Die "Minus-40-Grad-Woche" mit Galerie und Mathematik
Worum geht es? Die bislang kälteste Woche des Jahres in Lappland liegt hinter uns. Die sibirisch-arktische Kältewelle hat uns Temperaturen bis zu minus 40 Grad beschert. Das ist auch für hiesige Breitengrade recht kühl und frisch. Bei diesen Temperaturen kommt das Leben zum Erliegen. Nur wer unbedingt muss, verlässt noch das Haus.
Die Kälte bringt auch eine lebensfeindliche Stille mit sich. Es ist totenstill draussen, ja die ganze Natur ist wie tot.
Es hat Überwindung gekostet, trotzdem jeden Tag mindestens eine Stunde mit der Kamera raus zu gehen. Dick eingehüllt in mehrere Schichten Kleidung und mit fetter Pelzmütze. Aber es hat sich gelohnt. Das Licht war einfach absolut traumhaft und die Stille extrem inspirierend.
Minus 40 Grad sind aus einem weiteren Grund faszinierend: Bei exakt dieser Temperatur entspricht der Temperaturwert in Celsius genau dem Wert in Fahrenheit.
Bekanntlich lautet die Umrechnung F=Cx1.8+32 und C=(F-32)÷ 1.8, wobei 0 Grad C = +32 Grad °F sind. Das führt dazu, dass minus 40 Grad Celsius exakt minus 40 Grad Fahrenheit entsprechen.
Ich habe eine Galerie mit einigen Bildern - teils persönliche Bilder, teils Musterstücke aus Auftragsproduktionen - zusammen gestellt:
-> Zur Galerie „Die minus 40 Grad Woche“
-> To the gallery „The week with minus 40 dergrees“

„Traumhaftes Licht bei minus 40 Grad C/F in Lappland“
There's an open door - waiting for you
Am Nullpunkt. Auf dem Friedhof.
Neu anfangen. Neu orientieren. Vielleicht auswandern?
Eine Tür steht Dir offen.
Gibt Dir den Blick frei auf ein Paradies am Horizont.
Doch bedenke:
Im Sommer ist es unerreichbar.
Der Weg dorthin ist nur unter den schwierigsten Bedingungen möglich.
Die Kälte beschert Dir das Eis, das Dir den Weg über den See ermöglicht.
Der Wind ebnet Dir die Schneeverwehungen, damit Du klare Sicht behälst
und Dein Ziel nicht aus den Augen verlierst.
Der Schnee lädt Dich ein, ein Iglu zur Rast auf der Reise zu bauen.
Siehst Du die Schwierigkeiten, oder die Chance?
Bist Du bereit durch die Tür zu gehen, die sich Dir geöffnet hat?

„There's an open door - waiting for you“
Beifang aus dem Graveyard-Projekt
Alter Friedhof Sorsele
2012 naht
Nun schreiben wir also bald 2012. Viel wird gemunkelt über dieses Jahr. Wir bleiben aber mit beiden Beinen auf dem Boden und starten in das neue Jahr mit einigen Weiterentwicklungen.
Relaunch 2012
Zum Jahreswechsel haben wir unsere Fotografie-Homepage komplett neu designed und dort auch einen separaten Fotografie-Blog aufgelegt. Dazu gleich mehr.
Auch hier im Lapplandblog hat sich etwas verändert beim Design und den Inhalten. Vor allem geht es uns um Vereinfachung und Reduktion, sodass Lesbarkeit und Verständlichkeit immer weiter optimiert werden.
Spannungsfeld Fotografie und Lappland
Hier im Lapplandblog haben wir bislang immer mit der Spannung zwischen rein fotografischen und auf Lappland bezogenen Beiträgen gelebt. Um auch dies weiter zu vereinfachen, gibt es jetzt den separaten Fotografie-Blog. Dort bloggen wir ab 2012 auf Englisch.
Aber keine Sorge: Natürlich geht es auch hier im Lapplandblog weiter. Hier bleibt es bei Deutsch und gelegentlichem Schwedisch. Natürlich gibt es auch hier weiterhin viele Bilder und auch das ein oder andere fotografische Thema. Allerdings mehr mit Bezug zu Auswandern, Urlaub, Tourismus, Reisen und - natürlich - dem Schwerpunkt Schwedisch-Lappland.
Experiment soziale Medien
2011 war für uns ein offensiv experimentelles Jahr in Sachen soziale Medien. Stammlesern wird auffallen, dass die Buttons zu Google+, Facebook und Twitter mit dem Relaunch wieder aus der Seitenleiste verschwunden sind.
Warum? Wir haben im vergangenen Jahr viel experimentiert, Vorträge zum Thema soziale Medien gehalten und Artikel dazu geschrieben. Rein persönlich haben uns die derzeit verfügbaren Plattformen aber schlichtweg (noch) nicht richtig "begeistert" (wobei Google+ auf dem richtigen Weg zu sein scheint).
Aber: Zu viel Zeit geht bei der Beschäftigung mit den virtuellen Welten verloren. Und Hand aufs Herz: Nur wenige neue Beziehungen mit echtem Tiefgang sind hinzu gekommen. Natürlich sind wir auch weiterhin auf den bisherigen Plattformen aktiv. Nur gehen wir das ab 2012 viel entspannter und mit viel geringerer Priorität an. Wer Kontakt zu uns aufnehmen möchte, tut das am besten via Mail oder Telefon :-)
Was hat sich sonst so getan?
- Malå durfte seine Ambulanzstation behalten. Die Proteste, die wir über einen längeren Zeitraum fotografisch begleitet haben, haben schliesslich Erfolg gezeitigt.
- Der weitere Ausbau der Windkraft in Västerbotten wird aus der Bevölkerung zunehmend kritisch gesehen. Auch hier bilden sich Bürgerinitiativen und erste Proteste beginnen.
- Die Einwanderer strömen nach wie vor ungebremst hierher. Leider erleben wir immer wieder schlimme Tragödien. Viele beginnen beim Hauskauf. Hier haben sich teilweise regelrechte Mondpreise etabliert Aus aktuellem Anlass möchten wir deswegen nochmals auf unsere Tipps zum Immobilienkauf in Lappland hinweisen. Unsere Tipps helfen hoffentlich, einige Katastrophen und menschliche Tragödien zu verhindern.
Und jetzt allen Leserinnen und Lesern einen guten Start
in das neue und spannende Jahr 2012!
„Apokalyptischer Touch“
Behind the scenes: Passend zum Jahreswechsel 2011/2012 ein Bild mit "apokalyptischem Touch". Ein Naturschauspiel, das den arktischen Winter auszeichnet: Irisierende Wolken (Photometeore). Ein farbenfrohes Spektakel, das in Verbindung mit dem Sonnenuntergang und verhangenem Himmel endzeitliche Gefühle hervorrufen kann. Die Uferlinie ist übrigens absichtlich nach rechts abschüssig. Eine Reminiszenz an die brodelnde Wirtschaftskrise. Nebenbei: Sehr romantisch war der Anblick ebenfalls.
Stranded II - Gestrandet II
Die Symbolik ist stark: Das "Gestrandet sein".
Eine Fortsetzung zu diesem früheren Blogeintrag zum Thema aus dem Juli.

Gestrandet.
Auch gestrandete Boote können Zeichen der Hoffnung setzen.
Angekommen. Aus Altem wächst Neues.
Unerwartet.
Grün ist die Farbe der Hoffnung und der Zuversicht.
Als ein Zeichen des "Angekommenseins" schlägt Dein Boot plötzlich Wurzeln.
Doch bricht es gleichzeitig Brücken ab.
Einem Samenkorn gleich wird das Boot als Nährboden verzehrt.
Ahoi ade.
Wie wird die Ernte werden?
Rädda ambulansen i Malå - Ein heisser Winteranfang

„Wir weigern uns, wenn die Ambulanz künftig eine Stunde braucht“
Wer in das Inland Lapplands zieht, weiss, dass ihn eigentlich Natur und Ruhe erwarten. Es gibt aber auch eine andere Seite der Medaille. Wären da nicht einige "Störfaktoren" mit im Spiel.
Einer davon hört auf den Namen "Windkraft" und es regt sich in der Region ein zunehmender Widerstand gegen weitere Windkraftetablierungen. Denn in etlichen Kommunen ist es mit Ruhe und Natur nicht mehr weit her. So regt sich nun auch in Malå eine Bürgerinitiative, die binnen Tagen 450 Protestunterschriften gegen die Erteilung weiterer Baugenehmigungen für Windkraftanlagen gesammelt hat. Die hiesigen Medien haben ausführlich darüber berichtet (z.B. hier in der Tageszeitung „Norran“ und hier im Regionalfernsehen).
Ein weiterer Störfaktor liegt in der Reaktion der zuständigen Landesverwaltung auf die Bevölkerungsentwicklung. Es ist ein offenes statistisches Geheimnis, dass die Bevölkerung im Inland immer älter wird und zudem deutlich schrumpft. Als Konsequenz daraus werden viele Gemeinwohldienste gekürzt. Jüngster Wurf der Planer ist das Vorhaben, den Krankentransport und Rettungsdienst zusammen zu streichen (Bericht in der Tageszeitung "Norran" hier und hier).
Und so landete auch Malå mit auf der Streichliste des Landstinges. Allerdings hatte man dort die Rechnung ohne den Wirt gemacht, denn in Malå ist nun der Protestgeist erwacht. Auch hier hat sich - unter der Federführung der Företagarna (Unternehmervereinigung) - spontan eine Initiative gegründet. Diese hatte am Samstag zur ersten Kundgebung und Demonstration auf dem Marktplatz eingeladen. Rund 500 Teilnehmer versammelten sich dort, um ihrem Unmut Luft zu machen. Ein sehr gutes Resultat bei knapp 3.500 Einwohnern in der Kommune. Die meisten der Teilnehmer unterzeichneten eine Protestpetition. Wir waren für Sie vor Ort und haben einige Eindrücke eingefangen.
-> Hier gehts zur Galerie „Rädda ambulansen i Malå - 22.10.2011“
-> Klick här så kommer du till bildspelet „Rädda ambulansen i Malå 22/10-2011“
-> To the gallery „Rädda ambulansen i Malå 2011-10-11“

„Radio Västerbotten im Einsatz bei der Kundgebung“
Kanelbullens dag - Tag der Zimtschnecke [Update: Jetzt mit Rezept]

„Kanelbullens dag - Fotografiert bei Dungers in Malå“
Behind the scenes: Andere Länder, andere Sitten, andere Gedenk- und Aktionstage.
Die Gedenk- und Feiertage eines Landes geben tiefe und wertvolle kulturelle Einblicke. Beging Deutschland gestern den Nationaltag, feiert Schweden heute den "Kanelbullens dag", den "Tag der Zimtschnecke" (Kanel = Zimt, Bullar = Kringel). Wahrscheinlich ist das Phänomen leicht dadurch erklärbar, dass der süsse Kringel ein wichtiger Bestandteil der schwedischen Fikakultur ist.
Erfunden hat den Gedenktag der "Hembakningsråd" ("Heimbackvereinigung") und seit 1999 wird - stets am 4. Oktober - die Zimtschnecke gefeiert. Es gibt dafür auch eine eigens eingerichtete Webseite.
Wie wird der Tag begangen? Natürlich mit Kanelbullar! Und natürlich am besten mit selbst gebackenen. Wer das zeitlich nicht schafft, kann am 4. Oktober landesweit auf ein grosses Angebot zurückgreifen. Und viele Cafés bieten an diesem Tag Kaffee mit Kanelbullar zum Sonderpreis an.
Nachtrag / Update 5.10.2011:
Auf Wunsch vieler Leser verrate ich hier unser praxiserprobtes Rezept für Kanelbullar nach echter schwedischer Art. Die Angaben beziehen sich auf ca. 20 Bullar.
Zutaten für den Teig
1 Halbes Päckchen frische Hefe
50 gr. Butter
300 ml Milch
100 gr. Zucker
1 Prise Salz
500 gr. Mehl
Zutaten für die Füllung
50 gr. Butter
2 Teelöffel Zimt
100 gr. Zucker
Zutaten für die Glasur
1 Ei
Hagelzucker
Gehobelte Mandeln
Zubereitung
Hefe in eine Schüssel bröckeln. Butter schmelzen (Mikrowelle oder Herd) und in die Schüssel geben. Milch (am besten leicht angewärmt, handwarm, ca. 35 Grad) zugeben. Rühren, bis sich die Hefe aufgelöst hat.
Dann Zucker, Salz und Mehl zugeben. Gut durchkneten (am besten mit Küchenmaschine), bis der Teig geschmeidig wird. Dann ca. 30 Minuten gehen lassen.
Butter für die Füllung schmelzen (Mikrowelle oder Herd); dann mit Zucker und Zimt vermischen.
Ofen auf ca. 225 Grad vorheizen.
Teig nochmals von Hand durchkneten und möglichst rechteckig ausrollen; ggf. Teig aufteilen. Füllung auf den Teig streichen und Teig von der langen Seite her aufrollen. Rolle dann in ca. 2 cm breite Stücke schneiden. Röllchen mit der Schnittkante nach unten auf Backpapier legen und nochmals ca 15 Minuten gehen lassen. Dann mit aufgeschlagenem Ei bepinseln und mit Hagelzucker und/oder gehobelten Mandeln bestreuen. Dann ca. 10-12 Minuten bei ca. 225 Grad ausbacken.
Vor dem Verzehr gut abkühlen lassen :)
Fredagsmys
Seit einigen Jahren hat sich ein modernes Ritual herausgebildet: Die Fredagsmys.

"Fredag" steht für Freitag und "mysa" bedeutet "es gemütlich haben".
Freitags legt sich ab ca. 18 Uhr eine ausgeprägte Ruhe über Schweden. Das Verkehrsaufkommen geht deutlich zurück und auf den Strassen wird es still. Die Häuser sind erleuchtet. Schweden macht es sich kollektiv gemütlich.
Die Fredagsmys schlägt wieder zu. Am späten Freitagnachmittag klingt die Arbeitswoche aus und die Familie oder gute Freunde sammeln sich, um den Beginn des Wochenendes zu zelebrieren. Das Ritual ist eingebettet in gutes Essen (oft Fertiggerichte), Süssigkeiten, Knabbereien und (oft alkoholische) Getränke. Auch der Fernseher (bzw. DVD-Player) spielt eine grosse Rolle.
Sogar Forscher haben die Fredagsmys schon unter die Lupe genommen und dabei heraus gefunden, dass das Phänomen zum Ausklang der Arbeitswoche stresslindernd wirkt.
Die Wirtschaft freut sich. Viele Fertiggerichte und allerlei ungesunde Dinge werden speziell mit der Eignung für den "besonderen" Freitagabend beworben. Und im Systembolaget, der staatlichen Kette, die zum Verkauf von alkoholischen Getränken befugt ist, herrscht am Freitag ab ca. 12 Uhr Hochbetrieb.
Auch in den sozialen Medien spiegelt sich die Fredagsmys deutlich wieder. Die Statusmeldungen werden entspannter und handeln dann um Essen, Getränke und Filmempfehlungen. Es gibt sogar eigens eine Fanpage auf Facebook "Vi som älskar Fredagsmys" ("Wir, die wie die Fredagsmys lieben").
Hier haben bereits knapp 350.000 Menschen auf "Gefällt mir!" geklickt. Das entspricht in etwas 2% der schwedischen Bevölkerung. Interessant ist eine Umfrage, die auf der Facebook-Seite unter den Fans durchgeführt wurde. Bei der Frage, was die Fredagsmys für den Einzelnen bedeutet, steht an erster Stelle die Entspannung, gefolgt von Gemeinschaft / Gesellschaft und dem guten Abendessen.
Zu guter Letzt noch ein Tipp für alle Aus- und Einwanderer: Besuchen Sie NIEMALS ungefragt und/oder ohne ausdrückliche Einladung "echte" Schweden an einem Freitag nach der Mittagszeit. Das wird als ungehöriger Eingriff in die Familie aufgefasst.
Die schwedische Krone im Laufe der Zeit - Eine Geschichtsstunde aus dem Geldbeutel

„Ein-Kronen-Münzen im Laufe der Zeit: Wappenseite“
Die schwedische Krone, die eigentlich noch in je 100 Öre aufgeteilt ist, gibt es seit 1873. Vorläufer der Krone war der Riksdaler (“Reichstaler”). Genau genommen war die erste Krone noch gar keine rein schwedische Münze, sondern die Gemeinschaftswährung der Skandinavischen Währungsunion für Dänemark, Island, Norwegen und Schweden. Die rein-schwedische Krone gibt es seit 1924.
Interessanterweise sind aber noch immer alle Kronen-Münzen, die ab 1875 ausgegeben worden sind, nach wie vor als gesetzliche Zahlungsmittel zugelassen. Ein Blick aufs Wechselgeld lohnt also, denn es besteht die Chance auf Raritäten zu stossen.
Die Öre gibt es übrigens nicht mehr als Barzahlungsmittel. Zum 30. September 2010 wurde die bis dahin noch in Umlauf befindliche 50-Öre-Münze aus dem Verkehr gezogen. Rein zahlungstechnisch macht das auch Sinn, denn bei einem Kurs von 1 SEK = 0,1095 EUR (Stand 1. Juli 2011) war der Zahlungswert der 50-Öre-Münzen nahezu unbedeutend gering.
In den Preisangaben taucht die Öre aber noch auf. Ein im Zuge der Ausserkurssetzung eingeführtes Gesetz bestimmt nun für Barzahlungen, dass Beträge von 1-49 Öre hinter dem Komma auf die nächste Krone abgerundet, und Beträge von über 50 Öre auf die nächste Krone aufgerundet werden. Bei Kartenzahlungen wird allerdings nach wie vor auf die Öre genau abgerechnet. Beträgt der Kaufpreis an der Kasse also z. B. 9,50 Kronen (d.h. 9 Kronen 50 Öre) ist der Barzahlungspreis 10 Kronen, der Kartenzahlungspreis indes 9,50 Kronen.
Nun aber von der Öre zurück zur Krone. Traditionell trägt die Ein-Kronen-Münze immer das Bild des amtierenden schwedischen Königs (bzw. künftig der Königin) auf der einen Seite und das Staatswappen oder eine Krone auf der anderen. Um das Konterfei des Monarchen (bzw. der Monarchin) ist das königliche Motto des jeweiligen Staatsoberhauptes in die Münze geprägt.
Das älteste Stück im Geldbeutel - auf dem Foto bei 12 Uhr - stammte also aus dem Jahre 1942. Damals war Gustav V König. Sein Motto lautete “Med folket för Fosterlandet” („Mit dem Volk für das Heimatland“). Auf der Vorderseite prangt das sehr schöne alte Wappen.
Münze Nummer 2 - auf dem Foto bei 15 Uhr - ist der derzeit wohl am häufigsten in Umlauf befindliche Typ. Sie wurde von 1976-2000 ausgegeben. Dieses Exemplar stammt aus dem Jahre 1983 und trägt den amtierenden König Karl XVI Gustaf - abstrahiert dargestellt - auf sich mit seinem Motto “För Sverige i Tiden”.
Münze Nummer 3 - auf dem Foto bei 18 Uhr - ist die neuere Version der Nummer 2 (ausgegeben seit 2001) mit einem deutlich schöneren Monarchenbild und stammt aus dem Jahre 2009.
Die Nummer 4 schliesslich - auf dem Foto bei 21 Uhr - ist eine besondere Gedenkmünze aus dem Jahre 2009, welche der besonderen Verbindung von Finnland und Schweden gewidmet ist. Statt eines Wappens trägt sie das Bild eines unterbrochenen Linienfeldes auf der einen Seite. Auf der anderen Seite befindet sich ein Bild des Königs. Sie ist nicht sehr häufig, aber durchaus tatsächlich im Umlauf zu finden.

„Ein-Kronen-Münzen im Laufe der Zeit: Monarchenseite“
Eine sehr seltene Münze fehlt leider noch in der Sammlung (und auf dem Foto): Im Jahre 2000 gab es zum neuen Jahrtausend eine Ein-Kronen-Münze in sehr geringer Sonderauflage. Auf dieser Sonderprägung sind unter dem Staatswappen die Initialen des Königs eingeprägt. Sollte sich diese Prägung einmal in den Geldbeutel verirren, werde ich ein Foto nachreichen.
Neben den im regulären Umlauf vorkommenden Münzen gibt es natürlich noch eine Vielzahl von Sonderprägungen in verschiedenen Nennwerten (10 SKR - 1.000 SKR) zu besonderen Anlässen, darunter etliche Silber- und Goldmünzen. Diese sind zwar ebenso als Zahlungsmittel zugelassen, dürften aber nicht im tatsächlichen Umlauf vorkommen. Eine Übersicht über die Sonderprägungen bis zum Jahre 2004 gibt es in dieser Broschüre der schwedischen Reichsbank.
Wohnungsnot?

„Wohnungsnot?“
Behind the scenes: Wohnungsnot?
Viele Inlandskommunen in Lappland befinden sich derzeit “auf dem absteigenden Ast” wie es so schön heisst.
Junge Menschen ziehen - spätestens zur Gymnasialausbildung - in die Städte. Und meistens bleiben Sie dann auch nach dem Abschluss der Ausbildung dort.
Die Bevölkerung hier altert. Häuser stehen zuerst leer und verfallen dann häufig (wenn sie denn nicht malerisch belegen sind und dann von den Familien als Sommerhäuser (“Sommarstuga”) weiter genutzt werden).
Der Wohnungsbau kommt vielerorts zu Erliegen. Warum sollen auch neue Wohnungen gebaut werden, wenn alle Statistiken darauf hindeuten, dass die Bevölkerung dramatisch schwindet.
Diese Fakten mögen bitte auch alle, die sich mit dem Gedanken ans Auswandern nach Lappland beschäftigen, auf dem Schirm behalten. Führt der Bevölkerungsschwund doch auch zum schleichenden Abbau der allgemeinen Grundversorgung in vielen Bereichen.
Im Rahmen eines Auftrages war ich in der vergangenen Woche in Vännäs und konnte mir dort ein Bild des Ernstes der Lage verschaffen.
Dennoch: Ein kleiner Hoffnungsschimmer bleibt. Eine schöne Symbolik im Bild and ich auf der Rückseite der Schule in Vännas. Hier gibt es offenbar ein Wohnungs-Überangebot. Allerdings nur für Vögel.
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Postcard from Lapland

„Postcard from Lapland“
Behind the scenes: Heute wieder einmal in Farbe. Am Sonntag hat das Wetter uns zu seiner besten Seite eingeladen. Sonnenschein auf Eis und Schnee ergibt traumhaften güldenen Bodennebel. Jetzt ist die perfekte Jahreszeit, um einen Winterurlaub in Lappland zu verbringen: Die Tage sind schon wieder deutlich länger und bei Sonnenschein erscheinen minus 15 Grad wie ein lauer Frühlingstag.
Oder warum nicht gleich hierher umziehen? Das Inland entvölkert sich beständig (Zahlen und Fakten gibt es hier in einem aktuellen Artikel auf Norran). Platz und Immobilien gibt es in Fülle. Erste Wahl für Naturliebhaber!
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Unser Weihnachtsgeschenk 2010 / Our christmas gift for you 2010 / Vår julklapp 2010
Ein Kalender für 2011 mit schönen Bildern aus Lappland. Download hier (PDF - 9.1 MB). Einfach selbst ausdrucken oder ab in den Copyshop. Am schönsten mit Spiralbindung.
And here comes the christmas gift for all our dear readers:
A beautiful calendar for 2011 which lovely pictures from Lapland. Donload here (PDF - 9.1 MB). Just print out by yourself or get it printed at a print shop. Best with spiral binding.
Nu finns det vår julklapp igen för alla våra kära läsare:
En kalender för 2011 med snygga foton från Lappland. Download här (PDF - 9,1 MB). Det är bara att skriva ut den (själv eller på tryckeriet). Bäst med spiral binding.

„Unser Weihnachtsgeschenk 2010 / Our christmas gift for you 2010 / Vår julklapp 2010“
Traumimmobilie II

„Traumimmobilien“ - Freier Blick auf die unberührte Natur durch luftige Wände :)
Behind the scenes: Nummer 2 aus der Serie zu vermeintlichen „Traumimmobilien“ in Lappland. Bei diesem schönen Objekt ist zwar der freie Blick auf die Natur - und das sogar ohne störendes Fensterglas (-> Fotografenparadies) - garantiert. Freilich zieht es etwas durch die Ritzen. Deswegen immer dran denken: „Renovierungsbedürftig? - Tipps zum Immobilienkauf in Schweden / Lappland“.
Rein fotografisch sind solche Halbruinen in Feld und Flur allerdings eine echte Fundgrube, die mich immer wieder begeistert!
Traumimmobilie I

„Traumimmobilien“ - Von aussen oft noch irgendwie hübsch
Behind the scenes: Die grosse Resonanz auf den Artikel „Renovierungsbedürftig? - Tipps zum Immobilienkauf in Schweden / Lappland“ hätte ich nicht erwartet. Viele Mails sind eingegangen mit teilweise erschütterndem Inhalt. Deswegen an alle, die sich hier in Lappland ein Haus oder Sommerhaus („Sommarstuga“) kaufen wollen, nochmals der dringende Rat: Augen auf und gründlich recherchieren!
Ich habe das Thema mit einer kleinen Serie, die ich in den nächsten Tagen hier sukzessive posten werde, auch nochmals visualisiert.
Renovierungsbedürftig? - Tipps zum Immobilienkauf in Schweden / Lappland
Worauf sollten Sie also achten, beim Immobilienkauf in Schweden (insb. Norrland / Lappland):
1. Nehmen Sie sich Zeit. Treffen Sie NIEMALS impulsive Schnellentscheidungen!
2. Recherchieren Sie ausführlich über Ihr Zielgebiet und tragen Sie so viele Informationen wie möglich zusammen. Im Web finden Sie eine beinahe unendliche Informationsfülle.
Bewerten Sie alle Informationen nüchtern: Eine "bezaubernde Alleinlage im Wald" kann bei minus 25 Grad im tiefsten Winter zum Horrortrip werden, wenn Sie Ihren Weg dorthin selbst räumen müssen. Denken Sie an alle Aspekte und auch daran, dass Sie einmal älter werden könnten.
3. Planen Sie eine Reise in Ihr Zielgebiet und besichtigen Sie alle Objekte selbst. Setzen Sie sich niemals selbst unter Druck! Denken Sie bitte an die unterschiedlichen Jahreszeiten. Bei einer Schneehöhe von eineinhalb Metern sieht alles ganz anders aus, als im Sommer.
Soweit Sie der Sprache nicht hinreichend mächtig sind, nehmen Sie eine(n) einheimischen Sprachkundigen mit. Das sollte kein Beauftragter oder Mitarbeiter eines Maklerbüros sein.
Fragen Sie dann vor Ort intensiv bei ortsansässigen Organisationen und Einheimischen nach. Ansprechpartner können z.B. sein: Die Gemeindeverwaltung (kommune) und ortsansässige Handwerker. Auch die ortsansässigen Banken sind wichtige Ansprechpartner und haben meist sehr gute Informationen und eine gute Übersicht über den lokalen Immobilienmarkt. Vergessen Sie nicht, die (potentiellen neuen) Nachbarn zu fragen. Die wissen nämlich in aller Regel interessante Details. Vergessen Sie auch nicht, sich nach der grossflächigen Planung zu erkundigen (z.B. die Frage, ob in der Nachbarschaft ein Windpark entstehen soll, oder ob Mineralrechte vergeben wurden (Grubenausbau), usw.).
Und bitte vergessen Sie - besonders, wenn Sie von Nicht-Schweden kaufen - nicht zu fragen, warum das Objekt verkauft wird.
4. Lassen Sie Ihr Traumhaus von einem ortsansässigen Fachmann begutachten. Gerade im Inland sind die Häuser völlig anders als in Kerneuropa gebaut. Oft stammen die Häuser aus einer Zeit, in der es noch keine richtigen Bauvorschriften gab. Es handelt sich in der Regel um Holzhäuser. Diese sind mit häufig von Problemen geplagt und mit Mängeln behaftet, die in Kerneuropa in dieser Form unbekannt sind (z.B. häufig ausgeprägte Schimmelprobleme ("Mögel"), die zu Gesundheitsgefährdungen und erheblichem Beseitigungsaufwand führen). Über ortsansässige Bausachverständige kann Ihnen meistens das Bauamt auf der jeweiligen Gemeinde einen Tipp geben. Auch Banken sind hier wieder gute Informationsquellen. Beachten Sie das nicht, kann der Traum sehr schnell zum Albtraum werden.
5. Vergleichen Sie die Preise mit denen auf dem innerschwedischen Markt. Makler, die auf Auswanderer spezialisiert sind, vermitteln oft Objekte zu völlig überhöhten Preisen. Mehrfach habe ich von 5 bis 10-fach überhöhten Preisen gehört.
Für Ihre Marktrecherchen bieten sich die innerschwedischen Plattformen an. Die wichtigsten Links zur Immobiliensuche auf dem schwedischen Markt sind:
www.blocket.se und www.hemnet.se
6. Der Immobilienkauf geht einfach und schlicht vonstatten. Es gibt keine zwingende notarielle Beurkundung. Es genügt eine Vereinbarung auf dem sprichwörtlichen "Butterbrotpapier". Seien Sie bitte auch hier sehr zurückhaltend und vorsichtig. Wenn Sie sprachlich nicht verstehen, was Sie unterschreiben, dann unterschreiben Sie bitte nicht. Holen Sie Expertenrat ein. Auch hier sind die ortsansässigen Banken oft eine wertvolle Hilfe. Über die Bank bekommen Sie z.B. schnell und unkompliziert Grundbuchauskünfte und Hinweise zu eventuellen Belastungen.
7. Zu guter Letzt: Wir wünschen Ihnen für Ihr Auswanderungs- oder Immobilienprojekt von Herzen alles Gute. Planen Sie, denken Sie und handeln Sie bitte wohlüberlegt!

- Renovierungsbedürftig? / In need of some repair? -
"Alltag in Schweden" von Delia Kübeck in der zweiten Auflage erschienen

Im April 2009 war die erste Auflage des Ratgebers für Auswanderer „Alltag in Schweden“ von Delia Kübeck erschienen. Ich hatte hier darüber berichtet.
Kürzlich ist nun bereits die aktualisierte zweite Auflage dieses sehr empfehlenswerten Buches erschienen. Geradezu ein „muss“ für alle, die ans „Umziehen“ nach Schweden denken. Eine hervorragende Information über alle wichtigen Grundlagen. Natürlich empfehlen wir in jedem Fall eine zusätzliche individuelle Beratung und einen individuellen Auswanderungsplan.
Die zweite Auflage ist unter der ISBN 978-3-934918-51-1 ab sofort im Buchhandel erhältlich. Am einfachsten können Sie das Buch hier direkt bei Amazon bestellen:
(Affiliate link - Sie zahlen keinen Cent mehr und unterstützen damit trotzdem unsere Website)
Richtig Auswandern (2)
Deine Zeit und Dein Zeitbegriff sind nicht das Mass aller Dinge!
Nimm Dir Zeit!
Fika

Einige Arbeiter hatten sich eine Sitzgruppe im Freien eingerichtet, um die Fikapause in der Sonne verbringen zu können. Ein wunderbares Motiv, um einige Zeilen über die Institution der Fikapause in Schweden zu schreiben.
Die Fika
Eine schwedische Institution, die den Alltag prägt: Die Fika. Was steckt dahinter?
Oft wird der Begriff Fika mit “Kaffeepause” übersetzt. Das trifft den Kern aber nicht richtig. Denn zum einen gibt es in aller Regel auch einen Happen dazu, zum anderen - viel wichtiger - dient die Fikapause dem sozialen Austausch.
Gerade “auf Arbeit” ist die Fika keine echte Pause, sondern eine lebendige Informationsrunde, in der alle Themen - private wie berufliche - auf einer wunderbar informellen Basis angesprochen und diskutiert werden.
Deswegen ist es treffender, die Fika als eine Art typisch schwedische Institution zu verstehen. Die klassische Morgenfika liegt übrigens zeitlich ungefähr gegen 9 Uhr 15, die Mittagsfika gegen 15 Uhr 15. Aber auch Abends ist eine Fikapause essentieller Bestandteil fast jeder Veranstaltung.
Übrigens: Richtig und völlig zutreffend ist es, dass Schweden in Sachen Kaffeeverbrauch beinahe an der Weltspitze liegt. Einige statistische Auswertungen in grafischer Form (Verbrauch pro Person in Kg, Liter, und Tassen pro Tag) gibts übrigens hier auf der Seite kaffeinformation.se.
Das geflügelte Wort dazu lautet: Das Schlimmste, das geschehen kann ist, unerwarteten Besuch zu bekommen, und keinen Kaffee im Haus zu haben :)
Richtig Auswandern (1)
Sage niemals „Das weiss ich (alles schon)“.
Denn dem ist nicht so, und Du verbaust Dir damit jede Menge Beziehungen, Einsichten, Erkenntnisse, usw.
Frage stattdessen und höre aufmerksam und mit echtem Interesse zu!
Neue Serie: Auswandern, aber bitte richtig
Zurück zum Thema. Es scheint (leider?!) einen Bedarf nach analytischen Artikeln zum Thema zu geben. Wir haben mit sehr vielen Auswanderern gesprochen und uns viele persönliche (Weg-)Geschichten angehört. Manche sehr erfreulich, andere leider - wenn auch oft aus nachvollziehbaren Gründen - äusserst unerfreulich.
Deswegen haben wir uns zu einer kleinen Serie unter dem Titel “Richtig Auswandern” mit einigen provokativen aber hilfreichen Thesen entschlossen, die das Thema aus ungewohnten Perspektiven betrachten angehen.
Keine Angst: Es geht nicht um die Selbstverständlichkeiten, für die es bereits massenweise hochwertige Literatur in Form von Büchern und Anleitungen gibt. Dass sich potentielle Auswanderer gehörig mit den organisatorischen und rechtlichen “Basics” vertraut machen, setzen wir einfach mal voraus. Obwohl auch hier leider Zweifel angebracht sind. Ein Blick in einschlägige Foren zur Frage, wie und wo eine Personnennummer in Schweden beantragt wird, weckt Schwindelgefühle ob des Unsinns der teilweise verzapft wird. Das Unverständnis wird umso grösser, als es - wie gesagt - zu den grundlegenden Fragen für beinahe alle Auswanderungsländer dieser Erde mittlerweile hochwertige Literatur gibt.
Nein, hier soll und wird es um die Dinge gehen, die mehr grundlegend und “sophisticated” sind. Wir haben die Serie so designed, dass wir einen Beitrag pro Woche dazu posten werden. Denn eigentlich geht es hier im Blog ja viel mehr um Kunst und Fotografie.
Am wichtigsten ist es, dass Sie vor Ihrer Auswanderung strukturiert und strageisch vorgehen. Erstellen Sie Ihren persönlichen Auswanderungsplan. Genau so, wie Sie für eine Geschäftsgründung einen Businessplan erstellen würden. Einen wunderbaren Beitrag von Seth Godin zur Frage, was ein Businessplan eigentlich enthalten sollte finden Sie übrigens hier (Englisch).
So, das war der “Pilotbeitrag”. Richtig einsteigen werden wir mit These 1 in einigen Tagen. Stay tuned!
Wissenswertes über Västerbotten
- dass Västerbotten ein Achtel der Fläche Schwedens ausmacht, aber nur 2,8 der schwedischen Bevölkerung in Västerbotten wohnen und leben?
- dass sich die kleinste Kommune Schwedens - Bjurholm - in Västerbotten befindet undam 31.12.2008 nur 2.516 Einwohner auf 1.316 Quadratkilometern hatte?
Sürströmmingspremiär i Lappland / Sürströmmingspremiär in Lappland

Am dritten Donnerstag im August ist der Startschuss für die Sürströmmingssaison in Schweden. Für die einen ist Sürströmming einfach “Stinkefisch”, für andere eine Delikatesse. Was verbirgt sich hinter dieser schwedischen Spezialität?
Hauptbestandteil des Surströmming sind eingelegte Ostseeheringe. Diese werden im Frühjahr gefangen und dann in Salzlake eingelegt, wo sie zu gären anfangen. Etwa einen Monat vor dem Start der Saison werden die Fische eingedost und gären in den Dosen dann weiter. Das führt dazu, dass sich die Dosen mit zunehmenden Alter ausbeulen und der Druck in den Dosen mehr und mehr zunimmt.
Der Start für die Sürströmmingssaison (dritter Donnerstag im August) war bis 1998 durch eine Königliche Richtlinie aus dem Jahr 1937 geregelt. Damit sollte gewährleistet werden, dass der Fisch fertig gereift und für den Verzehr verwendbar ist. Diese Richtlinie wurde 1998 aufgehoben; das “klassische Datum” ist aber erhalten geblieben.
So haben auch wir am Donnerstag den Beginn der Sürströmmingssaison mit einem “Sürströmings-Fest” gefeiert und das natürlich auch fotografisch dokumentiert.
Eine Anleitung zum “Sürströmmen”:
Die Dose mit den vergorenen Fischen sollte unbedingt draussen geöffnet werde. Am besten ist es zunächst unter einer Plastiktüte ein Loch in den Deckel der Dose zu stechen, damit der Überdruck aus der Dose entweichen kann. Ist der Inhalt der Dose bereits gut vergoren kann es sein, dass einem dabei eine Fontäne der Salzlake entgegen kommt (daher in der Plastiktüte anstechen!). Sogleich verbreitet sich der Duft aus der Dose, der von manchen als unerträglich, von anderen als “Duft Lapplands” empfunden wird. Dann wird die Dose (immer doch draussen) mit einem Dosenöffner geöffnet und nach innen gebracht. Wenn das Wetter partout zu schlecht ist, um zum Öffnen der Dose nach aussen zu gehen, kann der Deckel der Dose auch alternativ im Haus unter Wasser (Badewanne oder Eimer) angestochen werden.
Einige Heringe werden filetiert und auf mit Butter bestrichenes, hartes oder weiches Tunnbröd gelegt.
Zum Surströmming benötigt man weiter: Kartoffeln (bevorzugt Mandelpotatis), gehackte Zwiebeln (rote sind besonders fotogen), Saure Sahne und in Scheiben geschnittene Tomaten. Das alles wird auf dem Esstisch angerichtet.
Man nimmt sich nun einen Fisch aus der Dose, schlitzt diesen am Bauch auf und breitet ihn aus. Die - eventuell vorhandenen - Innereien werden herausgekratzt und das Rückgrat mit den Gräten (am einfachsten mit einer Gabel) entfernt. Dann kratzt man das Fleisch ab. Die Reste kommen gleich auf einen Abfallteller.
Dann legt man eine Scheibe Tunnbröd auf den Teller und eine Kartoffel darauf. Diese wird mit der Gabel zerdrückt und gleichmässig verteilt. Auf die Kartoffel verstreicht man sodann gleichmässig den essbaren Teil des Fisches. Darüber kommt eine gleichmässige Schicht Saure Sahne (geht auch in der Reihenfolge anders herum). Schliesslich werden die zerhackten Zwiebeln darüber gestreut und Tomatenscheiben darauf gelegt. Und fertig ist das Sürströmming. Jetzt heisst es Atem anhalten, reinbeissen und essen :)
Traditionell wird zum Sürströmming kalte Milch getrunken, was die Magenverträglichkeit deutlich erhöhen soll.
Sürströmming wird relativ langsam und mit Bedacht verzehrt. So hat auch der sehr eigene Duft genug Zeit, sich in Küche, Esszimmer und Wohnung zu verteilen. Die Nase gewöhnt sich schnell an den Geruch. Sollten Sie das Zimmer oder Haus aber kurz veranlassen, werden Sie sich beim Wiederkommen schon sehr über den intensiven Duft wundern :)
Die Sürströmmingssaison ist für echte Schwedenfans übrigens ein willkommener Anlass für einen Urlaub oder Kurzurlaub in Schweden.
Schliesslich noch etwas Statistik: Norra Västerbotten hat in der Printausgabe am Donnerstag berichtet, dass in Norrland dieses Jahr 650 Tonnen Sürströmmingsfisch für den Verkauf vorbereitet wurden.
Damit Sie Sürströmming richtig nachvollziehen (und auch zu Hause essen) können, haben wir eine Bildergalerie für Sie zusammen gestellt.
-> Hier gehts zur Galerie: Sürströmmingspremiär
-> Klick här så kommer du till bildspelet: Sürströmmingspremiär
TIPP - Neuerscheinung: Alltag in Schweden - Auswandern, Leben und Arbeiten
Vor ein paar Tagen ist mir eine sehr interessante Neuerscheinung auf den Schreibtisch geflattert: Das neue Buch „Alltag in Schweden - Auswandern, Leben und Arbeiten“ von Delia Kübeck, erschienen im Conbook-Verlag.
Das Werk verspricht, ein praktischer Ratgeber für alle Neuankömmlinge zu sein. Und das ausführliche Inhaltsverzeichnis macht wirklich Laune. In 33 Kapiteln findet sich so ziemlich alles, wonach üblicherweise gefragt wird.
Mir scheint das Werk nicht erst für die Neuankömmlinge, sondern generell für alle ernsthaft am Thema Auswanderung Interessierten ein echter Geheimtipp zu sein.
Wer gleich noch mehr wissen will findet auf der Homepage des Conbook Verlages hier mehrere Leseproben als PDFs.
Das Buch wandert jetzt auf meinen Nachttisch und ich freue mich sehr auf die Lektüre. Eine umfassende Rezension folgt nach der detaillierteren Lektüre :)
Am einfachsten können Sie das Buch direkt hier bei Amazon bestellen:
(Affiliate link - Sie zahlen keinen Cent mehr und unterstützen damit trotzdem unsere Website)

Neue Behörde in Schweden: Transportstyrelsen
Zum 1.1.2009 hat eine neue Behörde in Schweden die Arbeit aufgenommen, der Transportstyrelsen.
Die neue Behörde ist nun für alle Fragen der Luftfahrt, Seefahrt, Eisenbahn und des Strassenverkehrs zuständig. So erfolgen z. B. Online-Anmeldungen bzw. Abmeldungen von KfZ seit dem 1.1. dieses Jahres über den Transportstyrelsen.
Zum 1.1.2010 wird die Behörde auch die Zuständigkeit für Führerscheinsachen übernehmen, die bislang noch bei den Landesverwaltungen (Länsstyrelsen) liegt.
Die Homepage der neuen Behörde finden Sie hier. Wer des Schwedischen (noch) nicht mächtig ist: Etliche Teile der Homepage sind auch auf Englisch verfügbar.
En ny blogg från Malå / Ein neues Blog aus Malå
Vor zwei Wochen sind Saskia und Frank nach Malå gezogen.
Über Ihre spannenden Erlebnisse und Erfahrungen bloggen die beiden hier (auf Holländisch).
Rezension: Hiltrud Baier - Schwedenträume - Neubeginn im hohen Norden

Kürzlich habe ich berichtet, dass mit ein Rezensionsexemplar des neuen Werkes von Hiltrud Baier auf den Schreibtisch geflattert ist.
„Schwedenträume - Neubeginn im hohen Norden“ heisst das neue Werk, das gerade im Books on Demand Verlag erschienen ist.
Es ist ein Buch über die Liebe und über das Auswandern. Wobei ich mich frage, ob es in Europa nicht vielleicht in Zukunft nur noch “umziehen” statt “auswandern” heissen müsste. Aber das ist eine andere Frage.
Hiltrud nimmt uns mit auf Ihre ganz persönliche Reise und die beginnt mit der Liebe. Noch in Deutschland lernt Sie Tom, Ihren neuen Partner kennen, der Ihr nach kurzer Zeit eröffnet, dass er demnächst nach Schweden auswandern wird. Zunächst ist Sie wie erschlagen, doch die Liebe siegt. Zunächst die Liebe zum Tom, dann die Liebe zu Schweden.
So nimmt uns Hiltrud in Ihrem Buch mit auf Ihre oft nicht ganz problemlose Reise. Das Buch ist dabei sehr ansprechend nach Monaten gegliedert (ein Jahr von April bis März).
Mit gefällt die Beschreibung Ihres “Loslösungsprozesses” sehr gut. Wer das persönlich auch schon erlebt hat wird wissen, was ich damit meine.
Faszinierend ist, wie Hiltrud in Ihre ganz persönliche Geschichte jede Menge wertvoller Informationen über Schweden, die hiesige Mentalität, das Alltagsleben mit den Alltagssorgen und auch spezielle Themen, wie z. B. Behördenkontakte, integriert.
Das macht das Werk zur hochaktuellen Informationsquelle für alle, die sich auch mit dem Gedanken ans „Umziehen“ nach Schweden befassen. Ein Beispiel: Hiltrud schildert sehr schön - und nach eigenen Erfahrungen absolut zutreffend - wie man sich in Schweden richtig bewirbt.
Auch die von Ihr geschilderten Probleme mit dem Erlernen der Sprache sind plastisch und hilfreich aufbereitet. Sie schildert Ihren Alltag ganz ehrlich und authentisch.
Mein einziges Minus ist typographischer Natur: Der Satzspiegel mit sehr sparsamen Trennungen und einem für mein Auge sehr unruhigen “Flatterrand” ist unschön. Aber das lässt sich in der nächsten Auflage bestimmt noch perfektionieren.
Fazit: Die Autorin nimmt uns mit auf eine spannende, lehrreiche und unterhaltsame Reise. Ein gut und angenehm lesbares Werk, das ich allen über Auswanderung nach Schweden nachdenkenden Menschen sehr empfehlen möchte. Ein echter Lesetipp!
Und dem Schluss des Buches nach zu schliessen, wird es bald auch noch einen Band 2 mit weiteren Einsichten und Informationen geben.
Mehr zum Werk und zur Autorin finden Sie auf dieser Website.
Schwedenträume - Neubeginn im hohen Norden
Weitere Infos gibt es auf Hiltruds Homepage www.norrbooks.com. Das Buch ist bereits als Abendlektüre für die nächste Woche gebucht und eine ausführliche Rezension folgt.
En vecka med Jan och Giedo / Eine Woche mit Jan und Giedo
Auch Norra Västerbotten hat hier über die Rundreise der hoffentlich bald hier eintreffenden neuen Lappländer berichtet.
Jan und Giedo sind in den 7 Tagen, die die beiden hier waren, übrigens insgesamt 2.740 Km gefahren. Die beiden haben sich wirklich gründlich und vorbildlich informiert. Tack Jan, tack Giedo!

Falls Sie sich auch mit dem Gedanken tragen, hierher umzusiedeln:
Üblicherweise schlagen wir allen Interessenten eine "Rundtour" durch die Kommunen Malå, Norsjö, Lycksele und Skellefteå vor. Normalerweise verteilen wir dieses Programm auf eine Woche. Selbstverständlich sind wir aber flexibel und können ganz individuell auch einen anderen "Zuschnitt" anbieten.
Für die Anreise zur "Schnuppertour" empfehlen wir Ihnen, nach Arvidsjaur oder Lycksele zu fliegen. Die günstigsten Flüge haben Sie, wenn Sie einen Billigflug nach Stockholm-Arlanda wählen und dann mit Skyways (http://www.skyways.se/) innerschwedisch weiterfliegen. Zu den Anreisemöglichkeiten werde ich demnächst noch etwas ausführlicher schreiben.
Wenn Sie Malå, Norsjö und Lycksele besuchen, steht Ihnen unsere Ferienwohung zur Verfügung; für den Aufenthalt in Skellefteå, empfehlen wir dort den Stiftsgården (eine günstige Unterkunft, die von der Svenskakyrka betrieben wird).
Wenn Sie spezielle Fragen haben dürfen Sie mich selbstverständlich gerne jederzeit kontaktieren.
Übrigens: Wenn Sie sich nicht sicher sind, ob Sie sich mit dem Leben hier arrangieren können, bieten wir Ihnen auch längere "Schnupperaufenthalte" (von bis zu 3 Monaten Dauer) an. Sprechen Sie uns einfach an.
Ich würde mich sehr freuen, Sie bald hier in Lappland begrüssen zu dürfen!