt würde. Und diese Schätzung war die allererste und geschah zu der Zeit, da Cyrenius Landpfleger von Syrien war. Und jedermann ging, daß er sich schätzen ließe, ein jeglicher in seine Stadt.

Da machte sich auch auf Joseph aus Galiläa, aus der Stadt Nazareth, in das jüdische Land zur Stadt Davids, die da heißt Bethlehem, darum daß er von dem Hause und Geschlechte Davids war, auf daß er sich schätzen ließe mit Maria, seinem vertrauten Weibe, die ward schwanger. Und als sie daselbst waren, kam die Zeit, da sie gebären sollte. Und sie gebar ihren ersten Sohn und wickelte ihn in Windeln und legte ihn in eine Krippe; denn sie hatten sonst keinen Raum in der Herberge.

Und es waren Hirten in derselben Gegend auf dem Felde bei den Hürden, die hüteten des Nachts ihre Herde. Und siehe, des HERRN Engel trat zu ihnen, und die Klarheit des HERRN leuchtete um sie; und sie fürchteten sich sehr. Und der Engel sprach zu ihnen: Fürchtet euch nicht! siehe, ich verkündige euch große Freude, die allem Volk widerfahren wird; denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, der HERR, in der Stadt Davids. Und das habt zum Zeichen: ihr werdet finden das Kind in Windeln gewickelt und in einer Krippe liegen.

Und alsbald war da bei dem Engel die Menge der himmlischen Heerscharen, die lobten Gott und sprachen: Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden und den Menschen ein Wohlgefallen.

Und da die Engel von ihnen gen Himmel fuhren, sprachen die Hirten untereinander: Laßt uns nun gehen gen Bethlehem und die Geschichte sehen, die da geschehen ist, die uns der HERR kundgetan hat. Und sie kamen eilend und fanden beide, Maria und Joseph, dazu das Kind in der Krippe liegen. Da sie es aber gesehen hatten, breiteten sie das Wort aus, welches zu ihnen von diesem Kinde gesagt war. Und alle, vor die es kam, wunderten sich der Rede, die ihnen die Hirten gesagt hatten. Maria aber behielt alle diese Worte und bewegte sie in ihrem Herzen. Und die Hirten kehrten wieder um, priesen und lobten Gott um alles, was sie gehört und gesehen hatten, wie denn zu ihnen gesagt war.“


Evangelium nach Lukas Kapitel 2 Verse 1 bis 20


Fröhliche Weihnachten!
Joyeux Noël!
Merry Christmas!
Feliz Navidad!
Buon Natale!
God Jul!


Fröhliche Weihnachten!


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Winter-Minimalismus in Lappland - Dez. 2016

In Sachen Fotografie tendiere ich immer mehr zum "Keep it simple" und zum Minimalismus. Der Winteranfang in Lappland bietet dafür ungeahnte Möglichkeiten. Nichts ist schöner als zu beobachten, wie die wachsende Schneedecke die Landschaft nivelliert und zunehmend "vereinfacht". Besonders reizvoll wird es, wenn nur noch einige Spitzen aus der Schneedecke herausragen.

Dann ist erst einmal Schwerstarbeit angesagt: Mit hohen Winterstiefeln, oder besser gleich mit den Schneeschuhen geht es in die freie Naur auf der Suche nach würdigen Motiven. Und die sind dann meistens an unzugänglichen und unbequemen Stellen zu finden, oder wollen aus schwer erreichbaren Perspektiven betrachtet werden. Nach einigen Stunden schliesslich sind dann Fotograf und Kamera durchnässt, aber glücklich (was die Frage aufwirft, ob eine Kamera glücklich sein kann, aber egal?). Aber die erhoffte Serie ist im Kasten. Und das alles sogar ohne lästiges Stativ.

-> Zur Bilderstrecke: Winter-Minimalismus 2016 in Lappland

Winter-Minimalismus in Lappland - Dez. 2016

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Angekündigte Obsoleszenz, Vergänglichkeit und der Kult des Konsumismus

Dem Thema der sog. „geplanten Obsoleszenz“ habe ich bereits zwei Artikel gewidmet: „Geplante Obsoleszenz - Kompaktkamera fails? Ein Erfahrungsbericht“ und „Geplante Obsoleszenz, Teil 2: Die kommende Europäische Produktnachkaufverordnung (EPNVO)“.

Heute kann das Repertoire der geplanten Obsoleszenz um eine neue Spielart erweitert werden, die der „angekündigten Obsoleszenz“.

In Schweden gilt bekanntlich, dass alle Fahrzeuge auch bei Tag mit Licht fahren müssen. Zugelassen sind dabei das klassische Abblendlicht und das modernere „Tagfahrlicht“ (nicht zu verwechseln mit dem klassischen Standlicht).

Das ist eine feine Sache für die Hersteller von Ersatzglühbirnen, deren Lebensdauer schliesslich endlich ist. Das das Licht ständig eingeschaltet ist, verschleissen folglich auch die Glühlampen schneller. Die vergangenen Jahre ist mir aufgefallen, dass das Wechselintervall der Birnen subjektiv irgendwie immer kürzer geworden ist. Nachdem vergangene Woche wieder einmal eine H7-Lampe auszuwechseln war, habe ich mir die Verpackung derselben genauer unter die Lupe genommen.

h7_lifetime


Dort ist die angekündigte Obsoleszenz sogar ganz deutlich aufgedruckt. Die Lebensdauer der neuen Birne eines namhaften Herstellers liegt - laut Beschreibung - bei ungefähr 500 Stunden. Das klingt nach viel, aber ein einfaches Rechenbeispiel bringt Licht ins Dunkel. Hier in Nordschweden sind lange Strecken zurück zu legen. Zwei bis vier Stunden Fahrzeit pro Tag sind an der Tagesordnung. Legen wir zwei Stunden zugrunde, so beträgt die Lebensdauer der Birne - basierend auf der Herstellerangabe - ungefähr 250 Tage. Kommen noch einige richtige Langstrecken hinzu, verkürzt sich die Lebensdauer in Tagen entsprechen.

Bereits eine schnelle Recherche lüftet den Schleier und führt zum sog. Phoebuskartell. Bekannt wurde das Kartell durch die Absprache zur Begrenzung der Lebensdauer von Glühlampen auf 1.000 Stunden. Es ist umstritten, ob es sich hierbei um eine legitime Normung oder eine illegitime Kartellabsprache handelte. Von Seiten der Beteiligten heisst es, dass Absprachen zur Lebensdauer von Glühbirnen heute nicht mehr existieren würden.

Ich habe also einfach einen alten Bekannten angerufen, der in der Branche tätig ist und mich nach den theoretischen Möglichkeiten erkundigt. Die Antwort hat mich in eine Art Schockstarre versetzt. Theoretisch wäre es nämlich kein Problem, Halogenbirnen für den Gebrauch im PKW mit einer Lebensdauer von 15.000 Stunden herzustellen (vergleichbare Birnen gibt es sogar auf dem Markt, z. B. für die Verwendung in Verkehrsampeln).

Aber was beklage ich mich. Geplante oder angekündigte Obsoleszenz sind doch bereits Schnee von gestern. Heutzutage haben Unternehmen solche technischen Regulierungen doch gar nicht mehr nötig. Es reicht völlig, wenn kurz nach dem Verkaufsstart eines Produktes etwas Neues auf den Markt geworfen wird. Die vor einem Jahr noch brandaktuelle Ware wird vom Konsumenten dann selbst freiwillig als überholt oder gar überflüssig eingestuft und durch die aktuelle Ware ersetzt. Die geplante Obsoleszenz wird so zur geplanten Vergänglichkeit der Ware. Die gesamte Elektronikbranche lebt davon, denn so gut wie kein Mensch braucht die ständig neuen Produktgenerationen. Ich nenne das den „Kult des Konsumismus“.

Das Problem dabei ist, dass mittlerweile unser gesamtes Wirtschaftssystem auf dieser Weltanschauung beruht.

Der Philosoph und Soziologe Zygmunt Bauman hat das ironisch zum Ausdruck gebracht. In seiner ethischen Richtschnur für das Konsumleben rät er, „es tunlichst zu vermeiden, dauerhaft zufrieden zu sein. Für eine Gesellschaft, die die Zufriedenheit der Kunden zu ihrem einigen Motiv und wichtigsten Ziel erklärt, ist ein wunschlos glücklicher Kunde weder ein Motiv noch das Ziel, sondern die furchteinflössendste aller Bedrohungen.“

Der Konsumismus ist also im Kern ein Kult der Unzufriedenheit, des Unglücks und der Undankbarkeit. Die Folgen sind Dauerstress, Selbstzweifel, Depressionen und Beziehungsprobleme.

In diesem Zusammenhang gewinnt auch der neue Begriff der „Stuffocation“ an Bedeutung. Das Kunstwort ist aus den Worten „stuff“ (Zeug) und „suffocate“ (ersticken) zusammen gesetzt: Der Mensch droht am gehorteten Zeug zu ersticken (die Alternative dazu ist die durch die „schmutzige“ Entsorgung der alten Produktgenerationen entstehende Umweltkatastrophe).

Der einzige Ausweg scheint mir ein bewusst einfacher Lebensstil, der sich auf das wirklich Notwendige beschränkt und mit einem klugen Umgang mit den begrenzten Ressourcen einher geht, zu sein. Gerade die Vorweihnachtszeit bietet sich an, darüber nachzudenken und Verzicht zu üben.

h7_obsoleszenz_mit_ansage


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