[Update] Objektivtest beginnt: Das neue Tamron AF 18-250 mm F/3,5-6,3 Di II LD Aspherical [IF] MACRO

Kürzlich habe ich bei einem Bekannten das neue Tamron AF 18-250 mm F/3,5-6,3 Di II LD Aspherical [IF] MACRO gesehen und einem Kurztest unterzogen. Über die "Suppenzooms" werden ja immer wieder sehr kontroverse Ansichten vertreten. Und Dritthersteller stehen ja auch immer unter Generalverdacht.

Ich mag aber keine Vorurteile und da für mich die Flexibilität ganz entscheidend ist, und der Brennweitenumfang derzeit wohl (nach Angaben von Tamron) Weltrekordniveau darstellt, habe ich mal ein Exemplar geordert. Dieses ist vergangene Woche eingetroffen und wird in den nächsten Tagen einem intensiven Test unterzogen.

Erste Eindrücke - Was ich jetzt schon sagen kann:

Erstaunlich solide Verarbeitung. Liegt gut und schwer in der Hand. Autofokus läuft ohne Ultraschallmotor, ist also relativ laut. Man gewöhnt sich aber recht schnell daran. Die AF-Geschwindigkeit, die in manchen Forenberichten sehr negativ dargestellt wurde, ist zwar nicht berauschend. Aber im Ergebnis befriedigend. Wie es mit schnellen dynamischeren Motiven aussieht wird sich übers Wochenende zeigen. Die Schärfe jenseits von etwa 150mm fällt ab, aber was will man da erwarten. CAs sind deutlich zu sehen, wobei ich bis jetzt auch nur wirklich kritische Lichtsituationen geschossen habe. Die befürchteten schlimmen Ghosts sind wohl nicht zu verzeichnen. Erster Gesamteindruck: Unglaublich variabler und komfortabler Brennweitenbereich. Wenn man nicht gerade leinwandfüllende Abzüge braucht ist die Qualität ok. Für Reportagen scheint das Teil sehr gut zu sein. Weiteres nach dem Wochenende.

Die technischen Daten findet man hier bei Tamron.

Update vom 6.4.2008:

So, hier folgen die Eindrücke und Ergebnisse aus dem ersten "Härtetest" im Feld :)

Am 5.4. war hier in Malå (Schwedisch Lappland) die Skotercross (Schneescooter) Weltmeisterschaft. Ich war hauptsächlich mit der D40 und dem Tamron unterwegs.

Vorab mein Ergebnis: Für den Reportageeinsatz einfach ein tolles Teil. Der Brennweitenumfang ist einfach gigantisch. Habe ein paarmal die Kollegen mit den "Ofenrohren" beobachtet. Denen sind viele Motive entgangen, weil die passende Brennweite eben nicht zur Hand war :)

Im Detail: Das Handling ist sehr ordentlich. Das Teil ist eher zu schwer- als zu leichtgängig. Auch bei voller Brennweite ist die Schärfe noch sehr ordentlich.

Manko sind einerseits die extreme Vignettierung bei Offenblende (also immer schön abblenden) und andererseits - wie befürchtet - der Autofokus.

Das mit der Vignettierung ist unangenehm kein Drama: Zweimal an Rädchen drehen und alles ist wieder ok :)

Der Autofokus macht mehr Kummer. Er ist nicht berauschend schnell. Die Geschwindigkeit hat allerdings für die relativ zügig fahrenden Scooter gereicht. Aber zwei- oder dreimal in 3 Stunden hat er gar nicht fokussieren wollen. Brennweite rauf und wieder runter und alles hat wieder gefunzt. Vielleicht ist das auch nur ein schlichter Defekt (ist schliesslich eines der ersten Objektive mit eingebautem Motor für die D40(x), D60). Ich weiss es nicht. Das war jedenfalls komisch. Ich werde das im Auge behalten.

Wer sich ein eigenes Bild machen will, darf gerne die Galerie zur Skotercross VM (193 Fotos) besuchen und einzelne Bilder in hoher Auflösung bei mir anfordern.

Update vom 11.4.2008:

Noch ein Update zum Tamron 18-250 nach einer Woche im Dauertest (ca. 2500 Aufnahmen).

Die Flexibilität ich nach wie vor echt begeisternd. Mittlerweile greife ich am liebsten zur Kamera, die mit diesem Objektiv bestückt ist. Einige Reportageaufnahmen gingen an verschiedene Medien und alle waren von der Bildqualität sehr angetan.

Die Vignettierung (Rädchen zweimal nach links) ist völlig im Griff und der Autofokus hat seit dem Einsatz bei der Skotercross-WM auch keine Probleme mehr bereitet. An das etwas lautere Fokussiergeräusch habe ich mich gewöhnt. Keine Probleme insoweit. Und die haptische Wertigkeit in Anbetracht des günstigen Preises begeistert mich nach wie vor.