366 - One Phone - One App - One Year

366 - One Phone - One App - One Year


Vorgeschichte


Ich bin es leid, denn ich habe im vergangenen Jahr einfach viel zu viele „gestochen scharfe Bilder, die mit knackscharfen Optiken“ erstellt worden sind gesehen, die aber auch wirklich null Aussage und Inhalt hatten. Bilderschrott.

All die stinklangweiligen (aber „rasiermesserscharfen“) Bilder von Motiven, die es in derselben Form in 100 Jahren - vorausgesetzt es gibt unsere Welt dann noch und wir haben es in der Zwischenzeit nicht geschafft, sie völlig an die Wand zu fahren - noch genau so geben wird, wie es sie heute gibt. Warum um alles in der Welt muss man das einhunderttausendste Bild eines ausgelatschten Motives machen und dann auch noch zeigen? Ein Bild, das aussieht wie all die anderen Bilder desselben Motives, die es bereits gibt?

Kleiner Tipp am Rande: Gerade die vergänglichen Motive sind es, die den ideellen und künstlerischen Wert eines Bildes ausmachen. Aber zurück zum Thema.

Der technische Overkill sinnentleerter Fotografie hat mich im Laufe des Jahres immer mehr abgestossen inklusive der dazugehörigen Diskussionen über rein technische fotografische Details und Aspekte.

Wo wird denn darüber geredet und in den diversen Foren geschrieben was gute Bilder ausmacht und wie sich echte Bildaussagen verstärken lassen?

Es widert mich einfach nur noch an. 

Hinzu kommt: Die Hardwarehersteller bescheren uns im laufenden Takt neue Megapixelmonster mit der Suggestion, diese seien fotografisch (über-)lebensnotwendig (und würden zu besseren Bildern führen). 

Ich bin dessen einfach müde und kann und will es nicht mehr hören und lesen. Ich verstehe ja, dass die Wirtschaft in Schwung gehalten werden muss, aber bitte nicht zulasten der Bilder, um die es in der Fotografie doch schliesslich geht (oder habe ich da etwas falsch verstanden?).

Eigentlich geht es doch genau um das Gegenteil des Equipment-Overkills: Restriktionen und Beschränkungen sind der Freund der Kreativität.

Und das hat mich vor einigen Wochen auf eine Idee gebracht.


One Phone - One App - One Year

Zur Zeit sind „365er-Projekte“ ganz beliebt. Es geht darum, an jedem Tag des Jahres (mindestens) ein Bild zu machen und dieses dann zu veröffentlichen. Oft gibt es ein Oberthema der Serie. Ganz beliebt sind z. B. solche Fotoprojekte, die rein analog fotografiert werden, oder die mit nur einer Kamera und einem Objektiv erstellt werden. Die Beschränkungen, die zu mehr Kreativität führen, lassen grüssen.

Nach den überaus erfreulichen Erfahrungen mit der neuen iPhone-App „Argent Film Simulator“ habe ich mich entschieden, einen - bislang unüblichen - Weg zu beschreiten: Ein Jahr nur mit einem iPhone und einer einzigen App (und bei dieser hauptsächlich mit nur zwei Filmsimulationen). 

Ehrlich zugegeben bangt es mir etwas vor dem Aufwand und deswegen greife ich einen Gedanken auf, den der geschätzte Kollege Stefan Groenveld für sein Jahresprojekt aufgebracht hat. Ich werde jeden Tag mindestens ein Bild zur Serie machen. Da es manchmal zeitlich extrem eng ist, werde ich die Bilder nicht unbedingt jeden Tag posten, sondern mir vorbehalten, jeweils einen Schwung Bilder zu veröffentlichen. Das dürfte auch für die Leser und Betrachter beizeiten einfacher und angenehmer sein. 
 
Das ganze Projekt steht übrigens unter dem Titel „Wind Of Change“ (Hintergrüne dazu gibt es hier).

-> Auf Instagram könnt Ihr dem Projekt hier folgen.

Besonders prickelnd: Das neue Jahr 2016 ist bekanntlich ein Schaltjahr, was die Sache noch attraktiver und herausfordernder macht. Denn statt 365 gibt es sogar 366 Tage und folglich Bilder :)

Allen Leserinnen und Lesern einen guten Start in das neue Jahr!
  

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