Rezension: “Stockfotografie” von Robert Kneschke

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this shot by petra fuelbert -
Intro
Zu diesem Buch kommt mir ein bedeutungsschwerer
Satz in den Sinn:
Know-How ist wie Liebe: Es wächst und nimmt
zu, wenn es weiter gegeben und geteilt
wird.
Ich lasse die Katze gleich zu Beginn aus dem
Sack: “Stockfotografie” von Robert Kneschke ist
ein Buch, das mich begeistert. Und das aus
einer ganzen Reihe von Gründen.
Und noch etwas möchte ich gleich am Anfang
klarstellen: Ich ziehe ich meinen Hut, dass
Robert in diesem Buch eine so unglaublich
grosse Fülle an wertvollem und verwertbarem
Know-How weitergibt. Alle Achtung und ein
grosses Kompliment. Denn Robert ist einer der
nicht allzu vielen Fotografen in Deutschland,
die von reinem Stock ganz gut leben können. Er
hätte also eigentlich gar keinen Grund, grosse
Teile seines Know-Hows so offen zu teilen.
Die Rezension
Wie immer zuerst zu den
“Äusserlichkeiten”: Das Buch
kommt im Format etwas über DIN A5 daher (17x24
cm) und hat 416 Seiten. Das Druckbild ist sehr
angenehm. Wichtige Hinweise und Anmerkungen
sind praktisch und zugänglich in kleine graue
Kästchen an den Layoutrand gerückt. Mich stört
einzig, dass das Papier etwas zu sehr “glänzt”.
Ich habe die Leselampe direkt über meinem
Schreibtisch, was das Lesen teilweise erschwert
hat. Keine grosses Problem allerdings, denn bei
40 Grad Neigung auf dem Leseständer sind die
Reflektionen wieder verschwunden.
In anderen Rezensionen wurde bereits darauf
hingewiesen, dass der Hauptteil des Buches in
Schwarz/Weiss gehalten ist. Ab Seite 385 findet
sich im Anhang B ein farbiger Bildteil. Ich
finde diese Lösung sehr gut, denn dadurch
werden Druckkosten gespart. Und das schlägt
sich unmittelbar im Preis nieder: Mit 24,95
Euro ist das Buch ein echtes
Schnäppchen.
Vergleichende Anmerkung dazu am Rande:
Vor einigen Monaten hatte ich mir - mehr aus
Neugier - ein anderes Buch zum Thema
Stockfotografie bestellt, das mich masslos
enttäuscht hatte. Dieses bot in knapp über 100
Seiten für 14,95 Euro nur äusserst spärlichen
Inhalt (nichts verwertbares) und war schlicht
ein Totalausfall. Schade um jeden Baum, der für
das Buch gefällt werden musste. Ganz anders
indes “der Kneschke”: Geballtes Know-How zum
sensationsverdächtigen
Preis-/Leistungsverhältnis!
Nun aber zum Inhalt. Autor und
Lektor haben eine sehr gute Arbeit abgeliefert.
Das Buch zeichnet sich durchgängig durch eine
flüssige, gut lesbare und trotzdem der
jeweiligen Problemtiefe angemessene Sprache
aus. Das Lesen selbst längerer Textpassagen ist
angenehm und nicht anstrengend.
Das Buch besteht aus zwei
Hauptteilen. Im ersten Teil (Teil A,
Seite 13-174, Kapitel 1-14) geht es ums
“Fotos machen”. Im zweiten
Teil (Teil B, Seite 175-362, Kapitel 15-30)
gehts es dann ums “Fotos
verkaufen”. Ergänzend kommen 2 Anhänge
hinzu. Im bereits erwähnten Anhang B finden
sich viele Farbfotografien. Im Anhang A finden
sich ein gut gemachtes Glossar, Textmuster und
jede Menge aktuelle Weblinks.
Der Verlagswerbung nach richtet sich das Buch
“sowohl an Neulinge in dem Bereich der
Stockfotografie, die mit ihrem Hobby ein paar
Euro nebenbei verdienen wollen, als auch an
Hobby-Fotografen, die schon seit Jahren Fotos
verkaufen und nun den Sprung in die Profi-Liga
schaffen wollen.” Eine grosse Herausforderung,
diese unterschiedlichen Niveaus “unter einen
Hut zu bringen”. Kann das Werk diesem Anspruch
genügen? Meiner Ansicht nach ja, denn die
sehr gute und detaillierte
Gliederung gibt dem fortgeschrittenen
Leser die Möglichkeit, sich zunächst gezielt
seinen Wunschthemen zu widmen.
Kleiner Exkurs dazu: Angenommen ein
potentieller Buchkäufer versteht sich bereits
gut auf die technisch-fotografischen Aspekte
und ist primär an der Funktionsweise des
Stockfotografie-Marktes und an den Feinheiten
der Verkaufsseite interessiert. Dieser Leser
würde im ersten Teil des Buches auf 4 Kapitel
verzichten können. Würde sich der Rest des
Buches dann trotzdem noch lohnen? Absolut, denn
immerhin blieben noch 26 Kapitel mit wichtigem
Inhalt übrig. Ergo: Wer sich schon auf die
Grundlagen der Fotografie versteht und sich
speziell mit dem Fotoverkauf über Stock
beschäftigen möchte, liegt mit dem Buch auch
völlig richtig. Denn gerade in den
Stock-spezifischen Kapiteln kann Robert sein
Insiderwissen besonders gut
ausspielen und an die Leserin und den Leser
bringen.
Übrigens: Die bereits “fotokundigen” Leser
sollten in jedem Fall der Versuchung
widerstehen, lediglich den zweiten Teil des
Buches zu lesen. Denn auch im ersten Teil
stecken jede Menge spezifische Informationen
zur Stockfotografie. Das fängt schon mit der -
eigentlich ziemlich grundlegenden Frage - nach
den geeigneten Motiven für Stock in den
Kapiteln 5 und 6 an.
Zurück zur Gliederung:
Gliederungen sind im Regelfall ein genereller
Masstab dafür, wieviel sich ein Autor mit der
Materie auseinander gesetzt, und diese
durchdrungen hat. Und an dieser Stelle kann ich
Robert nur ein dickes Lob aussprechen. Es ist
ihm gelungen, das Thema umfassend abzudecken
und übersichtlich und nachvollziehbar zu
gliedern. Die einzelnen Kapitel (und
grösstenteils auch Unterabschnitte) sind aus
sich selbst heraus verständlich (d.h. sie sind
„einzeln“ lesbar).
In diesen Zusammenhang gleich noch ein
weiteres dickes Lob: Manche
Punkte verraten, wie intensiv Robert in der
Materie beheimatet ist. Wichtige Punkte, die
allerdings nicht ohne weiteres offensichtlich
sind. Als ein Beispiel seien die Ausführungen
in Kapitel 20.5 genannt. Dort geht es um die
Sensibilisierung für die Frage, was mit den bei
Bildagenturen online gestellten Bildern beim
Tod des Fotografs geschieht. Robert bietet
natürlich keine erschöpfende erbrechtliche
Aufarbeitung der Frage. Das ist selbstredend,
denn dies ist Sache der Spezialisten und würde
vom Umfang her an den Umfang von Roberts Buch
heranreichen. Aber er sieht das Problem, greift
es auf und gibt einige sehr gute Praxistipps,
an was der Fotograf sinnvollerweise zu
Lebzeiten denken sollte, um die Situation für
seine Erben (bzw. einen Vermächtnisnehmer)
handhabbar zu machen.
Das führt uns zu einem weiteren Einwand, der
grundsätzlich allen Handbüchern und Kompendien
gegenüber gebracht werden kann. Ist der
Tiefgang bei allen behandelten
Themen - und das sind ja nicht wenige -
ausreichend? Die Antwort fällt geteilt aus. Wer
ein fototechnisches Grundlagenbuch sucht, liegt
hier vermutlich falsch, auch wenn Robert viele
grundsätzliche Fragen in diesem Bereich
mitbehandelt. Wer einen umfassenden
Rechtsratgeber zum Fotorecht sucht, liegt auch
falsch. Denn in diesem Buch geht es zunächst um
Stockfotografie-spezifisches
Know-How und die Verzahnung
dessen mit verschiedenen anderen fotografischen
und nichtfotografischen Themen. Und
gerade diese Verzahnungen, z.B. mit dem
Erbrecht, machen das Buch besonders wertvoll
(ohne in den Randbereichen ein spezielles
Fachbuch oder eine Beratung ersetzen zu können
und vermutlich auch zu wollen).
Interessant finde ich übrigens auch, dass
Robert seine Weitsicht und die Einsicht in die
Dynamik der Materie beweist, indem er sich auch
den Themen Stockaudio und Stockvideo annimmt.
Besonders spannend wird es dann natürlich im
zweiten Teil des Buches. Hier legt Robert einen
ersten Schwerpunkt auf die in der Praxis
besonders wichtige und besonders oft vor
Probleme stellende
Verschlagwortung. Anschaulich
und mit vielen Tipps - und wertvollen Links -
erklärt und beschreibt er die verschiedenen
Möglichkeiten.
Besonders informativ und hilfreich sind auch
die Tipps und Hinweise zur Auswahl der
passenden Agentur nebst einer aktuellen
Übersicht von 17 Agenturen, die derzeit
“trendy” sind. Auch das Thema Statistik
und Beurteilung derselben kommt nicht
zu kurz. Schliesslich gilt es ja, die eigenen
Portfolios immer weiter zu optimieren.
Hilfreich schliesslich auch die Hinweise im
Kapitel 26 (Versicherungen und Vereine),
insbsondere der Hinweis zur
Berufsgenossenschaft Druck und Papier. Gerade
weil die Pflichtmitgliedschaft in
Berufsgenossenschaften für diverse
Berufsgruppen ein lang veraltetes
Markthindernis ist (das schön längst
abgeschafft sein sollte), ist es z. B.
besonders wichtig zu wissen, dass deren
Damoklesschwert über praktisch allen
Stockfotografen schwebt.
Das Kapitel zum Thema Steuern - leider oft ein
abschreckendes Thema in vielen Büchern - wird
dem Leser praxisnah vermittelt. Ich hätte
vielleicht noch den Hinweis ergänzt, dass die
Inanspruchnahme externer Hilfe dem
Stockfotografen hier die Möglichkeit bietet,
sich mehr auf sein Kerngeschäft zu
konzentrieren. Erstaunlich und unerwartet
schliesslich ein - allerdings sehr kurzes -
Kapitel zu möglichen Berufserkrankungen.
Wiederum sehr hilfreich - und zugleich auch
sehr sympathisch - ist das Kapitel 29, in dem
Robert nicht nur die Einnahmen
verschiedener international bekannter
Stockfotografen, sondern auch Teile seiner
eigenen Zahlen zusammen getragen hat. Das hilft
dem Leser, ein “Gefühl” für das Marktvolumen
und die zu erzielende Grösse individueller
“Kuchenstücke” zu gewinnen.
Fazit: Robert
Kneschke zeigt in diesem umfangreichen,
aktuellen und unterhaltsamen Buch auf, was ein
gutes, d.h. gut verkäufliches, Stockfoto
ausmacht und wie Sie Stockfotos bestmöglich
verkaufen können. Er behandelt nicht nur die
Kernbereiche der Thematik ausführlich, sondern
widmet sich auch vielen verzahnten Themen, die
im Zusammenhang mit der Stockfotografie stehen.
Von mir gibt es für das Buch eine klare
Bestnote mit Empfehlung!
Hier gibt es
Leseproben auf der Homepage des
Verlages, auf der das Buch auch
direkt bestellt werden kann.
Rezension - Dr. Martina Mettner: "Wie man ein grossartiger Fotograf wird - Wegweiser in eine Fotopraxis mit Zukunft"
von Petra Fuelbert (Knipserfrau und auch sonst kreativ) und Henning Wüst (Knipser)
Prolog von Petra Fuelbert
“Oh, ein Päckchen! Ist das für mich?”
Er kam die Tür hinein. In seinen Arm schmiegte sich ein Päckchen. Die Hunde begrüssten ihn und er hatte seine Mühe bis an den Tisch zu gelangen. Sicherlich dachten auch sie, er hätte ihnen etwas mitgebracht.
“Kannst du öffnen, ist ein Buch drin. Für eine Rezension.”
Das “aha” dachte ich mir. Wieder keine Post für mich. Neben Papiergekruschel erzählte er mir von seinem Tag und hielt etwas Rötliches in der Hand und blätterte ein kleines Buch durch, dessen Seiten im Eiltempo Schatten an die Wand warfen.
Da lag es nun. Auf seinem Arbeitstisch. Unter einem Briefkuvert.
Ein Tag. Zwei, drei Tage. Still lag es da und lugte rötlich in den Raum hervor.
Ich schielte tagsüber oft zu dem wartenden Büchlein hin. Nichts deutete auf den Inhalt hin.
Meist verrät der Umschlag dir, was die innen beschriebenen Blätter beherbergen. Hier? Nichts.
Da lag es nun. Das geheimnisvolle Rötliche.
Mein Inneres überschlug sich beinahe und am vierten Abend platzte ich: “Um was handelt es sich denn?”
”Was?”
”Naja, dein neues Buch. Das da. Um was geht es da im Buch?”
”Um Fotografie.”
Um Fotografie. Klar. Nicht um Reisen, nicht ums Auswandern, keine Kochrezepte, nein. Natürlich, es geht ums Knipsen. Dieses Mal in rötlich. Unverständnis machte sich in mir breit. Ein Buch über Fotografie hat doch immer Bilder auf dem Umschlag oder wenigstens einen Apparat, da der Käufer von Beginn an mit dem Inhalt konfrontiert werden muss. Kaufanreize auslösen, las ich da mal irgendwo. Hatte etwas mit Kaufpsychologie zu tun.
Ich räumte den Tisch ab und meine Zeigefingerspitze berührte den rötlichen Umschlag. Ich stutzte und mein Hirn stolperte: “Fotografie?” Ein güldener Schriftzug bestätigte die Aussage. ”Wie man ein grossartiger Fotograf wird” stand da zu lesen. Tatsache. Es scheint sich um Fotografie zu handeln.
Ausgelöst durch die erste Berührung mit dem Umschlag umfasste meine Hand das Büchlein fast ehrfürchtig und hielt es in die Höhe. Geschmeidiger Umschlag, dezent, fast zärtlich legte
sich das Rötliche in meine Hand.
Normal fasse ich nur selten Bücher an, doch ich ertappte mich dabei, wie ich es still durchgeblättert und mir die Bilder angeschaut habe. Kleine Textabschnitte und gut leserlicher Schrifttype. Die Überschriften klar gestaltet.
“Das ist der Knüller! Absolut perfektes Geschenk für jemanden. Egal ob jung oder alt. Unauffällig, absolut ästhetisch.”
“Findest du?”
“Ja!”
- Behind the scenes - Bei der Lektüre zur
Rezension -
- This shot by Petra Fuelbert
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Epilog von
Henning Wüst
Da liegt es vor mir. Bereits dreifach gelesen.
Es fühlt sich gut an. “Das Buch ist ein
dreidimensionaler Gegenstand” kommt mir in den
Sinn. Ein Zitat, auf das ich vor etlichen
Jahren in einer Ausgabe der Typographischen
Monatsblätter erstmals gestossen bin. Und
diesem Buch merkt man an, dass jemand am Werk
war, der um dieses Zitat wusste. Bereits das
reine Buch spricht alle Sinne an. Es fühlt sich
gut an mit dem textilbelegten, flexiblen
Einband und den kräftigen, hochwertigen Seiten.
Rein optisch im echten Hasselblad-Feeling, denn
das Werk ist beinahe quadratisch. Macht Lust
und Laune.
Ich lasse mir den Titel “Wie man ein
grossartiger Fotograf wird - Wegweiser in eine
Fotopraxis mit Zukunft” nochmals auf der Zunge
zergehen bevor mich dann die Neugier in das
Buch hinein treibt.
Das Vorwort verstärkt den Appetit auf den
Inhalt noch weiter. Es macht aber zugleich auch
deutlich, dass das Buch herausfordernd und
wegweisend sein will. Es geht nicht um das “wie
soll ich dies und jenes fotografieren”, sondern
um den Weg zur “fotografischen
Selbstverwirklichung” im wahrsten Sinne des
Wortes. Und das setzt voraus, auch hier ist die
Autorin sehr deutlich, dass es da ganz
individuell überhaupt etwas zu verwirklichen
gibt.
Vom Vorwort verwöhnt geht es nun zur Sache. Und
da gefällt mir der Einstieg ins das erste
Kapitel auf Anhieb nicht ganz so gut. Plötzlich
tauchen da etliche Fachbegriffe auf, die den
unbedarften Leser vielleicht abschrecken. Ich
bin mir nicht sicher, ob der Anfang des ersten
Kapitels gleichsam einen “Filter” darstellen
soll. Vielleicht soll auch nur die leider
allgegenwärtige Technikorientierung pointiert
werden. Beides wäre indes ein lobenswert guter
Ansatz. Im zweiten Kapitel verdeutlicht die
Autorin dies auch sogleich nochmals: Wer sich
für Technik begeistert und auch gerne in diese
verliebt ist, möge Kameratechniker - also
Handwerker - werden, aber nicht Fotograf - also
Künstler.
Über den Mythos der Kommerzialisierung und den
Einfluss der Neuen Medien gelangt die Autorin
dann zu einer unerwarteten Grenzziehung. Die
Zeit der uns bekannten und vertrauten
Fotografie des 20. Jahrhunderts ist vorüber.
Ein neuer Gesamtansatz ist gefragt. Sie
verdeutlicht das plausibel. Einfach gesagt: Es
ist eigentlich bereits (beinahe) alles
fotografiert. Das schönste Einzelmotiv wird
heutzutage kaum mehr weltbewegende
Begeisterungsstürme hervorrufen. Zudem ist der
klassische Fotojournalismus verbraucht und die
Zeiten der echten Street-Photography sind
bereits aus rein rechtlichen Gründen passé,
usw.
Überhaupt und generell findet die Autorin oft
recht deutliche Worte um Misstände, sie sich
aus ihrer Sicht eingeschlichen haben, beim
Namen zu nennen. Gut möglich, dass die Leser
das Buch gelegentlich getroffen aus der Hand
legen. Aber so ist das nun einmal mit
herausfordernden Werken. Und das ist gut so.
Gibt es doch auch willkommene Gelegenheit und
Zeit zur Eigenreflektion.
Dr. Mettner beleuchtet ihren wegweisenden
Gesamtansatz im Folgenden vertiefend in
verschiedenen Exkursen, die - parallel laufend
- zur fotografischen Projektorientierung hin
weisen. Das Zauberwort der Zukunft wird nach
Ansicht der Autorin “Fotoprojekt” heissen. Weg
vom Einzelbild - so pittoresk das Motiv auch
sein mag - hin zum Zusammenhang, der etwas
aussagt und damit das eigentlich Fotografische
entfaltet. In Neudeutsch geht das in die
Richtung des “Storytelling” mit Bildern. Dazu
ermutigt die Autorin im zweiten Teil des Buches
mit verschiedenen eigenen Beispielsprojekten,
die sie ausführlich vorstellt.
Der Ansatz ist gut, wenn nicht gar bestechend.
Note bene am Rande: Auch die
“Ausstellungstauglichkeit” fotografischer Werke
ist heutzutage praktisch nur noch über den
Projektansatz realisierbar. Der schöne
Nebeneffekt liegt darin, dass sich hier die
natürlich Neugier, die Interessen und Neigungen
des Künstlers, sprich Fotografen, mit seiner
Fotografie verbinden lassen. So können
Gesamtkunstwerke “aus einem Guss” entstehen,
die etwas aussagen und den Betrachter
ansprechen können. Ein solches Projekt kann
einen kleineren zeitlichen und inhaltlichen
Rahmen abdecken oder auch einen mehrmonatigen
oder gar mehrjährigen Zeitraum mit einem
korrespondierend umfassenderen Thema umfassen.
Mir gefallen der Ansatz und der Weg, den Frau
Dr. Mettner aufzeigt. Ich habe mich ab dem
zweiten Kapitel wie der “Fisch im Wasser” in
der Materie gefühlt. Wahrscheinlich liegt das
darin, dass ich selbst meistens in den
Kategorien von projektorientierten Reportagen
denke und arbeite.
Allen fotografisch interessierten Menschen, die
weg von den technischen Aspekten und hin zum
“Spirit” in der Fotografie vordringen wollen,
kann ich das Buch als “must read” nur wärmstens
empfehlen und ans Herz legen.
-> Mehr Infos zum Buch und
Bestellmöglichkeit hier auf der Homepage der
Autorin
TIPP - Neuerscheinung: Alltag in Schweden - Auswandern, Leben und Arbeiten
Das Werk verspricht, ein praktischer Ratgeber für alle Neuankömmlinge zu sein. Und das ausführliche Inhaltsverzeichnis macht wirklich Laune. In 33 Kapiteln findet sich so ziemlich alles, wonach üblicherweise gefragt wird.
Mir scheint das Werk nicht erst für die Neuankömmlinge, sondern generell für alle ernsthaft am Thema Auswanderung Interessierten ein echter Geheimtipp zu sein.
Wer gleich noch mehr wissen will findet auf der Homepage des Conbook Verlages hier mehrere Leseproben als PDFs.
Das Buch wandert jetzt auf meinen Nachttisch und ich freue mich sehr auf die Lektüre. Eine umfassende Rezension folgt nach der detaillierteren Lektüre :)
Rezension: Hiltrud Baier - Schwedenträume - Neubeginn im hohen Norden
Kürzlich habe ich berichtet, dass mit ein
Rezensionsexemplar des neuen Werkes von Hiltrud
Baier auf den Schreibtisch geflattert ist.
„Schwedenträume - Neubeginn im hohen Norden“
heisst das neue Werk, das gerade im Books on
Demand Verlag erschienen ist.
Es ist ein Buch über die Liebe und über das
Auswandern. Wobei ich mich frage, ob es in
Europa nicht vielleicht in Zukunft nur noch
“umziehen” statt “auswandern” heissen müsste.
Aber das ist eine andere Frage.
Hiltrud nimmt uns mit auf Ihre ganz persönliche
Reise und die beginnt mit der Liebe. Noch in
Deutschland lernt Sie Tom, Ihren neuen Partner
kennen, der Ihr nach kurzer Zeit eröffnet, dass
er demnächst nach Schweden auswandern wird.
Zunächst ist Sie wie erschlagen, doch die Liebe
siegt. Zunächst die Liebe zum Tom, dann die
Liebe zu Schweden.
So nimmt uns Hiltrud in Ihrem Buch mit auf Ihre
oft nicht ganz problemlose Reise. Das Buch ist
dabei sehr ansprechend nach Monaten gegliedert
(ein Jahr von April bis März).
Mit gefällt die Beschreibung Ihres
“Loslösungsprozesses” sehr gut. Wer das
persönlich auch schon erlebt hat wird wissen,
was ich damit meine.
Faszinierend ist, wie Hiltrud in Ihre ganz
persönliche Geschichte jede Menge wertvoller
Informationen über Schweden, die hiesige
Mentalität, das Alltagsleben mit den
Alltagssorgen und auch spezielle Themen, wie z.
B. Behördenkontakte, integriert.
Das macht das Werk zur hochaktuellen
Informationsquelle für alle, die sich auch mit
dem Gedanken ans „Umziehen“ nach Schweden
befassen. Ein Beispiel: Hiltrud schildert sehr
schön - und nach eigenen Erfahrungen absolut
zutreffend - wie man sich in Schweden richtig
bewirbt.
Auch die von Ihr geschilderten Probleme mit dem
Erlernen der Sprache sind plastisch und
hilfreich aufbereitet. Sie schildert Ihren
Alltag ganz ehrlich und authentisch.
Mein einziges Minus ist typographischer Natur:
Der Satzspiegel mit sehr sparsamen Trennungen
und einem für mein Auge sehr unruhigen
“Flatterrand” ist unschön. Aber das lässt sich
in der nächsten Auflage bestimmt noch
perfektionieren.
Fazit: Die Autorin nimmt uns mit auf eine
spannende, lehrreiche und unterhaltsame Reise.
Ein gut und angenehm lesbares Werk, das ich
allen über Auswanderung nach Schweden
nachdenkenden Menschen sehr empfehlen möchte.
Ein echter Lesetipp!
Und dem Schluss des Buches nach zu schliessen,
wird es bald auch noch einen Band 2 mit
weiteren Einsichten und Informationen geben.
Mehr zum Werk und zur Autorin
finden Sie auf dieser Website.
Schwedenträume - Neubeginn im hohen Norden
Weitere Infos gibt es auf Hiltruds Homepage www.norrbooks.com. Das Buch ist bereits als Abendlektüre für die nächste Woche gebucht und eine ausführliche Rezension folgt.
Britta Stenberg: Kristus i berget
Britta Stenberg, eine in Malå lebende schwedische Schriftstellerin, hat gerade ihr neuestes Buch vorgestellt.
"Kristus i berget" ("Kristus im Berg") greift die tatsächlichen Geschehnisse des Wallfahrtsortes Kristineberg auf, und entwickelt von ihnen ausgehend eine spannende Geschichte.
Die Autorin hat - ausgehend von den geschichtlichen Fakten - eine fiktive Erzählung aufgebaut. Faszinierend finde ich insbesondere die vielen guten Gedanken und Fragen rund um das Geschehen in Kristineberg, die den Leser zum eigenen Nachdenken und Meditieren einladen.
Bislang gibt es das Werk nur in schwedischer Sprache. Trotzdem ein unbedingter Lesetipp!
Die Verfasserin, Britta Stenberg.
Ein Blick auf das Cover des neuen Werkes.
Literaturtipp 1: "Der Alchimist" von Paulo Coelho
Heute also der Anfang. Ein echter Geheimtipp ist "Der Alchimist" von Paulo Coelho. Obwohl bereits 1988 erstmalig erschienen, ist das Werk im deutschsprachigen Raum (leider!) ziemlich unbekannt. Damit meine Inhaltsangabe nicht parteiisch wird, zitiere ich diese gekürzt und leicht abgewandelt aus der Wikipedia:
"Der junge Andalusier Santiago möchte reisen. Um seinen Traum zu verwirklichen, widersetzt er sich dem Wunsch seines Vaters, Priester zu werden. Er wird Schafhirte. Als Santiago mehrfach von einem Schatz bei den Pyramiden träumt, beschließt er, seine Herde zu verkaufen und sich auf den Weg nach Ägypten zu machen. Auf seiner Reise geht es auf und ab: Er lernt einen König, einen Kristallwarenhändler und einen jungen Engländer kennen, der davon träumt, Blei in Gold zu verwandeln. Er wird seiner ganzen Habe beraubt, es übermannen ihn Triumphgefühle und tiefe Zweifel, bis er, von verschiedenen Zeichen geleitet, in einer Oase seiner großen Liebe und einem weisen Alchimisten begegnet, der ihn das letzte Stück zu seinem Schatz führt. Als er schließlich die Pyramiden erreicht, schliesst sich der Kreis seines Lebens."
Ein Buch, das mir kürzlich ein besonders lieber Freund geschenkt hat (Danke Y!) und das mich geradezu "umgehauen" hat. Und ich verspreche Dir, lieber Leser: Du kommst auch drin vor!
Unbedingt lesen!