Teil 2: Richtiges Verhalten in Bärengebieten

Braunbär Bär in Lappland
(Seltener Moment: Braunbär in Lappland)

Hier in Lappland gibt es Bären. Für alle Besucher, Urlauber und Touristen daher hier die wichtigsten Grundregeln zu den Fragen:

- Wie kann ich Begegnungen vorbeugen?
- Wie verhalte ich mich richtig, wenn ich einem Bären begegne?

Vorbeugung

• Im unbekannten Risikogebiet (z.B. in bewaldetem Gelände, beim Pilz- oder Beerensammeln): Geräusche machen. Singen Sie oder unterhalten Sie sich. Ein Bär wird so auf Sie aufreksam und wird sich im Regelfall selbst entfernen.

• Die bei vielen Outdooranbietern erhältlichen “Bärenglocken” sind zwar hübsch und sehr beruhigend für die Psyche des Menschen, aber für Lappland nicht unbedingt geeignet. Manche Rentiere tragen auch Glocken. Das kann dazu führen, dass der Bär angelockt wird, statt ferngehalten.

Unterwegs mit Hund / Hunden

• Hunde nie frei laufen lassen, sondern immer angeleint. Ein freilaufender Hund kehrt bei Gefahr normalerweise zum Mensch zurück und lenkt den Bären damit auf den Menschen. Der angeleinte Hund kann den Menschen durch sein verhalten auf eine Gefahrennähe aufmerksam machen (vorausgesetzt man hat sich mit dem Verhalten und der Sprache seines Hundes hinreichend beschäftigt).

Besondere Vorbeugung für Trekker / Camper / Wohnmobilisten

• Vorsicht im Umgang mit Nahrungsmitteln. Verwahren Sie Nahrungsmittel sicher.

• Lassen Sie niemals Nahrungsmittelreste oder Abfall in der Natur zurück. Ein Bär kann die Düfte verknüpfen und verbindet den Geruch des Menschen mit Nahrung und kann dadurch zur akuten Gefahr werden.

• Niemals (never ever!) Bären anfüttern!

Bärensichtung auf Distanz

• Bleiben Sie zunächst ruhig stehen und sondieren Sie die Lage. Geniessen Sie den Anblick.

• Achten Sie darauf, ob es sich um eine Bärin mit Jungen handelt. Ist das der Fall sofort ruhig den Rückzug antreten.

• Befindet sich der Bär beim Fressen oder an einer Beute sofort ruhig den Rückzug antreten.

• Nähern Sie sich niemals einem Bär (auch nicht um ihn besser beobachten oder fotografieren zu können)!

• Ist der Bär auf grosser Distanz können Sie ihn “im Bogen” umlaufen. Ansonsten umkehren und langsam (!) auf demselben Weg, auf dem Sie gekommen sind, zurückgehen. Bedenken Sie dabei die Windrichtung. Bären riechen extrem gut.

• Denken Sie daran Geräusche zu machen, die Sie als Mensch ausweisen.

Begegnung mit Bären

• Verhalten Sie sich so ruhig wie möglich. Unter keinen Umständen wegrennen. Sobald Sie wegrennen fallen Sie ins Beuteschema!

• Unter keinen Umständen weiter auf den Bär zugehen. Keine schnellen oder ruckartigen Bewegungen.

• Machen Sie auf jeden Fall mit menschliche Geräusche.

• Keine Panik wenn sich der Bär auf die Hinterbeine stellt. So verschafft sich der Bär einen duft- und sichtmässigen Überblick. Das ist also nicht per se aggressives Verhalten. Nutzen Sie diesen Moment, um mit ruhigen aber deutlichen menschlichen Lauten auf sich aufmerksamm zu machen.

• Begegnung auf Nahdistanz (unter ein paar Metern) kann der Bär als Angriff auffassen.

Bärenangriff

• Vorab: Sehr, sehr selten.

• Meist nur eine “Abwehrende Scheinattacke”: Bär brummt und rennt auf den Menschen zu, um kurz vor dem Menschen anzuhalten und abzudrehen. Stehenbleiben. Wenn sich der Bär abwendet ruhig (!) zurück gehen.

• Echter Angriff: Flach auf den Bauch legen. Hände im Nacken verschränken. Regungslos liegen bleiben. Beten. Im Regelfall schnuppert der Bär den Menschen ab um festzustellen, dass der Mensch nicht in sein Beuteschema fällt. Hat sich der Bär wieder entfernt, langsam aufstehen und langsam entfernen. Bleiben Sie mindestens einige Minuten liegen.

• Jede Gegenwehr bei Bärenangriffen ist völlig zwecklos und steigert nur die Aggressivität des Bären.

• Nochmals: Niemals Wegrennen oder versuchen, auf einen Baum zu klettern. Wer wegläuft fällt ins Beuteschema und Bären laufen auf Kurzstrecke 50-60 km/h schnell. Und auf Bäume (bis zu ca. 15 meter) klettern Bären auch atemberaubend schnell.