Im Test: B/W-Styler
Vorab: Den
beinahe schon “Glaubenskrieg”, ob man denn
seriöse Schwarz-Weiss-Fotografie überhaupt
digital betreiben könne, will ich hier nicht
führen. Und um allen Diskussionen gleich
vorzubeugen: In meiner beruflich genutzten
Mittelformatkamera und in der guten alten FM
sind hauptsächlich Ilford FP4. Damit das vorab
klargestellt ist :)
Aber seit geraumer Zeit beschäftigt mich das
Thema Schwarz-Weiss und digital trotzdem sehr.
Ist eben doch sehr praktisch, auch im
Schwarz-Weiss-Bereich auf den digitalen
Workflow mit all seinen Möglichkeiten zurück
greifen zu können. Also ging ich auf die Suche
nach einem Tool, das sich gut in den
vorhandenen Workflow einbinden lässt.
Natürlich lässt sich sehr viel unmittelbar
direkt in Photoshop machen. Schöner ist es
jedoch, ein Plug-In mit umfassenden
Schwarz-Weiss Funktionalitäten zu haben. So
eine Art “Dunkelkammer”-Plugin. Also ging ich
auf die Suche. Und nachdem ich etliche Sachen
durchprobiert hatte, bin ich schliesslich
fündig geworden. B/W-Styler heisst
das kleine Schwarz-Weiss-Wunderwerk, das ich
Ihnen in diesem Testbericht vorstellen will.
Nachdem ich den Blogeintrag nicht
mit Bildern überfachten will, gibt es - wie
gewohnt - eine separate Bildergalerie zum
Testbericht hier.
Verwendetes Testsystem
Mac PowerBook G4 1.5 GHz, 1.25 GB RAM, Mac OS X
10.5.7, Photoshop 7, Photoshop Elements 6,
GraphicConverter 6.4
Installation und
Kompatibilität
Die Installation ist völllig problemlos. Das
PlugIn kommt in 3 verschiedenen Versionen - je
nach verwendetem System und Host-Applikation.
Mit dem hervorragenden Handbuch geschmeidig und
problemlos.
Sehr erfreulich ist, dass das PlugIn mit einer
Vielzahl von Host-Applikationen kompatibel ist.
Unter Mac OS X sind das Adobe Photoshop (ab
Version 7), Adobe ImageReady (ab Version
7), Adobe Photoshop Elements (ab Version 2),
Adobe Illustrator (ab Version 10), ACDSystems
Canvas (ab Version X), CiEBV Photoline 32 (ab
Version 11.52), Corel Painter (ab Version 9),
LemkeSoft GraphicConverter (ab Version 5.7) und
Macromedia Fireworks (ab Version 7 (MX 2004)).
Unter Windows ist die Liste der tauglichen
Host-Applikationen derartig umfangreich, dass
ich Ihnen die 50 (!) Applikationen lange Liste
im Detail erspare.
Eine Demoversion lässt sich auf
der Homepage des PlugIns
herunterladen.
Überblick
B/W-Styler wird - wie andere PlugIns - auch
über das “Filter” Menü aufgerufen. Dort findet
sich nach der Installation ein Unterpunkt
“Photo Wiz” unter dem sich B/W-Styler finden
und aufrufen lässt.
B/W-Styler arbeitet mit Bildern im 8- oder
16-Bit Modus. Soll er auf Bilder mit einer
anderen Farbtiefe (z. B. ein vorhandes
Graustufenbild) angewendet werden, muss dieses
zunächst in ein RGB mit 8- oder 16-Bit
umgewandelt werden. Vom Hersteller wird
empfohlen, grundsätzlich im 16-Bit odus zu
arbeiten, weil so die besten Resultate erzielt
werden können.
Die verschiedenen Modi
Bitte jetzt nicht erschrecken, denn B/W-Styler
ist ein sehr mächtiges Tool. Er bietet
insgesamt 18 Anwendungsmodi, die in die
Bereiche “Fotografiemodus”, “Schnellmodus” und
“Expertenodus” unterteilt sind. Wie die
Bezeichnungen ahnen lassen, eignet sich die
Gestaltung des Fotografiemodus von den
Einstellungsmöglichkeiten her am besten für
Fotografen. Zusätzlich gibt es noch 15
“Schnellmodi” für ausgewählte Bearbeitungen.
Für meinen Geschmack fühle ich mich im
Fotografiemodus am wohlsten, denn dort finden
sich ganz übersichtlich alle gebrächlichen
Einstellungen “am richtigen Platz”.
Kleiner Tipp: Die Sprache lässt sich mit dem
untersten Aufklappmenü ganz einfach und schnell
von Englisch auf Deutsch umstellen. Leider
merkt sich das der Filter nicht und muss nach
jedem Neuaufruf frisch eingestellt werden.
Eigentlich kein Problem, denn auch in Englisch
bleibt das ganze verständlich.
Die Vorschau
Auf der linken Seite des PlugIn-Fensters findet
sich die Vorschau. Dort lässt sich entweder das
gesamte bearbeitete Bild oder nur eine
Ausschnittsvergrösserung anzeigen. Gelungen ist
das “Split View”, das die Vorschau so aufteilt,
dass Original und bearbeitete Version
nebeneinander liegen. Klickt man unten “Instant
Preview” an, sieht man den jeweiligen Effekt
unmittelbar in der Vorschau beim Navigieren
durch die Menüs.
Der Fotografiemodus
Nun aber zu den eigentlichen
Bearbeitungsmöglichkeiten. Im Fotografiemodus
finden sich folgende Einstell- und
Tuningmöglichkeiten: Film, Film Grain, B/W
Filters, ND Filters, Diffusion Filters,
Development, Lab Effects, Paper Grade, Color
Tone und Frame.
Dahinter verbergen sich jeweils mächtige
Werkzeuge. Der Reihe nach:
Film: Hier lässt sich aus einer Liste
von 42 Presets der gewünsche “Film” auswählen.
Die Liste ist in generelle Grundtypen, gängige
Schwarz-Weiss Filme (z. B. die diversen
Ilfords) und mehr exotische Filme (z. B.
Polaroid 55) aufgeteilt. Hier steckt eine Menge
Know-How im Filter, denn die Ergebnisse sind
frappierend gut. Meine ansonsten verwendeten
Ilford-Typen erkenne ich in den bearbeiteten
Fotos spontan wieder.
Film Grain: Die Körnung ist von 100
bis 3200 auswählbar. Selbstverständlich lässt
sich auch “Keine Körnung” einstellen. Ein
wichtiger Tipp in diesem Zusammenhang: Die
Körnung sollte natürlich auf das Ausgabeformat
abgestimmt werden. Wir das Bild nach der
Bearbeitung verkleinert, “stimmt” der
Korneindruck nicht mehr. Im Gegensatz zu
anderen getesten Tools fällt mir auf, dass
B/W-Styler sehr harmonisches und “echtes” Korn
produziert. Andere Tools haben hier - im
Gegensatz zu B/W-Styler - mehr mit hässlichen
und unbestimmbaren “Pixelhaufen” gearbeitet.
B/W Filter: Hier stehen die gängigen
Farbfilter (12 an der Zahl) zur Auswahl. Über
“Custom” lassen sich zusätzlich eigene
Farbfilter definieren.
ND Filter: Hier finden sich die
“Neutraldichtefilter” (wie es korrekterweise so
schön heisst), darunter ganze und halbe
Graufilter und Polarisationsfilter; jeweils in
verschiedenen Intensitätsstufen. In der
Anwendung einfach und im Effekt überzeugend.
Wer sich eine nicht als Preset vorhandene
Zwischenstufe wünscht, kann auch hier über die
Auswahl von “Custom” selbst Hand anlegen.
Diffusion Filter: Über die
Diffusionsfilter (3 Gruppen: Diffusor, Pastel,
Mist) lassen sich “Glow-” und Diffusionseffekte
einstellen. Die höheren Stufen gehen freilich
sehr diffundierend ans Werk und kommen bei mir
eher in Ausnahmefällen zum Einsatz. Auch hier
können über die Auswahl von “Custom” eigene
Effekte erzeugt werden.
Development: In dieser Rubrik
verbergen sich die eigentlichen
“Dunkelkammereinstellungen”. Aufgeteilt in 4
Einstellungsblöcke lassen sich die
Entwicklungszeit, der Kontrast, das Verhalten
in "Lichter" und "Tiefen" und klassische
Ergebnistypen (z. B. “High-Key”) einstellen.
Auch hier gibt es wieder die
“Custom-”Möglichkeit.
Lab Effects: Die Lab-Effects sind
quasi eine Untergruppe mit Sondereffekten des
Developments. Hier lassen sich Effekte, wie z.
B. Solarisation auswählen.
Paper Grade: Wie der Name vermuten
lässt, verbirgt sich dahinter die Härte des
Papiers. In 5 Stufen von extra-weich bis
extra-hart (wiederum mit “Custom”-Möglichkeit)
sind diese für den Anwender zur Verfügung
gestellt worden.
Color Tone: Hier finden sich
schliesslich die Farbtöne, die aus der
klassischen Schwarz-Weiss-Entwicklung bekannt
sind. Darunter das bestens bekannte Sepia, aber
auch einige andere extrem schöne und dezente
Farbtöne. Mein persönlicher Favorit ist “Silver
Gelatin”. Auch hier sind “Custom-”Möglichkeit
vorhanden.
Frame: Als kleines Extra lassen sich
die Fotos hier auch gleich noch mit einem
Rahmen versehen. Dieser arbeitet leider nicht
verlustfrei, sondern beschneidet das Bild
eingreifend, wobei dieses bei Bedarf sehr
praktisch sein kann.
Als Zusatz wäre allenfalls noch wünschenswert,
wenn der Anwender noch sein eigenes “Watermark”
mit einprägen könnte. Das wäre dann
110%-perfekt :)
Die Anwenderfreundlichkeit und die
Einstellmöglichkeiten im untersten Feld
Das PlugIn reagiert auch auf dem nicht mehr
ganz aktuellen 1.5 GHz G4 - im Gegensatz zu
anderen getesteten Lösungen - sehr zügig. Wenn
“Instant Preview” nicht aktiviert ist, wird die
Änderung in der Vorschau im Prinzip unmittelbar
nach der Auswahl in einem Menü sichtbar.
Unter den Preferences lässt sich das Verhalten
beim Start des PlugIns wählen. Die für mich
bequemste Möglichkeit besteht darin, dass das
PlugIn mit den zuletzt verwendeten
Einstellungen startet. So lässt sich ein
“Standard-Setup” nach dem persönlichen
Geschmack als Standardvorgabe behalten.
Im Menue "Preferences" kann eingestellt werden,
was der “Reset-”Button ganz oben rechts
bewirkt. So kann mit einem Reset immer wieder
zu den eigenen persönlichen Standardvorgaben
zurück kehrt werden. Sehr praktisch.
Die sehr gute kontextsensitive Hilfe zu allen
Punkten ist eigentlich selbstverständlich und
bedarf keiner besonderen Erwähnung.
Unter dem Punkt “Histo” verbirgt sich - wie zu
vermuten - ein Histogramm. Für meinen Geschmack
in diesem Zusammenhang nicht so wichtig. Aber
“nict to have”. Sehr schön ist indes die unter
dem Punkt “Info” verborgene Möglichkeit (“Show
Bown Highlights”) sich die augebrannten Lichter
anzeigen zu lassen.
Fazit
Mit dem B/W-Styler ist dem
Team der Plug In
Site ein wirklich grosser Wurf
gelungen.
Die Aufteilungen in den verschiedenen
Menübereichen ist sehr gut durchdacht und
ermöglicht den direkten Zugriff auf die
gewünschten Veränderungen. Die Effekte selbst
sind - sieht man von den für meinen Geschmack
gleich sehr hart ans Werk gehenden -
Diffusionsfiltern ab, nur als gelungen zu
bezeichnen. Werden die Bilder in Schwarz-Weiss
konvertiert, ist das Ergebnis schlicht
überzeugend.
Und es ist - Hand aufs Herz - sehr vorteilhaft,
etwas experimentieren zu können. Im Gegensatz
zum echten Film, bei dem "entwickelt" eben
"entwickelt" bedeutet, kann hier im Bezug auf
das Original “verlustfrei” getüftelt werden.
Sehr positiv ist übrigens auch der Support des
Herstellers / Vertriebs. Anfragen wurden -
sogar am Wochenende - binnen weniger Stunden
kompetent und erschöpfend beantwortet. Ein
wertvolles zusätzliches Plus.
Für nur USD 49,95 Euro ist das PlugIn - gerade
auch im Vergleich zu anderen Lösungen - ein
echtes “Schnäppchen”. Der B/W-Styler ist
mittlerweile zum “must have” für mich geworden.
-> Screenshots und
illustrative Beispiele finden sich in der
Galerie zum Testbericht.
Meine zusammenfassende
Bewertung
Jeweils auf Skala von 1 (sehr schlecht) bis 5
(sehr gut):
Funktionalität: 4,5
Anwenderfreundlichkeit: 5
Geschwindigkeit: 5
Praktischer Nutzen: 5
Verfügbarkeit: 5
Preis-/Leistungsverhältnis: 5
Gesamtbewertung: 4,75
Mein Fazit: “Must
have” in Sachen digitale Schwarz-Weiss
Fotografie.
(Aufgrund diverser Email-Anfragen zu den
Testnoten eine Anmerkung am Rande:
Mich erreichten einige Mails mit dem Tenor
“Warum fallen die Bewertungen in den von Dir
veröffentlichten Tests alle so gut aus?”.
Ganz einfach: Den “Murks”, den ich teste lasse
ich einfach unerwähnt und veröffentliche dazu
nichts. Denn meine Philosophie ist: Die guten
Dinge und Tools bringen uns mit unserer
Fotografie nach vorn. Meine Zeit ist mir zu
schade, um Testberichte über schlechte Sachen
und Dinge zu schreiben.)
Think Tank Speed Demon: Fündig geworden - Endlich die Lösung des Taschenproblemes!

Die
Einleitung
In diesem Test- und Erfahrungsbericht möchte
ich Ihnen die aus meiner Sicht optimale
Fototasche vorstellen: Die Think Tank Speed
Demon. Begleitend zum
Testbericht gibt es auch eine
Fotogalerie, in der
Sie die Details der Tasche betrachten
können.
Das Problem
Fotografen und alle Fotobegeisterten kennen das
Problem: Wie die Fotoausrüstung “beim Einsatz”
transportieren? Da sammeln sich im Laufe der
Zeit verschiedene Taschen an. Ich habe vor
einigen Wochen mal nachgezählt und bin auf gute
10 Stück gekommen.
Ich schreibe hier nicht vom reinen Transport
des Equipments. Hier finden sich Lösungen, z.
B. mit Hilfe von in Eigenregie umgebauten
Trolleys o.ä. (Erst wenn es um die
Handgepäcktauglichkeit grösserer Mengen von
Equipment geht, wird das Problem etwas
anspruchsvoller. Darum soll es hier aber nicht
gehen.)
In diesem Testbericht geht es um die Lösung der
alltäglich auftauchenden Frage:
Wie transportiere ich das mit mir, was ich
zum laufenden Fotografieren brauche?
Anders formuliert: Was für eine Tasche soll
mich nur auf einer Tour oder bei einem Einsatz
begleiten, wenn ich so flexibel wie möglich
bleiben will. Mein persönlicher Stil bei
Reportagen beinhaltet i. d. R. viel Mobilität.
Für mich muss eine solche Fototasche also:
- die Inhalte sicher und gut schützen und
verwahren,
- mir die Mobilität und Flexibilität bewahren
und vor allem
- einen schnellen Zugriff auf die Inhalte
ermöglichen.
Welches Equipment muss
mit?
Stellt sich die Frage, was denn an Equipment
üblicherweise mit muss. Das ist natürlich
individuell verschieden. Zuwenig kann fatal
sein, zuviel macht keinen Spass.
Für meine Zwecke gibt es i.d.R. 3 ungefähre
“Ausbaustufen” an Equipment:
- Stufe 1 - “Immer dabei und so einfach wie
möglich”: Eine D40 mit dem 18-200. Das stellt
keine besonderen Anforderungen. Vielleicht noch
ein SB-400 dazu. Dafür habe ich eine kleine und
- vor allem - unauffällige Schultertasche. Also
kein Problem.
- Stufe 2 - “Normale Auftragsfotografie”: Eine
D200 mit 3 Objektiven (20-40 f2.8, 55 Micro,
24-70 f2.8, 70-300 f5.6, jeweils alle mit Gelis
(bis auf das 55er)). Das ist mein
Standard-Allround-Set, das sich im Laufe der
Zeit heraus gebildet und bewährt hat.
- Stufe 3 - “Besondere Auftragsfotografie”. Wie
Stufe 2 aber mit dem 70-210er f2.8 auf dem
Zweitgehäuse. Bei Stufe 3 geht es meistens um
Sportveranstaltungen.
Bei 2 und 3 kommt dann noch der ganze
“Kleinkruscht” mit dazu: Mind. 2 Reserveakkus
für die Cam, Ggf. Reservebatterien oder Akkus
für den Blitz, Speicherkarten, Lens-Pen,
Brillenputztücher, Taschenlampe, Stift,
Kalender, Notizblock, Kleine Graukarte, usw.
Statt des 55er - oder zusätzlich - reisen
gelegentlich auch ein 50er f1.4 und/oder ein TC
mit.
Grundsätzliche
Überlegungen
Das alles muss also so verstaut sein, dass es
schnell im Zugriff und (diebstahl-)sicher
verstaut ist. Schneller Zugriff bedeutet, dass
ein Objektivwechsel ohne grosses Gefumel und
Gekruschtel im freien Feld möglich sein muss.
Von Fotorucksäcken halte ich deswegen nichts,
da ich schnellen Zugriff auf meine Ausrüstung
haben möchte. Ein Rucksack ist da viel zu
unpraktisch, vom Diebstahlrisiko - hinten hat
Mensch keine Augen - mal ganz abgesehen.
Lange Zeit - und bis vor ein paar Wochen - habe
ich Schultertaschen eingesetzt. Das war und ist
allerdings nicht das Optimum. Schultertaschen
sind zwar um Längen besser als ein Rucksack.
Wenn man sie sicher tragen will, muss man den
Tragegurt “über den Kopf streifen” und das mach
den Zugriff wieder schwierig. Schultertaschen
werden dann gerne “auf den Rücken” geschoben
und bieten dann wieder das Diebstahlrisiko
eines Rucksacks. Zudem sind die allermeisten
Schultertaschen entweder in sich nicht
formstabil oder - wenn formstabil - dann
sperrig, wenn man auf den Inhalt zugreifen
möchte.
Das führt zum Ergebnis, dass Gürteltaschen
(Bauchtaschen) das Optimum darstellen.
Allerdings hatte ich bis vor ein paar Wochen
noch keine wirklich brauchbare Gürteltasche
gesehen.
Die Think Tank Speed
Demon
Vor einigen Wochen habe ich bei einem Kollegen
in Stockholm zum ersten Mal eine
Think Tank
Gürteltasche gesehen, die mich
spontan begeistert hat. Ein durchdachtes und
stabiles Design, vollgepackt mit jeder Menge
nützlicher Details. Think Tank baut
Gürteltaschen in verschiedenen Grössen. In
die grossen Versionen passen z. B. auch die
70-200er Klasse f2.8er Zooms oder
D1/D2/D3-Gehäuse (bzw. kleinere Gehäuse mit
Batteriegriff) hinein.
Der Hersteller Think Tank ist in Santa Rosa,
Kalifornien, beheimatet. Das mit dem charmanten
Slogan „Be Ready „Before The Moment““ werbende
Unternehmen, wurde vor einigen Jahren von einer
Gruppe Profi-Fotografen gegründet. Und das
merkt man der Tasche auch in allen Details an.
Von der Form her erinnert die Tasche an die in
den 80er Jahren beliebten “Hüfttaschen”
(Waist-Packs), nur in grösserer und viel
stabilerer und durchdachterer Ausführung. Das
Design und die Farbgebung sind unauffällig und
“nicht störend”.
Begleitend zur folgenden
Detailbeschreibung schauen Sie sich am
besten die Bildergalerie an. Dort finden Sie
alle beschriebenen Details auch im
Bild.
Die Tasche bietet ein grosses Hauptfach mit
variabler Aufteilung - viele Raumteiler mit
stabilen Klettverschlüssen werden mitgeliefert
- und nimmt bequem 3 Objektive auf. Auch ein
Gehäuse in der Grösse D40, D50, D70, D80, D90,
D200, D300 mit einem Objektiv lässt sich
verstauen. Für zumindest ein weiteres Objektiv
bleibt dann noch Platz. Ich bevorzuge es aber,
die Kamera mit einem Objektiv immer um den Hals
oder in der Hand zu haben und in der Tasche nur
die anderen Objektive und alles andere Zubehör
zu verstauen.
In meiner Praxis heisst das z.B., dass auf der
Kamera das 24-70er ist und im Hauptfach der
Tasche das 20-40, 70-300 und das 55er.
Übrigens: Wer mehr - oder grössere Linsen -
verstauen möchte, kann auch auf die grösseren
Ausführungen der Tasche zurück greifen.
Das Hauptfach ist mit einem Reissverschluss mit
zwei Zippern - also von rechts oder links zu
öffnen - verschliessbar.
Im Deckel des Hauptfaches befindet sich eine
länglichere Reissverschlusstasche aus
durchsichtigem Kunststoff.
Am dem Fotografen abgewandten Ende des
Hauptfaches befindet sich oben ein stabiler
Handtragegriff. Dieser ist sehr praktisch - und
gut ausbalanciert - um die Tasche zu tragen,
wenn sie gerade nicht um den Bauch getragen
wird (z. B. auf dem Weg zum Auto beim
Einladen).
Zusätzlich gibt es auf der Oberseite des
Hauptfaches einen Reissverschluss, der einen
direkten Eingriff in das Hauptfach von oben
ermöglicht. Zunächst war mir der Sinn nicht
ganz klar. Nützlich ist das aber, um z. B.
schnell einmal einen Objektivdeckel in die
Tasche zu legen.
A propos Reissverschlüsse: Alles
Reissverschlüsse sind Markenreissverschlüsse
von YKK in einer speziellen, sehr robusten
Ausführung. Die Zipperösen sind alle clever
“gebändelt”.
Im Hauptfach gibt es zusätzlich ein grosses
Fach, in dem u.a. - sehr praktisch - zwei
abgeteilte Fächer für Speicherkarten enthalten
sind. Dazu eine Öse, an welcher z. B. der
Regenschutz befestigt werden kann. Dazu später
mehr.
Die geräumige Vordertasche mit vielen Fächern
bietet ausreichend Platz und genügend
Abteilungen für all die kleinen Dinge, wie z.
B. Ersatzakkus, Lens-Pen, Brillenputztücher,
usw.
Die Vordertasche ist sehr clever konstruiert,
klappt sie doch nach dem Öffnen leicht auf und
gibt direkten Zugriff auf den Inhalt. Auf der
Vordertasche befindet sich noch eine weitere
Reissverschlusstasche. Ich habe hier z. B. eine
Graukarte und ein Bündel Visitenkarten
verstaut.
An der Seite befinden sich links und rechts
zwei Netzgittertaschen mit robustem Bändelzug.
Sehr gut geeignet, um dort z. B. die
Ersatzbatterien (bzw. Akkus) für den Blitz und
eine kleine Taschenlampe zu verstauen.
Auf der Rückseite der Tasche befindet sich eine
weitere Tasche. Diese ist oben offen, weil ein
Reissverschluss hier unangenehm “drücken”
würde.
Der fest angebrachte Bauchgurt ist sehr breit
und gibt damit die nötige Stabilität. Am
Bauchgurt sind Befestigungslaschen für das
patentierte Think Tank System enthalten, um z.
B. weitere Objektivtaschen anbringen zu können.
An dieser Stelle einige Worte zur generellen
Verarbeitung: Wie auf den Detailbildern zu
sehen ist, ist die Verarbeitung grundsolide.
Doppelte Nähte und - auch bei wirklich
kritischer Untersuchung - keinerlei
Verarbeitungsmängel.
Sehr positiv fällt die Verstellung und
Einstellung des Bauchgurtes auf. Einmal
eingestellt, behält der Gurt auch wirklich
seine Länge ohne ständig “weiter zu werden”.
Der Bauchgurt ist von seiner Länge her zudem
sehr grosszügig bemessen und dürfte auch
“umfangreicheren” Menschen keine Probleme
bereiten.
Das Gurtschloss aus Plastik wurde in anderen
Testberichten bemängelt. Ich sehe hier keine
eigentliche Schwachstelle. Ein Plastikschloss
kann eben irgendwann einmal einen
Materialermüdungsbruch erleiden. Dagegen ist
aber eine ganz einfache Sicherung möglich. Der
Tasche liegt nämlich auch ein äusserst stabiler
Schultergurt mit Metallkarabinerhaken bei, der
fast jeder Notebooktasche Ehre machen würde.
Wer auf Nummer 100%-sicher gehen will, kann
diesen als “zusätzliche” Sicherung tragen. Ich
tue das nicht, nutze aber eine der stabilen
Befestigungslaschen für den Schultergurt um die
Tasche mit einem kleinen Karabinerhaken und
einem Stück Reepschnur am normalen Hosengürtel
zu befestigen. Sollte das Gurtschloss dann
tatsächlich einmal brechen - was ich für nicht
sehr wahrscheinlich halte - würde die Tasche am
Hosengürtel baumeln und nicht zu Boden gehen.
Im Lieferumfang befinden sich noch zwei
äusserst nützliche Zugaben:
Zunächst ist das die Regenhaube. An der
Regenhaube befindet sich ein Band mit
Karabiner. Ab Werk ist die Regenhaube in der
Seitentasche des Hauptfaches zusammengelegt
verstaut. Bei einsetzendem Regen kann sie
schnell heraus und über die Tasche gezogen
werden, die damit dann wetterfest wird.
Wirklich clever!
Zum anderen die Pixel Pocket Rocket, eine
kleine Tasche zur Aufbewahrung von
Speicherkarten. Diese fasst bis zu 10 CF-Karten
(nebst Plastikhüllen) und lässt sich
zusammenfalten. Ein Klettverschluss
verschliesst das Ganze. Auch an der Pixel
Pocket Rocket ist ein Band mit Karabinerhaken,
das sich an einer der Schlaufen in der Tasche
einhängen lässt. Ein wertvolles Zubehörstück,
muss man doch für eine solche
Speicherkarten-Aufbewahrungstasche allein
bereits etliche Euro auf den Tisch legen.
Der Preis ist heiss
Der Verkaufspreis der Tasche liegt derzeit bei
etwa 95 Euro. Im Vergleich mit den Taschen
anderer Hersteller eigentlich kaum zu glauben.
Das Preis-/Leistungsverhältnis ist schlicht
sehr gut.
Die Bezugsadressen für Deutschland, Schweden
und den Rest der Welt :) können
hier beim Hersteller
nachgeschlagen werden.
Zusammenfassung
Man merkt der Tasche mit allen ihren cleveren
Details an, dass sie von einer Firma stammt, die von
Berufsfotografen gegründet
wurde. Der Hersteller Think
Tank weiss, worauf es ankommt.
Punkt.
Die einzige Sache, die mir nicht gefällt, ist
der Name. Punkt.
In 8 Wochen harten Einsatzes haben sich
keinerlei Mängel oder Beanstandungen ergeben.
Im Gegenteil: Ich freue mich jedes Mal wieder,
dieses Wunderwerk umzuschnallen und zu
benutzen. Punkt.
Meine zusammenfassende
Bewertung
Jeweils auf Skala von 1 (sehr schlecht) bis 5
(sehr gut):
Verarbeitung: 5
Verwendete Materialien: 5
Ergonomie: 5
Praktischer Nutzen: 5
Verfügbarkeit: 5
Preis-/Leistungsverhältnis: 5
Gesamtbewertung: 5
(Entgegen meiner grundsätzlich kritischen
Einstellung gibt es hier die klare Bestnote.)
Mein Fazit: Endlich fündig geworden!
Und hier nochmals der Link zur
Bildergalerie an. Dort finden Sie alle
beschriebenen Details auch im
Bild.
Im Test: Timbuk2 Commute XL Notebooktasche für Fotografen

Vorab und
Einleitung
Fotografen haben mitunter Transportprobleme.
Deswegen sammeln sich im Laufe der Zeit jede
Menge Taschen und Koffer an.
Mein Trend geht - wenn immer möglich - ganz
klar zum “weniger ist mehr”. Trotzdem gibt es
aber ein Mindestequipment, das in der Regel
einfach mit muss.
In den vergangenen 3 Monaten habe ich deswegen
mein gesamtes Equipment und alle Taschen und
Koffer einer kritischen Würdigung und Prüfung
unterzogen, kräftig aussortiert und dabei auch
meine Transportprobleme gelöst.
Das Ergebnis meiner Recherchen und Tests stelle
ich Ihnen hier in Form von mehreren
Testberichten vor. Zu jedem Testbericht gibt es
auch eine Bildergalerie mit allen Details.
Die Bildergalerie zum Timbuk2
Commute Test gibts hier.
Transportprobleme und
Digitalfotografie
Den Anfang bildet ein spezifisches Problem der
“digitalen Fotografen”. Hier gilt es nicht nur
Kameras, Objektive und Fotozubehör zu
transportieren. Nein, im digitalen Zeitalter
gehört zum Equipment meistens auch ein Notebook
(bisweilen auch zwei).
Das hat mehrere Gründe. Fotos können in Pausen
oder beim Gehäusewechsel vom Assistenten gleich
überspielt und gesichert werden. Oft will der
Kunde auch „schnell mal“ einen Blick auf die
Rohdaten werfen, oder wir können gleich vor Ort
prüfen, ob ein bestimmter Effekt zu realisieren
ist. Eigentlich mag ich diese “vor Ort Arbeit”
nicht, weil ja auch viel Liebe und Zeit in der
Nachbearbeitung stecken, aber das ist eine
andere Sache. Zum Notebook gehören dann noch
Netzteile (mit Anschluss für den
Zigarettenanzünder und Anschluss für normale
Netzspannung) und alle möglichen Adapter.
Bei mehrtätifgen Reisen ist das Notebook
ohnehin unverzichtbar wegen der Kommunikation.
Alse müssen auch alle Adapter mit, die für die
“Verbindung zur Aussenwelt” erforderlich sind,
was da z. B. wären: USB-3G-Dongle, Modemkabel,
ISDN-Adapter.
Reden wir über eine Tasche fürs Notebook kommen
da auch die allfälligen Untrerlagen zum Auftrag
und (ganz wichtig) der Kalender rein. Dann noch
der ganze “Kruscht”, wie z. B. Halstabletten,
das Ladegerät fürs Mobiltelefon, Schreibzeugs,
Klebeband, usw.
Welche Tasche denn
nun?
Alle Anforderungen in einer Tasche “unter einen
Hut zu bringen” war eine ziemliche
Herausforderung. Denn zu gross, schwer oder
unhandlich darf die Lösung ja auch nicht
werden.
Wichtig sind ein robustes Material und eine
solide Verarbeitung. Ein Schutz gegen Wind und
Wetter ist wünschenswert. Und die Ergonomie
spielt auch eine Rolle.
Aus prinzipiellen Gründen lehne ich Rucksäcke
ab. Zum einen sind Rucksäcke einfach
unpraktisch. Zum Öffnen oder Entnehmen von
Inhalten muss man sie abnehmen. Das ist
umständlich und kostet Zeit. Zum anderen weiss
ich nicht, was sich hinter meinem Rücken
abspielt. Spätestens seit mir vor einigen
Jahren in der Stadt aus einem Rucksack ein
Netzteil gestohlen wurde, sind Rucksäcke für
mich ad acta gelegt.
Die Timbuk2 Commute
XL
Beim Rucksack-Center bin
ich schliesslich auf die Produkte von Timbuk2
aufmerksam geworden. Timbuk2 ist ein gerade
20 Jahre junger Hersteller mit Sitz in San
Francisco. Die Taschen gehen in Ausstattung,
Material und Verarbeitung auf
Fahrradkuriertaschen zurück. Wer weiss,
welche Anforderungen an Fahrradkuriertaschen
gestellt werden, weiss, welche Qualität er
hier bekommt. Der Grossteil der Taschen
werden übrigens auch heute noch in San
Francisco produziert. Mehr Infos zum
Hersteller gibts hier.
Beim Rucksack-Center hatte es mir gleich die
Commute XL angetan:
Rekordverdächtige 19.5 Liter Volumen und
grosszügige Innenmasse mit jeder Menge
Stauraum. Farbe in dezentem Schwarz. Gesagt,
getan, bestellt. Der Verkaufspreis liegt
zwischen 105 und 115 Euro.
Die Lieferung vom bayerischen Thalmässing an
den Polarkreis in Schwedisch-Lappland ging
ultraschnell und die Verpackung war grosszügig
und sehr stabil. Ich muss immer noch schmunzeln
wenn ich an die Worte der Postbotin denke, als
diese mir das Paket übergab: “Du, da muss Dir
jemand Luft aus Deutschland geschickt haben”.
Der erste Eindruck bereits sehr gut. Das
abriebfestes Ballistic Nylon aus dem die Tasche
gefertigt ist, fühlt sich hochwertig an.
Die “technischen Daten” zur Timbuk2
Commute XL
- Material abriebfestes Ballistic Nylon.
- Verschiedene Farben. Im Test: Schwarz.
- Notebookgrössen: Bis 17-Zoll-MacBook Pro,
bzw. max. 35cm x 26cm x 3,3 cm.
- Sehr gut gepolsterte Rückseite.
- Angenehmer innengepolsterter Handgriff.
- Kunstlederartig gummierter, gepolsteter
Boden.
- Separates Notebookfach mit zusätzlicher
dicker Cordpolsterung.
- Sehr stabile und verstärkte Mehrfachnähte.
- Viele Fächer und Taschen, darunter
Organizer-Fach, MP3- und Handy-Fächer, etc.
- Qualitäts-Reissverschlüsse von YKK.
Nach 3 Monaten im
Einsatz
Das gute Stück hat sich in den letzten 3
Monaten sehr gut bewährt.
Als ich einem entgegenkommenden Fahrradfahrer
schnell ausweichen musste, ist mir die Tasche
nebst Inhalt beim Ausweichmanöver von der
Schulter und aus ca. einem Meter mit dem Boden
voran auf den geschotterten Weg gestürzt. Das
iBook G4 in der Tasche hat den Sturz - ebenso
wie der übrige Inhalt nebst iPod und
Mobiltelefon - unbeschadet überstanden. Und das
Beste: Obwohl die Tasche auf den Schotter
gesegelt ist, sind auf dem Boden fast keine
Kratzer zu sehen.
A propos Schutz: Ich bin einige Male mit der
Tasche am Set mehrere Minuten durch “normalen
Regen”. Vielleicht fragen Sie sich nun, was
“normaler Regen” ist. Ganz einfach. Bei einem
Platzregen mit Gewitter bleibe ich einfach
drin. Alles unterhalb dieser Schwelle ist für
mich dann “normaler Regen”. Die Sorte Regen,
bei der man als Fussgänger ohne gute Regenjacke
eben richtig nass wird. Und hier hat die
Timbuk2 “dicht gehalten”.
Als sehr praktisch hat sich der Verschluss der
Tasche herausgestellt: Zwei breite
Klettverschlüsse und zwei Spanngurte sind
vorhanden. On the Set lässt sich die Tasche
durch einfaches Zuklappen mit den
Klattverschlüssen verschliessen. Für längere
Strecken dienen dann die Spanngurte. Die Enden
der Spanngurte sind zudem mit Reflexmaterial
besetzt. Die Tasche ist gut ausbalanciert:
Selbst bei umgehängter Tasche lässt sich gut
auf den Inhalt zugreifen.
Probleme haben mir zunächst die vielen kleinen
Fächer bereitet und es hat einige Tage
gedauert, hier ein System zu entwickeln. Nun
möchte ich die vielen kleinen und grösseren
Fächer aber nicht mehr missen. Die ganzen
Monitoradapter, Adapter und Kabel sind in der
inneren Reissverschlusstasche. Daneben die
Kugelschreiber, Filzstifte und Bleistifte.
Aussen unter grossen Klappe befinden sich iPod,
Kalender und Mobiltelefon. So habe ich schnell
mein ganz persönliches Stausystem heraus
gefunden. In der grossen hinteren Tasche sind
die Unterlagen und Spiralblöcke für Reportagen.
In der Bilderstrecke zur
Tasche können Sie dazu viele
Details sehen.
Nach harten 3 Monaten im Einsatz ist von der
Verarbeitung her nichts zu beanstanden. Keine
Naht hat sich gelöst, kein Reissverschluss
“hakelt”, alle Klettverschlüsse haben noch die
volle Spannkraft.
Besonders hat es mir ein kleines Detail
angetan: Die Längenverstellung des grossen
Umhängegurtes. Diese ist mit einem
Schnellverschluss ausgestattet. Umklappen und
einstellen. Kein “Gefummele” wie es bei solchen
Längenverstellungen üblicherweise der Fall ist.
Ein Wort zu den Fittings: In anderen Tests habe
ich mittlerweile Kritik an der
Plastikausführung der Karabiner und Ösen
gelesen. Ich gestehe, dass ich hier zunächst
auch etwas kritisch war. Trotz intensiven
Einsatzes konnte ich hier aber bislang keine
Verschleisserscheinungen entdecken. Rein der
Vorsicht halber werde ich die Drehlagerung der
Karabiner aber einmal im Monat inspizieren.
Zum Lieferumfang gehört übrigens noch ein
zweiter Gurt, mit dem sich die Tasche
zusätzlich um den Bauch fixieren lässt. Ich
nutze das aber nicht, weil es das Tragen für
mich umständlicher macht.
Der einzige Schwachpunkt, der mir aufgefallen
ist liegt beim Tragegurt: Der Umhängegurt ist
zwar 5cm breit aber nicht gepolstert.
Eigentlich bin ich auch kein Fan dicker
verschiebbarer Polster, aber eine aufgenähte
Auflage o.ä. würde das Tragen noch etwas
bequemer machen. Das ist allerdings der einzige
Kritikpunkt. Dafür gibt es von mir 0,5 Punkte
Abzug bei der Verarbeitung.
Meine zusammenfassende Bewertung
Jeweils auf Skala von 1 (sehr schlecht) bis 5
(sehr gut):
Verarbeitung: 4,5
Verwendete Materialien: 5
Ergonomie: 5
Praktischer Nutzen: 5
Verfügbarkeit: 5
Preis-/Leistungsverhältnis: 4,5
Gesamtbewertung: 4,5
Mein Fazit: Ich möchte sie nicht mehr missen!
Equipment: An die Taschen!
Das Transportproblem und die Lösung: Tasche, Rucksack, Gürteltasche, Umhängetasche, usw, usw.
Für meine Bedürfnisse sind das 1. zum einen eine Reisetasche / Rucksack für Kurzreisen (1-3 Tage) und 2. natürlich Taschen fürs Fotoequipment.
1. Oft bin ich für ein paar Tage in Schweden unterwegs. Für die Kurzreisen muss nicht so fürchterlich viel Gepäck mit. Und die Tasche / Koffer / Rucksack muss/müssen kompakt sein. Da es oft auch um kurze Flugreisen geht, ist die Stabilität besonders wichtig. Haben Sie schon mal beobachtet, wie das Gepäck auf dem Flugplatz verladen wird? Dann wissen Sie, was ich meine.
Beim Rucksack-Center bin ich auf die Produkte von Deuter aufmerksam geworden. Durchdachte Produkte, robust und mit dem „gewissen Etwas“. Mein Favorit ist übrigens der Traverse 60.
Das Team vom Rucksack-Center antwortet sehr schnell auf Anfragen und Andreas, der Inhaber, ist ein sehr sympathischer Mensch. Für den übersichtlichen Shop und die Kommunikation gibt es von mir die Bestnote.
2. Fürs Fotoequipment bei schönem Wetter setze ich bislang die Domke-Bags ein. Durchdacht und funktionell. Aber für schlechtes Wetter, Eis und Schnee leider nur sehr eingeschränkt zu gebrauchen.
Auch dafür bin ich im Rucksack-Center fündig geworden bei den Messenger-Taschen (oft auch als „Fahhradkuriertaschen“ bezeichnet, was schon alles über die Robustheit und Wettertauglichkeit aussagt). Ein ausführlicher Test zu meiner bevorzugten Lieblingstasche folgt in Kürze!
Neue Rubrik: Equipment
Wir alle kennen das: Im Alltag gibt es Dinge, die sich einfach bewähren. Gute Dinge eben. Dinge, die ich gerne weiter empfehlen möchte. Dinge, die sich im Alltag Lapplands und im Alltag als Fotograf in Lappland bewähren.
Unser Alltag hier besteht aus teilweise extrem herausfordernden klimatischen Bedingungen. Oft sind wir lange „draussen“ in Eis und Schnee, bei Wind und Wetter und heftigen Minusgraden. Aber auch der Sommer stellt das Material vor manche Herausforderungen. Vom (freilich) kurzen Frühjahr ganz abgesehen. Da ist es immer noch kühl und - wegen der Schneeschmelze - „matschig“. Eine besondere Herausforderung für sich selbst.
Kurz und gut: Ich teste gerne Produkte auf ihre „Norrlandtauglichkeit“ und gebe auch gerne viele der kleinen „Tipps und Tricks“ weiter, die das Leben in diesen Breitengraden sehr erleichtern.
Davon dürfen Sie ab jetzt profitieren, insbesondere wenn Sie in ähnlichen Breitengraden (oder vergleichbaren klimatischen Verhältnissen) leben oder eine Reise oder einen Urlaub als Besucher und/oder Tourist planen.
Im Gegensatz zu üblichen „Tests“ erspare ich Ihnen die Dinge und Produkte, die sich nicht bewährt haben. Hier gilt „positiv zählt“. Ich empfehle Ihnen nur, was wir hier selbst für gut befunden haben („polarkreistauglich“). Das macht das Lesen und das Leben viel einfacher :)
Fototasche(n): Der Domke-Test hat begonnen...
Die Geschmäcker und Anforderungen an eine Fototasche sind sehr individuell und unterschiedlich. Allgemeingültige Empfehlungen für jedermann (und jedefrau) wird es wohl nicht geben. Aber vielleicht haben Sie ja zufällig die gleichen Anforderungen wie ich, dann können Ihnen diese Zeilen vielleicht helfen.
Für mich muss eine Fototasche:
- die Ihnalte sicher und gut schützen und verwahren
und vor allem
- einen schnellen Zugriff auf die Inhalte
ermöglichen.
Bei der Frage des Schutzes unterscheide ich, ob ich eine Tasche habe, mit der ich meine Aufrüstung als Gepäck aufgeben kann (was ich natürlich niemals machen würde), oder ob die Tasche mich nur auf einer Tour begleiten soll. Im praktischen Fall geht es um letzteres.
Für den schnellen täglichen Einsatz hänge ich mir oft einfach nur die kompakte D40 mit dem 18-250 um den Hals. Oft ist das alles, was ich brauche. Wenn ich allerdings zu offizielleren Terminen muss kommt es häufig nicht so gut mit der um den Hals baumelnden Kamera zu erscheinen :) Manchmal müssen auch einfach noch ein Zweitgehäuse, ein Blitz und 2 oder 3 andere Objektive mit. Dann stellt sich die Frage der richtigen Tasche.
Alle möglichen Formen an Fototaschen werden angeboten:
Von Fotorucksäcken halte ich nichts, da ich schnellen Zugriff auf meine Ausrüstung haben möchte. Ein Rucksack ist da viel zu unpraktisch, vom Diebstahlrisiko mal ganz zu schweigen.
Gürteltaschen fände ich eigentlich optimal, wäre das nicht das Grössen- und Handlingproblem: Bei der Grösse, die eine Gürteltasche haben muss, um das benötigte Equipment aufzunehmen fühle ich mich durch die Gürteltasche zu sehr eingeengt.
Also habe ich mich entschlossen, zwei Schultertaschen in zwei unterschiedlichen Grössen einem Test zu unterziehen. Einmal das handliche Format für eine Kamera mit Objektiv und dem "Grundzubehör" (Blitz, Speicherkarten, Ersatzakkus, Reinigungszeugs, Kleiner Schreibblock, Stifte), zum anderen ein grösseres Format, das zwei Gehäuse und mehrere Objektive (und das oben aufgezählte Zubehör) aufnehmen kann. Nach mehreren Gesprächen mit Bekannten und Freunden und einer Internetrecherche habe ich mich für den Hersteller Domke entschieden. Ausserhalb der USA sind diese Taschen leider nur sehr schwer zu bekommen, daher ist eine Direktbestellung bei einem US-Versender der einfachste Einkaufsweg.
Die Domke-Serie geht auf den Fotojournalisten Jim Domke zurück, der sich in den 70er Jahren selbst sehr darüber geärgert hat, dass er keine praktische Kameratasche für die Bedürfnisse eines Fotoreporters auf dem Markt gefunden hat. Eine Tasche, die guten Schutz für den Inhalt bietet, aber inm erster Linie den superschnellen Zugriff auf den gesamten Inhalt bietet. Also hat er überlegt, und den ersten Prototypen selbst geschneidert und genäht. Kurze Zeit später zählte "die Domke" zu den beliebtesten Fototaschen im Profibereich. Die Produktlinie umfasst mittlerweile Taschen für fast alle fotografischen Bedürfnisse, die aber alle die Grundkonzeption Jim Domkes teilen. Alle Taschen sind qualitativ äusserst hochwertig und "made in the USA". Weitere Informationen zu Domke gibt es hier und für den Einkauf empfehle ich B&H. Soweit in aller Kürze.
Ein weiteres Argument für Domke-Fototaschen ist übrigens deren "ziviles Aussehen". Man sieht nicht so schnell, dass es sich um eine Fototasche handelt, was das Diebstahlrisiko minimiert. Wer ganz vorsichtig sein will, entfernt das Markenschild und hat damit noch ein paar Prozent Sicherheit gewonnen.
Die Woche über war ich nun jeden Tag beruflich mit Kamera unterwegs und habe die zwei eingetroffenen Domke Exemplare begonnen zu testen. Ausführlichere Details folgen später, ich kann aber schon sagen, dass mich beide Taschen wirklich zu 100% begeistern. Kein Vergleich zu den Lowepro-Taschen, die ich bislang im Einsatz hatte. Die dürfen jetzt in den Ruhestand!
Ausführlicher Testbericht mit Bildern folgt in einigen Tagen.