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Hilfe, die roden meinen Wald ab (mit praktischen Tipps, was Sie in Schweden dagegen tun können)

Neulich in Lappland. Zu nachtschlafener Zeit klingelt das Mobiltelefon. Eine mir spontan nicht bekannte Nummer erscheint auf dem Display. Ich hebe ab und melde mich. Eine verzweifelt klingende Stimme am anderen Ende der Leitung ruft: "Hilfe - die roden gerade meinen Wald ab". Ich erhole mich erst einmal von meinem inneren Dialog, der ungefähr so lautete: "Warum rufen die alle immer mich an?". Aber ich bin ja gerne hilfsbereit und das wird alles seinen Grund haben. Also weiter im Text. Was war geschehen?

Im Laufe des Gespräches ergab sich etwas Klarheit. Der Anrufer betreibt in Norrbotten einen kleinen Tourismusbetrieb, der für seine traumhafte Lage in einem Wald bekannt ist (mittlerweile: war). Die bezaubernde Waldlage ist ein Alleinstellungsmerkmal. Ohne den Wald sinkt der Wert des Anwesens beträchtlich, denn dann ist der Platz für Naturliebhaber quasi wertlos. Das weitere Gespräch erhellte auch, dass es natürlich nicht um den "eigenen" Wald, sondern um den in fremdem Eigentum stehenden Wald rund um das Anwesen ging. Und das führt zu ganz wichtigen Fragen für alle, die hier oben ein Anwesen mit "traumhafter Waldrandlage" haben. Dieser Blogbeitrag soll etwas Licht ins Dunkel bringen.

Über die - für deutsche Verhältnisse - "grossräumige" Waldwirtschaft hatten wir schon einmal hier ("Kahlschlag - Forstwirtschaft in Lappland") und hier ("Holzwirtschaft am Polarkreis, Teil 2: Zu Besuch bei Setra") ausführlich berichtet.

Was aber kann getan werden, wenn die grossen Erntemaschinen plötzlich anrollen und der benachbarte Wald gleich einem Rasen gemäht wird?

Ist es erst einmal soweit gekommen, ist meistens nur noch wenig zu machen. Wer also "seinen" Wald bewahrt haben möchte, sollte sich in regelmässigen Abständen um einige Dinge kümmern. Aber erst einmal zu den Grundlagen.

Manche Waldgebiete sind in Schweden bereits gesetzlich vor einer Abholzung geschützt. Vier Typen von geschütztem Wald werden dabei unterschieden: Nationalparks, Naturreservate, Naturmonumente und Habitat-Schutz. Daneben gibt es noch sog. Natura 2000 Waldgebiete, die direkt durch europäische Vorschriften geschützt werden. Die vom jeweiligen Schutz erfassten Bestände werden vom Länsstyrelsen (d.h. der jeweiligen Landesverwaltung) verzeichnet und verwaltet. Für den Erhalt des benachbarten Waldes ist ein solcher Schutz gut. Allerdings darf in den Schutzbegieten in aller Regel nicht gebaut werden (und auch sonst sind mit dem Schutz verschiedenen Einschränkungen in der Nutzung verbunden).

Sie sollten sich also über den Gebietscharakter des (eigenen und anrainenden) Waldes erkundigen. Sie müssen dazu nicht direkt beim Länsstyrelsen nachfragen; die Bauämter auf den Gemeindeverwaltungen haben über ein EDV-System Zugriff auf die Karten mit den geschützten Gebieten.

Jede geplante Abholzung, die mehr als 0,5 Hektar betrifft, muss beim Skogsstyrelsen ("Waldwirtschaftsbehörde") mindestens sechs Wochen vor Beginn angezeigt werden. Der Wald muss ausserdem ein bestimmtes Alter erreicht haben, bevor eine Abholzung stattfinden darf. Für Nadelwald liegt dieses Alter i.d.R. zwischen 45 und 100 Jahren.

Ein schwedisches Gesetz aus dem Jahre 1993 schreibt vor, dass bei Abholzungen Umweltaspekte und die Produktionsziele gegeneinander abzuwägen sind. Auch "soziale Aspekte" sollen dabei berücksichtigt werden. In der Praxis hat das aber praktisch so gut wie keine Beschränkungen zur Folge. Meist werden die Produktionsziele höher gewichtet. Das auch deswegen, weil der Skogsstyrelsen einen Waldbesitzer entschädigen muss, wenn die Rodung nicht gestattet wird.


Einen interessanter Film über das schwedische "Waldmanagement" (englisch)


Weite Teile des Waldes sind im Besitz einiger weniger sehr grosser Gesellschaften. Glücklich schätzen darf sich, wer von Abholzungsplänen von Svea Skog oder der Norra Skogsägarna betroffen sein könnte. Beide Gesellschaften haben sich selbst verpflichtet, über die gesetzlichen Vorschriften hinaus, einen Anteil des Waldes zur Erhaltung der Natur zu schützen. Allerdings steht es dabei im Ermessen der jeweiligen Gesellschaft festzulegen, welche Gebiete dem freiwilligen Schutz unterfallen. Dankenswerterweise sind beide Gesellschaften aber auf einen guten Dialog mit den Anrainern aus. Hier lohnt es sich auf jeden Fall, in der Planungsphase möglichst frühzeitig das Gespräch zu suchen. Die Norra skogsägarna sind zudem PEFC-certified. Das beinhaltet eine Verpflichtung zur sozialen Nachhaltigkeit.

Die Tipps und Empfehlungen für den Anrainer lauten also:

- Erkundigen Sie sich auf der Gemeinde oder beim Länsstyrelsen, ob die anrainenden Waldgebiete einem gesetzlichen Schutz unterstehen.

- Halten Sie Ausschau nach Markierungen, welche die Eingrenzung eines Abrodungsgebietes kennzeichnen. Entdecken Sie solche, ist höchste Eile geboten. Manchmal haben Sie noch Monate Zeit, manchmal aber auch nur Tage oder Stunden.

- Noch besser ist es, sich in regelmässigen Abständen (z. B. vierteljährlich) beim Skogsstyrelsen zu erkundigen, ob in der Nähe Ihres Anwesens grössere Abholzungen geplant sind.

- Falls Sie von einer geplanten Abholzung erfahren, suchen Sie umgehend den Dialog mit dem jeweiligen Waldeigentümer und legen Sie Ihre Position, d.h. warum Sie auf den Erhalt bestimmter Waldgebiete angewiesen sind (z. B. aus touristischen Gründen), dar.

Hilfe die roden meinen Wald ab
Nicht nur Bibel und anderes Getier roden Wald...

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Zehn praktische Tipps zum Stromausfall, oder: Lappland und die Herbststürme

Auf schwedischen Wetterseiten und in den Medien wird derzeit bereits wieder vor den im November zu erwartenden Herbststürmen gewarnt. Im Herbst und am Winteranfang sind heftige Stürme in Lappland an der Tagesordnung. Man gewöhnt sich daran. Manchmal fegen aber regelrechte Rekordstürme über das Land, so wie im vergangenen Jahr.

Stürme hinterlassen ihre Spuren. In manchen Gebieten wird der Wald hektarweise „umgemäht“. Viele kleinere Häuser werden Opfer der Windstärke und werden einfach „vom Winde verweht“; viele davon landen in weitem Umkreis vom ursprünglichen Standort in Einzelteilen. Bäume fallen auch auf bewohnte Häuser und richteten teilweise schwere Schäden an.

Was kann und sollte getan werden, um für Stürme und die oft aus ihnen resultierenden Stromausfälle gut gerüstet zu sein? Hier die wichtigsten und praxiserprobten Tipps:

Der erste Tipp für alle Hausbesitzer in arktischen Breiten lautet daher: Alle Bäume fällen, die bei Sturm auf das Haus fallen könnten!

Sturmwarnungen sollten in Lappland ernst genommen werden. Der zweite Tipp lautet, alles, was irgendwie weg geweht werden könnte, in Sicherheit zu bringen. Manchmal ist es geradezu grotesk, welche Gegenstände aus der entfernten Nachbarschaft nach einer Sturmnacht im eigenen Vorgarten zu finden sind.

Der dritte Tipp ist, bei Sturm das Haus nicht zu verlassen, vor allem nicht Auto zu fahren (wenn es nicht lebensnotwendig erforderlich ist).

Stromausfälle und Stürme: Das Stromleitungsnetz ist in unseren Regionen sehr weitläufig. Bei schweren Stürmen fallen regelmässig Bäume auf Leitungen, was zu Stromausfällen führt. In begrenztem Rahmen sind die hiesigen Netzbetreiber ganz gut gerüstet für solche Fälle, und die Ausfälle halten sich im Rahmen von einigen Stunden.

Übersteigen die Schäden aber von Anzahl und Streuung her ein bestimmtes Niveau, kommen die Einsatztrupps an ihre Grenzen.

Im Klartext: Stromausfälle können dann sehr lange andauern. Das können dann schon mal 24 Stunden sein. Auf den ersten Blick hört sich das nicht so dramatisch an (und im Sommer ist es das auch nicht). Jetzt reden wir aber über Winterzeit und Minusgrade. Elektrobetriebene Geräte sind allgegenwärtig, auch in den meisten Heizsystemen. Viele Haushalte haben hier z. B. ausschliesslich nur noch Wärmepumpen oder Erdwärmeanlagen. Diese sind zwar sehr sparsam, sehr praktisch und sehr bequem. Doch ohne Strom sind sie sofort ausser Gefecht.

Auch wer eine klassische Holzheizung hat sollte sich Gedanken machen, inwieweit er auf eine elektrisch betriebene Umwälzpumpe angewiesen ist. In älteren Häusern sind oft noch Heizungsleitungen mit grossem Durchmesser verbaut, die eine Selbstzirkulation im System ermöglichen. Ist das der Fall, ist Entspannung angesagt: Die Holzheizung kann vorsichtig und langsam aufgeheizt werden, bis der Warmwasserkreislauf von selbst in Gang kommt.

Die Schwedische Energiebehörde hat eine - interessante und zugleich erschreckende - Internetseite, auf der die Abkühlung für verschiedene Häusertypen nachvollzogen werden kann.

Die Unterschiede sind recht gross und das romantische Holzhaus im alten Stil kann sich schnell zur Kältefalle entwickeln: Nach 24 Stunden sind bei minus 10 Grad Aussentemperatur bereits bedrohlich geringe Temperaturwerte erreicht.

Tipp Nummer 4 lautet deswegen: Alternative Heizsysteme vorsehen, z. B. Beistellöfen mit Holz, Gas oder Petroleumbetrieb. Und zwar rechtzeitig. Details bitte mit dem zuständigen Schornsteinfeger abklären und an die gute Belüftung von Innenräumen denken. Bitte unbedingt alle Sicherheitsvorschriften und Sicherheitsmassnahmen einhalten!

Tipp Nummer 5: Kerzen, Teelichter und Petroleumlampen (nebst Brennstoff) bevorraten. Die Petroleumlampen bitte auch in guten Zeiten ausprobieren und äusserste Vorsicht beim Betrieb in Innenräumen walten lassen. Bitte unbedingt alle Sicherheitsvorschriften und Sicherheitsmassnahmen einhalten!

Tipp Nummer 6: Wie sieht es mit der Wasserversorgung aus? Viele Häuser auf den Dörfern und fast alle entlegenen Häuser haben eigene Brunnen. Heutzutage werden die Pumpen mit Strom betrieben. Ein Stromausfall führt dann unmittelbar dazu, dass es kein Wasser mehr gibt. Das ist nicht ohne. Die Faustformel sagt, ein Mensch kann drei Minuten ohne Luft, drei Tage ohne Wasser und drei Monate ohne Nahrung auskommen. Beim Wasser ist da natürlich nur an das Trinkwasser gedacht. Im Haushalt erfüllt Wasser nun aber noch viele zusätzliche Aufgaben, z. B. für die Persönliche Hygiene, die Toilettenspülung, den Abwasch, usw. Deswegen: Entweder zusätzlich ein mechanisches Pumpwerk installieren oder immer einige Kanister auf Vorrat haben. Und auch wer keinen eigenen Brunnen hat, sollte, falls der Stromausfall länger als drei Stunden andauert zur Sicherheit beginnen, einige Kanister und die Badewanne zu füllen.

Tipp Nummer 7: Nahrungsmittelvorräte, die auch kalt verzehrt werden können!

Tipp Nummer 8: Taschenlampen bevorraten (moderne LED Typen mit geringem Stromverbrauch). Batterievorrat (einmal pro Jahr verbrauchen und austauschen).

Tipp Nummer 9: Kommunikation – wie kann man Hilfe rufen, wenn es erforderlich werden sollte? Das gute alte Festnetz in Lappland funktioniert tatsächlich noch ohne Strom. Allerdings nur da, wo es überhaupt noch Festnetz gibt. In vielen Regionen wurde das alte Netz bereits abgebaut. Die Mobiltelefonsendemasten haben oft eine eigene Notstromversorgung. Also immer ein voll geladenes Mobiltelefon im Regal haben und dieses auch wirklich nur im Notfall verwenden. Ein batteriebetriebenes Radio sollte auch zur Hand sein.

Tipp Nummer 10: Wenn es wirklich bedrohlich wird: Ist kein alternatives Heizsystem vorhanden und sinkt die Temperatur im Haus unter plus fünf Grad, muss gehandelt werden. Sehr schnell besteht dann die Gefahr, dass Wasserleitungen und eine wasserbetriebene Heizung einfrieren. Geschieht das, hat das ganze Haus meistens nur noch Schrottwert. Und das bedeutet: Wasser aus den Leitungen und dem Heizungssystem ablassen. In Schweden bezeichnet man das als „kaltstellen“. Das ist hier ein ganz gewöhnlicher Vorgang, wenn Häuser den Winter über nicht genutzt werden. Das Verfahren dazu sollte natürlich in warmen Zeiten gut geübt worden sein. Nichts ist ärgerlicher, als entweder nicht zu wissen, wie man das macht, oder festzustellen, dass der entscheidende Absperrhahn zugerostet ist. Beim Ablassen aus den Wasserleitungen die Wasserhähne im Haus aufdrehen, damit auch wirklich alles Wasser aus den Leitungen fliessen kann.

Wer noch weitere Ideen oder Tipps hat: Gerne in den Kommentaren posten!

Umgefallener Baum nach Sturm
Ein Sturm fällt schnell auch grosse Bäume -
und wehe, wenn diese auf Stromleitungen fallen...


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Husmannskost: Echte schwedische Köttsoppa (mit Rezept)

Nebelschaden im Kochtopf: Die Köttsoppa gart
Nebelschwaden im Kochtopf: Die Köttsoppa gart

Im Kochtopf dampft es. Gerade waren liebe schwedische Freunde zu Besuch und haben einen grossen Topf mit einer regionalen Spezialität vorbei gebracht. Nun gart im Kochtopf eine „Köttsoppa“, eine echte schwedische "Fleischsuppe", und es liegen dichte Nebelschwaden über der Suppenoberfläche.

Eine Köttsoppa ist hier in Lappland ein fester Bestandteil der sog. „Husmannskost“ („Hausmannskost“). Wie auch in Deutschland zählen dazu traditionell schnell zubereitete Gerichte, die vor allem eines sind: nahrhaft.

Die Husmannskost in Schweden ist regional unterschiedlich, denn sie beruht auf dem jeweiligen lokalen Nahrungsangebot. Hier in Lappland ist die Köttsoppa mit Elchfleisch ein solcher Klassiker, besonders im Herbst.

Gegen Mitte September ist der erste Durchgang der Elchjagd in Lappland abgeschlossen und die Tiefkühltruhen vieler Jäger sind prall gefüllt. Da bietet es sich an, eine kräftige und herzhafte Köttsoppa mit Elchfleisch auf den Tisch zu bringen.

Und hier gibt es gleich das Originalrezept dazu:

Zutaten

- 500 gr. Elchfleisch (alternativ: alles, was "gulaschtauglich" ist)
- Drei Karotten
- Eine Pastinake
- Ein Stück Sellerie
- Zwei Zwiebeln
- Drei Kartoffeln
- Ein Würfel Fleischbrühe (Brühwürfel)
- Schwarzer Pfeffer
- Salz
- Ein Lorberblatt
- Etwas Thymian
- Petersilie

Zubereitung

Das Fleisch in gulaschgrosse Stücke schneiden und in den Topf geben. Wasser zugeben, sodass das Fleisch bedeckt ist. Salz zugeben und aufkochen. Dann die übrigen Gewürze und den Brühwürfel zugeben. Etwa 20 Minuten bei mittlerer Wärme kochen lassen. Dann das geschälte und klein geschnittene Gemüse zugeben. Gegebenenfalls noch etwas Wasser nachfüllen. Kochen lassen, bis sich die Fleischstücke leicht braun färben. Mit der Petersilie garniert servieren. Dazu schmeckt frisches Butterbrot.

Guten Appetit, oder: Smaklig måltid!

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Stilfragen - Warum man auch "schlechte" Bilder archivieren sollte

Die aktuelle Anfrage eines Fotokunden soll Anlass sein, sich mit der Frage von "Bilderausschuss" zu beschäftigen.

Vergangene Woche meldete sich eine bekannte schwedische Autorin, die auf der Suche nach einem Bild für das Cover ihres demnächst erscheinenden neuen Buches ist. Sie hat genaue Vorstellungen und konnte das gesuchte Motiv und die Ausführung auch genau beschreiben. Sie war bislang aber nirgendwo fündig geworden. Es geht um ein sehr mystisches und unklares Bild, das keiner der üblichen Kategorien entspricht. Oder, rein fotografisch gesprochen, um ein Bild, das normalerweise direkt nach der ersten Sichtung in die virtuelle Tonne gewandert wäre.

Das gesuchte Motiv ist zudem auch noch unüblich und selten. Via Google hatte sie ein Bild, das "in die richtige Richtung" geht hier in einem sehr alten Blogeintrag gefunden (was - nebenbei bemerkt - durchaus erstaunlich ist). Natürlich war die im Blog gezeigte Version von der fotografischen Umsetzung gut. Sie wollte aber eine bewusst "unsaubere", "unscharfe" und - nach Mainstream-Massstäben - "schlechte" Version.

Und damit sind wir mitten im Thema:

Oft wird Fotografinnen und Fotografen empfohlen, nur die "Keeper", d.h. die besten Bilder - einerlei ob Einzelaufnahmen oder aus Serien - zu archivieren, und ansonsten erbarmungslos weg zu werfen. Es gibt auch gute Gründe für diese Argumentation. Zwar sind die Kosten für Speichermedien heutzutage beinahe vernachlässigbar geworden, aber die Katalogisierung und Verschlagwortung stellen doch einen nicht unerheblichen Aufwand dar.

Trotzdem bin ich - was den "Ausschuss" betrifft - anderer Meinung als der Mainstream. Das Problem liegt doch darin, die Kriterien für Ausschussbilder festzulegen. Denn welche Bilder ein Kunde in der Zukunft vielleicht einmal brauchen wird, lässt sich im Vorhinein nicht sagen.

Daher ermutige ich dazu, auch "ungelungene" Bilder ins Archiv zu nehmen. Vielleicht nicht alle Aufnahmen aus einer missglückten oder misslungenen Serie, aber jedenfalls einige. Der schöne Nebeneffekt davon ist auch, aus den im Archiv dokumentierten Fehlern lernen zu können.

Das führt auch gleich zum nächsten Punkt. Es wird in der Regel auch allgemein geraten, nur die besten Bilder zu zeigen und zu veröffentlichen. Im Prinzip stimmt das ja, aber auch hier stellt sich die Frage nach den Kriterien. Welche sind die besten Bilder? Ich denke es geht darum, was den individuellen und persönlichen Stil am besten zum Ausdruck bringt. Und das können (müssen?) dann durchaus auch Bilder sein, die nach der Meinung des fotografischen Mainstreams zu einem gewissen Zeitpunkt eben als "schlecht" gelten. Das ist ein Grundprinzip des Fortschritts, denn ansonsten würden wir immer nur auf der Stelle treten.

Zurück zum Bild für das Buchcover. Als kreativer „Jäger und Sammler" hatte ich auch einige - nach derzeitigen allgemeinen Massstäben - „missglückte“ Varianten aus der Bilderserie archiviert. Und darunter war auch genau das von der Kundin gesuchte Bild. Zeigen darf ich es hier im Zusammenhang leider nicht, aber das Buch wird Anfang 2015 erscheinen, und ich werde dann dezent darauf hinweisen.

Will ich meinen Namen als Fotograf mit diesem Bild in Verbindung gebracht haben? Selbstverständlich, denn es geht - wie gesagt - um den individuellen und persönlichen Stil!

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Arctic Summer 2014 - Ein fotografischer Streifzug durch den Rekordsommer in Lappland

Der diesjährige Sommer am Polarkreis hat viele Rekorde geschlagen. Mehrere Hitzewellen sind über Lappland gegangen und mancherorts gab es sogar zeitweilige Wasserrationierung. 

Kurz und gut, es war ein Jahrhundertsommer (auch wenn man in den Zeiten des Klimawandels zugegebenermassen mit diesem Wort sehr bedächtig umgehen sollte).

Der Sommer hatte freilich auch seine Schattenseiten. Die Tier- und Pflanzenwelt hat sehr gelitten. Die Versumpfung und Austrocknung von Wasserflächen ist weiter fortgeschritten.

Statt eines langen Textes mit einem Lob- und Klagelied auf den vergangenen Sommer gibt es heute eine lange Bildstrecke mit Eindrücken und Wahrnehmungen aus den zurückliegenden drei Monaten. Viele "Bilder fürs Herz" (allerdings kein Cat-Content!).

Viel Freude beim Betrachten!

--> Zur Bildstrecke "Arctic Summer 2014"

Arctic Summer 2014 - Ein fotografischer Streifzug durch den Rekordsommer in Lappland
Ein Streifzug durch den „Jahrhundertsommer“ 2014
mit vielen traumhaften Sonnenuntergängen

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Statement zum "Ice Bucket Challenge"

Auch auf die Gefahr hin, mich jetzt richtig unbeliebt zu machen und ihr darüber abkübeln müsst: das, was ich über den "Ice Bucket Challenge" denke, muss mal raus!

Durch das Internet und insbesondere durch die sozialen Medien verbreitet sich dieser "Ice Bucket Challenge" derzeit wie ein Virus.

Worum geht es?

Ich zitiere aus Wikipedia:

"Die ALS Ice Bucket Challenge (deutsch: Eiskübelherausforderung) ist eine Kampagne, die darin besteht, sich einen Eimer kaltes Wasser über den Kopf zu gießen und hiernach drei oder mehrere Personen zu nominieren, die dann 24 Stunden Zeit haben, es einem gleichzutun.

Will man dies nicht, soll man 100 US-Dollar, beziehungsweise 100 Euro, an die ALS Association spenden. Die Challenge soll auf die Nervenkrankheit Amyotrophe Lateralsklerose (ALS) aufmerksam machen und Spendengelder für deren Erforschung und Bekämpfung generieren."

Und jetzt mache ich mich - wie schon gesagt - richtig unbeliebt:

Bei dieser Aktion geht es um das Spendensammeln und nicht um egozentrische Selbstinszenierungen. Natürlich steht es den Mitmachern frei, ob sie spenden oder kübeln wollen - doch viele scheinen den Fun bei solch einer Aktion vorzuziehen. Ohne darüber nachzudenken, was der tiefere Sinn des Aufrufes war!

Den Küblern scheint die Krankheit, die übrigens jeden treffen kann, egal zu sein und hoffentlich seid Ihr irgendwann nicht selbst in der Lage, dass Ihr auf Unterstützung von anderen angewiesen seid.

Wenn Ihr also etwas Sinnvolles tun wollt, dann filmt, wie Ihr Schecks und Onlineüberweisungen ausfüllt und absendet.

Wer von den Teilnehmern hat denn tatsächlich an die ALSA gespendet, und wieviel?

Besucht die Internetseite der Organisation ALSA, sucht dort den "Donate" Button und spendet!

Und noch was: Der "Ice Bucket Challenge" verschwendet Wasser, während anderswo in der Welt Menschen verdursten.

Verdursten ist übrigens der Tod durch mangelnde Flüssigkeitsaufnahme! Daher finde das abscheulich, wie verschwenderisch für den Sekundenspass mit Wasser umgegangen wird.

Auch gab es schon Kritik von dem Schauspieler Steve-O, der kritisierte, dass viele der Prominenten zwar spendeten, selbst aber vergessen würden, auf die Krankheit aufmerksam zu machen und Fans ebenfalls um Spenden zu bitten. Das eigentliche Anliegen der Aktion würde somit verfehlt. Nur wenige Prominente u. a. Charlie Sheen, Bill Gates und Sabrina Mockenhaupt hätten in ihren Videos überhaupt auf die Krankheit aufmerksam gemacht (Quelle: Wikipedia).

Ahmt lieber Charlie Sheen oder Conchita nach, anstatt sinnlos wertvolles Wasser zu verschwenden:

Charlie Sheen entleerte statt des erwarteten Eiswassers mehrere Geldscheine im angeblichen Wert von 10.000 US-$ über seinen Kopf und gab an, dass er diese spenden wolle. Er forderte die von ihm Nominierten auf, das gleiche zu tun, da das Geld mehr helfe als Eis. Conchita Wurst spendete unter dem Motto "Donate twice instead of ice" den doppelten Betrag, anstatt sich das Eiswasser überzuschütten.

Denn im Grunde geht es darum: Amyotrophe Lateralsklerose.

Ein weiteres positive Beispiel zum Abschluss:

Sir Patrick Steward ist - soweit mir bekannt - bislang der Einzige, der es "richtig" gemacht hat. Und Humor hat er auch noch.


Und nun könnt Ihr gerne über meinen Beitrag so richtig abkübeln oder Ihr kopiert und verteilt mein Statement und vor allem: spendet!

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