Advent, Advent - Finde die Fehler

An den Adventssonntagen jeweils eine (weitere) Kerze zu entzünden, ist eine alte Tradition. Und überhaupt ist die Adventszeit von Kerzen und Licht geprägt.

Aber auch hier ändern sich die Zeiten. Zwar geht es immer noch ums Licht, aber bei dieser Kerze bin ich dann doch sehr ins Stutzen geraten. Irgend etwas stimmte da nicht.

Aufgabe an die geschätzte Leserschaft: Finde den Fehler.

Eine Kontradiktion: Brennende Kerze ohne Flamme
Eine Kontradiktion: Brennende Kerze ohne Flamme


Na ja, ob es ein Fehler ist, hängt vom jeweiligen Standpunkt des Betrachters ab (den der bestimmt bekanntlich den Assoziationsraum). Wer sich um den Fortbestand der Welt (Stichwort: Klima) Sorgen macht, der muss natürlich auch CO2-produzierende Kerzen von der Bildfläche verbannen. Deswegen brauchen wir jetzt nicht nur E-Autos, sondern natürlich auch E-Kerzen. Die haben kleine Akkus eingebaut, die ausschliesslich mit „grünem Strom“ (aus der Steckdose und nicht aus dem AKW oder gar Kohlekraftwerk) gespeist werden.

Ja, natürlich ist auch die Brandgefahr geringer. Stimmt schon. Aber setzt man das Teelicht in eine gescheite Lampe, ist die Feuergefahr so gut wie gebannt.

Aber egal, jetzt ist zum Wohle und Schutze des Klimas das Zeitalter der E-Lampe angebrochen. Hier in Schweden sind dieses Jahr fast überall nur noch diese E-Kerzen zu sehen. Man möge mich bitte aufklären, ob dieser Trend auch in good old Germany besteht. Ich halte ihn jedenfalls im Allgemeinen für ziemlich bescheuert. Die tiefe Symbolik ist dahin. Versteht aber wahrscheinlich ohnehin so gut wie niemand mehr. Egal.

Ich habe mich natürlich erkundigt und was mich da noch mehr verwundert hat: Das „klimaneutrale Adventskerzenset“ wird im Sechserpack verkauft. Sechs Kerzen zum Advent? O tempora o mores...

Das „CO2-neutrale“ Adventskerzenset im Sechserpack
Das „CO2-neutrale“ Adventskerzenset im Sechserpack


Das führt uns zu einer Denksportaufgabe: Was machen wir nun eigentlich bei einem Stromausfall? Erraten, die richtige Antwort heisst „Das Notstromaggregat anwerfen“. Gut, aber Notstromaggregate laufen mit Benzin oder Diesel. Ein klares No-Go. Aber auch dafür gibt es eine klimafreundliche Alternative: Wir stellen einfach auf E-Notstromaggregate um. Und wenn deren Batterie leer ist, speisen wir sie aus der Steckdose. Ist doch alles so einfach, oder?

Aufgabe an die geschätzte Leserschaft: Finde den Fehler.

Mit diesen tiefgründigen Gedanken wünschen wir einen besinnlichen vierten Advent und einen geruhsamen Konsumendspurt auf Weihnachten hin.