Schweden ./. Deutschland

Nein, in diesem Blogbeitrag geht es nicht um eine sportliche Aktivität wie Fussball oder Eishockey, sondern unsere heutige Sportarena ist die Küche und unsere Mitspieler sind Masseinheiten. 

Wussten Sie, dass die schwedische Hausfrau einen so genannten Masseinheiten-Fächer in der Küche benutzt?

Dieser Fächer besteht aus insgesamt fünf Masseinheiten und zwar:

1. 1x Kryddmått mit 1 ml Einheit,
2. 1x Tesked mit 5 ml Einheit,
3. 1x Einen grossen Löffel mit 1 dl,
4. 1x Matsked mit 15 ml,
5. 1x einen Kaffeemasseinheiten-Löffel.

Backpulver: Schweden ./. Deutschland

Der grosse Unterschied:

In einem deutschen Backpulverpäckchen finden wir insgesamt 15 Gramm Inhalt, in einem schwedischen Backpulverbecher sind satte 250 Gramm weisses Pulver enthalten.

Wenn wir nun nach einem schwedischen Rezept einen Kuchen backen möchten, jedoch ein deutsches Backpulver in den Händen halten, dann fangen die Schwierigkeiten an. Oder auch nicht.

Im deutschen Rezept würde nun die Masseinheit von 1 Teelöffel Backpulver nachzulesen sein. In der schwedischen Rezeptangabe: 1 Tesked vom Backpulver.

Doch entspricht ein deutscher Teelöffel einer echten schwedischen Tesked-Masseinheit?

Ich kann alle Hausfrauen, ob Schwedin oder Deutsche, beruhigen! 

Die deutsche Teelöffel-Masseinheit ist exakt ein schwedischer Tesked. Uff!
Ein Lob auf die Europäisierung!

Wenn die Kuchen mit dem schwedischen Backpulver aber nicht so flockig werden, wie von Oma oder Muttern gewohnt, liegt es nicht an der schwedischen Masseinheit, sondern an der Qualität des hiesigen Backpulvers.

Hier mein Rat: 

Einen halben Teelöffel mehr schwedisches Backpulver verwenden. 

Noch etwas: Nein, das schwedische Backpulver ist bei Einnahme in haushaltsüblichen Mengen - genau wie das deutsche Backpulver - nicht tödlich giftig! 

- Ein Gastbeitrag von Frau Lapplandblog -

Schwedische Messbecher
- Bild: Frau Lapplandblog -

neue serie: #newvision2 #neuessehen2

Fotografie: Neues Sehen braucht das Land. Neue Perspektiven und neue Motive.

Heute Teil 2 der Serie: #newvision2 #neuessehen2

Frei nach Laszlo Moholy-Nagy, einem der Wegbereiter des Bauhauses:

"The photographer is a manipulator of light; photography is a manipulation of light."

-> Zur Serie: #newvision2

neue serie: #newvision2 #neuessehen2

Es war einmal, ...

...oder es ist! Anders.

Am Anfang des Jahres erreichte uns ein aussergewöhnlicher Hilferuf. Wir sind schon einiges gewöhnt, was unsere lieben Mitmenschen von uns wollen, jedoch dieses Mal war es anders.

Völlig anders. Überraschend anders. 

Im Herbst, kurz vor der Winterzeit, sammeln sich die Rentiere, damit sie in ihren Winterquartieren gefüttert werden können, denn nur so sind sie überlebensfähig.

Wenn der Frühling den Winter vertreibt ist es auch die Zeit, in der die Tore der Rentiergehege geöffnet werden, damit die Tiere hinaus in die Wälder streben können. 

Nun sind zu diesem Zeitpunkt im Frühling die Rentierdamen schwanger und es kann passieren, dass die Jungen noch im Winterquartier das Licht dieser Welt erblicken. Die Neugeborenen, bleiben noch ein bis drei Tage liegen, bevor sie auf ihren eigenen Beinchen stehen können. 

Beim Öffnen der Tore rennt nun die Herde hinaus und es kann geschehen, dass die Kleinen entweder nicht schnell genug hinter Mama her rennen können, dafür aber der Herde und finden so doch noch die Mutter; oder wie dieses Jahr geschehen, ein Rentierkind noch gar nicht auf seinen Beinen stehen kann. Weil es erst vor wenigen Stunden geboren wurde. Doch die Mama ist mit der Herde hinaus ins freie Land gerannt. 

Dieses Jahr fand ein Rentierzüchter in seinem grossen Wintergehege ein nach seiner Mama schreiendes, durch das Ereignis völlig erschrockenes Neugeborenes. 

Was tun?

Er klemmte die Kleine unter seine Jacke und nahm sie mit nach Hause. Was sonst?

In der Not frisst der Teufel zwar Fliegen, wie ein deutsches Sprichwort sagt, aber ein Rentierkind verweigert die industriell hergestellte Milch aus dem Supermarkt, weil diese leider keinen Gehalt mehr hat. Es wird wohl wissen warum : )

Jedes Jahr frieren wir einen Teil unserer Ziegenmilch ein, um unsere Ziegenmütter beim Säugen ihrer meist Zwillingsgeburten mit entlasten oder das eine oder andere Lamm mit der Flasche aufziehen zu können, wenn die Mutter es nicht angenommen hat.

So kam also der besagte Hilferuf zu uns: Habt Ihr Milch für ein Rentier?

Ich schaute Herrn Lapplandblog mit gerunzelter Stirn ungläubig an, als er mir die Nachricht, die er zugeschickt bekommen hatte, vorgelesen hatte.

Wie bitte? Erwiderte ich und fühlte mich ein kitzeklein wenig von ihm auf den Arm genommen. 

Er wiederholte den Satz.

Habt Ihr Milch für ein Rentier?

Mir ist schon bewusst, dass ein wildes Tier schneller wächst, als ein domestiziertes und daher wesentlich mehr Nahrung aufnehmen muss um überleben zu können. Doch meinen ganzen Milchvorrat aus der Truhe... mh... was ist, wenn wir eines der noch ungeborenen Lämmer damit aufziehen müssten... 

Egal! Hier geht es um ein Tierleben!

Der Züchter kann kommen, war meine Antwort und Herr Lapplandblog grinste über alle Backen mit den Worten:

Wusste ich doch!

Ja und nun erlebt "unsere" Lisa ihren ersten richtigen Winter. Nein. Bestimmt anders.
Wahrscheinlich mittlerweile als Haustier mehr auf dem Sofa!
Rentierleben anders halt. 

- Ein Gastbeitrag von Frau Lapplandblog -

Rentierkälbchen Lisa - Es war einmal, ...
Unsere Lisa: Gut gelaunt im September
- Bild: Tommy Cederstrand -