Consistency - Travel Photographer Bob Holmes trifft den Nagel auf den Kopf
-> Unbedingt sehens- und hörenswert, welche wertvollen Tipps und Einsichten Bob teilt.
Eine Passage bringt es meines Erachtens nach “auf den Punkt”:
“Everyone can get occasionally great photographs. But the secret is to be consistent. The thing that separates Professionals from Amateurs is that we can have a horrible day; you had a fight with your wife; you got a hangover, everything is going wrong. And yet you still have to go out and make great photographs. And the only way you can do this is practice, practice, practice.”
Framing card - The best thing before you pick up the cam: A Marc Silber recommendation
Wichtiger als die Frage nach der richtigen Linse, der richtigen Kamera oder der richtigen Anwendung des Zone-Systems?
Ganz einfach. Ganz grundlegend. Ganz effektiv: Sehen lernen.
Die optimale Hilfestellung dafür ist simpel: Zuerst zur “framing card” greifen und sehen, wahrnehmen und fühlen.
Marc Silber hat dazu kürzlich einen äusserst empfehlenswerten Beitrag auf seinem Blog veröffentlicht.
Der Beitrag enthält auch einen Link zu einem Lehrvideo und sogar ein Muster mit dessen Hilfe eine framing card ganz einfach selbst hergestellt werden kann.
5 Foto-Tipps (nicht nur) für den Urlaub in Lappland
1. Es darf und soll Spass machen!
Sie sind im Urlaub. Nicht auf Arbeit und nicht auf Akkord. Knipsen Sie was Ihnen Spass macht und wenn Sie sich danach fühlen. Setzen Sie sich nicht unter Zwang. Immer locker bleiben! Lassen Sie sich nicht einschüchtern von allpräsenten, vermeintlichen “Fotoprofis”, die sich “wichtig machen”. Fotografieren Sie stattdessen, was Sie persönlich anspricht und bei Ihnen Emotionen auslöst.
2. Ran ans Motiv!
Gar nicht oft genug zu betonen. Ran an das Wesentliche. Was wollen Sie mit Ihrem Bild zeigen? Genau das soll auch auf dem Bild zu sehen sein. Scheuen Sie sich nicht, sich ein paar Schritte in Richtung Motiv zu bewegen. Und Details berichten oft viel mehr über eine Situation, einen Platz oder einen Menschen als “langweilige” Panoramaaufnahmen und Übersichten.
3. Gerne ein paar Bilder mehr machen
Machen Sie ruhig ein paar Bilder zuviel - jedenfalls wenn Sie digital fotografieren. Knipsen Sie drauf los, wenn Ihnen danach ist, und Sie ein spannendes Motiv gefunden haben (vorausgesetzt Sie haben Ersatzbatterien oder einen Ersatzakku, und eine zusätzliche Speicherkarte dabei). Wieder zu Hause löschen Sie am heimischen Computer einfach gnadenlos alle Fotos, die Ihnen nicht gefallen. Voilà.
4. „Abseits der Wege gehen“
Es gibt überall auf der Welt die bekannten “Postkartenmotive”. Die müssen Sie eigentlich nicht mehr fotografieren. Kaufen Sie lieber eine Postkarte oder greifen Sie auf das Bild im Reiseführer zurück. Viel gebender ist es, sich abseits der ausgetretenen Pfade zu bewegen und auch zu fotografieren. Machen Sie Ihre eigene und ganz persönliche Urlaubsreportage. In der Regel ist es dabei viel wichtiger, eine Stimmung oder Atmosphäre einzufangen. Ganz wie wenn Sie selbst für GEO oder National Geographic schreiben und knipsen würden. Da würden Sie doch auch nicht das 100.tausendste Foto der Tower-Bridge knipsen, oder?
5. Licht, Licht, Licht
Bestimmt ist es Ihnen ohnehin bereits aufgefallen: In den frühen Morgenstunden und in den Abendstunden (“goldene Stunden”) hat das Licht die “besondere Fotoqualität”. Besonders schöne Motive verdienen es, bei diesen besonderen Lichtverhältnissen abgelichtet zu werden. Gilt übrigens nicht für alles. Die einfache Faustregel (die aber auch bewusst durchbrochen werden darf) lautet: Details und Portraits besser bei bedecktem Himmel und diffusem Licht; Landschaft und alle Totalen in den goldenen Stunden.
Übrigens: Der wichtigste Tipp für gute Urlaubsfotos ist es, immer die Kamera dabei zu haben. Deswegen lieber eine brauchbare Kompaktkamera in der Jacken- oder Hosentasche dabei, als die Spiegelreflexausrüstung im Hotelzimmer zu haben.
Und ganz speziell für alle diejenigen, die nach Lappland in den Urlaub reisen: Ein richtig gutes Insektenschutzmittel sollte keinesfalls fehlen. Wir empfehlen Mygga (und verraten Ihnen auch warum).
Haben Sie Fragen zum Thema Urlaubsfotos? Einfach die Kommentarfunktion nutzen. Ich verspreche Antworten nach bestem Wissen und Gewissen :)
Mark Mc Loughlin
Über Facebook bin ich vor einigen Wochen auch auf den begabten und talentierten englischen Nachwuchsfotografen Mark Mc Loughlin aufmerksam geworden.
Mark - gerade einmal 17 Jahre alt - hat sich der Sportfotografie verschrieben, liefert aber auch in etlichen anderen Genres wirklich ansehnliche Ergebnisse ab. Er steht kurz davor, das College zu beginnen. Natürlich in der Fachrichtung Fotografie. Und er hat auch schon bei etlichen Sportevents sehr erfolgreich geschossen.
-> Zum Flickr-Stream von Mark Mc Loughlin
Bemerkenswert: blindphotographers.org
Wie geht denn das? - Das haben wir uns gefragt, denn Blind Photographers ist eine Seite rund um die Werke von nichtsehenden und sehgeschädigten Fotografen. Unglaublich, oder? Sehen und staunen Sie selbst!
-> Blind Photographers
A closer look: Bibble 5.1 - Die RAW-(R)Evolution geht weiter
Wir haben die 5.1 Pro-Version übers Wochenende bereits an den ca. 1.500 Aufnahmen des Wochenendes getestet und sind ganz angetan.
Einige neue und nützliche Funktionen sind hinzugekommen und die PlugIn-Verwaltung wurde deutlich vereinfacht. Wermutstropfen dabei ist allerdings, dass die PlugIn-Pakete jetzt in einem neuen Format vorliegen müssen. Noch nicht alle PlugIn-Programmierer haben ihre PlugIns im neuen Format bereit gestellt (für alle, die es ganz eilig haben, gibt es im Supportforum aber auch einen Workaround).
Einen Überblick über die wichtigsten Neurungen und Änderungen habe ich von der Seite des deutschen Vertriebes für Bibble (Application Systems in Heidelberg) hierher kopiert:
• NEU: Reparieren & Klonen - "Reparieren & Klonen" ist ein praktisches Retusche-Werkzeug zum Reparieren von Verschmutzungen inklusive Sensorflecken und für die gezielte Korrektur fehlerhafter Bildinhalte durch Klonen intakter Bildbereiche.
• NEU: Perfectly Clear® - Die 1-Klick-Optimierung "Perfectly Clear®" wurde von Athentech Imaging entwickelt und nutzt eine intelligente, dynamische Kombination verschiedener aufwendiger Korrekturfunktionen zur automatischen Bildoptimierung. Perfectly Clear macht in den meisten Fällen viele aufeinanderfolgende manuelle Bearbeitungsschritte überflüssig und erlaubt es so, mit nur einem Mausklick Bilder für Präsentation, Web-Export oder Ausdruck aufzubereiten.
• NEU: Web-Galerien - "Web-Galerien" generiert via Stapelverarbeitung Web-taugliche Fotogalerien aus den selektierten Bildern.
• NEU: Auto-Kontrast - Auto-Kontrast sorgt für eine automatische Korrektur von Spitzlichtern und Schatten.
• SDK und Schnittstelle für Drittanbieter-Plug-ins wurden wesentlich erweitert und verbessert und ermöglichen jetzt noch mehr und leistungsfähigere Zusatzfunktionen.
• NEU: Format-Support für weitere Konica Minolta-Kameras: ALPHA-5 DIGITAL, ALPHA SWEET DIGITAL, ALPHA-7 DIGITAL
• NEU: Format-Support für weitere Olympus-Kameras: E-450 und E-600
• NEU: Format-Support für weitere Panasonic-Kameras: Lumix DMC-G2 und Lumix DMC-G10
• NEU: Format-Support für weitere Sony-Kameras: a450, NEX-3 und NEX-5
• NEU: Linsenkorrektur für folgende Canon-Objektive: Canon EF-S 18-200mm f/3.5-5.6 IS, Canon EF-S 15-85mm f/3.5-5.6 IS USM (Rekalibrierung)
• NEU: Linsenkorrektur für folgendes Nikon-Objektiv: Nikkor 28-70mm f/2.8D IF-ED AF-S Zoom
• NEU: Linsenkorrektur für folgende Sigma-Objektive: Sigma 70-200mm f/2.8 EX APO IF HSM, Sigma 50mm f/1.4 EX DG HSM
• NEU: Linsenkorrektur für folgende Tamron-Objektive: Tamron SP AF 90mm f/2.8 Macro 1:1, Tamron SP AF 10-24mm f/3.5-4.5 Di II LD Aspherical (IF), Tamron SP AF 17-50mm f/2.8 XR Di II VC LD Aspherical (IF)
• NEU: Linsenkorrektur für folgendes Zeiss-Objektiv: Zeiss Vario-Sonnar T* DT 16-80mm f/3.5-4.5 ZA
• Weitere Optimierungen
Fotografie Update und Browserfutter
- Eine Quelle von Inspiration und Tipps ist das Blog von Marc Silber. Insbesondere seine Interview- und Lehrfilme sind sagenhaft gut.
- Auch der amerkanische Hochzeitsfotograf David Ziser hat einen hochinformativen Blog zu bieten, in dem er regelmässig auch jede Menge Tipps rund ums Fotografie-Business postet.
- Und etwas deutschspachiges Futter gibt es auch zu vermelden: Bei Blogtimes ist blogfrisch (druckfrisch passt da ja irgendwie nicht) die Liste der deutschspachigen Fotografieblogs zu lesen. Genug inspirierender Lesestoff für mehrere Tage!
Bibble 5: Auf die richtige Einstellung kommt es an
Heute wieder mal ein Beitrag zum RAW-Workflow, d.h. zu Bibble. Je länger ich mit der nun etwa ein halbes Jahr vorliegenden 5-er Version von Bibble arbeite, desto mehr bin ich begeistert. Aktuell ist übrigens die Version 5.0.3.
Zwar nutze ich immer noch meine “althergebrachte” Form der Medienverwaltung, sprich das gute, alte iView Media Pro (schon einige Jahre alt aber m. E. immer noch unschlagbar). Der Rest des Workflows spielt sich aber zu 95% in Bibble ab. Photoshop ist für Auftragsarbeiten nur noch sehr selten im Einsatz.
Wie bei allen neuen Geräten und Programmen braucht aber auch Bibble ein paar Grundeinstellungen. Nicht anders als bei der Kamera. Mit den “Ab-Werk-Einstellungen” lassen sich nur selten richtig gute Ergebnisse erzielen :)
Und da mich in den vergangenen Wochen einige Mails zu diesem Fragenkreis errreicht haben, möchte ich diesen Beitrag den Grundeinstellungen in Bibble widmen. Natürlich spiegeln sich hier auch einige individuelle Aspekte des Sehens und des eigenen Geschmacks wider. In jedem Fall kann ich aber einen guten Ausgangspunkt anbieten.
Vorab: Bibble öffnen und eine RAW-Datei öffnen. Am besten eine, die noch nie zuvor mit Bibble geöffnet worden ist. Auf die Miniatur der Datei doppelklicken (grosse Anzeige) und dann legen wir los:
Arbeitsfarbraum und Ausgabefarbraum
Mit den Farbräumen herrscht immer wieder eine Menge Verwirrung. Die heutigen Digitalkameras haben in aller Regel einen Farbumfang, der über die gängigen (!) Farbräume, also Adobe-RGB und sRGB weit hinausgeht. Die Daten müssen also in die kleinen Farbräume “hineingequetscht” werden und dabei kommt es zu Verlusten.
Deswegen ist es wichtig, für die interne Verarbeitung einen möglichst grossen Farbraum zu wählen, damit die internen Berechnungen des Programmes eine möglichst grosse Datenbasis zur Verfügung haben. Dieser interne Farbraum wird als “Arbeitsfarbraum” bezeichnet. Wählt man hier einen kleinen Arbeitsfarbraum, geht - bildlich gesprochen - einiges an Möglichkeiten der internen Verarbeitung “verloren”. Bitte ggf. selbst ausprobieren: Man sieht den Unterschied deutlich!
Der optimalste Arbeitsfarbraum in Bibble ist derzeit Pro Photo RBG.
-> Einstellung über den Reiter “Farbe” rechts. Dann zum Tab “Farbmanagement” (ggf. aufklappen) und im zweiten Aufklappmenü dann “Pro Photo RGB” auswählen.
Die nächste Frage ist nun die nach dem
passenden Ausgabefarbraum. Fürs Web wäre das
sRGB, für Print i.d.R. Adobe RGB (1998). Bei
Unklarheiten zum Ausgabefarbraum den
Auftraggeber fragen, welchen Farbraum er
bevorzugt! Der Ausgabefarbraum in Bibble wird
in den Ausgabequeues eingestellt.
-> Dazu Menü links aufklappen (nach links
zeigendes Dreieck ganz oben links) und auf die
entsprechende Ausgabequeue (z.B. JPEG Full
Size) klicken. Dann im Fenster mitte-links den
Ausgabefarbraum wählen.
Warum ist der Ausgabefarbraum wichtig? Wird ein
“zu grosser” Farbraum verwendet, verfälschen
sich die Farben deutlich. Oft sehe ich Fotos im
Web, die z. B. den Pro Photo Farbraum
enthalten. Das sieht dann meistens ziemlich
komisch aus :)
Tipp: Ctrl-Klick auf eine der Ausgabequeues
öffnet ein Kontextmenü. Dort kann über
“Duplizieren” oder “Neu” eine neue Ausgabeque
erstellt werden. So kann eine Queue für jeden
erforderlichen Ausgabefarbraum erstellt werden.
Übrigens ist der Ausgabefarmraum auch bei den
Print-queues wichtig. Bitte ggf. drandenken.
Spielt für mich aber keine Rolle, da ich die
Print-queues aus Bibble heraus nicht benötige
und nicht nutze.
Bildprofil
Die verschiedenen Bildprofile rendern das Bild
unterschiedlich. Für den ersten Blick und die
weitere Bearbeitung ist daher ein möglichst
neutrales Profil sinnvoll. Das neutralste
Profil hört auf den Namen “Portrait reduziert”.
-> Rechter Reiter “Std”, Tab
“Basiskorrekturen” (ggf. aufklappen), zweites
Aufklappmenü und dort “Portrait reduziert”
auswählen.
AutoKorrektur
An dieser Stelle bietet es sich an, auch gleich
die AutoKorrektur abzuschalten. Diese “spreizt”
das Histogramm so, dass der gesamte Bereich
ausgenutzt wird. Das Bild wird subjektiv
“heller” und verändert sich. Mit
eingeschalteter AutoKorrektur lässt sich eine
RAW-Datei schlecht beurteilen. Und wenn es denn
dann “heller” werden soll, dann bitte mit
Belichtungskorrektur (oder Füllicht).
-> Rechter Reiter “Std”, Tab
“Basiskorrekturen” (ggf. aufklappen), das
Häkchen bei AutoKorrektur abwählen.
IPTC-Metadaten
Ein guter Rat ist es, in jedes Bild einige
elementare Metadaten einzubetten.
-> Rechter Reiter “Meta”, Tab “Metadaten”
(ggf. aufklappen), im Aufklappmenü
“Photgrapher” auswählen und die einzelnen
Felder mit den eigenen Daten betanken.
U.U. ist es aber sinnvoll die Metadaten über
mehrere Presets separat hinzu zu fügen. So z.
B. wenn Bilder an Stock-Agenturen angeboten
werden sollen, denn verschiedene
Stock-Agenturen lassen z. B. Weblinks in den
Metadaten nicht zu.
Weitere Einstellungen
Hier setzt der persönliche Geschmack ein. Ich
empfinde oft einen kleinen Farbschub als
hilfreich. Hier bietet sich der Vibrance-Regler
an (da dieser die Hauttöne weniger stark
beeinflusst). Meine persönliche Vorgabe liegt
oft bei +5. Je nach Bildserie bietet sich auch
eine spezielle Gradationskurke (z. B. S-Kurve
oder ein spezielles “Filmimitat”) als Preset
an. Dazu schreibe ich aber zu einem späteren
Zeitpunkt einen ausführlicheren Artikel.
Wichtig - Alles als Voreinstellung
festlegen
Nun folgt der letzte und wichtigste Schritt.
Wir wollen nun alle festgelegten Einstellungen
als Voreinstellung für künftige Bilder
speichern.
Dazu machen wir das Bild jetzt wieder zur
Miniatur.
-> Menüleiste oben mittig auf das Symbol für
Miniaturen klicken. Dann einfacher Ctrl-Klick
auf das soeben mit den Einstellungen versehene
Miniaturbild. Im Kontextmenü jetzt
“Einstellungen” wählen.
Nun bieten sich zwei Alternativen:
Entweder die soeben festgelegten Einstellungen
als generelle, oder als kameraspezifische
RAW-Vorgabe sichern. Ich verwende eine
generelle RAW-Vorgabe. Je nach Wunsch den
entsprechenden Menüeintrag wählen und im
nächsten Bildschrim auf “OK” klicken. Voilà.
Alle künftig (erstmals) mit Bibble geöffneten
Bilder haben die entsprechenden
Voreinstellungen!
Das war es für heute in Sachen Bibble. Fragen
gerne einfach in die Kommentare posten.
Der nächste Artikel zu Bibble wird sich um die
PlugIn-Essentials drehen: Welche der
mittlerweile recht zahlreichen PlugIns sind ein
“must have”.
"Tiefenmotive" - Was ist Kunst in der Fotografie? Ein Gastbeitrag von Petra Fuelbert
Die Vorgeschichte: Ein Beitrag im illuminateblog vom 14. Mai unter dem Titel “Gesellschaften für Bewunderung auf Gegenseitigkeit” und die aktuellen Diskussionen in der Fotoblogwelt um die “100-er Liste” bei Janasworld, haben in den letzten Tagen im Hause Lapplandblog zu umfassenden Diskussionen und Gesprächen geführt. Und letztlich sind wir auf den Trichter gekommen, dass es eben um Kunst geht oder um Nicht-Kunst. Bloss: Was ist Kunst in der Fotografie eigentlich?
Petra - auch “Frau Lapplandblog” genannt - ist in einer eigenen Art von Kunst, der mahlemiutischen, tätig. Neben dem Malen fotografiert Sie auch recht viel. Mehr von ihr gibt es auf ihrem Blog zu sehen und zu lesen.
Nun aber zum Gastbeitrag:
Was ist Kunst in der Fotografie?
Menschen fotografieren, so wie es
ihrem Charakter,
ihrer Sozialisierung, und
ihren bislang im Leben gesammelten Erfahrungen entspricht.
Weil die meisten Menschen die Dimension des linearen Denkens nicht durchbrochen haben oder durchbrechen können, benötigen sie das Wissen über Technik mit dessen Hilfe sie versuchen, in die nächsthöhere menschliche Entwicklungsdimension vorzudringen. Denn aus der menschlichen Entwicklung folgt die handwerkliche Entwicklung und aus dieser die Künstlerische. Kurz: Vom Azubi hin zum Gesellen, zum Meister und dann Schlussendlich innerhalb des Handwerkes zur künstlerischen Gestaltun. Leider bleiben die allermeisten Menschen irgendwo auf dem Weg für den Rest ihres Lebens stehen.
Der Mainstream suggeriert uns allen ständig, wir bräuchten alles mögliche an (neuer) Technik. Dadurch werden die Emotionen gehemmt, was geradezu ein Verbrechen am fotografierenden Menschen ist. Schlimmer noch: Propagiert durch - oft selbsternannten “Gurus” - folgen Menschenströme dieser selbstzerstörerischen Masche.
Folgt Mensch dem Mainstream, wird die Technik, also die Fototechnik, zu einer “Krücke”. Diese behindert viel eher, als sie hilfreich ist. Weil die Menschen das nicht erkennen (können oder wollen?), entwickeln sie sich nicht weiter. Ein Heer von technikvernarrten Kopisten entsteht. Es entstehen Bilder mit “Motivtiefe”, statt echte “Tiefenmotive”.
Kunst aber sind mit Emotionen beladene “Motive”.
Die Belichtung selbst in die Hand nehmen - Die Handflächen als Belichtungskalibrierung verwenden
Warum den Aufwand? Gerade bei Festlichkeiten, z. B. Hochzeiten, gibt es zuhauf Flächen, die durch Überbelichtung “ausbrennen” („ausfressen“) können. Die oft verwendete Matrixmessung nimmt eben nur einen Durchschnittswert.
Eine Braut mit ausgebranntem Brautkleid oder Schleier ist nun aber alles andere als schön (und der Kunde wird sich zurecht fürchterlich ärgern). Auch mit Highlight-Recovery ist da meistens gar nichts mehr zu machen, weil es keinen Farbkanal mehr gibt, der noch sinnige Informationen enthält.
Die richtige Belichtung ist also das A und O. Ansel Adams und seinem Zone-System folgend sollte auf Zone IX belichtet werden. Am rechten Rande des Histogramms sollte also noch ein klein wenig “Luft” verbleiben, um das “Ausbrennen” oder “Ausfressen” zu verhindern. Um auf Nummer sicher zu gehen, gibt es eine ganz simple und effektive Methode: Die Handflächen-Belichtungsmessung! Natürlich geht es auch mit der Graukarte, nur verirrt sich das Ding immer dahin, wo es gerade unauffindbar ist. Bei mir zumindest. Eine Handinnenfläche ist aber im Regelfall zur Hand :)
Schritt für Schritt:
1. Halte Deine Handfläche unter denselben Lichteinfall wie Dein Objekt. Wenn Du verschwitzte Hände hast, wische sie vorher ab um Reflektionen zu verhindern, welche die Messung beeinflussen könnten.
2. Achte darauf, dass Deine Handfläche möglichst formatfüllend im Bild ist. Achte darauf, dass Du nicht selbst einen Schatten auf Deine Handfläche wirfst.
3. Fokussiere manuell auf unendlich. Damit beeinflussen die Feinheiten und die Zeichnungen Deiner Handfläche die Messung nicht.
4. Merke Dir die jetzt angezeigten Belichtungswerte (oder nutze den Belichtungslock).
5. Jetzt eine Blende weiter auf und die Belichtung passt perfekt.
Warum funktionert das? Der Belichtungsmesser ist auf “Neutralgrau” geeicht. Das entspricht Zone V im Zone-System. Die Handinnenflächen haben Zone VI. Deswegen nach der Messung auf die Handfläche eine Blende aufmachen.
Genial, oder?
Cooles Tool: Elements+ von Andrei Doubrovski
Hintergrund für diesen Beitrag ist eine Diskussion über die verschiedenen Photoshop-Versionen, die ich in der vergangenen Woche geführt habe. Warum fehlen den vergleichsweise günstigen Elements-Versionen einige wirklich wichtige Funktionen? Gute Frage. Aber es gibt sogar eine noch bessere Antwort. Sie hört auf den Namen “Elements+”.
Andrei Doubrovski, findiger Photoshop-Spezialist und Programmierer hat herausgefunden, dass die Scripting Funktionen der grossen Photoshop-Versionen auch in den Elements-Versionen implementiert sind. Sichtbar für den Anwender sind sie nicht, vorhanden sind sie trotzdem. Diesen Ansatzpunkt hat er sich dann zunutze gemacht, um Photoshop-Elements mehr Power “einzuhauchen”.
In den Bereichen Farbe und Ton, Auswahlbefehle, Ebenen, Smart-Objects, Maskierungsfunktionen, Smartfilter, Pfade, Arbeiten mit Test und Skripte erweitert das kleine Tool von Andrei Doubrovski die Funktionalität. In vielen Bereichen kann Elements damit mit den grossen Brüdern gleichziehen. So bekommt Photoshop-Elements z. B. einen richtigen Kanalmixer und kann mit editierbaren Gradationskurven umgehen.
Das von Andrei Doubrovski entwickelte Tool ist genau genommen eine Sammlung von Skripten, die über die Effekte-Palette aufgerufen werden und zu den verborgenen Funktionen führen. Elements+ ist für alle Photoshop-Elements Versionen von der 1.0 bis zur aktuellen 8.0 erhältlich. Für die neueren Photoshop-Elements-Versionen 6.0 und 8.0 ist der Turboschub besonders ausgeprägt, weil Adobe hier eine vollständigere Skriptimplementierung vorgesehen hat.
Eine Übersicht über alle neuen Funktionen sowie eine Demoversion sind auf der Homepage von Elements+ zu finden.
Die Preisgestaltung ist mehr als anständig. Gerade mal 12 US-Dollar kostet der geniale kleine Helfer.
Ein echter Geheimtipp!
Sensorreinigung extrem
Ein Bekannter hat vorbeigeschaut mit einer Kamera, die ein sehr ernstes Problem hatte. Er hatte die DSLR (eine D40) ein Jahr offen, d.h. ohne Objektiv oder Deckel im Regal stehen lassen.
Eines dieser winzigen schwarzen fliegenden Krabbelinsekten (keine Ahnung wie die Dinger heissen, aber sie sind bestimmt bekannt) hatte es tatsächlich geschafft, sich zum Sensor durchzuarbeiten um dort zu versterben.
Mein Bekannter hatte dann eine umfassende Sensor-Nassreinigung versucht. Da der „Fleck“ - nachvollziehbarerweise - sehr beharrlich war, hat er dann etwas Eclipse-Reinigungsflüssigkeit (er sprach von 2-3 Tropfen) direkt auf den IR-Filter geträufelt. Es geschah, was kommen musste: Das Methanol ist schwuppdiwups den Rahmen hindurch und hat sich zwischen den Sensor und das Glas verteilt.
Dann hat er mich angerufen und ein SOS durchgegeben. Er kam dann gleich vorbei, und ich habe eine jener Operationen gemacht, bei denen man immer feuchte Hände bekommt:
Kamera zerlegt - dem Internet sei Dank - und den Sensor freigelegt und das Sensormodul ausgebaut. Schliesslich die Halterung des Lowpass-Filters (3 Schräubchen, eine davon unglaublich festsitzend..., abmontiert und mit mehreren Pec-Pads in den Händen das Glas abgehoben und gewartet, bis der Schmodder auf dem Sonsor verdunstet war. In der Zwischenzeit mit viel Methanol und einigen Pec-Pads (natürlich mit Latexhandschuhen) den Lowpass-Filter so lange geschrubbt, bis die sterblichen Überreste des Insektes endlich verschwunden waren. Dann gings ans Zusammenschrauben. Und - oh Wunder - es hat geklappt. Anschliessend noch eine zusätzliche, behutsame (!) Sensorreinigung und alles wieder bestens.
Was lernen wir daraus?
- Um die Leiterbahnkabel abzuziehen braucht man vermutlich japanische Minifinger. Ein endloses Gefummel.
- Das blasslilafarbene Käbelchen von der Platine ab- und später wieder anzulöten ist Nervenkitzel pur.
- LASS DEINE KAMERA NIE OHNE OBJEKTIV UND OHNE SCHUTZDECKEL AUF DEM BODY RUMSTEHEN!
- Lass die Finger von Sensorreinigungen, wenn Du nicht weisst, was Du tust (und wie).
Hier ein Foto vom Demontage-Zwischenstand:
Photography News 12/2010
- Nicht ganz Foto, aber Film: Dass niemand mehr baupte, es gebe keine guten Filmproduktionen aus Deutschland mehr. Summerhill-Lights, ein “kleiner” Independent-Filmproduzent beweist das Gegenteil. Das Schwesterblog hat gerade den ersten Teil einer Rezension zur Trilogie “Wissen über die vierte Macht”, “Revision” und “Schweigen ist feige” veröffentlicht. Im ersten Teil geht es um den Streifen “Wissen über die vierte Macht”. Eine sehr schöne Rezension, übrigens mit Film zum Film!
- Alle Knipser, die sich mit dem Gedanken tragen Hochzeitsfotografie zu betreiben, sollten sich dieses Video (Englisch) in aller Ruhe ansehen und dann nochmals in sich gehen, ob sie diesem Business wirklich gewachsen sind.
- Mehr Fotografie aus Schweden: Der in Malmö beheimatete Fotograf Johan Bävman hat 2009 beim internationalen Wettbewerb „UNICEF-Foto des Jahres“ mit einem Foto aus seiner Reportageserie “Albino - In the shadow of the sun” den ersten Preis gemacht. Das Siegerfoto zeigt zwei Schülerinnen im Klassenzimmer einer Schule im Norden Tansanias. Die hellhäutige Selina spielt mit ihrem besten Freund, dem sehbehinderten Mwanaidi. Selina leidet an Albinismus - eine Pigmentstörung, die Haut, Haare und Augen extrem hell und empfindlich macht. Die ganze Serie ist äusserst sehenswert. Auf Johans Homepage auf “Reportage” klicken.
- Zum bereits vor dem Verkaufsstart sagenumwobenen iPad ein interessanter Film zur Zukunft der Multimedialität. Gefunden bei Dominik Moser.
- Einen Blick Wert sind die Portfolios von Tim Kettering.
- Interessante Bilder von den Paralympics und anderen Sportereignissen für Athleten mit Behinderung aus den Jahren 2003-2010 gibt es auf http://www.talbronstein.net zu sehen. Die Seite ist auch ein interessantes Lehrstück in Sachen Business: Marktlücke, d.h. Nische, finden und ein Verkaufskonzept entwickeln.
- Puh. Nachdem der bekannte PlugIn-Programmierer “Sadman” nun sein neuestes PlugIn “Typewriter” vorgestellt hat, ist mein neuer Workflow in Bibble nun endlich komplett. Typewriter (derzeit noch offiziell “Beta”, die aber bereits wie ein Schweizer Uhrwerk läuft - mehr dazu hier) ist ein schlankes, kleines und feines Watermarking-Tool. Im Workflow entwickle ich jetzt erst die hochauflösenden Bilder für Kunden und Archiv und dann im zweiten Durchgang über zwei selbst erstellte Batchques die Web-Versionen (lange Kante 600, bzw. 400 -soweit benötigt). In den Ausgabebatches können bei Bibble einige sehr nützliche Einstellungen vorgenommen werden, z.B. eine spezielle Nachschärfung für die Darstellung im Web. Besonders faszinierend auch die hocheffektive Kompression. Im Qualitätsvergleich liefert Bibbe mir mit Abstand die schlankesten und besten Files. Das Einfügen der IPTC-Daten und das Watermarking mit Typewriter wird mit einem Preset erledigt. Endlich steht die “all-in-one”-Lösung :)
- Und wer schliesslich den Sonntag noch für einige mehr philosophisch angehauchte, aber sehr erschreckende, Gedankenspiele zur Zukunft der „Sozialen Medien“ verwenden möchte, dem sei wärmstens ein sehr provokativer und in ungewöhnlich harten und deutlichen Worten geschriebener Artikel von Markus Reiter in der Zeit-Online ans Herz gelegt: Dumm 3.0.
- In eigener Sache: Habe eine „Real-Raw“ Kiev 60 Mittelformatkamera, Volna 80mm f2.8 Objektiv (entspr. 50mm KB), Ledercase, Prismensucher mit Belichtungsmesser und Lichtschachtsucher, Blitzadapter, abzugeben. Bei Interesse bitte Gebot per Mail.
Allen Leserinnen und Lesern eine gute Woche!
- Nicht entzerrter Blick aus dem alten Rathaus
in Umeå -
Filmrezension - Shooting Beauty - everyone deserves a shot - Ein Film über Authentizität und Fotografie
Eine Rezension von Petra Fülbert und Henning Wüst
Heute wieder eine Rezension. Es geht um den von Courtney Brent und George Kachadorian produzierten Film “Shooting Beauty - everyone deserves a shot”. Ein “Independent-Movie” über Authentizität und Fotografie, der leider im europäischen Raum noch nahezu unbekannt ist.
Du denkst, Dir
fehlen die Voraussetzungen, um gute Bilder zu
machen?
Du machst Dir Sorgen über die von Dir
eingesetzte Technik und meinst, Du brauchst
unbedingt noch diese oder jene Kamera oder
dieses oder jenes Obketiv, um gute Bilder
machen zu können?
Du hast vielleicht Sorgen. Aber: Dir kann
geholfen werden!
Bekanntlich gibt es keine Zufälle. Trotzdem
sind wir vor etwas 3 Monaten durch einen
“glücklichen Zufall” auf den Film “Shooting
Beauty - everyone deserves a shot” gestossen.
Der Film, der unserer Meinung das Wesen und den
Spirit der Fotografie am Besten auf den Punkt
bringt. Ein echtes Juwel. Mannigfaltige
Horizonterweiterung in verschiedener
zusätzlicher Hinsicht gibt es gleich noch mit
dazu. Shooting Beauty ist übrigens kein
Film nach Drehbuch, sondern schildert über
mehrere Jahre hinweg den Verlauf eines
tatsächlichen Projektes.
Courtney Brent ist als Fotografin in Bosten
tätig und stammt aus einer Familie, in der sich
alles ums Mode-Business dreht. Sie fotografiert
Mode und “schöne Menschen” in allen modischen
Lebenslagen. Bei einem Shooting wird sie auf
“diese Menschen in ihren Rollstühlen”
aufmerksam. Sie geht diesen Menschen nach und
stösst auf ein Zentrum für Menschen cerebral
bedingten Behinderungen und wird eingeladen,
auch dort zu fotografieren. Sie überwindet sich
und sagt zu. Was sie dort sieht und erlebt,
lässt sie dann nicht mehr los. Die Bilder
verfolgen sie und sie wird mit ihren eigenen,
dort gemachten Aufnahmen tief unzufrieden.
Plötzlich kommt ihr dann der Gedanke, die
Rollen zu tauschen. Diese Menschen sollen
selbst in die Rolle des Fotografen schlüpfen,
und die Kamera “in die Hand nehmen”. Sie stösst
auf Zustimmung.
Courtney kauft also eine Menge Kameras ein -
alles analoge Kameras übrigens - und beginnt,
die Kameras handicapgerecht für jeden ihrer
neuen Kolleginnen und Kollegen umzubauen. Das
Projekt wird gleich zum Beginn recht
kompliziert. Abenteuerliche Umbauten enstehen,
z. B. für Tony, der nur mit seiner Zungenspitze
den Auslöser betätigen kann. Das Interesse, ja
die Begeisterung der neuen Fotografinnen und
Fotografen ist beeindruckend. Sie “fangen
Feuer” für die neue Herausforderung und das
Abenteuer Fotografie. Und so werden die
Zuschauer mit in die ungewohnte Normalität von
Menschen mit Handicaps hereingenommen. Der
Gedanke, ihre Welt fotografisch festzuhalten
und sich dadurch auszudrücken, greift wie ein
Virus um sich. Courtney erhält immer mehr
Anfragen nach Kameras.
Der Film schildert über 4 Jahre hinweg die
Reise Courtneys in und mit einem Projekt,
dessen Ende sie sich sicher nicht im vorhinein
hat vorstellen können. Sie lernt eine neue
“Normalität” und ungeahnte künstlerische
Begabungen kennen und schätzen.
Nachdem die langen technischen Vorbereitungen
und Anpassungen abgeschlossen sind, und alle
den Umgang mit ihrer individuellen
fotografischen Lösung kennen und beherrschen,
folgt schliesslich die fotografische Aufgabe:
“Tell me about your life in one roll of film.
Give me a day in your life”.
Die Kamera folgt den einzelnen Fotografinnen
und Fotografen auf deren “Höhenniveau” auf
Rollstuhlebene. Beeindruckende Einblicke.
Insbesondere die Reaktionen der vermeintlich
“normalen” Menschen darauf, dass ihnen ein
mehrfachbehinderter Mensch im Elektrorollstuhl
mit Kamera über den Weg fährt und sie
fotograiert, sind schlicht unglaublich.
Der Film ist dabei erfrischend ehrlich.
Courtney berichtet auch von ihren Zweifeln.
Würde dieses Projekt jemals etwas werden
können? Gleichzeitig werden die kleinen und
grossen Probleme des Alltags authentisch
geschildert. Die Palette reicht vom
versehentlich geöffneten Kamera-Back (analog!),
bis hin zum tiefsten Liebeskummer.
Der Film nimmt uns anhand verschiedener
Einzelcharaktere an die Hand und führt uns
durch den Projektverlauf. Da ist Tony, der bei
seiner Geburt einen schweren Sauerstoffmangel
erlitt. Tony ist deswegen gelähmt, aber ein
hochintelligenter Kopf.
E.J. muss seine Kamera wegen seiner
Mehrfachbehinderung mit dem Mund auslösen.
Gleichzeitig ist er aber mit seinem
Elektrorollstuhl geradzu ein Kamikaze-Fahrer,
der sich wagemutig in den fliessenden
Strassenverkehr einreiht, weil die Fortbewegung
auf den Bürgersteigen für ihn zu beschwerlich
und zu langsam ist.
Cheryl ist eine junge Frau, die nicht sprechen
kann. Ihre Umgebung glaubte deswegen lange
Zeit, dass sie gehörlos sei. Aber in Cheryl
verbergen sich ein sehr aufgeweckter Kopf mit
brillianten Gedanken und eine Seele mit
tiefsten Emotionen.
Eine Truppe verkannter Genies! Im Umgang mit
ihnen erkennt Courtney - eigentlich der
Fotoprofi - ihre eigenen Begrenzungen. Sie ist
kein Psychologe, keine Ärztin. Nein, sie ist
Fotografin und wird im Laufe der Zeit zur
Freundin.
Die erste grosse Runde wird gezeigt, in der die
bisher enstandenen Aufnahmen kritisiert und
bewertet werden sollen. Mit beeindruckender
Geduld, Empathie und einer grossen Schachtel
mit Abzügen geht Courtney durch die Runde. Die
Einhelligkeit der Bewertungen ist frappierend.
Die Fotos sprechen Bände. Ungewohnte und
faszinierende Perspektiven. Viele davon sind
auf den ersten Blick als Kunst auszumachen.
Tony schildert uns, wie er mit einer seiner
Aufnahmen die Reaktion der Gesellschaft auf
einen Menschen mit Handicaps im Rollstuhl
erzählt. Das ist ihm mit Bravour gelungen. Das
Spektrum der Aufnahmen ist weit gestreut.
Einige der Fotografinnen und Fotografen
fotografieren die Menschen in ihrer Umgebung.
Andere haben sich auf Selbstportraits
spezialisiert, wieder andere auf Stilleben.
Die Geschichte von Tom ist eine besondere.
Eine, die unter die Haut geht. Er ist zunächst
völlig ablehnend. Ihm eine Kamera zu geben sei
reine Filmverschwendung, sagt er. Tom, der u.a.
eine extreme Wirbelsäulenverkrümmung hat,
infolge derer er nur auf dem Bauch liegen kann,
wurde von seiner Geburt bis zu seinem 18.
Lebensjahr von seinen Eltern im Obergeschoss
des Hauses quasi eingesperrt. Erst mit 18
Jahren kam er das erste Mal ins Freie und dann
gleich in eine Pflegefamilie. Er ist ein
Einzelgänger, der mit seinem Spezialrollstuhl
in dem er auf dem Bauch liegend fahren kann,
unterwegs ist.
Als er sich dann schliesslich doch fürs
Fotografieren interessiert, beginnt er zu
lächeln. Das erste Mal in seinem Leben. Er
wurde von einem Menschen mit einem Handicap zu
einem Menschen mit einer Kamera. Die Kamera gab
ihm einen Wert. Er engagiert sich nun voll. Der
Film zeigt ihn in der Dunkelkammer beim
Erstellen von Abzügen.
Courtney geht das Wagnis ein und begibt sich
auf die Suche nach einer Galerie die bereit
ist, die Fotografien auszustellen. Zunächst
erntet sie nur Absagen mit dem
Standardkommentar “wer wolle sich denn das
schon ansehen”. Trotzdem kämpft sie weiter.
Ein Schwenk zu Chris und Kerri, die am Anfang
einer sich anbahnenden Beziehung stehen. Völlig
andere Werte als in der vermeintlich “normalen
Welt” werden sichtbar . Trotzdem gehen sie
wieder auseinander. Höhen und Tiefen des
Lebens. Authentisch, hautnah und in den Kontext
des Fotoprojektes eingebettet.
Courtneys Ringen um eine Galerie geht weiter
und der Jubel ist riesig, als sie schliesslich
die Zusage einer renommierten Galerie, des
Cambridge Multicultural Art Centers erhält. Nun
geht es an die Ausstellungsvorbereitungen, bei
denen Courtney tatkräftig von ihren
College-Studentinnen unterstützt wird. Die
Medien beginnen sich für das Projekt zu
interessieren. Beiträge im TV und in Zeitungen
erscheinen.
Mitten in die Vorbereitungen zur Ausstellung
hinein ein Anruf. Tom wurde mit einer schweren
Lungenentzündung ins Krankenhaus eingeliefert.
Er ist bewusstlos und wird beatmet. Nach 2
Monaten stirbt er, ohne das Bewusstsein wieder
erlangt zu haben. Höhen und Tiefen des Lebens.
Der Film zeigt die authentischste
Beerdigungsfeier, die ich je gesehen
habe.
Tom hat uns gezeigt, was man aus seinem Leben
machen kann. Unabhängig von allen
Umständen und Voraussetzungen.
Schliesslich naht der grosse Tag der
Ausstellungseröffnung. Vier Jahre sind seit dem
Beginn des Projektes verstrichen. Die
Ausstellung ist Tom gewidmet.
Adrenalin. Letzte Vorbereitungen. Tony wird vor
der Eröffnung interviewt. Sein Statement: “The
biggest thing is to start the
conversation”.
Es ist Showtime. 18 Uhr, Eröffnung. Doch
gähnende Leere. Keine Besucher. Die Zweifel
beginnen an Courtney zu nagen. Vielleicht
interessiert sich ja doch niemand dafür? Aber
nach einer langen und bangen Stunde des Wartens
füllen sich die Ausstellungsräume, bis sie
schliesslich überfüllt sind. Presse, Funk und
Fernsehen sind präsent. Die Besucher sind
bewegt und begeistert von den Aufnahmen und
deren Präsentation. Und selbstverständlich sind
auch die Fotografinnen und Fotografen
anwesend.
Der Tenor lautet: “We did it!”
Der Streifen hat übrigens über dem Ozean
mittlerweile schon jede Menge Preise erhalten.
Ein kleiner Auszug:
AUDIENCE AWARD- Best Film of the Festival-
Woods Hole Film Fest
AUDIENCE AWARD- Best Documentary- IFFBoston
AUDIENCE AWARD- Best Feature Film- Phoenix Film
Festival
AUDIENCE AWARD- Top Rated Documentary- Maine
Int'l Film Festival
AUDIENCE AWARD- Newburyport Documentary Film
Festival 2009
AUDIENCE AWARD- Top Documentary 2009 Moondance
Film Festival
BEST DOCUMENTARY- New Hampshire Film Festival
2009
BEST of the FEST- Encore Screening- Rhode
Island Film Festival 2009
ENCORE SCREENING- Sidewalk Film Festival 2009
MOST INSPIRATIONAL DOCUMENTARY- Atlanta
DocuFest 2009
WORLD PREMIERE- Full Frame Film Festival April
2009
Im Abspann schildert der Film schliesslich auch
noch die nächsten 2 Jahre. Eines der Pärchen
hat geheiratet und wurde wieder geschieden.
Courtney hat Nachwuchs bekommen. Und Tony ist
Profi geworden und tourt mit Ausstellungen
seiner Werke durch die Lande.
Fazit:
Anschauen! Wir haben mit gelacht.
Wir haben mit geweint. Wir haben mit getrauert.
Wir haben mit gebangt. Wir haben mit gefiebert.
Dieser Film stellt alles, was wir bislang über
Fotografie gesehen haben, absolut in den
Schatten. Fotografie ist
grenzenlos.
Mehr Infos gibt es hier:
-> Offizielle Homepage zum
Film
-> Trailer zum
Film
-> Gruppe auf Facebook zum
Film
Gastbeitrag auf FOTOGRAFR.de - Buchrezension Dr. Endress Wanckel: Foto- und Bildrecht
-> Hier gehts zum Beitrag auf Fotografr.de
Photography News 10/2010
Dürfen “News” eigentlich zeitlos sein?
Ich denke schon. Deswegen stelle ich heute die Frage nach den empfehlenswertesten Büchern zum Thema Fotografie an den Anfang.
- Welche Bücher “muss” man als Fotograf/Fotografin gelesen und verinnerlicht haben?
In den vergangenen Tagen bin ich in Gesprächen und Diskussionen immer wieder über die Frage nach den besten (Lehr-)Büchern zum Thema Fotografie gestolpert. Um es kurz zu machen hier meine persönliche Hitliste. Kurz und prägnant, und direkt vom Regal über meinem Schreibtisch zitiert:
Mein Platz 1:
Andreas Feininger, Der Schlüssel zur Fotografie von Heute, Econ-Verlag, 1958.
Vor langen Jahren in einem Antiquariat für eine - damals noch - D-Mark erworben, hat mich dieses Buch richtungsweisend geprägt und geleitet. Ich habe seitdem in viele grundlegende Werke zum Thema Fotografie hinein geschaut, aber praktisch nichts gefunden, was nicht auch schon im Feininger stehen würde.
Bereits die grobe Gliederung des 382-Seiten starken Buches in die 5 Abschnitte
- Vom Wesen der Fotografie
- Das Objekt,
- Der Fotograf,
- Das Bild, und
- Die Bildserie
ist Programm.
Feininger verstand es “auf den Punkt zu kommen”, und das ganz ohne in technische Fragen abzurutschen. Die beiden Bilderteile sind zeitlos beeindruckend. Und seine sehr wenigen Zeilen über die Auswahlkriterien für fotografische Ausrüstung sind noch heute gültig.
Leider ist dieses Werk seit langen Jahren - wenn überhaupt - nur noch antiquarisch zu bekomen. Zwei Bücher von Feininger, die in derselben Liga spielen, sind aber derzeit noch recht günstig zu haben:
Andreas Feiningers grosse Fotolehre (auf Amazon: Andreas Feiningers große Fotolehre
Die Hohe Schule der Fotografie (auf Amazon: Die Hohe Schule der Fotografie: Das berühmte Standardwerk
Mein Rat: Lesen und umsetzen!
(* Wer sich mit dem Gedanken trägt, sich die Bücher zuzulegen, kann die Links zu Amazon nutzen und damit auch diese Website unterstützen, die ich in meiner knappen Freizeit pflege).
Mein Platz 2:
Die Klassiker-Trilogie von Ansel Adams. Die drei Bücher “The Camera”, “The Negative” und “The Print” bedürfen wohl keiner weiteren Ausführungen. Ich hab sie mir als “Prachtausgabe” in den 90-er Jahren in den USA zugelegt und keinen Cent der Investion jemals bereut. Mehr muss ich zu diesen Werken eigentlich nicht schreiben, oder?
- Und sonst?
- Zur Lektüre unbedingt empfehlen möchte ich diese Woche Michael K. Trouts Blogartikel zur “Definition des Neofotografismus”. Ihm ist wieder einal nichts hinzu zu fügen :)
- Kostenlose-Goodies: Über Mike Schelhorn bin ich auf zwei sehr schöne, neue und kostenlose Goodies gestossen. Bei One Software gibt es derzeit 2 Freeware-Versionen zum kostenlosen Download (nur kostenlose und unverbindliche Registrierung erforderlich): Eine Freeware-Version der bekannten Photo-Tools und von PhotoFrame. Beide jeweils für PC und Mac.
- Für Bibble 5 - den RAW-Konverter für Fotografen - sind einige neue PlugIns zu vermelden:
.. MindSocket hat einen neues GradFilter-PlugIn (ND Grad Filter) vorgestellt, der sehr nützlich ist.
.. KBarni - ein alteingesessener PlugIn Programmierer für Bibble - hat Vigne released. Wie der Name vermuten lässt, handelt es sich um einen Filter mit dem sich Vignettierungen aller Art herbeizaubern lassen.
.. Thomas Baruchel hat eine ganze Reihe von sehr interessanten PlugIns vorgestellt und erweitert das Angebot auch laufend. Seine PlugIns sind sehr kreativ und teilweise auch sehr experimentell. Es finden sich echte Schätze darunter. Einfach mal stöbern.
So und
jetzt liebe Leserschaft:
Greift zur Kamera und geht Bilder machen. Wir
lesen uns die Tage!
- an angel waiting for the summer -
Photography News 9/2010
Den dritten Platz in der Rubrik “Sports Features” hatte bei der 2010er Prämierung Stepan Rudik für seine in schwarz/weiss gehaltene Fotoserie über “Street fighting” unter Jugendlichen in Kiew erhalten.
Nach der Prämierung hatte die Jury auf einen Tipp hin wegen Manipulationsverdachts die originalen RAW-Dateien bei Rudik angefordert. Daraus ergab sich dann, dass Rudik auf einer Aufnahme eine eigentlich winzige und kam auffallende Fusspitze wegretuschiert hatte. Das führte dann zur Disqualifikation. Formal richtig, denn im Fotojournalismus hat Retusche am Bildinhalt nichts zu suchen. Auf dem fraglichen Bild ist - in dramatischem schwarz/weiss und mit kräftiger Vignette - die Hand eines Kombattanten zu sehen, die gerade für einen Kampf bandagiert wird.
Soweit so gut. Bei PetaPixel sind hier (bitte zum Verständnis unbedingt ansehen!) das eingereichte Bild und das Originalbild zu sehen. In der Tat wurde eine kleine Retusche vorgenommen.
Viel schockierender ist aber der Vergleich zwischen dem ebenfalls bei PetaPixel zu sehenden Originalframe und dem schlussendlichen Crop, der - nach offensichtlich umfangreicher schwarz/weiss-Umwandlung - beim Wettbewerb eingereicht wurde. Das Originalbild ist eine viel umfassendere Szene, die für sich genomen eher wie ein dürftiger “Gelegenheits-Schnappschuss”, also ziemlich unspektakulär, aussieht. Der Crop umfasst - wohlwollend geschätzt - ungefähr ein Zehntel (eher weniger) des Originalbildes (was auch die „urige“ Körnung im Wettbewerbsbild erklärt).
Das bringt mich aber doch sehr ins Nachdenken. Eigentlich erwarte ich doch von einem Fotojournalisten, dass er - soweit möglich - formatfüllend “ran ans Geschehen” geht. Aus dem Originalbild und den weiteren Bildern der Serie ergibt sich, dass das hier kein Problem gewesen wäre. Das Bild wurde also durch “Etremcropping” quasi “hergestellt” oder “herausdramatisiert”. Das mag durchaus vertretbar sein, wenn ein näheres Herangehen an eine Situation wegen einer situationsbedingten Gefährdung nicht möglich ist (Feuergefecht, Grossbrand, Explosionsgefahr, usw.). Wo aber eine echte Nahaufnahme möglich ist, überschreitet ein solches Extremcropping meiner Meinung nach die Grenze der prämierungswürdigen Fotografie. Um es klarzustellen: Aus einem 3:2-Seitenverhältnis z. B. eine - die kürzere Originalkante wahrende - Aufnahme im Seitenverhältnis 1:1 zu croppen ist völlig in Ordnung (zumal, da es - vom wohl nicht so reportagegeeigneten Mittelformat abgesehen - derzeit so gut wie keine Digitalkameras gibt, die echtes 1:1 Format bieten).
Die Meinung der Leserinnen und Leser zur Thematik würde mich sehr interessieren!
Nun aber noch ein erfreulicheres Thema.
Über fokussiert.com bin ich auf die mir bislang unbekannte Fotografin Marianne Breslauer aufmerksam geworden, zu deren 100. Geburtstag die Schweizerische Fotostiftung 27. Februar bis 30. Mai 2010 in Winterthur eine umfassende Retrospektive veranstaltet. Das fotografische Werk der 2001 verstorbenen Künstlerin umfasst eine erstaunlich kurze Zeit: 1927 bis 1938. Zum relativ frühen und jähen Ende ihrer fotografischen Phase sagte die Künstlerin selbst den eindrücklichen Satz:
“Wenn ich weiter in dem Bereich gearbeitet hätte, wäre ich zum Film gegangen. Mit dem Fotografieren war ich fertig.”
Mehr zum Werk von Marianne Breslauer und etliche ihrer Fotogrefien gibt es hier und hier auf der Seite der Schweizerischen Fotostiftung.
Rezension: “Stockfotografie” von Robert Kneschke

-
this shot by petra fuelbert -
Intro
Zu diesem Buch kommt mir ein bedeutungsschwerer
Satz in den Sinn:
Know-How ist wie Liebe: Es wächst und nimmt
zu, wenn es weiter gegeben und geteilt
wird.
Ich lasse die Katze gleich zu Beginn aus dem
Sack: “Stockfotografie” von Robert Kneschke ist
ein Buch, das mich begeistert. Und das aus
einer ganzen Reihe von Gründen.
Und noch etwas möchte ich gleich am Anfang
klarstellen: Ich ziehe ich meinen Hut, dass
Robert in diesem Buch eine so unglaublich
grosse Fülle an wertvollem und verwertbarem
Know-How weitergibt. Alle Achtung und ein
grosses Kompliment. Denn Robert ist einer der
nicht allzu vielen Fotografen in Deutschland,
die von reinem Stock ganz gut leben können. Er
hätte also eigentlich gar keinen Grund, grosse
Teile seines Know-Hows so offen zu teilen.
Die Rezension
Wie immer zuerst zu den
“Äusserlichkeiten”: Das Buch
kommt im Format etwas über DIN A5 daher (17x24
cm) und hat 416 Seiten. Das Druckbild ist sehr
angenehm. Wichtige Hinweise und Anmerkungen
sind praktisch und zugänglich in kleine graue
Kästchen an den Layoutrand gerückt. Mich stört
einzig, dass das Papier etwas zu sehr “glänzt”.
Ich habe die Leselampe direkt über meinem
Schreibtisch, was das Lesen teilweise erschwert
hat. Keine grosses Problem allerdings, denn bei
40 Grad Neigung auf dem Leseständer sind die
Reflektionen wieder verschwunden.
In anderen Rezensionen wurde bereits darauf
hingewiesen, dass der Hauptteil des Buches in
Schwarz/Weiss gehalten ist. Ab Seite 385 findet
sich im Anhang B ein farbiger Bildteil. Ich
finde diese Lösung sehr gut, denn dadurch
werden Druckkosten gespart. Und das schlägt
sich unmittelbar im Preis nieder: Mit 24,95
Euro ist das Buch ein echtes
Schnäppchen.
Vergleichende Anmerkung dazu am Rande:
Vor einigen Monaten hatte ich mir - mehr aus
Neugier - ein anderes Buch zum Thema
Stockfotografie bestellt, das mich masslos
enttäuscht hatte. Dieses bot in knapp über 100
Seiten für 14,95 Euro nur äusserst spärlichen
Inhalt (nichts verwertbares) und war schlicht
ein Totalausfall. Schade um jeden Baum, der für
das Buch gefällt werden musste. Ganz anders
indes “der Kneschke”: Geballtes Know-How zum
sensationsverdächtigen
Preis-/Leistungsverhältnis!
Nun aber zum Inhalt. Autor und
Lektor haben eine sehr gute Arbeit abgeliefert.
Das Buch zeichnet sich durchgängig durch eine
flüssige, gut lesbare und trotzdem der
jeweiligen Problemtiefe angemessene Sprache
aus. Das Lesen selbst längerer Textpassagen ist
angenehm und nicht anstrengend.
Das Buch besteht aus zwei
Hauptteilen. Im ersten Teil (Teil A,
Seite 13-174, Kapitel 1-14) geht es ums
“Fotos machen”. Im zweiten
Teil (Teil B, Seite 175-362, Kapitel 15-30)
gehts es dann ums “Fotos
verkaufen”. Ergänzend kommen 2 Anhänge
hinzu. Im bereits erwähnten Anhang B finden
sich viele Farbfotografien. Im Anhang A finden
sich ein gut gemachtes Glossar, Textmuster und
jede Menge aktuelle Weblinks.
Der Verlagswerbung nach richtet sich das Buch
“sowohl an Neulinge in dem Bereich der
Stockfotografie, die mit ihrem Hobby ein paar
Euro nebenbei verdienen wollen, als auch an
Hobby-Fotografen, die schon seit Jahren Fotos
verkaufen und nun den Sprung in die Profi-Liga
schaffen wollen.” Eine grosse Herausforderung,
diese unterschiedlichen Niveaus “unter einen
Hut zu bringen”. Kann das Werk diesem Anspruch
genügen? Meiner Ansicht nach ja, denn die
sehr gute und detaillierte
Gliederung gibt dem fortgeschrittenen
Leser die Möglichkeit, sich zunächst gezielt
seinen Wunschthemen zu widmen.
Kleiner Exkurs dazu: Angenommen ein
potentieller Buchkäufer versteht sich bereits
gut auf die technisch-fotografischen Aspekte
und ist primär an der Funktionsweise des
Stockfotografie-Marktes und an den Feinheiten
der Verkaufsseite interessiert. Dieser Leser
würde im ersten Teil des Buches auf 4 Kapitel
verzichten können. Würde sich der Rest des
Buches dann trotzdem noch lohnen? Absolut, denn
immerhin blieben noch 26 Kapitel mit wichtigem
Inhalt übrig. Ergo: Wer sich schon auf die
Grundlagen der Fotografie versteht und sich
speziell mit dem Fotoverkauf über Stock
beschäftigen möchte, liegt mit dem Buch auch
völlig richtig. Denn gerade in den
Stock-spezifischen Kapiteln kann Robert sein
Insiderwissen besonders gut
ausspielen und an die Leserin und den Leser
bringen.
Übrigens: Die bereits “fotokundigen” Leser
sollten in jedem Fall der Versuchung
widerstehen, lediglich den zweiten Teil des
Buches zu lesen. Denn auch im ersten Teil
stecken jede Menge spezifische Informationen
zur Stockfotografie. Das fängt schon mit der -
eigentlich ziemlich grundlegenden Frage - nach
den geeigneten Motiven für Stock in den
Kapiteln 5 und 6 an.
Zurück zur Gliederung:
Gliederungen sind im Regelfall ein genereller
Masstab dafür, wieviel sich ein Autor mit der
Materie auseinander gesetzt, und diese
durchdrungen hat. Und an dieser Stelle kann ich
Robert nur ein dickes Lob aussprechen. Es ist
ihm gelungen, das Thema umfassend abzudecken
und übersichtlich und nachvollziehbar zu
gliedern. Die einzelnen Kapitel (und
grösstenteils auch Unterabschnitte) sind aus
sich selbst heraus verständlich (d.h. sie sind
„einzeln“ lesbar).
In diesen Zusammenhang gleich noch ein
weiteres dickes Lob: Manche
Punkte verraten, wie intensiv Robert in der
Materie beheimatet ist. Wichtige Punkte, die
allerdings nicht ohne weiteres offensichtlich
sind. Als ein Beispiel seien die Ausführungen
in Kapitel 20.5 genannt. Dort geht es um die
Sensibilisierung für die Frage, was mit den bei
Bildagenturen online gestellten Bildern beim
Tod des Fotografs geschieht. Robert bietet
natürlich keine erschöpfende erbrechtliche
Aufarbeitung der Frage. Das ist selbstredend,
denn dies ist Sache der Spezialisten und würde
vom Umfang her an den Umfang von Roberts Buch
heranreichen. Aber er sieht das Problem, greift
es auf und gibt einige sehr gute Praxistipps,
an was der Fotograf sinnvollerweise zu
Lebzeiten denken sollte, um die Situation für
seine Erben (bzw. einen Vermächtnisnehmer)
handhabbar zu machen.
Das führt uns zu einem weiteren Einwand, der
grundsätzlich allen Handbüchern und Kompendien
gegenüber gebracht werden kann. Ist der
Tiefgang bei allen behandelten
Themen - und das sind ja nicht wenige -
ausreichend? Die Antwort fällt geteilt aus. Wer
ein fototechnisches Grundlagenbuch sucht, liegt
hier vermutlich falsch, auch wenn Robert viele
grundsätzliche Fragen in diesem Bereich
mitbehandelt. Wer einen umfassenden
Rechtsratgeber zum Fotorecht sucht, liegt auch
falsch. Denn in diesem Buch geht es zunächst um
Stockfotografie-spezifisches
Know-How und die Verzahnung
dessen mit verschiedenen anderen fotografischen
und nichtfotografischen Themen. Und
gerade diese Verzahnungen, z.B. mit dem
Erbrecht, machen das Buch besonders wertvoll
(ohne in den Randbereichen ein spezielles
Fachbuch oder eine Beratung ersetzen zu können
und vermutlich auch zu wollen).
Interessant finde ich übrigens auch, dass
Robert seine Weitsicht und die Einsicht in die
Dynamik der Materie beweist, indem er sich auch
den Themen Stockaudio und Stockvideo annimmt.
Besonders spannend wird es dann natürlich im
zweiten Teil des Buches. Hier legt Robert einen
ersten Schwerpunkt auf die in der Praxis
besonders wichtige und besonders oft vor
Probleme stellende
Verschlagwortung. Anschaulich
und mit vielen Tipps - und wertvollen Links -
erklärt und beschreibt er die verschiedenen
Möglichkeiten.
Besonders informativ und hilfreich sind auch
die Tipps und Hinweise zur Auswahl der
passenden Agentur nebst einer aktuellen
Übersicht von 17 Agenturen, die derzeit
“trendy” sind. Auch das Thema Statistik
und Beurteilung derselben kommt nicht
zu kurz. Schliesslich gilt es ja, die eigenen
Portfolios immer weiter zu optimieren.
Hilfreich schliesslich auch die Hinweise im
Kapitel 26 (Versicherungen und Vereine),
insbsondere der Hinweis zur
Berufsgenossenschaft Druck und Papier. Gerade
weil die Pflichtmitgliedschaft in
Berufsgenossenschaften für diverse
Berufsgruppen ein lang veraltetes
Markthindernis ist (das schön längst
abgeschafft sein sollte), ist es z. B.
besonders wichtig zu wissen, dass deren
Damoklesschwert über praktisch allen
Stockfotografen schwebt.
Das Kapitel zum Thema Steuern - leider oft ein
abschreckendes Thema in vielen Büchern - wird
dem Leser praxisnah vermittelt. Ich hätte
vielleicht noch den Hinweis ergänzt, dass die
Inanspruchnahme externer Hilfe dem
Stockfotografen hier die Möglichkeit bietet,
sich mehr auf sein Kerngeschäft zu
konzentrieren. Erstaunlich und unerwartet
schliesslich ein - allerdings sehr kurzes -
Kapitel zu möglichen Berufserkrankungen.
Wiederum sehr hilfreich - und zugleich auch
sehr sympathisch - ist das Kapitel 29, in dem
Robert nicht nur die Einnahmen
verschiedener international bekannter
Stockfotografen, sondern auch Teile seiner
eigenen Zahlen zusammen getragen hat. Das hilft
dem Leser, ein “Gefühl” für das Marktvolumen
und die zu erzielende Grösse individueller
“Kuchenstücke” zu gewinnen.
Fazit: Robert
Kneschke zeigt in diesem umfangreichen,
aktuellen und unterhaltsamen Buch auf, was ein
gutes, d.h. gut verkäufliches, Stockfoto
ausmacht und wie Sie Stockfotos bestmöglich
verkaufen können. Er behandelt nicht nur die
Kernbereiche der Thematik ausführlich, sondern
widmet sich auch vielen verzahnten Themen, die
im Zusammenhang mit der Stockfotografie stehen.
Von mir gibt es für das Buch eine klare
Bestnote mit Empfehlung!
Hier gibt es
Leseproben auf der Homepage des
Verlages, auf der das Buch auch
direkt bestellt werden kann.
Photography-News 7/2010
In Sachen Bibble gibt es schon wieder Neuigkeiten zu vermelden. Im Laufe der Woche hat Bibblellabs die Version 5.0.2 vorgestellt.
Diese beinhaltet jetzt Soft Proofing und die Unterstützung einiger neuer Kameramodelle. Im Detail:
- Neue Funktion: Soft Proofing erlaubt die Bildschirmausgabe und -kontrolle von Fotos entsprechend der Abbildungsqualität des für die Druckausgabe gewählten Druckers
- NEU: RAW-Support für folgende Leica-Kameras: M8, M9, X1, Digital MODUL-R8, Digital MODUL-R9
- NEU: RAW-Support für folgende Ricoh-Kameras: GX-100, GX-200, GR Digital II, GR Digital III, GXR
- NEU: RAW-Support für folgende Sony-Kameras: a230, a380, a500
- NEU: RAW-Support für Canon-Kameras folgender Typen: D30, D60, G2, G3, G5, G6, S40, S45, S50, S60, S70, Pro 1, SX1
Mehr Infos beim Vertrieb von ASH hier.
Da wir gerade bei Bibble sind. Plötzlich nimmt die Zahl an PlugIns von Drittanbietern deutlich zu. Darunter auch etliche kostenlose Varianten, die mitunter sehr spannende Funktionen bieten. Wer sich hier auf dem Laufenden halten möchte, sollte diese Rubrik im Supportforum bei Bibblelabs im Auge behalten. Dort werden die aktuellsten PlugIns im Regelfalle präsentiert.
Schliesslich möchte ich auch heute nochmals auf das vor einiger Zeit hier schon einmal erwähnte burn magazine hinweisen. Beeindruckendes und wohltuendes Niveau. Fotografie mit Aussage. Balsam - auch wenn es um die Realität geht.
Und mit den besten Wünschen zum Wochenende noch ein experimentelles Bild: „One Million Diamonds“.
Minox DSC im Test als Filmkamera - "Der nördlichste Agent?"
Wer sich für die kultige „Kleine“ interessiert, sollte sich das unbedingt mal ansehen. Und einen Demofilm gibt es auch. Wer darüber hinaus originale Out-of-the-Cam Dateien haben möchte, darf sich - wie immer in Sachen Minox - gerne melden.
Wir meinen, dass „die Kleine“ eigentlich einen Kultstatus verdient. Für alle Kreativen deutlich cooler als jedes iPhone.
-> Hier gehts zum Testbericht „Minox DSC im Filmeinsatz“
Photography-News KW 5/2010, and: Crossroad into the light
Richtig geraten, das erste Thema dreht sich heute um Photoshop.
1987 begann Thomas Knoll mit der Entwicklung des Programmes und 1990 lag die Version 1.0 (damals noch exclusiv für den Mac) vor. Derzeit ist die Version CS4 (in direkter Nummernweiterführung ist das eigentlich die Version 11.0) aktuell, und Photoshop ist „der Standard“ wenn es um Bildbearbeitung geht. Hier feiert Adobe - der Hersteller - die Party zum 20-jährigen Jubiläum. Das genaue Jubiläumsdatum ist übrigens der 19. Februar. Also schon mal den Sekt kalt stellen :)
- Hasselblad - schwedischer Hersteller von Mittelformatkameras - ist sehr aktiv:
• Hasselblad-Shooter (genauer: Owner) dürfen sich freuen, denn eigens für sie wurde vom schwedischen Hersteller die vermutlich exclusivste Fotocommunity der Welt geschaffen: Der Hasselblad Owner's Club. Bin gespannt, was wir dort demnächst alles betrachten dürfen.
• Und da wir gerade bei Hasselblad sind: Eine neue Kamera von Hasselblad gibt es auch zu vermelden. Am 10. Februar wird offiziell die neue H4D-40 vorgestellt. Zwar ist noch nicht der 10.2., aber einige Details zum neuen Digital-Mittelformat-Wunderwerk sind bereits durchgesickert:
Auflösung 40 Megapixel (7.304 x 5.478 Pixel), bei einer Sensorgrösse von 33,1 x 44,2 mm.
Aufnahmeformat wahlweise das Hasselblad-eigene 3FR-Format (Dateigrösse ca. 50 MB) oder TIFF (Dateigrösse 120 MB).
Aufnahme- und Verarbeitungszeit ca. 1,1 Sekunden pro Bild (d.h. ca. 33 Bilder pro Minute).
Integriertes „Hasselblad True Focus System“ mit „Absolute Position Lock“. Hintergrund dazu ist, dass digitale Mittelformatkameras nur einen Fokuspunkt in der Bildmitte haben. Wird die Kamera nach dem Fokussieren zur Komposition geschwenkt, kann dadurch - insbesondere bei nahen Objekten - ein ganz leichter Fehlfokus auftreten. Dieser wird durch das Hasselblad-eigene Korrektursystem intelligent ausgeglichen.
Mit einem 80mm-Objektiv („Normalobjektiv für Mittelformat“, entspricht 50mm bei Kleinbild) soll die Kamera - dem Vernehmen nach - um die 16.500 Euro kosten. In Anbetracht der technischen Daten ein Schnäppchen, das Begehrlichkeiten weckt.
- Übrigens: Das neue Stockfotografie-Buch (Details) von Robert Kneschke liegt vor mir zur Rezension. Gestern ist es eingetroffen und ich bin gerade auf Seite 160 von 415. Bereits jetzt kann ich aber schon sagen, dass das Buch mich begeistert und ein „must read“ für alle in Stockfotografie interessierten Fotografen ist. Geballtes Know-How!
Die ausführliche Rezension kommt in einigen Tagen.
Schliesslich noch etwas Fotofutter:
- Marcel hat diese Woche in seinem Fotoblog ein Foto gepostet, das mich sehr angesprochen hat. „Die Brücke“ drückt für mich sehr viel aus und lädt zum sinnierenden Verweilen im Bild ein.
- Thomas hat diese Woche ein schlichtes, aber ebenfalls sehr besinnliches Foto gepostet, das zum Nachdenken über die Sinnfrage einlädt: „Grabstein“.
In diesem Sinne wünsche ich allen Leserinnen und Lesern ein besinnliches und trotzdem schönes Wochenende!
- Crossroad into the light -
Fototipp: Polarlichter (Nordlichter, Aurora borealis) richtig fotografieren
Übrigens: Die Inuit - eskimoischen Volksgruppe, die im arktischen Zentral- und Nordostkanada sowie auf Grönland lebt - hat ein Sprichwort, wonach das Ende der Polarlichter auch das Ende der Menschen bedeutet.
Ans Werk:
Bevor es ans Fotografieren geht, müssen also zuerst einmal die Polarlichter her. Hier hilft eine sehr gute Webseite, auf der die Polarlicht-Aktivität in den nordpolaren Regionen dokumentiert ist. Anschliessend ist der lokale Wetterbericht gefragt. Und wenn es dann (endlich!) Polarlichter und klaren Himmel hat, kann es ans Werk gehen.
Zuerst müssen einige Einstellungen an der Kamera vorgenommen werden.
Auslöser: Kamera auf Fernauslöser - oder Selbstauslöser - damit nichts verwackelt.
ISO: Hängt mit der Belichtungszeit zusammen. Viele Polarlichter haben bezaubernde Details. Diese gehen in der Regel ab ca. 30 Sekunden Belichtung verloren. Um kürzere Belichtungszeiten zu erreichen, können entweder die ISO hochgeschraubt, oder lichtstärkere Linsen verwendet werden. Auf die Objektive komme ich später nochmals zurück. Zurück zur ISO. Hier gilt es, den Spagat zwischen Rauschen und kurzer Belichtungszeit zu finden. Persönlich gehe ich relativ unproblematisch bis ISO 400. Das hängt aber sehr von der verwendeten Kamera ab. Ausprobieren und kritisch in der 100%-Ansicht begutachten!
Welche Linse? Um die Belichtung möglichst kurz zu halten, darf es gerne eine sehr lichtstarke Linse sein. Für Nikonisten wäre das 28mm f1.4 optimal (leider aber sehr teuer und nur schlecht - wenn überhaupt - zu bekommen). Ein 50mm f1.4 ist deutlichst günstiger, aber an DX meistens schon viel zu lang. Natürlich kann auch ein f2.8er WW-Zoom zum Einsatz kommen (was aber die Belichtungszeiten schon wieder deutlich nach oben befördert).
Fokus: Auf MF stellen und dann auf unendlich fokussieren. Achtung: AFS-Linsen haben in der Regel keinen festen Fokus bei unendlich! Ggf. also noch bei Tageslicht auf unendlich und den Fokusring dann bitte nicht mehr bewegen :)
Ein gutes und stabiles Stativ ist natürlich auch unbedingt erforderlich.
Und dann geht es ans Experimentieren. Ich fange i.d.R. bei 10 Sekunden an und gehe dann in 5-Sekunden-Schritten nach oben. Die Belichtungszeit hängt nach meinen Erfahrungen auch sehr von den Mondverhältnissen ab.
Ausdauer und Geduld sind gefragt. Und in der Nachbearbeitung können behutsames Entrauschen und Schärfen erforderlich sein.
Übrigens: Winternächte sind in den Polarregionen im Regelfall ziemlich kalt. Deswegen auch immer an die Tipps zum Fotografieren in der Kälte denken!
Photography-News KW 4/2010, and: Full moon over Lappland
- Gastrezension auf Fotografr.de: Für Forografr.de - das Online Magazin für Fotografen - habe ich diese Woche eine Gastrezension zum Buch „Recht für Grafiker und Webdesigner (Koch, Otto, Rüdlin)“ aus dem Galileo Verlag verfasst. Hier ist mir meine frühere Tätigkeit als Rechtsanwalt sehr zustatten gekommen.
Was ich über das Buch zu sagen habe, ist hier bei Fotografr.de nachzulesen.
- Hasselblad Masters 2009 prämiert: Hasselblad - legendärer schwedischer Hersteller von Mittelformatkameras - vergibt seit einigen Jahren die Auszeichnung der Hasselblad Masters.
Die Auszeichnungen sind stets wegweisend und sozusagen der „Nobelpreis für Fotografen“. Nun stehen die Preisträger für 2009 fest. Eine Übersicht gibt es hier. Unbedingt ansehen - Inspirationsquelle und viele beeindruckende Bilder!
Persönlich haben es mir besonders die Bilder der Fotografin Nina Berman angetan.
- Das vermutlich grösste Foto der Welt ist eine 26 Gigapixel grosse Aussicht über Dresden. Mehr dazu hier auf der Homepage von Holger Schulze.
- Bibble: Das erste Update für Bibble (5.0.1) liegt vor. Ich zitiere:
„Das schnelle und komfortable RAW-Tool Bibble 5.0.1 Pro enthält jetzt das leistungsstarke "Andrea"-Plug-in zur Film- und Papiersimulation. Außerdem bringt das Update neue Farbprofile für diverse Kameramodelle und damit weiter gesteigerte Qualität in allen Funktionen von Farbkontrolle, über Farbkorrektur bis zur gezielten Farbmanipulation. Unterstützt werden ab sofort auch Canons 1D Mark IV sowie die brandneue Olympus Pen E-P2. Die in Bibble 5 Pro integrierte Funktion zur Linsenkorrektur wurde mit dem 5.0.1-Update um weitere Objektivprofile erweitert. Außerdem bietet das Programm jetzt Kontrolle über Referenzwerte für Grau und Schwarz zusätzlich zum Weißpunkt in den Farbkurven.“ Mehr Infos hier bei ASH.
- Noch mehr Bibble: Hatte ich letzte Woche noch kritisiert, dass die PugIns von Barna Keresztes (kbarni) nicht als Mac-Version vorliegen, hat sich zwischenzeitlich geändert. Zumindest für Intel-Macs gibt es die PlugIns mittlerweile. Mehr dazu hier.
Ich wünsche allen Leserinnen und Lesern ein wunderschönes Wochenende, viel gutes Licht und natürlich gute Motive!
PS: Es ist gut, immer irgend eine Kamera dabei zu haben. Hier ein Snap vom gestrigen Heimweg gegen 16 Uhr 30. Traumhaftes Licht und Vollmond. Speed photography bei minus 25 Grad. Denn die Finger werden schnell kühl und steif.

Fotobücher - Analoges Feeling im digitalen Zeitalter
Die in der digitalen Fotografie verwendeten Speicherkarten und Speichermedien entwickeln sich rasant und haben immer grössere Volumina. Gleichzeitig werden die Übertragungsgeschwindigkeiten immer höher und die Speichermedien im Verhältnis immer günstiger, was die rein digitale Archivierung immer beliebter macht.
Mussten bei der guten alten analogen Fotografie noch teure Filmrollen (mit nur wenigen Aufnahmen) gekauft und entwickelt werden, kann man heute im Grunde beinahe unbegrenzt viele Bilder aufnehmen, da die Speicherkarten nach Übertragung der Bilder auf den Computer wieder zur Verfügung stehen.
Die Folge ist, dass bei Hobbyfotografen z. B. in einem 2-Wochen-Urlaub im Durchschnitt fast 20 mal mehr Schnappschüsse entstehen, als noch vor einigen Jahren. In der Regel verschwinden diese dann in den Tiefen der immer aufnahmefähigeren Festplatten (man kann hier fast von einer „Kapazitätenexplosion“ sprechen) oder auf unzähligen DVD's.
Das sinnvolle mehrmalige Sichern gleicher Daten, da alle Speichermedien nur eine begrenzte Lebensdauer besitzen, verschlimmert die Unübersichtlichkeit und das Wiederfinden von Fotos wird für den Hoobyisten mühsam. Und wie oft machen Sie sich wirklich die Arbeit den Computer hochzufahren, den DVD-Player oder gar den LCD-Projektor aufzubauen, wenn Gäste kommen? Und interessiert dann wirklich noch das siebte Bild vom gleichen Motiv?
Um sich das befriedigendere Gefühl ein Fotoalbum in den Händen zu halten, welches leicht gemeinsam beim Kaffeetrinken mit Familie oder Freunden betrachtet werden kann, zu erhalten, bietet sich ein gedrucktes Fotobuch an. Hier können sorgfältig ausgewählte Aufnahmen auf abnutzungsresistentem Lackpapier gedruckt und verewigt werden und stehen so jederzeit schnell zu Verfügung. Fazit: Manchmal ist weniger eben mehr. Und das „analoge Feeling“ ist einfach unschlagbar.
Photography-News KW 3/2010
- Beginnen möchte ich heute mit einer Webseite, auf der Sie viel Zeit mit dem Betrachten beeindruckender Reportagen verbringen können.
Wer sich für unter die Haut gehende Reportagen interessiert, die echte Einblicke in die Realtität des Lebens geben und dazu noch rein fotografisch erste Sahne sind, muss unbedingt das burn magazine auf seinem Radar haben. Achtung: Die meisten Reportagen zeigen die Realität wie sie ist. Mitunter nichts für schwache Nerven!
- Im Blog von Silberstudios.tv bin ich auf ein sehr interessantes Interview mit dem Fotografen Teru Kuwayama gestossen. Teru ist hauptsächlich in Krisengebieten unterwegs, und bestimmt haben Sie schon einmal eines seiner Fotos in einem Magazin gesehen. Er hat ein sehr gutes Gespür und einen intuitiven Blick dafür, was sich in einem Gebiet wirklich abspielt. Für Reportagen gibt er zudem einen guten Tipp: „Dont overthink. Just listen to your emotions and shoot.“ Die Ergebnisse können sich wirklich sehen lassen.
- Auch Chase ist heute wieder mit von der Partie in den News. In seinem Blog gibt er gute Anregungen dazu, die eigenen besten inspirierenden und kreativen Momente zu finden.
- Auch in Sachen Bibble gibt es gute Neuigkeiten: Eines der Features von Bibble liegt in den externen PlugIns. Bereits für die Version 4 gab es viele Erweiterungen. Die Entwickler leisten gute Arbeit und nun liegen bereits die ersten PlugIns für die Version 5 des besten RAW-Konverters der Welt vor. Zwei Entwickler möchte ich Ihnen vorstellen:
Sean Puckett (Nexi) hat sein erstes PlugIn in der Version für Bibble 5 vorgestellt. Der Nachfolger des altbewährten Andy & AndyPRO PlugIns zur anspruchsvollen Filmsimulation (insbesondere für die Schwarz/Weiss-Umwandlung) hört nun auf den Namen Andrea und erledigt nun unter der Version 5 seine Dienste. Das Beste: Das Update ist für alle registrierten Anwender der alten Version kostenlos. Dickes Lob Sean!
Die PlugIns von Sean liegen übrigens für alle Versionen von Bibble (Mac, Windows und Linux) vor.
Auch Barna Keresztes (kbarni) ist eifrig am Programmieren und hat bereits mehrere PlugIns für Bibble 5 „auf Lager“. Leider liegen die PlugIns teilweise nicht für die Mac-Version vor, was sie für mich leider disqualifiziert.
- Als alter Schreiberling sitze ich gerade wieder mal an einer Rezension. Diesmal für das Online Magazin Fotografr.de. Es geht es um ein Buch, bei dem mir meine juristische Ausbildung und meine frühere Tätigkeit als Rechtsanwalt sehr zustatten kommen. Mehr dazu bald bei Fotografr.
- In Sachen Minox: Warum poste ich im Moment keine Bilder von der Minox DSC? Ganz einfach: Wir befinden uns hier am Polarkreis noch in der dunklen Jahreszeit. Und in Dämmerung und Dunkelheit kommt der Sensor der Minox an seine Grenzen. Um den 20. Februar geht es mit dem Tageslicht erfahrungsgemäss wieder steil nach oben. Und dann gibt es auch wieder mehr Monix-Bilder.
- Mit genug Lese- und Experimentierstoff entlasse ich alle Leserinnen und Leser nun ins schöne Wochenende. Danke fürs Lesen, ich freue mich auf Kommentare und Eure Meinung.
Gutes Licht und gutes Wetter Euch allen!
Und zum Abschluss noch ein Bild aus einer herbstlichen Serie aus dem vergangenen Jahr.
Photography-News KW 2/2010: 3 Wege wie sie eine fotografische Persönlichkeit werden / 3 Ways to develop your personality as a photographer / 3 Vägar att utveckla din fotografisk personlighet
Today i have the great pleasure to present some true jewels for all of you wanting to develop your photography. We are not talking technical aspects. We are not talking about new cameras and lenses. No. Today we want to adress what photography really means. Its about going out, seeing and shooting. How to get on the inside track:
Idag finns det några juveler för alla som vill utveckla sin fotografisk kunskap. Och det handlar inte om tekniska frågor, inte om nya kameror eller objektiv. Nej det handlar om vad som fotografi egentligen betyder. Det handlar om att gå ute och
se. “How to get on the inside track”:
-> Nr. 1: What Makes a Great Photo by Ken Rockwell.
-> Nr. 2: The Death of Photography: Don't Worry: Just Shoot. The people who invented photography are trying to kill it. Will you let them? By Ken Rockwell.
-> Last but not least Nr. 3: There Are No Excuses by Chase Jarvis.
Quote: „I've heard you say that there's nothing to take a picture of. I've heard you say you don't know what to make, when to make it, how to make it, what to do. I've heard you say that you don't know how to get your work "out there". I've heard you say that you don't know what to put on your blog. I've heard. I've heard. I've heard. And I promise you, I too have said all these things. But there really are no excuses...“
Rezension - Dr. Martina Mettner: "Wie man ein grossartiger Fotograf wird - Wegweiser in eine Fotopraxis mit Zukunft"
von Petra Fuelbert (Knipserfrau und auch sonst kreativ) und Henning Wüst (Knipser)
Prolog von Petra Fuelbert
“Oh, ein Päckchen! Ist das für mich?”
Er kam die Tür hinein. In seinen Arm schmiegte sich ein Päckchen. Die Hunde begrüssten ihn und er hatte seine Mühe bis an den Tisch zu gelangen. Sicherlich dachten auch sie, er hätte ihnen etwas mitgebracht.
“Kannst du öffnen, ist ein Buch drin. Für eine Rezension.”
Das “aha” dachte ich mir. Wieder keine Post für mich. Neben Papiergekruschel erzählte er mir von seinem Tag und hielt etwas Rötliches in der Hand und blätterte ein kleines Buch durch, dessen Seiten im Eiltempo Schatten an die Wand warfen.
Da lag es nun. Auf seinem Arbeitstisch. Unter einem Briefkuvert.
Ein Tag. Zwei, drei Tage. Still lag es da und lugte rötlich in den Raum hervor.
Ich schielte tagsüber oft zu dem wartenden Büchlein hin. Nichts deutete auf den Inhalt hin.
Meist verrät der Umschlag dir, was die innen beschriebenen Blätter beherbergen. Hier? Nichts.
Da lag es nun. Das geheimnisvolle Rötliche.
Mein Inneres überschlug sich beinahe und am vierten Abend platzte ich: “Um was handelt es sich denn?”
”Was?”
”Naja, dein neues Buch. Das da. Um was geht es da im Buch?”
”Um Fotografie.”
Um Fotografie. Klar. Nicht um Reisen, nicht ums Auswandern, keine Kochrezepte, nein. Natürlich, es geht ums Knipsen. Dieses Mal in rötlich. Unverständnis machte sich in mir breit. Ein Buch über Fotografie hat doch immer Bilder auf dem Umschlag oder wenigstens einen Apparat, da der Käufer von Beginn an mit dem Inhalt konfrontiert werden muss. Kaufanreize auslösen, las ich da mal irgendwo. Hatte etwas mit Kaufpsychologie zu tun.
Ich räumte den Tisch ab und meine Zeigefingerspitze berührte den rötlichen Umschlag. Ich stutzte und mein Hirn stolperte: “Fotografie?” Ein güldener Schriftzug bestätigte die Aussage. ”Wie man ein grossartiger Fotograf wird” stand da zu lesen. Tatsache. Es scheint sich um Fotografie zu handeln.
Ausgelöst durch die erste Berührung mit dem Umschlag umfasste meine Hand das Büchlein fast ehrfürchtig und hielt es in die Höhe. Geschmeidiger Umschlag, dezent, fast zärtlich legte
sich das Rötliche in meine Hand.
Normal fasse ich nur selten Bücher an, doch ich ertappte mich dabei, wie ich es still durchgeblättert und mir die Bilder angeschaut habe. Kleine Textabschnitte und gut leserlicher Schrifttype. Die Überschriften klar gestaltet.
“Das ist der Knüller! Absolut perfektes Geschenk für jemanden. Egal ob jung oder alt. Unauffällig, absolut ästhetisch.”
“Findest du?”
“Ja!”
- Behind the scenes - Bei der Lektüre zur
Rezension -
- This shot by Petra Fuelbert
-
Epilog von
Henning Wüst
Da liegt es vor mir. Bereits dreifach gelesen.
Es fühlt sich gut an. “Das Buch ist ein
dreidimensionaler Gegenstand” kommt mir in den
Sinn. Ein Zitat, auf das ich vor etlichen
Jahren in einer Ausgabe der Typographischen
Monatsblätter erstmals gestossen bin. Und
diesem Buch merkt man an, dass jemand am Werk
war, der um dieses Zitat wusste. Bereits das
reine Buch spricht alle Sinne an. Es fühlt sich
gut an mit dem textilbelegten, flexiblen
Einband und den kräftigen, hochwertigen Seiten.
Rein optisch im echten Hasselblad-Feeling, denn
das Werk ist beinahe quadratisch. Macht Lust
und Laune.
Ich lasse mir den Titel “Wie man ein
grossartiger Fotograf wird - Wegweiser in eine
Fotopraxis mit Zukunft” nochmals auf der Zunge
zergehen bevor mich dann die Neugier in das
Buch hinein treibt.
Das Vorwort verstärkt den Appetit auf den
Inhalt noch weiter. Es macht aber zugleich auch
deutlich, dass das Buch herausfordernd und
wegweisend sein will. Es geht nicht um das “wie
soll ich dies und jenes fotografieren”, sondern
um den Weg zur “fotografischen
Selbstverwirklichung” im wahrsten Sinne des
Wortes. Und das setzt voraus, auch hier ist die
Autorin sehr deutlich, dass es da ganz
individuell überhaupt etwas zu verwirklichen
gibt.
Vom Vorwort verwöhnt geht es nun zur Sache. Und
da gefällt mir der Einstieg ins das erste
Kapitel auf Anhieb nicht ganz so gut. Plötzlich
tauchen da etliche Fachbegriffe auf, die den
unbedarften Leser vielleicht abschrecken. Ich
bin mir nicht sicher, ob der Anfang des ersten
Kapitels gleichsam einen “Filter” darstellen
soll. Vielleicht soll auch nur die leider
allgegenwärtige Technikorientierung pointiert
werden. Beides wäre indes ein lobenswert guter
Ansatz. Im zweiten Kapitel verdeutlicht die
Autorin dies auch sogleich nochmals: Wer sich
für Technik begeistert und auch gerne in diese
verliebt ist, möge Kameratechniker - also
Handwerker - werden, aber nicht Fotograf - also
Künstler.
Über den Mythos der Kommerzialisierung und den
Einfluss der Neuen Medien gelangt die Autorin
dann zu einer unerwarteten Grenzziehung. Die
Zeit der uns bekannten und vertrauten
Fotografie des 20. Jahrhunderts ist vorüber.
Ein neuer Gesamtansatz ist gefragt. Sie
verdeutlicht das plausibel. Einfach gesagt: Es
ist eigentlich bereits (beinahe) alles
fotografiert. Das schönste Einzelmotiv wird
heutzutage kaum mehr weltbewegende
Begeisterungsstürme hervorrufen. Zudem ist der
klassische Fotojournalismus verbraucht und die
Zeiten der echten Street-Photography sind
bereits aus rein rechtlichen Gründen passé,
usw.
Überhaupt und generell findet die Autorin oft
recht deutliche Worte um Misstände, sie sich
aus ihrer Sicht eingeschlichen haben, beim
Namen zu nennen. Gut möglich, dass die Leser
das Buch gelegentlich getroffen aus der Hand
legen. Aber so ist das nun einmal mit
herausfordernden Werken. Und das ist gut so.
Gibt es doch auch willkommene Gelegenheit und
Zeit zur Eigenreflektion.
Dr. Mettner beleuchtet ihren wegweisenden
Gesamtansatz im Folgenden vertiefend in
verschiedenen Exkursen, die - parallel laufend
- zur fotografischen Projektorientierung hin
weisen. Das Zauberwort der Zukunft wird nach
Ansicht der Autorin “Fotoprojekt” heissen. Weg
vom Einzelbild - so pittoresk das Motiv auch
sein mag - hin zum Zusammenhang, der etwas
aussagt und damit das eigentlich Fotografische
entfaltet. In Neudeutsch geht das in die
Richtung des “Storytelling” mit Bildern. Dazu
ermutigt die Autorin im zweiten Teil des Buches
mit verschiedenen eigenen Beispielsprojekten,
die sie ausführlich vorstellt.
Der Ansatz ist gut, wenn nicht gar bestechend.
Note bene am Rande: Auch die
“Ausstellungstauglichkeit” fotografischer Werke
ist heutzutage praktisch nur noch über den
Projektansatz realisierbar. Der schöne
Nebeneffekt liegt darin, dass sich hier die
natürlich Neugier, die Interessen und Neigungen
des Künstlers, sprich Fotografen, mit seiner
Fotografie verbinden lassen. So können
Gesamtkunstwerke “aus einem Guss” entstehen,
die etwas aussagen und den Betrachter
ansprechen können. Ein solches Projekt kann
einen kleineren zeitlichen und inhaltlichen
Rahmen abdecken oder auch einen mehrmonatigen
oder gar mehrjährigen Zeitraum mit einem
korrespondierend umfassenderen Thema umfassen.
Mir gefallen der Ansatz und der Weg, den Frau
Dr. Mettner aufzeigt. Ich habe mich ab dem
zweiten Kapitel wie der “Fisch im Wasser” in
der Materie gefühlt. Wahrscheinlich liegt das
darin, dass ich selbst meistens in den
Kategorien von projektorientierten Reportagen
denke und arbeite.
Allen fotografisch interessierten Menschen, die
weg von den technischen Aspekten und hin zum
“Spirit” in der Fotografie vordringen wollen,
kann ich das Buch als “must read” nur wärmstens
empfehlen und ans Herz legen.
-> Mehr Infos zum Buch und
Bestellmöglichkeit hier auf der Homepage der
Autorin
Announcing the Bibble 5 final!
Das Wesentliche über Bibble 5 in Kurzform: Sie fotografieren RAW? Sie brauchen Bibble 5.
-> Hier gehts zum Vertrieb in Deutschland.
-> Internationale Kunden ausserhalb von Deutschland bitte hier lang.
Die 6 Trends der Fotografie 2010 / The 6 photography trends for 2010
1 - Zurück zum Motiv!
Die Resultate werden wieder zählen. Der ganze technische Krimskrams und das technische Brimborium werden in den Hintergrund geraten. Der Trend hat bereits 2009 begonnen. Stichworte: iPhone-Photography, Minox-Photography, usw. Rein technisch betrachtet sehr unvollkommene Ansätze, aber das Ergebnis zählt. Zurück zum Motiv!
2 - Allzeit bereit und immer dabei!
Der erste Trend verbindet sich mit einem weiteren Erscheinung. 2010 werden wir einfach keine Lust mehr haben, Massen von Ausrüstung mit uns herum zu schleppen. Keine Massen von Glas mehr. Kein sperriges Gehäuse, das uns die Halswirbel verdreht. Wir werden einen Boom bei echten Kompaktkameras sehen. Das Motiv zählt. Es will “gefangen” werden. Mit welcher Technik und wievielen Kilogramm Ausrüstung es “erlegt” wurde, wird weniger und weniger interessieren. Allzeit bereit und immer dabei lautet das Motto!
3 - Weniger ist mehr!
Wovon leben gute Motive und gute Kompositionen? In den allermeisten Fällen von Einfachheit und Reduktion. Schlicht- und Einfachheit, das heisst, das Wesentliche auf den Punkt zu bringen. Reduktion ist der Schlüssel dazu. Wir werden 2010 einen Trend zur Reduktion erleben. Weniger ist mehr!
4 - Kopie, Original und Inspiration
Ein altes Sprichwort sagt: “Alle Menschen werden als Original geboren. Leider sterben die meisten als schlechte Kopie”. Das gilt auch für die Fotografie. Wir werden einen Trend zur Authentizität erleben. Sei Du selbst! Sich von anderen Künstlern inspirieren zu lassen ist absolut in Ordnung. Als lebende Kopie zu enden wird unattraktiv werden.
5 - Gefühle zeigen
Menschen leben von und aus Gefühlen. Wir sind lebende, gefühlsbetonte und gefühlsgeleitete Individuen. In unserer von Leistung geprägten Gesellschaft ignorieren wir das gerne. Leider auch in der Fotografie. Das wird uns mehr bewusst werden und wir werden einen Trend zu mehr Gefühl(en) in der Fotografie erleben.
6 - Schwarz/Weiss-Renaissance
Alle bisherigen Trends weisen in die Richtung Schwarz/Weiss. Wir werden 2010 eine Renaissance der Schwarz/Weiss Fotografie erleben: Motivbetont, Einfach, Künstlerisch, Gefühlsbetont.
- Die Essenz
Alle Trends für 2010 laufen auf die Essenz hinaus: Fotografie ist Kunst. Wir werden eine grosse Bewusstseinsveränderung hin zu künstlerischer Fotografie und eine Rückbesinnung auf die Künste erleben.
Was ist Deine Meinung?
„Trendy“ 2010?
Bibble 5 PV 3.3 - Sehr interessante Neuerungen
„Perhaps the most noticeable change here is the addition of additional Look Profiles and a new Default Look Profile: Product Reduced. This renders most images a LOT better than Product - if you have customized your defaults, you won't see this option as you new default, but its well worth checking out. Many Olympus, Canon and Nikon cameras have been re-profiled to produce truer colors.“
Es sind einige neue Profile hinzugekommen und die neuen Profile haben es wirklich in sich. Und auch bei den neuen Feinabstimmungen auf einige Kameramodelle hat Bibblelabs ganze Arbeit geleistet. Tests mit mehreren Nikons, die ich heute gemacht habe, haben „runderes“ und „angenehmeres“ Farbrendering zu Tage geführt. Der Eindruck ist schlecht zu testen, deswegen selber ausprobieren. Zum Download gehts hier lang.
Gedanken zur kulturellen Kontextualisierung von Farbpaletten
Warum?
Gestern ging ich bei einem Kunden durch eine Fülle von Bildern aus einem Projekt. Die Bilder stammten von Fotografen aus 5 Ländern und 3 Kontinenten. Und erstaunlicherweise gab es sehr grosse Unterschiede bei den Farbpaletten.
Nachdem ich mir etwas extra Zeit genommen habe ist mir aufgefallen, dass die Farbpaletten von Fotografen aus demselben Land und kulturellem Kontext jeweils sehr ähnlich waren. Die Farbpaletten aus dem amerikanischen Raum waren z. B. viel „knalliger“ als die aus Mitteleuropa. Skandinavien ging mehr in Richtung Amerika, usw.
Das führt mich zu der Frage, ob es dazu schon ausführlichere Untersuchungen oder Abhandlungen gibt? Hat dazu jemand unter der Leserschaft weiterführende Informationen oder Gedanken, bitte ich um Kommentar oder Mail. Würde dieser Frage gerne vertieft nachgehen.
„Scandinavian colors meets central european
colors“
Bibble 5 PV 3.2 - Mit Riesenschritten voran
Heute wurde die PV 3.2 vorgestellt, die wieder jede Menge an Veränderungen und Bugfixes enthält.
Weitere Informationen zur PV 3.2 hier.
Direkt zum Download gehts hier lang.
Bibble ist einfach ein „must have“ für alle, die in RAW fotografieren!
Das Wochenende, und: Vermischte Fotografika
Im Ernst. Wieder neigt sich eine spannende und abwechslungsreiche Woche zum Ende. In der Post waren diese Woche wieder mehrere schöne und gelungene Belegexemplare. Das freut mich immer besonders, die „Früchte“ der teilweise stressigen und anstrengenden Arbeit in den Händen zu halten und zu betrachten. Zwei Tage in Stockholm diese Woche hatten es auch in sich. Wobei es mit so vorkam, als wäre es in Stockholm beinahe noch Spätsommer.
Zum Wochenende noch einige fotografische Impulse:
-> Als erster Punkt eine fotografische Herausforderung:
Chase Jarvis hat in seinem Blog gerade einen extrem guten, positiv herausfordernden Beitrag verfasst.
O-Ton-Zitat: „Get out from behind the computer and shoot something you've been dying to shoot today. It's easier that you've lead yourself to believe, it costs less than you think, and is more fun than you remember.“
Mein Vorschlag: Hier noch fertig lesen und dann den Computer abschalten. Und dann bitte überlegen, was sie schon immer mal fotografieren wollten. Und genau das machen Sie dann an diesem Wochenende! Ihre Erfolgserlebnisse und Erkenntnisse dürfen Sie dann am Montag gerne in die Kommentare posten.
-> Auf photoscala.de war kürzlich ein wunderbarer Testbericht über die kurz nach dem Erscheinen bereits Kultstatus geniessende Leica M9 zu lesen. Darin eine Passage, die mich geradezu ins Schwärmen gebracht hat. Ich zitiere im O-Ton:
„Und da ist nun mal das gut gesehene und umgesetzte Motiv das A und O - der ganze Rest ist nur Mittel zum Zweck. Oder, um es mal so zu fassen: Wenn das Motiv stimmt, sind 12 „schlechte“ Megapixel aus der Digitalkompakten besser als die 24 „guten“ Megapixel bei einem öden Motiv.“
Einfach schön. Wobei die Passage natürlich nicht darauf gerichtet ist, die M9 abzuwerten. Die M9 ist eine traumhaft schlichte Kamera. Konnte sie bislang leider nur kurz in den Händen halten.
-> Kürzlich hatte ich auf einen Artikel von Olaf Bathke hingewiesen. Unter dem Titel „7 Gründe zum Ausstieg aus einer Foto-Community...“ hatte Olaf den Nagel schlicht auf den Punkt getroffen.
Hier möchte ich nochmals ansetzen. Einige Leser haben nach Möglichkeiten angefragt, ihre Bilder professionell beurteilen und bewerten zu lassen. Dazu würde ich gerne auf fokussiert.com hinweisen. Dort gibt es die Möglichkeit, Bilder zur Bewertung einzureichen (Details hier). Allerdings wird dort - im Gegensatz zu vielen (den meisten?) Foto-Communities - nicht mit Streicheleinheiten geworfen, sondern mit Klartext. Heilsam, konstruktiv und empfehlenswert!
-> A propos fokussiert.com: Dort ist die Rubrik „24 Stunden“ auch eine besondere Empfehlung. Dort sind täglich die besten Pressebilder der vergangenen 24 Stunden, ausgewählt nach fotografischen Kriterien, zu sehen. Geheimtipp!
-> Und als kleines Schmankerl zum Schmunzeln noch ein Fundstück aus einem Shooting im Sommer. Sind in Deutschland „Röhrende Hirsche“ öfter einmal Gegenstand der Darstellung, gibt es in Schweden ein Pendant: „Röhrende Hirsche“ :)))
In diesem Sinne wünsche ich allen Leserinnen und Lesern ein wunderbares Wochenende.
Und nicht vergessen: Nicht so viel vor dem Computer sitzen, sondern zur Kamera greifen und fotografieren gehen!
PV 3.1 - Bibble rockt munter weiter
Bibble 5 - der meiner Einschätzung und Erfahrung nach beste und schnellste verfügbare RAW-Konverter - liegt jetzt in der PV 3.1 vor.
Kurz: Ein „must have“. Und wer Bibble tatsächlich noch nicht im Einsatz hat (oder es gar noch nicht einmal kennt) bitte hier lang.
Gastbeitrag im Blog von Olaf Bathke "Fotografieren in der Kälte"
Interessant für Fotografen: Bücherverlosung
Kürzlich habe ich hier schon meinen Freund Thomas Scheuer erwähnt, der sich im Dienstleistungsmarketing spezialisiert hat. Das Thema ist auch und gerade für Fotografen essentiell.
Heute habe ich von Thomas eine Mail erhalten. Er verlost jetzt in jeder Adventwoche ein Exemplar seines Buches “Marketing für Dienstleister”, erschienen im Gabler-Verlag mit 192 Seiten.
Das Buch war in der Financial Times Deutschland sechs Wochen in den “Top 10 Deutsche Wirtschaftsbücher” und in Wirtschaft & Markt unter den “Bestseller Wirtschaftsbuch”.
Ich habe das Buch gleich nach Erscheinen verschlungen und grossen Gewinn daraus gezogen. Darüber hinaus gibt es unzählige positive Rezensionen.
Wer an der Verlosung teilnehmen will, schaut bitte hier bei Thomas in seinem Blog vorbei. Dort ist erklärt, wie man an der Verlosung teilnimmt.
Die PV3 ist da - Bibble 5 rockt weiter
Bibble 5, der meiner Meinung nach derzeit weltbeste RAW-Konverter, rockt mächtig weiter.
Eben gerade wurde die neue PV3 veröffentlicht, in der sich jede Menge Korrekturen und einige neue Funktionen finden. Die Geschwindigkeit ist - dank einer neuen Engine - noch atemberaubender geworden.
Hinzu gekommen ist in Bibble 5 ausserdem die Unterstützung für etliche neue Kameramodelle, darunter u.a. Canon 7D, G1 und S90, Nikon D3s und D300s , sowie Sony a850.
Viele weitere Details zur PV3 und den Link zum Download gibts hier in der Pressemitteilung von Bibblelabs.
Perspektivwechsel: 180 Grad
- Für die Lappland-Fans und Liebhaber zwei aktuelle Landschaftsbilder, die einen Einblick in die Wetter- und Schneelage geben.
- Fotografisch eine kleine Demonstration, wie die Perspektive das Licht verändert. Die beiden Bilder sind am beinahe exakt selben Standort (ca. 5 Meter Abstand) und im Abstand von einigen Minuten entstanden. Einmal in Richtung Sonne, einmal 180 Grad entgegen gesetzt. Kein Witz. Kein Photoshop. Nur die Auswirkung des natürlichen Lichts am selben Standort zur selben Zeit. Faszinierend, oder?
Reminder: Noch Objektive und Kameras abzugeben
Das da wären:
- Sigma AF 28-70mm f2.8 für Nikon - Vollformattauglich - mit beiden Deckeln, mit Case und OVP, Original-Geli - Preisvorstellung 140 Euro
- Sigma AF 20-40mm f2.8 EX DG für Nikon - Vollformattauglich - mit beiden Deckeln, mit Case - minimaler Putzdefekt auf Frontlinse (ohne Auswirkung), Original-Geli - Preisvorstellung 160 Euro
- Kiev 60 Mittelformatkamera, Volna 80mm f2.8 Objektiv (entspr. 50mm KB), Ledercase, Prismensucher mit Belichtungsmesser und Lichtschachtsucher, Blitzadapter - Preisvorstellung 170 Euro
- Nikon FM mit Nikkor 50mm f1.8, nur an Liebhaber - Preisvorstellung 200 Euro
- Domke F3 Fototasche - eine von den legendären. Die Cotton-Ausführung in schwarz. Beinahe unbenutzt. Preisvorstellung 75 Euro.
(- *VERKAUFT/VERGEBEN* Nikkor AF 50mm f1.4 (!) D mit beiden Deckeln und Original Nikon Geli HR-1 - Preisvorstellung 250 Euro)
Alles jeweils zuzügl. Versand (je nach gewünschter Versendungsart).
Bei Interesse bitte einfach eine Mail schicken.
Foto-Nachlese der Woche
- Zum einen der Gastbeitrag von Olaf Bathke im Blog von Robert Janiszewsky unter dem Titel „Anleitung zur Demotivation - Wie verliere ich möglichst schnell die Lust am Fotografieren“. Leute das ist wirklich und unbedingt lesenswert!
- Ebenfalls unbedingt der Lektüre wert sind die „44 Zitate über die Fotografie“, die diese Woche im Blog „Fotoholiker“ von Jutta Stern gebloggt worden sind.
In diesem Sinne „Keep on knipsing!“ und einen wunderschönen Sonntag!
Fototipp: 7 Gründe zum Ausstieg aus einer Foto- Community...
-> 7 Gründe zum Ausstieg aus einer Foto- Community
Lesenswert und bedenkenswert!!!
Weekly Update: Fotografie-News
- Obwohl die derzeitige Preview schon voll einsatzfähig ist, wird Bibble 5 - der meiner Meinung nach beste RAW-Konverter - natürlich immer schön weiter entwickelt. Wer immer „up to date“ sein will, dem sei angeraten, Bibble auf Twitter zu verfolgen. Dort gibt es immer die aktuellsten Neuigkeiten zu lesen:
http://twitter.com/bibblelabs
- Für Mac OS X hat ein neues HDR-Tool das Licht der Welt erblickt: Am 30.9. wurde die Version 1.0 von HDRist veröffentlicht. Eine leicht und intuitiv zu bedienende Software, die Lust auf das Experimentieren mit HDRs macht. Das Tool ist übrigens kostenlos. Mehr Infos und Download gibts hier:
http://www.ohanaware.com/hdrtist/
- Ich bin nach wie vor vom AFS DX 35mm f1.8 als neues „Immerdrauf“ an der D40 begeistert. Ein „dream team“ für die Freizeitfotografie. Dazu experimentiere ich gerade mit verschiedenen Handschlaufen. Dazu mehr - und vielleicht einen kleinen Vergleichstest - in den nächsten Tagen.
- Und an das Wort zur Woche erinnere ich an dieser Stelle auch gerne noch einmal:
Woran erkennt man
gute Originale?
Daran, dass sie kopiert werden!
Sollten Sie auch
entdeckt haben, dass Sie irgendwo künstlerisch
kopiert wurden (oder werden), versuchen Sie dem
auch einen positiven Effekt abzugewinnen.
Kopiert werden eben die guten Originale (was
Sie ja dann ggf. am Gang zum Anwalt nicht
unbedingt hindern muss :).
RAW-Workflow: Bibble 5 rockt!
Die RAWs landen dann auf der Festplatte in einem Eingangsordner, der nach Datum und Bezeichnung geordnet ist. Von dort wird gleich eine Sicherungskopie auf eine externe Platte gemacht. Erst dann wird die Speicherkarte zur Neuverwendung neu formatiert.
Die RAWs werden dann mit Bibble geöffnet, betrachtet, sortiert, aussortiert und die dann übrig bleibenden schliesslich - soweit erforderlich - nachbearbeitet und in JPGs (high, 95%) konvertiert.
Ich habe es die letzten Wochen ja schön öfter erwähnt: Mittlerweile liegt die Bibble 5 Preview 2.2 (Build c) vor.
Und seitdem „rockt“ Bibble ganz gewaltig. Fühlt sich an wie eine normale Beta und ist dauerbetriebstauglich.
Habe die Woche nun den Härtetest gemacht und der Preview die Bilder eines ganzen Tagesshootings (so um die 1000 Stück) anvertraut.
Ergebnis: Völlig reibungslos. Kein Absturz. Und der Geschwindigkeitszuwachs ist einfach beachtlich. Ich sach doch: „Bibble rockt“!
Update: Foto-links / Nya foto länkar
-->> Top-Tipp: Manfred Huszar - in der Fotoszene besser bakennt unter seinem Pseudonym „zoomboy“ - hat ein Portal geschaffen, das eigentlich längst überfällig war: Unter foto-radar.de findet sich eine Übersicht aller Artikel, News, Videos und Bilder aus der Deutschsprachigen Fotografie Szene in Form eines Meta-Aggregators. Danke und dickes Lob Manfred!
-->> Die Website fuelyourphotograhpy.com bietet laufend neue Tipps, Tricks und hilfreiche Gedanken zum Thema Fotografie. In Englisch.
-->> Das Blog des kanadischen Fotografen David du Chemin findet sich hier: pixelatedimage.com/blog. Gute Artikel, gute Tipps, gute Einsichten.
Bibble 5 und die Lupe
Für dieses Problem haben sich die Entwickler von Bibble 5 eine sehr gute Funktion einfallen lassen: Die Lupe.
Drückt man „`“ (ohne die Anführungszeichen) auf der Tastatur, wird eine runde Lupe sichtbar, deren Ausschnitt einfach durch den Cursor bewegt werden kann. Die gewünschte Vergrösserung lässt sich einstellen. Erneuter Druck aufs „`“ blendet die Lupe wieder aus. Eine geniale Funktion, die das ewige Umschalten zwischen den verschiedenen Ansichtsvergrösserungen überflüssig macht. Dickes Lob!
Bibble 5: Lust auf Ebenen?
Bevor ich in die Details zu Ebenen (Layer) und Bereichen gehe, einfach mal ein simples Beispiel.
Das hier war das Original. Schöne Einstellung, aber der Himmel ist zu hell. Die Farben sind zu kalt. Das Wasser verträgt etwas mehr Tiefe. Aber: Das geht nur, wenn man Bearbeitungsfunktionen auf verschiedene Bereiche anwenden kann.
Kein Problem mit
Bibble 5. Zwei Ebenen (Layer) führen zum
gewünschten Effekt:
(Ich habe hier
etwas übertrieben mit den angewendeten
Effekten, um das Prinzip aufzuzeigen).
Photoshop ist also für diese Fälle künftig im
Ruhestand :)
Mehr dazu, wie das geht und was dabei zu
beachten ist folgt :)
Bibble 5 - Bilddaten schnell einblenden
Heute ein kleiner, aber sehr wichtiger Shortcut für die Arbeit mit Bibble 5: Das schnelle Anzeigen der Bilddaten. So sieht der Desktop in der Fullscreen-Anzeige eines Bildes aus. Nun möchte ich schnell wissen mit welcher Cam, welcher Linse und welchen Einstellungen die Aufnahme entstanden ist. Kein Problem: Drücken Sie einfach die Taste „E“.
Und schon erscheint
eine kleine schwebende Palette - die sich frei
auf dem Desktop verschieben lässt - und zeigt
Ihnen die wichtigsten Parameter der Aufnahme
an. Drücken Sie wieder die Taste „E“
verschwindet die Palette wieder. Eine charmante
und praktische Lösung. (Um Missverständnissen
und Nachfragen zuvor zu kommen: Natürlich
lassen sich die EXIF-Daten auch in der
gewohnten Art und Weise anzeigen. Das nimmt
aber Platz in der Seitenleiste. Die schwebende
Palette ist für den „schnellen Blick“ viel
praktischer.)
Hier finden Sie
schnelle Infos über die wichtigsten Bilddaten.
Für mich ist z.B. die Information über die ISO
beim Nachbearbeiten von Indoor-Shots sehr
wichtig, um sofort die richtigen Einstellungen
für den Noise-Ninya zu wissen.
Bibble 5 - Lens Correction Tool
Einfach ausgedrückt: Gerade Linien, die nicht durch die Bildmitte laufen, werden gekrümmt abgebildet. Bei vielen Aufnahmen ist das völlig unproblematisch, weil es keine Objekte gibt, an denen die Verzeichnung erkennbar ist.
Bei manchen Motiven ist das aber deutlich erkennbar und dann oft ärgerlich und störend. Die klassische Möglichkeit so etwas zu korrigieren ist die Lens Correction in Photoshop. Das ist dann aber nach der RAW-Konvertierung ein zusätzlicher Arbeitsschritt. Optimalerweise sollte daher ein guter RAW-Konverter alle Bearbeitungsfunktionen mitbringen, die im täglichen Einsatz benötigt werden. Und genau das tut Bibble.
Hier ein sehr deutliches Beispiel. Die Aufnahme eines Scheunentores mit dem 18-200er von Nikon („Suppenzoom“ - hier fällt die Verzeichnung besonders deutlich auf). In diesem Bild gibt es viele - eigentlich - gerade Linien und die Kissenverzerrung fällt deutlich auf. Was tun?
Die Linsenkorrektur in Bibble 5 aufrufen. Die allermeisten Linsen erkennt Bibble 5 nun automatisch aus den EXIF-Daten. Dann einfach die Korrektur aktivieren.
- Vorher: Die kissenförmige Verzeichnung ist
deutlich erkennbar -
Hier nun mit
aktivierter Linsenkorrektur. Sinnvollerweise
wird auch gleich „Bildgrösse ändern“ mit
ausgewählt. Warum? Bei der Korrektur, d.h.
Umrechnung des Bildes, gehen einige Pixel
„verloren“. Die Pixel am Rand, die benötigt
werden, um das Bild „gerade auszurichten“.
Wählt man „Bildgrösse ändern“ wird das
korrigierte Bild gleich wieder rahmenfüllend
skaliert. Die nun fehlenden Pixel (einige
wenige) sind am oberen Rand gut erkennbar.
- Nachher: Nun sind die Linien im Bild gerade!
-
Bibble 5
Mein persönlicher Favorit und Geheimtipp lautet Bibble. Es gibt ja mittlerweile - auch für den Mac - eine ganze Menge RAW-Konverter. Warum gerade Bibble?
Bibble ist - meiner Meinung nach - das einzige Programm auf dem Markt, das vom Layout her 100% auf Fotografen abgestimmt ist. Schlank, übersichtlich und - vor allem! - schnell. Insbesondere letzterer Punkt ist ein entscheidender Vorteil. Dazu später noch mehr. Bibble liegt für Mac OS X, Windows und Linux (!) vor.
Mit Bibble geht die Arbeit flugs von der Hand. Und mit Bibble 5, das mittlerweile als Preview 2.1c vorliegt, ist Bibble noch einmal um Längen schneller geworden. Ich frage mich wirklich, was für eine Geheimformel die Entwickler da gefunden haben.
Wer sich Bibble 5 einmal ansehen will, kann sich hier beim deutschen Vertrieb (Application Systems aus Heidelberg) die Preview herunterladen und auch Seriennummer zum kostenlosen 2-Wochen-Test anfordern. Alle registrierten Kunden der 4er Version bekommen die 5er Version nach Erscheinen übrigens gratis! Ein gutes Argument, sich jetzt auch schon die 4er Version zuzulegen.
In der neuen Blogrubrik „Bibble“ werde ich künftig einzelne Bereiche der Software, die mich besonders begeistern, im Detail vorstellen.
- So sieht der Bibble 5 Desktop aus: aufgeräumt
und übersichtlich -
Backup am Mac
Die Menge an Fotos, die sich - auch bei striktem Aussortieren - ansammelt, ist schwindelerregend. Und damit steigen auch der Speicher- und Festplattenbedarf munter kräftig an.
Für mich habe ich eine kleine und feine Lösung gefunden: iBackup. Natürlich exklusiv und nur für den Mac :)
Übrigens: Eine gute Backup-Strategie enthält mindestens 2 externe Platten (bevorzugt FireWire, sonst USB), die im täglichen Wechsel verwendet werden. Keine schlechte Idee ist es auch, ein Backup nicht im Haus, sondern ausser Haus zu verwahren.
Der kleine - und für den Privatgebrauch sogar kostenlose - Helfer ist hier zu finden.
Wer auf Nummer ganz sicher gehen will, kann zusätzlich in regelmässigen Abständen seine interne Platte clonen. Bei einem Festplattencrash kann dann von der externen Platte gebootet werden. Dann einfach das letzte Backup-Update (s.o.) drüber und alles ist - erst einmal - wieder gut.
Fürs Clonen am Mac empfehle ich Carbon Copy Cloner von Mike Bombich. Das wertvolle Progrämmchen ist Donationware.
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relativ neuer internationaler Online-Marktplatz
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Die Bedeutung des Projektes ist auch daran
erkennbar, dass das Bundesministerium für
Wirtschaft und Technologie (BMWi) CultureLoad
seit Mai 2008 durch Mittel aus dem Europäischen
Sozialfonds (ESF) der Europäischen Union im
Rahmen des Programms "EXIST- Existenzgründungen
aus der Wissenschaft" unterstützt.
Übrigens: Ich unterstütze Culture Load.
Ausgewählte Stücke aus meinen
schwarz/weiss-Editionen gibts ab sofort auch
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MINOX DSC: Die Welten des James Bond lassen grüssen
(Lieferumfang MINOX DSC)
Die MINOX DSC
greift die alte Tradition der minimalistischen
(daher auch der Name) Kleinstkameras auf,
allerdings in moderner Digitaltechnik. Das
echte MINOX-Flair ist ihr aber trotz der
Digitaltechnik erhalten geblieben.
Die „Kleine“ könnte die Lösung des
„wirklich-immer-und-überall-dabei“-Problemes
eines jeden Ditigal-Fotografen sein.
Nachdem ich vor einigen Wochen die MINOX DSC
erstmals in der Hand gehalten habe, habe ich
mich für einen Langzeitversuch mit der Kleinen
entschieden.
Über einen längeren Zeitraum hinweg werde ich
das kleine Technikwunder (78 Gramm zeigt die
digitale Küchenwaage an) auf Herz und Nieren
prüfen und die neue Rubrik „MINOX DSC“ mit
daily Minox shots füttern.
Was hat mich bewegt, die kleine Minox zu
bestellen? Ja, man könnte auch mit einem
immer-dabei-High-Tech-Mobiltelefon
fotografieren (dem iPhone z. B.). Aber in
technischer Hinsicht bin ich da konservativ.
Ein Mobiltelefon ist zum telefonieren und eine
Kamera zum fotografieren. Basta. Zudem lässt
sich mit einem Mobiltelefon nur schlecht
gleichzeitig telefonieren und fotografieren.
Für „die Kleine“ spricht ihre Grösse
(eigentlich müsste es besser „Kleinheit“
heissen) und Handlichkeit.
Hier die ersten Eindrücke beim Auspacken.
- Gute Umverpackung. Ein stabiler Karton mit
guter Fütterung.
- Robuste und sehr ansprechende Verpackung der
Cam und des Zubehörs (Design-Stahlblechdose).
- Lieferumfang: Kamera, externer Blitz mit
LCD-Display, 2 schöne Lederetuis, 2 USB Kabel,
die klassische Kette und Dokumentation.
Der Blick in die Gebrauchsanleitung entspannt.
Einfach und in wirklich gutem Deutsch. Klar,
verständlich, sauber. Das Lesen dauert nur ca.
5 Minuten. Es gibt keine 100.000
Einstellmöglichkeiten. Das ist gut so.
Natürlich habe ich auch gleich die alte Minox
EC aus der Glasvitrine geholt und zum Vergleich
daneben gelegt (ausführliche Fotogalerie
folgt). Die DSC ist etwas - aber nicht
wesentlich - grösser als die EC, liegt aber
deutlich besser in der Hand als diese. Im
Gegensatz zu den analogen Minox muss die DSC
nicht ausgezogen werden. Der klassische
Schachtsucher wirkt vertraut.
Die Kleine kommt aus chinesischer Produktion.
Positiv fällt auf, dass der Cam ein
Qualitätskontrollschein beiliegt der darauf
hindeutet, dass eine Endkontrolle in Wetzlar
stattfindet.
Und nun darf sich der Akku der DSC - der
übrigens über USB geladen wird - erst einmal
richtig voll aufladen. Und dann gehts ans
Knipsen und Testen. Viele weitere Infos und
Eindrücke - auch mit Bezug zum Mythos MINOX -
werden folgen. In unserer neuen Rubrik werden
wir die MINOX Story ganz neu auflegen :)
Wer sich vorab schon einmal detaillierter
informieren will, sei auf die MINOX
Homepage und die spezielle Seite zur
DSC verwiesen.
Und wer sich mit dem Gedanken trägt, sich auch
das kleine Technikwunder zuzulegen, kann den
Link zu Amazon nutzen (damit unterstützen Sie
auch diese Website, die ich in meiner Freizeit
pflege).
Tool für Mac OSX: Cameras von Flexibits
Wer kennt als Fotograf nicht das Problem mit mehreren Kameras. Schliesst man eine Cam (oder eine Speicherkarte aus einer bestimmten Cam) über USB (oder USB-Kartenleser) an den Apple Macintosh an, öffnet das Betriebssystem entweder ein bestimmtes Programm (z. B. iPhoto) oder macht gar nichts. Andere Einstellungen kennt Mac OSX von Haus aus leider nicht.
Abhilfe schafft das kostenlose Tool Cameras von Flexibits. Mit Cameras lässt sich für jede Kamera einzeln festlegen, was der Computer bei deren Anschluss tun soll.
Ein Anwendungsbeispiel wäre z. B. folgendes:
Beim Abschluss der Pro-Cams in denen mit RAW geschossen wird, soll nichts geschehen. Dann können die NEF-Dateien von der im Finder gemounteten Kamera in den Ordner für einen der RAW-Konverter kopiert werden.
Beim Anschluss der Immer-Dabei-JPG-Cams soll direkt eine Bildbank zum Import der JPGs, z. B. iPhoto, geöffnet werden.
Ein geniales kleines Tool, das den Workflow um einiges erleichtert und täglich Zeit und Nerven sparen hilft.
Das Beste: Cameras ist kostenlos!
Im Test: B/W-Styler
Vorab: Den
beinahe schon “Glaubenskrieg”, ob man denn
seriöse Schwarz-Weiss-Fotografie überhaupt
digital betreiben könne, will ich hier nicht
führen. Und um allen Diskussionen gleich
vorzubeugen: In meiner beruflich genutzten
Mittelformatkamera und in der guten alten FM
sind hauptsächlich Ilford FP4. Damit das vorab
klargestellt ist :)
Aber seit geraumer Zeit beschäftigt mich das
Thema Schwarz-Weiss und digital trotzdem sehr.
Ist eben doch sehr praktisch, auch im
Schwarz-Weiss-Bereich auf den digitalen
Workflow mit all seinen Möglichkeiten zurück
greifen zu können. Also ging ich auf die Suche
nach einem Tool, das sich gut in den
vorhandenen Workflow einbinden lässt.
Natürlich lässt sich sehr viel unmittelbar
direkt in Photoshop machen. Schöner ist es
jedoch, ein Plug-In mit umfassenden
Schwarz-Weiss Funktionalitäten zu haben. So
eine Art “Dunkelkammer”-Plugin. Also ging ich
auf die Suche. Und nachdem ich etliche Sachen
durchprobiert hatte, bin ich schliesslich
fündig geworden. B/W-Styler heisst
das kleine Schwarz-Weiss-Wunderwerk, das ich
Ihnen in diesem Testbericht vorstellen will.
Nachdem ich den Blogeintrag nicht
mit Bildern überfachten will, gibt es - wie
gewohnt - eine separate Bildergalerie zum
Testbericht hier.
Verwendetes Testsystem
Mac PowerBook G4 1.5 GHz, 1.25 GB RAM, Mac OS X
10.5.7, Photoshop 7, Photoshop Elements 6,
GraphicConverter 6.4
Installation und
Kompatibilität
Die Installation ist völllig problemlos. Das
PlugIn kommt in 3 verschiedenen Versionen - je
nach verwendetem System und Host-Applikation.
Mit dem hervorragenden Handbuch geschmeidig und
problemlos.
Sehr erfreulich ist, dass das PlugIn mit einer
Vielzahl von Host-Applikationen kompatibel ist.
Unter Mac OS X sind das Adobe Photoshop (ab
Version 7), Adobe ImageReady (ab Version
7), Adobe Photoshop Elements (ab Version 2),
Adobe Illustrator (ab Version 10), ACDSystems
Canvas (ab Version X), CiEBV Photoline 32 (ab
Version 11.52), Corel Painter (ab Version 9),
LemkeSoft GraphicConverter (ab Version 5.7) und
Macromedia Fireworks (ab Version 7 (MX 2004)).
Unter Windows ist die Liste der tauglichen
Host-Applikationen derartig umfangreich, dass
ich Ihnen die 50 (!) Applikationen lange Liste
im Detail erspare.
Eine Demoversion lässt sich auf
der Homepage des PlugIns
herunterladen.
Überblick
B/W-Styler wird - wie andere PlugIns - auch
über das “Filter” Menü aufgerufen. Dort findet
sich nach der Installation ein Unterpunkt
“Photo Wiz” unter dem sich B/W-Styler finden
und aufrufen lässt.
B/W-Styler arbeitet mit Bildern im 8- oder
16-Bit Modus. Soll er auf Bilder mit einer
anderen Farbtiefe (z. B. ein vorhandes
Graustufenbild) angewendet werden, muss dieses
zunächst in ein RGB mit 8- oder 16-Bit
umgewandelt werden. Vom Hersteller wird
empfohlen, grundsätzlich im 16-Bit odus zu
arbeiten, weil so die besten Resultate erzielt
werden können.
Die verschiedenen Modi
Bitte jetzt nicht erschrecken, denn B/W-Styler
ist ein sehr mächtiges Tool. Er bietet
insgesamt 18 Anwendungsmodi, die in die
Bereiche “Fotografiemodus”, “Schnellmodus” und
“Expertenodus” unterteilt sind. Wie die
Bezeichnungen ahnen lassen, eignet sich die
Gestaltung des Fotografiemodus von den
Einstellungsmöglichkeiten her am besten für
Fotografen. Zusätzlich gibt es noch 15
“Schnellmodi” für ausgewählte Bearbeitungen.
Für meinen Geschmack fühle ich mich im
Fotografiemodus am wohlsten, denn dort finden
sich ganz übersichtlich alle gebrächlichen
Einstellungen “am richtigen Platz”.
Kleiner Tipp: Die Sprache lässt sich mit dem
untersten Aufklappmenü ganz einfach und schnell
von Englisch auf Deutsch umstellen. Leider
merkt sich das der Filter nicht und muss nach
jedem Neuaufruf frisch eingestellt werden.
Eigentlich kein Problem, denn auch in Englisch
bleibt das ganze verständlich.
Die Vorschau
Auf der linken Seite des PlugIn-Fensters findet
sich die Vorschau. Dort lässt sich entweder das
gesamte bearbeitete Bild oder nur eine
Ausschnittsvergrösserung anzeigen. Gelungen ist
das “Split View”, das die Vorschau so aufteilt,
dass Original und bearbeitete Version
nebeneinander liegen. Klickt man unten “Instant
Preview” an, sieht man den jeweiligen Effekt
unmittelbar in der Vorschau beim Navigieren
durch die Menüs.
Der Fotografiemodus
Nun aber zu den eigentlichen
Bearbeitungsmöglichkeiten. Im Fotografiemodus
finden sich folgende Einstell- und
Tuningmöglichkeiten: Film, Film Grain, B/W
Filters, ND Filters, Diffusion Filters,
Development, Lab Effects, Paper Grade, Color
Tone und Frame.
Dahinter verbergen sich jeweils mächtige
Werkzeuge. Der Reihe nach:
Film: Hier lässt sich aus einer Liste
von 42 Presets der gewünsche “Film” auswählen.
Die Liste ist in generelle Grundtypen, gängige
Schwarz-Weiss Filme (z. B. die diversen
Ilfords) und mehr exotische Filme (z. B.
Polaroid 55) aufgeteilt. Hier steckt eine Menge
Know-How im Filter, denn die Ergebnisse sind
frappierend gut. Meine ansonsten verwendeten
Ilford-Typen erkenne ich in den bearbeiteten
Fotos spontan wieder.
Film Grain: Die Körnung ist von 100
bis 3200 auswählbar. Selbstverständlich lässt
sich auch “Keine Körnung” einstellen. Ein
wichtiger Tipp in diesem Zusammenhang: Die
Körnung sollte natürlich auf das Ausgabeformat
abgestimmt werden. Wir das Bild nach der
Bearbeitung verkleinert, “stimmt” der
Korneindruck nicht mehr. Im Gegensatz zu
anderen getesten Tools fällt mir auf, dass
B/W-Styler sehr harmonisches und “echtes” Korn
produziert. Andere Tools haben hier - im
Gegensatz zu B/W-Styler - mehr mit hässlichen
und unbestimmbaren “Pixelhaufen” gearbeitet.
B/W Filter: Hier stehen die gängigen
Farbfilter (12 an der Zahl) zur Auswahl. Über
“Custom” lassen sich zusätzlich eigene
Farbfilter definieren.
ND Filter: Hier finden sich die
“Neutraldichtefilter” (wie es korrekterweise so
schön heisst), darunter ganze und halbe
Graufilter und Polarisationsfilter; jeweils in
verschiedenen Intensitätsstufen. In der
Anwendung einfach und im Effekt überzeugend.
Wer sich eine nicht als Preset vorhandene
Zwischenstufe wünscht, kann auch hier über die
Auswahl von “Custom” selbst Hand anlegen.
Diffusion Filter: Über die
Diffusionsfilter (3 Gruppen: Diffusor, Pastel,
Mist) lassen sich “Glow-” und Diffusionseffekte
einstellen. Die höheren Stufen gehen freilich
sehr diffundierend ans Werk und kommen bei mir
eher in Ausnahmefällen zum Einsatz. Auch hier
können über die Auswahl von “Custom” eigene
Effekte erzeugt werden.
Development: In dieser Rubrik
verbergen sich die eigentlichen
“Dunkelkammereinstellungen”. Aufgeteilt in 4
Einstellungsblöcke lassen sich die
Entwicklungszeit, der Kontrast, das Verhalten
in "Lichter" und "Tiefen" und klassische
Ergebnistypen (z. B. “High-Key”) einstellen.
Auch hier gibt es wieder die
“Custom-”Möglichkeit.
Lab Effects: Die Lab-Effects sind
quasi eine Untergruppe mit Sondereffekten des
Developments. Hier lassen sich Effekte, wie z.
B. Solarisation auswählen.
Paper Grade: Wie der Name vermuten
lässt, verbirgt sich dahinter die Härte des
Papiers. In 5 Stufen von extra-weich bis
extra-hart (wiederum mit “Custom”-Möglichkeit)
sind diese für den Anwender zur Verfügung
gestellt worden.
Color Tone: Hier finden sich
schliesslich die Farbtöne, die aus der
klassischen Schwarz-Weiss-Entwicklung bekannt
sind. Darunter das bestens bekannte Sepia, aber
auch einige andere extrem schöne und dezente
Farbtöne. Mein persönlicher Favorit ist “Silver
Gelatin”. Auch hier sind “Custom-”Möglichkeit
vorhanden.
Frame: Als kleines Extra lassen sich
die Fotos hier auch gleich noch mit einem
Rahmen versehen. Dieser arbeitet leider nicht
verlustfrei, sondern beschneidet das Bild
eingreifend, wobei dieses bei Bedarf sehr
praktisch sein kann.
Als Zusatz wäre allenfalls noch wünschenswert,
wenn der Anwender noch sein eigenes “Watermark”
mit einprägen könnte. Das wäre dann
110%-perfekt :)
Die Anwenderfreundlichkeit und die
Einstellmöglichkeiten im untersten Feld
Das PlugIn reagiert auch auf dem nicht mehr
ganz aktuellen 1.5 GHz G4 - im Gegensatz zu
anderen getesteten Lösungen - sehr zügig. Wenn
“Instant Preview” nicht aktiviert ist, wird die
Änderung in der Vorschau im Prinzip unmittelbar
nach der Auswahl in einem Menü sichtbar.
Unter den Preferences lässt sich das Verhalten
beim Start des PlugIns wählen. Die für mich
bequemste Möglichkeit besteht darin, dass das
PlugIn mit den zuletzt verwendeten
Einstellungen startet. So lässt sich ein
“Standard-Setup” nach dem persönlichen
Geschmack als Standardvorgabe behalten.
Im Menue "Preferences" kann eingestellt werden,
was der “Reset-”Button ganz oben rechts
bewirkt. So kann mit einem Reset immer wieder
zu den eigenen persönlichen Standardvorgaben
zurück kehrt werden. Sehr praktisch.
Die sehr gute kontextsensitive Hilfe zu allen
Punkten ist eigentlich selbstverständlich und
bedarf keiner besonderen Erwähnung.
Unter dem Punkt “Histo” verbirgt sich - wie zu
vermuten - ein Histogramm. Für meinen Geschmack
in diesem Zusammenhang nicht so wichtig. Aber
“nict to have”. Sehr schön ist indes die unter
dem Punkt “Info” verborgene Möglichkeit (“Show
Bown Highlights”) sich die augebrannten Lichter
anzeigen zu lassen.
Fazit
Mit dem B/W-Styler ist dem
Team der Plug In
Site ein wirklich grosser Wurf
gelungen.
Die Aufteilungen in den verschiedenen
Menübereichen ist sehr gut durchdacht und
ermöglicht den direkten Zugriff auf die
gewünschten Veränderungen. Die Effekte selbst
sind - sieht man von den für meinen Geschmack
gleich sehr hart ans Werk gehenden -
Diffusionsfiltern ab, nur als gelungen zu
bezeichnen. Werden die Bilder in Schwarz-Weiss
konvertiert, ist das Ergebnis schlicht
überzeugend.
Und es ist - Hand aufs Herz - sehr vorteilhaft,
etwas experimentieren zu können. Im Gegensatz
zum echten Film, bei dem "entwickelt" eben
"entwickelt" bedeutet, kann hier im Bezug auf
das Original “verlustfrei” getüftelt werden.
Sehr positiv ist übrigens auch der Support des
Herstellers / Vertriebs. Anfragen wurden -
sogar am Wochenende - binnen weniger Stunden
kompetent und erschöpfend beantwortet. Ein
wertvolles zusätzliches Plus.
Für nur USD 49,95 Euro ist das PlugIn - gerade
auch im Vergleich zu anderen Lösungen - ein
echtes “Schnäppchen”. Der B/W-Styler ist
mittlerweile zum “must have” für mich geworden.
-> Screenshots und
illustrative Beispiele finden sich in der
Galerie zum Testbericht.
Meine zusammenfassende
Bewertung
Jeweils auf Skala von 1 (sehr schlecht) bis 5
(sehr gut):
Funktionalität: 4,5
Anwenderfreundlichkeit: 5
Geschwindigkeit: 5
Praktischer Nutzen: 5
Verfügbarkeit: 5
Preis-/Leistungsverhältnis: 5
Gesamtbewertung: 4,75
Mein Fazit: “Must
have” in Sachen digitale Schwarz-Weiss
Fotografie.
(Aufgrund diverser Email-Anfragen zu den
Testnoten eine Anmerkung am Rande:
Mich erreichten einige Mails mit dem Tenor
“Warum fallen die Bewertungen in den von Dir
veröffentlichten Tests alle so gut aus?”.
Ganz einfach: Den “Murks”, den ich teste lasse
ich einfach unerwähnt und veröffentliche dazu
nichts. Denn meine Philosophie ist: Die guten
Dinge und Tools bringen uns mit unserer
Fotografie nach vorn. Meine Zeit ist mir zu
schade, um Testberichte über schlechte Sachen
und Dinge zu schreiben.)
Es ist geschehen: Versehentlich formatierte Speicherkarte. Was tun?
Eigentlich bin ich ja der Sicherheitsfanatiker und hier habe ich auch selbst ausführlich beschrieben, wie man mit Speicherkarten unter Datensicherheitsaspekten umgehen sollte. Und bei den Aufnahmen mit den DSLRs mache ich das ja auch konsequent :)
Oft reist in der Jacken- oder Hosentasche aber auch eine kleine Point-and-Shoot-Kamera (Digiknipse) mit. Und so kam es vor einigen Tagen zur "Beinahe-Katastrophe". Was war geschehen? Die grosse Kameraausrüstung war im Auto einige Meter entfernt. Sehr spontan hat sich das unglaubliche Motiv schlechthin ergeben. Ich zog also - wissend, dass die Zeit für einen Sprint zum Auto nicht reichen würde - die Digiknipse aus der Tasche und drückte einmal ab. Es war eine dieser Aufnahmen bei denen man weiss: "die ist es". Dann folgten den Tag über noch viele, viele Aufnahmen mit den DSRLs. Abends dann waren der innerliche Akku und die Konzentration schon recht durchwachsen. Ich nahm routinemässig die Akkus aus der Digiknipse, um sie aufzuladen. Etwa eine Stunde später wanderten die - jetzt wieder geladenen - Akkus zurück in die Kamera und - ohne gross nachzudenken - formatierte ich routinemässig die Speicherkarte und legte die Kamera wieder auf den Schreibtisch.
Am nächsten Morgen dann kam das grosse Erwachen. "Oh nein, gerade auf dieser Speicherkarte war die eine bestimmte Aufnahme". Was tun?
Google leitete mich zu verschiedenen Programmen. Ich habe einige probiert, aber nur eines davon hat mich überzeugt und seinen Job perfekt gemacht: PhotoRec von Christophe Grenier.
Ein kleines Kommandozeilentool, das für fast alle gängigen Betriebssysteme erhältlich ist (DOS/Win9x, Windows NT 4/2000/XP/2003/Vista, Linux, FreeBSD, NetBSD, OpenBSD, Sun Solaris und Mac OS X) . Das unglaubliche kleine Tool macht seine Arbeit perfekt und ist - man höre und staune - Donationware (ja, ich habe dann auch gleich gespendet).
PhotoRec ist hier -zu finden und zur Downloadseite geht es hier lang.
Ganz wichtig übrigens: Falls Sie versehentlich Bilder auf der Speicherkarte gelöscht oder die Speicherkarte frisch formatiert haben dürfen Sie vor der Datenrettung mit dieser Speicherkarte keinesfalls mehr weiter fotografieren. Sie könnten sonst die noch rettbaren Bilder überschreiben. Dann wäre es mit der Rettung vorbei...
Der Link zu PhotoRec ist selbstverständlich auch auf der Seite mit den Foto-Tool-Links zu finden.
Splash!
Motive
jagen und fangen:
Dieses Bild bietet einen guten Einblick in die
Jagd und das Erlegen von Motiven :) Am
Wochenende waren wir mit Freunden aus
Mitteleuropa, die gerade zur Besuch sind in der
Gegend unterwegs, um ihnen die Schönheit
Lapplands im Sommer zu zeigen.
Auch ein Sandstrand stand mit auf dem Programm.
Kleidungsmässig waren wir zwar nicht im "besten
Tuch" aber "gut" angezogen. Ich hatte nur eine
Point-and-Shoot dabei. Plötzlich sehe ich
diesen kleinen angespülten Tannenzapfen im
Vorbeigehen. Vor meinem geistigen Auge
visualisiert sich dieser kleine hüpfende und
tanzende Tannenzapfen zu einem wunderbaren
Motiv.
Aber: Perspektive und Umsetzung müssen stimmen.
Ausserdem sind wir ja mit Freunden unterwegs,
es sollte also auch schnell gehen
können. Zudem könnte der kleine Zapfen mit
einer der nächsten Wellen weggespült werden.
Die Herangehensweise war dann
folgende: Knipse auf Makro-Modus (um eine
schöne Schäfeebene beim Zapfen hinzubekommen).
Flach auf den Sand und so nah wie möglich an
die Grenze der auslaufenden Wellen.
Belichtungskorrektur auf minus 0,7. Dann 3
Fotos und gut.
Resultat der Geschichte: Sehr verwunderte
Gesichter. Ich sah aus wie ein paniertes
Schnitzel, denn der Sand war deutlich feuchter
als gedacht, und klebte wie angebacken an der
Jeans und dem Hemd. Glücklicherweise haben es
alle Beteiligten mit einem herzhaften Lachen
goutiert.
Die Nachbearbeitung am heimischen Laptop dann
mit BW-Styler
(Einstellungen: Ilford HP5 Plus, ISO 400,
Skyblue Filter, High-Key und Normales
Papier). Voilà.
Was lernen wir daraus? Immer
mit offenen Augen durch die Welt gehen. Immer
irgendeine Kamera dabei haben. Sich nicht
scheuen, auch mal auf die Schnelle im Sand
herum zu robben :)
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Think Tank Speed Demon: Fündig geworden - Endlich die Lösung des Taschenproblemes!

Die
Einleitung
In diesem Test- und Erfahrungsbericht möchte
ich Ihnen die aus meiner Sicht optimale
Fototasche vorstellen: Die Think Tank Speed
Demon. Begleitend zum
Testbericht gibt es auch eine
Fotogalerie, in der
Sie die Details der Tasche betrachten
können.
Das Problem
Fotografen und alle Fotobegeisterten kennen das
Problem: Wie die Fotoausrüstung “beim Einsatz”
transportieren? Da sammeln sich im Laufe der
Zeit verschiedene Taschen an. Ich habe vor
einigen Wochen mal nachgezählt und bin auf gute
10 Stück gekommen.
Ich schreibe hier nicht vom reinen Transport
des Equipments. Hier finden sich Lösungen, z.
B. mit Hilfe von in Eigenregie umgebauten
Trolleys o.ä. (Erst wenn es um die
Handgepäcktauglichkeit grösserer Mengen von
Equipment geht, wird das Problem etwas
anspruchsvoller. Darum soll es hier aber nicht
gehen.)
In diesem Testbericht geht es um die Lösung der
alltäglich auftauchenden Frage:
Wie transportiere ich das mit mir, was ich
zum laufenden Fotografieren brauche?
Anders formuliert: Was für eine Tasche soll
mich nur auf einer Tour oder bei einem Einsatz
begleiten, wenn ich so flexibel wie möglich
bleiben will. Mein persönlicher Stil bei
Reportagen beinhaltet i. d. R. viel Mobilität.
Für mich muss eine solche Fototasche also:
- die Inhalte sicher und gut schützen und
verwahren,
- mir die Mobilität und Flexibilität bewahren
und vor allem
- einen schnellen Zugriff auf die Inhalte
ermöglichen.
Welches Equipment muss
mit?
Stellt sich die Frage, was denn an Equipment
üblicherweise mit muss. Das ist natürlich
individuell verschieden. Zuwenig kann fatal
sein, zuviel macht keinen Spass.
Für meine Zwecke gibt es i.d.R. 3 ungefähre
“Ausbaustufen” an Equipment:
- Stufe 1 - “Immer dabei und so einfach wie
möglich”: Eine D40 mit dem 18-200. Das stellt
keine besonderen Anforderungen. Vielleicht noch
ein SB-400 dazu. Dafür habe ich eine kleine und
- vor allem - unauffällige Schultertasche. Also
kein Problem.
- Stufe 2 - “Normale Auftragsfotografie”: Eine
D200 mit 3 Objektiven (20-40 f2.8, 55 Micro,
24-70 f2.8, 70-300 f5.6, jeweils alle mit Gelis
(bis auf das 55er)). Das ist mein
Standard-Allround-Set, das sich im Laufe der
Zeit heraus gebildet und bewährt hat.
- Stufe 3 - “Besondere Auftragsfotografie”. Wie
Stufe 2 aber mit dem 70-210er f2.8 auf dem
Zweitgehäuse. Bei Stufe 3 geht es meistens um
Sportveranstaltungen.
Bei 2 und 3 kommt dann noch der ganze
“Kleinkruscht” mit dazu: Mind. 2 Reserveakkus
für die Cam, Ggf. Reservebatterien oder Akkus
für den Blitz, Speicherkarten, Lens-Pen,
Brillenputztücher, Taschenlampe, Stift,
Kalender, Notizblock, Kleine Graukarte, usw.
Statt des 55er - oder zusätzlich - reisen
gelegentlich auch ein 50er f1.4 und/oder ein TC
mit.
Grundsätzliche
Überlegungen
Das alles muss also so verstaut sein, dass es
schnell im Zugriff und (diebstahl-)sicher
verstaut ist. Schneller Zugriff bedeutet, dass
ein Objektivwechsel ohne grosses Gefumel und
Gekruschtel im freien Feld möglich sein muss.
Von Fotorucksäcken halte ich deswegen nichts,
da ich schnellen Zugriff auf meine Ausrüstung
haben möchte. Ein Rucksack ist da viel zu
unpraktisch, vom Diebstahlrisiko - hinten hat
Mensch keine Augen - mal ganz abgesehen.
Lange Zeit - und bis vor ein paar Wochen - habe
ich Schultertaschen eingesetzt. Das war und ist
allerdings nicht das Optimum. Schultertaschen
sind zwar um Längen besser als ein Rucksack.
Wenn man sie sicher tragen will, muss man den
Tragegurt “über den Kopf streifen” und das mach
den Zugriff wieder schwierig. Schultertaschen
werden dann gerne “auf den Rücken” geschoben
und bieten dann wieder das Diebstahlrisiko
eines Rucksacks. Zudem sind die allermeisten
Schultertaschen entweder in sich nicht
formstabil oder - wenn formstabil - dann
sperrig, wenn man auf den Inhalt zugreifen
möchte.
Das führt zum Ergebnis, dass Gürteltaschen
(Bauchtaschen) das Optimum darstellen.
Allerdings hatte ich bis vor ein paar Wochen
noch keine wirklich brauchbare Gürteltasche
gesehen.
Die Think Tank Speed
Demon
Vor einigen Wochen habe ich bei einem Kollegen
in Stockholm zum ersten Mal eine
Think Tank
Gürteltasche gesehen, die mich
spontan begeistert hat. Ein durchdachtes und
stabiles Design, vollgepackt mit jeder Menge
nützlicher Details. Think Tank baut
Gürteltaschen in verschiedenen Grössen. In
die grossen Versionen passen z. B. auch die
70-200er Klasse f2.8er Zooms oder
D1/D2/D3-Gehäuse (bzw. kleinere Gehäuse mit
Batteriegriff) hinein.
Der Hersteller Think Tank ist in Santa Rosa,
Kalifornien, beheimatet. Das mit dem charmanten
Slogan „Be Ready „Before The Moment““ werbende
Unternehmen, wurde vor einigen Jahren von einer
Gruppe Profi-Fotografen gegründet. Und das
merkt man der Tasche auch in allen Details an.
Von der Form her erinnert die Tasche an die in
den 80er Jahren beliebten “Hüfttaschen”
(Waist-Packs), nur in grösserer und viel
stabilerer und durchdachterer Ausführung. Das
Design und die Farbgebung sind unauffällig und
“nicht störend”.
Begleitend zur folgenden
Detailbeschreibung schauen Sie sich am
besten die Bildergalerie an. Dort finden Sie
alle beschriebenen Details auch im
Bild.
Die Tasche bietet ein grosses Hauptfach mit
variabler Aufteilung - viele Raumteiler mit
stabilen Klettverschlüssen werden mitgeliefert
- und nimmt bequem 3 Objektive auf. Auch ein
Gehäuse in der Grösse D40, D50, D70, D80, D90,
D200, D300 mit einem Objektiv lässt sich
verstauen. Für zumindest ein weiteres Objektiv
bleibt dann noch Platz. Ich bevorzuge es aber,
die Kamera mit einem Objektiv immer um den Hals
oder in der Hand zu haben und in der Tasche nur
die anderen Objektive und alles andere Zubehör
zu verstauen.
In meiner Praxis heisst das z.B., dass auf der
Kamera das 24-70er ist und im Hauptfach der
Tasche das 20-40, 70-300 und das 55er.
Übrigens: Wer mehr - oder grössere Linsen -
verstauen möchte, kann auch auf die grösseren
Ausführungen der Tasche zurück greifen.
Das Hauptfach ist mit einem Reissverschluss mit
zwei Zippern - also von rechts oder links zu
öffnen - verschliessbar.
Im Deckel des Hauptfaches befindet sich eine
länglichere Reissverschlusstasche aus
durchsichtigem Kunststoff.
Am dem Fotografen abgewandten Ende des
Hauptfaches befindet sich oben ein stabiler
Handtragegriff. Dieser ist sehr praktisch - und
gut ausbalanciert - um die Tasche zu tragen,
wenn sie gerade nicht um den Bauch getragen
wird (z. B. auf dem Weg zum Auto beim
Einladen).
Zusätzlich gibt es auf der Oberseite des
Hauptfaches einen Reissverschluss, der einen
direkten Eingriff in das Hauptfach von oben
ermöglicht. Zunächst war mir der Sinn nicht
ganz klar. Nützlich ist das aber, um z. B.
schnell einmal einen Objektivdeckel in die
Tasche zu legen.
A propos Reissverschlüsse: Alles
Reissverschlüsse sind Markenreissverschlüsse
von YKK in einer speziellen, sehr robusten
Ausführung. Die Zipperösen sind alle clever
“gebändelt”.
Im Hauptfach gibt es zusätzlich ein grosses
Fach, in dem u.a. - sehr praktisch - zwei
abgeteilte Fächer für Speicherkarten enthalten
sind. Dazu eine Öse, an welcher z. B. der
Regenschutz befestigt werden kann. Dazu später
mehr.
Die geräumige Vordertasche mit vielen Fächern
bietet ausreichend Platz und genügend
Abteilungen für all die kleinen Dinge, wie z.
B. Ersatzakkus, Lens-Pen, Brillenputztücher,
usw.
Die Vordertasche ist sehr clever konstruiert,
klappt sie doch nach dem Öffnen leicht auf und
gibt direkten Zugriff auf den Inhalt. Auf der
Vordertasche befindet sich noch eine weitere
Reissverschlusstasche. Ich habe hier z. B. eine
Graukarte und ein Bündel Visitenkarten
verstaut.
An der Seite befinden sich links und rechts
zwei Netzgittertaschen mit robustem Bändelzug.
Sehr gut geeignet, um dort z. B. die
Ersatzbatterien (bzw. Akkus) für den Blitz und
eine kleine Taschenlampe zu verstauen.
Auf der Rückseite der Tasche befindet sich eine
weitere Tasche. Diese ist oben offen, weil ein
Reissverschluss hier unangenehm “drücken”
würde.
Der fest angebrachte Bauchgurt ist sehr breit
und gibt damit die nötige Stabilität. Am
Bauchgurt sind Befestigungslaschen für das
patentierte Think Tank System enthalten, um z.
B. weitere Objektivtaschen anbringen zu können.
An dieser Stelle einige Worte zur generellen
Verarbeitung: Wie auf den Detailbildern zu
sehen ist, ist die Verarbeitung grundsolide.
Doppelte Nähte und - auch bei wirklich
kritischer Untersuchung - keinerlei
Verarbeitungsmängel.
Sehr positiv fällt die Verstellung und
Einstellung des Bauchgurtes auf. Einmal
eingestellt, behält der Gurt auch wirklich
seine Länge ohne ständig “weiter zu werden”.
Der Bauchgurt ist von seiner Länge her zudem
sehr grosszügig bemessen und dürfte auch
“umfangreicheren” Menschen keine Probleme
bereiten.
Das Gurtschloss aus Plastik wurde in anderen
Testberichten bemängelt. Ich sehe hier keine
eigentliche Schwachstelle. Ein Plastikschloss
kann eben irgendwann einmal einen
Materialermüdungsbruch erleiden. Dagegen ist
aber eine ganz einfache Sicherung möglich. Der
Tasche liegt nämlich auch ein äusserst stabiler
Schultergurt mit Metallkarabinerhaken bei, der
fast jeder Notebooktasche Ehre machen würde.
Wer auf Nummer 100%-sicher gehen will, kann
diesen als “zusätzliche” Sicherung tragen. Ich
tue das nicht, nutze aber eine der stabilen
Befestigungslaschen für den Schultergurt um die
Tasche mit einem kleinen Karabinerhaken und
einem Stück Reepschnur am normalen Hosengürtel
zu befestigen. Sollte das Gurtschloss dann
tatsächlich einmal brechen - was ich für nicht
sehr wahrscheinlich halte - würde die Tasche am
Hosengürtel baumeln und nicht zu Boden gehen.
Im Lieferumfang befinden sich noch zwei
äusserst nützliche Zugaben:
Zunächst ist das die Regenhaube. An der
Regenhaube befindet sich ein Band mit
Karabiner. Ab Werk ist die Regenhaube in der
Seitentasche des Hauptfaches zusammengelegt
verstaut. Bei einsetzendem Regen kann sie
schnell heraus und über die Tasche gezogen
werden, die damit dann wetterfest wird.
Wirklich clever!
Zum anderen die Pixel Pocket Rocket, eine
kleine Tasche zur Aufbewahrung von
Speicherkarten. Diese fasst bis zu 10 CF-Karten
(nebst Plastikhüllen) und lässt sich
zusammenfalten. Ein Klettverschluss
verschliesst das Ganze. Auch an der Pixel
Pocket Rocket ist ein Band mit Karabinerhaken,
das sich an einer der Schlaufen in der Tasche
einhängen lässt. Ein wertvolles Zubehörstück,
muss man doch für eine solche
Speicherkarten-Aufbewahrungstasche allein
bereits etliche Euro auf den Tisch legen.
Der Preis ist heiss
Der Verkaufspreis der Tasche liegt derzeit bei
etwa 95 Euro. Im Vergleich mit den Taschen
anderer Hersteller eigentlich kaum zu glauben.
Das Preis-/Leistungsverhältnis ist schlicht
sehr gut.
Die Bezugsadressen für Deutschland, Schweden
und den Rest der Welt :) können
hier beim Hersteller
nachgeschlagen werden.
Zusammenfassung
Man merkt der Tasche mit allen ihren cleveren
Details an, dass sie von einer Firma stammt, die von
Berufsfotografen gegründet
wurde. Der Hersteller Think
Tank weiss, worauf es ankommt.
Punkt.
Die einzige Sache, die mir nicht gefällt, ist
der Name. Punkt.
In 8 Wochen harten Einsatzes haben sich
keinerlei Mängel oder Beanstandungen ergeben.
Im Gegenteil: Ich freue mich jedes Mal wieder,
dieses Wunderwerk umzuschnallen und zu
benutzen. Punkt.
Meine zusammenfassende
Bewertung
Jeweils auf Skala von 1 (sehr schlecht) bis 5
(sehr gut):
Verarbeitung: 5
Verwendete Materialien: 5
Ergonomie: 5
Praktischer Nutzen: 5
Verfügbarkeit: 5
Preis-/Leistungsverhältnis: 5
Gesamtbewertung: 5
(Entgegen meiner grundsätzlich kritischen
Einstellung gibt es hier die klare Bestnote.)
Mein Fazit: Endlich fündig geworden!
Und hier nochmals der Link zur
Bildergalerie an. Dort finden Sie alle
beschriebenen Details auch im
Bild.
BW/SW/SV-Update
Nachdem mich dazu viele Anfragen per Mail erreicht haben verrate ich hier schon einmal vorab, welches Tool für mich klar auf Platz 1 liegt: B/W-Styler.
Wer schon einmal selbst experimentieren möchte, kann sich bei The Plugin Site eine Testversion für Mac und/oder PC downloaden.
Im Test: Timbuk2 Commute XL Notebooktasche für Fotografen

Vorab und
Einleitung
Fotografen haben mitunter Transportprobleme.
Deswegen sammeln sich im Laufe der Zeit jede
Menge Taschen und Koffer an.
Mein Trend geht - wenn immer möglich - ganz
klar zum “weniger ist mehr”. Trotzdem gibt es
aber ein Mindestequipment, das in der Regel
einfach mit muss.
In den vergangenen 3 Monaten habe ich deswegen
mein gesamtes Equipment und alle Taschen und
Koffer einer kritischen Würdigung und Prüfung
unterzogen, kräftig aussortiert und dabei auch
meine Transportprobleme gelöst.
Das Ergebnis meiner Recherchen und Tests stelle
ich Ihnen hier in Form von mehreren
Testberichten vor. Zu jedem Testbericht gibt es
auch eine Bildergalerie mit allen Details.
Die Bildergalerie zum Timbuk2
Commute Test gibts hier.
Transportprobleme und
Digitalfotografie
Den Anfang bildet ein spezifisches Problem der
“digitalen Fotografen”. Hier gilt es nicht nur
Kameras, Objektive und Fotozubehör zu
transportieren. Nein, im digitalen Zeitalter
gehört zum Equipment meistens auch ein Notebook
(bisweilen auch zwei).
Das hat mehrere Gründe. Fotos können in Pausen
oder beim Gehäusewechsel vom Assistenten gleich
überspielt und gesichert werden. Oft will der
Kunde auch „schnell mal“ einen Blick auf die
Rohdaten werfen, oder wir können gleich vor Ort
prüfen, ob ein bestimmter Effekt zu realisieren
ist. Eigentlich mag ich diese “vor Ort Arbeit”
nicht, weil ja auch viel Liebe und Zeit in der
Nachbearbeitung stecken, aber das ist eine
andere Sache. Zum Notebook gehören dann noch
Netzteile (mit Anschluss für den
Zigarettenanzünder und Anschluss für normale
Netzspannung) und alle möglichen Adapter.
Bei mehrtätifgen Reisen ist das Notebook
ohnehin unverzichtbar wegen der Kommunikation.
Alse müssen auch alle Adapter mit, die für die
“Verbindung zur Aussenwelt” erforderlich sind,
was da z. B. wären: USB-3G-Dongle, Modemkabel,
ISDN-Adapter.
Reden wir über eine Tasche fürs Notebook kommen
da auch die allfälligen Untrerlagen zum Auftrag
und (ganz wichtig) der Kalender rein. Dann noch
der ganze “Kruscht”, wie z. B. Halstabletten,
das Ladegerät fürs Mobiltelefon, Schreibzeugs,
Klebeband, usw.
Welche Tasche denn
nun?
Alle Anforderungen in einer Tasche “unter einen
Hut zu bringen” war eine ziemliche
Herausforderung. Denn zu gross, schwer oder
unhandlich darf die Lösung ja auch nicht
werden.
Wichtig sind ein robustes Material und eine
solide Verarbeitung. Ein Schutz gegen Wind und
Wetter ist wünschenswert. Und die Ergonomie
spielt auch eine Rolle.
Aus prinzipiellen Gründen lehne ich Rucksäcke
ab. Zum einen sind Rucksäcke einfach
unpraktisch. Zum Öffnen oder Entnehmen von
Inhalten muss man sie abnehmen. Das ist
umständlich und kostet Zeit. Zum anderen weiss
ich nicht, was sich hinter meinem Rücken
abspielt. Spätestens seit mir vor einigen
Jahren in der Stadt aus einem Rucksack ein
Netzteil gestohlen wurde, sind Rucksäcke für
mich ad acta gelegt.
Die Timbuk2 Commute
XL
Beim Rucksack-Center bin
ich schliesslich auf die Produkte von Timbuk2
aufmerksam geworden. Timbuk2 ist ein gerade
20 Jahre junger Hersteller mit Sitz in San
Francisco. Die Taschen gehen in Ausstattung,
Material und Verarbeitung auf
Fahrradkuriertaschen zurück. Wer weiss,
welche Anforderungen an Fahrradkuriertaschen
gestellt werden, weiss, welche Qualität er
hier bekommt. Der Grossteil der Taschen
werden übrigens auch heute noch in San
Francisco produziert. Mehr Infos zum
Hersteller gibts hier.
Beim Rucksack-Center hatte es mir gleich die
Commute XL angetan:
Rekordverdächtige 19.5 Liter Volumen und
grosszügige Innenmasse mit jeder Menge
Stauraum. Farbe in dezentem Schwarz. Gesagt,
getan, bestellt. Der Verkaufspreis liegt
zwischen 105 und 115 Euro.
Die Lieferung vom bayerischen Thalmässing an
den Polarkreis in Schwedisch-Lappland ging
ultraschnell und die Verpackung war grosszügig
und sehr stabil. Ich muss immer noch schmunzeln
wenn ich an die Worte der Postbotin denke, als
diese mir das Paket übergab: “Du, da muss Dir
jemand Luft aus Deutschland geschickt haben”.
Der erste Eindruck bereits sehr gut. Das
abriebfestes Ballistic Nylon aus dem die Tasche
gefertigt ist, fühlt sich hochwertig an.
Die “technischen Daten” zur Timbuk2
Commute XL
- Material abriebfestes Ballistic Nylon.
- Verschiedene Farben. Im Test: Schwarz.
- Notebookgrössen: Bis 17-Zoll-MacBook Pro,
bzw. max. 35cm x 26cm x 3,3 cm.
- Sehr gut gepolsterte Rückseite.
- Angenehmer innengepolsterter Handgriff.
- Kunstlederartig gummierter, gepolsteter
Boden.
- Separates Notebookfach mit zusätzlicher
dicker Cordpolsterung.
- Sehr stabile und verstärkte Mehrfachnähte.
- Viele Fächer und Taschen, darunter
Organizer-Fach, MP3- und Handy-Fächer, etc.
- Qualitäts-Reissverschlüsse von YKK.
Nach 3 Monaten im
Einsatz
Das gute Stück hat sich in den letzten 3
Monaten sehr gut bewährt.
Als ich einem entgegenkommenden Fahrradfahrer
schnell ausweichen musste, ist mir die Tasche
nebst Inhalt beim Ausweichmanöver von der
Schulter und aus ca. einem Meter mit dem Boden
voran auf den geschotterten Weg gestürzt. Das
iBook G4 in der Tasche hat den Sturz - ebenso
wie der übrige Inhalt nebst iPod und
Mobiltelefon - unbeschadet überstanden. Und das
Beste: Obwohl die Tasche auf den Schotter
gesegelt ist, sind auf dem Boden fast keine
Kratzer zu sehen.
A propos Schutz: Ich bin einige Male mit der
Tasche am Set mehrere Minuten durch “normalen
Regen”. Vielleicht fragen Sie sich nun, was
“normaler Regen” ist. Ganz einfach. Bei einem
Platzregen mit Gewitter bleibe ich einfach
drin. Alles unterhalb dieser Schwelle ist für
mich dann “normaler Regen”. Die Sorte Regen,
bei der man als Fussgänger ohne gute Regenjacke
eben richtig nass wird. Und hier hat die
Timbuk2 “dicht gehalten”.
Als sehr praktisch hat sich der Verschluss der
Tasche herausgestellt: Zwei breite
Klettverschlüsse und zwei Spanngurte sind
vorhanden. On the Set lässt sich die Tasche
durch einfaches Zuklappen mit den
Klattverschlüssen verschliessen. Für längere
Strecken dienen dann die Spanngurte. Die Enden
der Spanngurte sind zudem mit Reflexmaterial
besetzt. Die Tasche ist gut ausbalanciert:
Selbst bei umgehängter Tasche lässt sich gut
auf den Inhalt zugreifen.
Probleme haben mir zunächst die vielen kleinen
Fächer bereitet und es hat einige Tage
gedauert, hier ein System zu entwickeln. Nun
möchte ich die vielen kleinen und grösseren
Fächer aber nicht mehr missen. Die ganzen
Monitoradapter, Adapter und Kabel sind in der
inneren Reissverschlusstasche. Daneben die
Kugelschreiber, Filzstifte und Bleistifte.
Aussen unter grossen Klappe befinden sich iPod,
Kalender und Mobiltelefon. So habe ich schnell
mein ganz persönliches Stausystem heraus
gefunden. In der grossen hinteren Tasche sind
die Unterlagen und Spiralblöcke für Reportagen.
In der Bilderstrecke zur
Tasche können Sie dazu viele
Details sehen.
Nach harten 3 Monaten im Einsatz ist von der
Verarbeitung her nichts zu beanstanden. Keine
Naht hat sich gelöst, kein Reissverschluss
“hakelt”, alle Klettverschlüsse haben noch die
volle Spannkraft.
Besonders hat es mir ein kleines Detail
angetan: Die Längenverstellung des grossen
Umhängegurtes. Diese ist mit einem
Schnellverschluss ausgestattet. Umklappen und
einstellen. Kein “Gefummele” wie es bei solchen
Längenverstellungen üblicherweise der Fall ist.
Ein Wort zu den Fittings: In anderen Tests habe
ich mittlerweile Kritik an der
Plastikausführung der Karabiner und Ösen
gelesen. Ich gestehe, dass ich hier zunächst
auch etwas kritisch war. Trotz intensiven
Einsatzes konnte ich hier aber bislang keine
Verschleisserscheinungen entdecken. Rein der
Vorsicht halber werde ich die Drehlagerung der
Karabiner aber einmal im Monat inspizieren.
Zum Lieferumfang gehört übrigens noch ein
zweiter Gurt, mit dem sich die Tasche
zusätzlich um den Bauch fixieren lässt. Ich
nutze das aber nicht, weil es das Tragen für
mich umständlicher macht.
Der einzige Schwachpunkt, der mir aufgefallen
ist liegt beim Tragegurt: Der Umhängegurt ist
zwar 5cm breit aber nicht gepolstert.
Eigentlich bin ich auch kein Fan dicker
verschiebbarer Polster, aber eine aufgenähte
Auflage o.ä. würde das Tragen noch etwas
bequemer machen. Das ist allerdings der einzige
Kritikpunkt. Dafür gibt es von mir 0,5 Punkte
Abzug bei der Verarbeitung.
Meine zusammenfassende Bewertung
Jeweils auf Skala von 1 (sehr schlecht) bis 5
(sehr gut):
Verarbeitung: 4,5
Verwendete Materialien: 5
Ergonomie: 5
Praktischer Nutzen: 5
Verfügbarkeit: 5
Preis-/Leistungsverhältnis: 4,5
Gesamtbewertung: 4,5
Mein Fazit: Ich möchte sie nicht mehr missen!
Need a creative kick? / Kreativer Kick gesucht?
Da haben wir was anzubieten: Eine der besten Fotografie-Kreativ-Inspirations-Listen, die ich je gesehen habe. Und ich habe schon einige gesehen :)
Hier aktuell zu finden im Blog von Chase Jarvis. Geheimtipp! Stalltips! Ansehen! Titta!
Fototipp: Chase Jarvis
Eine Quelle der Inspiration ist Chase Jarvis, ein relativ junger Fotograf aus Seattle (mit Niederlassung in Paris).
Berühmt und bekannt wurde er durch seine Iphone-Photos. Strikt nach dem Motto „The best camera ist the one thats with you“. Es muss nicht immer gleich die D3 sein, um kreativ unglaublich herausfordernde und meist absolut begeisternde Fotos zu schiessen. Thank you Chase!
Sehen Sie selbst:
Zur Homepage von Chase gehts hier lang.
Das sehr gute und interessante Blog von Chase gibt es hier.
„The best camera is the one thats with you“: Und hier die mittlerweile legendäre IPhone-Serie.
På hemflyget från Stockholm / Auf dem Heimflug von Stockholm
(Abendsonne durch den Propeller fotografiert.)
Nach einigen Tagen
in Stockholm sitze ich nun wieder im Flieger
gen Heimat. Ich mag die auf den
innerschwedischen Strecken eingesetzten
Propellermaschinen sehr. Gibt irgendwie ein
nostalgisches Gefühl. Seit NextJet die Strecke
nach Arvidsjaur bedient, ist dort die BAE ATP im Einsatz.
Reisetipp: Sollten Sie mit
diesem Typ fliegen achten Sie unbedingt darauf,
sich hinter die Sitzreihe 5 zu setzen, da der
Propellerlärm in den ersten 5 Reihen ziemlich
unerträglich ist.
Auf den innerschwedischen Strecken gibt es
übrigens im Regelfall „free seating“ und
typischerweise füllt sich das Flugzeug von
hinten nach vorne. Die Vielflieger wissen eben,
wo die angenehmsten Plätze sind. Ich mag den
Ausblick aufs Triebwerk trotzdem und nehme
dafür den Krach in Kauf :)
Fototipp - Fotografieren durch
Flugzeugfenster:
Die Aufnahmen durch die - im Regelfall
verkratzten und nicht ganz „lupenreinen“ -
Flugzeugfenster sind knifflig. Ein paar Tipps
dazu:
- Ausprobieren: Den passenden Winkel zur
Scheibe suchen.
- Bei Autofukos-Problemen: Fokus manuell auf
unendlich einstellen.
- Ganz wichtig: Bei irgendwelchen Automatik-
oder Motivprogrammen - Blitz aus!
- Gegenlicht ist extrem reizvoll, aber:
Flugzeugfenster haben üblicherweise doppelte
Scheiben. Das führt bei Gegenlicht zu
zusätzlichen Problemen, denn wenn die Sonne in
die oft mehr zerkratzte innere Scheibe
leuchtet, gibts ein hübsches und buntes
Lichterspiel (nur eben meistens kein
brauchbares Foto mehr.)
- Wichtig: Selbstverständlich darf digital nur
dann fotografiert werden, wenn die Benutzung
elektrischer Geräte frei gegeben ist! Wer bei
Start und Landung fotografieren will, darf also
die analoge Kamera einpacken (am besten z. B.
eine Nikon FM, die fast völlig ohne Elektrik
auskommt).
(Sonnenuntergang übers Triebwerk fotografiert.)
Neue Rubrik: Equipment
Wir alle kennen das: Im Alltag gibt es Dinge, die sich einfach bewähren. Gute Dinge eben. Dinge, die ich gerne weiter empfehlen möchte. Dinge, die sich im Alltag Lapplands und im Alltag als Fotograf in Lappland bewähren.
Unser Alltag hier besteht aus teilweise extrem herausfordernden klimatischen Bedingungen. Oft sind wir lange „draussen“ in Eis und Schnee, bei Wind und Wetter und heftigen Minusgraden. Aber auch der Sommer stellt das Material vor manche Herausforderungen. Vom (freilich) kurzen Frühjahr ganz abgesehen. Da ist es immer noch kühl und - wegen der Schneeschmelze - „matschig“. Eine besondere Herausforderung für sich selbst.
Kurz und gut: Ich teste gerne Produkte auf ihre „Norrlandtauglichkeit“ und gebe auch gerne viele der kleinen „Tipps und Tricks“ weiter, die das Leben in diesen Breitengraden sehr erleichtern.
Davon dürfen Sie ab jetzt profitieren, insbesondere wenn Sie in ähnlichen Breitengraden (oder vergleichbaren klimatischen Verhältnissen) leben oder eine Reise oder einen Urlaub als Besucher und/oder Tourist planen.
Im Gegensatz zu üblichen „Tests“ erspare ich Ihnen die Dinge und Produkte, die sich nicht bewährt haben. Hier gilt „positiv zählt“. Ich empfehle Ihnen nur, was wir hier selbst für gut befunden haben („polarkreistauglich“). Das macht das Lesen und das Leben viel einfacher :)
Fototipp: Bruce Percy - The Art of Adventure Photography
Bruce Percy - The Art of Adventure Photography
Anschauen, Betrachten, Versinken und einfach staunen. Der Mann hat das richtige Auge und das richtige timing.
Einen hochinteressanten Blog gibt es auch.
(Und wer sich für technische Hintergründe interessiert: Der Mann hat wirklich Stil. Fast alles ist mit der legendären Mamiya 7 auf 6x7 geschossen. Für diese Art von Fotografie gibt es eigentlich keine Alternative (vom echten Grossformat mal abgesehen). Das motiviert ungemein, wieder mal zur Plaubel oder wenigstens zur FM zu greifen!).
wordle.net
Unter www.wordle.net kann sich jeder Internetnutzer wunderschöne eigene Tag-Clouds („Schlagwortwolken“) oder Freie-Wort-Clouds erstellen lassen. Viele Anordnungen, Layouts und Farbkombinationen stehen zur Auswahl. Sehr schön anzusehen.
So sieht wordle z. B. dieses Blog - eigentlich fast schon Kunst:
Fototipp: Speicherkarten
Am weitesten verbreitet bei DSLRs (Digitalen Spiegelreflexkameras) sind SD und CF Karten. SD Karten eher bei Consumer- und Amateurmodellen, die CF Karten bei den Profilinien.
Es gibt ein paar Dinge zu beachten im Umgang mit den Karten:
- Oft wandern Karten, die mit einem externen Kartenleser ausgelesen werden (weil schneller) von Kamera zu Kamera. Das bringt Tücken mit sich. Die Firmware, also das „Betriebssystem“ verschiedener Kameras gehen mit den Karten unterschiedlich um. Das kann dazu führen, dass eine in einer Kamera seinerzeit formatierte und verwendete Karte in einer anderen Kamera nicht funktioniert. Schlimmstenfalls bemerkt man es erst, wenn man Daten auslesen will. Kann dann zum Supergau werden.
Deswegen: Vor jeder neuen Verwendung sollte die Speicherkarte jedesmal in der Kamera frisch formatiert werden, in der sie verwendet werden soll. Seit ich dies konsequent mache, hatte ich kein einziges Speicherkartenproblem mehr.
- Auch das allgemeine Handling birgt Gefahren: Speicherkarten sind elektronische Geräte. Also bitte nicht zweckentfremden und pfleglich behandeln.
- Zum Transferhandling: Ich empfehle, die Speicherkarte erst dann wieder zu verwenden (und also zu formatieren), wenn die übertragenen Bilder nicht nur auf dem Zielcomputer, sondern zusätzlich auf einem Medium (Backup) gespeichert sind.
Nya länkar / Neue Foto-Links
- (1) Aus aktuellem Anlass habe ich Baz Ratner ergänzt. Er dokumentiert atemberaubend Höhen und Tiefen.
- (2) Es gibt einen regelmässigen Fotografie-Podcast, der sehr interessant ist!
Robert Lebeck Ausstellung in Berlin
Der Martin-Gropius-Bau in Berlin widmet Lebeck jetzt eine Sonderausstellung. Die bislang umfassendste Präsentation seiner Werke geht vom 28. November bis zum 23. März und steht unter reflektiert die besondere Vielseitigkeit Lebecks.
Wenn Sie an Fotografie interessiert sind und die Möglichkeit haben unbedingt ansehen!
Einen kleinen Vorgeschmack gibt es bei Spiegel-Online, hier ist ein zweieinhalbminütiges Video zur Ausstellungseröffnung mit einem umfangreichen Interview mit dem Altmeister enthalten. Sehenswert.
Geschenktipp: Bildkalender von Kathrin Jung
Kathrin Jung, eine Fotografin die ich sehr schätze, ist auf Tierfotografie spezialisiert.
Übers Wochenende erreichte mich eine Mail von Ihr, dass nun der Hunde- und Pferdekalender 2009 bestellt werden kann.
Hier können Sie die Kalenderblätter betrachten. Ich gerate ja nicht so leicht ins Schwärmen, aber die Kalenderblätter sind - sowohl hinsichtlich der Fotografien, als auch hinsichtlich der Kompositionen - kleine Meisterwerke.
Meiner Meinung nach ein optimales Weihnachtsgeschenkt für jeden Tierfreund!
FTD: Die besten PR-Fotos des Jahres
Meister der Fotografie: Henri Cartier-Bresson
Witzigerweise sind wir unserem Telefonat dann beide darauf gekommen, dass die allermeisten Fotos des Meisters unscharf sind, oder an sonstigen „technischen Mängeln“ leiden. Die „Mängel“ stehen dabei bewusst in Anführungszeichen. Da zeigt sich nämlich, dass heutzutage viel mehr Wert auf technische Perfektion statt auf fantastische Motive gelegt wird. Summa summarum: Die Idee eines Bildes ist entscheidend, und nicht in erster Linie die nach der hervorragenden Schärfe oder technischen Umsetzung bemessene "Qualität eines Bildes".
Und nach dem Telefonat bin ich dann mal auf die Suche gegangen und habe tatsächlich ein unglaublich eindrucksvolles Interview mit Henri Cartier-Bresson gefunden. Volle 58 Minuten auf Googe-Video. Geheimtipp: Unbedingt ansehen!
Tom Hogan Resources
Master of Nature-Photography: Bjørn Rørslett
Bjørn ist wahrscheinlich „der“ Naturfotograf unserer Zeit schlechthin. Zudem arbeitet er sehr künstlerisch-experimentell, z. B. mit IR und UV Fotografie. Seine Kunstwerke sind einfach Kunstwerke.
Auf seiner Homepage gibt es ausser bezaubernden Bildern - die alles andere als alltäglich sind - auch jede Menge interessanter Informationen (und auch einiges zu technischen Aspekten für diejenigen, die daran interessiert sind).
Tack Bjørn! Unbedingt einmal ansehen!
Wieder einmal viel fotografisches im Spiegel
Hier findet sich ein Artikel mit einer langen Bilderstrecke zur Fotografenlegende Hanns Hubmann. Hans Hubmann gilt als einer der besten Pressefotografen des vergangenen Jahrhunderts.
Und hier ein Bericht zur grossen Richard Avedon Ausstellung in Berlin.
Master of light: Joe McNally
Ausstellung "Weltstars der Fotografie" im Reiss-Engelhorn-Museum in Mannheim/Deutschland
Das Forum Internationale Photographie der Reiss-Engelhorn-Museen präsentiert ab dem 3. Oktober 2008 (und bis zum 11. Januar 2009) eine Weltpremiere:
Das erste Mal zeigt eine Ausstellung sämtliche Preisträger des renommierten Hasselblad Awards.
Der seit 1980 von der Erna und Viktor Hasselblad Foundation (Göteborg / Schweden) vergebene Award, der auch als "Nobelpreis der Fotografie" bezeichnet wird, wird seit 1980 vergeben. Unter den bisher 28 Preisträgern sind namhafte Fotografen aus aller Welt erhielten, darunter so bekannte Genies wie Richard Avedon, Henri Cartier-Bresson und Cindy Sherman.
Der Award ist mit 55.000 Euro dotiert und wird an Fotografen vergeben, die mit ihrem Werk internationale Maßstäbe gesetzt und stilbildend gewirkt haben. Die Auszeichnung wird in einem Festakt von einem Mitglied des schwedischen Königshauses übergeben. Dieses Jahr erhielt die südamerikanische Künstlerin Graciela Iturbide die ehrenvolle Auszeichnung. Der Award ist - anders wie der Name suggerieren könnte - übrigens unabhängig vom verwendeten Kameramodell.
Ein Freund, der die Ausstellung bereits gesehen hat, hat mich vorhin völlig begeistert angerufen.
Ein „Muss“ für alle Fotografie-Begeisterten.
Mehr Infos gibts hier beim Reiss-Engelhorn-Museum.
Mal wieder ein paar Foto-Links und Foto-Infos
Hier das Zitat des teasers zum Workshop von Joe bei Spiegel-Online: „Was nützt die beste Digitalkamera, die kräftigste Bearbeitungssoftware, wenn man beim Foto-Shooting die wichtigste Zutat zum perfekten Foto vergisst: eine gute Idee? Denn Fotografie heißt auch Inszenierung - und die beste schafft man mitunter mit einfachen Mitteln.“
Reinschauen lohnt sich!
--
Und auch in der FTD findet sich manchmal etwas mit Bezug zur Fotografie. Im Photokina-Special der FTD findet sich ein Bericht über die alten Rivalen Canon und Nikon. Die FTD schreibe: „Canon sieht schwarz - Jahrelang hat der japanische Konzern den lukrativen Markt für professionelle Fotografen dominiert - nun muss er zusehen, wie sein alter Rivale Nikon ihm dort Anteile abknöpft. Womöglich ist das erst der Anfang.“
Interessant und lesenswert.
Wieder ein paar Foto-Links
Und dann berichtet Spiegel.de aktuell über einen möglichen Zukunftstrend in der Digitalfotografie: Mehrfachlinsensysteme. Interessant und bedenkenswert.
"The Blue Hour"
(Simples Beispiel: Blue hour am
Skellefte-Älven)
Geheimtipp / Stalltips: Moose Peterson
Moose Peterson ist einer der besten Natur- und Outdoorfotografen der Welt. Er ist z. B. einer der ganz wenigen Fotografen weltweit, die Nikon mit dem Titel "Legends behind the Lens" ausgezeichnet hat.
Auf seiner Homepage http://www.moosepeterson.com finden sich nicht nur sehr viele einfach traumhafte Bilder, sondern Massen von wertvollen Informationen und Tutorials rund um das Thema Fotografie.
Insbesondere die Rubrik "Digital Darkroom" enthält unschätzbar wertvolle Dinge.
Einen sehr gut gepflegten Blog gibt es auch.
Ein "Muss" für alle, die sich mit Natur- und Outdoorfotografie beschäftigen (wollen). Unbedingt ansehen!
Photography connects us to the world: Geheimtipp! / Stalltips!
-> Worum es beim Fotojournalismus geht.
-> If you ever wondered what Fotojournalism is about.
-> Om ni någonsin har undrat vad fotojournalism handlar om.
Link / Länk: David Griffin, the photo director for National Geographic, in a TED-talk about the power of photography to connect us to our world. How we all use photos to tell our stories. (English).
Digital Watermarking - Digitale Wasserzeichen (Watermarks) einfügen
Als digitale Wasserzeichen (Watermarks) können z. B. Logos oder freier Text verwendet werden. Man unterscheidet die wahrnehmbaren von den nicht wahrnehmbaren Wasserzeichen (Watermarks). Bei Bildern und Fotos in kleiner Grösse und/oder geringer Auflösung werden in der Regel wahrnehmbare Wasserzeichen (Watermarks) verwendet. Bei hochauflösenden Dateien, die Kunden zur Verfügung gestellt werden, werden häufig nicht wahrnehmbare Wasserzeichen (Watermarks) verwendet. Hier soll es nur um wahrnehmbare Wasserzeichen (Watermarks) gehen (denn über die nicht wahrnehmbaren Wasserzeichen wird aus verständlichen Gründen gar nicht so gerne gesprochen und geschrieben :).
Bislang hatte ich ja fürs watermarken grösserer Fotomengen, z. B. für Reportagegalerien hier im Blog, immer die kleine Freeware CopyrightInserter benutzt (und diesen auch empfohlen). Nachdem ich mit der Qualität der Skalierung aber immer unzufriedener war, bin ich nun auf die Shareware iWatermark umgestiegen.
iWatermark arbeitet zwar nicht ganz so schnell wir CopyrightInserter. Das hat seinen Grund aber schlicht darin, dass iWatermark alle EXIF-Daten erhalten kann und es dazu sogar noch erlaubt zusätzliche IPTC-Daten einzubetten. Da ist eben einfach mehr Rechenarbeit erforderlich. Ich habe mich übrigens entschlossen, die EXIF-Daten auch grundsätzlich in den Dateien zu lassen, damit die Betrachter sich ggf. detaillierter informieren können. iWatermark ist übrigens sowohl für Mac OS X als auch für Windows verfügbar.
Fazit: Meine neue Empfehlung fürs Einfügen von Watermarks heisst iWatermark. Und die USD 20 (derzeit Eur 12,71) sind wirklich eine gute Investition.
Foto Geheimtipp: Platon
Photoshop Elements 6 in der weiteren Praxis...
Kein einziger Absturz (wobei es eigentlich komisch ist, das als besonderes Merkmal zu benennen; leider war ABER die Vorversion aber alles andere als stabil). Mit Elements 6 kann man endlich wieder flüssig und völlig problemlose arbeiten und die neue Oberfläche empfinde ich als grosse Hilfe, sich auf ein Projekt zu konzentrieren.
Der Filter zur Linsenkorrektur ist einsame Spitze. Kurz: Empfehlenswert!
Just go take pictures
Fototasche(n): Der Domke-Test hat begonnen...
Die Geschmäcker und Anforderungen an eine Fototasche sind sehr individuell und unterschiedlich. Allgemeingültige Empfehlungen für jedermann (und jedefrau) wird es wohl nicht geben. Aber vielleicht haben Sie ja zufällig die gleichen Anforderungen wie ich, dann können Ihnen diese Zeilen vielleicht helfen.
Für mich muss eine Fototasche:
- die Ihnalte sicher und gut schützen und verwahren
und vor allem
- einen schnellen Zugriff auf die Inhalte
ermöglichen.
Bei der Frage des Schutzes unterscheide ich, ob ich eine Tasche habe, mit der ich meine Aufrüstung als Gepäck aufgeben kann (was ich natürlich niemals machen würde), oder ob die Tasche mich nur auf einer Tour begleiten soll. Im praktischen Fall geht es um letzteres.
Für den schnellen täglichen Einsatz hänge ich mir oft einfach nur die kompakte D40 mit dem 18-250 um den Hals. Oft ist das alles, was ich brauche. Wenn ich allerdings zu offizielleren Terminen muss kommt es häufig nicht so gut mit der um den Hals baumelnden Kamera zu erscheinen :) Manchmal müssen auch einfach noch ein Zweitgehäuse, ein Blitz und 2 oder 3 andere Objektive mit. Dann stellt sich die Frage der richtigen Tasche.
Alle möglichen Formen an Fototaschen werden angeboten:
Von Fotorucksäcken halte ich nichts, da ich schnellen Zugriff auf meine Ausrüstung haben möchte. Ein Rucksack ist da viel zu unpraktisch, vom Diebstahlrisiko mal ganz zu schweigen.
Gürteltaschen fände ich eigentlich optimal, wäre das nicht das Grössen- und Handlingproblem: Bei der Grösse, die eine Gürteltasche haben muss, um das benötigte Equipment aufzunehmen fühle ich mich durch die Gürteltasche zu sehr eingeengt.
Also habe ich mich entschlossen, zwei Schultertaschen in zwei unterschiedlichen Grössen einem Test zu unterziehen. Einmal das handliche Format für eine Kamera mit Objektiv und dem "Grundzubehör" (Blitz, Speicherkarten, Ersatzakkus, Reinigungszeugs, Kleiner Schreibblock, Stifte), zum anderen ein grösseres Format, das zwei Gehäuse und mehrere Objektive (und das oben aufgezählte Zubehör) aufnehmen kann. Nach mehreren Gesprächen mit Bekannten und Freunden und einer Internetrecherche habe ich mich für den Hersteller Domke entschieden. Ausserhalb der USA sind diese Taschen leider nur sehr schwer zu bekommen, daher ist eine Direktbestellung bei einem US-Versender der einfachste Einkaufsweg.
Die Domke-Serie geht auf den Fotojournalisten Jim Domke zurück, der sich in den 70er Jahren selbst sehr darüber geärgert hat, dass er keine praktische Kameratasche für die Bedürfnisse eines Fotoreporters auf dem Markt gefunden hat. Eine Tasche, die guten Schutz für den Inhalt bietet, aber inm erster Linie den superschnellen Zugriff auf den gesamten Inhalt bietet. Also hat er überlegt, und den ersten Prototypen selbst geschneidert und genäht. Kurze Zeit später zählte "die Domke" zu den beliebtesten Fototaschen im Profibereich. Die Produktlinie umfasst mittlerweile Taschen für fast alle fotografischen Bedürfnisse, die aber alle die Grundkonzeption Jim Domkes teilen. Alle Taschen sind qualitativ äusserst hochwertig und "made in the USA". Weitere Informationen zu Domke gibt es hier und für den Einkauf empfehle ich B&H. Soweit in aller Kürze.
Ein weiteres Argument für Domke-Fototaschen ist übrigens deren "ziviles Aussehen". Man sieht nicht so schnell, dass es sich um eine Fototasche handelt, was das Diebstahlrisiko minimiert. Wer ganz vorsichtig sein will, entfernt das Markenschild und hat damit noch ein paar Prozent Sicherheit gewonnen.
Die Woche über war ich nun jeden Tag beruflich mit Kamera unterwegs und habe die zwei eingetroffenen Domke Exemplare begonnen zu testen. Ausführlichere Details folgen später, ich kann aber schon sagen, dass mich beide Taschen wirklich zu 100% begeistern. Kein Vergleich zu den Lowepro-Taschen, die ich bislang im Einsatz hatte. Die dürfen jetzt in den Ruhestand!
Ausführlicher Testbericht mit Bildern folgt in einigen Tagen.
24 hours in pictures
Die bestimmt allen Lesern bekannte Zeitung "The Guardian" bietet auf ihrer Online-Plattform ein echtes Schmankerl.
Unter dem Titel "24 hours in pictures" werden dort täglich die - nach Ansicht der zuständigen Redaktion beim Guardian - besten Reportagebilder des vergangenen Tages gezeigt. Darunter sind immer wieder sehr bewegende, aber auch sehr inspirierende Bilder zu sehen.
Meiner Meinung nach ein "must see" für alle an Reportagefotografie Interessierten!
Hier der Link zu "24 hours in pictures".
Ein erster Blick auf Photoshop Elements 6
Nun aber zum neuen Photoshop: Warum immer eine neuere Software mag man sich fragen. Eigentlich bin ich ja relativ konservativ und eiserner Anhänger der Philosophie “Never touch a running system”.
Im Fall Photoshop gab es allerdings gewichtige Gründe für das Update:
Seit dem Umstieg auf Mac OS 10.5 hatte Photoshop Elements 4 Kummer bereitet. Nicht reproduzierbare Fehler und Abstürze, die vermutlich auf “Spaces”, ein neues Feature das mit Mac OS X 10.5 eingeführt wurde, zurückzuführen waren, waren an der Tagesordnung. Also war das Upgrade von V4 auf V6 angesagt. Die Version 5 hat Adobe übrigens einfach überprungen.
Seit ein paar Tagen werkelt nun die neue Version auf dem Rechner. Der erste Eindruck ist durchweg positiv:
- Bislang kein Absturz.
- Die neu gestaltete Oberfläche in dezentem Grau und ohne störende Objekte gefällt gut.
- Sehr positiv fällt eine Geschwindigkeitssteigerung auf. Im Vergleich zur Vorversion geht alles viel zügiger.
- Ein absoluter Pluspunkt ist der Filter “Kameraverzerrung korrigieren” (Screenshot siehe unten), der bislang den grossen Photoshop-Versionen vorbehalten war. Allein das ist meiner Meinung nach schon den Umstieg wert.
Alles in allem: Scheint eine wirklich runde Sache zu sein. Ich denke, dass sich der Umstieg in jedem Falle lohnt.
Ein absoluter Pluspunkt der neuen Version:
Der Filter "Kameraverzerrung korrigieren"
Fototipp: Reinigung der Frontlinse (Objektivreinigung)
Mit einem trockenen Tuch sollte man eigentlich möglichst gar nicht an die Frontlinse oder einen Filter gehen. Unter Umständen kann man es riskieren, mit einem hochwertigen Microfasertuch an die angehauchte Frontlinse zu gehen. Das Microfasertuch sollte man aber gut kennen, denn manche Microfasertücher haben glattweg die Wirkung von feinem Schleifpapier. Ich verwende ein Microfasertuch, das ich als Beigabe zu einem hochwertigen Zeiss Fernglas bekommen habe. Ohne Feinwaschmittel kann ein Microfasertuch auch in der Waschmaschine mitgewaschen werden. Wichtig ist es, möglichst keine kreisförmigen reibenden Bewegungen zu machen. Damit verteilt man den Dreck meistens nur gleichmässig. Ein neues Microfasertuch unbedingt vor der ersten Verwendung am Objektiv woanders ausprobieren. Bei mir muss da immer erstmal eine Brille herhalten :)
In der Not geht auch ein Stofftaschentuch oder in grosser Not ein frisch gewaschenes und fusselfreies T-Shirt (Frontlinse unbedingt vorher anhauchen).
Was sich bei mir für den Ausseneinsatz als gut geeignet erwiesen hat, sind Brillenputztücher. Gerne die Günstigsten vom Discounter. Brillenputztücher sind mit Reinigungsflüssigkeit getränkt. Auch hier gilt aber: Unbedingt vorher woanders ausprobieren. Leider gibt es manche Brillenputztücher, die nur noch mehr Schlieren hinterlassen!
Es gibt auch spezielle Optikreinigungstücher. Für mich riechen die aber genauso wie Brillenputztücher und haben auch den gleichen Effekt, wie gute Brillenputztücher. Einziger Unterschied scheint der Preis zu sein. Und da nehme ich dann gerne die viel günstigeren Brillenputztücher :)
Absolutes No-Go ist Flüssigkeit in grösserer Menge. Also bitte nicht auf die Idee kommen, mit Spüli und fliessendem Wasser ans Objektiv zu gehen. So entstehen irreparable Feuchtbiotope im Objektiv und die Elektronik im Objektiv (soweit vorhanden) verabschiedet sich meistens auch auf Nimmerwiedersehen. Überhaupt lasse ich von Spüli oder normalem Fensterreiniger grundsätzlich die Finger. Das Zeug ist gut für die heimischen Fensterscheiben, aber nicht für eine Frontlinse!
Ältere Fotografen berichten oft von der Reinigung mit Zigarettenpapier. Ich kann dazu nichts sagen, weil ich das noch nicht versucht habe. Ich vermute, dass Zigarettenpapier zu fest ist und Kratzer hinterlässt. Ich würde es nicht probieren.
Von der Trockenreinigung mit einem Pinsel oder Lens-Pen bin ich nicht so sehr begeistert. Das geht ohnehin nur bei absolut trockenem Staub. Manchmal ist ein Lens-Pen aber eine praktische Notlösung: Neulich hatte ich keinen Zweitbody dabei. In einer Pause habe ich die Bilder aufs Laptop übertragen und einen ganz üblen Sensorfleck entdeckt. Anscheinend ein ziemlich grosser Fussel. Zu gross und zu unschön, um ihn nachher mit Photoshop zu beseitigen. Was tun unter Zeitdruck? Reinigungsmodus an und zum Lens-Pen gegriffen. Ist ausdrücklich nicht zur Nachahmung empfohlen, hat aber gut funktioniert.
Zurück zur Frontlinse: Für die perfekte heimische Reinigung verwende ich PEC-Pads mit Eclipse-Reinigungsflüssigkeit. Aber bitte unbedingt vorher die Zigarette ausmachen, sonst gibts ein Feuerwerk ;)
Bei Aussenreinigung und Kälte gilt übrigens: Immer erst mal kurz nachdenken. Bereits normales Anhauchen kann zu Eis an der Frontlinse führen. Das ist dann meistens erst mal das Aus. Mit vielen Brillenputztüchern gehts ganz passabel, wenns nicht allzu kalt ist. Die Spuren des eingangs erwähnten Hundes liessen sich bei ca. minus 5 Grad ganz einfach mit einem Brillenputztuch aus erprobter Serie beseitigen. Zuhause habe ich natürlich nochmals “hochwertig” nachgereinigt.
Fototipp: Digitalfotografie und die Kälte
Heute gehts los mit dem Fototipp zum Fotografieren in der Kälte
Sind mechanische Kameras relativ kälteunempfindlich, ist das bei Digitalkameras leider nicht ganz so unproblematisch. Unsere Erfahrungen mit der Kälte und dem kalten Klima habe ich hier einmal für Sie zusammengestellt:
1. Das Kondensproblem
Besonders wichtig: Nach einem längeren Einsatz draussen in der Kälte ist besondere Vorsicht beim Aufwärmen der Kamera angesagt. Denn beim Aufwärmen kondensiert die Luftfeuchtigkeit aus der wärmeren Luft an der kälteren Kamera.
Das kann unangenehme Folgen haben. Das kondensierte Wasser kann als “Eispanzer” an der Kamera und auf den Linsen gefrieren. Noch unangenehmer wird es, wenn kondensierendes Wasser in die Kamera oder in das Objektiv eindringen. Das kann leicht dazu führen, dass sich die Kamera in einen Haufen Elektroschrott und das Objektiv in ein Feuchtbiotop verwandeln!
Das behutsame Aufwärmen ist also das A und O. Die Kamera zum Aufwärmen unbedingt in ein geschlossenes Behältnis (Plastiktüte reicht) packen und bitte gaaanz langsam auftauen. Nicht gleich in die gute Stube neben die Heizung legen. Ich lege die Kamera z. B. - wenn es draussen unter Null Grad hat und ich längere Zeit draussen oder unterwegs war - in der verschlossenen Fototasche immer erst für ein bis zwei Stunden ins schwach geheizte Treppenhaus.
Extratipp: Wenn Sie es ganz eilig haben, Ihre Fotos zu begutachten nehmen Sie die Speicherkarte aus der Kamera bevor Sie die Kamera mit ins Haus nehmen. Gerade SD-Speicherkarten sind relativ unempfindlich. Während sich die Kamera langsam im Treppenhaus aufwärmt, können Sie schon mit dem Kartenleser die Fotos von der Karte laden.
Sie sollten es übrigens unbedingt vermeiden, draussen bei Kälte versehentlich auf die Linse zu hauchen. Ist mir an Neujahr bei minus 20 Grad passiert. Die Linse ist sofort mit einer dünnen Eisschicht angefroren. Der Effekt sah zwar auf den Fotos gut aus. War aber trotzdem äusserst ärgerlich.
2. Das Akkuproblem
Die Sache mit der Stromversorgung ist bisweilen ein wirklich leidiges Thema. Gerade die Kompaktkameras leiden darunter. Die DSLRs sind erstaunlicherweise besser dran. Ich bin in diesem Winter häufig ein bis 3 Stunden bei minus zehn bis minus 20 Grad mit der D40 oder der D40x zum Fotofrafieren draussen gewesen.
Da liest man immer wieder den Tipp die Akkus aus der Kamera zu nehmen, wenn man die Kamera gerade nicht braucht, und die Akkus in die Hosentasche zu stecken. Ich finde das Quark mit Sosse, denn wer schon mal versucht hat bei minus 20 Grad den Akkufachdeckel aufzufriemeln macht das nur, wenn es wirklich sein muss. Und wenn dann das schöne Motiv kommt, soll man den Akku in aller Ruhe wieder reinfriemeln. Ob man dem Traummotiv Wolf dann erklären kann, er möge doch bitte warten? Im Ernst: Ein Ersatzakku gehört in die Hosentasche (oder einen Innentasche). Damit hat es sich dann aber.
Erstaunlicherweise sind die Akkus der DSLRs relativ kälteunempfindlich. Die D40 und die D40x - mit Originalakkus - können bei minus 10 bis minus 20 Grad 3 Stunden und zwischen 500 und 1000 Aufnahmen durchhalten. Wohlgemerkt ohne internen Blitz und mit allen Monitorsparoptionen!
Für die Kompaktkameras ist es schwieriger. Entweder immer wieder gleich in die Hosentasche - was aber ein elendes Gefriemel ist - oder ständig den kalten Akku gegen den angewärmten aus der Hosentasche tauschen, was keine Freude macht.
3. Das Elektronikproblem
Auch die Kameraelektronik reagiert auf die Kälte. Da der Sensor “gekühlt” wird, reduziert sich das Bildrauschen. Zudem werden die Bilder mit abnehmender Temperatur tendentiell schärfer. Auch die Farben blühen unter tiefen Temperaturen auf.
Also unbedingt in Ruhe ausprobieren, bevor es im Ernstfall drauf ankommt und dann unerwartete Ergebnisse zu Tage treten!
