Sommer in Lappland XIV - Weekend-Wellness mit Grillkorv

Weekend-Wellness mit Grillkorv in Lappland


Behind the scenes: Heute einmal ganz privat. “Es gibt kein schlechtes Wetter, nur schlechte Kleidung”. Hat sich gestern wieder bewahrheitet. Und das zur Zeit sehr kühle und regnerische Wetter hat im lappländischen Sommer einen unbestreitbaren Vorteil: So gut wie keine stechenden Fluginsekten. Also war gestern ein Familienausflug mit Grillen - natürlich ganz weit draussen - angesagt. Lecker wars und es hat viel Spass gemacht.
Und “Grillkorv” heisst übrigens Grill- oder Bratwurst auf Schwedisch :)

Übrigens: Habe die letzten Stunden auch ein Update der Portfolios vorgenommen. You’re welcome to have a look!


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Fika

Wieder ein solches Motiv, das sich im “Augenwinkel” beim Vorbeifahren bemerkbar gemacht hat. Dieses deutliche Gefühl, dass da eben etwas besonderes am Strassenrand zu sehen war. Also: Blick in den Rückspiegel, Bremsen, Anhalten, Schauen, Fühlen, Knipsen.

Fika


Einige Arbeiter hatten sich eine Sitzgruppe im Freien eingerichtet, um die Fikapause in der Sonne verbringen zu können. Ein wunderbares Motiv, um einige Zeilen über die Institution der Fikapause in Schweden zu schreiben.

Die Fika

Eine schwedische Institution, die den Alltag prägt: Die Fika. Was steckt dahinter?

Oft wird der Begriff Fika mit “Kaffeepause” übersetzt. Das trifft den Kern aber nicht richtig. Denn zum einen gibt es in aller Regel auch einen Happen dazu, zum anderen - viel wichtiger - dient die Fikapause dem sozialen Austausch.

Gerade “auf Arbeit” ist die Fika keine echte Pause, sondern eine lebendige Informationsrunde, in der alle Themen - private wie berufliche - auf einer wunderbar informellen Basis angesprochen und diskutiert werden.

Deswegen ist es treffender, die Fika als eine Art typisch schwedische Institution zu verstehen. Die klassische Morgenfika liegt übrigens zeitlich ungefähr gegen 9 Uhr 15, die Mittagsfika gegen 15 Uhr 15. Aber auch Abends ist eine Fikapause essentieller Bestandteil fast jeder Veranstaltung.

Übrigens: Richtig und völlig zutreffend ist es, dass Schweden in Sachen Kaffeeverbrauch beinahe an der Weltspitze liegt. Einige statistische Auswertungen in grafischer Form (Verbrauch pro Person in Kg, Liter, und Tassen pro Tag) gibts übrigens hier auf der Seite kaffeinformation.se.

Das geflügelte Wort dazu lautet: Das Schlimmste, das geschehen kann ist, unerwarteten Besuch zu bekommen, und keinen Kaffee im Haus zu haben :)


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Bakdag / Backtag

Mal gespannt, wo der gigantische Hefeteig noch hingehen möchte. Hab auf jeden Fall schon mal die Tür versperrt :)

Bakdag / Backtag

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Nachtrag zu Borgafjäll, oder: Fotografieren beim Essen.. :)

Vor einigen Tagen habe ich schon von Borgafjäll und dem gleichnamigen Hotel dort geschwärmt. Heute nun war es wieder an der Zeit die kleine Canon Kompaktkamera, die mich derzeit beinahe überall hin begleitet, zu „leeren“. Und da waren doch tatsächlich noch 2 Bilder der kulinarischen Köstlichkeiten aus Borgafjäll mit dabei. In erlesener Runde und bei exquisiter Tafel ist das mit dem Fotografieren immer so eine Sache. Eigentlich ist das ja unerwünscht. Aber als „Knipser-Man“ habe ich etwas mehr Freiheit und konnte so zwei günstige Momente nutzen, ohne allzu sehr aufzufallen. Bitte fragt mich nicht mehr, was das da genau auf dem Teller war. Grossartig geschmeckt hat es in jedem Falle. Und ein Augenschmaus war es noch dazu.

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Essen im Hotel Borgafjäll

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Fettisdagen und Semlor - Fastnachtsdienstag und schwedische Fastensemmeln (mit Rezept)

Heute geht es um die Semmel. Genauer gesagt um die schwedische Fastensemmel. Was hat es damit auf sich?

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Der Fettisdagen (Fastnachtsdienstag) ist der letzte Tag vor dem Beginn der österlichen Busszeit am Aschermittwoch. Zwar ist in Schweden Fastnacht (Fasching) unbekannt, der Faschingsdienstag wird aber trotzdem traditionell gefeiert. Der Tradition gemäss werden an diesem Tag die “Semlor” (auch “fettisdagsbulle” genannt, “Fastensemmeln”) verzehrt. Wer es ganz traditionall mag, verspeist sie als Nachtisch zu Bohneneintopf.

Die Semla (Plural: “Semlor”) ist ein kalorienreiches Hefeteiggebäck mit Mandel- und Sahnefüllung. Wir haben auch heute wieder keine Mühen gescheut und einige Exemplare für ein Fotoshooting produziert. Deswegen gibt es heute hier beides: Fotos und das Rezept für alle Schwedenfans.

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Rezept für 8 Semlor

Zutaten für den Teig:

25 Gramm Frischhefe
50 Gramm Butter (ungesalzen)
150 ml Milch
40 Gramm Zucker
Eine Priese Salz
300 Gramm Mehl
1 Ei
Puderzucker für die Garnierung

Zutaten für die Füllung:

175 Gramm Mandelmasse
150 Gramm Schlagsahne

Zubereitung:

Butter schmelzen und Milch einrühren. Hefe aufbröseln und zugeben. Zucker und Salzpriese zugeben. Mehl zugeben und so lange kneten, bis ein geschmeidiger Teig entstanden ist. In einer Schüssel bei Zimmertemperatur abgedeckt gehen lassen (ca. 30-60 Minuten).

Dann Teig nochmals gründlich durchkneten und kleine Stücke abteilen. Aus diesen kleine Kugeln formen (ungefähr halb so gross, wie die Semlor nachher werden sollen). Diese auf Backpapier legen und nochmals ca. 30 Minuten bei Zimmertemperatur gehen lassen.

In der Zwischenzeit Backofen auf ca. 225 Grad vorheizen.

Ei aufschlagen und die Teigkugeln mit dem aufgeschlagenen Ei bepinseln. Dann in den Ofen (mittlere Schiene) und ca. 10 Minuten backen (exakte Zeit sehr schwer zu bestimmen: beobachten!). Den Ofen während des Backvorganges nicht öffnen!

Dann die Backlinge aus dem Ofen nehmen und abkühlen lassen. Nach dem Abkühlen oberes Viertel abschneiden (mit einiger Übung im klassischen Dreicksschnitt) und im unteren Teil ein Loch aushöhlen (am einfachsten mit einem Teelöffel). Die entnommene Masse nun mit der leicht vorgewärmten Mandelmasse mischen (verkneten). Jeden Backling nun mit 2-3 Esslöffeln der Masse füllen. Dann die Sahne aufschlagen und oben draufgeben (am schönsten mit Spritzbeutel und grober Sterntülle). Dann die abgeschnittenen Deckel wieder auflegen und leicht mit Puderzucker bestäuben. Und fertig sind die Semlor. Und jetzt bei einer guten Tasse Kaffee geniessen und von Schweden träumen :)

Und so sollten sie dann aussehen (wobei unsere ersten Versuche zugegebenermassen bei weitem nicht so ästhetisch waren - auch hier gilt “Übung macht den Meister”).

Rezept und Backanleitung by Petra Fuelbert.

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“Semlor - one for you and one for me”


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Die Sonntagsschule für den zweiten Advent: Lussekatter mit echt schwedischem Rezept

Die erste Fuhre der frisch gebackenen Leckerei wird gerade verzehrt. In der Luft liegt der feine Duft von Hefeteig im Ofen. Heute geht es also etwas ums Backen.

Wir wollen uns mit einem klassischen schwedischen Backwerk befassen, dem Lussekatter (auch als Lussekatt, Lussebulle, Lussekuse, Saffranskuse oder Julkuse bezeichnet).

Die klassischen schwedischen Lussekatter werden insbesondere am Luciawochenende verzehrt, sind aber die ganze Adventszeit hindurch eine willkommene Leckerei auf dem Speiseplan. Nachdem Lucia am nächsten Sonntag (13. Dezember) gefeiert wird, ist es nun höchste Zeit sich dem Backen der Lussekatter zuzuwenden.

Vor dem Rezept aber noch etwas Hintergrundinformation: Lussekatter werden aus Hefeteig hergestellt und in vielen verschiedenen Formen gebacken. Die “klassische” Form ist die eines geschwungenen “S” mit je einer Rosine in den Rundungen. Wenn nun zwei solche “S”-förmigen Lussekatter nebeneinander gelegt werden, nennt man die Form Gullvagn (“Goldwagen”), Julvagn (“Weihnachtswagen”) oder Julkors (“Weihnachtskreuz”). Besonders wichtig ist übrigens das Saffran, das im Teig enthalten ist.

Hier nun unser bewährtes Hausrezept. Der Ansatz reicht - je nach geformter Grösse der einzelnen Stücke - für 30-40 Lussekatter. Gegebenenfalls die Mengenansätze auf die gewünschte Menge umrechnen.

Für den Teig benötigen Sie:
1 Gramm Saffran
150 Gramm Butter
500 ml Milch
Ein Hefewürfel (50 Gramm)
Eine Prise Salz
150 Gramm Zucker
875 Gramm Mehl

Fürs Bestreichen und zur Verzierung benötigen Sie:
1 Ei
Eine Handvoll Rosinen

Und so gehts:
Saffran mit dem Zucker vermengen. Ggf etwas von der Milch zugeben.
Butter schmelzen und Milch zugeben. Temperatur sollte nicht über 40 Grad gehen.
Zucker/Saffran Mischung beigeben. Hefe einbröckeln. Das Ganze in der Küchenmaschine (oder mit einem Handrührgerät) kneten.
Nach und nach die restlichen Zutaten für den Teig zugeben. Milch immer so zusetzen, dass die Konsistenz des Teigs “knetbar” bleibt. Wenn der Teig geschmeidig ist, eine relativ glatte Oberfläche bekommen hat und sich von der Schüssel zu lösen beginnt, aufhören zu kneten/rühren. Teig mit Handtuch abdecken und bei Zimmertemperatur ca. 30 Minuten gehen lassen.
Dann den Teig auf einer gut mit Mehl eingestäubten glatten Fläche nochmals von Hand durchkneten. Kleine Teigstücke nehmen und die Lussekatter formen. Diese auf ein mit Backpapier belegtes Backblech legen und nochmals ca. 30 Minuten gehen lassen.
Währenddessen Ofen auf ca. 225 Grad vorheizen. Bevor das Backwerk in den Ofen kommt, die Rosinen an den gewünschten Stellen in den Teig zur Verzierung eindrücken. Dann Ei aufschlagen, verrühren und die Lussekatter dünn einstreichen.
Die Lussekatter benötigen ca. 10-15 Minuten Backzeit (je nach Grösse und je nach Ofen -> Probieren).
In Ruhe abkühlen lassen und dann geniessen!

Einen besinnlichen zweiten Advent und eine gute Vorbereitung auf die kommende Woche und das Luciafest!

Lussekatter, Lussekatt, Lussebulle, Lussekuse, Saffranskuse, Julkuse
- So in etwa sollten sie aussehen, wenn sie fertig gebacken sind -

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Saisonabschluss: "Sürströmming für "Weicheier""

Wir haben nun unsere ganz private Sürströmmings-Saison für dieses Jahr wieder abgeschlossen. Heute allerdings mit der „gemässigten Version“, der Version für „Weicheier“ sozusagen: Filets statt ganzen Fischen.

In unserer diesjährigen Sürströmmings-Reportage im August hatten wir die ganzen „Stinkefische“ in, bzw. aus der Dose abgelichtet und erklärt, wie sie denn zu zerlegen und verspeisen sind.

Heute haben wir uns zur gemässigteren Essvariante mit den bereits zerlegten Fischen entschieden. Der Duft - böse Zungen reden auch vom „Gestank“ - ist derselbe, aber das Zerlegen mit den Innereien entfällt. Das hat auch unseren derzeitigen Besuch übrigens sehr gefreut :)

Sürströmming für Weicheier

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Geheimtipp: Wilde Wacholderbeeren aus Lappland

Ein besonderer Geheimtipp aus der Pflanzenwelt Lapplands sind die Wilden Wacholderbeeren. Bald sind sie wieder erntereif.

Wacholder ist bekannt ein wahrer Schatz aus der Natur. Die Hauptanwendungsbereiche:

1. In der Naturheilkunde wird Wacholdertee zur Verdauungsförderung, Harnausscheidung und gegen Sodbrennen eingesetzt. Auch in der Rheuma- und Gicht-Therapie wird Wacholder angewandt.

2. In der Küche wird Wacholder vielseitig eingesetzt: Die getrockneten Beeren kommen z. B. bei der Zubereitung von Sauerkraut und bei vielen Fleischgerichten zum Einsatz.

3. Das Holz der Wacholdersträuche wird hier oben vor allem als Zugabe zu den Räuchermischungen verwendet, um eine Aromatisierung des Räuchergutes (Fisch oder Fleisch) zu erreichen.

Und welche Beeren könnten besser sein, als die Wilden Wacholderbeeren aus der unberührten Natur Lapplands!

Wilde Wacholderbeeren in Lappland

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Sürströmmingspremiär i Lappland / Sürströmmingspremiär in Lappland

Sürströmmingspremiär Sürströmming

Am dritten Donnerstag im August ist der Startschuss für die Sürströmmingssaison in Schweden. Für die einen ist Sürströmming einfach “Stinkefisch”, für andere eine Delikatesse. Was verbirgt sich hinter dieser schwedischen Spezialität?

Hauptbestandteil des Surströmming sind eingelegte Ostseeheringe. Diese werden im Frühjahr gefangen und dann in Salzlake eingelegt, wo sie zu gären anfangen. Etwa einen Monat vor dem Start der Saison werden die Fische eingedost und gären in den Dosen dann weiter. Das führt dazu, dass sich die Dosen mit zunehmenden Alter ausbeulen und der Druck in den Dosen mehr und mehr zunimmt.

Der Start für die Sürströmmingssaison (dritter Donnerstag im August) war bis 1998 durch eine Königliche Richtlinie aus dem Jahr 1937 geregelt. Damit sollte gewährleistet werden, dass der Fisch fertig gereift und für den Verzehr verwendbar ist. Diese Richtlinie wurde 1998 aufgehoben; das “klassische Datum” ist aber erhalten geblieben.

So haben auch wir am Donnerstag den Beginn der Sürströmmingssaison mit einem “Sürströmings-Fest” gefeiert und das natürlich auch fotografisch dokumentiert.

Eine Anleitung zum “Sürströmmen”:

Die Dose mit den vergorenen Fischen sollte unbedingt draussen geöffnet werde. Am besten ist es zunächst unter einer Plastiktüte ein Loch in den Deckel der Dose zu stechen, damit der Überdruck aus der Dose entweichen kann. Ist der Inhalt der Dose bereits gut vergoren kann es sein, dass einem dabei eine Fontäne der Salzlake entgegen kommt (daher in der Plastiktüte anstechen!). Sogleich verbreitet sich der Duft aus der Dose, der von manchen als unerträglich, von anderen als “Duft Lapplands” empfunden wird. Dann wird die Dose (immer doch draussen) mit einem Dosenöffner geöffnet und nach innen gebracht. Wenn das Wetter partout zu schlecht ist, um zum Öffnen der Dose nach aussen zu gehen, kann der Deckel der Dose auch alternativ im Haus unter Wasser (Badewanne oder Eimer) angestochen werden.

Einige Heringe werden filetiert und auf mit Butter bestrichenes, hartes oder weiches Tunnbröd gelegt.

Zum Surströmming benötigt man weiter: Kartoffeln (bevorzugt Mandelpotatis), gehackte Zwiebeln (rote sind besonders fotogen), Saure Sahne und in Scheiben geschnittene Tomaten. Das alles wird auf dem Esstisch angerichtet.

Man nimmt sich nun einen Fisch aus der Dose, schlitzt diesen am Bauch auf und breitet ihn aus. Die - eventuell vorhandenen - Innereien werden herausgekratzt und das Rückgrat mit den Gräten (am einfachsten mit einer Gabel) entfernt. Dann kratzt man das Fleisch ab. Die Reste kommen gleich auf einen Abfallteller.

Dann legt man eine Scheibe Tunnbröd auf den Teller und eine Kartoffel darauf. Diese wird mit der Gabel zerdrückt und gleichmässig verteilt.  Auf die Kartoffel verstreicht man sodann gleichmässig den essbaren Teil des Fisches. Darüber kommt eine gleichmässige Schicht Saure Sahne (geht auch in der Reihenfolge anders herum). Schliesslich werden die zerhackten Zwiebeln darüber gestreut und Tomatenscheiben darauf gelegt. Und fertig ist das Sürströmming. Jetzt heisst es Atem anhalten, reinbeissen und essen :)

Traditionell wird zum Sürströmming kalte Milch getrunken, was die Magenverträglichkeit deutlich erhöhen soll.

Sürströmming wird relativ langsam und mit Bedacht verzehrt. So hat auch der sehr eigene Duft genug Zeit, sich in Küche, Esszimmer und Wohnung zu verteilen. Die Nase gewöhnt sich schnell an den Geruch. Sollten Sie das Zimmer oder Haus aber kurz veranlassen, werden Sie sich beim Wiederkommen schon sehr über den intensiven Duft wundern :)

Die Sürströmmingssaison ist für echte Schwedenfans übrigens ein willkommener Anlass für einen Urlaub oder Kurzurlaub in Schweden. 

Schliesslich noch etwas Statistik: Norra Västerbotten hat in der Printausgabe am Donnerstag berichtet, dass in Norrland dieses Jahr 650 Tonnen Sürströmmingsfisch für den Verkauf vorbereitet wurden. 

Damit Sie Sürströmming richtig nachvollziehen (und auch zu Hause essen) können, haben wir eine Bildergalerie für Sie zusammen gestellt.
  
-> Hier gehts zur Galerie: Sürströmmingspremiär

-> Klick här så kommer du till bildspelet: Sürströmmingspremiär


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Dags för lingon / Zeit für die Preiselbeeren

Die Zeit der Hjortron ist fast schon wieder vorbei, die Blaubeeren werden derzeit eifrig geerntet und bald sind nun die wilden Preiselbeeren an der Reihe.

Es gibt recht viele wilde Preiselbeeren in Lappland, da Preiselbeeren generell unempfindlich gegen Frost sind. Zu finden sind die Preiselbeeren an sonnigen und trockenen Stellen.

Für den Norden mit seinen langen und sonnenarmen Wintern ist die Preiselbeere ideal, enthält sie doch eine Fülle an Vitaminen und Mineralien. In hiesigen Gefilden werden die Preiselbeeren bevorzugt zu „Lingonsylt“ eine Art Zwischending aus Kompott und Marmelade eingekocht. Das Sylt kann als Beilage zu sehr vielen Gerichten - vom Pfannkuchen bis zum Rentiersteak - gegessen werden. Besonders positiv ist, dass das Sylt wegen des hohen Gehaltes der Preiselbeere an Benzoe- und Salicylsäure - die auch als Konservierungsmittel eingesetzt werden - gut und lange haltbar ist.

Wilde Preiselbeeren in Lappland

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Hjortron Saison 2009: Das Gold Lapplands reift heran

An den Bäumen mehren sich die braunen Blätter: Das Jahr rast dahin. Damit ist es auch wieder an den der Zeit für die Beerenernte. Auf meinem gestrigen Ausflug habe ich kritisch nach dem Stand der Hjortronbeeren Ausschau gehalten. Und ja, das sieht gut aus. Es sind sogar bereits einige Beeren dabei, die praktisch erntereif sind.
Die meisten Hjortron sind aber noch rot (erst wenn sie goldgelb sind, sind sie zur Ernte reif). Der Anblick ist trotzdem bereits erhebend.

Hjortron in Lappland
- Typischer derzeitger Wachstumsstand der Hjortronbeeren, Stand 29.7.2009 -

Die Ernte der Hjortron ist beschwerlich, trägt doch jede Pflanze nur eine Beere.
Seine „Hjortronstellen“ - deren genaue Orte als Geheimnisse bewahrt werden :) - muss man in der Erntezeit täglich besuchen, denn in der Endphase reifen die Beerenfrüchte von einem Tag auf den anderen. Und sind sie überreif, sind sie praktisch wertlos.

Was die Ernte auch erschwert ist, dass die kostbaren Pflanzen in sumpfigem Gelände zu Hause sind. Gummistiefel sind also angesagt. Und zur Zeit schwirren in sumpfigem Gelände noch jede Menge Mücken herum. Alles nicht so einfach.

Aber: Wer schon einmal Hjortronsylt verspeist hat weiss, dass sich der Aufwand lohnt!

Und alle Urlauber, die Beeren ernten wollen, sollten sich jetzt schleunigst auf den Weg nach Lappland machen!

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Surströmmingspremiär i Rökå 23:e augusti

I lördags var det surströmmingspremiär i Rökå med underhållning av Åke Swahn och blueskonsert med 3:e generationen Boman. Det var verkligen en fantastisk kväll. Tack!

Surströmmings Dosen
Hmmm, hur det dofta. Jag måsta bekänna: det smakade so gott - jag glömde att fotografera vidare...
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Åke Swahn.
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Entusiastisk publiken.

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Surströmming: Säsongen har börjat! / Surströmming: Die Saison ist eröffnet!

Und hier ist der Beweis dafür, dass die Surströmmingssaison nun tatsächlich begonnen hat. Im Bild übrigens die "gemässigte Version" mit Filetstücken (also nicht mehr mit ganzen Fischen). Riecht aber fast genauso intensiv ;)

Geöffnete Surströmming Dose Lappland
(Upptäckt hos grannen)

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21:e augusti: Surströmmingspremiär / 21. August: Surströmmingspremiere

Der diesjährige Auftakt für die Surströmmingszeit hat begonnen:

Die Zeit für die schwedische Delikatesse des Surströmming beginnt traditionell mit der sog. “Surströmmingspremiär” (“Surströmmingspremiere”). Diese ist nach alter Tradition immer am dritten Donnerstag im August. Und das ist dieses Jahr der 21. August.

Bis zum Jahr 1998 war das sogar gesetzlich geregelt denn der Gesetzgeber in Schweden wollte sicherstellen, dass nur hinreichend vergorene Fische in Umlauf geraten sind. Das alte gesetzliche Datum hat sich in Form der Tradition zur “Surströmmingspremiär” (“Surströmmingspremiere”) gehalten.

Letztes Jahr hatte ich hier schon einmal bebildert (aber ohne Online-Duft ;) berichtet.

Zur “Surströmmingspremiär” (“Surströmmingspremiere”) wird mit den Surströmmings-Festen begonnen.

Wer in der Malå kommun an einem Surströmmings-Fest teilnehmen möchte, dem seien zwei besondere Daten empfohlen, beide am 23. August:

Zum einen um 18 Uhr in Rökå. Die dort von der Byaförening veranstaltete Surströmmingspremiär ist ein Geheimtipp.

Zum anderen um 18 Uhr im Strandgård in Malå mit ganz traditionellem Surströmming.

Bei beiden Veranstaltungen ist wegen begrenzter Teilnehmerzahl eine Anmeldung erforderlich. Kontakt stellen wir gerne her. Einfach eine Mail senden.

Wer es gerne ganz intensiv mag, sei auf ein Angebot unseres Schwesterblogs verwiesen. Soweit ich weiss, gibt es da noch freie Plätze.

Guten Appetit!

Surströmming Dose Lappland


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Hjortronernte (Hjortron Teil 3)

Die Tage sind wir zufällig auf ein sehr ertragreiches Hjortronvorkommen gestossen. Etwas weiter ab vom nächsten Weg aber ein wahrer Traum. Ich bitte um Verständnis, dass ich bei diesen Fotos nicht poste, wo genau sie entstanden sind ;)

Hjortronfeld in Lappland
(Blick ins Hjortronfeld)

Hjortron in Lappland
(Blick auf einen Teil der gesammelten Schätze)

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Tack så mycket för den fantastisk inbjudan!

Lachs in Lappland

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Hjortron (Moltebeere, Cloudberry) Teil 3

Verschiedene Leser haben nachgefragt, wie denn eine noch nicht erntereife Hjortron (Moltebeere, Cloudberry) aussieht. Hier kommt auch schon umgehend die Antwort, z. B. so:

Hjortron (Moltebeere, Cloudberry)
(Upptäckt någonstans ute)

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Hjortronsylt / Hjortronmarmelade - Moltebeermarmelade

Gestern hatte ich hier ausführlich über Hjortron (auf Deutsch auch Moltebeere, auf Englisch Cloudberry genannt) berichtet.
Gerade eben steht bei vorzüglichen Pfannenkuchen eine grosse Schüssel Hjortronsylt (Hjortronmarmelade, Moltebeermarmelade) auf dem Tisch :)

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Das Gold Lapplands: Hjortron (Moltebeere, Cloudberry)

Nun ist wieder Hochsaison für die in Lappland in grossen Mengen vorkommende Hjortron Beere (auf Deutsch auch Moltebeere, auf Englisch Cloudberry genannt). Schweden, Touristen und professionelle Beerenpflücker (dieses Jahr hauptsächlich aus Thailand und China) schwärmen zum Pflücken aus. Gute Stellen, an denen es viele Hjortron gibt, werden als “Betriebsgeheimnisse” streng in den Familien gehütet.

Sozusagen als “Schutzmechanismus” wurde sogar der “Hjortronbjörn” (“Hjortron Bär”) erfunden, ein Bär der sich - der Erzählung nach - hauptsächlich dort die Zeit vertreibt, wo es gute Hjortron-Fündigkeiten gibt ;)

Hjortron ist eine mehrjährige Pflanze und kommt bevorzugt am Rand von Mooren vor. Die grossen Vorkommen in hiesigen Breiten sind wahrscheinlich darauf zurückzuführen, dass die Hjortron Kälte von bis zu minus 40 Grad übersteht.

Die Pflanzen haben eine Höhe von 5 bis 25 Zentimetern (typischerweise 15 - 20 cm).

Das Pflücken ist mühsam und beschwerlich, gibt es doch nur eine Beere pro Pflanze. Die Beeren durchlaufen im Reifeprozess die Farben grün, rot und schliesslich gelborange. Optimaler Erntezeitpunkt ist, wenn sich die äusseren Blütenhüllblätter von der Beere wegrollen. Die dann gelborange Beere ist schon weich und muss vorsichtig gepflückt werden. Wenn man eine bestimmte Fündigkeit “unter Kontrolle” hat, muss man über einen längeren Zeitraum immer wieder dort vorbeischauen, da die Beeren ganz unterschiedlich reifen.

Notfalls (aber bitte nur dann) kann man auch eigentlich noch rote, harte und unreife Früchte sammeln und diese an der Sonne nachreifen lassen.

Wegen der gelborangen Farbe, die erntereife Früchte haben, werden Hjortron auch als “Lapplands Gold” bezeichnet.

Typischerweise wird Hjortron hauptsächlich zu Marmelade (“Hjortronsylt”) oder - besonders edel - als Gelee (d.h. ohne Kerne) verarbeitet. Hjortronsylt wird in Schweden zu sehr vielen Gerichten (Mehlspeisen, Fleischgerichte, etc.) gereicht. Sehr lecker sind auch gefrorene Hjortron mit Zucker (“Björnkulla”). In nordischen Breiten kommt als Zusatznutzen hinzu, dass die Hjortron besonders reich an Vitamin C ist (was sich in den langen sonnenarmen Wintern als besonders nützlich erweist).

Hier in Lappland gibt es die Hjortron in Massen (wenn man weiss wo :), in Mitteleuropa hingegen ist die Hjortron - bis auf einige winzige Bestände - fast gar nicht mehr anzutreffen. Dennoch sind auch hier die Preise am Explodieren: Runde 5 bis 7 Euro pro Kilo sind fällig. Für Marmelade und Gelee entsprechend mehr. Doch wer einmal richtig gutes Hjortronsylt geschmeckt hat, weiss warum der Preis gerechtfertigt ist :)

Pflanzenkundlich gehört die Hjortronbeere übrigens erstaunlicherweise zur Gattung der Rosengewächse und kommt nur als Wildgewächs vor. Alle Versuche, die Pflanze künstlich anzupflanzen sind bislang gescheitert.

Hier noch ein Rezept für Hjortronsylt:

Zutaten: 1 Kg Hjortron und 500 gr. Zucker. Beeren reinigen und ggf. spülen. Beeren und Zucker vermischen. Einige Stunden stehen lassen. Dann langsam erhitzen und ca. 10 Minuten kochen lassen. Topf vom Herd nehmen und einige Minuten stehen lassen. Dann in die vorbereiteten Einmachgläser geben und diese veschliessen.
Hinweis: Die Verwendung von Gelierzucker ist in aller Regel nicht erforderlich, da Hjortron bereits relativ viel Pektin enthalten. Verwendet man überreife Früchte kann die Zugabe von Gelierzucker angezeigt sein.

Hjortron Moltebeere in Lappland
Erntereife Hjortron
Hjortron Moltebeere in Lappland
"Mini-Hjortron"

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Snart är det dags igen / Bald ist es wieder soweit: Sürströmming

Unaufhaltsam rückt der August näher und mit dem August auch der Beginn der Sürströmmings-Saison 2008! Stammleser erinnern sich, dass ich hier schön öfter einmal über diese besondere schwedische Spezialität berichtet habe (z. B. hier).

Da uns in den letzten Wochen und Monaten viele Anfragen von Schwedenfreunden und Schwedenfans zum Thema Sürströmming erreicht haben, haben wir uns für 2008 etwas besonders ausgedacht: Sürströmmings-Wochen für die Geniesser der schwedischen Küche. Unbeschwertes "sürströmmen" in Schwedisch-Lappland.
Achtung: Da die Teilnehmeranzahl äusserst begrenzt, daher schnell anmelden!

Weitere Infos und die genauen Termine gibts hier in unserem Schwesterblog.

Sürströmming Dose Schweden
(Diese Dose wartet bereits auf Sie :)

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Nachtrag: Achtung bei Surströmming-Essen in Deutschland!

Speziell für meinen Mitleser Thomas :)
In der Tat hat das Thema Surströmming sogar schon einmal Gerichte in Deutschland beschäftigt. Konkret ging es dabei um die ausserordentliche und fristlose Kündigung eines Mitverhältnisses. Vor dem unsachgemässen Genuss von Surströmming muss daher unbedingt gewarnt werden (jedenfalls, wenn man zur Miete wohnt).
Konkret:
Gericht: LG Köln
Entscheidungsdatum: 12.01.1984
Aktenzeichen: 1 S 171/83
Norm: § 564b BGB (a.F.)

Zur Kündigung des Mietverhältnisses wegen Vertragsverletzung

Orientierungssatz:

Die Kündigung wegen nicht unerheblicher Vertragsverletzung ist begründet, wenn der Mieter, um einen Wohnungsnachbarn zu ärgern, außerhalb seiner Wohnung auf dem Hausgrundstück und im Wohnhaus ein übelriechendes flüssiges Lebensmittel verspritzt.

Auszug aus den Entscheidungsgründen:

"Zu Recht hat das AG die Beklagten als Gesamtschuldner zur Räumung der Wohnung verurteilt. Die Klägerin hat einen Anspruch auf Herausgabe der Wohnung gegen die Beklagten aus § 556 Abs. 1 BGB, da das Mietverhältnis zwischen den Parteien durch die in der Klageschrift vom 4.8.1982 enthaltene ordentliche Kündigung nach Ablauf der gesetzlichen Kündigungsfrist beendet worden ist. Die Klägerin war zur Kündigung nach § 564b Abs. 1 und Abs. 2 Nr. 1 BGB berechtigt, weil die Beklagten ihre vertraglichen Verpflichtungen dadurch schuldhaft nicht unerheblich verletzt haben, daß sie vorsätzlich die Brühe eines mit Hefe eingelegten Herings "Surströmming" verspritzt haben, und zwar am Heiligen Abend und am 1. Weihnachtsfeiertag des Jahres 1981 im Treppenhaus, auf der Treppe und auf dem Treppengeländer sowie auf der Kokosmatte vor der Wohnungstür des Zeugen sowie erneut am 26.6.1982 auf dem Rand des Balkons des Zeugen und auf den Büschen und Sträuchern des Gartens, nachdem sie zuvor von der Klägerin deswegen abgemahnt worden waren. Daß die Fischpökelbrühe von der Beklagten zu 1) verspritzt bzw. verschüttet worden ist, ist durch die Bekundungen der Zeugen bewiesen.

Die Kammer ist auch auf Grund der erneuten Vernehmung der Zeugen davon überzeugt, daß die Beklagte vorsätzlich die übelriechende Pökelbrühe verspritzt hat, um die Nachbarn zu ärgern. Der Zeuge hat bei seiner Vernehmung vor der Kammer glaubhaft bekundet, daß die Beklagte zu 1) am Heiligen Abend 1981, als sie von ihm auf die übelriechenden Flecken angesprochen wurde, erklärte, sie sei froh, jetzt etwas gefunden zu haben, womit sie die Mitbewohner ärgern könne. Daß der üble Geruch der Fischpökelbrühe das für die Mitbewohner des Hauses zumutbare Maß bei weitem übersteigt, davon hat sich die Kammer selbst überzeugt, als die Beklagten im Termin vom 15.9.1983 eine Büchse "Surströmming" im Sitzungssaal öffneten."

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Sürströmmings-Fest...

Heute war wieder Surströmming angesagt: Eine schwedische Fischdelikatesse

Für das Sürströmming werden kleine Ostsee-Heringe ohne Kopf in Holzfässern eingesalzen und vergoren. Danach werden die Heringe in Konservendosen abgefüllt. Dort findet dann nochmals eine Nachgärung statt.


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Wenn sich diese Kondervendosen dann - etwa ein halbes Jahr später - aufgrund des entstehenden Gasdruckes beginnen auszubeulen – werden sie traditionell ab dem dritten Donnerstag im August verkauft. Beim Öffnen der Dosen - am besten im Freien (!) - ist Vorsicht angesagt.


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Die Zubereitung auf dem Teller ist dann wie folgt: Einige Heringe werden fachmännisch zerlegt - was durchaus eine Kunst ist - und auf mit Butter bestrichenes, hartes oder weiches Tunnbröd gelegt. Als Unterlage dienen zerdrückte weichgekochte Mandelpotatis, gehackte rohe Zwiebeln und saure Sahne (unbeding zu empfehlen für einen milderen Geschmack). Als weitere Beilage werden oft Tomaten verwendet.

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Delikat ist der bei diesem Essen entstehende Duft. Beim ersten Verzehr wird das Gericht häufig als gewöhnungsbedürftig empfunden. Nach einiger Zeit erkennt man aber den ganz besonderen Genuss.

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Die Pilzernte trocknet...

Obwohl der Sommer mit relativ viel Regen gesegnet war, war die Pilzernte nicht schlecht. Nun wird auf vielen ausgespannten Sieben getrocknet. Wie das duftet!

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