Reloaded in black/white: Skotercross VM / Snöskoter VM / Scootercross Worldcup / Skidoo Schneescooter WM 2010 in Malå
Finally we also created a gallery with some pictures in black & white. Our client and we like the results - since they are often much more “dramatic” - and would be pleased to read in the comments what youre thinking?
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Ein Kunde hat gefragt, ob wir nicht einige Fotos vom letzten Wochenende in schwarz/weiss entwickeln und abziehen könnten. Warum nicht probieren, denn eigentlich bin ich ja ein grosser Fan von schwarz/weiss. Auf der anderen Seite würde das - wegen des Wetters und der Schneesituation - ziemlich harte Kontraste ergeben. Das würde aber gleichzeitig einige sehr schöne Effekte geben können. Wir haben also etwas experimentiert und und schliesslich für eines unserer „klassischen“ Sets entschieden: Ilford FP 4 Plus 125 Simulation für den Filmtyp und Agfa Record-Rapid das Papier.
Wir haben eine Galerie mit einigen Bildern in schwarz & weiss aufgelegt. Dem Kunden und uns gefallen die Ergebnisse, denn sie sind viel „dramatischer“. Was meinen unsere Leserinnen und Leser?
Skotercross VM / Snöskoter VM / Scootercross Worldcup / Skidoo Schneescooter WM 2010 in Malå
- Weltmeister / Worldcup-Winner: Tucker
Hibbert -
Der WM-Tag: Heute ist das
ansonsten eher beschauliche Malå wieder eines
der sportlichen Zentren der Welt gewesen.
Starter aus aller Welt und knapp 10.000
Zuschauer (nicht schlecht bei ca. 3.500
Einwohnern) gaben sich ein buntes Stelldichein.
Leider hat sich das Wetter von der ganz
unpassenden Seite gezeigt mit Schneegestöber
und starken Windböen. Pünktlich zu den
Ausscheidungsläufen begann es heftig zu
schneien.
Die Stimmung war sehr gut. Schon am frühen
morgen zogen - völlig ungewohnt - regelrechte
Verkehrsströme gen Malå. Trotz des stürmischen
Winterwetters hat sich eine sehr gute Stimmung
im Publikum gehalten. Ein schönes Event. Und
gewonnen hat die Weltmeisterschaft schliesslich
der Favorit Tucker Hibbert aus den USA. Ein
verdienter Gesamtsieg.
Wir haben für Sie eine Reihe Impressionen und
einen Film zusammengestellt (während unsere
Kameras und Objektive noch zum Trocknen an der
Wäscheleine hingen).
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/ Scootercross Worldcup / Skidoo
Schneescooter WM 2010 in Malå
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bildspelet Skotercross VM / Scootercross
Worldcup / Skidoo Schneescooter WM 2010 in
Malå
The Worldcup-Day: Today Malå -
normally a “little” town in Swedish-Lapland -
became one of hot-spots of the world again.
Starters from all over the world and about
10.000 spectators - which is quite well
compared to 3.500 inhabitants - showed up.
Unfortunately the weather didnt show its best
sides. We had heavy snowfall and a lot of wind
today.
But however, the atmosphere has been great. The
day began with a true invasion of cars and
visitors in the town. And even the ugly weather
couldnt stop the audience from being on a big
party! And finally after an exciting day the
winner of the worldcup series turned out to be
Tucker Hibbert (USA). Well deserved to be clear
about that.
We put together some impressions and a film and
hope you can enjoy (while our cameras and
lenses are hanging on the clothesline to dry).
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VM / Scootercross Worldcup / Skidoo
Schneescooter WM 2010 in
Malå
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bildspelet Skotercross VM / Scootercross
Worldcup / Skidoo Schneescooter WM 2010 in
Malå
26.03.2010 - The day before the race - Skotercross VM / Scootercross Worldcup / Skidoo Schneescooter WM 2010 in Malå
Friday. The day before the Scootercross Worldcup. Only one more day left until one of the years biggest events is taking place in Malå. And at the same time an event with a worldwide relevancy. A real privilege for Malå.
As far as we know, all the snowmobile-teams and drivers have arrived for the big event tomorrow. For the foreign teams and drivers, esp. for those from the USA, there has been a special event today as a prelude for the worldcup races: Porsche on ice.
The drivers and team members of the foreign teams have been invited to test another kind of driving adventure on one of the test tracks on the frozen Malåträsk. Not on a scooter but behind the steering wheel of a Porsche. Not a normal one. One fitted with special long-spike tires and a lot of horsepowers.
Benny Larsson, Magnus Holmgren and their Porsche on ice crew did a fantastic job, presenting a different kind of racing-adventure on the frozen lake. Obviously all the guests enjoyed the alternation on the day before the big event.
We caught some impressions for you and you may recognize some well known faces on the shots. There are as well a lot of shots for lovers of Porsche cars :)
-> To the gallery: “Prelude - Porsche on ice on the frozen Malåträsk”
Deutsche Version: Der Tag vor dem
Rennen
Freitag. Der Tag vor der Schneescooter
Weltmeisterschaft. Nur noch ein Tag bis zu
einem der grössten Ereignisse des Jahres in
Malå. Gleichzeitig ein Event mit weltweiter
Bedeutung. Ein echtes Privileg für Malå.
Soweit uns bekannt ist, sind alle Teams und
Fahrer für das grosse Event mittlerweile
eingetroffen. Für die Teams und Fahrer aus
anderen Ländern, insbesondere die aus den USA,
gab es heute ein spezielles Event zum Auftakt
der Weltmeisterschaftsläufe: Porsche on ice.
Die Fahrer und Teammitglieder wurden
eingeladen, eine andere Art des Fahrabenteuers
auf einer der Teststrecken auf dem zugefrorenen
Malåträsk zu probieren. Nicht auf einem
Scooter, sondern hinter dem Lenkrad eines
Porsche. Keinem normalen Porsche, sondern einem
mit speziellen Langspike-Reifen und jeder Menge
Pferdestärken.
Benny Larsson, Magnus Holmgren
und ihre Porsche on ice Crew
haben einen fantastisch guten Job gemacht,
und eine etwas andere Art des Rennabenteuers
auf dem gefrorenen See präsentiert. Die
Gäste haben die Abwechslung vor dem grossen
Tag offensichtlich genossen.
Wir haben einige Impressionen für Sie
eingefangen und vielleicht erkennen Sie das
eine oder andere bekannte Gesicht auf den
Aufnahmen. Es gibt auch etliche Aufnahmen für
Porsche-Liebhaber :)
-> Zur Galerie: “Prelude -
Porsche on ice auf dem gefrorenen
Malåträsk”
And here is the film
by Petra Fuelbert / Und hier der Film von Petra
Fuelbert: „Prelude - Porsche on
ice“:
Malå eldar för VM-tävlingen på lördag / Malå wird aufgeheizt für die WM am Samstag
Die Bildsprache für
nicht-schwedisch-sprechende Menschen: Auf dem
Holzstapel steht „Brennholz WM“. Im Hintergrund
das Wahrzeichen von Malå am Tjamstan Skigebiet,
auf dem am Samstag die Schneescooter-WM
stattfinden wird. Die Vorbereitungen laufen auf
Hochtouren. Und der Wetterbericht meldet viel
Neuschnee :)
Photography News 12/2010
- Nicht ganz Foto, aber Film: Dass niemand mehr baupte, es gebe keine guten Filmproduktionen aus Deutschland mehr. Summerhill-Lights, ein “kleiner” Independent-Filmproduzent beweist das Gegenteil. Das Schwesterblog hat gerade den ersten Teil einer Rezension zur Trilogie “Wissen über die vierte Macht”, “Revision” und “Schweigen ist feige” veröffentlicht. Im ersten Teil geht es um den Streifen “Wissen über die vierte Macht”. Eine sehr schöne Rezension, übrigens mit Film zum Film!
- Alle Knipser, die sich mit dem Gedanken tragen Hochzeitsfotografie zu betreiben, sollten sich dieses Video (Englisch) in aller Ruhe ansehen und dann nochmals in sich gehen, ob sie diesem Business wirklich gewachsen sind.
- Mehr Fotografie aus Schweden: Der in Malmö beheimatete Fotograf Johan Bävman hat 2009 beim internationalen Wettbewerb „UNICEF-Foto des Jahres“ mit einem Foto aus seiner Reportageserie “Albino - In the shadow of the sun” den ersten Preis gemacht. Das Siegerfoto zeigt zwei Schülerinnen im Klassenzimmer einer Schule im Norden Tansanias. Die hellhäutige Selina spielt mit ihrem besten Freund, dem sehbehinderten Mwanaidi. Selina leidet an Albinismus - eine Pigmentstörung, die Haut, Haare und Augen extrem hell und empfindlich macht. Die ganze Serie ist äusserst sehenswert. Auf Johans Homepage auf “Reportage” klicken.
- Zum bereits vor dem Verkaufsstart sagenumwobenen iPad ein interessanter Film zur Zukunft der Multimedialität. Gefunden bei Dominik Moser.
- Einen Blick Wert sind die Portfolios von Tim Kettering.
- Interessante Bilder von den Paralympics und anderen Sportereignissen für Athleten mit Behinderung aus den Jahren 2003-2010 gibt es auf http://www.talbronstein.net zu sehen. Die Seite ist auch ein interessantes Lehrstück in Sachen Business: Marktlücke, d.h. Nische, finden und ein Verkaufskonzept entwickeln.
- Puh. Nachdem der bekannte PlugIn-Programmierer “Sadman” nun sein neuestes PlugIn “Typewriter” vorgestellt hat, ist mein neuer Workflow in Bibble nun endlich komplett. Typewriter (derzeit noch offiziell “Beta”, die aber bereits wie ein Schweizer Uhrwerk läuft - mehr dazu hier) ist ein schlankes, kleines und feines Watermarking-Tool. Im Workflow entwickle ich jetzt erst die hochauflösenden Bilder für Kunden und Archiv und dann im zweiten Durchgang über zwei selbst erstellte Batchques die Web-Versionen (lange Kante 600, bzw. 400 -soweit benötigt). In den Ausgabebatches können bei Bibble einige sehr nützliche Einstellungen vorgenommen werden, z.B. eine spezielle Nachschärfung für die Darstellung im Web. Besonders faszinierend auch die hocheffektive Kompression. Im Qualitätsvergleich liefert Bibbe mir mit Abstand die schlankesten und besten Files. Das Einfügen der IPTC-Daten und das Watermarking mit Typewriter wird mit einem Preset erledigt. Endlich steht die “all-in-one”-Lösung :)
- Und wer schliesslich den Sonntag noch für einige mehr philosophisch angehauchte, aber sehr erschreckende, Gedankenspiele zur Zukunft der „Sozialen Medien“ verwenden möchte, dem sei wärmstens ein sehr provokativer und in ungewöhnlich harten und deutlichen Worten geschriebener Artikel von Markus Reiter in der Zeit-Online ans Herz gelegt: Dumm 3.0.
- In eigener Sache: Habe eine „Real-Raw“ Kiev 60 Mittelformatkamera, Volna 80mm f2.8 Objektiv (entspr. 50mm KB), Ledercase, Prismensucher mit Belichtungsmesser und Lichtschachtsucher, Blitzadapter, abzugeben. Bei Interesse bitte Gebot per Mail.
Allen Leserinnen und Lesern eine gute Woche!
- Nicht entzerrter Blick aus dem alten Rathaus
in Umeå -
Filmrezension - Shooting Beauty - everyone deserves a shot - Ein Film über Authentizität und Fotografie
Eine Rezension von Petra Fülbert und Henning Wüst
Heute wieder eine Rezension. Es geht um den von Courtney Brent und George Kachadorian produzierten Film “Shooting Beauty - everyone deserves a shot”. Ein “Independent-Movie” über Authentizität und Fotografie, der leider im europäischen Raum noch nahezu unbekannt ist.
Du denkst, Dir
fehlen die Voraussetzungen, um gute Bilder zu
machen?
Du machst Dir Sorgen über die von Dir
eingesetzte Technik und meinst, Du brauchst
unbedingt noch diese oder jene Kamera oder
dieses oder jenes Obketiv, um gute Bilder
machen zu können?
Du hast vielleicht Sorgen. Aber: Dir kann
geholfen werden!
Bekanntlich gibt es keine Zufälle. Trotzdem
sind wir vor etwas 3 Monaten durch einen
“glücklichen Zufall” auf den Film “Shooting
Beauty - everyone deserves a shot” gestossen.
Der Film, der unserer Meinung das Wesen und den
Spirit der Fotografie am Besten auf den Punkt
bringt. Ein echtes Juwel. Mannigfaltige
Horizonterweiterung in verschiedener
zusätzlicher Hinsicht gibt es gleich noch mit
dazu. Shooting Beauty ist übrigens kein
Film nach Drehbuch, sondern schildert über
mehrere Jahre hinweg den Verlauf eines
tatsächlichen Projektes.
Courtney Brent ist als Fotografin in Bosten
tätig und stammt aus einer Familie, in der sich
alles ums Mode-Business dreht. Sie fotografiert
Mode und “schöne Menschen” in allen modischen
Lebenslagen. Bei einem Shooting wird sie auf
“diese Menschen in ihren Rollstühlen”
aufmerksam. Sie geht diesen Menschen nach und
stösst auf ein Zentrum für Menschen cerebral
bedingten Behinderungen und wird eingeladen,
auch dort zu fotografieren. Sie überwindet sich
und sagt zu. Was sie dort sieht und erlebt,
lässt sie dann nicht mehr los. Die Bilder
verfolgen sie und sie wird mit ihren eigenen,
dort gemachten Aufnahmen tief unzufrieden.
Plötzlich kommt ihr dann der Gedanke, die
Rollen zu tauschen. Diese Menschen sollen
selbst in die Rolle des Fotografen schlüpfen,
und die Kamera “in die Hand nehmen”. Sie stösst
auf Zustimmung.
Courtney kauft also eine Menge Kameras ein -
alles analoge Kameras übrigens - und beginnt,
die Kameras handicapgerecht für jeden ihrer
neuen Kolleginnen und Kollegen umzubauen. Das
Projekt wird gleich zum Beginn recht
kompliziert. Abenteuerliche Umbauten enstehen,
z. B. für Tony, der nur mit seiner Zungenspitze
den Auslöser betätigen kann. Das Interesse, ja
die Begeisterung der neuen Fotografinnen und
Fotografen ist beeindruckend. Sie “fangen
Feuer” für die neue Herausforderung und das
Abenteuer Fotografie. Und so werden die
Zuschauer mit in die ungewohnte Normalität von
Menschen mit Handicaps hereingenommen. Der
Gedanke, ihre Welt fotografisch festzuhalten
und sich dadurch auszudrücken, greift wie ein
Virus um sich. Courtney erhält immer mehr
Anfragen nach Kameras.
Der Film schildert über 4 Jahre hinweg die
Reise Courtneys in und mit einem Projekt,
dessen Ende sie sich sicher nicht im vorhinein
hat vorstellen können. Sie lernt eine neue
“Normalität” und ungeahnte künstlerische
Begabungen kennen und schätzen.
Nachdem die langen technischen Vorbereitungen
und Anpassungen abgeschlossen sind, und alle
den Umgang mit ihrer individuellen
fotografischen Lösung kennen und beherrschen,
folgt schliesslich die fotografische Aufgabe:
“Tell me about your life in one roll of film.
Give me a day in your life”.
Die Kamera folgt den einzelnen Fotografinnen
und Fotografen auf deren “Höhenniveau” auf
Rollstuhlebene. Beeindruckende Einblicke.
Insbesondere die Reaktionen der vermeintlich
“normalen” Menschen darauf, dass ihnen ein
mehrfachbehinderter Mensch im Elektrorollstuhl
mit Kamera über den Weg fährt und sie
fotograiert, sind schlicht unglaublich.
Der Film ist dabei erfrischend ehrlich.
Courtney berichtet auch von ihren Zweifeln.
Würde dieses Projekt jemals etwas werden
können? Gleichzeitig werden die kleinen und
grossen Probleme des Alltags authentisch
geschildert. Die Palette reicht vom
versehentlich geöffneten Kamera-Back (analog!),
bis hin zum tiefsten Liebeskummer.
Der Film nimmt uns anhand verschiedener
Einzelcharaktere an die Hand und führt uns
durch den Projektverlauf. Da ist Tony, der bei
seiner Geburt einen schweren Sauerstoffmangel
erlitt. Tony ist deswegen gelähmt, aber ein
hochintelligenter Kopf.
E.J. muss seine Kamera wegen seiner
Mehrfachbehinderung mit dem Mund auslösen.
Gleichzeitig ist er aber mit seinem
Elektrorollstuhl geradzu ein Kamikaze-Fahrer,
der sich wagemutig in den fliessenden
Strassenverkehr einreiht, weil die Fortbewegung
auf den Bürgersteigen für ihn zu beschwerlich
und zu langsam ist.
Cheryl ist eine junge Frau, die nicht sprechen
kann. Ihre Umgebung glaubte deswegen lange
Zeit, dass sie gehörlos sei. Aber in Cheryl
verbergen sich ein sehr aufgeweckter Kopf mit
brillianten Gedanken und eine Seele mit
tiefsten Emotionen.
Eine Truppe verkannter Genies! Im Umgang mit
ihnen erkennt Courtney - eigentlich der
Fotoprofi - ihre eigenen Begrenzungen. Sie ist
kein Psychologe, keine Ärztin. Nein, sie ist
Fotografin und wird im Laufe der Zeit zur
Freundin.
Die erste grosse Runde wird gezeigt, in der die
bisher enstandenen Aufnahmen kritisiert und
bewertet werden sollen. Mit beeindruckender
Geduld, Empathie und einer grossen Schachtel
mit Abzügen geht Courtney durch die Runde. Die
Einhelligkeit der Bewertungen ist frappierend.
Die Fotos sprechen Bände. Ungewohnte und
faszinierende Perspektiven. Viele davon sind
auf den ersten Blick als Kunst auszumachen.
Tony schildert uns, wie er mit einer seiner
Aufnahmen die Reaktion der Gesellschaft auf
einen Menschen mit Handicaps im Rollstuhl
erzählt. Das ist ihm mit Bravour gelungen. Das
Spektrum der Aufnahmen ist weit gestreut.
Einige der Fotografinnen und Fotografen
fotografieren die Menschen in ihrer Umgebung.
Andere haben sich auf Selbstportraits
spezialisiert, wieder andere auf Stilleben.
Die Geschichte von Tom ist eine besondere.
Eine, die unter die Haut geht. Er ist zunächst
völlig ablehnend. Ihm eine Kamera zu geben sei
reine Filmverschwendung, sagt er. Tom, der u.a.
eine extreme Wirbelsäulenverkrümmung hat,
infolge derer er nur auf dem Bauch liegen kann,
wurde von seiner Geburt bis zu seinem 18.
Lebensjahr von seinen Eltern im Obergeschoss
des Hauses quasi eingesperrt. Erst mit 18
Jahren kam er das erste Mal ins Freie und dann
gleich in eine Pflegefamilie. Er ist ein
Einzelgänger, der mit seinem Spezialrollstuhl
in dem er auf dem Bauch liegend fahren kann,
unterwegs ist.
Als er sich dann schliesslich doch fürs
Fotografieren interessiert, beginnt er zu
lächeln. Das erste Mal in seinem Leben. Er
wurde von einem Menschen mit einem Handicap zu
einem Menschen mit einer Kamera. Die Kamera gab
ihm einen Wert. Er engagiert sich nun voll. Der
Film zeigt ihn in der Dunkelkammer beim
Erstellen von Abzügen.
Courtney geht das Wagnis ein und begibt sich
auf die Suche nach einer Galerie die bereit
ist, die Fotografien auszustellen. Zunächst
erntet sie nur Absagen mit dem
Standardkommentar “wer wolle sich denn das
schon ansehen”. Trotzdem kämpft sie weiter.
Ein Schwenk zu Chris und Kerri, die am Anfang
einer sich anbahnenden Beziehung stehen. Völlig
andere Werte als in der vermeintlich “normalen
Welt” werden sichtbar . Trotzdem gehen sie
wieder auseinander. Höhen und Tiefen des
Lebens. Authentisch, hautnah und in den Kontext
des Fotoprojektes eingebettet.
Courtneys Ringen um eine Galerie geht weiter
und der Jubel ist riesig, als sie schliesslich
die Zusage einer renommierten Galerie, des
Cambridge Multicultural Art Centers erhält. Nun
geht es an die Ausstellungsvorbereitungen, bei
denen Courtney tatkräftig von ihren
College-Studentinnen unterstützt wird. Die
Medien beginnen sich für das Projekt zu
interessieren. Beiträge im TV und in Zeitungen
erscheinen.
Mitten in die Vorbereitungen zur Ausstellung
hinein ein Anruf. Tom wurde mit einer schweren
Lungenentzündung ins Krankenhaus eingeliefert.
Er ist bewusstlos und wird beatmet. Nach 2
Monaten stirbt er, ohne das Bewusstsein wieder
erlangt zu haben. Höhen und Tiefen des Lebens.
Der Film zeigt die authentischste
Beerdigungsfeier, die ich je gesehen
habe.
Tom hat uns gezeigt, was man aus seinem Leben
machen kann. Unabhängig von allen
Umständen und Voraussetzungen.
Schliesslich naht der grosse Tag der
Ausstellungseröffnung. Vier Jahre sind seit dem
Beginn des Projektes verstrichen. Die
Ausstellung ist Tom gewidmet.
Adrenalin. Letzte Vorbereitungen. Tony wird vor
der Eröffnung interviewt. Sein Statement: “The
biggest thing is to start the
conversation”.
Es ist Showtime. 18 Uhr, Eröffnung. Doch
gähnende Leere. Keine Besucher. Die Zweifel
beginnen an Courtney zu nagen. Vielleicht
interessiert sich ja doch niemand dafür? Aber
nach einer langen und bangen Stunde des Wartens
füllen sich die Ausstellungsräume, bis sie
schliesslich überfüllt sind. Presse, Funk und
Fernsehen sind präsent. Die Besucher sind
bewegt und begeistert von den Aufnahmen und
deren Präsentation. Und selbstverständlich sind
auch die Fotografinnen und Fotografen
anwesend.
Der Tenor lautet: “We did it!”
Der Streifen hat übrigens über dem Ozean
mittlerweile schon jede Menge Preise erhalten.
Ein kleiner Auszug:
AUDIENCE AWARD- Best Film of the Festival-
Woods Hole Film Fest
AUDIENCE AWARD- Best Documentary- IFFBoston
AUDIENCE AWARD- Best Feature Film- Phoenix Film
Festival
AUDIENCE AWARD- Top Rated Documentary- Maine
Int'l Film Festival
AUDIENCE AWARD- Newburyport Documentary Film
Festival 2009
AUDIENCE AWARD- Top Documentary 2009 Moondance
Film Festival
BEST DOCUMENTARY- New Hampshire Film Festival
2009
BEST of the FEST- Encore Screening- Rhode
Island Film Festival 2009
ENCORE SCREENING- Sidewalk Film Festival 2009
MOST INSPIRATIONAL DOCUMENTARY- Atlanta
DocuFest 2009
WORLD PREMIERE- Full Frame Film Festival April
2009
Im Abspann schildert der Film schliesslich auch
noch die nächsten 2 Jahre. Eines der Pärchen
hat geheiratet und wurde wieder geschieden.
Courtney hat Nachwuchs bekommen. Und Tony ist
Profi geworden und tourt mit Ausstellungen
seiner Werke durch die Lande.
Fazit:
Anschauen! Wir haben mit gelacht.
Wir haben mit geweint. Wir haben mit getrauert.
Wir haben mit gebangt. Wir haben mit gefiebert.
Dieser Film stellt alles, was wir bislang über
Fotografie gesehen haben, absolut in den
Schatten. Fotografie ist
grenzenlos.
Mehr Infos gibt es hier:
-> Offizielle Homepage zum
Film
-> Trailer zum
Film
-> Gruppe auf Facebook zum
Film
Gastbeitrag auf FOTOGRAFR.de - Buchrezension Dr. Endress Wanckel: Foto- und Bildrecht
-> Hier gehts zum Beitrag auf Fotografr.de
Photography News 10/2010
Dürfen “News” eigentlich zeitlos sein?
Ich denke schon. Deswegen stelle ich heute die Frage nach den empfehlenswertesten Büchern zum Thema Fotografie an den Anfang.
- Welche Bücher “muss” man als Fotograf/Fotografin gelesen und verinnerlicht haben?
In den vergangenen Tagen bin ich in Gesprächen und Diskussionen immer wieder über die Frage nach den besten (Lehr-)Büchern zum Thema Fotografie gestolpert. Um es kurz zu machen hier meine persönliche Hitliste. Kurz und prägnant, und direkt vom Regal über meinem Schreibtisch zitiert:
Mein Platz 1:
Andreas Feininger, Der Schlüssel zur Fotografie von Heute, Econ-Verlag, 1958.
Vor langen Jahren in einem Antiquariat für eine - damals noch - D-Mark erworben, hat mich dieses Buch richtungsweisend geprägt und geleitet. Ich habe seitdem in viele grundlegende Werke zum Thema Fotografie hinein geschaut, aber praktisch nichts gefunden, was nicht auch schon im Feininger stehen würde.
Bereits die grobe Gliederung des 382-Seiten starken Buches in die 5 Abschnitte
- Vom Wesen der Fotografie
- Das Objekt,
- Der Fotograf,
- Das Bild, und
- Die Bildserie
ist Programm.
Feininger verstand es “auf den Punkt zu kommen”, und das ganz ohne in technische Fragen abzurutschen. Die beiden Bilderteile sind zeitlos beeindruckend. Und seine sehr wenigen Zeilen über die Auswahlkriterien für fotografische Ausrüstung sind noch heute gültig.
Leider ist dieses Werk seit langen Jahren - wenn überhaupt - nur noch antiquarisch zu bekomen. Zwei Bücher von Feininger, die in derselben Liga spielen, sind aber derzeit noch recht günstig zu haben:
Andreas Feiningers grosse Fotolehre (auf Amazon: Andreas Feiningers große Fotolehre
Die Hohe Schule der Fotografie (auf Amazon: Die Hohe Schule der Fotografie: Das berühmte Standardwerk
Mein Rat: Lesen und umsetzen!
(* Wer sich mit dem Gedanken trägt, sich die Bücher zuzulegen, kann die Links zu Amazon nutzen und damit auch diese Website unterstützen, die ich in meiner knappen Freizeit pflege).
Mein Platz 2:
Die Klassiker-Trilogie von Ansel Adams. Die drei Bücher “The Camera”, “The Negative” und “The Print” bedürfen wohl keiner weiteren Ausführungen. Ich hab sie mir als “Prachtausgabe” in den 90-er Jahren in den USA zugelegt und keinen Cent der Investion jemals bereut. Mehr muss ich zu diesen Werken eigentlich nicht schreiben, oder?
- Und sonst?
- Zur Lektüre unbedingt empfehlen möchte ich diese Woche Michael K. Trouts Blogartikel zur “Definition des Neofotografismus”. Ihm ist wieder einal nichts hinzu zu fügen :)
- Kostenlose-Goodies: Über Mike Schelhorn bin ich auf zwei sehr schöne, neue und kostenlose Goodies gestossen. Bei One Software gibt es derzeit 2 Freeware-Versionen zum kostenlosen Download (nur kostenlose und unverbindliche Registrierung erforderlich): Eine Freeware-Version der bekannten Photo-Tools und von PhotoFrame. Beide jeweils für PC und Mac.
- Für Bibble 5 - den RAW-Konverter für Fotografen - sind einige neue PlugIns zu vermelden:
.. MindSocket hat einen neues GradFilter-PlugIn (ND Grad Filter) vorgestellt, der sehr nützlich ist.
.. KBarni - ein alteingesessener PlugIn Programmierer für Bibble - hat Vigne released. Wie der Name vermuten lässt, handelt es sich um einen Filter mit dem sich Vignettierungen aller Art herbeizaubern lassen.
.. Thomas Baruchel hat eine ganze Reihe von sehr interessanten PlugIns vorgestellt und erweitert das Angebot auch laufend. Seine PlugIns sind sehr kreativ und teilweise auch sehr experimentell. Es finden sich echte Schätze darunter. Einfach mal stöbern.
So und
jetzt liebe Leserschaft:
Greift zur Kamera und geht Bilder machen. Wir
lesen uns die Tage!
- an angel waiting for the summer -
Sportlov 2010 in Malå
Bald danach wurden diese Ferien landesweit zur festen Gewohnheit und wurden schliesslich zu einer Wintersportwoche. Die Termine für die Sportlov in den einzelnen Kommunen sind unterschiedlich und werden innerhalb eines vorgegebenen Rahmens auf kommunaler Ebene festgesetzt.
Diese Woche ist nun Sportlov in Malå, und es sollte eigentlich Hochbetrieb auf dem Skihang Tjamstan sein. Ich habe heute dort kurz vorbeigeschaut. Es war aber derart stürmisch, dass es mich beinahe weg geweht hätte :) Wohl deswegen war der Andrang heute etwas verhalten. Und für die nächsten zweieinhalb Tage ist kräftiger Neuschnee angesagt. Mal schauen, wie sich die diesjährige Sportlov entwickelt. Zur Lunchzeit sah es auf Tjamstan heute jedenfalls so aus:
Photography News 9/2010
Den dritten Platz in der Rubrik “Sports Features” hatte bei der 2010er Prämierung Stepan Rudik für seine in schwarz/weiss gehaltene Fotoserie über “Street fighting” unter Jugendlichen in Kiew erhalten.
Nach der Prämierung hatte die Jury auf einen Tipp hin wegen Manipulationsverdachts die originalen RAW-Dateien bei Rudik angefordert. Daraus ergab sich dann, dass Rudik auf einer Aufnahme eine eigentlich winzige und kam auffallende Fusspitze wegretuschiert hatte. Das führte dann zur Disqualifikation. Formal richtig, denn im Fotojournalismus hat Retusche am Bildinhalt nichts zu suchen. Auf dem fraglichen Bild ist - in dramatischem schwarz/weiss und mit kräftiger Vignette - die Hand eines Kombattanten zu sehen, die gerade für einen Kampf bandagiert wird.
Soweit so gut. Bei PetaPixel sind hier (bitte zum Verständnis unbedingt ansehen!) das eingereichte Bild und das Originalbild zu sehen. In der Tat wurde eine kleine Retusche vorgenommen.
Viel schockierender ist aber der Vergleich zwischen dem ebenfalls bei PetaPixel zu sehenden Originalframe und dem schlussendlichen Crop, der - nach offensichtlich umfangreicher schwarz/weiss-Umwandlung - beim Wettbewerb eingereicht wurde. Das Originalbild ist eine viel umfassendere Szene, die für sich genomen eher wie ein dürftiger “Gelegenheits-Schnappschuss”, also ziemlich unspektakulär, aussieht. Der Crop umfasst - wohlwollend geschätzt - ungefähr ein Zehntel (eher weniger) des Originalbildes (was auch die „urige“ Körnung im Wettbewerbsbild erklärt).
Das bringt mich aber doch sehr ins Nachdenken. Eigentlich erwarte ich doch von einem Fotojournalisten, dass er - soweit möglich - formatfüllend “ran ans Geschehen” geht. Aus dem Originalbild und den weiteren Bildern der Serie ergibt sich, dass das hier kein Problem gewesen wäre. Das Bild wurde also durch “Etremcropping” quasi “hergestellt” oder “herausdramatisiert”. Das mag durchaus vertretbar sein, wenn ein näheres Herangehen an eine Situation wegen einer situationsbedingten Gefährdung nicht möglich ist (Feuergefecht, Grossbrand, Explosionsgefahr, usw.). Wo aber eine echte Nahaufnahme möglich ist, überschreitet ein solches Extremcropping meiner Meinung nach die Grenze der prämierungswürdigen Fotografie. Um es klarzustellen: Aus einem 3:2-Seitenverhältnis z. B. eine - die kürzere Originalkante wahrende - Aufnahme im Seitenverhältnis 1:1 zu croppen ist völlig in Ordnung (zumal, da es - vom wohl nicht so reportagegeeigneten Mittelformat abgesehen - derzeit so gut wie keine Digitalkameras gibt, die echtes 1:1 Format bieten).
Die Meinung der Leserinnen und Leser zur Thematik würde mich sehr interessieren!
Nun aber noch ein erfreulicheres Thema.
Über fokussiert.com bin ich auf die mir bislang unbekannte Fotografin Marianne Breslauer aufmerksam geworden, zu deren 100. Geburtstag die Schweizerische Fotostiftung 27. Februar bis 30. Mai 2010 in Winterthur eine umfassende Retrospektive veranstaltet. Das fotografische Werk der 2001 verstorbenen Künstlerin umfasst eine erstaunlich kurze Zeit: 1927 bis 1938. Zum relativ frühen und jähen Ende ihrer fotografischen Phase sagte die Künstlerin selbst den eindrücklichen Satz:
“Wenn ich weiter in dem Bereich gearbeitet hätte, wäre ich zum Film gegangen. Mit dem Fotografieren war ich fertig.”
Mehr zum Werk von Marianne Breslauer und etliche ihrer Fotogrefien gibt es hier und hier auf der Seite der Schweizerischen Fotostiftung.
