Der schwedische Ministerpräsident Stefan Löfven zu Besuch in Arvidsjaur

Während sich in Hamburg am vergangenen Wochenende turbulente Szenen rund um den G20-Gipfel abgespielt haben, war das politische Leben in Schweden deutlich beschaulicher.

Disclaimer: In diesem Artikel geht es nicht nicht um Politik, sondern um die Dokumentation aktuellen Zeitgeschehens.

Im Rahmen einer Sommertournee durch das Inland hat der schwedische Regierungschef („Statsminister“) Stefan Löfven am 7. Juli Arvidsjaur besucht. Die gesamte Tournee stand unter der Überschrift „soziale Sicherheit“ und der Besuch in Arvidsjaur unter dem Motto „gleiche Altenpflege für alle“ und „Kompetenzsicherung in Kleinstädten“. Auf dem Programm standen Besuche in lokalen Altenheimen und eine Rede in der Stadtmitte. Das hat ganz gut gepasst, denn an dem besagten Wochenende fand in Arvidsjaur gleichzeitig ein Stadtfest statt. Das bot wohl einen guten Anlass auf ein grösseres Publikum zu hoffen.

Das wollten wir uns natürlich nicht entgehen lassen, denn der Regierungschef ist in unseren nördlichen Breiten eher selten zu sehen. Auch die schwedische Aussenministerin („Utrikesminister“) Margot Wallström war als „Überraschungsgast“ mit dabei denn sie stammt aus Kåge, das ganz in der Nähe liegt und wo sie gerade einen Sommerurlaub verbrachte.

Wir haben das Event fotografisch begleitet und teilen hier eine Auswahl an Bildern.

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Der schwedische Ministerpräsident Stefan Löfven zu Besuch in Arvidsjaur
Stefan Löfven auf dem Weg zur Rede

1. März bis 15. Mai - Lappland in Bildern

Die fotografische Rückschau "Lappland in Bildern" umfasst heute den Zeitraum vom 1. März bis 15. Mai.

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Osterrituale in Lappland 2016

Kleine Zeitreise in die Vergangenheit: Ich erinnere mich gerne so um die 40 Jahre zurück. Oma hatte sich vor Ostern richtig viel Arbeit gemacht, und in der Woche vor Ostern schöne, flauschiges Moos von einer ganz bestimmten Wiese in der Nähe der alten Burg geholt. Damit hatte sie dann die Osternester für uns Kinder ausgelegt. Und beim obligatorischen Osterbesuch durften wir die Nester am Ostersonntag im Garten und rund um das Haus suchen. Selbstverständlich nach dem - ebenfalls obligatorischen - Kirchgang. Das ist lange her und die Zeiten haben sich geändert.

Zurück ins Heute. Schon 2011 hatten wir eine Serie über Ostern in Schweden gepostet (Teil 1, Teil 2, Teil 3).

Als ich am Gründonnerstag gegen Mittag  durch Arvidsjaur fuhr, hat mich die heutige österliche Realität erschreckend deutlich eingeholt.

Wie sieht es heute, 2016, mit Osterritualen in Lappland aus?

Eine Karawane aus hoch bepackten Autos mit grossen Anhängern wälzt sich aus allen Richtungen ins schwedische Fjäll. In den Autos sind Mann und Maus, will sagen, alle Familienmitglieder nebst Hund(en) dicht gedrängt zwischen grossen Reisetaschen und allerlei Wintersportausrüstung. Ich habe mir das Treiben eine längere Weile angesehen. Die Kinder tief versunken in ihre Mobiltelefone und Tablets, die Eltern (oder sagen wir - im Hinblick auf die vorherrschenden Familienstrukturen in Schweden - die mitreisenden erwachsenen Menschen) in tiefes Schweigen gehüllt. Der Reisestress steckt allen offensichtlich in den Knochen, denn schliesslich ist Hektik angesagt, um möglichst schnell ins begehrte schwedische Fjäll zu kommen.

Auf den Anhängern die vergötterten Statussymbole der norrländischen Einwohner: Schneemobile. Je neuer und PS-stärker, desto besser. Die Nordschweden sind völlig vernarrt in die nicht gerade umweltfreundlichen Monster. Ein Bekannter berichtete mir vergangene Woche ganz stolz er sei mit seinem besten Freund das Wochenende über 500 Km durch das Gebirge gegondelt und alle Knochen täten im weh (mein Mitgefühl hielt sich durchaus in Grenzen).

„Die moderne Osterliturgie: Schneemobile“
„Die moderne Osterliturgie: Schneemobile“

Ostern? Ostern in Nordschweden!

Eigentlich nur folgerichtig. So sieht das Resultat einer seit Jahrzehnten konsequent betriebenen Entkirchlichung einer Gesellschaft aus. Der Lackmustest beweist das. Die Kirchengemeinde der Svenskakyrkan (die ehemalige Staatskirche Schwedens) in Malå, die wegen akuten Mitgliederschwundes mit anderen Pfarreien zusammengelegt wurde, verzeichnet im Schnitt nicht mehr als eine Handvoll Gottesdienstbesucher. Tendenz abnehmend und Altersdurchschnitt zunehmend. Irgendetwas muss ja aber die innere Leere der Menschen füllen. Kein Wunder, dass die Rate an psychischen Erkrankungen hier in Nordschweden in die Höhe schiesst.

Die Lösung des Systems: der Konsum wird es schon richten.

Deswegen werden massenhaft Dinge angeschafft, die kein Mensch wirklich braucht, und die Schneemobile müssen immer vom Feinsten sein und immer mehr Pferdestärken haben. Das hilft aber nicht. Die Menschen fühlen sich in ihrem Inneren doch wie ein leerer Kringel, den sie zu füllen versuchen. Der - in der Regel kreditfinanzierte - Kauf- und Konsumrausch löst das Problem aber nicht (die gerne und schnell verschriebenen Pillen auch nicht).

Manche greifen auch auf altbekannte Bordmittel zurück. In vielen Kofferräumen, neben dem Stapeln Koffern und Taschen, habe ich das hier entdeckt.

Seelentröster vom Systembolaget, die doch nicht helfen...
Seelentröster vom Systembolaget, die doch nicht helfen...


Kein Wunder, dass der Alkoholverkauf in Schweden über die Kette des Systembolaget unter staatlicher Kontrolle reglementiert wird. Helfen tut das freilich auch nicht.

Ostern 2016 - Quo vadis, Schweden?

Der Februar 2016 in Lappland in Bildern

Die fotografische Rückschau auf den Monat Februar 2016 in Bildern.

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Der Januar 2016 in Lappland in Bildern

Zum Monatswechsel eine Rückschau auf den Monat Januar 2016 in Bildern. Dieses Jahr verfolge ich ein Projekt unter dem Namen „One Phone - One App - One Year“, über das ich hier schon ausführlich geschrieben habe.

Und wer auf Instagram ist, kann dem Projekt tagesaktuell folgen.

Für alle Nicht-Instagrammer poste ich um jeden Monatswechsel herum eine Auswahl der Bilder, die mir aus dem vergangenen Monat am besten gefallen.

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Jahreszeitenwechsel - Schlag auf Schlag

Lappland ist für seine „scharfkantigen“ Übergänge zwischen den einzelnen Jahreszeiten bekannt. Noch vor zwei Wochen zeigte sich der - dieses Jahr ungewöhnlich lange und milde - Herbst von seiner besten Seite mit prächtigen Farben und herrlichem Wetter.

Die Auswahl des richtigen Parkplatzes war in Anbetracht der rieselnden Blätterpracht durchaus von Bedeutung. Ein symbolischer Vorgeschmack auf die bald wieder allfällige „Flockendecke“.

Herbstlaub auf Motorhaube Arvidsjaur


Setzt man den Winter der Einfachheit halber mit einer Schneedecke gleich, die Bestand hat - d.h. „liegen bleibt“ - so beginnt der Winter in unserer Region statistisch am 20. Oktober. Das ist zumindest der Schnitt aus den zurückliegenden Jahren.

Wetter und Klima verhalten sich aber nach wie vor seht atypisch in diesem Jahr. Bis zum heutigen Tage - 1. November - hat das Wetter uns zwar schon einige Male einige Flocken des feinen Norrland-Schnees beschert, die aber ebenso schnell wie sie gefallen waren, wieder verschwunden sind. Und auch der Wetterbericht sagt zumindest noch eine behagliche Woche mit Tageshöchsttemperaturen von 6 bis 8 Grad voraus.

In den Skigebieten laufen zwar seit einigen Tagen bereits die Schneekanonen, sie tun sich offensichtlich aber noch recht schwer. Auf dem Skihang in Arvidsjaur ist bislang lediglich ein verschwindend kleiner weiss schimmernder Fleck zu sehen.

Im Tourismus beginnen einige Unternehmer bereits leichte Anzeichen von Nervosität zu zeigen, und auch aus Autotesterkreisen werden die missmutigen Stimmen langsam hörbar. Denn bereits die vergangenen drei Winter waren alles andere als zufriedenstellend für diesen Wirtschaftszweig. Wir haben sogar Gerüchte gehört, dass die Suche nach neuen Standorten bereits im Gange sei.

Aber es gibt noch keinen Grund zur Beunruhigung. Winter und Schnee werden kommen. Und schenkt man den Langzeitprognosen Glauben, dann steht uns sogar ein sehr intensiver Winter bevor. Wir geniessen die noch behaglichen spätherbstlichen Tage, sehen sie aber mehr als eine Erholungspause im Sinne der „Ruhe vor dem Sturm“.

Kleiner Hinweis und dringende Bitte: Die Strassenverhältnisse sind zur Zeit bereits sehr tückisch. Überfrierende Nässe auf dem blanken Teer ist extrem gefährlich - weil während der Fahrt praktisch nicht erkennbar - und wird von vielen Besuchern der Region völlig unterschätzt. Daher die dringende Bitte, am Polarkreis gerade jetzt den Fuss vom Gas zu nehmen und besondere Vorsicht walten zu lassen. Denn bereits ein plötzlich aus dem Wald auf die Strasse springendes Rentier kann zur Katastrophe führen.

scharfkantige_jahreszeiten_1015


Ein Sinnbild der abrupten Übergänge: Im Schatten ist das Gras grau und von Frost bedeckt; auf der Sonnenseite schimmert es (noch) gülden.