Sommer in Lappland XIV - Weekend-Wellness mit Grillkorv
Behind the scenes: Heute
einmal ganz privat. “Es gibt kein schlechtes
Wetter, nur schlechte Kleidung”. Hat sich
gestern wieder bewahrheitet. Und das zur Zeit
sehr kühle und regnerische Wetter hat im
lappländischen Sommer einen unbestreitbaren
Vorteil: So gut wie keine stechenden
Fluginsekten. Also war gestern ein
Familienausflug mit Grillen - natürlich ganz
weit draussen - angesagt. Lecker wars und es
hat viel Spass gemacht.
Und “Grillkorv” heisst übrigens Grill- oder
Bratwurst auf Schwedisch :)
Übrigens: Habe die letzten
Stunden auch ein Update der
Portfolios vorgenommen. You’re
welcome to have a look!
Fika
Einige Arbeiter hatten sich eine Sitzgruppe im
Freien eingerichtet, um die Fikapause in der
Sonne verbringen zu können. Ein wunderbares
Motiv, um einige Zeilen über die Institution
der Fikapause in Schweden zu schreiben.
Die Fika
Eine schwedische Institution, die den Alltag
prägt: Die Fika. Was steckt dahinter?
Oft wird der Begriff Fika mit “Kaffeepause”
übersetzt. Das trifft den Kern aber nicht
richtig. Denn zum einen gibt es in aller Regel
auch einen Happen dazu, zum anderen - viel
wichtiger - dient die Fikapause dem sozialen
Austausch.
Gerade “auf Arbeit” ist die Fika keine echte
Pause, sondern eine lebendige
Informationsrunde, in der alle Themen - private
wie berufliche - auf einer wunderbar
informellen Basis angesprochen und diskutiert
werden.
Deswegen ist es treffender, die Fika als eine
Art typisch schwedische Institution zu
verstehen. Die klassische Morgenfika liegt
übrigens zeitlich ungefähr gegen 9 Uhr 15, die
Mittagsfika gegen 15 Uhr 15. Aber auch Abends
ist eine Fikapause essentieller Bestandteil
fast jeder Veranstaltung.
Übrigens: Richtig und völlig zutreffend ist es,
dass Schweden in Sachen Kaffeeverbrauch beinahe
an der Weltspitze liegt. Einige statistische
Auswertungen in grafischer Form (Verbrauch pro
Person in Kg, Liter, und Tassen pro Tag) gibts
übrigens hier auf der Seite
kaffeinformation.se.
Das geflügelte Wort dazu lautet: Das
Schlimmste, das geschehen kann ist,
unerwarteten Besuch zu bekommen, und keinen
Kaffee im Haus zu haben :)
Bakdag / Backtag
Nachtrag zu Borgafjäll, oder: Fotografieren beim Essen.. :)
Fettisdagen und Semlor - Fastnachtsdienstag und schwedische Fastensemmeln (mit Rezept)
Der Fettisdagen
(Fastnachtsdienstag) ist der letzte Tag vor dem
Beginn der österlichen Busszeit am
Aschermittwoch. Zwar ist in Schweden Fastnacht
(Fasching) unbekannt, der Faschingsdienstag
wird aber trotzdem traditionell gefeiert. Der
Tradition gemäss werden an diesem Tag die
“Semlor” (auch “fettisdagsbulle” genannt,
“Fastensemmeln”) verzehrt. Wer es ganz
traditionall mag, verspeist sie als Nachtisch
zu Bohneneintopf.
Die Semla (Plural: “Semlor”) ist ein
kalorienreiches Hefeteiggebäck mit Mandel- und
Sahnefüllung. Wir haben auch heute wieder keine
Mühen gescheut und einige Exemplare für ein
Fotoshooting produziert. Deswegen gibt es heute
hier beides: Fotos und das Rezept für alle
Schwedenfans.
Rezept für
8 Semlor
Zutaten für den Teig:
25 Gramm Frischhefe
50 Gramm Butter (ungesalzen)
150 ml Milch
40 Gramm Zucker
Eine Priese Salz
300 Gramm Mehl
1 Ei
Puderzucker für die Garnierung
Zutaten für die Füllung:
175 Gramm Mandelmasse
150 Gramm Schlagsahne
Zubereitung:
Butter schmelzen und Milch einrühren. Hefe
aufbröseln und zugeben. Zucker und Salzpriese
zugeben. Mehl zugeben und so lange kneten, bis
ein geschmeidiger Teig entstanden ist. In einer
Schüssel bei Zimmertemperatur abgedeckt gehen
lassen (ca. 30-60 Minuten).
Dann Teig nochmals gründlich durchkneten und
kleine Stücke abteilen. Aus diesen kleine
Kugeln formen (ungefähr halb so gross, wie die
Semlor nachher werden sollen). Diese auf
Backpapier legen und nochmals ca. 30 Minuten
bei Zimmertemperatur gehen lassen.
In der Zwischenzeit Backofen auf ca. 225 Grad
vorheizen.
Ei aufschlagen und die Teigkugeln mit dem
aufgeschlagenen Ei bepinseln. Dann in den Ofen
(mittlere Schiene) und ca. 10 Minuten backen
(exakte Zeit sehr schwer zu bestimmen:
beobachten!). Den Ofen während des
Backvorganges nicht öffnen!
Dann die Backlinge aus dem Ofen nehmen und
abkühlen lassen. Nach dem Abkühlen oberes
Viertel abschneiden (mit einiger Übung im
klassischen Dreicksschnitt) und im unteren Teil
ein Loch aushöhlen (am einfachsten mit einem
Teelöffel). Die entnommene Masse nun mit der
leicht vorgewärmten Mandelmasse mischen
(verkneten). Jeden Backling nun mit 2-3
Esslöffeln der Masse füllen. Dann die Sahne
aufschlagen und oben draufgeben (am schönsten
mit Spritzbeutel und grober Sterntülle). Dann
die abgeschnittenen Deckel wieder auflegen und
leicht mit Puderzucker bestäuben. Und fertig
sind die Semlor. Und jetzt bei einer guten
Tasse Kaffee geniessen und von Schweden träumen
:)
Und so sollten sie dann aussehen (wobei unsere
ersten Versuche zugegebenermassen bei weitem
nicht so ästhetisch waren - auch hier gilt
“Übung macht den Meister”).
Rezept und Backanleitung by Petra Fuelbert.
“Semlor - one for you and one for me”
Die Sonntagsschule für den zweiten Advent: Lussekatter mit echt schwedischem Rezept
Wir wollen uns mit einem klassischen schwedischen Backwerk befassen, dem Lussekatter (auch als Lussekatt, Lussebulle, Lussekuse, Saffranskuse oder Julkuse bezeichnet).
Die klassischen schwedischen Lussekatter werden insbesondere am Luciawochenende verzehrt, sind aber die ganze Adventszeit hindurch eine willkommene Leckerei auf dem Speiseplan. Nachdem Lucia am nächsten Sonntag (13. Dezember) gefeiert wird, ist es nun höchste Zeit sich dem Backen der Lussekatter zuzuwenden.
Vor dem Rezept aber noch etwas Hintergrundinformation: Lussekatter werden aus Hefeteig hergestellt und in vielen verschiedenen Formen gebacken. Die “klassische” Form ist die eines geschwungenen “S” mit je einer Rosine in den Rundungen. Wenn nun zwei solche “S”-förmigen Lussekatter nebeneinander gelegt werden, nennt man die Form Gullvagn (“Goldwagen”), Julvagn (“Weihnachtswagen”) oder Julkors (“Weihnachtskreuz”). Besonders wichtig ist übrigens das Saffran, das im Teig enthalten ist.
Hier nun unser bewährtes Hausrezept. Der Ansatz reicht - je nach geformter Grösse der einzelnen Stücke - für 30-40 Lussekatter. Gegebenenfalls die Mengenansätze auf die gewünschte Menge umrechnen.
Für den Teig benötigen Sie:
1 Gramm Saffran
150 Gramm Butter
500 ml Milch
Ein Hefewürfel (50 Gramm)
Eine Prise Salz
150 Gramm Zucker
875 Gramm Mehl
Fürs Bestreichen und zur Verzierung benötigen Sie:
1 Ei
Eine Handvoll Rosinen
Und so gehts:
Saffran mit dem Zucker vermengen. Ggf etwas von der Milch zugeben.
Butter schmelzen und Milch zugeben. Temperatur sollte nicht über 40 Grad gehen.
Zucker/Saffran Mischung beigeben. Hefe einbröckeln. Das Ganze in der Küchenmaschine (oder mit einem Handrührgerät) kneten.
Nach und nach die restlichen Zutaten für den Teig zugeben. Milch immer so zusetzen, dass die Konsistenz des Teigs “knetbar” bleibt. Wenn der Teig geschmeidig ist, eine relativ glatte Oberfläche bekommen hat und sich von der Schüssel zu lösen beginnt, aufhören zu kneten/rühren. Teig mit Handtuch abdecken und bei Zimmertemperatur ca. 30 Minuten gehen lassen.
Dann den Teig auf einer gut mit Mehl eingestäubten glatten Fläche nochmals von Hand durchkneten. Kleine Teigstücke nehmen und die Lussekatter formen. Diese auf ein mit Backpapier belegtes Backblech legen und nochmals ca. 30 Minuten gehen lassen.
Währenddessen Ofen auf ca. 225 Grad vorheizen. Bevor das Backwerk in den Ofen kommt, die Rosinen an den gewünschten Stellen in den Teig zur Verzierung eindrücken. Dann Ei aufschlagen, verrühren und die Lussekatter dünn einstreichen.
Die Lussekatter benötigen ca. 10-15 Minuten Backzeit (je nach Grösse und je nach Ofen -> Probieren).
In Ruhe abkühlen lassen und dann geniessen!
Einen besinnlichen zweiten Advent und eine gute Vorbereitung auf die kommende Woche und das Luciafest!
- So in etwa sollten sie aussehen, wenn sie
fertig gebacken sind -
Saisonabschluss: "Sürströmming für "Weicheier""
In unserer diesjährigen Sürströmmings-Reportage im August hatten wir die ganzen „Stinkefische“ in, bzw. aus der Dose abgelichtet und erklärt, wie sie denn zu zerlegen und verspeisen sind.
Heute haben wir uns zur gemässigteren Essvariante mit den bereits zerlegten Fischen entschieden. Der Duft - böse Zungen reden auch vom „Gestank“ - ist derselbe, aber das Zerlegen mit den Innereien entfällt. Das hat auch unseren derzeitigen Besuch übrigens sehr gefreut :)
Geheimtipp: Wilde Wacholderbeeren aus Lappland
Wacholder ist bekannt ein wahrer Schatz aus der Natur. Die Hauptanwendungsbereiche:
1. In der Naturheilkunde wird Wacholdertee zur Verdauungsförderung, Harnausscheidung und gegen Sodbrennen eingesetzt. Auch in der Rheuma- und Gicht-Therapie wird Wacholder angewandt.
2. In der Küche wird Wacholder vielseitig eingesetzt: Die getrockneten Beeren kommen z. B. bei der Zubereitung von Sauerkraut und bei vielen Fleischgerichten zum Einsatz.
3. Das Holz der Wacholdersträuche wird hier oben vor allem als Zugabe zu den Räuchermischungen verwendet, um eine Aromatisierung des Räuchergutes (Fisch oder Fleisch) zu erreichen.
Und welche Beeren könnten besser sein, als die Wilden Wacholderbeeren aus der unberührten Natur Lapplands!
Sürströmmingspremiär i Lappland / Sürströmmingspremiär in Lappland
Am dritten
Donnerstag im August ist der Startschuss für
die Sürströmmingssaison in Schweden. Für die
einen ist Sürströmming einfach “Stinkefisch”,
für andere eine Delikatesse. Was verbirgt sich
hinter dieser schwedischen Spezialität?
Hauptbestandteil des Surströmming sind
eingelegte Ostseeheringe. Diese werden im
Frühjahr gefangen und dann in Salzlake
eingelegt, wo sie zu gären anfangen. Etwa einen
Monat vor dem Start der Saison werden die
Fische eingedost und gären in den Dosen dann
weiter. Das führt dazu, dass sich die Dosen mit
zunehmenden Alter ausbeulen und der Druck in
den Dosen mehr und mehr zunimmt.
Der Start für die Sürströmmingssaison (dritter
Donnerstag im August) war bis 1998 durch eine
Königliche Richtlinie aus dem Jahr 1937
geregelt. Damit sollte gewährleistet werden,
dass der Fisch fertig gereift und für den
Verzehr verwendbar ist. Diese Richtlinie wurde
1998 aufgehoben; das “klassische Datum” ist
aber erhalten geblieben.
So haben auch wir am Donnerstag den Beginn der
Sürströmmingssaison mit einem
“Sürströmings-Fest” gefeiert und das natürlich
auch fotografisch dokumentiert.
Eine Anleitung zum “Sürströmmen”:
Die Dose mit den vergorenen Fischen sollte
unbedingt draussen geöffnet werde. Am besten
ist es zunächst unter einer Plastiktüte ein
Loch in den Deckel der Dose zu stechen, damit
der Überdruck aus der Dose entweichen kann. Ist
der Inhalt der Dose bereits gut vergoren kann
es sein, dass einem dabei eine Fontäne der
Salzlake entgegen kommt (daher in der
Plastiktüte anstechen!). Sogleich verbreitet
sich der Duft aus der Dose, der von manchen als
unerträglich, von anderen als “Duft Lapplands”
empfunden wird. Dann wird die Dose (immer doch
draussen) mit einem Dosenöffner geöffnet und
nach innen gebracht. Wenn das Wetter partout zu
schlecht ist, um zum Öffnen der Dose nach
aussen zu gehen, kann der Deckel der Dose auch
alternativ im Haus unter Wasser (Badewanne oder
Eimer) angestochen werden.
Einige Heringe werden filetiert und auf mit
Butter bestrichenes, hartes oder weiches
Tunnbröd gelegt.
Zum Surströmming benötigt man weiter:
Kartoffeln (bevorzugt Mandelpotatis), gehackte
Zwiebeln (rote sind besonders fotogen), Saure
Sahne und in Scheiben geschnittene Tomaten. Das
alles wird auf dem Esstisch angerichtet.
Man nimmt sich nun einen Fisch aus der Dose,
schlitzt diesen am Bauch auf und breitet ihn
aus. Die - eventuell vorhandenen - Innereien
werden herausgekratzt und das Rückgrat mit den
Gräten (am einfachsten mit einer Gabel)
entfernt. Dann kratzt man das Fleisch ab. Die
Reste kommen gleich auf einen Abfallteller.
Dann legt man eine Scheibe Tunnbröd auf den
Teller und eine Kartoffel darauf. Diese wird
mit der Gabel zerdrückt und gleichmässig
verteilt. Auf die Kartoffel verstreicht
man sodann gleichmässig den essbaren Teil des
Fisches. Darüber kommt eine gleichmässige
Schicht Saure Sahne (geht auch in der
Reihenfolge anders herum). Schliesslich werden
die zerhackten Zwiebeln darüber gestreut und
Tomatenscheiben darauf gelegt. Und fertig ist
das Sürströmming. Jetzt heisst es Atem
anhalten, reinbeissen und essen :)
Traditionell wird zum Sürströmming kalte Milch
getrunken, was die Magenverträglichkeit
deutlich erhöhen soll.
Sürströmming wird relativ langsam und mit
Bedacht verzehrt. So hat auch der sehr eigene
Duft genug Zeit, sich in Küche, Esszimmer und
Wohnung zu verteilen. Die Nase gewöhnt sich
schnell an den Geruch. Sollten Sie das Zimmer
oder Haus aber kurz veranlassen, werden Sie
sich beim Wiederkommen schon sehr über den
intensiven Duft wundern :)
Die Sürströmmingssaison ist für echte
Schwedenfans übrigens ein willkommener Anlass
für einen Urlaub oder Kurzurlaub in
Schweden.
Schliesslich noch etwas Statistik: Norra
Västerbotten hat in der Printausgabe am
Donnerstag berichtet, dass in Norrland dieses
Jahr 650 Tonnen Sürströmmingsfisch für den
Verkauf vorbereitet wurden.
Damit Sie Sürströmming richtig nachvollziehen
(und auch zu Hause essen) können, haben wir
eine Bildergalerie für Sie zusammen gestellt.
-> Hier gehts zur Galerie:
Sürströmmingspremiär
-> Klick här så kommer du till bildspelet:
Sürströmmingspremiär
Dags för lingon / Zeit für die Preiselbeeren
Es gibt recht viele wilde Preiselbeeren in Lappland, da Preiselbeeren generell unempfindlich gegen Frost sind. Zu finden sind die Preiselbeeren an sonnigen und trockenen Stellen.
Für den Norden mit seinen langen und sonnenarmen Wintern ist die Preiselbeere ideal, enthält sie doch eine Fülle an Vitaminen und Mineralien. In hiesigen Gefilden werden die Preiselbeeren bevorzugt zu „Lingonsylt“ eine Art Zwischending aus Kompott und Marmelade eingekocht. Das Sylt kann als Beilage zu sehr vielen Gerichten - vom Pfannkuchen bis zum Rentiersteak - gegessen werden. Besonders positiv ist, dass das Sylt wegen des hohen Gehaltes der Preiselbeere an Benzoe- und Salicylsäure - die auch als Konservierungsmittel eingesetzt werden - gut und lange haltbar ist.
Hjortron Saison 2009: Das Gold Lapplands reift heran
Die meisten Hjortron sind aber noch rot (erst wenn sie goldgelb sind, sind sie zur Ernte reif). Der Anblick ist trotzdem bereits erhebend.
- Typischer derzeitger Wachstumsstand der
Hjortronbeeren, Stand 29.7.2009 -
Die Ernte der
Hjortron ist beschwerlich, trägt doch jede
Pflanze nur eine Beere.
Seine „Hjortronstellen“ - deren genaue Orte als
Geheimnisse bewahrt werden :) - muss man in der
Erntezeit täglich besuchen, denn in der
Endphase reifen die Beerenfrüchte von einem Tag
auf den anderen. Und sind sie überreif, sind
sie praktisch wertlos.
Was die Ernte auch erschwert ist, dass die
kostbaren Pflanzen in sumpfigem Gelände zu
Hause sind. Gummistiefel sind also angesagt.
Und zur Zeit schwirren in sumpfigem Gelände
noch jede Menge Mücken herum. Alles nicht so
einfach.
Aber: Wer schon einmal Hjortronsylt
verspeist hat weiss, dass sich der Aufwand
lohnt!
Und alle Urlauber, die Beeren ernten wollen,
sollten sich jetzt schleunigst auf den Weg nach
Lappland machen!
Surströmmingspremiär i Rökå 23:e augusti
Hmmm, hur det dofta. Jag måsta bekänna: det
smakade so gott - jag glömde att fotografera
vidare...
Åke Swahn.
Entusiastisk publiken.
21:e augusti: Surströmmingspremiär / 21. August: Surströmmingspremiere
Die Zeit für die schwedische Delikatesse des Surströmming beginnt traditionell mit der sog. “Surströmmingspremiär” (“Surströmmingspremiere”). Diese ist nach alter Tradition immer am dritten Donnerstag im August. Und das ist dieses Jahr der 21. August.
Bis zum Jahr 1998 war das sogar gesetzlich geregelt denn der Gesetzgeber in Schweden wollte sicherstellen, dass nur hinreichend vergorene Fische in Umlauf geraten sind. Das alte gesetzliche Datum hat sich in Form der Tradition zur “Surströmmingspremiär” (“Surströmmingspremiere”) gehalten.
Letztes Jahr hatte ich hier schon einmal bebildert (aber ohne Online-Duft ;) berichtet.
Zur “Surströmmingspremiär” (“Surströmmingspremiere”) wird mit den Surströmmings-Festen begonnen.
Wer in der Malå kommun an einem Surströmmings-Fest teilnehmen möchte, dem seien zwei besondere Daten empfohlen, beide am 23. August:
Zum einen um 18 Uhr in Rökå. Die dort von der Byaförening veranstaltete Surströmmingspremiär ist ein Geheimtipp.
Zum anderen um 18 Uhr im Strandgård in Malå mit ganz traditionellem Surströmming.
Bei beiden Veranstaltungen ist wegen begrenzter Teilnehmerzahl eine Anmeldung erforderlich. Kontakt stellen wir gerne her. Einfach eine Mail senden.
Wer es gerne ganz intensiv mag, sei auf ein Angebot unseres Schwesterblogs verwiesen. Soweit ich weiss, gibt es da noch freie Plätze.
Guten Appetit!
Hjortronernte (Hjortron Teil 3)
(Blick ins Hjortronfeld)
(Blick auf einen Teil der gesammelten Schätze)
Hjortron (Moltebeere, Cloudberry) Teil 3
Hjortronsylt / Hjortronmarmelade - Moltebeermarmelade
Gerade eben steht bei vorzüglichen Pfannenkuchen eine grosse Schüssel Hjortronsylt (Hjortronmarmelade, Moltebeermarmelade) auf dem Tisch :)
Das Gold Lapplands: Hjortron (Moltebeere, Cloudberry)
Sozusagen als “Schutzmechanismus” wurde sogar der “Hjortronbjörn” (“Hjortron Bär”) erfunden, ein Bär der sich - der Erzählung nach - hauptsächlich dort die Zeit vertreibt, wo es gute Hjortron-Fündigkeiten gibt ;)
Hjortron ist eine mehrjährige Pflanze und kommt bevorzugt am Rand von Mooren vor. Die grossen Vorkommen in hiesigen Breiten sind wahrscheinlich darauf zurückzuführen, dass die Hjortron Kälte von bis zu minus 40 Grad übersteht.
Die Pflanzen haben eine Höhe von 5 bis 25 Zentimetern (typischerweise 15 - 20 cm).
Das Pflücken ist mühsam und beschwerlich, gibt es doch nur eine Beere pro Pflanze. Die Beeren durchlaufen im Reifeprozess die Farben grün, rot und schliesslich gelborange. Optimaler Erntezeitpunkt ist, wenn sich die äusseren Blütenhüllblätter von der Beere wegrollen. Die dann gelborange Beere ist schon weich und muss vorsichtig gepflückt werden. Wenn man eine bestimmte Fündigkeit “unter Kontrolle” hat, muss man über einen längeren Zeitraum immer wieder dort vorbeischauen, da die Beeren ganz unterschiedlich reifen.
Notfalls (aber bitte nur dann) kann man auch eigentlich noch rote, harte und unreife Früchte sammeln und diese an der Sonne nachreifen lassen.
Wegen der gelborangen Farbe, die erntereife Früchte haben, werden Hjortron auch als “Lapplands Gold” bezeichnet.
Typischerweise wird Hjortron hauptsächlich zu Marmelade (“Hjortronsylt”) oder - besonders edel - als Gelee (d.h. ohne Kerne) verarbeitet. Hjortronsylt wird in Schweden zu sehr vielen Gerichten (Mehlspeisen, Fleischgerichte, etc.) gereicht. Sehr lecker sind auch gefrorene Hjortron mit Zucker (“Björnkulla”). In nordischen Breiten kommt als Zusatznutzen hinzu, dass die Hjortron besonders reich an Vitamin C ist (was sich in den langen sonnenarmen Wintern als besonders nützlich erweist).
Hier in Lappland gibt es die Hjortron in Massen (wenn man weiss wo :), in Mitteleuropa hingegen ist die Hjortron - bis auf einige winzige Bestände - fast gar nicht mehr anzutreffen. Dennoch sind auch hier die Preise am Explodieren: Runde 5 bis 7 Euro pro Kilo sind fällig. Für Marmelade und Gelee entsprechend mehr. Doch wer einmal richtig gutes Hjortronsylt geschmeckt hat, weiss warum der Preis gerechtfertigt ist :)
Pflanzenkundlich gehört die Hjortronbeere übrigens erstaunlicherweise zur Gattung der Rosengewächse und kommt nur als Wildgewächs vor. Alle Versuche, die Pflanze künstlich anzupflanzen sind bislang gescheitert.
Hier noch ein Rezept für Hjortronsylt:
Zutaten: 1 Kg Hjortron und 500 gr. Zucker. Beeren reinigen und ggf. spülen. Beeren und Zucker vermischen. Einige Stunden stehen lassen. Dann langsam erhitzen und ca. 10 Minuten kochen lassen. Topf vom Herd nehmen und einige Minuten stehen lassen. Dann in die vorbereiteten Einmachgläser geben und diese veschliessen.
Hinweis: Die Verwendung von Gelierzucker ist in aller Regel nicht erforderlich, da Hjortron bereits relativ viel Pektin enthalten. Verwendet man überreife Früchte kann die Zugabe von Gelierzucker angezeigt sein.
Erntereife Hjortron
"Mini-Hjortron"
Snart är det dags igen / Bald ist es wieder soweit: Sürströmming
Da uns in den letzten Wochen und Monaten viele Anfragen von Schwedenfreunden und Schwedenfans zum Thema Sürströmming erreicht haben, haben wir uns für 2008 etwas besonders ausgedacht: Sürströmmings-Wochen für die Geniesser der schwedischen Küche. Unbeschwertes "sürströmmen" in Schwedisch-Lappland.
Achtung: Da die Teilnehmeranzahl äusserst begrenzt, daher schnell anmelden!
Weitere Infos und die genauen Termine gibts hier in unserem Schwesterblog.
(Diese Dose wartet bereits auf Sie :)
Nachtrag: Achtung bei Surströmming-Essen in Deutschland!
In der Tat hat das Thema Surströmming sogar schon einmal Gerichte in Deutschland beschäftigt. Konkret ging es dabei um die ausserordentliche und fristlose Kündigung eines Mitverhältnisses. Vor dem unsachgemässen Genuss von Surströmming muss daher unbedingt gewarnt werden (jedenfalls, wenn man zur Miete wohnt).
Konkret:
Gericht: LG Köln
Entscheidungsdatum: 12.01.1984
Aktenzeichen: 1 S 171/83
Norm: § 564b BGB (a.F.)
Zur Kündigung des Mietverhältnisses wegen Vertragsverletzung
Orientierungssatz:
Die Kündigung wegen nicht unerheblicher Vertragsverletzung ist begründet, wenn der Mieter, um einen Wohnungsnachbarn zu ärgern, außerhalb seiner Wohnung auf dem Hausgrundstück und im Wohnhaus ein übelriechendes flüssiges Lebensmittel verspritzt.
Auszug aus den Entscheidungsgründen:
"Zu Recht hat das AG die Beklagten als Gesamtschuldner zur Räumung der Wohnung verurteilt. Die Klägerin hat einen Anspruch auf Herausgabe der Wohnung gegen die Beklagten aus § 556 Abs. 1 BGB, da das Mietverhältnis zwischen den Parteien durch die in der Klageschrift vom 4.8.1982 enthaltene ordentliche Kündigung nach Ablauf der gesetzlichen Kündigungsfrist beendet worden ist. Die Klägerin war zur Kündigung nach § 564b Abs. 1 und Abs. 2 Nr. 1 BGB berechtigt, weil die Beklagten ihre vertraglichen Verpflichtungen dadurch schuldhaft nicht unerheblich verletzt haben, daß sie vorsätzlich die Brühe eines mit Hefe eingelegten Herings "Surströmming" verspritzt haben, und zwar am Heiligen Abend und am 1. Weihnachtsfeiertag des Jahres 1981 im Treppenhaus, auf der Treppe und auf dem Treppengeländer sowie auf der Kokosmatte vor der Wohnungstür des Zeugen sowie erneut am 26.6.1982 auf dem Rand des Balkons des Zeugen und auf den Büschen und Sträuchern des Gartens, nachdem sie zuvor von der Klägerin deswegen abgemahnt worden waren. Daß die Fischpökelbrühe von der Beklagten zu 1) verspritzt bzw. verschüttet worden ist, ist durch die Bekundungen der Zeugen bewiesen.
Die Kammer ist auch auf Grund der erneuten Vernehmung der Zeugen davon überzeugt, daß die Beklagte vorsätzlich die übelriechende Pökelbrühe verspritzt hat, um die Nachbarn zu ärgern. Der Zeuge hat bei seiner Vernehmung vor der Kammer glaubhaft bekundet, daß die Beklagte zu 1) am Heiligen Abend 1981, als sie von ihm auf die übelriechenden Flecken angesprochen wurde, erklärte, sie sei froh, jetzt etwas gefunden zu haben, womit sie die Mitbewohner ärgern könne. Daß der üble Geruch der Fischpökelbrühe das für die Mitbewohner des Hauses zumutbare Maß bei weitem übersteigt, davon hat sich die Kammer selbst überzeugt, als die Beklagten im Termin vom 15.9.1983 eine Büchse "Surströmming" im Sitzungssaal öffneten."
Sürströmmings-Fest...
Für das Sürströmming werden kleine Ostsee-Heringe ohne Kopf in Holzfässern eingesalzen und vergoren. Danach werden die Heringe in Konservendosen abgefüllt. Dort findet dann nochmals eine Nachgärung statt.
Wenn sich diese
Kondervendosen dann - etwa ein halbes Jahr
später - aufgrund des entstehenden Gasdruckes
beginnen auszubeulen – werden sie traditionell
ab dem dritten Donnerstag im August verkauft.
Beim Öffnen der Dosen - am besten im Freien (!)
- ist Vorsicht angesagt.
Die Zubereitung auf
dem Teller ist dann wie folgt: Einige Heringe
werden fachmännisch zerlegt - was durchaus eine
Kunst ist - und auf mit Butter bestrichenes,
hartes oder weiches Tunnbröd gelegt. Als
Unterlage dienen zerdrückte weichgekochte
Mandelpotatis, gehackte rohe Zwiebeln und saure
Sahne (unbeding zu empfehlen für einen milderen
Geschmack). Als weitere Beilage werden oft
Tomaten verwendet.
Delikat ist der bei
diesem Essen entstehende Duft. Beim ersten
Verzehr wird das Gericht häufig als
gewöhnungsbedürftig empfunden. Nach einiger
Zeit erkennt man aber den ganz besonderen
Genuss.