Lasst Köpfe rollen! - Jetzt sind alte, weisse Fotografen im Visier...

Wie Ringe auf dem Wasser verteilen sich die Schockwellen der aktuellen Entwicklungen, erdbebenartig in alle Bereiche des Daseins. Und nun sind diese Wellen auch in der Fotografie angekommen.

In bester Propagandamanier werden unüberlegt und ohne zu Recherchieren die Parolen nachtrompetet, die irgendwelche selbsternannten „Propheten der Gleichheit“ in die Welt hinaus posaunen. Dabei werden „en passant“ (quasi als zwingende Nebenfolge) Karrieren und Existenzen vernichtet, und auf den einzelne von ihnen auserkorene Betroffene wird in menschenverachtender Art und Weise keine Rücksicht genommen, wenn es um die Durchsetzung des erwünschten gesellschaftlichen Umbaus geht.

Konkret geht es heute um zwei Fälle aus der Welt der Fotografie, die sich in den vergangenen Wochen ereignet haben. Diesen beiden Fällen sollen sich diese genaueren Durchleuchtungen und Untersuchungen unter Ausschöpfung der zugänglichen Quellenlage widmen.


1. Die Causa Gian Butturini und Martin Parr


Um diesen Fall zu verstehen, muss ich etwas weiter ausholen.

Gian Butturini war ein italienischer Fotograf (geb. 1935, gest. 2006). Er begann seine Karriere als Grafikdesigner und seine Arbeiten wurden vielfach international ausgezeichnet.

In den späten 60er Jahren verschlug es ihn nach London, wo er, vornehmlich mit langen Brennweiten, was seinen Bildern einen „voyeuristischen Look“ verleiht, ein fotografisches Kaleidoskop des Lebens in der Grossstadt dokumentierte. Bei dieser Arbeit hat er bewusst nicht nur dokumentiert, sondern die vordergründige Welt des Sichtbaren durch seine Fotografien mit einem guten Schuss Sarkasmus und Schmerz zerlegt und für den Betrachter analysiert.

Nach seinen eigenen Worten hat Butturini das Stadtleben „wahr und nackt“ dokumentiert und die Darsteller „nie darum gebeten, für seine Kamera zu posieren“.

Heute würde man sein Werk schlicht als „gesellschaftskritisch“ bezeichnen, ihn folgerichtig dafür feiern und mit Lob überhäufen.

Wenn…

ja, wenn da nicht der gesellschaftliche Umbau zu Gunsten ausgewählter Gruppen im Gange wäre.

Aus Butturini´s Fotografien entstand das 1969 im Eigenverlag heraus gegebene 108-seitige Buch „LONDON“. Ein einst bei Kunstkennern und Fotografieliebhabern heiss begehrtes Werk, das nur zu absoluten Mondpreisen auf dem antiquarischen Markt zu finden war.

Kurz: Seine Bilder sind eindrückliche Zeitzeugnisse, die in tiefgründiger Art und Weise das Leben - vornehmlich der Arbeiterklasse - in der schwelenden und modernden Grosstadt London in den 60er Jahren zeigen.

Spätere fotografische Abenteuer führten Butturini u.a. nach Cuba, Brasilien, Peru, Chile, Nordirland, die DDR, usw. Er hatte im Laufe seiner Karriere noch weitere Bücher publiziert.

Zurück zu seinem Werk „London“.

Im Jahre 2017 wurde eine Faksimileausgabe des Werkes herausgegeben mit einem einleitenden Text des britischen Fotografen Martin Parr.

Und hier entzündete sich der „Volkssturm“.

In dem Werk finden sich nämlich auf zwei gegenüberliegenden Seiten (Doppelseite) zwei Bilder, die vermeintlich rassistisch sein sollen.

Hier ein Bild der besagten und inkriminierten Doppelseite:

London by Gian Butturini, copyright 1969, facsimile 2017
- London by Gian Butturini, copyright 1969, facsimile 2017 -



Auf der linken Seite ist eine sitzende schwarze Frau in einem Plexiglasverschlag zu sehen und auf der rechten Seite ein Gorilla in einem Stahlkäfig.

Eine Erklärung dazu findet sich in der Einleitung zum Buch, die der Fotograf Gian Butturini damals zu dem Arrangement noch selbst verfasst hatte.


Zitat:

“Of course, I have not photographed the Queen’s Guardsmen, stiff and starchy as plaster statues. I did photograph a black woman, locked in a transparent cage; she was selling tickets for the underground: just a listless prisoner, an immobile island outside of time in the midst of the waves of humanity flowing by and mixing and then spilling aside around her prison of ice and solitude.

I did not photograph the keepers of the Tower or the City bankers with umbrella and bowler hat. I did photograph the Regent’s Park gorilla, which with imperial dignity receives the witticisms and peel thrown at it by its nephews in ties.”


Um was geht es da also? Um eine Fahrkartenverkäuferin in der U-Bahn, die einsam in einer Plexiglaskabine sitzt und Fahrscheine verkauft. Sie sitzt dort - „eingesperrt“ im Rahmen ihrer Arbeit - quasi als eine „Gefangene des Systems“, denn sie darf ihre Kabine erst nach getaner Arbeit verlassen. Isoliert betrachtet eine fotojournalistische Systemkritik auf höchstem Niveau.

Auf der gegenüberliegenden Seite, der Fahrkartenverkäuferin also gegenüber gestellt, das Bild eines Gorillas in einem Käfig.

Der Käfig wirkt übermächtig und symbolisiert das unnatürliche Gefängnis, in dem sich das normalerweise frei in der Natur lebende Tier befindet. Zu bedenken gilt hier auch, dass ein Gorilla nicht in London heimisch ist, sondern am andere Ende dieser Welt mit seinen Familienmitgliedern im Verband lebt.

Er ist also ebenfalls eingesperrt und wird den betrachteten Massen zur Belustigung zur Schau gestellt. Allerdings ist er permanent eingesperrt und er muss in „seiner Freizeit“ als Objekt des Spottes und der Belustigung für die Menschen herhalten. Aus dem Text im Vorwort des Buches ergibt sich, dass ihm die Zoobesucher im Vorbeigehen abfällige Witze und Bananenschalen zuwerfen.

Butturini vereint also zwei „Gefangene des Systems“ auf einer Doppelseite.

Kann eine gesellschaftskritische Aussage schöner und eleganter dargestellt werden, als gerade so?
Und nochmals: Die Fahrkartenverkäuferin hat - im Gegensatz zum Gorilla - die Möglichkeit, ihr Gefängnis wenigstens bei Arbeitsende zu verlassen.

Und diese Doppelseite wurde jetzt dem vorhin erwähnten Martin Parr zum Verhängnis, denn Butturini, der Fotograf, war schliesslich zum Zeitpunkt der Veröffentlichung der Neuauflage 2017 bereits verstorben und konnte damit nicht mehr als tauglicher Gegner der gierigen Masse für den angeblichen Rassismus herhalten (und Tote können sich naturgemäss nicht mehr verteidigen).

Martin Parr (geb. 1952) ist (bislang) eine lebende britische Fotolegende, der durch einen sehr provozierenden fotografischen Stil das Leben in der britischen Gesellschaft pointiert und dokumentiert.

Sein Stil ist am besten wie folgt zu beschreiben:

Er fotografiert gekonnt das Hässliche im alltäglichen Leben.

Sein Ziel ist es dabei, den Betrachter gleichzeitig „zum Lachen und zum Weinen“ zu bringen. Neben der Fotografie hatte er auch verschiedene Lehraufträge und war von 2013 bis 2017 Präsident der renommierten Fotoagentur Magnum. Seine Vita zieren immerhin 80 Ausstellungen und mehr als 50 Bücher.

2017 begleitete er die besagte Neuauflage des Werkes von Gian Butturini als Kurator und schrieb das entsprechende Vorwort, das heute von besagter Gruppierung kritisiert wird.

Vorgeworfen wird dem guten Mann von besagter politisch überaus korrekter und gleichmachender Seite aus, die oben im Text geschilderte Doppelseite des Buches mit der Gegenüberstellung der schwarzen Frau im Plexiglaskäfig und dem Gorilla hinter Gittern nicht „thematisiert“ zu haben.

Wie kam es dazu?

Ein Jahr nach der Veröffentlichung des Werkes wurde gegen Martin Parr von der 20jährigen Studentin Mercedes Baptiste Halliday, einer in London lebenden Studentin eine Kampagne ins Leben gerufen, weil das Buch „entsetzlich rassistisch“ sei. Martin Parr sei durch sein Vorwort zum Werk zur „Charleston Statue der Fotografie“ geworden, denn er repräsentiere eine Generation von weissen Männern mittleren Alters“, die nun nieder gerissen werden müssten.

Diese Aussagen sind nur schwer an Dummheit und mangelndem Verständnis der zeitgeschichtlichen Fotografie zu überbieten (wobei ich mir da - ehrlich gesagt - nicht ganz sicher bin; warten wir einmal ab, was da in Zukunft noch so auf uns zukommt).

Denn vermutlich ist es einfach schlicht zu viel verlangt, von einer offensichtlich ideologisch verblendeten 20-Jährigen zu verlangen, den tieferen Sinn in Gian Butturinis Werk zu verstehen. Zerstören und Niederreissen passt zu solch schlichtem Gemüt leider viel besser (am Rande: immerhin nett von ihr übrigens, den 68-jährigen Martin Parr als im „Mittelalter“ stehend zu bezeichnen).

Nun sind das Lebenswerk und der gute Name von Martin Parr demoliert und seine weitere Demontage hat begonnen.

Denn um dem öffentlichen Druck, dem Parr ausgeliefert ist, zu begegnen und das Schlimmste abzuwenden, hat sich Martin Parr für seinen (vermeintlichen) Fauxpas sogar formell entschuldigt.

Meiner Meinung nach hat er damit einen Bumerang geworfen, der ihn selbst schmerzlich treffen wird. In seiner offiziellen Entschuldigung spricht er davon, die fragliche Doppelseite „sei seiner Aufmerksamkeit“ entgangen.

Was für ein Licht wirft das auf die Arbeit von Martin Parr als Kurator?

Die Antwort ist klar: durch seine eigenen Zeilen, erklärt er seine eigene Arbeit als wertlos. Denn von einem Kurator wird erwartet, dass er ein Werk eingehend sichtet, bevor er es ordnet. Den Inhalt der fraglichen Doppelseite bezeichnet er nun selbst als „beleidigend und erniedrigend“.

Was sagt uns das?

Es bedeutet, dass er selbst das gesellschaftskritische Werk von Gian Butturini, für dessen Wiederauflage er kuratierend tätig war und das Vorwort verfasst hatte, nicht verstanden hat.

Ich habe es schwer mich zu entscheiden, welche der beiden Feststellungen die Schlimmere ist.

Die Neuauflage des Buches wurde übrigens aus dem Handel zurück gezogen und soll vernichtet worden sein.

Wir erinnern uns:

in einer äusserst unguten Zeit der Geschichte wurden Werke „entarteter Kunst“ schon einmal Opfer von Verbrennungen und somit unwiderruflicher Vernichtung.

Weitere Quellen zum Thema:

https://www.monopol-magazin.de/martin-parr-tritt-nach-vorwuerfen-als-festival-direktor-zurueck
https://singularimages.net/2020/07/24/editorial-martin-parr-and-gian-butturinis-london/
https://www.yatesweb.com/looking-is-necessary/
https://www.achtung.photography/gian-butturini-london-by-gian-butturini-1969/
https://www.cafelehmitz-photobooks.com/butturini-gian-london.html


Nicht genug?
Nein?
Da gibt es nämlich noch etwas!

Bitte schön:


2. Die Causa David Alan Harvey


Wenden wir uns dem nächsten „alten, weissen Fotografen“ zu, der kürzlich ins Visier der selbst ernannten politisch Korrekten geraten ist. Oberflächlich betrachtet sieht die Geschichte anders gelagert aus, aber auch in diesem Fall geht es um die Demontage eines nicht unbekannten (ups… darf man ja nicht mehr so ausdrücken, es muss heissen: „alten, weissen“) Fotografen.

Konkret geht es um David Alan Harvey (weiss, männlich, 73 Jahre alt und eine Legende).

Auch David Alan Harvey ist Mitglied bei der Fotoagentur Magnum. Magnum ist (mittlerweile wahrscheinlich: war), wie bereits erwähnt, bislang die erste Adresse für die fotografische Crème de la Crème.

Und Magnum hat jetzt etwas getan, was es noch nie in deren Geschichte gegeben hat:

Magnum hat den Fotografen David Alan Harvey wegen der angeblichen (!!!) „Belästigung einer Kollegin“ suspendiert.

Der Originalwortlaut des Statements von Magnum lautet:

„A specific allegation has been made in confidence over the past few days relating to the personal conduct of David Alan Harvey. Such behaviour would represent a breach of the code of conduct. A formal investigation is being carried out and David Alan Harvey’s membership has been suspended whilst this process takes place.“

In einschlägigen Medien wird wie folgt über die Sache berichtet:

"...“a confidential complaint” that claims Harvey harassed a female colleague.“ .. "Details about the complaint have not been made public…“

Das hört sich ganz nach der bekannten „#metoo“ Masche an!

Einfach mit Anschuldigungen um sich werfen, denn etwas Dreck bleibt immer hängen. Treffer, versenkt, Existenz erfolgreich vernichtet.

Wir erinnern uns:

In den bekannten Aufmacherfällen von #metoo, mit denen die Bewegung ins Rollen gekommen war, ist von den Vorwürfen in den allermeisten Fällen fast nichts übrig geblieben (bis auf eine Spur der Verwüstung im Leben der Verdächtigten).

Kurz: Man muss nur irgendeinen Müll erzählen, dann machen eine Unmenge von Frauen blindwütig mit.

Auch dieses Denunzieren und die Zerstörung von Menschenleben hatten wir in der Geschichte schon einmal. Gut, damals gab es noch kein Internet und man beschränkte sich auf die Vernichtung der Existenz des eigenen Vaters, des Sohnes, der Tochter, der eigenen Mutter, Tante, des Onkels, des Nachbarn oder der Arbeitskollegen, usw.

Eigentlich sollten wir aus - gerade der deutschen - Geschichte gelernt haben, wohin das führt. Die Methode ist damals wie heute leider dieselbe und an den beiden aktuellen Beispielen von Butturini und möglicherweise auch Harvey sofort erkennbar.

Sofern man ein klein wenig Ahnung von der Geschichte hätte und noch selbstständig denken könnte, ...

Aber naja...

Wie werden auf alle Fälle die Causa David Alan Harvey unter Beobachtung halten und darauf zurück kommen, sobald mehr Fakten dazu bekannt werden (dürfen).

Quellen:

https://www.theguardian.com/artanddesign/2020/aug/20/magnum-suspends-photographer-david-alan-harvey-over-harassment-claim
https://petapixel.com/2020/08/20/magnum-suspends-david-alan-harvey-over-harassment-allegations/

Anarchie oder Rassismus im Campingleben?

Lesern dieses Blogs dürfte der bezaubernde Campingplatz am Skellefteälven, der sich unweit unseres kleinen und beschaulichen Dorfes in dem wir hier leben, bekannt sein. Ein Kleinod und ein Geheimtipp unter Campingurlaubern und Wohnmobilisten aus aller Welt, wenn es sie hier in die Gegend verschlägt.

Der bislang bezaubernde Campingplatz am Skellefteälven


Aber auch das Campingdasein wird von den aktuellen weltpolitischen Ereignissen in Form der anarchistisch-terroristischen Welle, die gerade über uns alle hinweg rollt, nicht verschont.

Die LA-Times hat uns gerade in einem Artikel vom 10. August darüber belehrt und informiert, dass mehr Diversität beim Camping erforderlich sein muss. Der Artikel berichtet von dem psychischen Innenleben und den „Erkenntnissen“ einer gewissen Mo Jackson, der in früher Morgenstunde beim Campen einige grundlegende Einsichten über den Lauf der Welt im allgemeinen und des Campings im Besonderen zugefallen sind.

Sie „glaubt" nämlich erkannt zu haben, dass die Geschichte des Campings und der Nationalparks sehr kompliziert sei im Hinblick auf Rassengleichheit und gleichen Zugang für alle Menschen und dass die Nationalparks eine Geschichte der Segregation mit sich führen würde.

Zitat: „But camping and national parks have a complicated past when it comes to racial equality and equal access for all. National parks have a history of segregation...“

Sie beruft sich auf eine Studie, der zur Folge nur 1,2% der Besucher von Nationalparks „Schwarze“ und nur 5,7% „Latinos“ seien; der Rest von 94,6% seien „Weisse“.

Zitat: A 2018 study by the Society of American Foresters found that between 2010 and 2014, 94.6% of visitors to national forests identified as white. People who identified as Latino made up 5.7%, and those who identified as Black made up 1.2%.

Zusammenfassend sagt sie, dass sich die Nationalparks durch die langen Jahre der Segregation zu einem Platz der "weissen Vorherrschaft" entwickelt hätten.

Zitat: The years of segregation, racism and displacement continue to define national parks and other public lands as predominantly white spaces.

Ihr Statement gipfelt schliesslich in der Aussage: […] „ich denke, dass es da im Moment eine grosse Schuld der Weissen gibt“[…].

Zitat: “I think there is a lot of white guilt right now,...“

Wer meint, dass sie es dabei bewenden lassen würde, den muss ich jetzt leider enttäuschen, denn sie legt nochmals kräftig nach.

Sie schwenkt nämlich zu den „heilenden Kräften der Natur“, um fest zu stellen, dass „Schwarze“ und „Ureinwohner“ schliesslich den grössten Bedarf hätten die „heilenden Natur“ zu geniessen und dass ihnen das leider nicht möglich sei. Das sei zutiefst ungerecht.

Zitat: “Being in nature is healing,” she said. “People who need that healing most are Black and Indigenous people, and the idea that it’s inaccessible … it’s just not right.”

Um ihren Gedanken für das in Zukunft angestrebte marxistisch-antikapitalistische politisch weltweite System Nachdruck zu verleihen versäumt sie es nicht darauf hin zu weisen, dass ein wichtiger Grund der Segregation und des Rassismus beim Camping auf den hohen Kosten der erforderlichen Campingausrüstung beruhe.

Zitat: “Tents are hundreds of dollars, sleeping bags are super expensive, and if you’re really going camping, you can’t scrimp on gear. You could end up freezing at night,”

Ihr eigenes Schlusswort ist ebenso theatralisch wie dümmlich, weswegen der geneigte Leser den englischen Originaltext selbst lesen möge:

Zitat “Black and Indigenous people have historically had connections to nature and the land that have been stripped from us,” ... “My bigger picture is full solidarity; it’s going to take all of us coming together to topple these racist systems so we can find our sacred places again, and find peace again, together.”

Camping ist also Teil eines rassistischen Systems und „weisse" Menschen sollten PoC (People of Color) am besten schnell den Platz räumen.

Sonst, ja sonst...

Und da wären wir nun wieder am Anfang der Geschichte angelangt. Zurück zum - bislang idyllischen - Campingplatz in unserem beschaulichen Dorf.

Hier sind nämlich am vergangenen Wochenende vermutlich entsprechende Zerstörungstrupps am Werk gewesen, um es den „weissen Privilegierten (lies: den durchschnittlichen Campern) mal so richtig zu zeigen“. In einer regelrechten Zerstörungsorgie wurden einige der sehr robust gebauten Sitzbänke brutal zerlegt und anschliessend wurde noch versucht, die Einzelteile zu verheizen.

Bild der Verwüstung auf dem Campingplatz


Nicht nur, dass es keinen Mangel an hochwertigem Feuerholz geben würde, denn dieses liegt in den Grillhütten für jeden Besucher bereit, nein auch der Versuch kesseldruckimprägniertes Holz an einem Lagerfeuer verbrennen zu wollen, zeugt nicht unbedingt von technischen Vorkenntnissen oder gesteigerter Intelligenz im Allgemeinen.

Ausreichende Holzvorräte auf dem Campingplatz


Was soll man sagen?

Viel fällt mir dazu nicht ein, bis auf den frommen Wunsch vielleicht, dass es hoffentlich doch nur einige angetrunkene Halbstarke waren und dass die gewaltsame und terroristische Durchsetzung der sog. „Gleichheit für alle“ in unseren Regionen noch nicht angekommen ist. Strafanzeige gegen Unbekannt wurde übrigens erstattet.

Doch das wird auf lange Sicht nichts nützen, denn wer schon das Fach „Mathematik“ in der Schule abschaffen will, weil es rassistisch ist und Camping anprangert wegen fehlender Diversität und im gleichen Atemzug „weisse Menschen“ als minderwertige Rasse degradiert, wird zukünftig noch weitere Absurditäten in der Gesellschaft durch setzen können. Und nein, das alles beschränkt sich leider nicht nur auf die Vereinigten Staaten von Amerika, denn diverse europäische Länder sind sehr eifrig beim Nachahmen mit dabei und das Internet gibt noch viel mehr von solchen Informationen her.

Für das und noch vieles mehr steht die viel gepriesene Organisation Black Lives Matter mit Mo Jackson.

Gehabt Euch wohl!

Der Stich ins Wespennest

...empfiehlt sich nicht. Und auch sonst ist die gehörige Distanz keine schlechte Idee.

Die Tage haben wir ein eher unübliches Fundstück im Wald gesichtet. In einem Nadelhain fiel der Blick auf etwas „Kugeliges“. Die Natur in Lappland ist eben immer wieder für eine Überraschung gut.

Was da - in gebührendem Sicherheitsabstand - vor uns am Baum hing, war ein stattliches Wespennest (Durchmesser ca. 20-25 cm). Aus der Ferne und bei flüchtigem Betrachten gleich einem überdimensionalen Zapfen und überaus geschickt in die Umgebung eingepasst und getarnt.

Da wir es nicht riskieren wollten, auf angriffslustige Wespen bei der Verteidigung ihres Reviers zu stossen, haben wir es bei einem schnellen Bild belassen und das wuselnde Schauspiel aus etwas grösserer Distanz beobachtet. Die mit undurchschaubarer Systematik und scheinbar unaufgeregt Ein- und Ausfliegenden Wespen boten ein faszinierendes Naturschauspiel. Unser Abstand (ca. 3 Meter) war gross genug, um bei den emsigen Flugtieren keine Unruhe auszulösen.

Ein Wespennest mitten im Wald und fernab von der Zivilisation ist uns in allen unseren Jahren hier bisher noch nicht untergekommen. Wir haben die Stelle im GPS gespeichert, um sie gelegentlich mit der dafür passenden Kameraausrüstung noch einmal zu besuchen.

Wildes Wespennest in Lappland
Wildes Wespennest in Lappland