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Warum gibt es noch keine EU-Norm für die Grösse von Eiskugeln?

Zugegebenermassen schon etwas Off-Topic hier. Aber wir haben ja in Lappland im Moment hier – im Gegensatz zu Mitteleuropa – schönstes Sommerwetter. Das führt zu erhöhtem Eiskonsum. Böse Zungen behaupten natürlich, das führe auch zu den sog. „Sommerlochthemen“, was ich hiermit aber energisch bestreite.

Der erhöhte sommerliche Eiskonsum hat mich jedenfalls zu einer sehr grundlegenden Frage geführt. Wir kennen alle die „Portionseiskugeln“, die beim offenen Verkauf von Eis zur Anwendung gelangen. Stand ich also vor der Entscheidung, in einem gut sortierten Haushaltswarengeschäft einen neuen Eiskugelportionierer zu erwerben.

Was mich dabei äusserst verwirrte, waren die unterschiedlichen Grössen. Hallo? Gibt es da keine Normen? Meine Rückfrage bei der freundlichen Verkäuferin löste zunächst sichtbare Irritationen aus. Ich war wohl der erste Kunde, der just diese Frage stellte. Gut und schön. Ich habe mich schliesslich für ein mittelgrosses, relativ preisgünstiges Modell entschieden.

Die Frage aber blieb: Wie sieht es in diesem Bereich mit der Normierung aus?

Betrachten wir die Frage einmal aus einer grösseren Perspektive. Bekanntlich gibt es ja für fasst alles europäische Regelungen. Die Freiheit des Waren- und Dienstleistungsverkehrs steht schliesslich auf dem Spiel.

Stellen Sie sich einmal vor, Max Muster – tätig im europaweiten Im- und Export - würde auf Sizilien eine (gefüllte) Eistüte kaufen, sich sogleich in ein Flugzeug setzen, in Berlin landen, und ebendiese Eistüte dann in Berlin als „Direktimport aus Italien“ verkaufen wollen. Im Beispiel unterstellen wir natürlich, dass die von den Brüsseler Bürokraten geforderte Kühlkette dabei nahtlos eingehalten wird. Sie finden dieses Beispiel recht hypothetisch? Finde ich gar nicht, denn sehr viele der Problemstellungen, die EU-Regelungen zugrunde liegen, bewegen sich auf ungefähr demselben Niveau.

Weiter im Text also. Nehmen wir weiter an, die Eiskugeln in Sizilien wären im Durchschnitt signifikant grösser, als die in Berlin - schon hätten wir ein ernstes und schwerwiegendes Problem. Voilà. Da ist es: das Regelungsbedürfnis. Wir dürfen den armen Max Muster und seine Branchenkollegen doch nicht einfach im Regen stehen lassen. Und denken wir auch an den Verbraucherschutz! Soll der Verbraucher denn nicht darauf vertrauen dürfen, das, was sich Eiskugel nennt, auch eine anständige europäische Eiskugel ist? Ich finde schon.
Wirklichkeitsfremd sagen Sie? Dann lesen Sie mal die Verordnung (EG) Nr. 2257/94 der EG-Kommission, welche die Eigenschaften und Klassifizierungen eingeführter Bananen rechtlich verbindlich beschreibt. Bananen, die dieser Norm entsprechen werden ja auch als Eurobananen bezeichnet. Warum bitte schön dann keine „Euroeiskugeln“? Gleiches Recht für alle Lebensmittel (und den Verbraucher)!

Besonderes Regelungsbedürfnis besteht hinsichtlich der Grösse, des Gewichts und der spezifischen Dichte der Substanz. Ist Ihnen noch nie aufgefallen, welche eklatanten Unterschiede hier bestehen? Futtern Sie sich nur einmal durch einige Eisdielen in Ihrer Umgebung. Ihnen werden die Augen aufgehen. Und nun denken Sie sich die europäische Dimension hinzu. Ich sehe vor meinem geistigen Auge bereits eine Heerschar von speziellen Eiskugelkontrolleuren durch die Lande ziehen. Wie viele Arbeitsplätze dadurch geschaffen werden könnten… (noch ein ganz klares Argument für eine entsprechende Regelung).

Dazu kommt ein weiteres: Bestimmt ist Ihnen auch schon aufgefallen, dass Grösse und Gewicht der einzelnen Kugeln bei ein- und derselben Eisdiele nicht unerheblich davon abhängen, mit welchem „Schwung“ der Verkäufer, bzw. die Verkäuferin ans Werk geht. Können Grösse und Gewicht der kalten Kugeln denn tatsächlich von der Laune der portionierenden Person abhängen? Nicht hinnehmbar finde ich. Hier muss unbedingt eine Ausbildung mit Zertifikat eingeführt werden. „Diplomierter Eiskugelportionierer“ wäre mein Vorschlag. Alternativ wären allenfalls elektronisch gesteuerte Eisportionierungsroboter, für die freilich eine eigene EU-Norm einzuführen wären.

Überhaupt die Grösse. Eiskugeln sind im Lebensmittelrecht der EU irgendwie systemfremd. Oder können Sie sich Inhaltsangaben je 100 Gramm oder je Kilogramm am kleinen Schildchen unterhalb des jeweiligen Eisangebotes vorstellen? Reichlich wirklichkeitsfremd. Geht also gar nicht.

Ein neues System für die Inhaltsangaben bei „individual portionierten tiefgekühlten Kleinsüsswaren“ muss geschaffen werden.

Sie erinnern sich an unser Beispiel mit Sizilien und Berlin? Da stellt sich natürlich noch eine andere Frage. Die der Sorten. Um den freien Waren- und Dienstleistungsverkehr zu gewährleisten (und natürlich für die Verbraucher) muss die sortenmässige Vergleichbarkeit von Eiskugeln hergestellt werden. Will sagen: Europaweit einheitliche Geschmacksrichtungen. So ungefähr 8-10 an der Zahl. Mehr darf nicht sein. Wo kämen wir denn auch hin, wenn sich einzelne Eisdielen (und/oder EisverkäuferInnen) Wettbewerbsvorteile durch eigene Kreativität verschaffen könnten?
Eine Frage mit viel weitreichenderen Folgen stellt sich im Zusammenhang mit der Volksgesundheit. Eis wird bekanntlich typischerweise in der wärmeren Jahreszeit verkauft. Die Keime freuen sich dann geradezu darauf, sich endlich vermehren zu dürfen. Warum dürfen also offen portionierte Eiskugeln überhaupt noch verkauft werden? Ich würde einen „Closed-Ice-Process“ vorschlagen. Der sieht ungefähr so aus: Kunde bestellt Eis. Verkäufer portioniert im Reinraum unter Schutzatmosphäre jede Kugel, die anschliessend in einen kleinen Plastikbeutel abgepackt werden muss. Das gleiche Procedere gilt auch für die Waffeln. Auf alle Verpackungseinheiten müssen folgerichtig Verpackungsdatum und Zeit unveränderbar aufgedruckt werden. Der Kunde erhält seine Bestellung auf einem Tablett und darf nun die einzelnen Bestandteile auspacken und in eigener Verantwortung zusammenfügen. So muss das sein!

Wenn Sie mich jetzt als Ex-Anwalt fragen würden, wie man diese Regelungen denn vielleicht möglicherweise umgehen könnte erhalten Sie folgende Antwort:
Haben Sie schon mal über Eiswürfel statt Eiskugeln nachgedacht?

Ich jedenfalls esse jetzt mein Schokoladeneis weiter. Schönen Tag noch.

Eiskugelportionierer - Warum gibt es noch keine EU-Norm für die Grösse von Eiskugeln?
Der Stein des Anstosses: Ein Eiskugelportionierer


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Holzwirtschaft am Polarkreis, Teil 2: Zu Besuch bei Setra

Kürzlich hatten wir über die grossflächige und langfristige Waldbewirtschaftung in Lappland berichtet.

Sind die unglaublich grossen Holzmassen einmal geerntet, wird ein grosser Teil zur industriellen Weiterverarbeitung in - meist ortsnahe - Sägewerke verfrachtet.

Vergangenen Samstag hatte das in Malå ortsansässige Sägewerk von Setra Tag der offenen Tür. Eine interessante Gelegenheit, einmal einen Blick hinter die Kulissen dort zu werfen. Normalerweise bietet sich Besuchern und vorbeifahrenden Touristen nur der Anblick von aussen, der allerdings auch schon das faszinierend grosse Holzlager preisgibt. Richtig spannend wird es aber erst hinter den Werkstoren (die dem Besucher aus Sicherheitsgründen normalerweise verschlossen sind).

Das Holz aus Norrland ist wegen seiner dichten Struktur und Festigkeit übrigens weltweit sehr nachgefragt. Die am Tag er offenen Tür produzierten Chargen wurden z. B. für Abnehmer in Japan verarbeitet.

Im Werk in Malå sind etwa 80 Angestellt damit beschäftigt ein jährliches Holzvolumen von ca. 163.000 Kubikmetern Holz zu verbeiten. Eine gewaltige Menge. Dahinter stecken eine sehr gute und effektive Organisation, und ein beeindruckender Maschinenpark. Verglichen mit den alten ländlichen Sägewerken, die mit Wasserkraft betrieben wurden, und meist nur über ein einziges, grosses Kreissägeblatt verfügten, mutet der moderne Sägewerkbetrieb teilweise geradezu futuristisch an.

Der Tag der offenen Tür war übrigens ein grosser Erfolg. Viele Besucher verschafften sich einen Einblick in die Abläufe des Werkes. Ein grosses Dankeschön an Setra und alle Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen vor Ort für die freundliche Aufnahme der Besucher und die Unterstützung bei unserer Reportage.

Zur Bildstrecke: Industrielle Holzverarbeitung bei Setra in Malå


Holzwirtschaft am Polarkreis, Teil 2: Zu Besuch bei Setra
Blick hinter die Kulissen: Eines der Kontroll- und Steuerzentren im Sägewerk

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Deine Stimme zählt - Aktion der Fotocommunity: Welchen deutschsprachigen Blog zum Thema Fotografie haltet Ihr für den besten von allen?

Das Team der Fotocommunity hat mich am Wochenende über eine aktuelle Aktion informiert: Die Wahl des besten deutschsprachigen Blogs zum Thema Fotografie.

Ich weiss auch nicht genau warum, aber wir sind auch nominiert :)

Hier gibt es weitere Infos und die Möglichkeit mit abzustimmen.

Spannende Preise werden unter allen Teilnehmern bei der Abstimmung übrigens auch verlost. Und natürlich sind wir nicht böse, wenn jemand für uns abstimmen möchte.

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Arctic summer Workshop – Fotoworkshop am Polarkreis in Lappland

Die arktische Region rund um den Polarkreis in Schwedisch-Lappland hat nicht nur im Winter fotografisch viel zu bieten. Viele fotografische Highlights und Herausforderungen verbergen sich gerade unter der – im Sommer nicht mehr vorhandenen - Schneedecke.

Deswegen werden wir in der Kalenderwoche 33 einen besonderen Fotoworkshop veranstalten.  

Die Programmübersicht:

Montag, 12.08. - Anreise und Begrüssung

Dienstag, 13.08. – Forgotten Places. Tauchen Sie ein in eine vergessene Welt. Fotografische Herausforderungen: Perspektive, Details und Dokumentation. Ausführliche Bildbesprechung.

Mittwoch, 14.08. – Morgen- und Abendlicht am Polarkreis. Fotografische Herausforderung: Wasser, Spiegelungen, Licht und Schatten. Ausführliche Bildbesprechungen.

Donnerstag, 15.08. – Reportage beim Besuch der schwedischen Königsfamilie in Lappland. Fotografische Herausforderung: Portrait und Reportage.  Ausführliche Bildbesprechung und Grillabend.

Freitag, 16.08. – Verlassenheit der Architektur. Fotografische Herausforderung: Storytelling. Ausführliche Bildbesprechung. Alternativ: Abreise für die TeilnehmerInnen mit begrenztem Zeitbudget.

Samstag, 17.08. – Zeit für eigene Exkursionen. Routenvorschläge mit Points of Interest werden zur Verfügung gestellt. Ausführliche Bildbesprechung.

Sonntag, 17.08. – Zeit für eigene Exkursionen. Routenvorschläge mit Points of Interest werden zur Verfügung gestellt. Ausführliche Bildbesprechung. Gemütliches Zusammensein und Abrundung.

Montag, 18.08. – Heimreise

Der Workshop richtet sich an ambitionierte Fotografen. Es geht nicht um technische Grundlagen, sondern um die Weiterentwicklung des eigenen fotografischen Ausdrucks.
Die Teilnehmerzahl ist auf max. 7 Teilnehmer begrenzt. Alle TeilnehmerInnen sollten gut zu Fuss sein.

Bei Interesse ist eine Verlängerung mit individuellen Coachings möglich.

Die TeilnehmerInnen buchen die Anreise und die Übernachtungen selbst. Adresslisten, Weblinks und Empfehlungen werden selbstverständlich zur Verfügung gestellt. Ein eigener Mietwagen ist sehr empfehlenswert. Wir helfen gerne beim Austausch zwischen TeilnehmerInnen um Car-Sharing zu ermöglichen.

Eine ausführliche Beschreibung mit Preisen und Details senden wir Ihnen ab 6. Juni gerne als PDF zu. Mailen Sie uns einfach (im Betreff bitte Fotoworkshop angeben).

Arctic summer Workshop – Fotoworkshop am Polarkreis in Lappland
Arktischer Sommer am Polarkreis


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Kreuzottern - Ungebetene Gäste in Lappland

Über Flora und Fauna haben wir schon häufig berichtet. Lappland - die letzte Wildnis Europas – hat einige ungewöhnliche Pflanzen und Tiere zu bieten. Der Braunbärenbestand ist gross, und über das richtige Verhalten bei Begegnungen mit Bären hatten wir hier schon einmal gebloggt.

Es gibt aber auch noch andere unangenehme Zeitgenossen: Kreuzottern. Ziemlich viele sogar. Der unbedachte Wanderer kann leicht auf eine Schlange treten und sich deren Reaktion einfangen: einen Schlangenbiss. Der ist oft nicht ungefährlich. Für Menschen mit schwachem Kreislauf oder Herzproblemen kann er sogar tödlich sein.

Vorsicht ist also angesagt. Bei Wanderungen also bitte nicht nur nach Elchen und Bären Ausschau halten, sondern auch auf den Boden achten. Aufgeschreckte Kreuzottern können sich bis zu einem Meter hoch aufrichten, um zu beissen.  Besondere Vorsicht ist angesagt beim Beerenpflücken oder anderen bodennahen Tätigkeiten. Wer sich auf Beeren und Pflanzen konzentriert geht das Risiko ein, von einer aufgeschreckten Schlange ins Gesicht oder den Hals gebissen zu werden. In diesem Fall ist die Prognose düster. Also: Augen auf und festes, mindestens knöchelhohes Schuhwerk!  

Sehr häufig sind auch Hunde von Schlangenbissen betroffen. Mehrere Veterinäre haben uns berichtet, dass sie während der Sommersaison mehrere Hunde pro Tag mit Schlangenbissen behandeln. Besonders tückisch sind Schlangenbisse in die Schnauze. Kommen wohl leider sehr häufig vor, weil sich der Hund gebückt und schnüffelnd dem merkwürdigen Tier, der Schlange, nähert und damit eine perfekte Angriffsfläche bietet.

Für Mensch und Hund gilt, dass nach einem Schlangenbiss grösstmögliche Ruhe angesagt ist. Der Kreislauf darf nicht zu sehr in Fahrt gebracht werden, damit sich das Gift nicht im Körper verteilen kann. Den Hund also bitte nach Möglichkeit zum Auto tragen. Für einen Menschen ist in ernsten Fällen der Rettungshubschrauber die erste Wahl. Die schwedenweite Notrufnummer ist übrigens die 112. Ein tragbares GPS oder eine entsprechende App auf dem Smartphone sind Pflicht, um die aktuelle Position beim Notruf durchgeben zu können.
 

 Kreuzottern - Ungebetene Gäste in Lappland
Ungebetener, aber häufiger Gast in Lappland: Kreuzottern


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Trauerfall: Webcam – Dringend Apple Notebook gesucht

Alles hat seine Zeit. Sogar ein Macintosh. Regelmässige Besucher unserer Webcam haben es wahrscheinlich bereits gemerkt. Dort ist nur noch ein statisches Bild mit Text zu sehen.

Das hat einen Grund. Vor einigen Tagen hat sich der Macintosh, der für die Webcam zuständig war, in die Welt des Elektroschrott-Recyclings verabschiedet. All die Jahre hat ein altgedientes Apple G4 PowerBook treu seinen Dienst getan. Der Ruhestand ist also wohlverdient. Indes es mangelt am Ersatz,  denn
- einen Desktop-Rechner können wir aus Platzgründen nicht an der benötigten Stelle einsetzen, und
- unsere Webcamsoftware läuft nur auf Apple Rechnern.
 
Deswegen die Frage in die Leserschaft: Ist irgendwo ein G4 iBook, G4 PowerBook oder Macbook abzugeben, das nicht mehr benötigt wird? Falls ja, bitte mailen! Danke!

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