Fettisdagen und Semlor - Fastnachtsdienstag und schwedische Fastensemmeln (mit Rezept)
Der Fettisdagen
(Fastnachtsdienstag) ist der letzte Tag vor dem
Beginn der österlichen Busszeit am
Aschermittwoch. Zwar ist in Schweden Fastnacht
(Fasching) unbekannt, der Faschingsdienstag
wird aber trotzdem traditionell gefeiert. Der
Tradition gemäss werden an diesem Tag die
“Semlor” (auch “fettisdagsbulle” genannt,
“Fastensemmeln”) verzehrt. Wer es ganz
traditionall mag, verspeist sie als Nachtisch
zu Bohneneintopf.
Die Semla (Plural: “Semlor”) ist ein
kalorienreiches Hefeteiggebäck mit Mandel- und
Sahnefüllung. Wir haben auch heute wieder keine
Mühen gescheut und einige Exemplare für ein
Fotoshooting produziert. Deswegen gibt es heute
hier beides: Fotos und das Rezept für alle
Schwedenfans.
Rezept für
8 Semlor
Zutaten für den Teig:
25 Gramm Frischhefe
50 Gramm Butter (ungesalzen)
150 ml Milch
40 Gramm Zucker
Eine Priese Salz
300 Gramm Mehl
1 Ei
Puderzucker für die Garnierung
Zutaten für die Füllung:
175 Gramm Mandelmasse
150 Gramm Schlagsahne
Zubereitung:
Butter schmelzen und Milch einrühren. Hefe
aufbröseln und zugeben. Zucker und Salzpriese
zugeben. Mehl zugeben und so lange kneten, bis
ein geschmeidiger Teig entstanden ist. In einer
Schüssel bei Zimmertemperatur abgedeckt gehen
lassen (ca. 30-60 Minuten).
Dann Teig nochmals gründlich durchkneten und
kleine Stücke abteilen. Aus diesen kleine
Kugeln formen (ungefähr halb so gross, wie die
Semlor nachher werden sollen). Diese auf
Backpapier legen und nochmals ca. 30 Minuten
bei Zimmertemperatur gehen lassen.
In der Zwischenzeit Backofen auf ca. 225 Grad
vorheizen.
Ei aufschlagen und die Teigkugeln mit dem
aufgeschlagenen Ei bepinseln. Dann in den Ofen
(mittlere Schiene) und ca. 10 Minuten backen
(exakte Zeit sehr schwer zu bestimmen:
beobachten!). Den Ofen während des
Backvorganges nicht öffnen!
Dann die Backlinge aus dem Ofen nehmen und
abkühlen lassen. Nach dem Abkühlen oberes
Viertel abschneiden (mit einiger Übung im
klassischen Dreicksschnitt) und im unteren Teil
ein Loch aushöhlen (am einfachsten mit einem
Teelöffel). Die entnommene Masse nun mit der
leicht vorgewärmten Mandelmasse mischen
(verkneten). Jeden Backling nun mit 2-3
Esslöffeln der Masse füllen. Dann die Sahne
aufschlagen und oben draufgeben (am schönsten
mit Spritzbeutel und grober Sterntülle). Dann
die abgeschnittenen Deckel wieder auflegen und
leicht mit Puderzucker bestäuben. Und fertig
sind die Semlor. Und jetzt bei einer guten
Tasse Kaffee geniessen und von Schweden träumen
:)
Und so sollten sie dann aussehen (wobei unsere
ersten Versuche zugegebenermassen bei weitem
nicht so ästhetisch waren - auch hier gilt
“Übung macht den Meister”).
Rezept und Backanleitung by Petra Fuelbert.
“Semlor - one for you and one for me”
Lappland-News KW 4/2010
Grosse Ereignisse werfen ihre Schatten voraus: Am 27. März findet in Malå nun zum dritten Mal die Skotercross VM statt. Und es wird dieses Jahr nochmals spannender, denn der internationale Motorsport-Weltverband hat das Reglement geändert.
Bislang wurde in Malå die letzte Teilausscheidung der Weltmeisterschaft gefahren. Dieses Jahr wird in Malå nicht nur die letzte Teilausscheidung, sondern das alleinentscheidende Rennen gefahren. Der Termin wurde eigens so gelegt, dass Fahrer aus allen Ländern der Welt teilnehmen können.
Die Änderungen schlagen sich auch in den erwarteten Zuschauerzahlen nieder: Waren es 2009 insgesamt 6.300 Besucher am Wettkampftag, rechnen die Organisatoren in diesem Jahr mit über 10.000 Besuchern. Zum Vergleich: Die Malå kommun hat etwa 3.500 Einwohner.
Also liebe Motorsportfreunde: Unbedingt den 27. März vormerken!
Übrigens: Für Journalisten, Fotografen oder Filmleute können wir auch in diesem Jahr wieder eine Ferienwohnung anbieten. Und wie immer gilt auch dieses Jahr: Wer zuerst kommt, erhält den Zuschlag. Also schnell mailen oder durchklingeln.
Weblinks:
Die offizielle Homepage der Skotercross VM 2010
Aktueller Bericht in Norran
- Jojk soll in die Liste des UNSECO Weltkulturerbes aufgenommen werden
Der Jojk, ein faszinierend-wohlklingender lautmalerischer Gesang der Sami (native Ursprungsbevölkerung), wurde für die Aufnahme in die Liste des UNESCO Weltkulturerbes vorgeschlagen. Das berichtet der Norran heute aktuell.
Wer sich in die Welt des Jojk einmal hinein hören möchte, wird u.a. hier bei YouTube fündig.
- Sehr viele Wildunfälle derzeit in Västerbotten
Aufgrund des untypisch warmen Winterwetters sind viele Wildtiere derzeit „überaktiv“. Erhöhte Aufmerksamkeit auf Lapplands Strassen ist daher unbedingt angesagt (Quelle).
Und auch heute zum Abschluss wieder ein Bild aus der Herbstserie vom vergangenen Jahr.
- Sunset -
Lappland-News KW 3/2010
- Eine schöne Neuigkeit ist aus dem Tierpark in Lycksele zu vermelden:
Dort gibt es jetzt Webcams mit einem Live-Stream aus dem Bären- und Wolfsgehege. Insbesondere die Webcam aus dem Wolfsgehege ist derzeit zur Tageslichtzeit eine meiner Lieblingswebadressen. Schöner als jeder Bildschirmschoner. Und eine einmalige Gelegenheit, das Sozialverhalten eines Wolfsrudels zu studieren.
Gefunden im Folkblad hier.
-> Hier der Link zur Webcam aus dem Wolfsgehege.
-> Hier der Link zur Webcam aus dem Bärengehege.
- Ist die Zukunft des legendären Sürströmming in Gefahr?
Blogleser haben schon öfter über eine besondere schwedische Delikatesse gelesen: Das Sürströmming. Doch diese Fischspezialität geht einer ungewissen Zukunft entgegen. Warum ist das so?
Von Seiten der EU gibt es ein Verbot für den Verkauf von dioxinhaltigen Fisch. Das Umweltgift Dioxin lagert sich insbesondere in fetthaltigem Fisch ab. Das betrifft leider häufig auch den Ostseehering, der die Basis für die vergorenen Sürströmmingsfische bildet. Noch bis 2012 gibt es für die Ostseeheringe eine Ausnahmeregelung der EU. Wie der Norran berichtet ist es aber sehr fraglich, ob diese Ausnahmeregelung verlängert wird. Sollte das nicht der Fall sein, würde das auch das Ende der Sürströmmingstradition bedeuten.
Unser Tipp: Nutzen Sie die Chance und besuchen Sie Lappland zum Sürströmmingsessen solange das noch möglich ist.
- Künftig noch mehr Direktflüge nach Umeå?
Air Baltics will demnächst weitere Direktflüge von Vasa und Riga (Lettland) nach Umeå anbieten. Die Handelskammer unterstützt das Vorhaben berichtet das Folkblad.
- Lappland: Reizvoll im Winter -
Lappland-News KW 2/2010
Kurz nach Weihnachten sind die Temperaturen abgesackt und wir hatten zwei Wochen richtig gut kühl mit einigen Tagen um die minus 30 Grad. Seit nun „Daisy“ in Deutschland eingefallen ist, ist es hier plötzlich richtig warm. Einigermassen untypisch für die Jahreszeit in diesem Breitengraden. Seit zwei Tagen herrschen nun Temperaturen um die 0 Grad und heute ist das Thermometer kurzzeitig sogar über die 0 geklettert. Das führt zu Problemen, die normalerweise erst im April auftreten:
Extrem hohes Risiko für gefährliche Dachlawinen. Durch die zu hohen Temperaturen wird der Schnee richtig schön zusammen gebacken und eisig. Dachlawinen werden plötzlich zur potentiell tödlichen Gefahr. Auch Norran hat heute für die Problematik sensibilisiert und gewarnt.
Was gibt es sonst noch an Neuigkeiten? Das Strassenbild verändert sich. Der Transportstyrelsen (die zentrale Strassenverkehrsbehörde) hat über eine Änderung informiert. Die „Kontrollmärken“, d.h. die kleinen bunten Klebeschildchen auf de Nummernschildern sind zum 1. Januar abgeschafft worden. Bislang gab es ein neues Klebemärkchen jeweils dann, wenn die allfällige KfZ-Steuer bezahlt war. Das ist nun nicht mehr so, und das letzte Märkchen bleibt nun kleben. Frei nach dem Motto: Alles hat seine Zeit.
Ein Foto von heute passend zur Jahreszeit: Menü
mit Getränk :)
1. Advent: Julmarknad und Skyltsöndag in Arvidsjaur
So haben wir uns entschlossen, zum Skyltsöndag dieses Jahr den Weihnachtsmarkt in Arvidsjaur zu besuchen und eine Reportage zu machen. Das Wetter hat es uns zugegebenermassen nicht leicht gemacht. Nachdem es die letzten 3 Wochen immer um die null Grad hatte, ist das Thermometer gestern richtig gefallen. Und so waren es in Arvidsjaur heute gegen 15 Uhr so um die minus 15 Grad. Die ersten richtig kühlen Wintertage kosten immer etwas Eingewöhnung und Umstellung. Und so ist uns heute die Kamera fast in der Handschlaufe angefroren :) Aber wir scheuen keinen Einsatz und haben für Sie sogar einen kleinen Film gedreht.
Nun müssen wir unseren Lesern in Deutschland aber noch erklären, was sich hinter dem Begriff Skyltsöndag eigentlich verbirgt. Am Skyltsöndag - klassischerweise das letzte Wochenende im November - werden die Schaufenster („Skyltfönster“) auf den Weihnachtsschmuck umgestellt. Es hat sich eingebürgert, dass auch viele Privathäuser an diesem Wochenende den Weihnachtsschmuck in Form von bunten Aussenbeleuchtungen anbringen. Der erste Skyltsöndag wurde übrigens 1953 in Stockholm gefeiert. Und wie bereits bei der Einführung des Skyltsöndag im Jahre 1953 fiel er auch dieses Jahr auf den ersten Advent.
All das wurde nun heute mit dem Weihnachtsmarkt in Arvidsjaur gefeiert, auf dem - trotz der kühlen Temperaturen - reger Andrang herrschte. Aufgefallen ist uns, dass keine klassischen Weihnachtslieder zu vernehmen waren. Einen Weihnachtsmann mit langem Bart gab es allerdings :) Ansonsten waren auffallend viele Besucher mit auffallend grossen Hunden vertreten (was aber völlig geschmeidig und problemlos war).
-> Hier gehts zur Bildergalerie vom Weihnachtsmarkt in Arvidsjaur
-> Klick här så kommer du till bildspelet från julmarknaden i Arvidsjaur
Ausserdem haben wir für Sie einige bewegte Bilder eingefangen:
-> Und hier gehts zum Film (YouTube) / Här kommer du till filmen (YouTube)
Street view in Arvidsjaur
Daily Minox 2009-09-24: Luleå day 2 - At the hotel + Måsen at Norrbottens Teater
- Ein Eindruck vom Hotelflur in Luleå -
A propos: Luleå ist
übrigens immer einen Besuch wert. Eine sehr
interessante Stadt, auch in Sachen Kultur.
Mittwoch durfte ich die Abendvorstellung im
Norrbottens Teater
geniessen. Måsen (Die Möwe) von Anton
Tjechov stand auf dem
Spielplan. Das gesellschaftskritische Stück
wurde vom Ensemble in einer beeindruckenden
Aufführung hochinteressant und mitreissend
dargeboten.
Der Schluss ist nichts für schwache Nerven,
aber die konsequente Auflösung der aufgebauten
Spannung. Mehr wird an dieser Stelle nicht
verraten. Måsen wird noch bis 5.12. gespielt
und ist alleine schon eine Reise nach Luleå
wert!
TransEurope-FootRace - 51. Etappe von Sorsele nach Arvidsjaur
Als ich vor einigen Wochen zum ersten Mal von diesem transeuropäischen Marathon gehört und gelesen habe, musste ich spontan an Alan Sillitoes Buch “Die Einsamkeit des Langstreckenläufers” denken.
Aber zuerst einige
Fakten über das Sportevent:
Beim TransEurope-FootRace laufen die Teilnehmer
von Bari bis zum Nordkap. Der Lauf geht in 64
Etappen von Italien über Österreich,
Deutschland, Schweden, Finnland zum Ziel in
Norwegen.
Die dabei zurück zu legende Gesamtdistanz
beträgt 4.485,6 km. Richtig gelesen. Die
68 gemeldeten Läufer (von denen heute noch 49
im Rennen waren) laufen eine Distanz von
beinahe 4.500 Km. Die Etappenlängen liegen
zwischen 44 und 95 Km. Läufer aus insgesamt 12
Nationen nehmen am Lauf teil.
Während ich mich intensiv frage, warum jemand
diese unvorstellbaren Strapazen auf sich nimmt,
muss ich wieder an Sillitoes “Einsamkeit des
Langstreckenläufers” denken. Die Essenz aus dem
Buch war, dass Colin - so die Hauptfigur im
Buch - sich durch das Laufen einen Zugang zu
seiner eigenen Identität erschlossen hat und
begann, sich wirklich frei zu fühlen. So muss
es wohl sein.
Einer der Teambetreuer mit denen wir heute
gesprochen haben, hat die Frage, warum sich
Menschen das eigentlich zumuten sehr clever und
sympathisch mit der Gegenfrage “und warum
fotografieren Sie?” beantwortet. Aha.
Verstanden. Da geht es eben um eine
Leidenschaft (und die schafft bekanntlich
bisweilen Leiden, sonst würde sie ja nicht so
heissen).
Zurück zum TransEurope-FootRace: Wir haben die
51. Etappe von Sorsele nach Arvidsjaur
unterwegs, an Checkpoints und am Ziel in
Arvidsjaur begleitet. Das Gefühl der Einsamkeit
und eisernen Willens umgibt diesen Megalauf.
Beeindruckend mit welcher Selbstdisziplin sich
die Läufer Kilometer für Kilometer vorwärts
kämpfen, um am Ziel - so sah es zumindest für
uns aus - völlig erschöpft anzukommen. Trotzdem
waren einige Läufer noch zum einem kurzen
Interview bereit. Beeindruckend.
Überhaupt haben wir heute nur freundliche und
positive Menschen getroffen:
Engagierte Betreuer, die bereitwillig und gerne
über Ihre Erfahrungen und Eindrücke gesprochen
haben. Unglaublich positive Streckenposten an
den Checkpoints, die geradzu Energie verspüht
haben. Und vor allem: Passionierte und trotzdem
freundliche und aufgeschlossene Läuferinnen und
Läufer.
Auch die Organisation dieses Laufes ist ein
Meisterwerk. Ein Fahrzeutross mit viel
Equipment muss organisiert werden. Täglich muss
die Route markiert werden. Schliesslich wäre
nichts ärgerlicher, als irgendwo mitten in
Lappland als Läufer “falsch abzubiegen”.
Die eigenwillige Bilderauswahl in der Galerie
soll dem besonderen Flair Rechnung tragen und
eine Hommage und ein grosses “Danke schön” an
die Läuferinnen und Läufer sowie die
Organisatoren und alle Helferinnen und Helfer
sein.
-> Hier gehts zur Bidergalerie
vom TransEurope-FootRace, 51. Etappe,
Sorsele-Arvidsjaur (41 Bilder).
Und noch ein paar ergänzende Links für alle,
die sich mehr mit dem Lauf beschäftigen wollen:
Hier die offizielle Homepage des
Laufes.
Und hier wird der Knipserkollege
Helmut Dietz, der selbst aus dem
Marathonsport kommt, über die letzten
Etappen bis zum Nordkap bloggen und
berichten. Viel Freude und Erfolg Helmut!
Übrigens: Das im
Artikel erwähnte Buch zum Verständis der
Faszination des Laufens, Alan Sillitoes
Einsamkeit des Langstreckenläufers können Sie
über den Link zu Amazon bestellen (damit
unterstützen Sie auch diese Website - denn das
alles hier mache ich in meiner Freizeit.)
Några intryck från Luleå / Einige Eindrücke aus Luleå
En dag i Arjeplogs området
I Arvidsjaurs Flygplats
Im Winter finden sich hier bekanntlich viele Autofirmen und Autoteilehersteller zum Testen ein. Der Winter in Lappland bedeutet Hochkonjunktur für die Autotester. Gestern nacht sind mir auf einer nahezu unbekannten und unwegsamen Nebenstrasse z. B. 14 Testwägen nacheinander begegnet. Darunter auch einige sog. "Erlkönige", d.h. neue Automodelle, die hier schon getestet werden. Leider war es zu dunkel zum Fotografieren :(
In der Ankunftshalle des Flugplatzes in Arvidsjaur steht nun in Lebensgrösse das altbekannte "Michelinmännchen", um die Gäste des Reifenherstellers Michelin zu begrüssen. Bitte nicht falsch verstehen: Ich will hier keine Werbung betreiben, aber das Männchen ist einfach schön anzusehen und weckt so nostalgische Gefühle :)
Arvidsjaur im Advent
Ordentlich aufgereihte Laternen im
Industriegebiet.
Ein Blick in die
weihnachtlich geschmückte Innenstadt.
Hier noch eine Merkwürdigkeit: Das ist kein
Rettungsring, sondern ein aufblasbarer
Winter-Rammschutz für eine Strassenlaterne.
Irgendwie komisch, aber sehr auffällig.