Eine Reise durch den Sommer in Lappland / A journey through the summer in Lapland
A lot of blogs are taking a summer break. We are different. We thought it might be nice for our readers to join us on a photographic journey through the summer in Swedish-Lapland. Within the next weeks - until the end of august - there will be postings titled “Sommer in Lapland” to give you insights about Lapland in the summer season. Enjoy!
UNESCO Weltkulturerbe in Lappland: Gammelstads kyrkstad in Luleå
Der Begriff Kyrkstad lässt sich am besten mit “Kirchdorf” übersetzen. Insgesamt 71 alte Kirchdörfer dieser Art gibt es, von denen allerdings nur wenige in gutem Zustand erhalten sind. Die Geschichte der Kirchdörfer beginnt im 16. Jahrhundert. Sie wurden für die Bevölkerung geschaffen, die - für damalige Verhältnisse - weit entfernt von den Kirchen wohnten. Denn der regelmässige Kirchgang war damals “staatsbürgerliche Pflicht”. Bis zu 32 „Kirchen-Pflichtbesuche“ pro Jahr konnten sich ergeben. An- und Abreise am selben Tag waren aber aufgrund der weiten Wege undenkbar, und nahmen oft mehrere Tage in Anspruch. Daher wurden kleine Hütten als Übernachtungsmöglichkeiten gebaut. In der kyrkstad in Luleå entstanden so über 400 Hütten (“kyrkstugor”). Die Hütten sind netzförmig um die zentrale Kirche herum gebaut.
- Von überall aus gut sichtbar: Die
zentrale Kirche -
Die Hütten werden
auch heute noch von traditionsbewussten
Menschen genutzt. Die Nutzung geschieht
übrigens aufgrund einer abenteuerlichen
rechtlichen Konstruktion. Eigentum kann nur an
den Hütten selbst - als “fliegende Gebäude” -
erworben werden. Grund und Boden gehören nach
wie vor der Kirche. Um die Hütten aber auch
tatsächlich nutzen zu dürfen, bedarf es
zusätzlich einer besonderen Erlaubnis des
königlichen Beauftragten. Die Eigentümer und
Nutzer müssen sich dabei an viele Vorschriften
halten. Die Nutzung ist u.a. nur von Freitag
bis Montag, aber nicht in der Zeit von Montag
bis Freitag gestattet. Ausserdem gibt es in den
kleinen Hütten keinen Strom (da habe ich
allerdings einige Ausnahmen gesehen), kein
fliessendes Wasser und keine Toiletten.
Sanitätsräume befinden sich in Form von
Gemeinschaftsanlagen auf dem Gelände.
- Der Turm der alten Kirche -
Zentral in der
kyrkstad liegt die alte Kirche. Ein relativ
schlichter Bau, errichtet aus risiegen Steinen.
Eingeweiht wurde sie im Jahre1492 und war
damals noch katholisch. Die Hüttenbauten um die
Kirche herum entstanden allerdings erst nach
der Reformation, nachdem das Königshaus den
evangelischen Glauben und auch die
Kirchenpflicht eingeführt hatte.
- Detail an der Kirche -
Besonders interessant und erfreulich ist der
Umstand, dass das Kirchendorf Gammelstad mit
zum UNESCO Weltkulturerbe gehört. Schweden hat
lediglich 14 Objekte zu verzeichnen, die zum
Weltkulturerbe gehören (Stand: 2010). Neben der
Gammelstads kyrkstad gehören dazu:
Der Marinehafen von Karlskrona, Das Stora
Alvaret - Agrarlandschaft von Süd-Öland, Die
Hansestadt Visby auf der Insel Gotland, Die
Radiostation Grimeton in Varberg, Die
Felszeichnungen von Tanum, Der Skogskyrkogården
bei Stockholm, Die Wikingersiedlungen Birka und
Hovgården, Das Schloss Drottningholm , Die
Eisenhütte Engelsberg bei Fagersta, Der
Kopparberget - Großer Kupferberg in Falun , Die
Höga Kusten , Laponia in Lappland und der
Struve-Bogen in Norrbotten.
- Nebengebäude der Kirche -
Noch ein Wort zu Kjell Lundholm. Der
Historiker, der im Laufe seiner Karriere u.a.
Leiter des Norrbotten-Museums war, hat rund 25
kulturhistorische Bücher und über 300
Fachartikel verfasst. Seine souveränen
Geschichtskenntnisse in beinahe allen denkbaren
Bereichen sind überaus beeindruckend. Das
Wissen sprudelt bei ihm sozusagen aus jeder
Pore. Und äusserst unterhaltsam waren Vortrag
und Führung noch dazu. Sollten sie des
Schwedischen mächtig sein und sich Ihnen eine
Gelegenheit zu einer Führung oder einem Vortrag
von Kjell bieten: Nutzen Sie diese einmalige
Chance!
Neue Serie: Auswandern, aber bitte richtig
Zurück zum Thema. Es scheint (leider?!) einen Bedarf nach analytischen Artikeln zum Thema zu geben. Wir haben mit sehr vielen Auswanderern gesprochen und uns viele persönliche (Weg-)Geschichten angehört. Manche sehr erfreulich, andere leider - wenn auch oft aus nachvollziehbaren Gründen - äusserst unerfreulich.
Deswegen haben wir uns zu einer kleinen Serie unter dem Titel “Richtig Auswandern” mit einigen provokativen aber hilfreichen Thesen entschlossen, die das Thema aus ungewohnten Perspektiven betrachten angehen.
Keine Angst: Es geht nicht um die Selbstverständlichkeiten, für die es bereits massenweise hochwertige Literatur in Form von Büchern und Anleitungen gibt. Dass sich potentielle Auswanderer gehörig mit den organisatorischen und rechtlichen “Basics” vertraut machen, setzen wir einfach mal voraus. Obwohl auch hier leider Zweifel angebracht sind. Ein Blick in einschlägige Foren zur Frage, wie und wo eine Personnennummer in Schweden beantragt wird, weckt Schwindelgefühle ob des Unsinns der teilweise verzapft wird. Das Unverständnis wird umso grösser, als es - wie gesagt - zu den grundlegenden Fragen für beinahe alle Auswanderungsländer dieser Erde mittlerweile hochwertige Literatur gibt.
Nein, hier soll und wird es um die Dinge gehen, die mehr grundlegend und “sophisticated” sind. Wir haben die Serie so designed, dass wir einen Beitrag pro Woche dazu posten werden. Denn eigentlich geht es hier im Blog ja viel mehr um Kunst und Fotografie.
Am wichtigsten ist es, dass Sie vor Ihrer Auswanderung strukturiert und strageisch vorgehen. Erstellen Sie Ihren persönlichen Auswanderungsplan. Genau so, wie Sie für eine Geschäftsgründung einen Businessplan erstellen würden. Einen wunderbaren Beitrag von Seth Godin zur Frage, was ein Businessplan eigentlich enthalten sollte finden Sie übrigens hier (Englisch).
So, das war der “Pilotbeitrag”. Richtig einsteigen werden wir mit These 1 in einigen Tagen. Stay tuned!
"Tiefenmotive" - Was ist Kunst in der Fotografie? Ein Gastbeitrag von Petra Fuelbert
Die Vorgeschichte: Ein Beitrag im illuminateblog vom 14. Mai unter dem Titel “Gesellschaften für Bewunderung auf Gegenseitigkeit” und die aktuellen Diskussionen in der Fotoblogwelt um die “100-er Liste” bei Janasworld, haben in den letzten Tagen im Hause Lapplandblog zu umfassenden Diskussionen und Gesprächen geführt. Und letztlich sind wir auf den Trichter gekommen, dass es eben um Kunst geht oder um Nicht-Kunst. Bloss: Was ist Kunst in der Fotografie eigentlich?
Petra - auch “Frau Lapplandblog” genannt - ist in einer eigenen Art von Kunst, der mahlemiutischen, tätig. Neben dem Malen fotografiert Sie auch recht viel. Mehr von ihr gibt es auf ihrem Blog zu sehen und zu lesen.
Nun aber zum Gastbeitrag:
Was ist Kunst in der Fotografie?
Menschen fotografieren, so wie es
ihrem Charakter,
ihrer Sozialisierung, und
ihren bislang im Leben gesammelten Erfahrungen entspricht.
Weil die meisten Menschen die Dimension des linearen Denkens nicht durchbrochen haben oder durchbrechen können, benötigen sie das Wissen über Technik mit dessen Hilfe sie versuchen, in die nächsthöhere menschliche Entwicklungsdimension vorzudringen. Denn aus der menschlichen Entwicklung folgt die handwerkliche Entwicklung und aus dieser die Künstlerische. Kurz: Vom Azubi hin zum Gesellen, zum Meister und dann Schlussendlich innerhalb des Handwerkes zur künstlerischen Gestaltun. Leider bleiben die allermeisten Menschen irgendwo auf dem Weg für den Rest ihres Lebens stehen.
Der Mainstream suggeriert uns allen ständig, wir bräuchten alles mögliche an (neuer) Technik. Dadurch werden die Emotionen gehemmt, was geradezu ein Verbrechen am fotografierenden Menschen ist. Schlimmer noch: Propagiert durch - oft selbsternannten “Gurus” - folgen Menschenströme dieser selbstzerstörerischen Masche.
Folgt Mensch dem Mainstream, wird die Technik, also die Fototechnik, zu einer “Krücke”. Diese behindert viel eher, als sie hilfreich ist. Weil die Menschen das nicht erkennen (können oder wollen?), entwickeln sie sich nicht weiter. Ein Heer von technikvernarrten Kopisten entsteht. Es entstehen Bilder mit “Motivtiefe”, statt echte “Tiefenmotive”.
Kunst aber sind mit Emotionen beladene “Motive”.
Flow of life / Lebenslinien
Frohe Ostern! / Glad Påsk! / Happy Easter!
Das geht auf eine alte Legende zurück. Die Erzählung berichtet von einem Gespräch der Maria Magdalena mit dem römischen Kaiser Tiberius.
Sie gab ihm ein Ei und rief: „Christus ist auferstanden!“
Der Kaiser zweifelte daran, dass ein Sterblicher von den Toten auferstehen kann.
Darauf sagte Maria Magdalena: „Es ist genau so unmöglich, als wenn dieses weisse Ei jetzt rot würde!“
Im nächsten Augenblick wurde das Ei rot.
In diesem
Sinne allen Leserinnen und Lesern "Frohe
Ostern"!
Filmrezension - Shooting Beauty - everyone deserves a shot - Ein Film über Authentizität und Fotografie
Eine Rezension von Petra Fülbert und Henning Wüst
Heute wieder eine Rezension. Es geht um den von Courtney Brent und George Kachadorian produzierten Film “Shooting Beauty - everyone deserves a shot”. Ein “Independent-Movie” über Authentizität und Fotografie, der leider im europäischen Raum noch nahezu unbekannt ist.
Du denkst, Dir
fehlen die Voraussetzungen, um gute Bilder zu
machen?
Du machst Dir Sorgen über die von Dir
eingesetzte Technik und meinst, Du brauchst
unbedingt noch diese oder jene Kamera oder
dieses oder jenes Obketiv, um gute Bilder
machen zu können?
Du hast vielleicht Sorgen. Aber: Dir kann
geholfen werden!
Bekanntlich gibt es keine Zufälle. Trotzdem
sind wir vor etwas 3 Monaten durch einen
“glücklichen Zufall” auf den Film “Shooting
Beauty - everyone deserves a shot” gestossen.
Der Film, der unserer Meinung das Wesen und den
Spirit der Fotografie am Besten auf den Punkt
bringt. Ein echtes Juwel. Mannigfaltige
Horizonterweiterung in verschiedener
zusätzlicher Hinsicht gibt es gleich noch mit
dazu. Shooting Beauty ist übrigens kein
Film nach Drehbuch, sondern schildert über
mehrere Jahre hinweg den Verlauf eines
tatsächlichen Projektes.
Courtney Brent ist als Fotografin in Bosten
tätig und stammt aus einer Familie, in der sich
alles ums Mode-Business dreht. Sie fotografiert
Mode und “schöne Menschen” in allen modischen
Lebenslagen. Bei einem Shooting wird sie auf
“diese Menschen in ihren Rollstühlen”
aufmerksam. Sie geht diesen Menschen nach und
stösst auf ein Zentrum für Menschen cerebral
bedingten Behinderungen und wird eingeladen,
auch dort zu fotografieren. Sie überwindet sich
und sagt zu. Was sie dort sieht und erlebt,
lässt sie dann nicht mehr los. Die Bilder
verfolgen sie und sie wird mit ihren eigenen,
dort gemachten Aufnahmen tief unzufrieden.
Plötzlich kommt ihr dann der Gedanke, die
Rollen zu tauschen. Diese Menschen sollen
selbst in die Rolle des Fotografen schlüpfen,
und die Kamera “in die Hand nehmen”. Sie stösst
auf Zustimmung.
Courtney kauft also eine Menge Kameras ein -
alles analoge Kameras übrigens - und beginnt,
die Kameras handicapgerecht für jeden ihrer
neuen Kolleginnen und Kollegen umzubauen. Das
Projekt wird gleich zum Beginn recht
kompliziert. Abenteuerliche Umbauten enstehen,
z. B. für Tony, der nur mit seiner Zungenspitze
den Auslöser betätigen kann. Das Interesse, ja
die Begeisterung der neuen Fotografinnen und
Fotografen ist beeindruckend. Sie “fangen
Feuer” für die neue Herausforderung und das
Abenteuer Fotografie. Und so werden die
Zuschauer mit in die ungewohnte Normalität von
Menschen mit Handicaps hereingenommen. Der
Gedanke, ihre Welt fotografisch festzuhalten
und sich dadurch auszudrücken, greift wie ein
Virus um sich. Courtney erhält immer mehr
Anfragen nach Kameras.
Der Film schildert über 4 Jahre hinweg die
Reise Courtneys in und mit einem Projekt,
dessen Ende sie sich sicher nicht im vorhinein
hat vorstellen können. Sie lernt eine neue
“Normalität” und ungeahnte künstlerische
Begabungen kennen und schätzen.
Nachdem die langen technischen Vorbereitungen
und Anpassungen abgeschlossen sind, und alle
den Umgang mit ihrer individuellen
fotografischen Lösung kennen und beherrschen,
folgt schliesslich die fotografische Aufgabe:
“Tell me about your life in one roll of film.
Give me a day in your life”.
Die Kamera folgt den einzelnen Fotografinnen
und Fotografen auf deren “Höhenniveau” auf
Rollstuhlebene. Beeindruckende Einblicke.
Insbesondere die Reaktionen der vermeintlich
“normalen” Menschen darauf, dass ihnen ein
mehrfachbehinderter Mensch im Elektrorollstuhl
mit Kamera über den Weg fährt und sie
fotograiert, sind schlicht unglaublich.
Der Film ist dabei erfrischend ehrlich.
Courtney berichtet auch von ihren Zweifeln.
Würde dieses Projekt jemals etwas werden
können? Gleichzeitig werden die kleinen und
grossen Probleme des Alltags authentisch
geschildert. Die Palette reicht vom
versehentlich geöffneten Kamera-Back (analog!),
bis hin zum tiefsten Liebeskummer.
Der Film nimmt uns anhand verschiedener
Einzelcharaktere an die Hand und führt uns
durch den Projektverlauf. Da ist Tony, der bei
seiner Geburt einen schweren Sauerstoffmangel
erlitt. Tony ist deswegen gelähmt, aber ein
hochintelligenter Kopf.
E.J. muss seine Kamera wegen seiner
Mehrfachbehinderung mit dem Mund auslösen.
Gleichzeitig ist er aber mit seinem
Elektrorollstuhl geradzu ein Kamikaze-Fahrer,
der sich wagemutig in den fliessenden
Strassenverkehr einreiht, weil die Fortbewegung
auf den Bürgersteigen für ihn zu beschwerlich
und zu langsam ist.
Cheryl ist eine junge Frau, die nicht sprechen
kann. Ihre Umgebung glaubte deswegen lange
Zeit, dass sie gehörlos sei. Aber in Cheryl
verbergen sich ein sehr aufgeweckter Kopf mit
brillianten Gedanken und eine Seele mit
tiefsten Emotionen.
Eine Truppe verkannter Genies! Im Umgang mit
ihnen erkennt Courtney - eigentlich der
Fotoprofi - ihre eigenen Begrenzungen. Sie ist
kein Psychologe, keine Ärztin. Nein, sie ist
Fotografin und wird im Laufe der Zeit zur
Freundin.
Die erste grosse Runde wird gezeigt, in der die
bisher enstandenen Aufnahmen kritisiert und
bewertet werden sollen. Mit beeindruckender
Geduld, Empathie und einer grossen Schachtel
mit Abzügen geht Courtney durch die Runde. Die
Einhelligkeit der Bewertungen ist frappierend.
Die Fotos sprechen Bände. Ungewohnte und
faszinierende Perspektiven. Viele davon sind
auf den ersten Blick als Kunst auszumachen.
Tony schildert uns, wie er mit einer seiner
Aufnahmen die Reaktion der Gesellschaft auf
einen Menschen mit Handicaps im Rollstuhl
erzählt. Das ist ihm mit Bravour gelungen. Das
Spektrum der Aufnahmen ist weit gestreut.
Einige der Fotografinnen und Fotografen
fotografieren die Menschen in ihrer Umgebung.
Andere haben sich auf Selbstportraits
spezialisiert, wieder andere auf Stilleben.
Die Geschichte von Tom ist eine besondere.
Eine, die unter die Haut geht. Er ist zunächst
völlig ablehnend. Ihm eine Kamera zu geben sei
reine Filmverschwendung, sagt er. Tom, der u.a.
eine extreme Wirbelsäulenverkrümmung hat,
infolge derer er nur auf dem Bauch liegen kann,
wurde von seiner Geburt bis zu seinem 18.
Lebensjahr von seinen Eltern im Obergeschoss
des Hauses quasi eingesperrt. Erst mit 18
Jahren kam er das erste Mal ins Freie und dann
gleich in eine Pflegefamilie. Er ist ein
Einzelgänger, der mit seinem Spezialrollstuhl
in dem er auf dem Bauch liegend fahren kann,
unterwegs ist.
Als er sich dann schliesslich doch fürs
Fotografieren interessiert, beginnt er zu
lächeln. Das erste Mal in seinem Leben. Er
wurde von einem Menschen mit einem Handicap zu
einem Menschen mit einer Kamera. Die Kamera gab
ihm einen Wert. Er engagiert sich nun voll. Der
Film zeigt ihn in der Dunkelkammer beim
Erstellen von Abzügen.
Courtney geht das Wagnis ein und begibt sich
auf die Suche nach einer Galerie die bereit
ist, die Fotografien auszustellen. Zunächst
erntet sie nur Absagen mit dem
Standardkommentar “wer wolle sich denn das
schon ansehen”. Trotzdem kämpft sie weiter.
Ein Schwenk zu Chris und Kerri, die am Anfang
einer sich anbahnenden Beziehung stehen. Völlig
andere Werte als in der vermeintlich “normalen
Welt” werden sichtbar . Trotzdem gehen sie
wieder auseinander. Höhen und Tiefen des
Lebens. Authentisch, hautnah und in den Kontext
des Fotoprojektes eingebettet.
Courtneys Ringen um eine Galerie geht weiter
und der Jubel ist riesig, als sie schliesslich
die Zusage einer renommierten Galerie, des
Cambridge Multicultural Art Centers erhält. Nun
geht es an die Ausstellungsvorbereitungen, bei
denen Courtney tatkräftig von ihren
College-Studentinnen unterstützt wird. Die
Medien beginnen sich für das Projekt zu
interessieren. Beiträge im TV und in Zeitungen
erscheinen.
Mitten in die Vorbereitungen zur Ausstellung
hinein ein Anruf. Tom wurde mit einer schweren
Lungenentzündung ins Krankenhaus eingeliefert.
Er ist bewusstlos und wird beatmet. Nach 2
Monaten stirbt er, ohne das Bewusstsein wieder
erlangt zu haben. Höhen und Tiefen des Lebens.
Der Film zeigt die authentischste
Beerdigungsfeier, die ich je gesehen
habe.
Tom hat uns gezeigt, was man aus seinem Leben
machen kann. Unabhängig von allen
Umständen und Voraussetzungen.
Schliesslich naht der grosse Tag der
Ausstellungseröffnung. Vier Jahre sind seit dem
Beginn des Projektes verstrichen. Die
Ausstellung ist Tom gewidmet.
Adrenalin. Letzte Vorbereitungen. Tony wird vor
der Eröffnung interviewt. Sein Statement: “The
biggest thing is to start the
conversation”.
Es ist Showtime. 18 Uhr, Eröffnung. Doch
gähnende Leere. Keine Besucher. Die Zweifel
beginnen an Courtney zu nagen. Vielleicht
interessiert sich ja doch niemand dafür? Aber
nach einer langen und bangen Stunde des Wartens
füllen sich die Ausstellungsräume, bis sie
schliesslich überfüllt sind. Presse, Funk und
Fernsehen sind präsent. Die Besucher sind
bewegt und begeistert von den Aufnahmen und
deren Präsentation. Und selbstverständlich sind
auch die Fotografinnen und Fotografen
anwesend.
Der Tenor lautet: “We did it!”
Der Streifen hat übrigens über dem Ozean
mittlerweile schon jede Menge Preise erhalten.
Ein kleiner Auszug:
AUDIENCE AWARD- Best Film of the Festival-
Woods Hole Film Fest
AUDIENCE AWARD- Best Documentary- IFFBoston
AUDIENCE AWARD- Best Feature Film- Phoenix Film
Festival
AUDIENCE AWARD- Top Rated Documentary- Maine
Int'l Film Festival
AUDIENCE AWARD- Newburyport Documentary Film
Festival 2009
AUDIENCE AWARD- Top Documentary 2009 Moondance
Film Festival
BEST DOCUMENTARY- New Hampshire Film Festival
2009
BEST of the FEST- Encore Screening- Rhode
Island Film Festival 2009
ENCORE SCREENING- Sidewalk Film Festival 2009
MOST INSPIRATIONAL DOCUMENTARY- Atlanta
DocuFest 2009
WORLD PREMIERE- Full Frame Film Festival April
2009
Im Abspann schildert der Film schliesslich auch
noch die nächsten 2 Jahre. Eines der Pärchen
hat geheiratet und wurde wieder geschieden.
Courtney hat Nachwuchs bekommen. Und Tony ist
Profi geworden und tourt mit Ausstellungen
seiner Werke durch die Lande.
Fazit:
Anschauen! Wir haben mit gelacht.
Wir haben mit geweint. Wir haben mit getrauert.
Wir haben mit gebangt. Wir haben mit gefiebert.
Dieser Film stellt alles, was wir bislang über
Fotografie gesehen haben, absolut in den
Schatten. Fotografie ist
grenzenlos.
Mehr Infos gibt es hier:
-> Offizielle Homepage zum
Film
-> Trailer zum
Film
-> Gruppe auf Facebook zum
Film
Rezension - Dr. Martina Mettner: "Wie man ein grossartiger Fotograf wird - Wegweiser in eine Fotopraxis mit Zukunft"
von Petra Fuelbert (Knipserfrau und auch sonst kreativ) und Henning Wüst (Knipser)
Prolog von Petra Fuelbert
“Oh, ein Päckchen! Ist das für mich?”
Er kam die Tür hinein. In seinen Arm schmiegte sich ein Päckchen. Die Hunde begrüssten ihn und er hatte seine Mühe bis an den Tisch zu gelangen. Sicherlich dachten auch sie, er hätte ihnen etwas mitgebracht.
“Kannst du öffnen, ist ein Buch drin. Für eine Rezension.”
Das “aha” dachte ich mir. Wieder keine Post für mich. Neben Papiergekruschel erzählte er mir von seinem Tag und hielt etwas Rötliches in der Hand und blätterte ein kleines Buch durch, dessen Seiten im Eiltempo Schatten an die Wand warfen.
Da lag es nun. Auf seinem Arbeitstisch. Unter einem Briefkuvert.
Ein Tag. Zwei, drei Tage. Still lag es da und lugte rötlich in den Raum hervor.
Ich schielte tagsüber oft zu dem wartenden Büchlein hin. Nichts deutete auf den Inhalt hin.
Meist verrät der Umschlag dir, was die innen beschriebenen Blätter beherbergen. Hier? Nichts.
Da lag es nun. Das geheimnisvolle Rötliche.
Mein Inneres überschlug sich beinahe und am vierten Abend platzte ich: “Um was handelt es sich denn?”
”Was?”
”Naja, dein neues Buch. Das da. Um was geht es da im Buch?”
”Um Fotografie.”
Um Fotografie. Klar. Nicht um Reisen, nicht ums Auswandern, keine Kochrezepte, nein. Natürlich, es geht ums Knipsen. Dieses Mal in rötlich. Unverständnis machte sich in mir breit. Ein Buch über Fotografie hat doch immer Bilder auf dem Umschlag oder wenigstens einen Apparat, da der Käufer von Beginn an mit dem Inhalt konfrontiert werden muss. Kaufanreize auslösen, las ich da mal irgendwo. Hatte etwas mit Kaufpsychologie zu tun.
Ich räumte den Tisch ab und meine Zeigefingerspitze berührte den rötlichen Umschlag. Ich stutzte und mein Hirn stolperte: “Fotografie?” Ein güldener Schriftzug bestätigte die Aussage. ”Wie man ein grossartiger Fotograf wird” stand da zu lesen. Tatsache. Es scheint sich um Fotografie zu handeln.
Ausgelöst durch die erste Berührung mit dem Umschlag umfasste meine Hand das Büchlein fast ehrfürchtig und hielt es in die Höhe. Geschmeidiger Umschlag, dezent, fast zärtlich legte
sich das Rötliche in meine Hand.
Normal fasse ich nur selten Bücher an, doch ich ertappte mich dabei, wie ich es still durchgeblättert und mir die Bilder angeschaut habe. Kleine Textabschnitte und gut leserlicher Schrifttype. Die Überschriften klar gestaltet.
“Das ist der Knüller! Absolut perfektes Geschenk für jemanden. Egal ob jung oder alt. Unauffällig, absolut ästhetisch.”
“Findest du?”
“Ja!”
- Behind the scenes - Bei der Lektüre zur
Rezension -
- This shot by Petra Fuelbert
-
Epilog von
Henning Wüst
Da liegt es vor mir. Bereits dreifach gelesen.
Es fühlt sich gut an. “Das Buch ist ein
dreidimensionaler Gegenstand” kommt mir in den
Sinn. Ein Zitat, auf das ich vor etlichen
Jahren in einer Ausgabe der Typographischen
Monatsblätter erstmals gestossen bin. Und
diesem Buch merkt man an, dass jemand am Werk
war, der um dieses Zitat wusste. Bereits das
reine Buch spricht alle Sinne an. Es fühlt sich
gut an mit dem textilbelegten, flexiblen
Einband und den kräftigen, hochwertigen Seiten.
Rein optisch im echten Hasselblad-Feeling, denn
das Werk ist beinahe quadratisch. Macht Lust
und Laune.
Ich lasse mir den Titel “Wie man ein
grossartiger Fotograf wird - Wegweiser in eine
Fotopraxis mit Zukunft” nochmals auf der Zunge
zergehen bevor mich dann die Neugier in das
Buch hinein treibt.
Das Vorwort verstärkt den Appetit auf den
Inhalt noch weiter. Es macht aber zugleich auch
deutlich, dass das Buch herausfordernd und
wegweisend sein will. Es geht nicht um das “wie
soll ich dies und jenes fotografieren”, sondern
um den Weg zur “fotografischen
Selbstverwirklichung” im wahrsten Sinne des
Wortes. Und das setzt voraus, auch hier ist die
Autorin sehr deutlich, dass es da ganz
individuell überhaupt etwas zu verwirklichen
gibt.
Vom Vorwort verwöhnt geht es nun zur Sache. Und
da gefällt mir der Einstieg ins das erste
Kapitel auf Anhieb nicht ganz so gut. Plötzlich
tauchen da etliche Fachbegriffe auf, die den
unbedarften Leser vielleicht abschrecken. Ich
bin mir nicht sicher, ob der Anfang des ersten
Kapitels gleichsam einen “Filter” darstellen
soll. Vielleicht soll auch nur die leider
allgegenwärtige Technikorientierung pointiert
werden. Beides wäre indes ein lobenswert guter
Ansatz. Im zweiten Kapitel verdeutlicht die
Autorin dies auch sogleich nochmals: Wer sich
für Technik begeistert und auch gerne in diese
verliebt ist, möge Kameratechniker - also
Handwerker - werden, aber nicht Fotograf - also
Künstler.
Über den Mythos der Kommerzialisierung und den
Einfluss der Neuen Medien gelangt die Autorin
dann zu einer unerwarteten Grenzziehung. Die
Zeit der uns bekannten und vertrauten
Fotografie des 20. Jahrhunderts ist vorüber.
Ein neuer Gesamtansatz ist gefragt. Sie
verdeutlicht das plausibel. Einfach gesagt: Es
ist eigentlich bereits (beinahe) alles
fotografiert. Das schönste Einzelmotiv wird
heutzutage kaum mehr weltbewegende
Begeisterungsstürme hervorrufen. Zudem ist der
klassische Fotojournalismus verbraucht und die
Zeiten der echten Street-Photography sind
bereits aus rein rechtlichen Gründen passé,
usw.
Überhaupt und generell findet die Autorin oft
recht deutliche Worte um Misstände, sie sich
aus ihrer Sicht eingeschlichen haben, beim
Namen zu nennen. Gut möglich, dass die Leser
das Buch gelegentlich getroffen aus der Hand
legen. Aber so ist das nun einmal mit
herausfordernden Werken. Und das ist gut so.
Gibt es doch auch willkommene Gelegenheit und
Zeit zur Eigenreflektion.
Dr. Mettner beleuchtet ihren wegweisenden
Gesamtansatz im Folgenden vertiefend in
verschiedenen Exkursen, die - parallel laufend
- zur fotografischen Projektorientierung hin
weisen. Das Zauberwort der Zukunft wird nach
Ansicht der Autorin “Fotoprojekt” heissen. Weg
vom Einzelbild - so pittoresk das Motiv auch
sein mag - hin zum Zusammenhang, der etwas
aussagt und damit das eigentlich Fotografische
entfaltet. In Neudeutsch geht das in die
Richtung des “Storytelling” mit Bildern. Dazu
ermutigt die Autorin im zweiten Teil des Buches
mit verschiedenen eigenen Beispielsprojekten,
die sie ausführlich vorstellt.
Der Ansatz ist gut, wenn nicht gar bestechend.
Note bene am Rande: Auch die
“Ausstellungstauglichkeit” fotografischer Werke
ist heutzutage praktisch nur noch über den
Projektansatz realisierbar. Der schöne
Nebeneffekt liegt darin, dass sich hier die
natürlich Neugier, die Interessen und Neigungen
des Künstlers, sprich Fotografen, mit seiner
Fotografie verbinden lassen. So können
Gesamtkunstwerke “aus einem Guss” entstehen,
die etwas aussagen und den Betrachter
ansprechen können. Ein solches Projekt kann
einen kleineren zeitlichen und inhaltlichen
Rahmen abdecken oder auch einen mehrmonatigen
oder gar mehrjährigen Zeitraum mit einem
korrespondierend umfassenderen Thema umfassen.
Mir gefallen der Ansatz und der Weg, den Frau
Dr. Mettner aufzeigt. Ich habe mich ab dem
zweiten Kapitel wie der “Fisch im Wasser” in
der Materie gefühlt. Wahrscheinlich liegt das
darin, dass ich selbst meistens in den
Kategorien von projektorientierten Reportagen
denke und arbeite.
Allen fotografisch interessierten Menschen, die
weg von den technischen Aspekten und hin zum
“Spirit” in der Fotografie vordringen wollen,
kann ich das Buch als “must read” nur wärmstens
empfehlen und ans Herz legen.
-> Mehr Infos zum Buch und
Bestellmöglichkeit hier auf der Homepage der
Autorin
Ein Projekt und ein Film die fotografisch unter die Haut gehen
Im Schwesterblog bin ich auf ein Projekt und einen Film gestossen, das/der unter die Haut gehen.
Stellen Sie sich vor: Ein Zoo. Rollentausch. Die begafften Tiere werden plötzlich die Wächter. Und die Wächter sperren wir jetzt ein und „begaffen“ sie.
Harte Worte. Ich weiss. Aber das waren meine ehrlichen Gedanken, als ich das Projekt und den Film „Shooting Beauty“ gesehen habe: Menschen mit Handicap fotografieren selbst und in Eigenregie.
Darunter schockierende Fotos die u.a. zeigen, wie der Fotograf/die Fotografin „begafft“ werden.
Darunter auch jede Menge wunderschöne Fotos aus ungewohnten und ungeahnten Perspektiven. Bewegend. Unbedingt auch den Trailer zum Film ansehen!
Anschauen und vorbeischauen. Wiederholen: Anschauen und vorbeischauen. Wiederholen: Anschauen und vorbeischauen.
Die 6 Trends der Fotografie 2010 / The 6 photography trends for 2010
1 - Zurück zum Motiv!
Die Resultate werden wieder zählen. Der ganze technische Krimskrams und das technische Brimborium werden in den Hintergrund geraten. Der Trend hat bereits 2009 begonnen. Stichworte: iPhone-Photography, Minox-Photography, usw. Rein technisch betrachtet sehr unvollkommene Ansätze, aber das Ergebnis zählt. Zurück zum Motiv!
2 - Allzeit bereit und immer dabei!
Der erste Trend verbindet sich mit einem weiteren Erscheinung. 2010 werden wir einfach keine Lust mehr haben, Massen von Ausrüstung mit uns herum zu schleppen. Keine Massen von Glas mehr. Kein sperriges Gehäuse, das uns die Halswirbel verdreht. Wir werden einen Boom bei echten Kompaktkameras sehen. Das Motiv zählt. Es will “gefangen” werden. Mit welcher Technik und wievielen Kilogramm Ausrüstung es “erlegt” wurde, wird weniger und weniger interessieren. Allzeit bereit und immer dabei lautet das Motto!
3 - Weniger ist mehr!
Wovon leben gute Motive und gute Kompositionen? In den allermeisten Fällen von Einfachheit und Reduktion. Schlicht- und Einfachheit, das heisst, das Wesentliche auf den Punkt zu bringen. Reduktion ist der Schlüssel dazu. Wir werden 2010 einen Trend zur Reduktion erleben. Weniger ist mehr!
4 - Kopie, Original und Inspiration
Ein altes Sprichwort sagt: “Alle Menschen werden als Original geboren. Leider sterben die meisten als schlechte Kopie”. Das gilt auch für die Fotografie. Wir werden einen Trend zur Authentizität erleben. Sei Du selbst! Sich von anderen Künstlern inspirieren zu lassen ist absolut in Ordnung. Als lebende Kopie zu enden wird unattraktiv werden.
5 - Gefühle zeigen
Menschen leben von und aus Gefühlen. Wir sind lebende, gefühlsbetonte und gefühlsgeleitete Individuen. In unserer von Leistung geprägten Gesellschaft ignorieren wir das gerne. Leider auch in der Fotografie. Das wird uns mehr bewusst werden und wir werden einen Trend zu mehr Gefühl(en) in der Fotografie erleben.
6 - Schwarz/Weiss-Renaissance
Alle bisherigen Trends weisen in die Richtung Schwarz/Weiss. Wir werden 2010 eine Renaissance der Schwarz/Weiss Fotografie erleben: Motivbetont, Einfach, Künstlerisch, Gefühlsbetont.
- Die Essenz
Alle Trends für 2010 laufen auf die Essenz hinaus: Fotografie ist Kunst. Wir werden eine grosse Bewusstseinsveränderung hin zu künstlerischer Fotografie und eine Rückbesinnung auf die Künste erleben.
Was ist Deine Meinung?
„Trendy“ 2010?
Für welche Geschenke verschleudern Sie dieses Weihnachten Ihr Geld?
Warum nicht einmal die beschenken, die es wirklich nötig haben?
Mein Vorschlag: Spenden Sie dieses Jahr etwas für das Projekt LifeStraw. Damit helfen Sie Kindern und Familien zu überleben.
-> Mehr Infos dazu und Links gibts im Schwesterblog.
Eisbrecher?
Treffer.
(Entdeckt vor der Statoil-Tankstelle in Malå.
Übrigens wieder mit der 5-Euro- Knipse vom
Flohmarkt)
Saying of the day...
Bootsplanken
Blackout
Sucht / Addiction / Mani
Es ging um eine Kampagne gegen Suchtgefahren (verschiedene Formen stofflicher Abhängigkeit). Ich habe einige Jugendliche über einige Wochen hinweg immer wieder begleitet und die „Spuren“ verschiedenen Suchtverhaltens in dieser Gruppe dokumentiert. Die Schwarz-Weiss Aufnahmen finden nun in einem Buch und einer Broschüre Anwendung.
Es war eine sehr spannende und bewegende Arbeit, die mir manch neue Einblicke gegeben hat. Eine sehr erschreckende Erkenntnis aus dem Projekt war, dass stoffliche Abhängigkeiten viel verbreiteter sind, als es mir bislang bewusst war. Und nicht nur das. Wo es in Familien - oder allgemein sozialen Strukturen - stofflich Abhängige gibt, gibt es in der Regel auch die heimlichen „Unterstützer“ dieser Sucht, die sog. Mitabhängigen (Co-Abhängigen (wer sich mehr fürs Thema interessiert, wird hier fündig)). Ein sehr, sehr ernstes Thema. Mit meinem „Auftraggeber“ bin ich gerade im Gespräch, ob wir nicht noch eine weitere Fotoserie über diese Menschen für eine weitere Publikation auflegen sollten.
Rein fotografisch habe ich mich durchgängig für schwarz/weiss entschieden, um die jeweilige Bildaussage „auf den Punkt zu bringen“.
Hier ein Beispiel: „The morning after“.
Der grösste Käsehobel der Welt / The worlds biggest cheese slicer / Världens störrsta osthyvel
Dieser steht an der E4 in Ånäset. Sieben Meter hoch und eine ganze Tonne schwer, symbolisiert er den Beginn des “Ostriket”, des “Käsereiches”.
Dieses “Reich des Käses” geht auf Eleonora Lindström zurück, die etwa 1870 in Burträsk den heutzutage nicht mehr weg zu denkenden Västerbottensost kreiert hat.
Der Västerbottensost (“Västerbottenkäse”) ist eine kulinarische Köstlichkeit, die mittlerweile weltweit bekannt und beliebt ist. Die Herstellung geschieht nach nach alten Rezepten und Verfahren nach wie vor in der Gegend um Burträsk.
Im Ostriket haben sich die Erzeugerbetriebe und die beteiligten Kommunen zusammengeschlossen, um Besuchern einen Einblick in die Welt des Västerbottenkäses zu geben. Dazu gehören z.B. das Ostens-Hus (“Haus des Käses”) in Burträsk, das Ostens-Lager (“Käselager”) in Ånäset und viele weitere interessante Besuchs- und Ausflugsziele, die eine Reise wert sind. Weitere Informationen dazu auf der Homepage des Ostriket: www.ostriket.net.
Saying of the day
Reportage: Kungligt besök i Ratan / Königlicher Besuch in Ratan
Wieder ein sehr
besondereres Ereignis in Västerbotten: Im
Rahmen des Märkesåret 1809
(Gedenkjahr 1809) feiert Schweden in diesem
Jahr 200 Jahre Frieden auf schwedischen
Grund. Ein besonderer Anlass zum Gedenken
und Feiern.
Am gestrigen Tage fand im Rahmen des Märkesåret
1809 eine feierliche Gedenkveranstaltung in
Ratan (Robertsfors kommun) statt. An dieser
Stelle gab es im sog. Finnischen Krieg vor 200
Jahren die letzten Kampfhandlungen auf
schwedischem Hoheitsgebiet.
Zur Gedenkfeier waren auch die Königliche
Familie (König Karl XVI Gustaf, Königin Silvia
und Kronprinzessin Victoria) zugegen.
Eine sehr schöne Gelegenheit, denn die
Königliche Familie ist nicht so häufig hier in
Västerbotten zu Besuch. Wir waren also
natürlich vor Ort und wollen unseren Lesern
einen Eindruck über die Festveranstaltung
(nebst einiger Nahaufnahmen der Königlichen
Familie) geben.
Einer der besonderen Höhepunkte war die
Einweihung einer taktilen Karte des
Gedenkplatzes in Ratan durch Königin Silvia.
Diese über 400 kg schwere Karte aus gegossenem
Material, ermöglicht es auch sehgeschädigten
Menschen, sich einen Eindruck des Gedenkplatzes
zu verschaffen. Die Königin erinnerte in ihrer
Ansprache an das Braille-Jahr 2009.
Das Medieninteresse war gross und auf den für
Presse und Fotografen reservierten Gebieten
herrschte sehr grosser Andrang. Wir haben uns
deswegen aufgeteilt und verschiedene
Themenbereiche abgedeckt. Morgen folgt
zusätzlich eine sehr interessante Reportage,
die Einblicke in die Arbeit von
Pressefotografen, Filmern und Journalisten
gibt.
-> Hier gehts zur Galerie:
Kungligt besök i Ratan / Königlicher Besuch
in Ratan 18.9.2009
-> Klick här så kommer du till
bildspelet: Kungligt besök i Ratan /
Königlicher Besuch in Ratan
18.9.2009
Licht am Ende des Tunnels...
Einsicht / Insight / Insyn
Auf dem Boden / På golvet
Nebenbei: Lagom ist ein Wort, das in dieser Form und mit diesem Bedeutungsgehalt wohl in keiner anderen Sprache existiert. Das Wort ist sehr mit der ausgeglichenen und ruhigen schwedischen Mentalität verbunden und kann in etwa mit „gerade richtig“ übersetzt werden. Nicht zu warm und nicht zu kalt eben :)
Zurück zum Thema: Das Wetter lud dazu ein, den Spaziergang mit einer Ruhepause auf dem Boden zu verbinden und den wunderbaren Ausblick nach oben zu geniessen. Ich liebe dieses Wetter und freie Zeit am Sonntag.
Wenn Sie etwas mitgeniessen wollen, versenken Sie sich einfach in diese Aufnahme:
Umweg? / Omväg?
Vilda blommornas dagen / Der Tag der Wildblumen
2009 wird zudem des 100-jährigen Jubiläums der Umsorge für die Natur gedacht, die auf einen Beschluss des schwedischen Reichstages von 1909 zurück geht. Das ganze Jahr 2009 wird deshalb auch als „Jahr der Natur“ gefeiert. Mehr Informationen hier auf der Website der Svenska Botaniska Föreningen.
6:e juni - Nationaldagen - Svenska flaggans dag / 6. Juni - Nationaltag - Tag der Schwedischen Flagge
Das Grundsymbol der Schwedischen Flagge ist das gelbe oder goldene Kreuz. Über dieses sagt eine Anweisung des Königs Johan III aus dem Jahre 1569: “das güldene oder gelbe Kreuz wurde seit Alters her im Schwedischen Reichswappen gebraucht”. Deswegen soll es “für alle Zeit in Fahnen, Flaggen und Wimpeln geführt werden”. Im Zeichen des Kreuzes solle das Land regiert werden und erblühen und das Kreuz in der Schwedischen Nationalflagge solle etwas darüber aussagen, wer wir sind, sowohl historisch als auch heute.
Zur Feier des Tages habe ich heute eine künstlerische Abstraktion aus den Farben der Flagge gewagt: Das Originalbild war ein mit zwei blauen Luftballons geschmückter Kinderroller, den ich bei den Feierlichkeiten in Malå heute entdeckt habe.
25:e mars: Våffeldagen
Den 25:e mars firas „Våffeldagen“ i Sverige då man träffas och äter våfflor gemensamt. Våffeldagen markerar slutet på vintern och början på varen.
Was vielleicht
viele Leser nicht wissen: Die Feier des
Våffeldagen (Waffeltages) am 25. März geht auf
den katholischen Feiertag der „Mariä
Verkündigung“ zurück. Seit den 80er Jahren wird
dieser Feiertag unter dem Namen „Verkündigung
des Herrn“ begangen. Er beruht auf der
Schilderung im Evangelium nach Lukas Kapitel 1
Verse 30 bis 32.
Vad som många läsare kanske inte vet är att
våffeldagen beror på den katolska Marie
bebådelsedagen. Den grundar på Lukasevengeliet
1:30-32.
Letzte Tankstelle vor dem Polarkreis :) / Last filling station before the polar circle :)
Trettondedag jul / Hl. Drei Könige
(Symbolisch: Die Hl. Drei Könige in
Lappland)
Sind denn
Weihnachten und die Weihnachtszeit jetzt
vorbei? Kommt drauf an, wo man wohnt :) In
Schweden beginnt jetzt nämlich ein sehr
interessanter Teil der Weihnachtszeit.
Heute wird - auch in Schweden - der
Trettondedag jul, d.h. der dreizehnte Tag nach
Weihnachten gefeiert. In den meisten Ländern
ist die Weihnachtszeit damit beendet. In
Schweden, Finnland und Teilen von Norwegen geht
es aber mit Weihnachten noch eine Woche weiter.
Die Weihnachtszeit in Schweden geht nämlich
noch bis zum Tjugondedag Knut, d.h. dem
zwanzigsten Tag nach Weihnachten, weiter. Die
geschichtliche Erklärung geht dahin, dass die
frühe Kirche in dieser Region mit einem Fest
der Wikinger konkurrieren wollte, und daher die
Weihnachtszeit ausgedehnt hat. Eine andere
Erklärung geht dahin, dass der Namenstag von
Knut im 16. Jahrhundert vom 7. Januar auf den
13. Januar verlegt wurde und damit auch die
Weihnachtszeit ausgedehnt wurde.
In jedem Fall warten alle Kinder sehnsüchtig
auf diese Zeit, denn nun beginnt des
julgransplundring („Weihnachtsbaumplündrung“).
Der Weihnachtsbaum wird “geplündert”: Das
bedeutet, die Kindet dürfen sich nun die am
Weihnachtsbaum aufgehängten Süssigkeiten vom
Baum “pflücken”. Zudem nutzen viele Vereine -
so auch am 11. Januar hier in Malå in Folkets
hus - das julgransplunding als willkommene
Gelegenheit sich zu treffen, und gemeinsam die
Weihnachtszeit abzuschliessen.
Der letzte Tanz um den Weihnachtsbaum folgt der
alten Weise:
Nu är glada julen slut, slut, slut,
julegranen bäres ut, ut, ut.
Men till nästa år igen,
kommer han vår gamle vän.
För det har han lovat.
Und dann ist es an der Zeit den - mittlerweile
in der Regel sichtlich gealterten -
Weihnachtsbaum “aus dem Haus zu werfen” (wenn
auch nicht ganz so theatralisch wie in der
bekannten Fernsehwerbung eines bekannten
Möbelhauses).
Gott nytt år! / Ein gutes neues Jahr!
Heute nochmals: Irisierende Wolken
(Någonstans ute)
Photometeore: Ein tief beeindruckendes Naturschauspiel
Bereits auf der
Fahrt gen Heimat hat sich das Schauspiel
angebahnt.
Um dann zur
Formvollendung zu gelangen.
Detailansicht.
God Jul! / Fohe Weihnacht!
24:e december 2008: Vi önskar alla läsare God Jul!
Geseende Kerfees! - Gëzuar Krishlindjet! -
Gozhqq Keshmish! - I'D Miilad Said! Nabidà! -
Shenoraavor Nor Dari! - Bones Navidaes! - Mbung
Mbung Krismie! - Shuvo Baro Din! - Vasel
Koleda! - Mi wisim yufala eerywan one gutfala
Krismas! - Nedeleg laouen! - Bogem h n mh m! -
Danistayohihv! - Hoesenestotse! - Glædelig Jul!
- Fröhliche Weihnachten! - Merry Christmas! -
Jutdlime pivdluarit! - Gajan Kristnaskon! -
Rõõmsaid Jõulupühi! - Gledhilig jól - Hyvää
Joulua! - Zalig Kerstfeest! - Joyeux Noël! -
Bon Nadâl! - Noflike Krystdagen! - Gilotsavt
Krist'es Shobas! - Kala Christougenna! - Barka
da Kirsimatikuma! - Mele Kalikimaka! - Mo'adim
Lesimkha! - Okresmesa ombwa! - Shubh Naya
Baras!m - Vrolijk Kerstfeest! - Selamat Hari
Natal! - Nollaig Shona Dhuit! - Buon Natale! -
Sugeng Natal! - Ojenyunyat Sungwiyadeson
homungradon nagwutut! - Shinnen omedeto! - Gute
Vaynakhtn! - Seng Dan Fai Lok! - Bon nadal! -
Noeli Nziza! - Isangle Krismen! - Bon Natale! -
Appi Krismes! - Sretan Bozic! - Seva piroz
sahibe! - Bon Nadel! - Wanikiya tonpi
wowiyuskin! - Prieci'gus Ziemsve'tkus! -
Linksmu Kaledu! - Amazalibwa Agesanyu! - Schéi
Krëschtdeeg! - Selamat Hari Natal! - Nixtieklek
Milied tajjeb! - Salama' Natal! - Kung His Hsin
Nien! - Nollick ghennal! - Streken Bozhik! -
Kia orana e kia manuia rava! - God Jul! -
Festusu Natale! - Ungil Kurismas! - Esimano
olyaKalunga gwokombandambanda! - Krist Yesu Ko
Shuva Janma Utsav Ko Upalaxhma Hardik Shuva! -
Wesolych Swiat! - Boas Festas! -
Mata-Ki-Te-Rangi! - Sumaj kausay kachun Navidad
ch'sisipi! - Bella Festas daz Nadal! - Craciun
fericit! - Bachtalo krecunu Thaj! - Bonu
nadale! - Pozdrevlyayu s prazdnikom Rozhdestva!
- Buorit Juovllat! - Nollaig chridheil! -
I'Taamomohkatoyiiksistsikomi! - God Jul! -
Schöni Wienacht - Sretam Bozic! - Bon Natali! -
Vesele Vianoce! - Vesele bozicne praznike! -
Feliz Navidad! -
Krismas Njema Na Heri! - Maligayang Pasko! - Ia
ora i te Noera! - Suksan Wan Christmas! -
Prejeme Vam Vesele Vanoce! - Veseloho Vam
Rizdva! - Nadolig LLawen! - Kellemes
Karacsonyiunnepeket! - Chuc Mung Giang Sinh! -
Quyanalghii Kuusma! - Winshuyu sa Svyatkami! -
Sinifesela Ukhisimusi Omuhle!
Jul närmar sig / Weihnachten naht
Tomten är överallt - Der Weihnachtsmann ist überall
Nikolaustag / Nikolausdagen
Ett ljus på vägen / Ein Licht auf dem Weg
Der Herr sei vor
dir,
um dir den rechten Weg zu zeigen,
der Herr sei neben dir,
um dich in die Arme zu schließen und dich zu
schützen,
der Herr sei hinter dir,
um dich zu bewahren vor der Heimtücke böser
Menschen,
der Herr sei unter dir, um dich aufzufangen,
wenn du fällst und dich aus der Schlinge zu
ziehen,
der Herr sei in dir,
um dich zu trösten, wenn du traurig bist,
der Herr sei um dich herum, um dich zu
verteidigen,
wenn andere über dich herfallen,
der Herr sei über dir, um dich zu segnen.
Altirischer Segenswunsch
(Von einer ganz besonderen Blogleserin -
Danke!)
Gebunden oder frei?
På vägen i Lappland / Auf dem Weg in Lappland
6:e juni - Nationaldagen - Svenska flaggans dag / 6. Juni - Nationaltag - Tag der Schwedischen Flagge
6:e juni -
Nationaldagen - Svenska flaggans dag
År 1983 blev svenska flaggans dag officiell
nationaldag och från och med år 2005 är dagen
även helgdag.
Grundsymbolen i den svanska flaggan är det gula
eller gyllene korset. Om detta säger en
instruktion från Johan III 1569 att “det
förgyllda eller gula korset har av ålder varir
brukas i Sveriges rikes vapen”. Därför skulle
det “alltid föras uti fanor, fänikor och
flaggor”. I korsets tecken skulle landet
regeras och blomstra, och korsets plats i
nationalsymbolen säger något om vilka vi är,
både historiskt och nutid.
6. Juni - Nationaltag - Tag der Schwedischen
Flagge
Im Jahre 1983 wurd der Tag der Schwedischen
Flagge zum Nationaltag und im Jahre 2005 auch
zum allgemeinen Feiertag.
Das Grundsymbol der Schwedischen Flagge ist das
gelbe oder goldene Kreuz. Über dieses sagt eine
Anweisung des Königs Johan III aus dem Jahre
1569: “das güldene oder gelbe Kreuz wurde seit
Alters her im Schwedischen Reichswappen
gebraucht”. Deswegen soll es “für alle Zeit in
Fahnen, Flaggen und Wimpeln geführt werden”. Im
Zeichen des Kreuzes solle das Land regiert
werden und erblühen und das Kreuz in der
Schwedischen Nationalflagge solle etwas darüber
aussagen, wer wir sind, sowohl historisch als
auch heute.
Idag är det Samernas Nationaldagen
Läs mer...
Heute ist der Samische Nationaltag.
Weitere Informationen...
Gedanken aus Lappland zum Ausklang des Wochenendes
Besinnliches zum Nachdenken
23.12. - Drottningens Födelsetag
10 December 2007: Nobeldagen 2007
Läs mer på Hemsidan från Nobelstiftelsen.
Astrid Lindgren und das Mädchen mit den roten Zöpfen...
Zu den bekanntesten Werken von Astrid Lindgren gehört sicher Pippi Langstrumpf. Das Werkverzeichnis ist aber noch viel umfassender.
Weitere Informationen hier bei Wikipedia.
Zum 100. Geburtstag ein berühmtes Zitat aus Pippi Langstrumpf:
Wenn der Himmel von außen schon so schön ist, wie schön muß er dann erst von innen sein!