Im Fokus: Fotograf Michael Schilling
Michael Schilling (43) ist bundesweit als Portrait- und Hochzeitsfotograf tätig. Und Michael fotografiert nicht nur brilliant, sondern ist dazu noch ein äusserst netter, umgänglicher und sympathischer Mensch. Wenn wir nochmals heiraten würden, wäre Michael unser Hochzeitsfotograf.
Wer mehr über den Düsseldorfer Fotografen erfahren möchte, der kann sich per Facebook, Twitter oder XING informieren und mit ihm Kontakt aufnehmen. Telefonisch ist er unter +49 211 22 96 69 08 zu erreichen.
-> Michael, wie bist Du zur Fotografie gekommen?
Lassen wir mal aus, dass ich als Kind Feuerwehrmann werde wollte. (lacht). Als Jugendlicher wurde mir klar, dass mein berufliches Leben mit Medien zu tun haben soll. Und so schnupperte ich in verschiedene Berufe herein: Schülerpraktikum als Tontechniker, Reporter und Fotojournalist für eine Tageszeitung und Redakteur beim Hörfunk. Heute bin ich sehr froh, dass ich durch Praktika und freie Mitarbeit meinen Traumberuf finden durfte: die Fotografie.
-> Auf was bist Du spezialisiert?
Nun, ich arbeite zweigleisig, als Fotograf und als Fotojournalist. Beide Bereiche sollte man sauber voneinander trennen, denn im Journalismus dokumentiert man, während der Fotograf seiner Kreativität auch in der Nachbearbeitung freien Lauf lassen darf.
Am häufigsten werde ich als Hochzeitsfotograf gebucht. Ferner stehen Portrait- und Imagefotos z.B. für Firmenbroschüren oder zur Online-Verwendung auf dem Programm. Für Sportler und Künstler fertige ich Fotos für Autogrammkarten, CD-Cover und Pressematerial an.
Als Fotojournalist lichte ich Prominente für Zeitschriften und Pressebildagenturen ab. Das können Bilder für ein Homestory sein, aber auch von Filmpremieren, Preisverleihungen, Charity- und Galaveranstaltungen. Zu vielen Promis und deren Managern pflege ich ein freundschaftliches Verhältnis, so dass sie mich oftmals auch für Studioshootings anfragen.

- Nena in concert © 2011 by Fotograf Michael Schilling -
-> Fotografieren für Dich: Job, Handwerk, innerlicher Bezug?
Ein Handwerk ist Fotografie sicherlich nur für die Handwerkskammern. Vielleicht mache ich auch etwas falsch und sollte beim Fotografieren einen Blaumann tragen. (lacht). Mit der Bezeichnung Job kann ich mich auch nicht so recht anfreunden. Für mich ist Fotografie eine Profession, eine Berufung. Das klingt vielleicht etwas hoch gegriffen, aber wenn man nicht aus Leidenschaft zur Kamera greift, dann wird man nur durchschnittlich bleiben.
-> Dein grösstes fotografisches Vorbild, und warum?
Auch wenn ich viele Leser an dieser Stelle enttäuschen werde, aber ich habe keine Vorbilder. Seien wir doch mal ganz ehrlich: Nach welchen Kriterien werden wir gebucht? Man präsentiert seine Mappe und wenn die Bilder dem Kunden gefallen, dann gibt es einen Auftrag. Dem Kunden müssen die Bilder gefallen, nicht unbedingt dem Fotografen oder einem Kunst-Professor.
-> Was war Dein bestes, was Dein schlimmstes Erlebnis beim Fotografieren?
Das schlimmste Erlebnis war für mich, als Mensch mit Höhenangst, in rund 15 Meter Höhe auf einem schmalen Brett stehen zu müssen, um ein Motiv aus der gewünschten Perspektive fotografieren zu können. Das hat sich auch ganz spontan vor Ort erst so ergeben, sonst hätte ich Zeit zur Vorbereitung gehabt und sicherlich eine andere Option gefunden.
Die besten Erlebnisse sind natürlich die Kunden, die ein wow über die Lippen bringen, wenn sie die Bilder sehen. Das sind auch jene, die einen an jeden Bekannten und Kollegen weiterempfehlen. Und das ist das beste Marketing, welches man betreiben kann.
-> Wen oder was würdest Du gerne einmal fotografieren und warum?
Die Toten Hosen. Auf der letzten Tournee stand ich fünf Mal in der ersten Reihe. Doch auch wer nur ein einziges Konzert der Hose gesehen hat, der wird deren Show nie vergessen. Erinnern wir uns nur mal an Rock am Ring: Campino klettert mit Gipsbein auf das Dach über der Bühne, stürzt beinahe ab, zündet oben ein bengalisches Feuer und während all dem, sing der Kerl auch noch weiter. Das ist der pure Wahnsinn! Auf einer Tournee im Graben stehen zu dürfen und die Show in Bilder festhalten zu dürfen, dies wäre mein größter Wunsch. Vielleicht lesen die Hosen das ja oder die Jungs von ihrem Lable JKP. (lacht).
-> Wir lesen gerne Deinen Status auf Facebook. Du hast oft ziemlichen Stress. Wie gehst Du damit um?
Stress kommt bei mir nur auf, wenn ich fotojournalistisch arbeite. Die Veranstaltungen finden meist alle abends statt und gehen inklusive Aftershow-Party nicht selten bis in die frühen Morgenstunden. Im Klartext bedeutet dies: Bereits während des Fotografierens eine
Bildauswahl treffen, diese zwischendurch beschriften und per UMTS auf den Server schicken. Da kann man bei größeren Veranstaltungen schon einmal ins Rotieren kommen, zumal man, auch wenn man gerade auf den Laptop blickt, kein Motiv verpassen sollte. Jeden Tag möchte ich mir diesen Stress nicht antun, aber im Großraum Köln finden ja auch nicht so viele hochwertigen Promi-Veranstaltungen statt.
Das Fotografieren von Hochzeiten oder die Arbeit im Studio sind da für mich der optimale Ausgleich.

- Madlen Kaniuth © 2011 by Fotograf Michael Schilling -
-> Wie siehst Du die Zukunft der Fotografie? Wohin geht die Reise?
Im Zeitschriften-Segment geht der Trend hin zum Bewegtbild, obwohl ich das nur für einen reinen Hype halte. Es ist etwas völlig neues, wenn man eine Zeitschrift aufschlägt und statt eines Fotos tatsächlich einen kurzen Videoclip zu sehen bekommt. Technisch ist das bereits
möglich, wohl aber noch zu kostenintensiv.
Mit jeder neueren Kamera kann man bereits in HD-Qualität Videos aufzeichnen. Es wurde ja sogar bereits mit einer DSLR eine komplette Folge der TV-Serie "Dr. House" gedreht. Nur mit Kamera und Stativ, also ohne spezielles Filmzubehör, sollte man allerdings nicht zu hohe Erwartungen an eigene Aufnahmen stellen.
Allerdings kann sich eine solche Funktion auch nachteilig auf Fotojournalisten auswirken, besonders auf Sportveranstaltungen. Während der Olympischen Spiele sollen nur Kameras ohne Videofunktionen zugelassen gewesen sein, da zum Filmen ja ganz andere Rechte benötigt werden. So etwas könnte natürlich jederzeit auch für die Fußball-Bundesliga gelten.
Digitale Spiegelreflexkameras werden in den nächsten Jahren mit einer völlig neuartigen Sensortechnologie auf den Markt kommen, die gar nicht mehr rauschen. Dadurch werden sich wiederum neue Möglichkeiten ergeben. Doch schauen wir nicht zu weit in die Zukunft, lassen uns nicht vom Megapixel-Wahn blenden und machen einfach das Beste, was mit
derzeitigem Equipment möglich ist.
-> Dein Tipp für alle, die sich fotografisch weiter entwickeln wollen?
Man muss mit offenen Augen durch die Welt gehen, oftmals die Wege verlassen und auch mal bereit sein, sich in den Matsch zu legen, um ein gutes Bild zu machen.
Fotografieren darf nichts mit Bequemlichkeit und Komfort zu tun haben. Im Mittelpunkt muss immer das Bild stehen. Bevor man ein Objekt fotografiert, sollte man mindestens einmal rund herum gegangen sein, um überhaupt beurteilen zu können, aus welcher Position aus einem Bild ein besonderes Bild werden könnte.
Wer unter schwierigen Verhältnissen, wie Blitzen bei Mischlicht, technisch perfekte Bilder schießen kann, der wird auch unter optimalen Bedingungen im Studio keine Probleme haben. RAW bietet die optimale Bildqualität, aber es ist keine Ausrede für schlampige Arbeit. "Das kann ich ja noch in Photoshop machen" - stimmt, aber nur zum Teil und
bei wenigen Bildern, da Zeit eben auch Geld ist.
Michael, danke dass Du Dir die Zeit genommen hast!
(Die Interviewfragen stellten Henning Wüst und Petra Fuelbert)
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