Lappland Auto-Wintertipp: Aufpassen mit dem Seitenstreifen [UPDATE 2017-11-19]

Das Wetter hat sich dieses Jahr mal wieder perfekt an die Statistik gehalten: Pünktlich zum 20. Oktober ist der erste Schnee gefallen. Im Gegensatz zu den vergangenen Jahren ist erste Schnee dieses Jahr aber liegen geblieben.

Der Rasenmäher-Schneehöhenindikator dürfte aufmerksamen Leserinnen und Lesern <br />aus den vergangenen Jahren bekannt sein / Hier aktuelle Stand vom 4. November 2017
Der Rasenmäher-Schneehöhenindikator dürfte aufmerksamen Leserinnen und Lesern
aus den vergangenen Jahren bekannt sein / Hier aktuelle Stand vom 4. November 2017 -


Deswegen heute ein weiterer Beitrag mit Tipps zum Autofahren im Winter.

Die im Vergleich zu Mitteleuropa ohnehin grösseren Entfernungen zwischen den Dörfern und Städten in Lappland werden im Winter scheinbar nur noch grösser. Die Fahrt zur nächsten grösseren Siedlung für den Wocheneinkauf oder die tägliche Fahrt von und zur Arbeit ergeben da oft mehrere hundert Kilometer und viele Stunden Einsamkeit in der Woche. Dabei entsteht eine Art von „Winter Monotonie“ auf der Strasse.

Es ist den grösseren Teil des Tages dunkel und die im Scheinwerferlicht wie wild funkelnden Eiskristalle des feinen Schneefalls kommen Dir beständig durch die Frontscheibe entgegen. Jede Sekunde ist volle Konzentration gefragt, denn plötzlich und ohne Vorwarnung können einige Rentiere oder ein Elch auf der Strasse stehen oder gar ein entgegen kommendes Fahrzeug, dessen Führer kurz eingenickt ist oder nur mal eben den Facebook-Status gecheckt hat.

Du fährst also mit dem Auto durch die Einöde des Winters. Eine Tristesse in schwarz-weiss.

Autofahrten im Winter in Lappland: Häufig eine Tristesse in schwarz-weiss
- Autofahrten im Winter in Lappland: Häufig eine Tristesse in schwarz-weiss -


Der routinierte Autofahrer entwickelt seine Strategien. Eine sehr beliebte ist dabei die Orientierung an den allgegenwärtigen „Snöstängseln“ (Schneestangen, Schneeleitstäbe, Markierungsstangen - dazu bereits hier und hier).

Diese werden ab August flächendeckend am Wegesrand aufgestellt um den Fahrern der Schneepflüge im Winter die Arbeit zu erleichtern. So weit so gut. Um das System der Snöstängsel zu verstehen muss man wissen, wie ein schwedischer Schneepflug funktioniert.

Schwedischer Schneepflug von hinten
- Schwedischer Schneepflug von hinten -


Der Schneepflug hat vorne ein überdimensionales, nach rechts hinten versetzt angebrachtes Schneeblatt. Das ist logisch, denn so wird der Schnee von der Fahrbahn auf die rechte Schneepflugseite in Richtung Strassengraben geschoben. Da dabei mitunter eine ziemlich grosse Menge an Schnee anfällt, haben die Schneepflüge ein weiteres, seitlich angebrachtes Schneeblatt (siehe Bild). Das presst den vom Frontblatt erfassten Schnee Richtung Graben. Von der Fahrzeugaussenkante aus gerechnet ragt das Seitenblatt ca. einen halben bis ganzen Meter nach rechts hinaus. Der Schneepflugfahrer peilt bei der Fahrt mit der Aussenkante des seitlichen Schneeblattes die biegsamen Snöstängsel an. Soweit die graue Theorie.

In der Praxis kann sich die Anwendung dieser Methode zum Albtraum für Autofahrer entwickeln. Da das Seitenblatt weit rechts über den Schneepflug hinausragt befinden sich die Reifen des LKW viel weiter links. Und dem wird beim Einsetzen der Snöstängsel Rechnung getragen. Werfen wir einen Blick auf die Konstruktion.

Frisch gesetzte Snöstängsel
- Frisch gesetzte Snöstängsel -

Was fällt uns auf? Die Snöstängsel sitzen einen halben bis einen ganzen Meter rechts vom Ende der Fahrbahn in der Kante des Strassengrabens. In der Regel in ziemlich instabilem Untergrund. Wer sich als Autofahrer also an den Snöstängseln orientiert, ist mit seinen Reifen viel zu weit rechts von der Fahrbahn. Zum Winterbeginn hat das schon so manchen Autofahrer direkt in den Strassengraben befördert. Schreitet der Winter voran, friert der Untergrund durch und der gepackte Schnee tut das Seinige dazu. Die Fahrbahn ist dann oft (aber eben nicht immer) bis zu den Snöstängseln befahrbar. Aber gerade dann, wenn es auf die extra Zentimeter ankommt, endet die Fahrt häufig abrupt im Strassengraben. Ein Auto bei einem Meter Schnee im Winter aus dem Strassengraben wieder zu bergen ist dann eine Sache für Spezialisten (und ein kostspieliges Unterfangen noch dazu).

Deswegen: Im Winter niemals an den Snöstängseln orientieren und diese für eine Markierung des Fahrbahnrandes halten!

Extratipp: Und wer auf der Fahrbahn wenden muss, steige bitte vorher aus, prüfe wo die Fahrbahn aufhört und markiere die Stelle mit einer Linie. Sonst wird es nichts mit dem Wendemanöver :)

UPDATE 2017-11-19:

Es freut mich, dass auf diesen Artikel eine lebhafte Diskussion in die Gänge gekommen ist. Das Email-Postfach hat sich täglich gefüllt mit Fragen und Kommentaren. Daher noch einige Ergänzungen in Bildform.


Passender „Zufallsfund“: 40 Tonnen im Graben:<br />verschätzt bei der Strassenkante
- Passender „Zufallsfund“: 40 Tonnen im Graben:
verschätzt bei der Strassenkante -


Lappland: Schneepflug von vorne
- Lappland: Schneepflug von vorne -

Und so sieh ein entgegen kommender Schneepflug bei Nacht und Schneegestöber aus
- Und so sieh ein entgegen kommender Schneepflug
bei Nacht und Schneegestöber aus -


On the streets of Arvidsjaur, der Kungsleden und ein starkes Team

Neulich in Arvidsjaur.

Ein schneller Einkauf zur Mittagszeit. Da springt mir schon aus dem Auto heraus ein flauschiger weisser Schneeball ins Auge, sprich ein Samojede. Ein schöner Anblick. Auf dem Weg vom Parkplatz zum ICA (Supermarkt) führt mich der Weg an Hund und Herrchen vorbei und ich beginne ein lockeres Gespräch. Das sichtlich zusammengeschweisste Team aus Hund und Halter kommt gerade von Ammarnäs zurück. Dort liegt der südlichste Teil des Kungsleden.

Der Kungsleden ist eine der wohl bekanntesten Wanderrouten der Welt und führt über 450 Kilometer von Hemavan nach Abisko. Das Problem unseres Teams war nur, dass auf dem Kungsleden vor zwei Wochen noch ein guter Meter Schnee lag, was das Aus für den Beginn der geplanten Tour bedeutet hat. Also mussten Sie zuerst einmal zurück zu Bekannten nach Piteå um dort einige Wochen abzuwarten, bis der Kungsleden schneefrei ist. Alle Reisen selbstverständlich mit dem Bus.

Als ich mich nach dem Ziel der geplanten Wanderung erkundigte, kam ich des Pudels Kern (falsche Metapher, ich weiss) langsam näher. Es gehe darum zu entspannen und in aller Ruhe einige neue Songs zu schreiben. Langsam dämmerte es mir, um wen es sich bei dem Gesprächspartner handelte. Sagen wir es so: Ein schwedischer Musiker und Nachwuchssongwriter, der wohl eine grosse Zukunft vor sich hat. Mehr verrate ich nicht; der geneigte Leser mag selbst recherchieren :)

Besonders fasziniert hat mich an der Begegnung die innige Beziehung von Mensch und Hund. Ein eingespieltes Team, in dem sich beide aufeinander verlassen können.

Dass mir der Hund das Liebste sei, sagst du, o Mensch, sei Sünde? Der Hund blieb mir im Sturme treu, der Mensch nicht mal im Winde.


Franz von Assisi


on_the_streets_of_arvidsjaur
Ein starkes Team

Midsommar und so

„Gut gebrüllt, Löwe!“


Shakespeare, Ein Sommernachtstraum, 1. Szene des 5. Akts

Über Midsommar („Mittsommer“, „Fest zur Sommersonnenwende“) haben wir hier im Blog schon verschiedentlich berichtet (z. B. hier und hier).

Die Sommersonnenwende nach dem Sonnenjahr war dieses Jahr am 21. Juni, 6 Uhr 24.

Hier in Schweden wird Midsommar kalendarisch an dem Freitag („Midsommarafton“) und Samstag („Midsommardagen“), die in den Zeitraum vom 19. bis 25. Juni fallen, begangen.

Heute ist es dann also wieder einmal soweit. Die Städte und Dörfer sind wie ausgestorben. Schweden ist kollektiv in den Sommerstugas oder mit dem Wohnwagen unterwegs um - meist sehr feucht-fröhlich, zu feiern.

Es ist bezeichnend, dass das schwedische Systembolaget seinen umsatzstärksten Tag am Donnerstag vor dem Midsommarafton hat. Nach aktuellen Daten kaufen 1,2 Millionen Schweden an diesem Tag alkoholhaltige Getränke für die Mittsommerfeiern ein. Der Anteil an Hochprozentigem am Umsatz ist an diesem Tag ebenfalls am grössten. Die Statistik für 2016 spricht von satten 150.000 Litern (Quelle: svt nyheter vom 22. Juni 2017)

Dieses Jahr gibt es mit Midsommar aber ein kleines Poblem. Es hört auf den Namen „Wetter“. In der zurückliegenden Woche sanken die Nachttemperaturen in Norrland auf knapp über dem Gefrierpunkt. Heute am Midsommarafton war das Wetter noch erträglich (bewölkt, 13 Grad). Am Samstag und am Sonntag sollen die Tageshöchsttemperaturen aber nur um die 8-10 Grad liegen und es soll den ganzen Tag über wie aus Kübeln schütten. Nicht gerade das Beste Wetter für Sommarstuga und Campingwagen. Viele werden deshalb versuchen, das Wochenende mit besonders viel Hochprozentigem zu bewältigen.

Aber wie wir schon immer gesagt haben: Es gibt kein schlechtes Wetter, sondern nur schlechte Kleidung und Ausrüstung.

Für den echten Hardcore-Outdoorler spielt das Wetter daher keine Rolle und er grillt auch bei Starkregen, dann eben mit dem Regenschirm :-)

Midsommar 2017 - Grillen mit Regenschirm
Midsommar 2017 - Grillen mit Regenschirm


Praxistipp - Worauf Sie achten sollten, wenn Sie Ihren Urlaub in Lappland buchen

Traumurlaub in Lappland? Da gibt es aber ein paar Sachen, an die Sie vor einer Buchung denken sollten!

Ich muss mir einfach mal mein Unverständnis und meine Schockstarre von der Seele schreiben. Das vor allem, um alle (potentiellen) Lapplandurlauber vor unseriösen Anbietern (die es leider mehr als genug gibt) zu warnen.

Die Woche war ich wieder einmal auf einer Tagung in einem Hotel in Norrbotten. Bei solchen Besuchen habe ich es mir zur Gewohnheit gemacht, alle vor Ort verfügbaren Broschüren und Infoflyer duchzusehen. Es gibt ja immer noch etwas dazu zu lernen. Was ich da allerdings gefunden habe, übertrifft wieder einmal alles Vorstellbare. Die langjährige Tätigkeit als Jurist und Unternehmensberater hat mich für manche Problemkreise überdeutlich sensibilisiert.

Worum es geht:

Ein kleiner Flyer (mit grausigem Layout und vielen Typofehlern) hat mir verraten: Wieder sind einige Mitteleuropäer in Lappland aufgeschlagen, um das grosse Geld zu verdienen; getragen von der Liebe zu Schlittenhunden und dem Lockruf des Geldes. Unsere interne Bezeichnung dieser Kategorie heisst "Touristische Wellenreiter“: Auf der Welle des Strebens nach dem grossen Geld reiten wollen und dann eine Menge verbrannter Erde hinterlassen. 

Der unscheinbare Flyer enthielt einen Link zu einer Homepage - und die hatte es in sich. Mal abgesehen davon, dass das Konzept schon rein betriebswirtschaftlich keine Chance hat, gibt es einige Aspekte, die besondere Aufmerksamkeit verdienen.

Bereits das spontane Überfliegen der Homepage, lässt uns erschaudern. Da wird der Transfer vom Flughafen und zu verschiedenen fakultativen Aktivitäten ebenso angeboten, wie das Servieren von Mahlzeiten und allerlei alkoholhaltigen Getränken. All das ist in Schweden erlaubnispflichtig und kann mit saftigen Bussgeldern, einer sofortigen Geschäftsuntersagung (= Betriebsstillegung) und auch mit Gefängnis (-> Alkohol) geahndet werden. Nachdem in Schweden das Öffentlichkeitsprinzip gilt, hat die Recherche sogleich ergeben, dass keine (!) der erforderlichen Erlaubnisse tatsächlich vorliegen.

Dann wird in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen zunächst einmal munter drauf los diskriminiert. Von den unwirksamen Haftungsfreizeichnungen (à la: Der Gast ist immer schuld - wir nie) abgesehen, sind Zahlungsbedingungen die Krönung, die dem auf EU-Recht basierenden Reiserecht diametral entgegengesetzt gegenüber stehen. Will sagen: Vorkasse lange im Vorhinein ohne jegliche Absicherung - der Gast trägt das Insolvenzrisiko.

Ein weiterer Punkt: Der besagte Anbieter hat auf seiner Homepage keine Anbieterkennzeichnung und keine schwedische Organisationsnummer angegeben. Lediglich der Name einer natürlichen Person findet sich und dazu eine Telefonnummer, die allerdings nicht schwedisch ist. Auch hier ergibt die schnelle Recherche, dass überhaupt noch kein schwedisches Gewerbe angemeldet worden ist. Das Gästebuch verrät uns aber, dass bereits einige Gäste aus den vergangenen Monaten positive Bewertungen abgegeben haben. Buchen wir diese Einträge zugunsten der Betreiber als im Marketinginteresse geschriebene Eigenkommentare, besteht aber dennoch das ganz erhebliche Risiko damit auch noch auf das Radar des schwedischen Finanzamtes zu kommen (was alles andere als amüsant werden dürfte).  

Oh und besonders schön ist es immer, wenn den geneigten Besuchern auch Hundepatenschaften für einen der vierzig (!) Huskies angeboten werden. Hier wird dann gleich ganz kräftig zugelangt, denn es dürfen mehrere Hundert Euro für ein Jahr pro Hund gezahlt werden. Mehrfachpatenschaften für ein- und denselben Hund werden natürlich auch nicht ausgeschlossen. Nebenbei sei noch angemerkt, dass Hundehaltung ab einer bestimmten Anzahl von Hunden bei der jeweiligen Landesverwaltung angemeldet werden muss. Gerade bei Schlittenhundefarmen werden in Nordschweden gerne und häufig unangemeldete Kontrollen durchgeführt, die dann wegen der häufig völlig unzureichender Haltungsbedingungen zum Tierhaltungsverbot führen können.

Warum dieser Blogeintrag? Um alle diejenigen zu warnen, die einen "Traumurlaub mit Schlittenhunden" o.ä. planen und/oder buchen wollen.

Bitte liebe Urlauber: Aufmerksam die Angebote studieren und erst einmal in Ruhe nachdenken. Stellen Sie an den Anbieter Fragen und studieren Sie dessen Antworten. Fragen Sie nach Referenzen, d.h. Gästen, die Sie befragen können. Wenn es sich um kleine und unbekannte Anbieter handeln sollte, dann befragen Sie bitte auch Google und ggf. die Sprechstunde des Verbraucherschutzes (u.a. auch wegen der AGB und der vom Anbieter angegebenen Zahlungsbedingungen). 

Und bitte denken Sie auch an die armen Schlittenhunde, die teilweise unter erbärmlichen Bedingungen gehalten werden (insbesondere im Sommer, denn da bringen die Hunde keinen Umsatz sondern nur Kosten mit sich).

Ein positiver Nachsatz: Es gibt auch einige seriöse und tadellose Anbieter. Die Kunst ist es, diese als solche auch zu identifizieren.

immer_wieder_geht_die_sonne_auf
„Und immer, immer wieder geht die Sonne auf -
über den Guten wie den Bösen“


Zum schwedischen Nationalfeiertag ("Nationaldagen") 2017 - Das neue Schweden

Heute begeht Schweden wieder seinen Nationalfeiertag (den "Nationaldagen"). Eine passende Gelegenheit einen Blick darauf zu nehmen, was Schweden eigentlich ausmacht.

Heutzutage (d.h. seit den 80er Jahren) ist Schweden bekannt und berühmt für drei "Hauptwerte", die sich in internationalen Studien auch immer herausheben: Individualismus, Humanismus und Säkularismus gekoppelt mit einem grossen Vertrauen der Mitbürger in den Staat, die Politik und die staatliche Verwaltung.

Das schwedische Wirtschaftssystem, das eine Mischung aus Sozialismus und Marktwirtschaft ist und als das "schwedische Modell" bezeichnet wird (am Rande: seit geraumer Zeit driftet dieses Modell allerdings deutliche in Richtung Marktwirtschaft), hat seinen grossen Anteil an der inneren Einstellung der Bevölkerung.

Ein weiterer ganz wichtiger Aspekt bei der Betrachtung des „schwedischen Weges" ist der Umstand, dass Schweden seit nunmehr 203 Jahren im Frieden, d.h. frei von der aktiven Teilnahme an kriegerischen Auseinandersetzungen lebt. Damit steht Schweden übrigens an der statistischen Spitze, gefolgt von der Schweiz auf Platz zwei. Daraus leitet sich vermutlich auch her dass Schweden mit an der Weltspitze steht, was die Aufnahme von Flüchtlingen aus Kriegs- und Krisengebieten angeht.

Natürlich hat auch Schweden seine sehr grossen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Herausforderungen. Bis jetzt scheint es aber so zu sein, dass das Gemeinwesen damit (noch?) gut umzugehen weiss. Die nächsten Reichstagswahlen werden ein Wegweise sein, in welche Richtung sich die Zukunft in Schweden entwickeln könnte.

Hoffen und beten wir für eine künftige Zeit in Frieden!

Grattis, Sverige!

Meine Interpretation und Visualisierung des neuen jetzigen und des künftigen Schwedens sieht übrigens so aus:

Det nya Sverige 2017

Ready for takeoff - arctic summer 2017

Lange Zeit war er völlig regungslos verharrt. Eine gefühlte Ewigkeit. Er stand unbeweglich auf einer kleinen Eisscholle. Ich fragte mich, was er wohl dachte oder beobachtete. Es wird sein Geheimnis bleiben. Nach einigen Minuten des gemeinsamen Ausharrens geschah es plötzlich und in Sekundenbruchteilen: Er plusterte sein Gefieder, breitete seine mächtigen Flügel aus und erhob sich mit ausladenden Flügelschlägen gen Himmel. Mir schoss es durch den Kopf: Ein Sinnbild für den Winter in Lappland. Danke, Kranich.



takeoff_summer_2017_lapland


Lappland im Mai: In den Flüssen treiben die Eisschollen und die etwas mehr abgelegen Buchten haben (Stand: 20. Mai) noch eine geschlossene Eisdecke. Die ist mitunter (Nicht ausprobieren - Lebensgefahr!) noch tragfähig.

Obwohl Eis und Schnee noch eindrucksvoll die Landschaft prägen, ist dieses Wochenende der Startschuss für den Sommer gefallen („Sommer - ready for takeoff“). Die Nachttemperaturen sind über dem Gefrierpunkt angelangt und die letzten beiden Tage hat das Thermometer einen Höhenflug hingelegt (in der direkten Abendsonne ist es auf 25 Grad geklettert). Für die kommenden Tage sind noch höhere Temperaturen angesagt.

Kurt und gut: Der Schalter ist wieder umgelegt und es wird - wie immer von heute auf morgen - Sommer. Sogar die ersten Insekten (lies: Mücken) schwirren bereits umher, und auf den Strassen mehren sich die Wohnmobile und Wohnanhänger. Die Anzahl der ausländischen Autokennzeichen hält sich noch in Grenzen, aber auch das wird sich in ein bis zwei Wochen ändern (der Sommerurlaub in Lappland ist bislang eher noch ein Insidertipp).

PS: Mit dem Start in den Sommer ist es auch an der Zeit für den obligatorischen Rückblick auf den arktischen Winter 2016/2017, der in den nächsten Tagen als Bilderstrecke veröffentlicht wird.

Neue Serie "Kitchen Sink" - Essenskultur und Kultur in Schweden

Als ich kurz vor Weihnachten in einer echt schwedischen Küche stand, wurde mein Blick geradezu magisch vom Spülbecken abgezogen. Mein Blick schweifte dorthin und dieser Augenblick war geradezu eine Offenbarung.

Was sagt ein Abfluss im Spülbecken über die Essenskultur und überhaupt über die Kultur eines ganzen Landes aus? Sehr viel! Drei Monate lang habe regelmässig diese schwedische Küche besucht. Dabei sind jede Menge Bilder entstanden.

Vor einigen Tagen habe ich nun mein neues Projekt "Kitchen Sink" abgeschlossen. Eine Serie in der es um die Essenskultur und generell die Kultur in Schweden aus der Perspektive eines Ausgusses im Küchenwaschbecken geht.

-> Zur Serie "Kitchen sink"



Eines der Bilder aus der neuen Serie „Kitchen Sink“

Du weisst, dass du in Schweden bist

wenn sogar die einfachsten Spülbürsten aus dem Supermarkt einen deutlichen und grossen Hinweis auf den Produktdesigner tragen. Schön anzusehen, aber viel zu weiche Borsten hat das Ding.

Spülbürste Design Lotta Horn
“Design Lotta Horn“

Sommersonnenwende in Lappland - Im Land der langen Schatten

Ab heute werden die Tage wieder kürzer in Lappland. Vergangene Nacht (d.h. vom 20.6. auf den 21.6.) war die Sommersonnenwende („solstitium“): Die Sonne hatte ihren Höchststand über dem Horizont eingenommen.

Praktisch heisst das, dass es in der Region um den Polarkreis und nordwärts rund um die Uhr Tageslicht gibt.

Obwohl die langen Sommerferien in Schweden um den 10 Juni herum begonnen haben (es gibt regionale Abweichungen zwischen einzelnen Bundesländern und Kommunen) und der „richtige“ Sommer jetzt begonnen haben sollte, zeigt sich das Wetter diese Woche leider nicht von seiner besten Seite. Es ist verregnet, schwül und gleichzeitig zu kalt für diese Zeit des Jahres. Was aber (noch) nicht ist, kann ja noch kommen.

Zurück zur Sommersonnenwende. Am Samstag (23.6.) ist kalendarisch „Midsommar“ („Mittsommerfest“), was von den Schweden ausgiebig gefeiert wird. Auch wenn viele offizielle Feiern dieses Jahr buchstäblich ins Wasser fallen werden, tut das der schwedischen Feierlaune keinen Abbruch. Das eigentlich zutiefst heidnische Fest wird dann eben im Haus gefeiert denn es reicht ja, wenn der Grill im Freien steht.

Alle Theorie ist grau. Wie sehen die sog. „Weissen Nächte“ in der Praxis aus? Da das Wetter diese Woche verhangen und nicht besonders fotogen ist zeige ich hier ein Bild, das vor zwei Wochen gegen Mitternacht entstanden ist (ein hier eher seltenes Selfie übrigens). Mein Schatten auf dem Bild ist zwar recht lang (deswegen wird Lappland auch als „Land der langen Schatten“ bezeichne), aber taghell war es.

Lappland - im Land der langen Schatten

Sicher im Urlaub - Unwetter- und Katastrophenwarnungen in Schweden

Vor einigen Tagen ist ein Kommentar zu einem Blogeintrag eingegangen:

„Mal so eine frage: Wie sieht es eigentlich bei euch aus, wenn vor einen Unwetter gewarnt werden soll? Was passiert bei euch? Ist gerade eine Diskussion, die hier in Deutschland stattfindet. Und die Aussage ist, das die Meisten gar nicht gewarnt werden. Daher die Frage.“

Die Frage ist der Anlass für diesen Artikel.

Wir leben in sehr dynamischen und immer unsicheren Zeiten. Von Terrorgefahren bis hin zu schweren Unwettern ist heutzutage fast alles nur Denkbare an der Tagesordnung. Das gilt leider auch im Urlaub in Schweden. Wie kannst Du Dich als Urlauber in Schweden über die aktuelle Lage im Land und eventuelle Gefahren am besten „up-to-date“ halten?

Die erste Anlaufstelle ist die Webseite der Myndigheten för samhällsskydd och beredskap (MSB), der schwedischen Zivilschutzbehörde. Hier gibt es eine Fülle an Informationen zum Zivil- und Katastrophenschutz in Schweden. Eine englische Version ist auch vorhanden.

Wer sich hauptsächlich einen schnellen Überblick über eventuelle Gefahren und Risiken verschaffen will, dem sei die Seite „Krisinformation“ (Kriseninformation) ans Herz gelegt. Hier werden alle aktuellen Risikolagen und Gefahren sehr übersichtlich aufgelistet. Die englische Version ist leider nicht so ergiebig, denn dort gibt es nur allgemeine Hinweise und Informationen. Der Tipp ist also die schwedische Hauptseite mit Hilfe von Google-Translate im Auge zu behalten. Wer die neuesten Warnungen immer ganz aktuell haben möchte, kann den Twitterfeed der Kriseninformationen abonnieren.

Ganz generell ist das Sicherheitsbedürfnis in Schweden sehr ausgeprägt. Alle eventuellen Risikolagen sind - beinahe in Echtzeit - auch in allen Medienkanälan (TV, Radio, Webseiten der Tageszeitungen) zu finden. Generell würde ich dazu raten, die Webseite der lokalen Tageszeitungen im jeweiligen Urlaubsgebiet zu bookmarken.

Aus der aktuellen Erfahrung der vergangenen Tage, in denen ein sehr schwerer Sturm über uns hinweg gezogen ist, der und einige Tage Stromlosigkeit beschert hat, können wir erneut bestätigen, dass das Mobilfunknetz im Prinzip unabhängig von der normalen lokalen Stromversorgung funktioniert (auf jeden Fall für 48 Stunden). Bei grösseren Unwettern und Katastrophen können die im Artikel genannten Webseiten also noch echt lange über das Mobiltelefon oder Tablet abgerufen werden, so lange denn die Akkus mitspielen. Extratipp: Eine geladene (!) externe Powerbank dabei zu haben, ist immer eine gute Idee.

Die grösste Quelle von Ungemach und Risiken im Urlaub dürften Wetterkapriolen bereit halten. Auch hier gibt eine klare Empfehlung: Die Webseite des schwedischen Wetterdienstes (SMHI). Dort gibt es eine Seite mit aktuellen Unwetterwarnungen (die englische Version ist hier zu finden), auf der eine Schwedenkarte zu sehen ist. Ein Klick auf die jeweilige Region führt zu einer Liste der aktuellen Warnungen. Die Warnungen sind von einer reinen Risikowarnung (blau) über 1 („Beschwerliches Wetter“, gelb), 2 („Sehr beschwerliches Wetter“, orange) bis 3 („Extremes Wetter“, rot) klassifiziert und farblich gekennzeichnet. Daneben gibt es noch Warnungen für Waldbrandrisiken (lila) und ungewöhnlich hohe Temperaturen (grün).

Auch diese Seite sollte im Mobiltelefon oder auf dem Tablet gebookmarked und regelmässig kontrolliert werden.

Bekanntlich wird das Wetter desto instabiler und unvorhersagbarer, je weiter Du nach Norden kommst. Ein regelmässiger Blick auf den allgemeinen Wetterbericht kann also auch nie schaden. Vielleicht auch schon deswegen, weil wetterabhängige Ausflüge oder Fahrtstrecken geplant sind.

Der einigermassen verlässliche Vorhersagehorizont liegt in der Höhe des Polarkreises derzeit bei ungefähr zwei Tagen. Alles was darüber hinaus geht, ist nur als allgemeiner Trend anzusehen. Man sagt dem schwedischen Wetterbericht allerdings nach, dass er lediglich sehr gut darin sei zu sagen, wie das Wetter gewesen ist. Die allgemeinen Vorhersagen - insbesondere in den nördlichen Gefilden - sind sind mit Vorsicht zu geniessen.

Unsere Empfehlung ist die Webseite des norwegischen Wetterdienstes, die üblicherweise viel bessere Vorhersagen bereit hält. Im Menü oben rechts auf der Seite lässt sich „English“ als Sprache auswählen.

Einfach im Suchfeld den gewünschten Ortsnamen eingeben (Achtung: Immer auf der eingeblendeten Karte kontrollieren, denn viele Namen kleinerer Orte gibt es mehrfach in Schweden!) und schon gibt es den zugehörigen Wetterbericht. Die „Översikt“ (3-Tages-Übersicht) ist die beste und aussagekräftigste Ansicht. Wer es ganz genau wissen will, klickt auf „Time för time“ (Stündliche Übersicht der kommenden 48 Stunden) klicken. Der „Langtidsvarsel“ (Langzeitvorhgersage) ist - wie schon gesagt - mit Vorsicht zu geniessen.

Mit diesen Webseiten im Mobiltelefon oder Tablet bist Du als Schwedenurlauber für das Meiste gerüstet, für das man realistischerweise gerüstet sein kann.

Extratipp: Die allgemeine Notrufnummer für Polizei, Rettungsdienst und Feuerwehr ist in Schweden übrigens die 112.

1. März bis 15. Mai - Lappland in Bildern

Die fotografische Rückschau "Lappland in Bildern" umfasst heute den Zeitraum vom 1. März bis 15. Mai.

-> Zur Bilderstrecke „Vom 1. März bis 15. Mai in Lappland in Bildern“

Schwedenurlauber aufgepasst: Diese Geldscheine sind ab 1. Juli 2016 nicht mehr gültig

Vielleicht haben Sie auch die nette Angewohnheit, das „Reisegeld“ aus anderen Ländern in einer Kaffeedose - oder anderswo - für den nächsten Urlaub aufzuheben. Wenn Sie regelmässig in Schweden Urlaub machen, sollten Sie Ihre gesparten schwedischen Kronen jetzt schleunigst einer Sichtung unterziehen.

Im Rahmen eines lang angelegten Umtauschprogrammes zum Austausch der schwedischen Banknoten und Münzen tritt bald die nächste Stufe in Kraft.

Seit 1. Oktober 2015 sind bereits die neuen Banknoten in der Stückelung zu 20, 50, 200 und 1000 Kronen im Umlauf. Die 200er sind übrigens gänzlich neu.

Die alten 20er, 50er und 1000er Scheine werden mit Ablauf des 30. Juni 2016 (d.h. ab 1. Juli 2016) ungültig.

Auf der Grafik der Schwedischen Reichsbank („Riksbanken“) können Sie unten links dis alten Scheine sehen, die ab 1. Juli nicht mehr gültig sind.

Schwedenurlauber aufgepasst: Diese Geldscheine sind ab 1. Juli 2016 nicht mehr gültig

In der zweiten Stufe ab dem 1. Oktober 2016 startet dann der Austausch der 100er, 500er und des Münzgeldes.

Was tun? Die Riksbanken tausche alte Scheine zeitlich unbegrenzt um, erhebt dafür aber eine Gebühr von 100 Kronen pro Umtausch. Also am besten gleich nach Lappland fahren und die alten Scheine noch vor dem 30. Juni ausgeben :)

Kleiner Extratipp am Rande: Bitte bringen Sie keine 1000-Kronen-Scheine in Ihrer Urlaubsreisekasse mit. 1000er sind praktisch nicht in Verwendung und wenn sie mit diesem Schein zahlen wollen, können Sie ungläubige Blicke ernten, denn der 1000er gibt in Schweden als klassischer „Geldwäscheschein“. In der Praxis sind die 500er die grösste Banknote, die in Verwendung ist.

Urlaubsreif? Ab nach Lappland, denn der Sommer hat begonnen!

Ende April geschieht in Lappland wieder das beinahe Unglaubliche: Das Wetter schaltet von Winter auf Sommer um, als ob eine unsichtbare Macht einen Schalter umgelegt hätte. Gab es im April noch einige kalte Nächte und Tagestemperaturen um den Nullpunkt, so hat sich das Wetter im Laufe der vergangenen Woche plötzlich und wie von Geisterhand einschneidend geändert. Die Nachttemperaturen liegen durchweg über null Grad und die Tagestemperaturen erreichen zwischen 10 und 18 Grad.

Um uns herum zwitschern plötzlich überall Vögel, als ob sie vom einen Tag auf den anderen hierher „gebeamt“ worden wären. Hummeln und Bienen ziehen ihre Kreise. Kurz: Die Natur explodiert.

Am Ufer von Seen und Flüssen treiben noch einige Eisschollen und Schneeinseln prägen das Landschaftsbild. In einigen Tagen werden sie verschwunden sein.

Das Eis auf den Flüssen und Seen verschwindet
Das Eis auf den Flüssen und Seen verschwindet



Die Schneeschmelze verwandelt Sümpfe und Moorflächen für zwei bis drei Wochen in kleine Ozeane aus denen malerisch die Bäume herausragen.

Wasserflächen noch der Schneeschmelze
Wasserflächen noch der Schneeschmelze


Die Rentiere sind aus ihren Winterquartieren ins Freie entlassen und durchstreifen die Natur auf der Suche nach nahrhaften Flechten.

Die Rentiere sind wieder unterwegs in Lappland
Die Rentiere sind wieder unterwegs in Lappland


Und binnen weniger Tage ist es Hochsommer in Lappland.

Schwedisch-Lappland ist bekannt für die malerischen arktischen Winter und wer die Region bislang nur im Winter erlebt hat, wird sie von Juni bis Mitte September kaum mehr wieder erkennen.

Eines aber verbindet Winter und Sommer hier: Ankommen in Schweden. Durchatmen und innerlich zur Ruhe kommen. Die Natur geniessen.

A propos: Wenn Sie sich wirklich urlaubsreif fühlen, ist Lappland der perfekte Erholungsort.

Lappland Urlaubstipp: Linbanan - die längste Seilbahn der Welt

Unter der Überschrift "Dorf Örträsk in Schweden: 20 Einwohner und eine Rekordseilbahn" hat der Spiegel-Online in dieser Woche einen schönen Bericht mit Fotostrecke über die ganz in unserer Nähe verlaufende "Linbanan", die längste Seilbahn der Welt, veröffentlicht.

Lesenswert und ein guter Urlaubstipp für alle, die uns hier mal besuchen wollen.

Die Seilbahn ist wirklich einen Besuch wert. Wir hatten die Linbanan 2009 für einen schwedischen Tourismusverband ausführlich fotografiert, und freuen uns auch heute noch immer wieder, unsere Bilder in Broschüren, Flyern und auf Webseiten zu sehen.

Im Blog war ein Beifang des damaligen Fotoauftrages hier zu sehen.

Bitte steigen Sie ein: Linbanan - Die längste Seilbahn der Welt
„Bitte steigen Sie ein: Die längste Seilbahn der Welt“

Der Februar 2016 in Lappland in Bildern

Die fotografische Rückschau auf den Monat Februar 2016 in Bildern.

-> Zur Bilderstrecke „Der Februar 2016 in Lappland in Bildern“

Ist vielleicht alles schon gesagt und geschrieben?

„Reden ist Silber, Schweigen ist Gold“



Zugegeben, ich schreibe gerne. Und ich habe mein Herz schon etwas an das wunderbare Schwedisch-Lappland verloren. Das Blogschreiben hat sich im Laufe der Jahre zu einer liebgewonnenen Gewohnheit, ja zu einem guten Freund im Alltag entwickelt.

Seit 2007 schreiben wir hier rund um Lappland, über Wetter und Landschaft, Küche und Kochen, Mentalität und das Auswandern. Die Anzahl der Blogeinträge bewegt sich mittlerweile im grösseren vierstelligen Bereich. Neben allgemeinen Berichten über Menschen, Ereignisse und Events gibt es jede Menge Spezialtipps zu einzelnen Themen und Bereichen, angefangen von der richtigen Kleidung im Winter über Kochrezepte bis hin zu Tipps zum Immobilienkauf.

Manchmal „schlägt“ mich die Idee für einen neuen Blogbeitrag ganz spontan, manchmal ist sie das Ergebnis von eingehender Beobachtung und manchmal von ausgiebigem Nachdenken.

Im Moment stelle ich mir ganz ernsthaft die Frage, ob denn nach acht Jahren nicht eigentlich alles gesagt und geschrieben ist? Immer öfter stelle ich fest, dass wir zu Themen bereits etwas geschrieben haben. Und Wiederholungen sind ja bekanntlich nicht unbedingt die Krone der Weisheit.

Das Lapplandblog hat sich über die Jahre vom eigentlichen Blog mittlerweile zu einem ausgewachsenen Lappland-Wiki entwickelt. Mit Hilfe der Suchfunktion lässt sich zu fast allen Themen Wissenswertes und Informatives hervorlocken.


Kurz und gut: Es geht um die Zukunft dieses Blogs. Verschiedene Optionen liegen auf dem Tisch und ich habe mir eine Frist für die Entscheidung gesetzt.

Ich teile diese Gedanken und Überlegungen hier ganz offen und bitte um Feeback aus der Leserschaft:

Gibt es (noch) Themen und/oder Bereiche, die von besonderem Interesse sind? Habt Ihr konstruktiven Input?

Oder gibt es da draussen einen würdigen Nachfolger, der dieses Projekt übernehmen möchte?


-> Kontakt

winterwald_feb_2016

Der Januar 2016 in Lappland in Bildern

Zum Monatswechsel eine Rückschau auf den Monat Januar 2016 in Bildern. Dieses Jahr verfolge ich ein Projekt unter dem Namen „One Phone - One App - One Year“, über das ich hier schon ausführlich geschrieben habe.

Und wer auf Instagram ist, kann dem Projekt tagesaktuell folgen.

Für alle Nicht-Instagrammer poste ich um jeden Monatswechsel herum eine Auswahl der Bilder, die mir aus dem vergangenen Monat am besten gefallen.

-> Zur Bilderstrecke „Der Januar 2016 in Lappland in Bildern“

Wir leben noch - Lappland im Griff der Kälte

Die tägliche Lektüre des Pressespiegels verrät uns, dass es Lappland in den vergangenen Tagen in die internationale Presse geschafft hat, denn wieder einmal richtiger Winter in Lappland.

Ich sitze im Auto und beim Blick auf die Temperaturanzeige im Armaturenbrett kommt mir plötzlich die Frage: Warum ist es da draussen eigentlich doppelt so kalt wie in unserer Gefriertruhe?

Unter minus 30 Grad C verändern sich Leben und Alltag. Auch wenn Du nur kurz nach draussen gehst, packst Du Dich in mehrere Schichten Kleider ein und siehst wie ein Michelinmännchen aus.

Wenn es schnell gehen muss gibt es Missgeschicke; ein alltägliches Beispiel: Du bist beim Geschirrspülen und der Hund will raus (oder kurze Zeit später wieder rein). Also mit den Nassen Händen schnell die Tür geöffnet. Schwerer Fehler, denn Du frierst sofort an der Türklinke an und das tut weh.

Alles wird schwerfällig. Auf die Technik ist kein Verlass mehr. Der sonst stets zuverlässige Handgriff an der Autotür bricht bei minus 38 Grad einfach ab, wenn Du die Tür öffnen möchtest. Das Auto gibt ächzende Geräusche von sich und schleppt sich nur noch äusserst widerwillig über die Strasse. Bremsen und Kupplung werden schwerfällig und das Schalten gleicht dem Rühren mit einem Kochlöffel in einem Mürbeteig.

Langsamheit ist das Gebot der Stunde. Auch bei maximalem Frostschutz (so um die minus 45 Grad) muss daran gedacht werden, dass der Windchill-Faktor dramatisch zuschlägt.

Wer bei unter minus 30 Grad auch nur etwas zu schnell fährt riskiert, seinen Kühler binnen Minuten in eine Eisblock zu verwandeln. Und im Zweifel gibt es an der Stelle, an welcher der Motor dann seinen Geist völlig aufgibt, keinen Mobilfunkempfang und die Notfalltasche mit den warmen Stiefeln, der Fellmütze und dem Winteroverall liegt in der heimischen Garage statt im Kofferraum...

Der Schwede und die Schwedin nehmen das alles recht gelassen. In Arvidsjaur sind bei minus 30 Grad noch einige Radfahrer unterwegs gewesen und viele Schulkinder sind - dick eingepackt - zu Fuss unterwegs zum Unterricht.

Der Temperaturunterschied ist gewaltig. Beim Betreten des Hauses liegt das Temperaturgefälle mitunter bei 50 bis 60 Grad. Die Brille beschlägt sofort eisig.

Die vergangenen zwei Wochen hat sich das Thermometer am unteren Ende der Skala befunden. Die Temperaturen schwankten zwischen minus 25 und minus 40 Grad und haben uns wieder vor manche Herausforderungen gestellt.

Die extreme arktische Kälte führt dazu, dass Du wesentliche Teile des Tages schlicht damit verbringst, Holz in den Ofen der Heizung zu schichten. Das hat aber auch seine guten Seiten: Viel Zeit zum Nachdenken im warmen Heizraum.

Die Hoffnung stirbt zuletzt. In der Nacht von Donnerstag auf Freitag ist das Thermometer im steilen Winkel dann binnen einiger Stunden endlich von minus 33 auf minus 7 gestiegen. Und mittlerweile rechnen alle veröffentlichten Wettermodelle mit einer milden Winterphase, jedenfalls soweit es die Temperaturen angeht. Zu schreibender Stunde sind die nächsten Tage zwischen minus 10 und 20 Grad zu erwarten. Es könnte in den nächsten Tagen allerdings wieder ordentlich schneien. Die bisherige Gesamtschneehöhe liegt bei 65-70 cm, was ungefähr die Hälfte des ansonsten saisonüblichen Wertes zu dieser Zeit ist.

Minus 36 Grad - Warum ist es da draussen eigentlich doppelt so kalt wie in unserer Gefriertruhe?
Warum ist es da draussen eigentlich doppelt so kalt wie in unserer Gefriertruhe?

Im Griff der Kälte - Der Winter wurde geliefert

Der Jahreszeitenschalter in Lappland wurde wieder umgeschaltet. Spät, aber dennoch. Über uns ist derzeit der sternklare Himmel und das Thermometer befindet sich im freien Fall. Binnen 2 Stunden ist die Quecksilbersäule jetzt um 10 Grad - auf nunmehr minus 18 C - gefallen und es dürfte weiter sinken.

Vor etwa einer Woche hat es begonnen, wintertypisch zu schneien. Zwar liegt bei weitem noch nicht so viel Schnee wie in den zurückliegenden Jahren, aber der Anfang des "richtigen" Norrlandwinters ist gesetzt.

Wir werden sehen, wie es nun wettermässig weiter geht. Viele Langzeitprognosen sprechen von einem ungewöhnlich kalten Winter, der uns in ganz Europa bevorstehen soll. Deswegen seien alle Leserinnen und Leser an den Blogbeitrag "Ein paar Tipps für den Umgang mit der Kälte" erinnert.

Der Winter am Polarkreis in Lappland ist eingetroffen
Der Winter am Polarkreis in Lappland ist eingetroffen

Regen bei null Grad

So ziemlich eines der unangenehmsten Klimaphänomene, das uns mindestens einmal jährlich - meistens im Spätherbst - in Lappland heimsucht: Regen bei Temperaturen um die null Grad.

Wie schon kürzlich hier berichtet, ist das Wetter um den Polarkreis in diesem Jahr etwas speziell. Noch immer liegt kein Schnee, wenngleich sich das in den kommenden Tagen ändern könnte. Dafür gibt es Regen. An und für sich nicht schlimm (Merke: "Es gibt nur unpassende Kleidung").

Anders sieht es aber aus, wenn es bei um die null Grad regnet und es die vergangenen Tage unter null Grad hatte. Binnen Minuten ist alles - einschliesslich der Strassenoberfläche - mit einer Eisschicht überzogen.

Genau so war es am gestrigen Morgen: Gleich mit dem ersten Schritt vor der Tür sind wir gediegen auf eine Rutschpartie gegangen. Also wieder rein, und die Spikes auf die Schuhe gezogen. Mit etwas Gefühl für die Balance ging dann es zu Fuss. Autofahren? Besser nicht, wenn es nicht unbedingt sein muss.

Auf der Strasse ist fast kein Verkehr, und wer sich doch mit dem Auto auf den Weg gemacht hatte (oder machen musste) schlich nur langsam vor sich hin. Mit den Schweden zulässigen und im Winter gebräuchlichen Spikereifen gibt es wenigstens etwas Halt und Grip auf der Fahrbahn; lebensgefährlich kann es doch schneller werden, als es einem lieb ist.

Passt also bitte gerade jetzt besonders auf liebe Urlauber und Besucher! Und denkt an die Wintervorbereitungen für PKW-Fahrten!

Eisregen - Regen bei null Grad
Trist und potentiell lebensgefährlich: Eisregen


Jahreszeitenwechsel - Schlag auf Schlag

Lappland ist für seine „scharfkantigen“ Übergänge zwischen den einzelnen Jahreszeiten bekannt. Noch vor zwei Wochen zeigte sich der - dieses Jahr ungewöhnlich lange und milde - Herbst von seiner besten Seite mit prächtigen Farben und herrlichem Wetter.

Die Auswahl des richtigen Parkplatzes war in Anbetracht der rieselnden Blätterpracht durchaus von Bedeutung. Ein symbolischer Vorgeschmack auf die bald wieder allfällige „Flockendecke“.

Herbstlaub auf Motorhaube Arvidsjaur


Setzt man den Winter der Einfachheit halber mit einer Schneedecke gleich, die Bestand hat - d.h. „liegen bleibt“ - so beginnt der Winter in unserer Region statistisch am 20. Oktober. Das ist zumindest der Schnitt aus den zurückliegenden Jahren.

Wetter und Klima verhalten sich aber nach wie vor seht atypisch in diesem Jahr. Bis zum heutigen Tage - 1. November - hat das Wetter uns zwar schon einige Male einige Flocken des feinen Norrland-Schnees beschert, die aber ebenso schnell wie sie gefallen waren, wieder verschwunden sind. Und auch der Wetterbericht sagt zumindest noch eine behagliche Woche mit Tageshöchsttemperaturen von 6 bis 8 Grad voraus.

In den Skigebieten laufen zwar seit einigen Tagen bereits die Schneekanonen, sie tun sich offensichtlich aber noch recht schwer. Auf dem Skihang in Arvidsjaur ist bislang lediglich ein verschwindend kleiner weiss schimmernder Fleck zu sehen.

Im Tourismus beginnen einige Unternehmer bereits leichte Anzeichen von Nervosität zu zeigen, und auch aus Autotesterkreisen werden die missmutigen Stimmen langsam hörbar. Denn bereits die vergangenen drei Winter waren alles andere als zufriedenstellend für diesen Wirtschaftszweig. Wir haben sogar Gerüchte gehört, dass die Suche nach neuen Standorten bereits im Gange sei.

Aber es gibt noch keinen Grund zur Beunruhigung. Winter und Schnee werden kommen. Und schenkt man den Langzeitprognosen Glauben, dann steht uns sogar ein sehr intensiver Winter bevor. Wir geniessen die noch behaglichen spätherbstlichen Tage, sehen sie aber mehr als eine Erholungspause im Sinne der „Ruhe vor dem Sturm“.

Kleiner Hinweis und dringende Bitte: Die Strassenverhältnisse sind zur Zeit bereits sehr tückisch. Überfrierende Nässe auf dem blanken Teer ist extrem gefährlich - weil während der Fahrt praktisch nicht erkennbar - und wird von vielen Besuchern der Region völlig unterschätzt. Daher die dringende Bitte, am Polarkreis gerade jetzt den Fuss vom Gas zu nehmen und besondere Vorsicht walten zu lassen. Denn bereits ein plötzlich aus dem Wald auf die Strasse springendes Rentier kann zur Katastrophe führen.

scharfkantige_jahreszeiten_1015


Ein Sinnbild der abrupten Übergänge: Im Schatten ist das Gras grau und von Frost bedeckt; auf der Sonnenseite schimmert es (noch) gülden.

Gänsehaut, der kalte Krieg und die Zukunft

Eine Reise in die Vergangenheit: Auf einer Fahrt in Richtung Finnland vor einigen Tagen hatte uns eine kurze Pause abseits der E4 wieder einmal eine Gänsehaut beschert. Nur einige Kilometer von der E4 entfernt, auf der sich im Sommer Scharen von Touristen bewegen, sind wir auf einen idyllischen Platz gestossen. Ein kleiner Waldspaziergang hat uns jedoch abrupt in die Abgründe vergangener Realitäten geführt. 

In den heissen Zeiten des kalten Krieges (nach Lehrbuch die Zeit von 1947 bis 1989) war Schweden von den westlichen Bündnispartnern als eines der Hauptaufmarschgebiete (zutreffender wäre wohl der Begriff „Schlachtfelder“) eines möglichen Ost-West-Konfliktes, sprich einer Invasion aus dem Osten, ausersehen worden (und das obwohl Schweden zu keiner Zeit Mitglied der NATO war). Das Wettrüsten in unvorstellbarem Ausmass hatte seine Spuren auch in Schweden hinterlassen.

Unser kleiner Waldspaziergang führte uns somit mitten in ein Feld aus Panzersperren und Bunkeranlagen, die uns eine Gefühl von Gänsehaut beschert haben. Den Überresten geheimer Flugfelder sind wir im Inland schon häufiger begegnet, aber so grossflächige und massive Verteidigungsanlagen waren sogar für uns neu. 

Unsere journalistische Ader erwachte und wir begannen, uns im nächsten Dorf bei Anwohnern etwas näher über die jüngere Geschichte zu erkundigen. Bereitwillig wurde uns von grossen und weitläufigen Bunkeranlagen mit meterdicken Betonwänden und Armierungseisen in Unterarmstärke berichtet, die auch direkten Angriffen mit Kernwaffen standhalten sollten. Die meisten Anlagen sind seit dreissig Jahren verwaist, die Eingänge wurden verschlossen. Einige Objekte aber werden von Vereinen gepflegt und können besichtigt werden.

Die Stimmung an diesen Orten ist eigenartig. Die Natur hat sich ihren Teil zurückgeholt und Rentiere weiden zwischen tonnenschweren Betonklötzen; Kraniche ziehen friedlich ihre Bahnen am Himmel. Die Anmutung von Chaos und Zerstörung scheint aber dennoch atmosphärisch konserviert und bedrückt die Stimmung des Besuchers.

Der rüstige Rentner, mit dem wir uns angeregt unterhalten haben, war in Gesprächslaune. Nennen wir ihn Lars. 

Lars zeichnete in groben Zügen das grosse Bild der vergangenen Zeiten.

Bekanntlich hatte Schweden in den 70er-Jahren geradezu aberwitzig hohe Steuersätze durch die Kombination von Ertrags- und Substanzsteuern. Der schwedenkundige Leser erinnert sich an populäre Beispiele wie Astrid Lindgren oder ABBA. Die zu zahlende Steuerlast hatte dazu geführt, dass die Steuern und Abgaben mehr als 100 Prozent der Einnahmen ausmachten. Normalerweise wird das als Teil der wirtschaftlichen Blütezeit Schwedens in den Nachkriegsjahren bis zum Ende der 70-er Jahre gesehen und in diesem Kontext bewertet: Der Lebensstandard und das Wohlfahrtssystem waren europaweit legendär, was die sprudelnden Steuereinnahmen verschlang. 

Lars war kritischer und zeichnete ein anderes Bild. „Was meinst Du“, fragte er, „wo ein Grossteil der ganzen Steuermillarden hin gegangen sind?“. Und er berichtete uns von den geheimen Grossbaustellen unvorstellbaren Ausmasses. „Das hat alles unglaublich viel Geld gekostet, und seit dreissig Jahren gammelt alles vor sich hin“, fuhr er fort, um uns dann zu belehren, „dass Schweden zu dieser Zeit an der Weltspitze mit den Pro-Kopf-Rüstungsausgaben gelegen hatte“. Wir fragten nicht nach, woher er die gute Kenntnis der Zusammenhänge besitzt.  

Er rundete seinen kleinen Vortrag ab: „Die in Schweden sehr schwere Finanz- und Bankenkrise der späten 80-er und frühen 90-er Jahre hatte dann das Geld versiegen lassen, und die Entspannung zwischen Ost und West gegen Ende der 80-er Jahre hatte das alles hier obsolet werden lassen. Die Ruinen bleiben uns als Erinnerung erhalten.“  

Wir packten zusammen und setzten unsere Reise gen Finnland fort. Die Gedanken kreisten nun Kilometer für Kilometer um die eindrücklichen Bilder und die Berichte von Lars.

Uns verbindet die Hoffnung, dass die Ruinen weiter verfallen und die Zeiten des kalten Krieges gezählt sind.

Möge Schweden weitere 200 Jahre in Frieden leben. 

Panzersperren: Die Natur erobert sich das Gebiet zurück
Panzersperren: Die Natur erobert sich das Gebiet zurück


Diese tonnenschweren Kolosse wären im Ernstfall <br />mit einem Handgriff auf die Strasse zu rollen gewesen.
Diese tonnenschweren Kolosse wären im Ernstfall
mit einem Handgriff auf die Strasse zu rollen gewesen.


20. August

Der 20. August ist am Polarkreis in dreifacher Hinsicht ein bedeutsames Datum:

- Schwalbenschwärme ziehen in akrobatischen Flugmanövern über unsere Köpfe. Unter ihnen auch die drei kleinen Schwälbchen, die in einem Nest am Dachbalken unserer Scheune in schwindelerregender Höhe geschlüpft sind. Es war ein Naturschauspiel, sie aufwachsen zu sehen und die ersten Flugversuche zu verfolgen. Das war vor acht Wochen. Und nun bereiten sie sich auf eine mehrere tausend Kilometer lange Reise vor. Eigentlich sollten sie sogar schon unterwegs sein, denn normalerweise ist der 20. August das „Abflugdatum“ der Schwalbenschwärme. Wegen des derzeit sonnigen Wetters wird sich das Datum dieses Jahr um einige Tage verschieben.

- Es lässt sich nun (leider) nicht mehr verleugnen, dass es bald wieder kalt werden wird am Polarkreis. Just am 20. August, zog der Gerätewagen im Auftrag des Vägverkets seines Weges, um die „Snöstängsel“ (Schneestangen) für die kommende Wintersaison in den Boden zu bohren. Ein komisches Gefühl bei - ungewöhnlichen - 20 Grad Tagestemperatur. In Västerbotten sind die Markierungsstäbe aus leuchtend rotem Plastik gefertigt und haben mehrere Markierungen aus Signaltape, wohingegen auf den Nebenstrassen in Norrbotten noch echte Holzstangen zum Einsatz kommen. Diese werden wegen ihrer besonders geraden Form eigens aus Russland importiert und dann an mehreren Stellen mit Signalfarbe lackiert.

- Schliesslich ist der 20. August der Tag, an dem in unserem beschaulichen kleinen Dorf die Strassenbeleuchtung wieder in Betrieb genommen wird. Vor sieben Wochen noch ging die Sonne gar nicht unter; nun ist es ab 22 Uhr schon so dämmrig, dass die Strassenlaternen wieder einige Stunden ihr Licht spenden.

Snöstängsel aus Västerbotten - von innen betrachtet
Snöstängsel aus Västerbotten - von innen betrachtet

Strassenbau in Schweden

Eine längere Autofahrt hat uns am vergangenen Sonntag viele Kilometer über unbefestigte Wege geführt. Schweden ist ein weitläufiges Land und das Wegenetz umfasst 98.500 Km Staatsstrassen und 41.600 Km kommunale Strassen. Dazu kommen noch jede Menge privater Strassen, deren Unterhaltspflicht nicht bei der öffentlichen Hand liegt. Von den 98.500 Km Staatsstrassen fallen 72.100 Km in die Kategorie „sonstige Strassen“. Von diesen sind 19.300 Km, d. h. ungefähr 20% des Wegenetzes, „Schotterpisten“ (der grösste Teil davon in Nordschweden; Quelle: Trafikverket).

Das Wegenetz will unterhalten und im Winter auch geräumt werden. Eine herausfordernde Aufgabe, denn die langen und harten Winter führen dazu, dass Wege und Strassen wegen Frostschäden beinahe jährlich ausgebessert werden müssen. Manchmal scherzen wir auf Autofahrten wegen der Spurrillen, dass es jetzt an der Zeit wäre, die Kanus auszupacken um paddeln zu können.

Manchmal nimmt das skurrile Formen an, wie wir auf der besagten Fahrt am vergangenen Sonntag wieder einmal sehen durften. Ein Waldweg, der zu einem entlegenen Ortsteil führt, war vom Regen ausgespült und das Strassenbett hatte sich um ca. 20-30 cm gesetzt. Kratern gleich gab es Schlaglochfelder, die jeder Teststrecke für Autos Ehre gemacht hätten. Zwischen den Schlaglöchern ragten bedenklich hohe, einzelne Steinbrocken heraus. Hoch genug, um jeder PKW-Ölwanne ein jähes Ende bereiten zu können.

Ein findiger Kopf hatte das Problem auf eine sehr kreative - und farbenfrohe - Art und Weise gelöst, indem er (oder sie) alle herausragenden Steine mit roter Signalfarbe besprüht hat. Ob das eine vorbereitende Massnahme für die (hoffentlich) kommenden Unterhaltsarbeiten an dem Weg, oder nur als Hinweis für die Verkehrsteilnehmer gedacht war, war leider nicht heraus zu finden.

Unser Tipp an alle Schwedenreisenden und Urlauber: Das weit verzweigte Netz an unbefestigten (Wald-) Wegen führt oft zu bezaubernden Stellen. Hohe Aufmerksamkeit und angepasste Geschwindigkeit sind aber unbedingt anzuraten! Und mit dem Wohnmobil oder Wohnwagen bitte vernünftig bleiben und keine Risiken eingehen. Erfahrungsgemäss ist das Mobilfunknetz draussen an entlegenen Stellen im Wald immer dann nicht vorhanden, wenn es dringend gebraucht wird.

Strassenbau in Schweden
Strassenbau in Schweden

Zwischenstand zum arktischen Sommer 2015

Zwischenstand zum arktischen Sommer 2015; die Fortsetzung.

Die kurze Version: Regen, Regen, Regen

Die mittellange Version: Regen, Kälte, Regen, Kälte

Die ausführliche Version: Der Sommer in Schwedisch-Lappland hat sich bislang als Totalausfall erwiesen. Er hat schlicht und ergreifend bislang nicht stattgefunden. Zusammen genommen waren es nur ungefähr zwei Wochen mit sommerlichen Temperaturen und ohne Niederschlag. Und nach dem Wettergefühl der Einheimischen beginnt mit dem August bereits die herbstliche Zeit. Ganz so dramatisch sehen wir das nicht, denn wir hatten die letzten Jahre ab und an auch einmal einen richtig schönen und warmen August. Aber für viele Schweden war der Sommer eine Belastung. Die schwedische Ferienzeit neigt sich dem Ende zu und die Daheimgebliebenen hatten kaum eine Chance, die „inneren Akkus“ für den Winter zu füllen.

Prägend für den arktischen Sommer 2015 in Lappland: Regen
Prägend für den arktischen Sommer 2015 in Lappland: Regen


Auch für die kürzlich hier schon erwähnten kommerziellen Beerenpflücker, die zu einem grossen Teil eigens aus Thailand hierher fliegen, ist die Katastrophe voll im Gange. Normalerweise können sie in zwei Monaten Sommerarbeit in Schweden genug verdienen, um ihre Familie zu Hause den Rest des Jahres zu ernähren. Dieses Jahr sehen wir ausnahmslos verzweifelte Gesichter. Von den begehrten Hjortronbeeren ist dieses Jahr fast keine Spur zu finden. Wo normalerweise ertragreiche Gebiete sind, gibt es dieses Jahr nichts. Auch die spätere Blau- und Preiselbeerernte sind akut gefährdet. Für die Beerenpflücker ist das deswegen so dramatisch, weil sie zum überwiegenden Teil erfolgsbezogen vergütet werden. Keine Ernte ergibt also fast keinen Lohn. Und auch der geringe Garantielohn ist gefährdet, denn die auftraggebenden Unternehmen sind in einer so dramatisch schlechten Saison von Insolvenz bedroht. Die mit einer befristeten Arbeitserlaubnis ausgestatteten ausländischen Saisonarbeiter haben aber praktisch keine Chance, das im schwedischen Recht vorgesehene Konkursausfallgeld geltend zu machen und müssen dann mit leeren Taschen wieder nach Hause fliegen (die Reisekosten zahlen sie natürlich selbst). Die Tragödien lassen sich nur erahnen.

Auch die schwedische Landwirtschaft stellt sich auf grosse Ernteausfälle ein. Kartoffelbauern berichten, dass bis zu 90% der Ernte bereits jetzt unwiderruflich verloren sind.

Und auch für viele Touristen ist der Sommer trist. Wer ein festes Urlaubsdach über dem Kopf und die richtige Kleidung hat, kann auch dem trüben Sommer viele reizvolle Seiten abgewinnen. Die Campingplätze aber sind gähnend leer und viele Wohnmobilisten, mit denen wir gesprochen haben, haben ihren Urlaub abgebrochen und sich wieder auf die Heimreise gemacht.

Kraniche und Rentiere am Wegesrand
Die Tierwelt nimmt es etwas gelassener: Kraniche und Rentiere am Wegesrand

Können Laternenpfähle im Sommer frieren?

Wir unterbrechen unsere Sommerpause heute mit einem kurzen Beitrag und widmen uns der Frage: Können Laternenpfähle im Sommer frieren?

Können Laternenpfähle denn im Winter frieren und wenn ja, wie ist das im Sommer? Bei einer kühlen Brise Seeluft vielleicht, oder bei einem plötzlichen Kälteeinbruch?

Und heisst es eigentlich Laternenpfahl oder Laternenpfosten?

Der verwunderte Leser mag sich jetzt vielleicht fragen, wie wir eigentlich auf diese - doch zunächst eher peripheren - Frage gekommen sind.

Sie merken schon, entweder geht es um Satire oder um Kunst. Letzteres ist der Fall.

Und damit wären wir mittendrin in einem neuen Beitrag aus der Serie: Achtung Kunst.

Bei einem Spaziergang an der "Uferpromenade" in der beschaulichen Kleinstadt Malå in Schwedisch-Lappland sind wir kürzlich auf eine interessante und sehr kreative Kunstinstallation gestossen.

Pfostenwärmer - Kunst am Laternenpfahl - 1
„Pfostenwärmer“


Der Uferweg, der einen schönen Blick auf die gegenüberliegende Seite des Malåträsk gewährt und stark frequentiert ist, wurde in einen meditativen Pfad verwandelt. Der Kern des Gesamtkunstwerkes sind bekleidete Laternenpfähle. Gehäkelt, gestrickt und in Patchwork haben die Laternenpfosten wärmende Bekleidung bekommen: Zahlreiche "Handschuhe" oder "Wärmesocken" zieren die Reihe der Laternenpfosten.

Frau Lapplandblog bezeichnet die handgefertigten Kunstwerke, welche an den Laternen angebracht sind, schlicht und ergreifend als Pfostenwärmer.

Pfostenwärmer - Kunst am Laternenpfahl - 2
„Pfostenwärmer II“

Am Wegesrand des meditativen Pfades sind im Abstand von 10-20 Metern Schilder mit besinnlichen Zitaten angebracht. Mehrere Bänke laden zum Verweilen ein.

Bank am Wegesrand - Kunst am Laternenpfahl
„Besinnliche Parkbank - oder Parkbank der Besinnung?“


Eine innovative Installation, wir wir finden. Vom philosophischen Hintergrund, der sich in den Eingangsfragen andeutungsweise spiegelt, einmal ganz zu Schweigen.

Im beschaulichen Malå ist die Frage nach der Kälteempfindlichkeit von Laternenpfählen also, entgegen landläufiger Ansicht, nicht nur rein philosophischer Natur.

Pfostenwärmer - Kunst am Laternenpfahl mit Panorama
„Pfostenwärmer in Nationalfarben mit Panorama“


Arktischer Sommer 2015 in Lappland

Ein kurzes Lebenszeichen aus der Sommerpause zum arktischen Sommer 2015 in Schwedisch-Lappland.

Der bisherige Sommerverlauf um den Polarkreis in Lappland lässt sich in zwei einfachen Worten zusammen fassen: Kalt und verregnet. Von Klimaerwärmung ist - zumindest hier - wahrlich nichts zu spüren.

Die Lage im Fjäll ist geradezu dramatisch: Geschlossene Schneedecken setzen der Rentierzucht der Ursprungsbevölkerung, den Samen, sehr zu. Die Rentiere haben es sehr schwer, an die als Futter begehrten Flechten am Boden zu kommen. Eigentlich sollten sich die Rentiere jetzt den Magen vollschlagen und Fett für die Wintersaison ansetzen. Stattdessen verhungern derzeit ganze Herden. Die Dramatik und der wirtschaftliche Schaden sind unbeschreiblich. Auch das Renmärkning, das normalerweise um Midsommar herum stattfindet, ist auf unbestimmte Zeit verschoben.

Auch im Tourismus schlägt der kalte Sommer gnadenlos zu. Es ist mitleiderregend, die hoffnungsvoll anreisenden Camper zu sehen, die ihren Urlaub bei Tagestemperaturen vom um die 10 Grad und Dauerregen im Zelt oder Wohnmobil verbringen. Glück hat, wer ein Ferienhaus, also ein festes Dach über dem Kopf mit einer guten Heizung gebucht hat.

Natürlich haben wir uns umgehört und mit vielen Einheimischen gesprochen, die unseren Eindruck bestätigen. Dieser Sommer geht stark in Richtung Negativrekord. Moltebeeren wird es dieses Jahr wahrscheinlich so gut wie keine geben und auch die Blaubeerernte ist akut gefährdet, wenn das kalte Wetter noch zwei weitere Wochen anhält. Das wird sich auch zu einem Drama für die Heerscharen von Beerenpflückern, die jährlich aus dem asiatischen Raum nach Schweden kommen, entwickeln.

Die Hoffnung stirbt zuletzt. Die statistischen Wetterdaten indizieren eine gewisse Wahrscheinlichkeit für einen (relativ) warmen August. Sicher ist das aber nicht.

Regenschirme am Himmel - Arktischer Sommer 2015 in Lappland
Blick in den Himmel - Gut gerüstet für den diesjährigen arktischen Sommer :(

Sommarlov

"Sommarlov" ist die Bezeichnung für die schwedischen Sommerferien.

Von kleineren regionalen Unterschieden abgesehen, gehen die Sommerferien von der Woche vor Midsommar bis Mitte August (10 Wochen).

Für uns heisst das: Mitte August geht es dann hier im Blog wieder weiter.

Wir wünschen allen Leserinnen und Lesern eine schöne und erholsame Sommerzeit!

Und wenn Sie Urlaub in Schweden machen dann passen Sie bitte auf, dass Ihnen kein Elch und kein Rentier vor das Auto oder Womo laufen!

Arktischer Sommer 2015
Arktischer Sommer 2015

Das Jedermannsrecht ("Allemansrätten") - aber so bitte nicht!

"Das kann doch nicht wahr sein", so fuhr es mir durch den Sinn. Und meine Palette der Emotionen ging von ungläubigem Staunen über Fassungslosigkeit bis hin zu richtigem Ärger.

Was war geschehen? Es geht um das schwedische Jedermannsrecht , das sog. "Allemansrätten". Das Allemansrätten, eine alte Tradition in vielen nordischen Ländern, hat in Schweden seine Grundlage in der Regeringsformen (Link zum Gesetzestext der Regeringsformen), einem der schwedischen Grundgesetze.

Die geltende Regeringsformen, in der u. a. die staatsrechtliche Organisation des schwedischen Staates geregelt ist, ist am 1.1.1975 in Kraft getreten. Seit 1994 findet sich dort im zweiten Kapitel § 15 die Regelung

"Alle haben Zugang zur Natur nach Massgabe des Jedermannsrechtes".


Bereits von Alters her war das Allemansrätten aber bereits ein ungeschriebener schwedischer Rechtsgrundsatz, der durch die Neuregelung aus dem Jahre 1994 lediglich gesetzlich kodifiziert wurde.

Der genaue Umfang des Jedermannrechtes ergibt sich allerdings nicht aus der Regeringsformen, aber im schwedischen Umweltgesetzbuch, dem sog. "Miljöbalken" (Link zum Gesetzestext des Miljöbalken) finden sich einige detailliertere Regelungen, insbesondere in den Kapiteln zwei und sieben. Dort ist im siebten Kapitel § 1 die Regelung

"Jedermann, der das Jedermannsrecht in Anspruch nimmt oder sich sonst in der Natur aufhält, soll Rücksicht und Achtsamkeit im Umgang mit der Natur zeigen"



zu finden.

Die Detailauslegung des Jedermannsrechts wird vom schwedischen Amt für Naturschutz, dem sog. "Naturvårdsverket" vorgenommen. Der Obersatz lautet dabei

"Nicht stören und nicht zerstören".



Ausgangspunkt für die Auslegung des Inhalts sind zunächst alle in anderen Gesetzen ausdrücklich untersagten Tatbestände. Der dann verbleibende Freiraum wird vom Naturvårdsverket ausführlich beschrieben und ausgeformt.

Über den Umfang des Allemansrätten wird in den letzten 15 Jahren lebhaft diskutiert denn es gestattet viele Nutzungen, die von erheblicher wirtschaftlicher Bedeutung sind. So z. B. das kommerzielle Beerenpflücken. Jedes Jahr arbeiten sich Heerscharen von kommerziellen Beerenpflückern, die i. d. R. unter völlig unakzeptablen Bedingungen arbeiten, durch die Wälder Norrlands auf der Suche nach Preiselbeeren, Blaubeeren, Moltebeeren und vielen anderen Leckereien.

Über die bemitleidenswerten Beerenpflücker, die mit einem zeitlich begrenzten Arbeitsvisum oft aus Thailand und sogar China nach Schweden kommen, wäre noch viel zu sagen. Aber darum soll es heute nicht gehen.

Also zurück zum Allemannsrätten. Dieses ist auch bei vielen Touristen sehr beliebt - ermöglicht es doch z. B. das wilde Campen in der Natur.

Das Natutvårdverket sagt dazu:

Für eine Nacht darf man in der freien Natur zelten, vorausgesetzt, dass man den Grundbesitzer nicht stört oder Schaden in der Natur anrichtet. ... Es ist wichtig, das Zelt nicht in Sichtweite eines Wohnhauses oder auf landwirtschaftlich genutzten Flächen aufzuschlagen. ... Das Jedermannsrecht erlaubt, für eine Nacht zwei bis drei Zelte aufzuschlagen. Da bei größeren Gruppen die Gefahr für Bodenschäden und sanitäre Probleme besteht, muss die Erlaubnis des Grundbesitzers eingeholt werden.



Für Nationalparks und Naturschutzgebiete gibt es Sondervorschriften.

Und wer würde es nicht lieben, in der freien Natur am Lagerfeuer zu sitzen?

Das Naturvårdsverket dazu:

Unter sicheren Bedingungen ist es erlaubt in freier Natur offene Feuer zu zünden. Doch so stimmungsvoll ein offenes Feuer auch ist, es birgt Risiken, denn jährlich werden große Waldbrände durch Fahrlässigkeit mit offenen Feuern verursacht. ... Es ist wichtig, einen geeigneten Platz für das Feuer zu wählen. Das Feuer darf sich weder ausbreiten noch Boden oder Pflanzen beschädigen. Kies oder Sandboden eignen sich gut als Bodengrundlage.Moos, Torfboden oder erdiger Waldboden eignen sich nicht so gut. Hier besteht nicht nur die Gefahr, dass sich das Feuer ausbreitet, es kann auch lange im Boden schwelen, um später aufzuflammen.Machen Sie auch nie Feuer auf oder direkt neben Felsen oder Klippen. Diese bersten durch die Hitze und es entstehen unwiderrufliche Schäden.Heruntergefallene Tannenzapfen und Zweige dürfen als Brennmaterial benutzt werden. Es ist nicht erlaubt, Bäume oder Büsche zu fällen oder Reisig, Zweige und Baumrinde von lebenden Bäumen zu schneiden. Auch die Wurzeln umgekippter Bäume (Sturmholz) dürfen nicht als Brennholz verwendet werden.



Für Nationalparks und Naturschutzgebiete gibt es auch hier wieder Sondervorschriften.

Zurück zum Ausgangspunkt meines Erlebnisses. Ort des Geschehens ist ein bezaubernder "wilder" Campingplatz, der bei vielen Norrlandurlaubern sehr beliebt ist. Einige übereifrige Touristen hatten für ein Lagerfeuer einen der wertvollen Bäume, die zur Uferbefestigung dienen, gefällt und zu Feuerholz verarbeitet. Und das war nicht der erste Baum, der an diesem Ort rücksichtslosen Touristen zum Opfer gefallen ist. Das zu sehen und zu verfolgen regt mich - ehrlich gesagt - unglaublich auf.

Deswegen liebe Urlauber:

Nicht stören und nicht zerstören. Und im Zweifel bitte den Ball bewusst flach halten! Denkt daran: Ihr seid auch Botschafter Eurer Kultur und Eures Heimatlandes. Und speziell alle Deutschen seien hier ermahnt, denn der Ruf von Deutschen leidet in unseren Breiten derzeit aus guten Gründen leider zunehmend.



Das Jedermannsrecht (
Ich traue meinen Augen nicht:
Hier wurden die Grenzen des Allemansrätten weit überschritten!

Böse Überraschung - Schneelast und Dachlawinen in Lappland

Heute wieder ein Artikel aus der Reihe "live aus dem Alltag".

Die Geschichte beginnt - wie i. d. Rd. - mit einem verzweifelten Anruf. In der Nachschau eine wirklich erschütternde Geschichte.

Eine deutsche Familie hatte sich im vergangenen Jahr ein kleines Häuschen in durchaus reizvoller Lage hier in der Gegend gekauft. Gedacht war, das Haus als Ferienhaus für die Familie zu nutzen. Den Rest des Jahres sollte das Haus leer stehen und sich selbst überlassen bleiben. Soweit so gut.

In einem solchen Fall gibt es zunächst das Einbruchsrisiko in der unbewohnten Zeit. Wer keine werthaltigen Gegenstände - und darunter fallen hier auch z. B. ein Rasenmäher oder eine Schneefräse - im Haus oder den Nebengebäuden verwahrt, muss sich keine allzu grossen Sorgen machen (abgesehen von einer aufgebrochenen Tür und durchwühlten Schränken). Überaus ärgerlich ist ein Einbruch natürlich schon, aber das finanzielle Risiko hält sich in überschaubaren Grenzen.

Ein viel grösseres Risiko lauert aber in der kalten Jahreszeit.

"Schneelast" heisst das Stichwort. Die zulässige Schneelast gibt an, wie viel Schnee ein Hausdach aushalten wird. Die Winter sind hier lange und Schnee gibt es reichlich. Da kann sich eine ganze Menge von der weissen Pracht auf dem Dach ansammeln.

Wieviel das in Tonnen gemessen sein kann, lässt sich relativ einfach berechnen. Schweden ist - wie andere Länder auch - in Schneezonen aufgeteilt. Eine solche Schneezonenkarte kann z. B. hier betrachtet werden.

In Lappland reichen die Werte von 2,5 bis 5,5. Der Grossteil der Fläche ist als drei klassifiziert. Was verbirgt sich hinter diesem Wert? Er gibt an, wieviel Schneelast pro Quadratmeter, mit einer Wahrscheinlichkeit von 98% nicht überschritten wird. In der Schneezone 3,5 ist also mit 350 Kg Schneelast pro Quadratmeter zu rechnen. Hier geht es zunächst einmal nur um reinen Schnee.

Die tatsächliche Schneelast kann sich aber im Verlauf des Winters ändern. Bleibt der Schnee auf dem Dach die Wintersaison über liegen, verdichtet er sich. Irgendwann kommt die Tauphase. Es regnet auf den Schnee, der zunehmend vereist. Wenn Schneefanggitter jetzt verhindern, dass der Schnee als Lawine vom Dach fällt, kann die Schneelast auf bis zu 900 Kg pro Quadratmeter (im Extremfall auch noch mehr) steigen. Nun überschlagen Sie einfach einmal, wieviele Quadratmeter Fläche Ihr Dach hat. Und schnell kommen Sie zu der Einsicht, dass sich am Winterende gut und gerne ein ganzer Tankwagen an Gewicht auf dem Dach lastet.

Viele Häuser in Lappland sind so gebaut, dass Sie eine hohe Dachneigung (relativ spitzer Winkel) haben. Dadurch fällt der Schnee ab einer angemessenen und ungefährlichen Schneehöhe als Lawine herunter. Das macht zwar viel Arbeit am Boden, rettet aber das Dach. Häuser mit Giebeln oder Winkeln im Dach sind problematischer. Durch die Schneestürme im Winter bilden sich an diesen Stellen Schneeverwehungen mit möglicherweise gefährlichen Schneehöhen, die zu extremer Punktbelastung führen können. Ein gutes Indiz in einem Holzhaus (und die allermeisten Häuser hier sind Holzhäuser) sind Fenster und Türen. Wenn diese anfangen zu "knarzen" und sich nicht mehr geschmeidig öffnen und schliessen lassen, dann ist äusserste Vorsicht angesagt.

Besonders gefährdet sind Flachdächer. Auf vielen Industriehallen ist deshalb im Winter permanent eine Schneefräse geparkt, mit der das Dach regelmässig gefräst wird.

Ein Dach vom Schnee zu räumen ist übrigens echte Knochenarbeit (wenn man nicht gerade ein Flachdach mit Schneefräse darauf hat). Bei geneigten Dächern kommt noch ein weiteres erhebliches Risiko hinzu. Dachräumer sind in Schweden hochbezahlte und i. d. R. gut trainierte Spezialisten.

Ein kleiner Exratipp noch zu Häusern mit grosser Dachneigung:

Die Lawinen schonen das Dach. Wenn Sie aber einen Kamin haben, geht eine Leiter auf dem Dach zu diesem. Und gerade diese Leiter hat die unangenehme Eigenschaft, mit der Lawine gerne herunter gerissen zu werden. Regelmässige (am besten jährliche) Kontrolle ist wichtig. Und bitte lassen Sie das einen Profi machen (besonders wenn Sie nicht schwindelfrei und höhenerprobt sind).

Zurück zum Anruf, mit dem unsere Geschichte begann. Was war also geschehen?

Die deutsche Familie wollte alles "ordentlich" haben, und hatte sich im vergangenen Herbst von einem deutschen Handwerker, der seinen Urlaub in Lappland verbracht hatte, überall rund um das Haus Schneefanggitter anbringen lassen. Richtig stabil und in "deutscher Gründlichkeit".

Dachlawinen gab es also keine. Fein.

Das hatte aber die vorhersehbare und verheerende Nebenwirkung, dass sich auf dem Dach eine viel zu grosse Menge Schnee ansammelte, für welche die alte Dachkonstruktion schlichtweg nicht berechnet war. Und vermutlich gegen Mitte April gab es dann einen lauten Knall und das hübsche Häuschen hat sich in ein überdimensionales Mikado verwandelt. Das hat die Familie vor einigen Tagen durch den Anruf entfernter Nachbarn erfahren. Schadensbegrenzung ist nicht mehr möglich und der Traum vom eigenen Ferienhaus hat sich in einen Trümmerhaufen verwandelt.

Unser Tipp: Denken Sie vorher an die zu erwartende Schneelast und treffen Sie Vorbereitungen und Gegenmassnahmen, oder - viel einfacher und bequemer - mieten Sie einfach ein Ferienhaus in Lappland.

Schneelast und Dachlawinen in Lappland - Einst ein Haus - jetzt ein grosses Mikado
Einst ein Haus - jetzt ein grosses Mikado

Der arktische Winter 2014/2015 - ein Rückblick mit Bildstrecke

Wer sich für Reisen nach Nordschweden interessiert, weiss es schon: Lappland ist ein Paradies für alle Winterfans und Wintersportler.

In unseren Breiten unter dem Polarkreis beginnt der richtige Winter schliesslich bereits im November. Genau genommen sind es nur vier Monate, die in Schwedisch-Lappland nicht vom Winter geprägt und in der Regel schneefrei sind (Juni-September).

Die Himmelstore öffnen sich in den Monaten November und Dezember und sorgen für reichlich Schnee. Mit "richtigen" Minusgraden ist von Januar bis März zu rechnen. Das Thermometer sinkt dann schon einmal auf die "Minus 40 Grad Marke".

Alle, die sich für Eisangeln, Schneemobile und Skifahren begeistern, finden bei uns ihr Paradies. Und von den Polarlichtern will ich erst gar nicht anfangen zu schwärmen.

Wie war nun die Wintersaison 2014/2015? Der Winter war schneereich (wenn auch nicht ausserordentlich) und relativ warm. Wochenlange Tiefsttemperaturen sind uns in dieser Saison erspart geblieben. Der Schnee hat sich allerdings lange gehalten. Wir schreiben heute den 17. Mai und an schattigen Stellen liegt noch immer Schnee. Anfang April gab es mehrere Wochen ein eher lästiges Schneematschwetter mit Tagestemperaturen um die Null Grad.

Die in dieser Gegend im Geheimen sehr aktiven Autotester bekannter Grosskonzerne waren - dem Vernehmen nach - von dieser Saison nicht sehr begeistert. "Zu warm" lautete einheitlich das von verschiedenen Quellen kolportierte Verdikt.

Impressionen aus diesem Winter haben wir für Sie in einer Serie mit Bildern in schwarz/weiss zusammengestellt.

-> Zur Galerie "Der arktische Winter 2014/2015 - ein Rückblick"

Der arktische Winter 2014/2015 - ein Rückblick

Bye, bye, Winter Wonderland

Das Wetter in Lappland ist sehr unbeständig und die Vorhersagen sind da so eine Sache. Böse Zungen behaupten gar, dass die Prognosen im nachhinein besser sind, als im vorhinein :-)

Wenn wir der aktuellen Langzeit-Wettervorhersage für die Region aber einmal Glauben schenken wollen, dann könnte (Konjunktiv!) die kommende Woche keine Temperaturen unter dem Gefrierpunkt mehr aufweisen. Die tatsächliche Wintergrenze wäre damit gekommen.

Dem Schnee kann jedenfalls jetzt schon beim Auftauen zugesehen werden.

Wieder einmal heisst es „Bye, bye, Winter Wonderland“. Wir sehen uns bald wieder.

Bye, bye, Winter Wonderland - Little Planet
Ein 360-Grad-Rückblick auf die bald hinter uns liegende Wintersaison 2014/2015

Wo geht's hin in Lappland? Ausflugsziele im Grossraum Arvidsjaur!

Die letzten Tage haben uns wieder viele Mails mit der Frage erreicht, welche Ausflugsziele wir denn in unserer Gegend um den Polarkreis empfehlen können.

Hier die Antwort: eine ganze Menge!

Aber bevor ich mir hier die Finger wund schreibe, darf ich auf die Vorarbeit von Frau Lapplandblog verweisen, die sich den Winter über der Thematik Ausflugsziele in Västerbotten und Norrbotten ausführlich angenommen hat.

Von den interessanten grösseren Städten mit ihren Sehenswürdigkeiten in der Umgebung, über einen spannenden Tierpark mit Wildtieren aus Nordschweden bis hin zu Spieleparadiesen für die Kinder ist alles mit dabei.

Zur Übersicht der Ausflugsziele in Lappland mit Beschreibung und Link zur den jeweiligen Homepages bitte hier entlang.

Wer gerne etwas ausführlichere Berichte liest, sei zudem auf die Blogeinträge von Frau Lapplandblog verwiesen.

Dort geht es auch um thematische Schwerpunkte, z. B. Kajaktouren und Rafting, Wandern oder die - mittlerweile legendäre - Boutique von Anna-Lena in Arvidsjaur.

Wir möchten hier nicht noch explizit erwähnen, dass es bei uns hier in Schwedisch-Lappland abgelegene Seen mit Sandstränden gibt, die im Sommer zum Schwimmen oder zu Bootsfahrten einladen.

Und auch der Elch wartet schon auf Dich in Lappland
Und auch der Elch wartet schon auf Dich in Lappland...

Zeit, den Sommerurlaub in Lappland zu planen

Die meisten Menschen denken bei Urlaub in Lappland an die Wintersaison. Der Winter bietet eine Fülle von Möglichkeiten, die schöne Zeit des Jahres zu verbringen. In Lappland gibt es bekanntlich lange, schneereiche und kalte Winter, und wer den Winter liebt, kommt voll auf seine Kosten.

Zahlreiche Skigebiete laden Wintersportler ein und die Langlaufmöglichkeiten liegen direkt hier vor der Haustür. Schneeschuhwanderungen durch die magische Winterlandschaft sind nach Herzenslust möglich. Und wer gerne mit dem Schneemobil unterwegs ist, findet sein ganz persönliches Paradies in den Weiten schwedisch Lapplands. Und von den Polarlichtern wollen wir erst gar nicht anfangen zu schwärmen.

Aber auch im Sommer ist Lappland immer eine Reise wert.

Die Sommer in Lappland sind zwar kürzer als in Mitteleuropa, dafür aber sehr warm. Ein weiterer Vorteil der nördlichen Lage: Die Sonne scheint viel länger. Einsame Badestrände und viele familienfreundliche Ausflugsziele warten hier auf Sie. Die richtig warme Zeit beginnt Ende Juni. Die Monate Juli und August sind die "heissen Monate", in denen es häufig lange Sonnenperioden mit bis zu 30 Grad Celsius gibt.

Ganz gleich, ob Sie sich im Sommer für Radfahren, Mountainbiken, Wanderungen oder Schwimmen an einem der ruhigen Seen mit Sandstrand entschliessen:

Die wunderbare schwedische Natur wird Sie immer begleiten und hat ihren ganz besonderen Charme.

Nicht vergessen: Spätestens jetzt ist es an der Zeit, den Sommerurlaub zu planen. Den Leserinnen und Leser des Lapplandblogs können wir ein besonders attraktives Ferienhaus empfehlen, das im Herzen Lapplands auf Sie wartet (Link).

Das Lappland-Ferienhaus - Zeit, den Sommerurlaub in Lappland zu planen
Das Lappland-Ferienhaus wartet auf Sie!

Gedankensplitter aus Stockholm und der St.-Knuts-Tag / Knutdagen

Den berühmten IKEA-Werbespot zum St.-Knuts-Tag haben bestimmt die meisten der hiesigen Leser schon gesehen.

Der St.-Knuts-Tag ("tjugondedag jul", "tjugondag Knut" oder "Knutdagen") schliesst die Weihnachtszeit in Schweden ab. Er ist der 20. und letzte Tag der Weihnachtszeit und wird am 13. Januar gefeiert.

Am St.-Knuts-Tag werden nach alter schwedischer Tradition die Kerzen und der Schmuck von den Weihnachtsbäumen entfernt. Für die Kinder ist der traditionelle Abschluss der Weihnachtszeit auch deshalb besonders attraktiv, weil dann die verbleibenden Süssigkeiten, mit denen die Bäume geschmückt waren, "geplündert" werden dürfen. Daher heisst diese Tradition "julgransplundring".

Und danach kommt das, was im IKEA-Werbespot so eindrücklich zu sehen ist: Die Bäume werden aus der Wohnung entfernt und entsorgt.

Wie aber sieht das tatsächlich in einer schwedischen Grossstadt aus? Um der Sache auf den Grund zu gehen hat es sich gut ergeben, dass ich am 12./13. Januar in Stockholm war und die Sache selbst in Augenschein nehmen konnte. Und ich kann Entwarnung geben: Aus Fenstern auf die Strasse fliegende Bäume konnte ich keine erspähen.


Christbaumfriedhof in Stockholm am Knutdagen
Christbaumfriedhof in Stockholm am Knutdagen



Die Tradition lebt allerdings weiter. Am Zwölften und am Dreizehnten schleppten viele Bewohner ihre - für die Saison ausgedienten - Bäume auf die Strasse, wo sich an einer Stelle in jedem Viertel ein grosser Christbaumhaufen bildete. Ein ungewohntes Strassenbild. In Gebieten mit Hochhausbebauung ist der Weg zum Christbaumfriedhof länger und manche Anwohner haben sich einen Einkaufswagen "geborgt", um den geplünderten Weihnachtsbaum damit zur Entsorgung zu karren.


Clevere Entsorgungslösung
Clevere Entsorgungslösung



Auf der Rolltreppe in Stockholm

Stockholm pulsiert in einem hektischen Takt. Das verwundert mich immer wieder, denn Schweden ist ja eigentlich ein eher geruhsames Land. Trotzdem geht es im Nahverkehr oft geradezu chaotisch zu. Die langen Rolltreppen zu den U-Bahn-Stationen haben bereits eine hohe Geschwindigkeit. Trotzdem macht man sich überhaupt keine Freunde und wird beständig unfreundlich ermahnt, doch bitte rechts auf der Rolltreppe zu stehen, wenn man - unkonzentriert - etwas zu mittig auf einer Stufe steht. Denn die linke Hälfte der Rolltreppe ist für diejenigen Pendler reserviert, die im Laufschritt nach unten oder oben eilen wollen. Und das sind recht viele.


Mehr Steckdosen bitte!

Schweden ist bekanntlich eines der internetaffinsten Länder. Am Flughafen in Arlanda - wo die Umbauarbeiten an der Sky-City weitgehend abgeschlossen zu sein scheinen - gibt es jetzt bei fast allen Sitzgelegenheiten die mittlerweile geradezu obligatorischen Steckdosenleisten zum Aufladen von Smartphones. Auch ein anderer Trend ist mir aufgefallen: Brillenträger kennen das gute alte Brillenputztuch. Das scheint gerade wieder hoch im Kurs zu stehen. Allerdings nicht für die Brille, denn ein neues Ritual hat sich etabliert. Smartphone-Nutzer setzen sich an einen Warteplatz und packen zuerst das Smartphone und dann ein Brillenputztuch aus, um zunächst den Bildschirm zu polieren, bevor sie mit gebanntem Blick auf den Screen in die Datenwelt entschwinden.


“Out of order“ - fragt sich nur wie lange?
“Out of order“ - fragt sich nur wie lange?



Alles hat seine Zeit

Ein letztes Fundstück handelt von "interkultureller Kompetenz". Es geht um internationale Datumsformate. Am 14. Januar erspähte ich eine Rolltreppe, auf deren Hinweisschild zu lesen war (übersetzt): "Renovierung - fertig am 15-01-16". Da stellt sich die Frage, ob damit der darauf folgende Tag gemeint war, oder ob die Rolltreppe ein ganzes Jahr ausser Betrieb sein würde. Ersteres war wohl der Fall.

Everyday Differences - Travel-Photography einmal anders. Ein Gastbeitrag von Friederike Lorenz

Vorwort: Das grosse WWW hat mich kürzlich zu einem faszinierenden Projekt geführt, das Travel und Fotografie verbindet: Everyday Differences. Deswegen kommt heute hier Friederike Lorenz, eine der Mitbegründerinnen des Projektes, zu Wort.

Everyday Differences

Design, Fotografie und Reisen, beziehungsweise der Aufenthalt in einem anderen Land, wie kann man das nicht lieben? Neues entdecken. Bekanntes wieder erkennen. Erinnerungen sammeln. Und diese mit anderen Menschen teilen. Ist das nicht immer wieder spannend?

Wenn man in einem fremden Land ankommt, zieht man automatisch Vergleiche mit der Heimat. "Oh, schau, die roten Holzhäuser - so was gibt es bei uns nicht" oder "die Taxi-Autos sehen hier ganz anders aus als Zuhause!" oder "Ich habe die Milch im Supermarkt erst gar nicht gefunden - die Verpackung ist ganz anders". Das sind Sätze, die man im Ausland vielleicht schon einmal gesagt hat. Bei interessierten Fotografen und Hobbyknipsern wird dann schnell die Kamera gezückt und der Unterschied im Alltäglichen eingefangen.

Für diese Fotos entsteht eine neue Plattform und Community: "Everyday Differences".

Hier kann jeder angemeldete User Fotos von Dingen seines Alltags hochladen, oder Dinge, die ihm auf seiner Reise aufgefallen sind. Wenn viele mitmachen können bald mit einem Klick zum Beispiel Polizeiautos, Briefkästen, Ampelmännchen, Straßenschilder weltweit miteinander gegenübergestellt werden, oder der visuelle Alltag eines Landes entdeckt werden.

Eine völlig neue Art zu entdecken, zu reisen und zu recherchieren oder seine Fotos der Welt zu zeigen. Wie sehen Straßenlaternen in China aus? Oder die Post auf den Malediven? Henning zeigt uns auf diesem Blog schon vieles aus dem Alltag aus Lappland. Es wird spannend sein, seine Alltagsgegenstände und Erlebnisse mit vielen anderen aus der ganzen Welt zu vergleichen.

Auf der Seite von Everyday Differences können die Bilder auf der Plattform nach Ländern sortiert werden, oder nach Kategorien (z.B. "Briefkästen"). Man kann sich auch eine Übersicht auf einer Karte anzeigen lassen. Es kann von der Community auf Feedback zu interessanten Bildern durch Kommentare und Favoriten ausgedrückt werden.

Die Plattform richtet sich an alle, die mit offenen Augen durch die Welt gehen. Die Spaß an Design und den visuellen Unterschieden haben. Die gerne Fotografieren und sich Fotos ansehen. Für die das Alltägliche nicht gleich langweilig sein muss. Die gerne reisen, entdecken und stöbern. Die sich über Unterschiede und Gemeinsamkeiten der Kulturen freuen können.

Sind Sie so jemand? Finden Sie das Projekt so interessant wie wir? Dann helfen Sie uns, das Projekt zu realisieren. Hier geht's entlang! Lesen Sie noch mehr Informationen. Auch kleine Beiträge helfen. Ab 10,- € sind Sie dabei und für jeden Betrag gibt es eine tolle Revanche – wie das eben so ist beim Crowdfunding. 

Vielen Dank und viel Spaß beim Entdecken - Everyday Differences

Everyday Differences - Travel-Photography einmal anders
Z. B.: Alltagsgegenstand Briefkasten - eine grosse internationale Bandbreite

Husmannskost: Echte schwedische Köttsoppa (mit Rezept)

Nebelschaden im Kochtopf: Die Köttsoppa gart
Nebelschwaden im Kochtopf: Die Köttsoppa gart

Im Kochtopf dampft es. Gerade waren liebe schwedische Freunde zu Besuch und haben einen grossen Topf mit einer regionalen Spezialität vorbei gebracht. Nun gart im Kochtopf eine „Köttsoppa“, eine echte schwedische "Fleischsuppe", und es liegen dichte Nebelschwaden über der Suppenoberfläche.

Eine Köttsoppa ist hier in Lappland ein fester Bestandteil der sog. „Husmannskost“ („Hausmannskost“). Wie auch in Deutschland zählen dazu traditionell schnell zubereitete Gerichte, die vor allem eines sind: nahrhaft.

Die Husmannskost in Schweden ist regional unterschiedlich, denn sie beruht auf dem jeweiligen lokalen Nahrungsangebot. Hier in Lappland ist die Köttsoppa mit Elchfleisch ein solcher Klassiker, besonders im Herbst.

Gegen Mitte September ist der erste Durchgang der Elchjagd in Lappland abgeschlossen und die Tiefkühltruhen vieler Jäger sind prall gefüllt. Da bietet es sich an, eine kräftige und herzhafte Köttsoppa mit Elchfleisch auf den Tisch zu bringen.

Und hier gibt es gleich das Originalrezept dazu:

Zutaten

- 500 gr. Elchfleisch (alternativ: alles, was "gulaschtauglich" ist)
- Drei Karotten
- Eine Pastinake
- Ein Stück Sellerie
- Zwei Zwiebeln
- Drei Kartoffeln
- Ein Würfel Fleischbrühe (Brühwürfel)
- Schwarzer Pfeffer
- Salz
- Ein Lorberblatt
- Etwas Thymian
- Petersilie

Zubereitung

Das Fleisch in gulaschgrosse Stücke schneiden und in den Topf geben. Wasser zugeben, sodass das Fleisch bedeckt ist. Salz zugeben und aufkochen. Dann die übrigen Gewürze und den Brühwürfel zugeben. Etwa 20 Minuten bei mittlerer Wärme kochen lassen. Dann das geschälte und klein geschnittene Gemüse zugeben. Gegebenenfalls noch etwas Wasser nachfüllen. Kochen lassen, bis sich die Fleischstücke leicht braun färben. Mit der Petersilie garniert servieren. Dazu schmeckt frisches Butterbrot.

Guten Appetit, oder: Smaklig måltid!

Arctic Summer 2014 - Ein fotografischer Streifzug durch den Rekordsommer in Lappland

Der diesjährige Sommer am Polarkreis hat viele Rekorde geschlagen. Mehrere Hitzewellen sind über Lappland gegangen und mancherorts gab es sogar zeitweilige Wasserrationierung. 

Kurz und gut, es war ein Jahrhundertsommer (auch wenn man in den Zeiten des Klimawandels zugegebenermassen mit diesem Wort sehr bedächtig umgehen sollte).

Der Sommer hatte freilich auch seine Schattenseiten. Die Tier- und Pflanzenwelt hat sehr gelitten. Die Versumpfung und Austrocknung von Wasserflächen ist weiter fortgeschritten.

Statt eines langen Textes mit einem Lob- und Klagelied auf den vergangenen Sommer gibt es heute eine lange Bildstrecke mit Eindrücken und Wahrnehmungen aus den zurückliegenden drei Monaten. Viele "Bilder fürs Herz" (allerdings kein Cat-Content!).

Viel Freude beim Betrachten!

--> Zur Bildstrecke "Arctic Summer 2014"

Arctic Summer 2014 - Ein fotografischer Streifzug durch den Rekordsommer in Lappland
Ein Streifzug durch den „Jahrhundertsommer“ 2014
mit vielen traumhaften Sonnenuntergängen

Der "Kölapp" - des Schwedens liebster Zettel

Üblicherweise wird den Briten die beinahe unendliche Geduld nachgesagt. Nach einigen Jahren in Schweden bin ich allerdings davon überzeugt, dass das nicht stimmt. In Wahrheit übertreffen die Schweden die Briten bei weitem.

Provokativ formuliert: Schweden warten gerne. Und wie so vieles in Schweden ist auch das Warten sehr strukturiert und gut durchorganisiert.

Ich erinnere mich gut an eine Begebenheit vor etlichen Jahren. Erst einige Wochen in Schweden, ging ich als Kunde in ein Elektronikfachgeschäft. Artig erzogen stellte ich mich an der Schlange an, und nach einer Viertelstunde war ich an der Reihe. Die freundliche Verkäuferin blickte auf meine leeren Hände und fragte mich vorwurfsvoll nach meiner Nummer. Die Fragezeichen waren mir offenbar ins Gesicht geschrieben und sie nahm sich die Zeit, mich in das schwedische System des "Kölapp", des "Wartezettels" einzuweisen.

Und das funktioniert so: An viel frequentierten Orten, d.h. Geschäften oder Behörden mit grösserem Besucher- oder Kundenandrang gibt es in der Nähe des Eingangs einen Kasten mit einem grossen Knopf darauf. Heutzutage sind das meistens Thermodrucker. Auf Knopfdruck spuckt der Kasten einen kleinen Zettel aus, auf dem in grossen Lettern eine Zahl steht. Der Zettel enthält die eigene Nummer in der Warteschlange. Irgendwo über den Schaltern oder der Theke hängt dann eine Anzeigetafel (meistens mit roten LEDs), auf denen eine Nummer angezeigt wird. Nach jedem abgefertigten Kunden wird eine neue Nummer auf der Anzeigetafel sichtbar. So weiss man, wann man an der Reihe ist.

Das System hat verschiedene Vorteile: 

- Das Warten wird deutlich entspannter. Zwar bilden sich mancherorts noch Schlangen, aber in der Regel können die Kunden "frei" warten und dabei im Geschäft umhergehen. Das dürfte gut für den Umsatz sein, denn - je länger die Wartezeit - desto mehr Spontankäufe.

- Das System vermittelt dem Wartenden Sicherheit, denn der Kunde muss "seinen" Platz in der Warteschlange nicht hüten und verteidigen. Alles geht geruhsamer und entspannter zu. 

Natürlich macht die moderne Technik auch vor dem altbewährten Kölapp nicht Halt. Mittlerweile gibt es auch digitale "Warteschlangenlösungen". 

SMS-System: Das bereits zu Anfang des neuen Jahrtausends erprobte SMS-System beruht auf dem SMS-Dienst. Der Kunde schickt eine SMS an eine spezielle Nummer des Geschäftes oder der Behörde, die er besuchen möchte. Dann erhält er eine SMS mit seiner Wartenummer und der aktuellen Nummer in der Schlange zurück. Damit lässt sich bereits "auf Distanz" die Wartezeit abschätzen. Oft sind die digitalen Systeme auch so eingerichtet, dass eine weitere Erinnerungs-SMS gesendet wird, wenn nur noch fünf oder zehn Nummern vor der eigenen Nummer sind. 

Apps und cloudbasierte Lösungen: Mittlerweile gibt es aber auch ganz moderne Systeme (z. B. q-channel), die eigene Apps und Clouddienste nutzen. Das bietet für den Kunden den Vorteil, dass er die Warteschlange und den Fortschritt in Echtzeit verfolgen kann. Sehr modern, sehr charmant, aber für mich geht nichts über den kleinen Zettel mit der Nummer darauf.

Der
Ein klassischer Kölapp - hier ein Beispiel aus der Apotheke

Fünf Tipps für den Sommer in Nordschweden - Wetterkapriolen [Update]

Wetterdynamik: Minus 37 Grad sind alles andere als behaglich, aber eine nicht ungewöhnliche Wintertemperatur in unseren Breiten. Aber plus 37 Grad? Das fällt unter die Kategorie "Wetterkapriolen".

Der Sommer ist in Nordschweden dieses Jahr so angespannt, dass der amtliche schwedische Wetterdienst (SMHI) sogar eine Unwetterwarnung der Klasse eins dazu heraus gegeben hat. "Unwetter" steht in Schweden normalerweise für Schneestürme, überfrierenden Eisregen oder extreme Minusgrade. Nicht so in diesem Sommer. Das SMHI hat für weite Teile Schwedens ausdrücklich vor Temperaturen von 30 Grad (und darüber) gewarnt.

Eine kurze Telefonumfrage bei Freunden und Bekannten in Väster- und Norrbotten hat ergeben, dass die Warnung eher untertrieben ist. An mehreren Orten wurden die 30 Grad gestern deutlich überschritten und heute soll es noch einmal wärmer werden. Die Folge der hohen Temperaturen sind zahlreiche lokale Gewitter. Diese können mitunter sehr heftig sein. Die Waldbrandgefahr - gerade aufgrund von Blitzschlägen - wird in vielen Gebieten derzeit als akut eingestuft. 
 
Fünf Tipps für den heissen Sommer in Schweden:

1. Insektenschutz: Wärme steht (leider) immer auch für alle Arten von fliegendem Ungetier. Besonders wenn die Luftfeuchtigkeit nach Gewitterschauern in die Höhe schiesst, ist die Luft geschwärzt von Mückenschwärmen. Unser Tipp ist Mygga.

Fotografen passen bitte auf, denn das in den Insektenschutzmitteln enthaltene DEET greift  Kunststoffteile an.


2. Persönlicher Schutz - Insekten und Kreuzottern: Bei stechender Sonne gehört eine Kappe auf den Kopf zum Schutz vor einem Sonnenstich. Tragen Sie luftige Kleidung (Langarm und Langbein). Das hilft gegen Sonnenbrand und Insekten.  

Denken Sie an die in Lappland recht häufig vorkommenden Kreuzottern. Mehr dazu hier.

Schlangen lieben die Wärme und laufen bei den derzeitigen Temperaturen zur Höchstform auf. Tragen Sie in der Natur stabiles, hohes Schuhwerk und halten Sie die Augen offen. Achten Sie besonders auch darauf, wo Ihre vierbeinigen Freunde entlang tapern!


3. Trinken, trinken, trinken: Wenn Sie Spaziergänge oder Wanderungen unternehmen, nehmen Sie unbedingt etwas zu trinken mit. Keinen Kaffee oder Tee, sondern simples Wasser. Und vergessen Sie nicht regelmässig etwas zu trinken und nicht erst dann, wenn sich stechender Durst einstellt.


4. Keine Kinder und Tiere im Auto lassen! Sollte sich ja mittlerweile herum gesprochen haben, oder wollen Sie Ihre Kinder und Haustiere grillen? Hier gibt es die schockierende Tabelle mit Temperaturwerten, die von der Ärzte Zeitung publiziert wurde.

Leitsatz: "15 Minuten im geschlossenen Wagen unter praller Sonne können für Kleinkinder in diesen Tagen tödlich sein."


5. Wenn Sie mit dem Auto oder Wohnmobil unterwegs sind: Werfen Sie vor der Fahrt einen Blick in den Kühler und auf den Ölstand. Gerade nordische Autos - auch Mietwägen - sind in aller Regel sehr gut für den Winter gerüstet. Motorwärmer und Zusatzscheinwerfer sind unerlässliches Zubehör.

Aber richtig hohe Aussentemperaturen sind hier selten. Kontrollieren Sie daher regelmässig den Kühlwasser- und Ölstand. Und denken Sie daran, dass viele Autowerkstätten in diesen Regionen im Sommer urlaubsbedingt geschlossen sind.

UPDATE 2014-07-23: Das SMHI hat die Warnstufe mittlerweile für etliche Gebiete auf eine Klasse zwei Warnung angehoben. Die Skala geht von eins bis drei, wobei drei die höchste Warnstufe ist. Es wird davon ausgegangen, dass die Hitzewelle noch bis zum Wochenende andauert.


37 Grad in Lappland - Fünf Tipps für den Sommer in Nordschweden
    

Heat Thunder Lightning

Heat Thunder Lightning

Die Erde atmet schwer. Eigentlich ist es mehr ein tiefes Seufzen. Erleichterung liegt in der Luft und dicke Nebelschwaden steigen auf. Das Grollen des Gewitters zieht langsam in die Ferne. 



Ett fyrfaldigt leve för H.K.H. Kronprinsessan Victoria! Hipp, hipp - Hurra!, Hurra!, Hurra! Hurra!

Ihre Königliche Hoheit Kronprinzessin Victoria, Herzogin von Västergötland, begeht heute Ihren 37. Geburtstag

Die besten Glückwünsche von uns!

Der feierliche Tag, der in Schweden mit allgemeiner Beflaggung begangen wird gibt Anlass, schwedische Geburtstagsbräuche zu betrachten.

Wer sich das erste Mal auf eine schwedische Feier (z. B. Geburtstag, Hochzeit, Jubiläum) verirrt, ist möglicherweise verwundert. Denn irgendwann erhebt sich einer der Beteiligten - für den neuen Besucher meist völlig unerwartet - und stimmt ein "Hipp hipp" an. 

Das klingt dann - am Beispiel der Kronprinzessin - so: "Ett fyrfaldigt leve för H.K.H. Kronprinsessan Victoria! Hipp, hipp.", woraufhin alle übrigen Beteiligten mit "Hurra!, Hurra!, Hurra! Hurra!" antworten. 

Die schwedische Besonderheit bei der Sache sind die vier "Hurra!". Im Rest der Welt, z. B. in der angelsächsischen Welt - wird mit drei "Hurray!" geantwortet. Wo kommt der Unterschied her?

Dazu müssen wir etwas in die Geschichte abtauchen. In der spätmittelalterlichen Militärwelt gab es Kennungen. Mit diesen gaben sich verschiedene Truppenteile - hauptsächlich zur See - untereinander zu erkennen. Seit 1635 verwendeten die schwedischen Streitkräfte eine Kennung, die aus zwei schnell aufeinander folgenden Kanonenschüssen besteht. Diese Kennung wird als "Svensk lösen" bezeichnet. 

Befand sich der König an Bord, wurde eine doppelte Kennung, also vier Kanonenschüsse in schneller Abfolge, gegeben. Diese besondere Ehrerbietung wurde in der folgenden Zeit die Grundlage für allgemeine Ehrerbietungen, zunächst für aus- und inländische Repräsentanten und Hoheiten, dann auch für bürgerliche Feierlichkeiten, wie z. B. Geburts- und Namenstage.

Die erste Anwendung des vierfachen Saluts wird aus dem Jahre 1672 berichtet, als König Karl XI mündig wurde. Soweit es die Quellen belegen waren es Studenten in Uppsala, die - ausgehend von der militärischen Salutpraxis - als Erste den vierfachen Salut in der Form des "Hurra!, Hurra!, Hurra! Hurra!" verwendet haben sollen. In der Zeit davor, gab es für Normalsterbliche (lies: Bürgerliche) auch in Schweden nur ein dreifaches "Hurra!". 

Wie es in der Geschichtsforschung so ist, gibt es aber auch hier eine abweichende Lesart. Die verweist auf eine andere Entstehungsgeschichte. Die Universität in Lund soll 1863 Besuch polnischer Abgesandter gehabt haben. Die Verantwortlichen sollen nun befürchtet haben, dass die Polen ein dreifaches "Hurra!" als russische Kennung missverstehen würden, denn der russische Salut bestand aus drei schnellen Kanonenschüssen. Daher habe man sich kurzerhand dazu entschlossen, statt drei "Hurra!" eben vier "Hurra!" zu verwenden. Diese Version wird allerdings als recht unwahrscheinlicher Ursprung des heutigen Brauches angesehen. 

Jedenfalls ist in Schweden heute das vierfache "Hurra!" die gängige Praxis. In ganz Schweden? Nein. Ein kleiner Teil der Region Skåne ist bis heute abtrünnig und hält am dreifachen "Hurra!" fest. Das soll seinen Grund in der geschichtlichen Verbundenheit zwischen Skåne und Dänemark haben. Denn in Dänemark gilt seit Alters her die militärische Kennung aus drei schnellfolgenden Kanonenschüssen. Alles nicht so einfach...

Ihre Königliche Hoheit Kronprinzessin Victoria - unübliche Perspektive - Outtake aus einer Reportage über das Königshaus
Ihre Königliche Hoheit Kronprinzessin Victoria
(unübliche Perspektive - Outtake aus einer Reportage über das Königshaus)


Renmärkning - Erleben Sie einen Hauch von Wildwest in Lappland

Ende Juni erreicht uns gegen Mittag eine SMS. Heute abend sei der beste Zeitpunkt. Wir sollten uns ab ca. 19 Uhr bereit halten. Genauere Details würden folgen. Einige Minuten später dann eine weitere SMS, es geht um eine Reportage über das diesjährige Renmärkning. 

Auf der längeren Anfahrt zum Termin beschleicht mich - während Frau Lappland den Wagen im Tiefflug, aber dennoch sicher über ungeheuerlich-abenteuerliche Waldwege steuert, welche die Bezeichnung "Weg" eigentlich nicht mehr verdienen - ein Gefühl, das ich selten habe. Wenn wir hier irgendwo eine Panne haben, findet uns nie jemand. Schon allein deswegen, weil der aktuelle Standort beinahe unmöglich zu beschreiben wäre. Glücklicherweise sind wir im Konvoi unterwegs.

Was verbirgt sich hinter dem Begriff "Renmärkning"? Wie der Name andeutet geht es um Rentiere. Viele Angehörige der Samen (der samischen Ursprungsbevölkerung in Lappland) gehen nach wie vor der traditionellen Rentierzucht nach. Die Rentiere leben den grössten Teil des Jahres in der freien Natur, gelten aber dennoch als zahme Tiere. 

Im späten Frühjahr werden die Kälbchen geboren. Da die Herden frei umherstreifen gibt es ein Problem: Die Zuordnung der Rentiere zu ihren Besitzern. Manche Rentiere tragen ein bestimmtes Halsband oder sind farblich markiert. Halsbänder können aber verloren gehen und die Farbe verschwindet aus dem Fell. Von Alters her gibt es deswegen eine spezielle Art der Markierung und wer zu schwache Nerven hat, sollte jetzt besser nicht weiterlesen. 

Die Tiere eines Besitzers werden jeweils mit einem speziellen Muster der sog. "Renmärke" gekennzeichnet. Das geschieht nach alter Weise durch ein "Schnittmuster" im Rand der Ohren. Die Kennzeichnung erstreckt sich auf beide Ohren und aus dem Gesamtmuster beider Ohren ergibt sich die Zuordnung zum Besitzer. Klingt kompliziert? Ist es für Aussenstehende auch. Der Aufbau der Markierungen folgt einer bestimmten Ordnung. Das jeweilige Sameby (entspricht der Verwaltungseinheit) und die Familienbezeichnung sind die Obermerkmale, die mit Untermerkmalen für den jeweiligen individuellen Besitzer ergänzt werden. Die samische Verwaltung ist modern und so gibt es eine Webseite (und auch eine Version für ältere Mobiltelefone mit einem SMS-Dienst), mit deren Hilfe die genauen Kennzeichnungen ermittelt werden können. 

Das Renmärkning ist ein grosses Ereignis, das üblicherweise um Midsommar herum stattfindet. Rentiere sind sehr schlau und haben einen guten Instinkt. Zu dieser Zeit sammeln sie sich von sich aus an bestimmten Plätzen. Der Herdenverband, der aus mehreren Hundert Rentieren bestehen kann, bietet einen grösseren Schutz gegen Raubtiere (z. B. Bären oder Wölfe). Nach aktuellen Schätzungen und Statistiken fallen ein Drittel der Rentiere jedes Jahr Raubtieren um Opfer, ein anderes Drittel kommt bei Verkehrsunfällen zu Tode. Die Rentierzucht ist ein hartes Gewerbe.

Der Schutzinstinkt der Rentiere hat eine weitere Folge: Die Sammelplätze sind meistens sehr abgelegen und nur schwer zu erreichen.

Ist die Zeit gekommen versammeln sich - meist mit extrem kurzer Ankündigungsfrist, denn die Rentiere bestimmen den Zeitplan - alle Familien, deren Rentiere vor Ort sind. Das Renmärkning beginnt. Wildwest-Romantik ist es für die Beteiligten allerdings nicht, sondern harte und vor allem sehr viel Arbeit. 

Frühmorgens werden die Tiere in einen oder mehrere Round-Pens mit einem Durchmesser von 100-300 Metern getrieben. Die Kälbchen folgen dicht ihren jeweiligen Müttern. Dann stellen sich mehrere Rentierhüter mit grossen Notizblöcken in die Herde und halten Ausschau nach ihnen bekannten Muttertieren. Ist ein Tier identifiziert eilt ein anderer Helfer mit einer Fangschlinge zur Stelle. Die Fallschlinge ist an einer grossen ausziehbaren Stange befestigt.

Sehr behutsam wird das Kälbchen nun eingefangen, was oft nicht beim ersten Versuch gelingt. Tritt das Kälbchen in die Schlinge, zieht der Helfer an der Stange und die Schlinge um einen der Hinterläufe zieht sich zu. Der Helfer zieht weiter und geht gleichzeitig auf das Kälbchen zu, das dann meist schon am Boden liegt. Beinahe liebevoll setzt sich der Helfer auf den Rücken des jungen Rentieres und fixiert dessen Hinterläufe mit seinen Beinen. Dann eilt der Besitzer herbei, zückt sein traditionelles Messer, und schneidet die Kennzeichnung in die Ohren. Der ganze Vorgang dauert nicht länger als zwei, drei Minuten und geht mit einer unbeschreiblichen Ruhe vonstatten, um das Tier keinen unnötigen Belastungen und keinem Stress auszusetzen. Bei mehreren Hunderten von Tieren dauert das ganze Märkning mitunter einen Tag, oder gar länger. Die Helfer aus den einzelnen Familien wechseln sich ab und wer gerade frei hat, grillt etwas oder macht ein Nickerchen. Damit wird das Renmärkning auch zum sozialen Ereignis und zur Kommunikationsplattform. 

Alle Beteiligten sind dankbar, wenn das Wetter mitspielt. Mitunter regnet es in Strömen, was die Arbeit nur noch härter und beschwerlicher macht. Wir hatten Glück: Mildes Wetter, kein Regen und vor allem keine Mückeninvasion.

"Das Renmärkning ist für uns das, was Erntedank für die Landwirte ist", erklärt der Vorsitzende des Samebys. "Hier dürfen wir die Früchte unserer Arbeit sehen".

Am Rande: Es ist äusserst unhöflich, ja geradezu unanständig, einen Rentierzüchter danach zu fragen, wieviele Rentiere er denn besitzt. Die Frage gleicht der Frage, wieviel Geld sich gerade auf dem Bankkonto befindet. Deswegen fragen Sie bitte erst gar nicht, und ersparen Sie sich Peinlichkeiten.

Eine Sache fällt uns auf. Das Alter der Anwesenden ist bunt gemischt, Jung und Alt helfen mit, essen gemeinsam und unterhalten sich. Die Teenager fallen aus dem Raster der Gleichaltrigen. Nur zwei konnten wir erspähen, die während der Arbeitspausen mit einem Smartphone hantierten. Wobei einer dieser Teens höchstwahrscheinlich über beide Ohren verliebt war und mit seiner Liebsten eine Reihe von SMS verschickte.

Die übrigen nehmen "völlig normal" und mit voller Aufmerksamkeit am sozialen Leben der Gruppe teil. Die Naturverbundenheit scheint gegen die technische Reizüberflutung zu helfen.

Rein fotografisch ist das Renmärkning beeindruckend. In freier Wildbahn haben Rentiere eine Fluchtdistanz von etwa 10 Metern. Beim Renmärkning ergibt sich aber die Chance auf Tuchfühlung (besser: Fellfühlung) zu gehen. Und inmitten hunderter Rentiere mit der Kamera auf dem Boden zu liegen ist ein neues Erlebnis, zudem eines das Material und Kleidung fordert.  

Zwei Stunden später verlassen wir den Sammelplatz der Rentiere und das Renmärkning wieder, wissend, dass die harte Arbeit dort noch mehrere Stunden weiter gehen wird. Die Bilder für die Reportage sind im Kasten. Der Heimweg - diesmal ohne Konvoi, aber dank Frau Lapplandblog ohne Zwischenfälle - führt uns gegen Mitternacht an traumhaften und bezaubernden Landschaften vorbei. 

Wir haben die Freigabe, einige Begleitbilder der Reportage hier in einer Bilderstrecke zu zeigen:

-> Zur Bilderstrecke: Renmärkning 2014

Renmärkning
Renmärkning

Work-Life-Balance in Lappland und: Internetzugang im Norden

Die Aussicht ist malerisch. Das Wasser rauscht leise und eine sanfte Brise streicht über den Strand. Ich sitze an meinem für heute gewählten Arbeitsplatz mit meinem Laptop auf dem Schoss und dem Telefon in der Tasche. Eine kleine Bucht an einem See, weitab von der Zivilisation.

Der "Digital Lifestyle" macht es möglich. Und das lockt auch viele digitale Nomaden als Auswanderer an den Polarkreis in Schweden. 

Der Breitbandausbau in der Region ist - gemessen an der Bevölkerungsdichte - sehr gut. In unserem kleinen und beschaulichen Dorf haben wir z. B. 100 Mbit/s Glasfaseranbindung. Wer ausserhalb des mit Breitband erschlossenen Gebietes wohnt, kann auf Internet via Funk ausweichen (3G Geschwindigkeit, bester Anbieter: net1) oder über das Mobilfunknetz gehen. Die beste Netzabdeckung im Norden hat klar Telia (der Nachfolger des ehemaligen staatlichen Televerkets). 3G gibt es in den ländlichen Gebieten ausserhalb grösserer Ortschaften nicht flächendeckend, aber 2G Datenverbindung (EDGE) funktioniert überall. 

Was bedeutet das? Solange ich nicht bei der Arbeit auf grosse Datenvolumina via Internet zugreifen muss, ist mobiles Arbeiten auch in der Natur problemlos möglich (vorausgesetzt, die Akkus sind voll geladen und ein Auto Ladeadapter ist zur Sicherheit mit dabei).  

Und so habe ich den Tag über an einem neuen Buchmanuskript gearbeitet, zwischendrin einige Fische auf dem Feuer gebraten und nebenbei die Aussicht bei Wind und Wetter genossen. Geheimtipp: Das beruhigende Naturambiente ist auch für wichtige Telefonate paradiesisch.

Lappland: Arbeitsplatz in der Natur
Die Aussicht von meinem heutigen Arbeitsplatz


Halbzeit

Irreführender Titel? Vielleicht, denn um Fussball und die WM geht es hier nicht.

Nach Kalendertagen haben wir die Halbzeit des Jahres zwar noch nicht erreicht, aber in Schweden erfüllt Midsommar quasi diese Funktion.

Das Wetter in Nordschweden hat sich aber nicht an die Spielregeln gehalten. Der relativ warme und langwierige Winterausklang war ein Eckstoss, der die perfekte Vorlage für einen triumphalen Sommer hätte sein können. Irgendwie stand der Sommeranfang dann aber ganz übel im Abseits, obwohl der Abschlag im Mai gar nicht schlecht war. Er erreichte den gegnerischen Torraum aber leider nicht.

Nach einem kurzen Kick and Rush vor drei Wochen kam die Sommerwärme mit respektablen Tageshöchsttemperaturen von knapp 30 Grad über die Flanke, wurde dann aber von einem beharrlichen Tief mit einem Fallrückzieher übel gefoult.

Die Folge: Null Grad, Schneefall und Hagel an Midsommar. Das Publikum war alles andere als begeistert.

Trotz der dem Tief sofort erteilen gelben Karte hat der Sommer seine alte Hochform bislang nicht wieder erreicht. Der Spielstand gleicht noch eher einem Unentschieden.

Wie sind die Aussichten?  

Wenn sich die Sonne nicht bald ihrer Aufgabe als Spielmacher bewusst wird, könnte es zum Elfmeterschiessen kommen. Ausgang ungewiss.

Lappland 2014 - Sommer im Abseits
Rückblick: Kurzes Stelldichein des Sommers vor drei Wochen

"Smygstart" - Ist denn schon 2015?

"Smygstart" würde man auf Schwedisch sagen. "Langsam starten" ist die hier wohl beste Übersetzung.

Moment. Befinden wir uns nicht noch mitten in der angekündigten Auszeit? Irgendwie schon, aber es gab so viele Gelegenheiten die letzten Monate über die es sich zu schreiben gelohnt hätte, dass wir uns zum "Smygstart" entschlossen haben. Nicht mit voller Blogfrequenz, aber eben so, wie wir Lust und Laune haben. Das verbinden wir übrigens gerne wieder einmal mit der Aufforderung, uns Eure"Wunschthemen" mitzuteilen (gerne in den Kommentaren oder per Mail). Was wir in vielen Gesprächen in den vergangenen Monaten gehört haben ist, dass Auwandern und Unternehmensgründung in Schweden von grossem Interesse sind. Das nehmen wir uns gerne thematisch zu Herzen.

Redesign? Wir hatten uns überlegt, die Auszeit über ein grosses Redesign zu überdenken. Das stellen wir erst einmal zurück, denn Form folgt Funktion. Einige kleine Änderungen sind aber "unter der Haube" geschehen. U.a. gibt es jetzt auf Anregung verschiedener Leserinnen und Leser bei allen Bildern einen Pin-It Button, um Bilder direkt auf Pinterest posten zu können.


Feierstunde zum schwedischen Nationaltag 2014


Nationaldag 2014:
Und so hat Schweden gerade wieder seinen Nationaltag gefeiert. Erstaunlich spät, erst im Jahre 2005, wurde der 6. Juni zum gesetzlichen Feiertag erklärt. Auf den 6. Juni fiel die Wahl, weil Gustav Wasa an eben diesem Tage 1523 zum König gewählt wurde. Ebenfalls am 6. Juni - dieses Mal 1809 - ist die alte schwedische Verfassung in Kraft getreten, die bis zum Jahre 1974 galt.

Kurzer Exkurs zur schwedischen Verfassung: In der ersten Verfassung aus dem Jahre 1809 hiess es noch "Alle Staatsgewalt geht vom König aus".

In der seit 1.1.1975 geltenden, neuen Verfassung heisst es nun in § 1: "All offentlig makt i Sverige utgår från folket.", d.h. alle öffentliche Gewalt geht vom Volk aus. Die Rechte des Monarchen wurden im gleichen Zuge auf verschiedene repräsentative und formelle Aufgaben beschnitten. Die neue Verfassung war übrigens nicht unumstritten und wurde in den ersten Jahren nach dem Inkrafttreten mehrfach geändert und ergänzt. Ende des Exkurses und zurück zum Nationalfeiertag.

Trotz der beiden denkwürdigen Ereignisse (Wahl von Gustav Wasa zum König 1523 und Inkrafttreten der ersten Verfassung 1809), die auf denselben Tag des Jahres (6. Juni) fielen, wurde der Gedenktag (der früher "Svenska Flaggans Dag" hiess) erst 1983 formell zum Nationaltag.

Interessant ist übrigens auch der volkswirtschaftliche Rahmen der Einführung des Nationaltages. Auf Druck der Wirtschaftsverbände (vor allem "Svensk Näringsliv") sollte im Zuge der Einführung des Nationaltages als allgemeiner gesetzlicher Feiertag ein anderer gesetzlicher Feiertag gestrichen werden, um die Wirtschaft nicht zu belasten. Die Wahl fiel schliesslich auf den Pfingstmontag, der seitdem in Schweden ein normaler Arbeitstag ist.

Ein interessantes Detail am Rande: Aus den Gesetzesmaterialien zur Einführung des Nationaltages geht ein weiterer wichtiger Grund für die Einführung des Feiertages hervor. Mehr und mehr Einwanderer hätten sich verwundert darüber gezeigt warum Schweden, im Gegensatz zu fast allen anderen Ländern, keinen Nationalfeiertag habe.

Lasst Blumen sprechen - Sonnenblume zum Nationalfeiertag mit schwedischer Flagge im Hintergrund
Ein sonniger Nationalfeiertag dieses Jahr - noch ohne allzu viele Mücken in der Luft

Lappland - Der Winter, der (bislang) keiner war

Eigentlich sollte er längst eingeschneit sein. Unser Maschendrahtzaun. Zumindest war er das all die vergangenen Jahre um diese Zeit. Was also ist los?

Bei Lappland im Winter denken viele an wunderbare, tief verschneite Landschaften, lange Schlittenhundetouren oder Ausflüge mit dem Schneemobil. Das Bild enstspricht normalerweise auch der Realität. Nur diesen Winter ist - zumindest bislang -  irgendwie alles ganz anders.

Bereits der erste richtige Schneefall verspätete sich um mehrere Wochen. Und bis heute hat es nur wenig geschneit. Dafür fegten mehrfach ungewöhnlich starke Herbststürme über uns hinweg.

Auch die Temperaturen liegen in dieser Saison viel zu hoch. Im Dezember hatten wir mehrere Male über null Grad, sogar über Weihnachten. In der Nacht vom ersten auf den zweiten Weihnachtsfeiertag hat es z. B. mehrere Stunden lang am Stück geregnet. 

Wozu das in Sachen Schneedecke geführt hat, kann sich jeder Leser selbst vorstellen: Der Schnee fällt zusammen zu gefrorenem Schneematsch. Überall bilden sich Eisplatten. Die Strassen sind spiegelblank. Autofahren wird zum Abenteuer (Streusalz wird hier - von ganz wenigen Ausnahmen abgesehen - nicht gestreut, lediglich Sand und Split).

Das Attribut „schneesicher“ beginnt sich zu relativieren. Es ist übrigens ein Argument, das beim Verkauf von Häusern hier oben gerne und oft verwendet wird. Lassen Sie es sich im Zweifel besser ausdrücklich zusichern. Wer weiss? (Ergänzung: Tipps zum Hauskauf in Schweden und Lappland haben wir hier für Sie zusammen gestellt).

Rein persönlich sind wir über das wenige Schneeschaufeln bislang nicht unglücklich. Eher im Gegenteil.

Was wir aber von allen Kontakten aus dem Tourismus hören, ist: Für den Wintertourismus ist die Saison bislang schlicht eine Katastrophe. 

- Die meisten Skigebiete sind zwar schon in Betrieb (die Schneekanonen sind im Dauerbetrieb, denn es gibt noch viel zu wenig Naturschnee). Die Pisten aber sind bretthart. 

-Im Schlittenhundebereich sind die Trails - soweit überhaupt mangels Schnee schon vorhanden - zumeist ebenfalls noch nicht befahrbar. Der viel zu harte Untergrund wird zur akuten Gefahr für die Gesundheit der Hunde. Die Geschwindigkeiten werden schnell sehr hoch und das Abbremsen auf einem vereisten Trail birgt Risiken.

- Wegen der bisher viel zu hohen Temperaturen sind die Eisdecken auf Seen und Flüssen noch viel zu dünn. Eisangeln ist also ebenfalls noch weitestgehend Fehlanzeige. 

-Lediglich für alle, die zu Fuss durch Land und Flur streifen (aber wer macht das schon), ist die Schneelage derzeit verhalten positiv. Durch das Überfrieren sind im Moment abgelegene und im Sommer unzugängliche Stellen auf dem Schnee zu erreichen. Allerdings bitte mit den erforderlichen Vorsichtsmassnahmen.  

Fazit: Wir wollen hier nicht über die Gründe (Klimaveränderung?) spekulieren. Vielleicht lässt sich das ganze Geschehen auch philosophisch deuten. Der bislang ausgebliebene Winter ist wie eine weg genommene Illusion: Vielleicht ist ja alles ganz anders, als wir denken? Wer weiss?

Lappland - Der Winter, der (bislang) keiner war
Der besagte Maschendrahtzaun...


Endspurt

Um den ersten Advent herum geschieht ein für Aussenstehende merkwürdiges Phänomen in Nordschweden. Überall sind plötzlich Autos mit Weihnachtsbäumen auf dem Dach zu sehen. Wie die Pilze förmlich aus dem Boden schiessen so tauchen sie auf, um einige Tage später wieder von der Bildfläche zu verschwinden. 

Woran liegt das? Ganz einfach. Werden Weihnachtsbäume im deutlich wärmeren Deutschland gewöhnlicherweise erst einige Tage vor Weihnachten gekauft ist es hier Tradition, sie bereits zum ersten Advent nach Hause zu holen. Ich schreibe absichtlich "sie zu holen" und nicht "sie zu kaufen", denn die meisten Menschen hier - zumindest im Inland - wählen sie direkt im Wald aus und fällen sie selbst. Dann stehen die Weihnachtsbäume - oft mit bunten Lichterketten geschmückt - vor den Häusern, um kurz vor Weihnachten nach innen transportiert zu werden. Bei den weit unter null liegenden Durchschnittstemperaturen im Dezember ist die Haltbarkeit des Baumes kein Problem.  

Und pünktlich zum ersten Advent erstrahlt auch in den meisten Häusern hier eine lichterfrohe Weihnachtsbeleuchtung, die einen alle Gedanken ans Energiesparen und den Klimawandel ganz elegant vergessen lässt. 

Und die Weihnachtsmänner - eigentlich diskriminierend, denn warum gibt es denn bitteschön noch keine Weihnachtsfrauen? - laufen sich auch überall warm. Adventszeit in Lappland...

Schwedische Weihnachtsmänner

Blackout, oder: Lappland im Schein der Petroleumlampe

Blackout, oder: Lappland im Schein der Petroleumlampe

Im Herbst und am Winteranfang sind heftige Stürme in Lappland an der Tagesordnung. Man gewöhnt sich daran. Manchmal fegen aber regelrechte Rekordstürme über das Land. Und die hinterlassen ihre Spuren.

In der vergangenen Woche war es wieder einmal soweit: Vom schwedischen Wetteramt wurde eine akute Warnung ausgefertigt und was dann einige Stunden später kam, war im negativen Sinne rekordverdächtig. Im Inland von Västerbotten hinterliess der schwere, orkanartige Sturm eine Schneise der Verwüstung.

In manchen Gebieten wurde der Wald hektarweise „umgemäht“. Viele kleine Nebenhäuser und Wartehäuschen an Bushaltestellen wurden Opfer der Windstärke: sie wurden einfach „vom Winde verweht“; manche landeten in weitem Umkreis vom ursprünglichen Standort in Einzelteilen. Manche Bäume fielen auch auf bewohnte Häuser und richteten teilweise schwere Schäden an.

Das Stromleitungsnetz ist in unseren Regionen sehr weitläufig. Bei schweren Stürmen fallen regelmässig Bäume auf Leitungen, was zu Stromausfällen führt. In begrenztem Rahmen sind die hiesigen Netzbetreiber ganz gut gerüstet für solche Fälle. Übersteigen die Schäden aber von Anzahl und Streuung her ein bestimmtes Niveau, kommen die Einsatztrupps an ihre Grenzen. Im Klartext: Stromausfälle können dann sehr lange andauern. Am vergangenen Wochenende waren es bei uns 24 Stunden. Und so versammelte sich die Familie also um die Petroleumlampe: Eine Zeit ohne Internet und Telefon, in der sich oft die tiefgründigsten Gespräche ergeben.

Lappland versinkt in Schnee und Dunkelheit - dazu einige Sicherheitshinweise

Lappland versinkt in Schnee - November 2013


Lappland versinkt wieder langsam im Schnee. Auch die Dunkelheit senkt sich nun von Tag zu Tag früher (heute aktuell: Sonnenaufgang 8 Uhr 23 - Sonnenuntergang 14 Uhr 32 - alle Angaben in schwedischer Winterzeit).
 
Exkursionen in die faszinierende, unberührte und weisse Natur sind lohnenswert, werden aber auch zum Lehrstunde für den Windchill-Faktor (mehr dazu und ein paar Tipps für den Umgang mit der Kälte gibt es hier).
 
Aus dem Sommer bekannte Pfade werden plötzlich zu Abenteuern. Nur wer den Untergrund gut kennt, sollte sie in dieser Jahreszeit querfeldein gehen. Besonders wichtig ist es, von scheinbar bereits zugefrorenen Seen und Flüssen Abstand zu halten. Das kann nämlich schnell akut lebensgefährlich werden. Eine Eisdecke ist erst dann sicher begehbar, wenn die Kerneissicht mindestens 10 cm dick ist (siehe z. B. die einschlägigen Sicherheitsinstruktionen der Schwedischen Lebensrettungsgesellschaft).
 
Das ist für den Laien nur sehr schwer zu beurteilen und zu dieser frühen Winterzeit generell noch nicht der Fall. Damit eine ausreichende Eisschicht entsteht, muss es einige Zeit (d.h. mehrere Wochen) "richtig" kalt sein (d.h. unter minus 10 bis 15 Grad).
 
Immer wieder gibt es zu Beginn der Wintersaison dramatische Tragödien auf dem Eis. Jugendliche veranstalten Mutproben, und fahren mit dem Snöskoter über Seen. Relativ häufig enden solche Ausflüge mit Ertrunkenen. Auch übereifrige Eisangler erleiden manchmal leider dasselbe Schicksal. 
 
Wenn Sie sich sicher sind, dass die Eisdecke ausreichend ist, sollten immer auch Isdubbar zur Hand sein (am besten lose um den Hals tragen).
 
Zum Schluss noch der Hinweis für die Fotografinnen und Fotografen unter der Leserschaft: 8 Fototipps für Schnee und Winter und das Fotografieren in der Kälte gibt es hier.

[Update 2013-12-28: Die Saison hat sich in Sachen Schnee anders entwickelt, als gedacht.]

Here we go again

Snow again - Change of seasons in Lapland...<br />
Here we go again - Change of seasons in Lapland...

Dressed in white

Stürme fegen über uns hinweg. Manchmal mit Schnee gefüllt, manchmal nur eine schneidende, eisige Front. In einer kleinen Felsspalte entdecke ich sie: Dressed in white.

Lappland - dressed in white
„Dressed in white“

Die Kälte zieht durch alle Ritzen...

Das Rad der Jahreszeiten hat wieder eine Viertelumdrehung vollzogen. Die Kälte dringt in Lappland durch. Die Tage werden kurz und kürzer. Immer wieder fasziniert mich der plötzliche Farbwechsel: Die warmen Herbstfarben werden schlagartig stahlblau-kalt. Hier in der Nuance minus 12 Grad. 

Plötzlich ward es wieder stahlblau und kalt in Lappland
Plötzlich ward es wieder stahlblau und kalt in Lappland


Wer sich in der Stimmung wieder findet: Das Bild gibt es auch als Print. Bei Interesse bitte Mail.

Sameviste Koppsele - ein Blick in die samische Kulturhistorie

Etwa 15 Kilometer hinter Malå steht an der Strasse in Richtung Sorsele ein unscheinbares Hinweisschild mit der Aufschrift „Koppsele“. Ein kleiner Weg führt etwa einen Kilometer in den Wald hinein. Am Ende des Weges befindet sich eine Wendeplatte. Von dort aus führt ein mit roten Markierungen versehener Pfad durch ein etwa 45 Hektar grosses Naturreservat zum Ziel. Etwa zwei Kilometer darf der Besucher durch die reizvolle, bewaldete Landschaft wandern, bis schliesslich die alte Sameviste erreicht ist.

Eine Sameviste (manchmal auch nur als Viste bezeichnet) ist eine vorübergehende Siedlung, die von der nativen Bevölkerung Lapplands, den Samen (sie werden oft auch Sami genannt) in früheren Zeiten genutzt wurde. Die Samen folgten ihren in Abhängigkeit von den Jahreszeiten wandernden Rentierherden. An bestimmten Plätzen verweilten die Herden über einen längeren Zeitraum. An diesen Weideplätzen wurden Visten gebaut. Etwas vereinfacht könnte man eine Sameviste als „Sommerdorf eines samischen Familienverbandes“ bezeichnen.

Die Sameviste Koppsele stammt im Ursprung aus dem 17. Jahrhundert. Durch regelmässige Umbauten und Erneuerungen ist die heute sichtbare Bausubstanz der dortigen Hütten etwas jünger. Die älteste sichtbare Datierung in Form einer alten Inschrift verweist auf das Jahr 1819.

Der Name Koppsele soll auf das schwedische Wort für Tasse „Kopp“ zurückgehen, denn die Siedlung liegt in einer tassenähnlichen Vertiefung.

Ein geschichtsträchtiger Platz also, der manche Schätze birgt. Die Sameförening in Malå hat deswegen in Zusammenarbeit mit der Malå Kommun und dem Landesmuseum von Västerbotten ein umfangreiches Projekt zur archäologischen Untersuchung des gesamten Areales und zum Wiederaufbau beschädigter und zerstörter Gebäude initiiert. Im Sommer wurde eine erste Ausgrabungsetappe durchgeführt, die zahlreiche Fundstücke zu Tage geführt hatte. Mit Hilfe der Ausgrabungsergebnisse lässt sich der Alltag in die zurückliegenden Jahrhunderte rekonstruieren.

Im Zuge des Projektes wurde auch der Pfad zur Viste neu markiert und eine Holzbrücke erneuert. Neue Informationstafeln informieren die Besucher über wissenswerte Fakten und Details.

Nur noch wenige Gebäude, darunter eine klassische Wohnkåta, sind erhalten. Bei diesem Projektes wurde in Koppsele nun eine weitere Härbre im alten Stil errichtet. Eine Härbre ist ein traditioneller frei stehender Speicher (eine kleines Lagerhaus für Feldfrüchte). Charakteristisch für eine Härbre ist der besondere Unterbau: Die Härbre steht erhöht auf Pfeilern, die auf grossen Steinen ruhen. Sinn der Konstruktion ist die bestmöglichste Lüftung, damit der eingelagerte Inhalt trocken und schimmelfrei bleibt. Die neue Härbre in Koppsele war in Malå in traditioneller Weise und Ausführung gebaut worden und wurde dann in Einzelteilen nach Koppsele transportiert, um dann am Samstag (12. Oktober) in einem Zug aufgebaut und eingeweiht zu werden.

Einige freiwillige Helfer und Besucher waren gekommen um mit anzupacken und bei dem historischen Ereignis mit dabei zu sein. Jörgen Stenberg, Vorsitzender der Sameförening in Malå erläuterte die Geschichte und die Bedeutung des Platzes. Eine Nachkommin der letzten bekannten Familie, die in Koppsele regelmässig gewohnt hatte, durfte feierlich als Erste den Neubau erklimmen. Ein Repräsentant der Kommune betonte die Wichtigkeit des Projektes und der noch sehr junge Baumeister durfte Glückwünsche für sein erstes Meisterwerk entgegen nehmen.

Wir waren mit dabei und haben den Tag für unsere Leserinnen und Leser in Film und Bild dokumentiert.

-> Hier geht’s zur Galerie „Sameviste Koppsele“

-> Und hier der Film aus Koppsele


 

Urlauber und Schwedenreisende aufgepasst: Einige alte schwedische Banknoten werden zum 31.12. ungültig und aus dem Verkehr gezogen

Wer öfter in Schweden Urlaub macht oder unterwegs ist, hat vielleicht ein kleines Depot schwedischer Kronen in der Schreibtischschublade. Jetzt wäre ein guter Zeitpunkt, die gesammelten und/oder archivierten Banknoten einmal durchzusehen.  

Zum 31. Dezember 2013 verlieren die alten 50- und 1000-Kronen Scheine ihre Gültigkeit. Erkennbar sind die alten Versionen der am fehlenden vertikalen Folienstreifen. 

Nach Angaben der schwedischen Reichsbank sind noch insgesamt etwa 12 Millionen alte 1000-Kronen Banknoten und etwa 4 Millionen 50-Kronen Banknoten im Umlauf.

Wichtig: Bis zum Jahreswechsel können die alten Scheine noch für Einkäufe verwendet, oder bei Banken eingelöst werden. Danach werden sie zu Altpapier!

Die Umtauschaktion ist Teil einer grösseren Umstellung: Bis Ende 2015 sollen alle in Umlauf befindlichen bisherigen schwedischen Banknoten und Münzen durch neue Versionen ersetzt werden. Informationen zur Einführung der neuen Scheine und Münzen gibt es hier bei der Schwedischen Reichsbank.

Alter schwedischer 1000-Kronen Schein: Ab 31.12.2013 ungültig
Alter schwedischer 1000-Kronen Schein: Ab 31.12.2013 ungültig

Alter schwedischer 50-Kronen Schein: Ab 31.12.2013 ungültig
Alter schwedischer 50-Kronen Schein: Ab 31.12.2013 ungültig

Polarkreisdorf Juoksengi

Eingefleischten Norrlandkennern und -urlaubern ist das Tornedalen ein Begriff. Der 410 Km lange Torne Älv bildet den Grenzfluss zwischen Schweden und Finnland und mündet bei Haparanda und Tornio in den Bottnischen Meerbusen. Aus dem Eis des im Winter zugefrorenen Torne Älv wird in der Wintersaison übrigens auch das Eishotel in Jukkasjärvi errichtet.

Heute soll es aber um etwas anderes gehen. Durch das Tornedalen schlängelt sich der Reichsweg 99. An diesem liegt ca. 20 Km nordöstlich von Övertorneå das kleine Juoksengi. Durch den beschaulichen Ort (ungef. 350 Einwohner) verläuft der (nördliche oder arktische) Polarkreis. Und dieser hat dem Dorf den Titel „Polarkreisdorf“ beschert.

Polarkreisdorf Juoksengi
„Polarkreisdorf Juoksengi“




Hier verläuft er: Der arktische Polarkreis


Die Einwohner haben bereits vor Jahren einen Verein gegründet und einen touristischen Point of interest mit einem „Polarkreishaus“ errichtet. Zahlreiche Informationstafeln erklären, was es mit dem Polarkreis auf sich hat, und im zugehörigen Polarkreishaus ist während der Sommersaison für Bewirtung gesorgt. Dort gibt es für die durchreisenden Besucher auch ein Polarkreiszertifikat.

Das Polarkreishaus - Verwaist ausserhalb der Sommersaison
Das Polarkreishaus - Verwaist ausserhalb der Sommersaison


Ausserhalb der Saison ist die Besucherstation verwaist. Es wird aber kräftig umgebaut und erneuert. Derzeit durchläuft die Informationsstation eine regelrechte Runderneuerung: Die Informationstafeln werden ausgebessert, ein neuer überdimensionaler Globus wird aufgestellt und das gesamte Gelände wird landschaftsbaulich umgestaltet.

Die Besucherstation: Geprägt von einer Runderneuerung
Die Besucherstation: Geprägt von einer Runderneuerung


Vor den Informationstafeln markiert ein Holzpfahl die Stelle, an welcher der Polarkreis verläuft.

Wo der Holzpfahl steht, da soll er sein: Der Polarkreis
Wo der Holzpfahl steht, da soll er sein: Der Polarkreis


Für die Haarspalter unter uns: Ein Blick auf das genaue GPS verrät, was Geodäten schon lange bekannt ist: Durch die langsame Änderung der Neigung der Erdachse, verlagern sich auch die Polarkreise. Pro Jahr nähern sie sich den Polen um etwa 14,4 Meter. Theoretisch befindet sich der Polarkreis derzeit bei 66° 33’ 44’’ nördlicher Breite. Die markierte Stelle befindet sich bei 66° 33’ 634’’. Aber das sind nur einige Meter Abweichung und wir wollen da mal nicht „päpstlicher als der Papst sein“.

Knapp daneben: Das GPS beweist es - Der Polarkreis wandert
Knapp daneben: Das GPS beweist es - Der Polarkreis wandert


 

„Stugsista“ – Das Ende des Sommers in Lappland

Eine relativ neue Tradition in Schweden ist das sog. „Stugsista“. Das Wort ist zusammen gesetzt aus dem Wort „Stuga“ und „Sista“.

Das Wort Stuga (oft auch als Sommerstuga oder Fritidshus bezeichnet) steht für das bekannte Ferienhaus (Sommerhaus) der Schweden. Schweden lieben es, den Sommer über jede freie Minute in ihren Ferienhäusern zu verbringen. Nach Zahlen des Schwedischen Statistischen Zentralbüros (SCB) gab es im Jahr 2007 insgesamt 680.000 Sommarstugas. Die Statistik zeigt auch, dass 55% der schwedischen Bevölkerung eine Sommarstuga nutzen können und 20% der Bevölkerung selbst eine Sommarstuga ihr eigen nennen.

Faszinierend ist übrigens auch der Trend zur Einfachheit in den Sommerhäusern. Viele haben kein fliessendes Wasser und keinen Stromanschluss, sind dafür aber in äusserst malerischer Umgebung belegen. Die bevorzugten Lagen sind entweder an entlegenen Seen oder im Fjäll (so heissen die schwedischen Bergregionen).

Die Einstellung vieler Schweden zeigt sich auch im Preisniveau: Ein „normales“ wohntaugliches Haus auf dem Lande ist, i.d.R. voll eingerichtet, in unseren Regionen für wenig Geld (Grössenordnung umgerechnet 15.000-20.000 Euro) zu haben. In diesem Zusammenhang möchte ich dann  auch gleich nochmals an unsere Tipps zum Immobilienkauf in Nordschweden erinnern. Eine Fjällstuga kann demgegenüber gut und gerne das zehn- bis zwanzigfache kosten (Ausnahmen noch oben bestätigen nur die Regel). Und das ohne Wasser- und Stromanschluss!

Interessant ist auch der Umstand, dass die „normale“ (Winter-)Wohnung oft nur eine Mietwohnung in der Stadt ist (natürlich mit allen Segnungen der modernen Elektronik). Der Kontrast zwischen dem „Stugaliv“ (dem Leben in der Sommarstuga) und dem Alltag im Rest des Jahres ist beachtlich.

So sehr das einfache und naturverbundene Leben in den Stugas geliebt wird, irgendwann ist die Sommersaison vorüber. Und hier kommt das „Stugsista“ ins Spiel. Das „Sista“ steht nämlich für „Letzte“. Das Stugsista bezeichnet demnach das Ende des Sommers in der Stuga.

Die Tradition kam Anfang der 90er Jahre aus Finnland nach Schweden. In Nordschweden wird das Stugsista am letzten Augustwochenende begangen. Den finnischen Wurzeln der Tradition nach werden dann alle übrigen Vorräte verspeist, der Müll der Saison verbrannt und danach geht es schweren Herzens zurück in die normale (Winter-)Wohnung.

In grösseren Ferienhausgebieten wird das Stugsista auch als „Ljuskväll“, d.h. Lichterabend, gefeiert. Vor allen Stugas werden sog. „Marschaller“ (überdimensionale Teelichter) angezündet, was eine wehmütige „Sommersaisonabschlusstimmung“ ergibt. Das Stugsista auch als Lichterabend zu feiern, ist allerdings eher in Mittel- und Südschweden verbreitet.

So ist also der Zeiger an der Jahreszeitenuhr weiter gerückt. Das Wetter hat sich ja schon seit gut zwei Wochen wieder herbstlich gezeigt. Gestern hatten wir z. B. null Grad gegen Mitternacht und bis zum ersten Schneefall wird es nicht mehr allzu lange dauern.

Ein
Ein „Marschall“ wie er für die stimmungsvolle Beleuchtung verwendet wird.

Zeitreise im Kino - Reportagerückblick auf den Sommer, Teil 1

Der Hintergrund: Eine Attraktion mit spannender Geschichte steht irgendwo in einem kleinen Wald in der Nähe von Adak. Ein beschaulicher und ruhiger Ort in Nordschweden mit noch 180 Einwohnern, zwischen Malå und Slagnäs belegen.

Im Jahre 1921 wurde bei Wegarbeiten in der Umgebung des Ortes ein merkwürdig glänzender Stein gefunden. Die Analysen ergaben einen hohen Gehalt an Kupfer und Zink. Bereits einige Jahre später wurde mit dem Tagebau begonnen, und 1942 nahmen insgesamt vier Gruben den Betrieb auf.

Ein eigener Ort mit Schule, Bibliothek, Geschäften und sogar einer eigenen Feuerwehr entstand rund um das Abbaugebiet im Wald. Er hiess „Adakgruvan“. Menschenmassen wurden von den Arbeitsplätzen angezogen und der Ort erlebte seine Blüte.

Ein schlauer Kopf auf der Durchreise entdeckte, was dem Ort noch fehlte: Ein Kino. Und so wurde 1943 zwischen dem heutigen Adak und dem damaligen Adakgruvan ein Kino erbaut. Es wurde auch für Hochzeiten und Feiern genutzt. 1965 schlug dann der Zahn der Zeit zu: Das Fernsehen hatte seine Verbreitung gefunden. Damit ging es für die Kinos immer schlechter. Und so schloss der Kinobesitzer sprichwörtlich die Tür hinter sich zu. Das Gebäude mit aller seiner Einrichtung verfiel in einen Dornröschenschlaf. Auch der um die Grube entstandene Ort verschwand nach einem tragischen Grossbrand im Jahre 1978. Der Abbau wurde eingestellt. Heute sind dort nur noch Wald und Wiesen zu sehen. Nur noch wenige Spuren deuten heute auf die Geschichte hin.

Das verlassene Kino im Wald jedoch erwachte wieder zu neuem Leben, als es Anfang der 90er Jahre wieder entdeckt wurde. Ein Förderverein wurde gebildet, der sich der Renovierung verschrieb und 1993 wurde das Kino im Originalzustand unter dem Namen „Sagabiografen“ wieder eröffnet.  Seitdem findet dort jährlich ein sommerliches Filmfestival statt, das unter Kennern sehr beliebt ist. Ein echter Geheimtipp.

Die Reportage: Für eine schwedische Tageszeitung war die Berichterstattung vom 31. Sagabiografen Filmfestival angesagt. Vieles wurde über das Festival schon geschrieben, viele Bilder schon gemacht. Hausaufgaben machen war also angesagt, um eine gute Story zu finden.

Einer mein Aufhänger für die Reportage war die im Winter erfolgte Installation moderner Digitaltechnik mit allen ihren Folgen. Im kleinen Vorführraum des Kinosaales – ungefähr so dunkel wie ein Kohlenkeller bei Nacht und nur durch mutiges Klettern über eine Aussentreppe aus Holz erreichbar – steht seit einem halben Jahr neben dem Originalprojektor aus dem Jahre 1934 eine digitale Vorführanlage.

Eine bizarre Zeitreise auf kleinstem Raum. Moderne Filme sind praktisch nur noch in digitalem Format vom Filmverleih zu beziehen. Deswegen war die technische Aufrüstung nur eine Frage der Zeit. Alte Filmrollen sind aber dennoch hin und wieder im Einsatz. Die Unterschiede sind beachtlich: Moderne Filme im Digitalformat haben ca. 200 GB und kommen auf portablen Festplatten daher. Im Gegensatz dazu bestehen klassische Kinofilme aus bis zu 8 grossen Filmrollen. Dass Filme bei der Vorführung reissen, kommt häufig vor.

Dann dürfen die Zuschauer eine ausserordentliche Pause geniessen, während der Vorführer im Technikraum den Film leimen darf. Keine leichte Aufgabe. Auch das nahtlose Wechseln zwischen den Rollen ist eine Kunst für sich. Es gibt in ganz Schweden nur noch eine Handvoll Spezialisten, die sich darauf verstehen. Gleich mehrere davon gibt es in Adak.

David Abramsson und die digitale Technik bei Sagabiografen in Adak
Der Aufmacher zur Story: David Abramsson und die technische Zeitreise


David Abramsson (20) ist einer der Vorführspezialisten, der in Adak im Ehrenamt das Festival mit ermöglicht. Er wirkt etwas menschenscheu und verlegen. Aber zwischen antikem Projektor und moderner Digitaltechnik blüht er sichtlich auf, und erzählt von den Höhen und Tiefen des Daseins in der „Dunkelkammer“ hinter dem Kino. Er ist angespannt vor der Premiere für die neue Technik. Filmvorführer sind spezielle Menschen.

Und dann gab es da noch die besonderen Einweihungsgäste. Aber das ist der Stoff für den nächsten Blogartikel.

Dinosaurier am Wegesrand? - Arktischer Sommer in Lappland 2013

Für Überraschungen ist der Alltag hier immer wieder gut: Aus dem Augenwinkel beschlich mich das Gefühl, beim Vorbeifahren beobachtet worden zu sein. Rückwärtsgang. Tatsächlich. Gruselig, gespenstisch starrte ein Schädel auf die Strasse. Ein Dinosaurier? Nicht wirklich. Das Skelett eins verendeten Rentieres, das anderen Teilen der Tierwelt als Nahrung gedient hatte, lehnte so an einem Baum, dass diese skurrile Szene zustande kam.

Das ist übrigens der letzte Beitrag zur Serie „Arktischer Sommer in Lappland 2013“, denn der Herbst hat nun begonnen. Das Wetter hat sich in den letzten Tagen verändert, und heute ist der erste richtige Herbsttag. Nicht mehr lange bis zum ersten Schneefall...

Dinosaurier am Wegesrand? - Arktischer Sommer in Lappland 2013
Dinosaurier am Wegesrand?

Nicht nur Michael Kenna hat seinen Lieblingsbaum

Viele werden den Film "Hokkaido" über Michael Kennas Leidenschaft für einen bestimmten Baum in Japan gesehen haben.
 
Ich musste spontan an diesen Film denken, als ich vergangene Woche wieder einmal meinen eigenen, ganz persönlichen Lieblingsbaum in Lappland besucht habe.
 
Entdeckt hatte ich ihn vor etwa 6 Jahren, als ich auf der Suche nach ganz anderen Motiven war. Völlig spontan habe ich mich in ihn verliebt, wie er da so bezaubernd ausgerichtet im Wasser lag. Die Stelle ist abgelegen und schwer zugänglich. Lange Teile des Jahres ist er fast ganz vom Wasser bedeckt und damit unsichtbar. Im Winter ist er praktisch gänzlich unerreichbar (und liegt ohnehin unter ein bis zwei Meter Schnee).
 
Seit unserer ersten Begegnung habe ich ihn bestimmt schon ein dutzend mal besucht, und jedesmal habe ich eine neue interessante Perspektive gefunden. Die "Schokoladenperspektive" ist die hier gezeigte. Beim letzten Versuch habe ich mit verschiedenen Langzeitbelichtungen experimentiert. Nicht ganz einfach, denn um zu dem guten Stück zu gelangen durfte ich erst einmal einige Meter durchs Wasser waten, um mich dann am Wurzelwerk hochzuhangeln. Trotzdem ist es mit jedesmal den Besuch wert.


Mein Lieblingsbaum in Lappland

Tod am Strand - Arktischer Sommer in Lappland 2013

Einer jener richtigen Hochsommertage in Lappland. Die Luft steht. Schon gegen 9 Uhr zeigt das Thermometer im verglasten Vorbau satte 45 Grad. Und im Freien sind es knappe 30.

Was tun? Ein Ausflug an den Strand! Kürzlich hatte ich einen sehr abgelegenen Uferstreifen entdeckt, dem ich nochmals einen Besuch abstatten wollte. Der Weg dorthin führt zwei Stunden durch den etwas kühleren Wald. Wunderbar.

Angekommen reibe ich mir verwundert die Augen. Dieser unberührte Strand ist anscheinend bei Rentieren sehr beliebt. Mehrere Totenschädel und Skelette liegen in der malerischen Landschaft. Ich lasse das Rätsel auf sich beruhen und wandere weiter. Lappland ist immer wieder für eine Überraschung gut.

Tod am Strand - Arktischer Sommer in Lappland 2013
„Tod am Strand“, ein Rentier-Friedhof in malerischer Landschaft

Der Tag, an dem das Festnetz verschwand - Arktischer Sommer in Lappland 2013

"Ist Anja zuhause?" - "Kann ich bitte Markus sprechen?". Ja, so war es in der guten alten Zeit. Jeder Haushalt hatte sein Telefon, das von der ganzen Familie genutzt und untereinander geteilt wurde. Wer erinnert sich nicht noch an die Telefonbelagerung durch haushaltsangehörige Teenager. Und das Familientelefon stand immer an einem zentralen Platz. Heimliche Telefonate waren fast unmöglich.
 
Doch damit ist jetzt Schluss. In weiten Teilen von Väster- und Norrbotten jedenfalls. Dort werden gerade die oberirdischen Telefonleitungen des guten alten Festnetzes abgebaut. Auf lange Sicht soll in den nächsten Jahren ganz Schweden von der Abrüstung betroffen sein. Insgesamt eine Million Telefonleitungsmasten sollen in den nächsten acht Jahren in ganz Schweden werden abgebaut.
 
Der Hintergrund liegt in einer deutlichen Veränderung. Nach der Statistik des schwedischen Post- und Telestyrelsens haben heutzutage 97% aller Schweden ein Mobiltelefon. Nur noch 76% der Haushalte haben einen Festnetzanschluss (Tendenz stark sinkend). In Haushalten, in denen nur Personen unter 25 Jahren leben, sind es sogar nur noch 65 Prozent. Ausserdem haben Umfragen ergeben, dass 31 Prozent der Befragten sich ein Leben ohne festen Telefonanschluss vorstellen.
 
So werden in naher Zukunft in einem ersten Schritt 50.000 Haushalte in 200 Kommunen ihr Festnetz verlieren. Heute zog sich der Abrisstrupp auch durch unser kleines Dorf. Gemischte Gefühle bei den Zuschauern. Schliesslich funktionieren Mobiltelefone nur, wenn das Stromnetz funktioniert. Das alte Festnetz hat auch bei Stromausfällen - die im Winter hier durchaus häufiger vorkommen - noch funktioniert. Viele Menschen sorgen sich, dass Notrufe in Zukunft nicht mehr möglich sind. Nutzer des SOS-Alarmsystemes - meist ältere oder behinderte Menschen - stehen vor noch grösseren Fragezeichen.

 
Noch gen Himmel zeigend, liegt es nun am Boden:
Das Festnetz im Inland von Västerbotten


2013 ist ein Rekord-Beerenjahr in Lappland, und: Wenn sogar der Hund auf die Hjortron kommt

Die über Midsommar in Nordschweden (insbesondere in Lappland) gereiften Beeren geniessen weltweit einen hervorragenden Ruf und sind beliebt bei Feinschmeckern wie Sterneköchen. Viele Urlauber kommen eigens gezielt zur Beerensaison zu uns, um dann mit reichen Schätzen wieder nach Hause zu fahren.

Und sogar Gastarbeiter aus fernen Ländern werden eigens für die Ernte der begehrten Beeren eingeflogen: Dieses Jahr haben 6.061 Thailänder eine zeitlich befristete Arbeitserlaubnis für die Dauer der Beerensaison erhalten (im Vorjahr waren es 5.807).
 
Am begehrtesten ist die Hjortron (Moltebeere, Engl: Cloudberry), die den würdevollen Titel "Gold of Lapland" trägt. Das schlägt sich auch im Preis nieder. Dieser liegt in der Saison bei um die 10 Euro pro Kilo Rohware. Aber auch viele andere Beerensorten halten, was sie versprechen.
 
Wie sieht es aus mit den Beeren dieses Jahr? Geradezu unglaublich. Eine Rekordernte wird erwartet und bereits jetzt - sehr zeitig im Jahresvergleich - schwärmen Einheimische und Besucher in die Wälder aus, um abends schwerbeladen wieder nach Hause zu kommen. Wer auf Beeren aus Lappland aus ist, sollte sich also am besten sofort ins Flugzeug oder Auto setzen. Nicht zuletzt deswegen, weil die Hjortron-Saison sehr kurz ist; sie dauert nur drei bis vier Wochen.
 
Erstaunliche Feststellung: Die Beeren sind dieses Jahr so gut, dass sogar unsere Hunde gerne Moltebeeren zupfen und verspeisen.

2013 ist ein Rekord-Beerenjahr in Lappland, und: Wenn sogar der Hund auf die Hjortron kommt
Hjortron - Das „Gold of Lapland“ - wird sogar von Hunden geliebt!

Der 15. Lapland Ultra Marathon - Arktischer Sommer in Lappland 2013

Ultra-Marathon ist eine spezielle Sache. Geht es doch um Distanzen, die länger als die "normalen" 42,195 Km sind. Der Veranstaltungen gibt es nicht so viele. Eine sticht heraus, und die ist - natürlich - in Lappland: Der Lapland Ultra Marathon in Adak.
 
Die Laufstrecke beträgt exakt 100 Km, mitten durch weitläufiges Gebiet unter der Mitternachtssonne. Dieses Jahr war es in der Nacht vom 28. auf den 29. Juni wieder einmal soweit. Der Startschuss fällt traditionell um 22 Uhr. Ein kleines, aber sehr erlesenes Starterfeld mit Läufern aus Schweden, Norwegen, Deutschland, Japan und den USA war am Start. Ich hatte das Event für die Presse fotografiert und kann jetzt einige Bilder auch hier zeigen.

Die Organisation hinter einem solchen Lauf ist beeindruckend komplex und es ist erstaunlich, dass sich jedes Jahr so viele ehrenamtliche Helfer bereitwillig engagieren.
 
Dieses Jahr war zudem ein Jubiläum angesagt: der 15. Lapland Ultra Marathon!
Die Läufer haben einiges zu berichten. Manch einer hat sogar schon einen Bären vor sich über die Strasse springen sehen. Und von beharrlichen Mückenschwärmen wurden sie alle geplagt. Dennoch fasziniert die Freude der über die Ziellinie Laufenden immer wieder.
 
Sieger in der Königsklasse wurde dieses Jahr übrigens der Schwede Johan Steene. Mit am Start war auch der bekannte Henry Wehder (Deutschland), der wegen Fussproblemen allerdings nur als Dritter ins Ziel kam.

-> Zur Bildstrecke: Der 15. Lapland-Ultra-Marathon

Der 15. Lapland Ultra Marathon
Johan Steene - Sieger beim 15. Lapland Ultra Marathon in der 100 Km-Klasse

Stippvisite in Luleå III - E.T. und die Technik - Arktischer Sommer in Lappland 2013

Stippvisite in Luleå III - E.T. und die Technik - Arktischer Sommer in Lappland 2013


Behind the scenes: E.T. habe ich bei der kürzlichen Stippvisite in Luleå auch getroffen. Und das ist eigentlich auch nur logisch. Luleå ist schliesslich eine High-Tech-Hochburg.

Die Luleå Tekniska Universitet (Technische Universität Luleå, Infos auf Deutsch hier) ist in etlichen Bereichen weltweit führend. Und in Kooperation mit dem Esrange Weltraumbahnhof in der Nähe von Kiruna kann man in Luleå sogar Raumfahrttechnik studieren. Nebenbei ist die LTU auch die nördlichste Technische Universität in den skandinavischen Ländern.
 
Neben der LTU ist das Cluster an Produktionsfirmen aus dem Bereich Video-, Film- und Fernsehproduktionen ein wichtiges technisches Standbein.
 
Ach ja, und dass Facebook kürzlich sein grosses Europa-Rechenzentrum in Luleå aufgebaut hat, dürfte sich mittlerweile auch herum gesprochen haben. Grund dafür war übrigens das Klima. Die Kälte hilft Kühlkosten sparen und das scheint sich ganz gut zu rechnen.

Malå in Lappland - einst ein Mekka für Naturliebhaber und Ornithologen - Arktischer Sommer in Lappland 2013

Malå ist eine kleine, beschauliche Kommune in Västerbotten. Bei 3.203 Einwohnern auf 1.599 Quadratkilometern ist das auch kein Wunder. Ja und Malå hat auch beachtliche Vogelbestände  und ist ein Mekka für Ornithologen. Oh. Entschuldigung. War ein Mekka für Ornithologen. Oder noch genauer: Ist ein Mekka für Ornithologen gewesen.

Warum das? Vor drei Jahren kamen vermeintlich schlaue Köpfe auf die Idee, in Malå in grossem Umfang Windkraftwerke anzusiedeln. Völlig umweltfreundlich. Natürlich. Schneisen wurden in unberührte Wälder geschlagen. Felsen wurden gesprengt. Neue Hochspannungsleitungen gezogen. Und vieles mehr. Nun stehen jede Menge Windkraftwerke in dem, was einst unberührte Natur war. So hat es Malå auch auf die Top-20 Liste der Windkraftkommunen in Schweden geschafft.

Der lokalen Bevölkerung wurden die Wohltaten der Windkraft angepriesen. Die Nachteile wurden geflissentlich verschwiegen. Womit wir beim Thema wären. Dass Windkraftwerke systematisch Vögel schreddern ist nicht neu. In Malå war es anscheinend völlig unbekannt. Und das in einer Kommune, über deren ornithologische Artenvielfalt sogar ein eigenes Buch verfasst wurde: „Fåglar i Malå“ von Leif Bildström, Ingemar Olofsson, 2005, 273 Seiten, ISBN 91-631-7125-2.

Am vergangenen Wochenende haben Frau Lapplandblog und ich zu Studienzwecken einen Spaziergang in einem der Windparks unternommen. Und das Fundstück des Tages war alles andere als erfreulich (s.u.). Wer das Thema Windkraft in Lappland eingehend studieren möchte, dem sei die – mitunter schockierende - Serie von Frau Lapplandblog  ans Herz gelegt. Dort gibt es hier auch die weiteren Details zum traurigen Fund.
 
Nach Auskunft von Experten ist das übrigens erst der Anfang. Wenn die Zugsaison im Herbst beginnt, wird mich massenhaft getöteten Vögeln gerechnet…

Naturtouristen und insbesondere Ornithologen können jetzt also Malå getrost von der Liste streichen.

Von Windkraft geschredderter Vogel in Malå Lappland

Kitsch oder Klischee? Egal! Was fürs Herz! - Arktischer Sommer in Lappland 2013

Kitsch oder Klischee? Egal! Was fürs Herz! - Arktischer Sommer in Lappland 2013

Behind the scenes: Kitsch oder Klischee? Oder beides? Oder einfach nur was fürs Herz? Jedenfalls ein bezaubernder, völlig abgelegener und unberührter Strand irgendwo in Lappland...


Ein Klischee ist eine überkommene Vorstellung oder ein eingefahrenes Denkschema, eine abgedroschene Redensart oder vorgeprägte Ausdrucksweise, ein überbeanspruchtes Bild (Stilmittel), das sich auf eine entweder regelhaft wiedererkennbare oder äquivalent dazu häufig zugeschriebene gemeinsame Eigenschaft einer Menge von Personen, Objekten etc. (konkret einer Menge von Individualbegriffen) bezieht und auf welche das Klischee demnach angewendet werden kann. Das Klischee existiert als etwas geistig bzw. sprachlich Schablonenhaftes. Es ist dabei charakteristisch, dass die Eigenschaft, welche das Klischee bedeutet, nicht eine der Eigenschaften ist, welche die gleichartigen Einzelelemente zu einer benennbaren Klasse werden lässt, sondern vielmehr eine zusätzliche, davon unabhängige Eigenschaft ist. Quelle: Wikipedia „Klischee“

 

 

Kitsch steht zumeist abwertend gemeinsprachlich für einen aus Sicht des Betrachters minderwertigen, sehnsuchtartigen Gefühlsausdruck. In Gegensatz gebracht zu einer künstlerischen Bemühung um das Wahre oder das Schöne, werten Kritiker einen zu einfachen Weg, Gefühle auszudrücken, als sentimental, trivial oder kitschig. Quelle: Wikipedia „Kitsch“


 

Green - Arktischer Sommer in Lappland 2013

Green - Arktischer Sommer in Lappland 2013

Behind the scenes: Alles im grünen Bereich?

Stippvisite in Luleå II - Arktischer Sommer in Lappland 2013

Stippvisite in Luleå II - Arktischer Sommer in Lappland 2013

Behind the scenes:  Teil zwei der Stippvisite in Luleå.

Seehäfen haben etwas bezauberndes. Das Flair der grossen weiten Welt. Weltenreisende. Alles verbunden mit dem Charme von Schrott und Unrat. Dazu robuste Technik. Im Hafen von Luleå gibt es ein Monument, das für mich all das auf den Punkt bringt: Den alten Hafenkran, mit dem das Hafenbecken regelmässig ausgebaggert wird. Wie bei einer regelmässigen Kur zur Erneuerung.

Stippvisite in Luleå - Arktischer Sommer in Lappland 2013

Stippvisite in Luleå - Arktischer Sommer in Lappland 2013

Behind the scenes: Gestern war ich auf geschäftlicher Stippvisite in Luleå, Regionhauptstadt von Norrbotten, des nördlichsten Bundeslandes Schwedens. Hier ein Ausblick auf den Hafen. Im Hintergrund die berühmte Eisbrecherflotte, die derzeit gerade ihren Sommerschlaf hält.
 
Luleå ist übrigens eine traumhaft schöne Stadt, die idyllisch am Meer gelegen ist, und über die eine stetige Brise weht. Der salzige Wind des Meeres verzaubert die Stadt im Sommer mit einem südländischen Flair. Allen Norrland-Urlaubern sei ein Abstecher sehr ans Herz gelegt. 

Schweden ist, wenn sogar der Wald Nationalfarben trägt - Arktischer Sommer in Lappland 2013

Schweden ist, wenn sogar der Wald Nationalfarben trägt - Arktischer Sommer in Lappland 2013

Behind the scenes: Zugegeben, der Titel ist etwas reisserisch. Lässt er doch vermuten, der schwedische Wald sei latent nationalistisch eingestellt. Ist er nicht.

Die Bändchen in den Nationalfarben deuten vielmehr das baldige Ende dieses Waldes an. Mit solchen Platiskbändern werden die Aussenkanten eines Abrodungsgebietes gekennzeichnet. Die Farben stehen für die Gesellschaft, welche die Abholzung betreibt. Um welche Dimensionen es sich dabei handelt und wie es nach dem Abholzen weitergeht, ist in unserer Serie über die Wald- und Holzwirtschaft in Lappland nachzulesen.

Wunder der Natur - Wilde Orchideen in Lappland - Arktischer Sommer in Lappland 2013

Wunder der Natur - Wilde Orchideen in Lappland

Behind the scenes: Entspannen und die Seele baumeln lassen. Nach einem ziemlich anstrengenden 12-Stunden Reportageeinsatz - die ganze Nacht hindurch und das für vier Fachredaktionen gleichzeitig mit jeweils eigenen Vorgaben für Thema und Aufmachung der Bilder - habe ich mir einen besonders langen Ausflug in die Natur gegönnt, um abzuschalten.

Es hat sich wieder einmal gelohnt, denn ein ganzes Feld wilder Orchideen wollte entdeckt werden. Die wilden Orchideen in Lappland sind einfach traumhaft. Ich könnte stundenlang dasitzen und sie einfach nur betrachten. Nun bin ich kein Pflanzenkundler. Aber ein solcher, der uns vergangenes Jahr besuchte, bezeichnete diese Art als Dactylorhiza fuchsii (engl. Common spotted orchid, deutsch: Fuchs' Knabenkraut).

Flower Power - Arktischer Sommer in Lappland 2013

Flower Power - Arktischer Sommer in Lappland 2013

Behind the scenes: Was wäre der Sommer in Lappland ohne „Flower Power“? Dadurch, dass es rund um die Uhr Sonnenschein gibt, ist es hier im Moment wie in einem gigantischen Treibhaus.

Für alle Neueinsteiger: Den Sommer über poste ich dieses Jahr Eindrücke vom Arktischen Sommer am Polarkreis in Lappland. Keine strikte Serie, sondern „Spotlights“, die den Alltag und das Leben beleuchten.

Sunset - Arktischer Sommer in Lappland 2013

Sunset - Arktischer Sommer in Lappland 2013

Behind the scenes: Am Ufer. Es ist spät. Gegen 23 Uhr 30. Die Sonne geht unter in Lappland. Soweit sie eben sinkt am Polarkreis zu dieser Jahreszeit. Farbenspiel im Wasser. Meine Träume und Gedanken gehen auf die Reise...

After the rain - Arktischer Sommer in Lappland 2013

After the rain - Arktischer Sommer in Lappland 2013

Behind the scenes: Die letzten Tropfen des kurzen, aber heftigen Schauers gleiten an mir herunter. Die Erde atmet. Nebelschwaden steigen aus dem getränkten Boden zu mir auf. Die Pflanzen wirken dankbar für die Erfrischung. Das Grün um mich herum scheint gleichsam zu explodieren. Die Schwalben ziehen wieder ihre Kreise über dem Fluss. Ich setze meine Wanderung fort. Noch nicht wissend, wohin mich der Weg heute führen wird.

Road Closed - Location Scouting - Arktischer Sommer in Lapland 2013

Road closed - arctic summer 2013

Behind the scenes: Manchmal ist das Location Scouting spannender als das spätere Fotografieren. Und immer wieder erlebe ich dabei unerwartete Überraschungen. Vergangene Woche wollte ich einige neue Forgotten Places für den Arctic Summer Fotoworkshop besuchen, um die GPS Daten zu erfassen. Doch der Weg dorthin hatte sich verändert. Die alte und baufällige Brücke war anscheinend ins Visier der zuständigen Behörde geraten. Mit verschweissten Traversen gesichert gab es mit dem Auto hier kein Durchkommen mehr. Aber getreu der alten Weisheit „Der Weg ist das Ziel“ habe ich einen schönen Umweg aufgestöbert, der neue Schätze zutage gefördert hat...

Midsommar - Arktischer Sommer in Lapland 2013

Midsommar am Polarkreis

Behind the scenes: Zu Midsommar das obligatorische Bild mit einer gelben Blüte. Ab Midsommar ist Schweden für einige Wochen gespenstisch. Das sehr populäre Fest – wahrscheinlich der „höchste“ schwedische Feiertag – kündigt sich durch lange Karawanen von Wohnmobilen und PKWs mit Wohnanhängern an. Vor einigen Tagen haben die langen Sommerferien begonnen und spätestens jetzt zieht Schweden kollektiv  in die Sommerstugas und auf Campingplätze.  Während ich diese Zeilen schreibe, herrscht draussen bereits unheimliche Totenstille. Über Midsommar wird - meist in der Natur - kräftig gefeiert und ab jetzt kommt Schweden urlaubsbedingt in weiten Teilen zum Erliegen. Büros und Geschäfte sind verwaist und wehe, es wird jetzt ein Handwerker benötigt oder ein eiliger Behördengang steht an.

Arktischer Sommer in Lapland 2013 - Moonrise on a foggy day

Arktischer Sommer Lapland 2013 - Moonrise on a foggy day

Behind the scenes: Mondaufgang im Nebel. Der Tag vor „Midsommar“ war in Lappland durchgängig verregnet. Am Abend ziehen dichte Nebelschwaden am Boden entlang bei einer gefühlten Luftfeuchtigkeit von 100%. Der Mond bahnt sich seinen Weg am beinahe taghellen Abendhimmel.

Arctic Summer Lapland 2013 - Out in the nature I

Arctic Summer Lappland 2013 - Out in the nature I

Behind the scenes: Heute der Beginn der Bilderserie „Out in the nature“ über den arktischen Sommer 2013 in Lappland. Diese Aufnahme stammt von einem Ort, an dem ich kürzlich Aufnahmen für ein Reisemagazin gemacht habe. Ein sehr idyllischer Platz - wären da nicht ungefähr eine Million Stechmücken unterwegs gewesen.

Holzwirtschaft am Polarkreis, Teil 2: Zu Besuch bei Setra

Kürzlich hatten wir über die grossflächige und langfristige Waldbewirtschaftung in Lappland berichtet.

Sind die unglaublich grossen Holzmassen einmal geerntet, wird ein grosser Teil zur industriellen Weiterverarbeitung in - meist ortsnahe - Sägewerke verfrachtet.

Vergangenen Samstag hatte das in Malå ortsansässige Sägewerk von Setra Tag der offenen Tür. Eine interessante Gelegenheit, einmal einen Blick hinter die Kulissen dort zu werfen. Normalerweise bietet sich Besuchern und vorbeifahrenden Touristen nur der Anblick von aussen, der allerdings auch schon das faszinierend grosse Holzlager preisgibt. Richtig spannend wird es aber erst hinter den Werkstoren (die dem Besucher aus Sicherheitsgründen normalerweise verschlossen sind).

Das Holz aus Norrland ist wegen seiner dichten Struktur und Festigkeit übrigens weltweit sehr nachgefragt. Die am Tag er offenen Tür produzierten Chargen wurden z. B. für Abnehmer in Japan verarbeitet.

Im Werk in Malå sind etwa 80 Angestellt damit beschäftigt ein jährliches Holzvolumen von ca. 163.000 Kubikmetern Holz zu verbeiten. Eine gewaltige Menge. Dahinter stecken eine sehr gute und effektive Organisation, und ein beeindruckender Maschinenpark. Verglichen mit den alten ländlichen Sägewerken, die mit Wasserkraft betrieben wurden, und meist nur über ein einziges, grosses Kreissägeblatt verfügten, mutet der moderne Sägewerkbetrieb teilweise geradezu futuristisch an.

Der Tag der offenen Tür war übrigens ein grosser Erfolg. Viele Besucher verschafften sich einen Einblick in die Abläufe des Werkes. Ein grosses Dankeschön an Setra und alle Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen vor Ort für die freundliche Aufnahme der Besucher und die Unterstützung bei unserer Reportage.

Zur Bildstrecke: Industrielle Holzverarbeitung bei Setra in Malå


Holzwirtschaft am Polarkreis, Teil 2: Zu Besuch bei Setra
Blick hinter die Kulissen: Eines der Kontroll- und Steuerzentren im Sägewerk

Arctic summer Workshop – Fotoworkshop am Polarkreis in Lappland

Die arktische Region rund um den Polarkreis in Schwedisch-Lappland hat nicht nur im Winter fotografisch viel zu bieten. Viele fotografische Highlights und Herausforderungen verbergen sich gerade unter der – im Sommer nicht mehr vorhandenen - Schneedecke.

Deswegen werden wir in der Kalenderwoche 33 einen besonderen Fotoworkshop veranstalten.  

Die Programmübersicht:

Montag, 12.08. - Anreise und Begrüssung

Dienstag, 13.08. – Forgotten Places. Tauchen Sie ein in eine vergessene Welt. Fotografische Herausforderungen: Perspektive, Details und Dokumentation. Ausführliche Bildbesprechung.

Mittwoch, 14.08. – Morgen- und Abendlicht am Polarkreis. Fotografische Herausforderung: Wasser, Spiegelungen, Licht und Schatten. Ausführliche Bildbesprechungen.

Donnerstag, 15.08. – Reportage beim Besuch der schwedischen Königsfamilie in Lappland. Fotografische Herausforderung: Portrait und Reportage.  Ausführliche Bildbesprechung und Grillabend.

Freitag, 16.08. – Verlassenheit der Architektur. Fotografische Herausforderung: Storytelling. Ausführliche Bildbesprechung. Alternativ: Abreise für die TeilnehmerInnen mit begrenztem Zeitbudget.

Samstag, 17.08. – Zeit für eigene Exkursionen. Routenvorschläge mit Points of Interest werden zur Verfügung gestellt. Ausführliche Bildbesprechung.

Sonntag, 18.08. – Zeit für eigene Exkursionen. Routenvorschläge mit Points of Interest werden zur Verfügung gestellt. Ausführliche Bildbesprechung. Gemütliches Zusammensein und Abrundung.

Montag, 19.08. – Heimreise

Der Workshop richtet sich an ambitionierte Fotografen. Es geht nicht um technische Grundlagen, sondern um die Weiterentwicklung des eigenen fotografischen Ausdrucks.
Die Teilnehmerzahl ist auf max. 7 Teilnehmer begrenzt. Alle TeilnehmerInnen sollten gut zu Fuss sein.

Bei Interesse ist eine Verlängerung mit individuellen Coachings möglich.

Die TeilnehmerInnen buchen die Anreise und die Übernachtungen selbst. Adresslisten, Weblinks und Empfehlungen werden selbstverständlich zur Verfügung gestellt. Ein eigener Mietwagen ist sehr empfehlenswert. Wir helfen gerne beim Austausch zwischen TeilnehmerInnen um Car-Sharing zu ermöglichen.

Eine ausführliche Beschreibung mit Preisen und Details senden wir Ihnen ab 6. Juni gerne als PDF zu. Mailen Sie uns einfach (im Betreff bitte Fotoworkshop angeben).

Arctic summer Workshop – Fotoworkshop am Polarkreis in Lappland
Arktischer Sommer am Polarkreis


Kreuzottern - Ungebetene Gäste in Lappland

Über Flora und Fauna haben wir schon häufig berichtet. Lappland - die letzte Wildnis Europas – hat einige ungewöhnliche Pflanzen und Tiere zu bieten. Der Braunbärenbestand ist gross, und über das richtige Verhalten bei Begegnungen mit Bären hatten wir hier schon einmal gebloggt.

Es gibt aber auch noch andere unangenehme Zeitgenossen: Kreuzottern. Ziemlich viele sogar. Der unbedachte Wanderer kann leicht auf eine Schlange treten und sich deren Reaktion einfangen: einen Schlangenbiss. Der ist oft nicht ungefährlich. Für Menschen mit schwachem Kreislauf oder Herzproblemen kann er sogar tödlich sein.

Vorsicht ist also angesagt. Bei Wanderungen also bitte nicht nur nach Elchen und Bären Ausschau halten, sondern auch auf den Boden achten. Aufgeschreckte Kreuzottern können sich bis zu einem Meter hoch aufrichten, um zu beissen.  Besondere Vorsicht ist angesagt beim Beerenpflücken oder anderen bodennahen Tätigkeiten. Wer sich auf Beeren und Pflanzen konzentriert geht das Risiko ein, von einer aufgeschreckten Schlange ins Gesicht oder den Hals gebissen zu werden. In diesem Fall ist die Prognose düster. Also: Augen auf und festes, mindestens knöchelhohes Schuhwerk!  

Sehr häufig sind auch Hunde von Schlangenbissen betroffen. Mehrere Veterinäre haben uns berichtet, dass sie während der Sommersaison mehrere Hunde pro Tag mit Schlangenbissen behandeln. Besonders tückisch sind Schlangenbisse in die Schnauze. Kommen wohl leider sehr häufig vor, weil sich der Hund gebückt und schnüffelnd dem merkwürdigen Tier, der Schlange, nähert und damit eine perfekte Angriffsfläche bietet.

Für Mensch und Hund gilt, dass nach einem Schlangenbiss grösstmögliche Ruhe angesagt ist. Der Kreislauf darf nicht zu sehr in Fahrt gebracht werden, damit sich das Gift nicht im Körper verteilen kann. Den Hund also bitte nach Möglichkeit zum Auto tragen. Für einen Menschen ist in ernsten Fällen der Rettungshubschrauber die erste Wahl. Die schwedenweite Notrufnummer ist übrigens die 112. Ein tragbares GPS oder eine entsprechende App auf dem Smartphone sind Pflicht, um die aktuelle Position beim Notruf durchgeben zu können.
 

 Kreuzottern - Ungebetene Gäste in Lappland
Ungebetener, aber häufiger Gast in Lappland: Kreuzottern


Aus und dahin - Iglootel Lappland schmilzt in den Tod

Über die Entstehung und das Dahinwelken des Iglootel Lappland hatten wir im letzten Halbjahr schon mehrfach berichtet.
 
In der vergangenen Woche hat es uns nochmals zum Iglootel gezogen und es hat sich gelohnt. Bei mittlerweile sommerlichen Temperaturen in Lappland (um die 20 Grad bei sonnigem Wetter seit ca. 10 Tagen) hat sich die imposante Anlage in eine eigenartige Wunderwelt aus Schneeresten und Wasser verwandelt, die einen sehr vergänglichen "Lost Place" darstellt.
 
Zur Gallerie: Das Iglootel Lappland schmilz in den Tod

Aus und dahin - Iglootel Lappland schmilzt in den Tod
Ein bizarrer Wachhund aus Schnee hat sich „herausgetaut“

Und in Lappland? Das Katzen-Karusell - Warnung: Cat-Content

Während ich diesen Blogartikel schreibe (Samstagvormittag gegen 9 Uhr), zieht gerade wieder ein Schneegestöber über uns. Immer wieder faszinierend. Immerhin befinden wir uns in der ersten Maiwoche. Nachdem sich der Schneefall wieder verzogen hat, sehe ich auf dem Auto des Nachbarn etwa 2 cm Neuschnee.


Erfahrungswerte

Um den Polarkreis in Lappland wendet sich das Klima erfahrungsgemäss in der zweiten Maiwoche recht radikal. Und so verspricht es auch die derzeitige Wettervorhersage. In der kommenden Woche sollen die Tagestemperaturen durchweg bei plus 10-12 Grad liegen. In den Nächten sinkt das Thermometer allerdings weiterhin unter den Gefrierpunkt. Überhaupt ist mit Nachtfrösten bis hinein in den späten Juni zu rechnen.


Katzen-Karusell


Deutlichstes Anzeichen für die jährliche Klimawende ist unsere Katze.
Im Winter mag der Kater das Haus gar nicht verlassen. Wenn doch, ist er nach spätestens einer Viertelstunde zurück und begehrt Einlass um sich sodann an den Ofen oder einen Heizkörper anzuschmiegen.

Seit einigen Tagen hat sich das Bild gewandelt und das „Katzen-Karusell“ hat begonnen. Kater will raus, steht nach einer Viertelstunde wieder vor dem Fenster, nur um eine weitere Viertelstunde später wieder nach draussen zu wollen.

Daher der Name des Phänomenes Katzen-Karusell. In einer Woche wird sich das dann dahingehend ändern, dass der Tiger dann nur seltener bei uns zu Gast ist. Ist ja auch verständlich, denn die kurze Sommerzeit muss optimal ausgenutzt werden.

Und in Lappland? Das Katzen-Karusell - Warnung: Cat-Content
"There is nothing worse than a sharp image of a fuzzy concept"
Ansel Adams

PS: Ich lege Wert auf die Feststellung, dass dieses Bild NICHT scharf ist ;)


Iglootel: Anfang und Ende

Die Wintersaison in Lappland ist langsam am Abklingen. Überall tropft und trieft es.  Die einst weisse Schneedecke hat sich in eine schmutzige Pampe verwandelt. Winter adé - Der Frühling steht vor der Tür und die Frühlingssonne schmilzt die Attraktionen des Winters wieder ein.

Wir hatten im Blog mehrmals über das Iglootel, das neue touristische Highlight in Abborrträsk (Arvidsjaur kommun), berichtet (Links: Bericht von der BauphaseInnenansichten und Einweihung).

Die Anlage hat nun vor einigen Wochen den Betrieb eingestellt und ist jetzt der wärmenden Sonne ausgesetzt. Der triumphale Bau aus Schnee und Eis hat sich in ein bizarres Mahnmal der Vergänglichkeit verwandelt. In einigen Tagen wird sich das Iglootel wieder „rückstandsfrei“ in sein Ausgangsmaterial verwandelt haben: reines Wasser.

Iglootel: Anfang und Ende
Schmelzendes Iglootel: Bizarres Mahnmal der Vergänglichkeit

Der Snöskoter – das liebste Kind des Schweden

Spätestens zu Ostern geschieht in Nordschweden um den Polarkreis in Lappland eine merkwürdige Veränderung der ansonsten unberührten Landschaft: Wo sich den Winter über bezaubernde Schneelandschaften gebildet haben, ist diese plötzlich von schachbrettartigen Linien durchpflügt. Die Snöskotersaison hat ihren Höhepunkt erreicht.

Der Snöskoter ist ein Schneemobil. Und Schneemobilfahren ist eine Leidenschaft der Schweden in unseren Breitengraden. Die freien Tage über Ostern werden zu ausgiebigen Spazier- und Ausfahrten genutzt. Wer es sich leisten kann, fährt dazu ins Fjäll. Auf den Zufahrtsstrassen in die Gebirge gibt es regelrechte Staus vor Ostern. Ein gänzlich unalltägliches Bild. Kolonnen vom Autos und alle mit bepackten Anhängern auf denen die gepflegten Schneemobile stehen.

Gross und Klein sind mit von der Partie, gibt es doch sogar spezielle „Kindersnöskoter“. Ganze Familien fahren, Karawanen gleich, kilometerlange Schneemobiltouren, auf denen natürlich auch ein Stopp zum Grillen oder zum Eisfischen eingelegt wird.

Für Landschaftsfotografen ist Ostern damit auch ein wichtiger Wendepunkt. Schöne Schneelandschaften sollten vor Ostern fotografiert werden, denn nach Ostern ist manch Idylle gar nicht mehr so schön anzusehen.

Allein ein bitterer Beigeschmack bleibt: Schweden liegt mit seinen Bemühungen zur Klimafreundlichkeit weltweit in der Spitzengruppe. Elektrohybridautos sind der grosse Renner und der umfängliche Windkraftausbau wird ebenfalls mit Klimaaspekten forciert (was freilich ein anderes Thema ist).  Schneemobile, grösstenteils noch mit Zweitaktmotoren ausgestattet, die jede Menge Lärm, Qualm und andere Emissionen verursachen, passen da nicht recht ins Bild. Aber die Schneeskoter sind eben das liebste Kind der Schweden. Offenbar wichtiger, als alle Bemühungen um die Rettung des Klimas in der Welt.


Nachösterliche Spuren der Liebhaberei

Entkirchlichung in Schweden - Ein Zustandsbericht am Beispiel Kristineberg

Ein verhangener, grauer Wintertag. Irgendwie angemessen und passend zum heutigen "Highligt" des Tages. Es geht um den Abriss einer Kirche.
 
Kristineberg ist der Ort des Geschehens. Bloglesern dürfte der Name bekannt vorkommen. Beheimatet Kristineberg doch einen der touristischen Magneten in unserer Gegend: Die in einem Bergwerk in fast einhundert Metern Tiefe gelegene unterirdische Kirche.
 
Die "Untergrundkirche" geht auf eine Begebenheit zurück, die sich im Jahre 1946 ereignet hat. Nach einer Sprengung zeigte sich damals in einer Tiefe von 107 Metern eine über 2 Meter hohe Christusgestalt an einer der Grubenwände. Wie ein Lauffeuer verbreitete sich die Kunde von dem Ereignis und Menschenmassen wagten den seinerzeit sehr beschwerlichen Abstieg, um das Bildnis sehen zu können. Unweit der damaligen Fundstelle wurde 1990 eine unterirdische ökumenische Kapelle in einem ehemaligen Werkstattraum des Bergwerkes eingerichtet. Die Kapelle kann noch heute besucht werden.
 
Doch damit nicht genug. Interessanterweise gibt es zu diesem Ereignis eine überlieferte lokale Prophezeiung in der es heisst, dass sich Christus in Kristineberg mehrere Male zeigen werde.
 
Das geschah u.a. 1968. In diesem Jahr wurde beim Umbau eines Geschäftslokales in Kristineberg eine Marmorplatte gefunden, auf der dieselbe Gestalt, wie sie seinerzeit in der Grube zu sehen war, deutlich zu erkennen ist. 
 
Alles in allem dürfte zu erwarten gewesen sein, dass die Gegend um Kristineberg von einer besonderen Frömmigkeit geprägt ist. In der Praxis hat nun aber ein landesweiter schwedischer Trend auf besonders drastische Weise gerade in Kristineberg seine Auswirkungen gezeigt. Nachdem die Bevölkerung (Stichwort: Urbanisierung) in Kristineberg von einst noch knapp eintausend Einwohnern im Jahre 1960 auf nur noch gut zweihundertfünfzig im Jahre 2010 zurück gegangen ist, ist der Kirchenbesuch im Gleichklang mit der negativen Bevölkerungsentwicklung eingebrochen. Die Kirche aber für eine blosse handvoll Gottesdienstbesucher zu heizen, war für die Kirchengemeinde wirtschaftlich schlicht nicht mehr tragbar.
 
Und so kam es zu einem in Västerbotten bislang einmaligen Beschluss: Nach 56 Dienstjahren wurde der Abriss der Kirche beschlossen. Vergangenen Dienstag war es schliesslich soweit und binnen eines Tages war, wo einst die Kirche stand, nur noch blanker Erdboden zu sehen. Lediglich der separat stehende kleine hölzerne Glockenturm steht - wie ein Mahnmal - noch an alter Stelle. Die Stimmung war gespenstisch. Zu Beginn der Abrissarbeiten hatte sich eine grössere Menge an schaulustigen Zuschauern versammelt. Am späteren Nachmittag war in düsterer und geradezu bedrohlicher Atmosphäre nur noch der Abrissbagger am Werk. Zu dieser Zeit entstand auch die gezeigte Aufnahme. Sie ist symbolisch. Symbolisch für einen Trend: Die Entkirchlichung der schwedischen Gesellschaft.
 

Abriss der Kirche in Kristineberg Västerbotten Lycksele kommun
13.02.2013 - Abriss der Kirche in Kristineberg

 

Im Griff der Kälte - Fünf Listen mit Tipps für Leben, Arbeit und Fotografie im Winter

Vor exakt einem Jahr hatte ich über die "Minus-40-Grad-Woche" am Polarkreis in Lappland gebloggt.
 
Anfang Februar ist - nach dem Klimazyklus - erfahrungsgemäss eine der kältesten Perioden des Winters in den skandinavischen Ländern. In diesem Jahr war und ist es bislang nicht ganz so kalt wie in den früheren Jahren, aber dennoch schwingt sich das Thermometer nach Sonnenuntergang (derzeit gegen ca. 16 Uhr) um die +/- minus 30 Grad ein.
 
Auch andere Erdteile werden derzeit von Winter- und Kältephänomenen geplagt (siehe z. B. die verheerenden Blizzards in den USA).
 
Für alle, die sich der Kälte nicht entziehen können oder wollen, habe ich die wichtigsten 5 Listen zu Tipps für den Umgang mit der Kälte bei Leben, Arbeit und Fotografie zusammen gestellt:
 
1. Tipps für den Umgang mit der Kälte
 
2. Wintervorbereitungen: Mobilität und Auto
 
3. Fotografieren in der Kälte: 8 Fototipps für Eis, Schnee und Winter
 
4. Tipps zur mobilen Fotografie - Mit dem Smartphone durch den Winter
 
5. Polarlichter (Nordlichter, Aurora borealis) richtig fotografieren
 

 Snowcap at minus 25 C
Snowcap at minus 25 C

 

Startschuss: "GO IGLOOTEL"

Unter grossem medialen Interesse und mit einer Vielzahl hochkarätiger Besucher aus Politik, Wirtschaft und Tourismus ist vor einigen Stunden das Iglootel offiziell eröffnet worden. Wir hatten bereits über die Bauphase und Fertigstellung berichtet.

Bei bestem lappländischen Wetter und unter sternklarem Himmel fand nun in Abborrträsk die offizielle Einweihung mit ca. 100 geladenen Gästen statt. Das Iglootel-Team hatte eine gelungene Eröffnungsfeier auf die Beine gestellt.
 
-> Zur Fotostrecke: Offizielle Einweihung Iglootel Lapland
 
-> Till bildspelet: Invigning Iglootel


Die Leitung des Iglootel nimmt Glückwünsche zur Einweihung entgegen
Die Leitung des Iglootel nimmt Glückwünsche zur Einweihung entgegen

Iglootel Lapland - Arctic Snow Experience, Teil II

Im ersten Teil unserer Reportage über das neueste touristische Highlight in Schwedisch-Lappland hatten wir über die Bauphase des Iglootel berichtet.

Theke Iglootel Lapland - Arctic Snow Experience
Theke - Iglootel Lapland

 
Mittlerweile ist die Anlage fertig gestellt und hat den Betrieb aufgenommen. Von aussen sieht das Bauwerk recht unscheinbar aus. Von innen allerdings offenbart sich die Iglusiedlung als eine faszinierende eigene Welt. Mit den labyrinthartigen Gängen und einem ausgeklügelten Beleuchtungssystem entsteht eine Atmosphäre, die schwer in Worte zu fassen ist. Futuristisch - beinahe mit einem Touch von "Raumschiff Enterprise".
 
Für die Gäste stehen zehn Schlafiglus zur Verfügung, die eine beruhigende Schlichtheit und zugleich eine grosse Geborgenheit ausstrahlen. Ein 360-Grad-Panorama aus einem Schlafiglus gibt es hier zu bestaunen.
 
A propos Klima: Auch wenn ausserhalb der Siedlung minus 30 Grad herrschen und gerade ein Schneesturm über die Anlage pfeift, ist es innen behaglich.
 
Eine eigens aus Deutschland angereiste Gruppe von Künstlern hat die Innenwände der Anlage mit aus Schnee und Eis modellierten Kunstwerken in samischem Stil versehen.
 
-> Zur Fotostrecke: Iglootel Lapland - Arctic Snow Experience, Teil II
 
-> Till bildspelet: Iglootel, del II

 

Schlafiglu Iglootel Lapland - Arctic Snow Experience
Schlafiglu - Iglootel Lapland


 

Das Iglootel in Lappland - ein Igludorf entsteht, Teil 1

Lappland ist bald um eine einzigartige Attraktion reicher: Einige Kilometer von Arvidsjaur entfernt entsteht unweit des Polarkreises derzeit die grösste Igluanlage Europas. Aus etwas 25.000-30.000 Kubikmetern Schnee entsteht eine Hotelanlage, die zu Weihnachten den Betrieb aufnehmen wird.

Die Iglusiedlung wird u.a. aus zwei grossen Hauptiglus (mit jeweils 8 Metern Durchmesser), einem Rezeptionsiglu und zehn Wohniglus (mit je 5 Metern Durchmesser) bestehen. In der Anlage wird es ausserdem eine Bar und eine Saunalandschaft geben.

Wir begleiten die Bauarbeiten fotografisch und haben vor Ort die Igluspezialisten interviewt.

"Weisses Gold": Zur Herstellung der Iglus wird Schnee verwendet. Nicht irgendein Schnee wie er vom Himmel fällt, sondern sehr kompakter Schnee, der mit Schneekanonen speziell hergestellt wird. Der Schnee muss sich nach dem Sprühen erst noch einige Zeit setzen, bis er die perfekte Konsistenz erreicht.

Danach wird an den Stellen, an denen die Iglus errichtet werden, ein überdimensionaler Ballon aufgeblasen. Auf diesen wird der Schnee in einem besonderen Verfahren aufgesprüht und verdichtet. Anschliessend wird die Luft aus dem Ballon gelassen und der "Rohbau" ist fertig. Der verdichtete Schnee fühlt sich an wie Beton.

Damit ist aber erst der Anfang getan. In kunstvoller Handarbeit werden nun die Innenflächen zunächst glatt gekratzt und dann - ähnlich wie beim Verputzen einer Wand - glatt gerieben. So entsteht eine glatte Innenwand. Für den Iglubau sind eigens zwei Spezialisten aus Österreich mit langjähriger Erfahrung nach Lappland gereist. Unter ihrer Anleitung und kritischen Aufsicht ist ein ganzes Team von Mitarbeitern unter Hochdruck mit dem Innenausbau beschäftigt. Ein sehr wichtiges Handwerkszeug der Iglubauer ist übrigens ein iPod, mit dem gerne Jazz bei den rhythmischen Schleifbewegungen gehört wird.

Die verwendeten Werkzeuge sind vielfältig. Hochdruckpumpen und Schneekanonen bilden den Ausgangspunkt. Für die Innenarbeiten kommen Motorsägen und viele verschiedene Schaufeln und Wandschaber zum Einsatz. Die Feinarbeit erfolgt schliesslich mit Hilfe eines Floss (Spezialwerkzeug, das auch zum Vergipsen werwendet wird).

Die Handarbeit ist nicht einfach, sind die Temperaturen doch auf dem Weg in den Keller. Derzeit herrschen ca. minus 10 Grad und für die kommenden Tage sind bereits minus 20 Grad angekündigt. Durch die im Bau noch offenen Iglus pfeift der Wind und gute Kleidung ist obligatorisch.

Die einzigartige Atmosphäre ist bereits jetzt in den Iglus zu spüren. Je nach Beleuchtung reicht die Stimmung von "romantisch" bis zu "stahlblau, nüchtern und kühl". Die Wohniglus wird es übrigens in zwei Ausführungen geben: als Standard- oder Romantik-Iglu. In der nächsten Woche werden die dann fertigen Iglus schliesslich noch mit Kunstwerken ausgeschmückt. Wir werden darüber weiter berichten.

Jede Igluanlage ist übrigens ein Unikat. Mit dem Ende der Wintersaison wird die Siedlung schmelzen, um zur nächsten Wintersaison wieder neu zu entstehen.

Wenn Sie auf der Suche nach einem einzigartigen Erlebnisurlaub in Lappland sind, dürfte ein Aufenthalt im Iglootel ein echter Geheimtipp sein.

Arvidsjaur ist durch Direktflüge der Fluggesellschaft FlyCar von vier deutschen Flughäfen aus (München, Stuttgart, Frankfurt-Hahn und Hannover) komfortabel und bequem erreichbar.

-> Zur Fotostrecke: Iglootel - Eine Iglu-Hotelanlage entsteht, Teil I

-> Till bildspelet: Iglootel, del I



Weiter zu Teil 2 der Reportage.


Das Iglootel in Lappland - ein Igludorf entsteht
Das Iglootel in Arvidsjaur / Lappland - ein Iglu-Hotel entsteht


 

Kleine Schwedische Kaffeekunde

Rein statistisch haben die Finnen den größten Kaffeekonsum der Welt, dicht gefolgt von den Norwegern und den Schweden (Quelle: Wikipedia).
 
Im Jahr 2011 entfielen auf jeden Schweden 6.329,2 Gramm Kaffee. Das gibt so etwa 3 Tassen pro Tag (Quelle: Euromonitor - PDF).
 
Zieht man Kinder, Jugendliche und ältere Menschen ab, dürfte die tatsächliche Zahl bei den "aktiven Kaffeetrinkern" deutlich höher liegen. Nach meinen eigenen Erfahrungen dürfte der Praxiswert bei ca. 6 Tassen liegen. Das hat auch mit der schwedischen Eigenart der Fikapausen zu tun.
 
Interessanterweise gibt es in der schwedischen Kaffeekultur einige Besonderheiten, die dem Tourist oder Einwanderer vielleicht nicht bekannt sind. Deswegen hier einige Erklärungen.
 
Die Verwirrung fängt bereits beim Einkauf an. In Schweden gibt es nämlich zwei unterschiedliche Kaffearten. Dem ungeübten Auge fällt das vielleicht nicht auf. Quillt dann aber später der Kaffee aus dem Filter der Kaffeemaschine sind Ärger und Verwirrung gross.

Schwedische Kaffeekunde: Bryggkaffee und Kokkaffee
Zum Verwechseln ähnlich: Bryggkaffee und Kokkaffee

 
Die unterschiedlichen Sorten hören auf den Namen "Brygg", bzw. "Kok".

Der Bryggkaffee ist für die aus Mitteleuropa bekannte Kaffeemaschine bestimmt.

Der Kokkaffee hingegen ist für die Zubereitung im Perkolator bestimmt. In Deutschland ist die Kaffeezubereitung durch Perkolation heutzutage nahezu völlig in Vergessenheit geraten. Bekannt ist es vielleicht durch die kleinen Espresso-Perkolatoren, die ein beliebtes Mitbringsel aus dem Urlaub in südeuropäische Länder sind.

Ein schwedischer Perkolator aktueller Bauart mit Zubehör
Ein schwedischer Perkolator aktueller Bauart mit Zubehör

Die in Schweden gebräuchlichen Perkolatoren arbeiten nach demselben Prinzip, sind aber einige Nummern grösser. Der "Kokkaffee" ist nun für die Zubereitung im Perkolator bestimmt. Der Geschmack des durch Perkolation hergestellten Kaffees ist speziell. Er ist sehr stark und enthält normalerweise viel "Kaffeesatz". Der gröbere Kokkaffe der beim Kontakt mit dem kochenden Wasser stark aufquillt kann auch in normalen Kaffeemaschinen verwendet werden, wenn die Dosierung auf etwa die Hälfte verringert wird.
 
Beim Einkauf deswegen bitte auf die Bezeichnung und die Symbole auf den Kaffeepaketen achten. Das Symbol mit der stilisierten Kanne steht für den Kokkaffe, das Symbol mit dem stilisierten Porzellanfilter für Bryggkaffee.

Und welche Kaffeesorte ist nun die Beste? Die Geschmäcker gehen auseinander. Ein schwedischer Klassiker ist der "Löfbergs Lila". Vom Geschmack her ist er allerdings nicht mit mitteleuropäischem Kaffee zu vergleichen. Und noch eine Besonderheit: Schweden trinken ihren Kaffee gerne stark. Was in Mitteleuropa am oberen Ende der Stärkeskala liegt, ist hier gerade einmal knapp unter dem Durchschnitt. Dafür werden die Tassen in Schweden normalerweise nur ungefähr halb- bis zweidrittelvoll gemacht. Und wer es perfekt machen möchte, serviert seinen Gästen Würfelzucker und keinen Streuzucker.

 Ein schwedischer Kaffee-Klassiker: „Löfbergs Lila“
Ein schwedischer Kaffee-Klassiker: „Löfbergs Lila“
Achten Sie auf die eingekreisten Symbole


Was uns zu der alten schwedischen Weisheit führt: Alles darf geschehen. Aber dass kein Kaffe im Haus ist, wenn ein Besucher vor der Tür steht, ist eine Katastrophe. In diesem Sinne.
 
 

Tipps zur mobilen Fotografie - Mit dem Smartphone durch den Winter

Heute soll jetzt es um Tipps für die Fotografie mit dem Smartphone im Winter gehen,

Allgemeine Tipps für das Fotografieren in der Kälte hatte ich Anfang des Jahres schon hier ausführlich beschrieben.
 
Und wer sich in der Kälte hier im Norden dem Fotografieren von Polarlichtern widmen möchte, wird hier fündig.
 
Nun aber zum Fotografieren mit dem Smartphone in der Kälte:

1. Da haben wir zunächst einmal das generelle Kälteproblem

Die meisten Smartphones lieben von Haus aus keine Kälte. Und insbesondere das unter vielen Fotografen heiss geliebte iPhone macht hier gar keine besonders gute Rolle.

Das Hauptproblem liegt in der Batterie (d.h. dem Akku). Die Elektronen in einer abkühlenden Batterie fliessen "langsamer" und der innere Widerstand im Akku nimmt zu. Deswegen liefert der Akku immer weniger Energie. Das Problem ist im Prinzip dasselbe, wie bei "richtigen" Digitalkameras. Nur sind die Akkus von DSLRs schlichtweg grösser dimensioniert. Deswegen dauert die Zeit bis zum "Coolout" dort länger.

Hinzu kommt, dass Fotoapps auf Smartphones in aller Regel ohnehin wahre Stromfresser sind, was auch bei zivilisierten Temperaturen zur schnellen Ermüdung der Akkus führt.
 
Geladene Reserveakkus in der Innentasche könnten eine Hilfe sein, wenn es sich
a. nicht um ein iPhone mit fest eingebautem Akku handelt, oder
b. der Austausch der Akkus allzu "friemelig" ist. Schon der Akkutausch bei der DSLR ist bei minus 30 Grad alles andere als angenehm. Ein filigranes Smartphone zu öffnen, um den Akku zu tauschen ist bei grosser Kälte rein praktisch beinahe unmöglich.
 
Wer alle Akkuleistung fürs Fotografieren braucht, sollte das Telefon in den Flugzeugmodus schalten. Durch den abgeschalteten Sende- und Empfangsteil sinkt der Stromverbrauch.

Der Extratipp lautet deswegen übrigens auch, die Akkus immer bei Zimmertemperatur zu laden und nicht per Autoladekabel im eiskalten Wagen.
 
Ich habe mit verschiedenen Smartphones vom iPhone bis zu "Billig-Smartphones" experimentiert und dabei festgestellt, dass die Billig-Handys von Haus aus oft viel weniger Strom verbrauchen als ihre luxuriöseren Geschwister. Einschlägigen Labortests zufolge schneiden Samsung Galaxy Androiden hier am besten ab (was sich mit meinen unwissenschaftlich ermittelten Ergebnissen deckt).
 
Die Abhilfe liegt darin, das Smartphone möglichst nahe am Körper, z. B. in warmen Innentaschen, zu tragen. Die Zeit in der Kälte ist auf ein Minimum zu reduzieren, was z. B. bedeutet, dass mit dem Upload mit Instagram bitte zugewartet wird, bis Mensch und Smartphone wieder im Warmen sind.
 

2. Das führt aber direkt zum nächsten Problem: Der Kondenswasserbildung.
 
Schnelle und starke Temperaturwechsel von Kälte zu Wärme führen dazu, dass die Luftfeuchtigkeit in der wärmeren Luft am und im kalten Smartphone kondensieren kann. Ist das an der äusseren Hülle vielleicht noch verschmerzbar (weil die Geräte hermetisch verschlossen, oder gar wassergeschützt sind), kann Kondenswasser im Inneren schnell zum elektronischen Tod führen.

Deswegen gilt hier dasselbe, wie für alle Digitalkameras. Beim Verbringen in die Wärme soll das Smartphone in einem geschlossenen Behälter sein (Plastiktüte genügt) und langsam "auftauen". Unter keinen Umständen schnell und mit Hilfsmitteln (Fön, oder auf der Heizung) erwärmen!
 
Unterwegs ist das aber leichter gesagt, als getan. Denn schon der Wechsel nach 5 Minuten bei minus 30 Grad ins gemütlich warme Auto kann ernste Probleme mit sich bringen. Das Smartphone immer in der Kälte zu belassen ist wegen des unter 1. angesprochenen Akkuproblemes auch keine Alternative.
 

3. Der Touchscreen.

In der Kälte gibt es ein weiteres Problem. Die Touchscreens reagieren immer behäbiger und versagen irgendwann ihren Dienst. Und ist das Telefon erst einmal richtig ausgekühlt kann ein unbedachter Atemhauch zur spontanen Eisbildung auf dem Screen führen.
 
Auch die Bedienung mit den Fingern kann zum selben Effekt führen und die blossen Finger kühlen ja selbst schnell aus.

Abhilfe schaffen können spezielle Handschuhe mit denen sich der kapazitive Touchscreen gut bedienen lässt. Ob Ihnen das die Investition von 30-50 Euro in spezielle Handschuhe wert ist, müssen Sie selbst entscheiden. Mir fehlt bei den bisher getesteten Handschuhen schlichtweg das Feingefühl.
 
Meine persönliche Alternative sind Handschuhe für die Jagd, auf die ich durch Zufall auf einem Flohmarkt gestossen bin: Eine Kombination aus Fäustling und Halbfingerhandschuh. Der Fäustling lässt sich nach oben klappen und legt die Finger frei. Im innenliegenden Fingerhandschuh gibt es keine Fingerkuppen. Für den Jäger gibt das den Weg zum Abzug frei und für mich den Weg zum Touchscreen :)

 
4. Von verschiedenen Seiten werden - gerade für den Wintereinsatz - Schutzhüllen empfohlen. Dem kann ich mich nicht anschliessen. Wer immer eine Schutzhülle verwendet, mag das auch im Winter tun. Spezielle Kälteschutzhüllen haben sich bei mir als wirkungslos erwiesen.

Viel Erfolg bei der Smartphone-Fotografie im Winter!
Wer noch weitere Tipps hinzufügen möchte, bitte in die Kommentare posten. Danke!


Minus 30 Grad
„Minus 30 Grad können sehr unangenehm sein - besonders für Smartphones“

Wintervorbereitungen in Lappland (heute: Mobilität und Auto)

Das erste reale Schneetraining der Saison in Lappland haben wir in den letzten Tagen bereits absolviert. Regional lagen bereits bis zu 30 cm frischer Neuschnee.
 
Höchste Zeit, die letzten Wintervorbereitungen zu treffen. Einige Tipps für den Umgang mit der Kälte hatte ich vor einiger Zeit hier schon einmal gebloggt.
 
Und einge Tipps zum Autofahren und zu Reifen mit Spikes gibt es hier nach zu lesen.
 
Heute soll es um eine weitere wichtige Vorbereitungsmassnahmen gehen, an die Auswanderer und Touristen gleichermassen denken sollten.

Wir beginnen mit der Vorbereitung von Tür- und Zündschlössern.
 
Bald fallen die Temperaturen in Lappland. Schnell sind es - gerade in den Nächten - minus 15 bis minus 20 Grad. Befindet sich dann auch nur ein wenig Feuchtigkeit im Türschloss, gibt es - gleich ob an der Hausür oder am Auto - kein Herein mehr. Von den "altbewährten" Methoden (z. B. Schlüssel mit dem Feuerzeug aufwärmen, usw.) können wir nur dringend abraten. Moderne Tür- und Zündschlösser enthalten nämlich oft Teile aus Plastik. Ein Auftauversuch mit den klassischen und brachialen Methoden führt schnell zur Zerstörung und zu teuren Reparaturen (und wenn es dumm läuft, auch zu einer Nacht im Freien bei tiefen Minusgraden).
 
Am besten ist es daher, vorzubeugen. Die Schlösser sollten spätestens jetzt mit speziellem Öl behandelt werden. Das Låsolja ("Schlossöl", "Lock oil") - zwei Beispiele sind links im Bild zu sehen -  kommt in einer handlichen Sprühflasche daher. Ein kurzer Sprühstoss in alle Schlösser spart jede Menge Ärger.
 
Und wenn es doch einmal geschehen sollte (z. B. weil Sie das rechtzeitige Ölen dennoch vergessen haben sollten), hilft Låsespay ("Enteiser", "Lock de-icer") - rechts im Bild. Das Auftauspray kommt in einer noch handlicheren Flasche (ist ja auch logisch, denn es gehört in die Jacken- oder Handtasche und nicht IN das Auto). Das Prinzip ist dasselbe: Ein kurzer Sprühstoss ins Schloss und nach wenigen Minuten ist dasselbige aufgetaut. Dann bitte nicht vergessen, anschliessend gleich noch das normale Schlossöl hinterher sprühen, damit Ihnen künftige Probleme in der Wintersaison erspart bleiben.
 
Wenn Sie ein ganz modernes Auto mit berührungslosem Tür- und Zündschloss via Sender haben sollten Sie daran denken, die Batterien im Sender zu prüfen und ggf. auszutauschen.
 
Für alle Autotypen gilt: Die Türgummis sind Ihnen dankbar, wenn Sie sanft mit Glycerin eingerieben werden. Das beugt dem Anfrieren vor.
 
Nicht zu vergessen sind dann noch: Neue Scheibenwischer, frischer Frostschutz für die Scheibenwaschanlage und ggf. eine Prüfung des Glykolgehaltes in der Kühlerflüssigkeit. Am besten legen Sie den Scheibenfrostschutz und den Frostschutz in der Kühlerflüssigkeit auf minus 40 Grad aus.
 
Wegen des Diesels müssen Sie sich keine Sorgen machen: Nordisches Winterdiesel ist für Temperaturen von minus 35 bis minus 40 Grad ausgelegt. Falls Sie eine lange Anreise im Winter haben, sollten Sie so schnell (und ggf. so oft) wie möglich in Schweden zutanken, um möglichst schnell vollständigen Temperaturschutz haben.

 Nützliches Trio: Schlossöl und Auftauspray
„Nützliches Trio: Schlossöl und Auftauspray“

 

Wie lange noch?

Wie lange noch?

Noch. Noch hängen sie.

Bald. Bald sind sie.

Vom. Vom Winde verweht.

Zurück. Zurück im Kontinuum der Natur.

Demnächst. Demnächst steht er vor der Tür und klopft an.

Der Winter in Lappland.

Wie lange noch? Der Winter in Lappland.

Nachlese: Samehelg 2012 im Lappstan in Malå

Vor vier Wochen war wieder einmal das jährliche „Samehelg“ („Samisches Wochenende“) in Malå angesagt. Unser Bericht kommt wegen hoher Arbeitsbelastung in den zurückliegenden Wochen leider etwas verspätet.

Eingeladen war wieder in den „Lappstan“ (grammatikalisch richtig und auf Hochschwedisch heisst es „Lappstad“) in Malå. Eine „Lappstad“ ist das Gegenstück zur „Kyrkstad“. Über die Gammelstads kyrkstad in Luleå – und deren Geschichte - hatten wir vor einiger Zeit hier schon einmal berichtet.

Richtete sich die Kyrkstad an die bäuerlichen Bewohner der ländlichen Gebiete, war die Lappstad das Gegenstück dazu für die Sami, die Angehörigen der nativen Bevölkerung Lapplands (Sapmis).

Der Besuch dort lohnt sich. Besonders die Lappstad in Malå ist sehr idyllisch. Die majestätische Bewaldung taucht die ganze Anlage ist ein faszinierendes diffuses Licht und die Hütten und Kåtas sind durchweg in sehr gutem Zustand.

Beim samischen Wochenende wurde wieder ein Potpourri aus Kultur, Kulinarischem und Aktivitäten angeboten, einschliesslich eines musikalischen Abendprogrammes. Wir laden Sie mit einer Bilderstrecke zu einem Rundgang ein.

-> Zur Galerie: Samehelg 2012 im Lappstan in Malå

-> Till bildspelet: Samehelgen 2012 på Lappstan i Malå



Samehelg 2012 im Lappstan in Malå
„Samehelg 2012 in Malå“
 
 

Channel Lappland Folge 1: Forgotten Places and lost families

Ein neues Format hält Einzug: Der Channel Lappland. In loser Reihenfolge präsentieren wir Ihnen künftig Reportagen und Tipps für Ihren Trip nach Lappland.

In der ersten Folge geht es um Hintergrundinformationen zu unserem Projekt "Forgotten places and lost families" über Urbanisierung in Schweden. Folgen Sie uns zu einem mystischen Platz irgendwo im tiefen Wald und lernen Sie einen weithin unbekannten Abschnitt der schwedischen Geschichte kennen.

(Tipp: Klick auf den Play-Button)



Eine bymahlemiuts Produktion 2012.

[Update 3/9/2012 wegen technischer Probleme: Austausch der FLV-player application. Wir bitten um Nachsicht. Danke!]

2.500 KW und eine Steckdose - Augen auf: Windkraft in Lappland

Aktuelle Entwicklungen in Lappland: In vielen Kommunen in Västerbotten spriessen derzeit die Windkraftwerke wie Unkraut aus dem Boden. 

So ein Windkraftwerk ist einhundert Meter hoch und hat eine Flügellänge von 50 Metern. Die Leistung beträgt ca. 2.500 KW (= 2,5 MW) je Kraftwerk. Im Regelfall stehen um die 10 bis 25 in Reih und Glied (wobei es auch deutlich grössere Windparks gibt). 

Eine merkwürdige Sache ist mir aber bei der letzten Reportage ins Auge gestochen: 2.500 KW und eine Steckdose. Direkt neben dem riesigen Windkraftwerk steht eine Steckdose. Ein Anschluss für den Motorwärmer im Winter. Als ob das grosse Windrad gerade mal genug Leistung für diese eine Steckdose hätte.  

2.500 KW und eine Steckdose - Windkraft in Lappland
„2.500 KW und eine Steckdose“


Am Rande noch ein Tipp für Urlauber, Auswanderer und Hauskäufer: Wenn Sie Ruhe und Natur lieben, sollten Sie sich vor Ihrem Lapplandurlaub, bzw. Ihrem Immobilienerwerb einen Überblick über die Windkraftsituation im Zielgebiet verschaffen. Die Windräder produzieren nämlich nicht nur Strom, sondern auch jede Menge Krach...

Summary: Hint - If you want to spend your holidays in Lapland or if you're thinking about buying a dacha or a house then please keep your eyes open for windmills. You should also observe the local planning, because windmills do not only produce electricity but also a lot of noise...

Sammanfattning: Stalltips - Om du vill tillbringa din semester i Lappland skulle du vara uppmärksamt om det finns vindkraftverk i det området du siktar pa. Det gäller självklart också när du vill köpa en sommarstuga eller ett hus. För vindkraftverken producerar inte bara elektricitet utan att riktigt mycket ljud...  

Über US622, DEET und Plastik

Der Peak in der Sommersaison scheint vorüber zu sein. In diesem Sommer war ungewöhnlich viel los: Wir waren auf dem Rücken von Pferden und auf Trainingswägen unterwegs, haben Anglergruppen begleitet und lagen bei Autorennen auf dem Teer. Natürlich fehlten auch einsame, verträumte Seen und Strände nicht. Tourismus-Fotografie - noch dazu in Lappland - ist eben eine spannende Sache. 

Einen Wermutstropfen gab es dieses Jahr: Die Insektenplage war extraordinär (und ist es immer noch). So viele Mücken, "Knotts" (die besonders unangenehmen und aggressiven Kriebelmücken), Bremsen und allerlei andere stechende und beissende Flugsaurier gab es seit Jahren nicht mehr. Die allgemeine Hoffnung zum Beginn der Saison war, dass die Fluggetierplage sich dieses Jahr wegen des sehr kühlen Sommeranfangs in Grenzen halten würde. Dem war aber leider nicht so. Im Gegenteil.

Stechmücke beim Angriff
„Das Grauen Lapplands: Flugsaurier beim Angriff“
Danke an
© Petra Fuelbert 2012 für das Bild (bei dem ich Modell stehen durfte...:)


Ich hatte schon einige Male über MyggA unsere "Allzweckwaffe" gegen unerwünschte, stechende Fluginsekten geschrieben.

Beim Fotografieren ist aber Vorsicht abgesagt, denn der Hauptinhaltsstoff von MyggA (und den meisten anderen Insektiziden zum Auftragen) ist DEET. Das hat einen unangenehmen Nebeneffekt: Es greift Kunststoffe an. Beim Kontakt mit DEET kommt es zur Materialauflösung. Viele Uhrenarmbänder, Handys und Sonnenbrillen sind dem schon zum Opfer gefallen.

ACHTUNG: Leider gilt das auch für die Kamerabelederung (bzw. Kameragehäuse aus Kunststoff) und anderes fotografisches Zubehör.

Häufiges Händewaschen hilft zwar, den meistens kommt die Chemie via Hände ans Plastik. Das ist aber mitten in einem Fotoshooting völlig unpraktikabel.

Hier kommt US622 ins Spiel. Genauer gesagt, die "US622 Myggspiraler". Ich war gegen diese Räucherteile zum Abbrennen bislang immer recht skeptisch. In der diesjährigen Verzweiflung habe ich ihnen aber eine Chance gegeben. Und siehe da: Die Wirkung ist zwar nicht so gut wie bei direkt aufgetragenem MyggA, aber dennoch ganz ordentlich. Für alle (Arbeits-)Situationen sind die Spiralen zwar nicht einsetzbar. In statischen Situationen und bei Windstille oder in halbgeschlossenen Räumen ist die Anzahl der Flugsaurier in einem Umkreis von ca. drei Metern um die glimmende Spirale deutlich gemindert. Die Brenndauer beträgt ca. zwei bis drei Stunden. Bei zwei in einem Abstand von ca. drei bis fünf Metern aufgestellten Spiralen lässt es sich arbeiten. Einziger Haken: Manchmal ist etwas Qualm zu sehen, der natürlich nicht ungeplant ins Bild geraten darf :)

US622 Myggspiral
„Hilfe in der Not: US622 Myggspiral - ohne DEET“

Marathon-Faces: Lapland Ultra Marathon 2012

Im beschaulichen Adak (Malå Kommun) in Schwedisch-Lappland findet alljährlich um Midsommar ein Sportereignis von Weltklasse statt: Lapland Ultra. Dahinter verbirgt sich ein Ultra-Marathon mit einer Laufstrecke von 100 Km. Daneben gibt es auch die Möglichkeit, verschiedene kürzere Distanzen zu laufen. Der Lauf ist neuerdings sogar für die Schwedischen Meisterschaften anerkannt.

Vom Start und von der Strecke hatten wir bereits berichtet (z. B. 2009 hier und hier).

Dieses Jahr hat mich sehr die Frage beschäftigt, wie sich die Läufer und Läuferinnen fühlen beim Zieleinlauf. 100 km am Stück zu laufen (und das in nur ca. 7,5-9 Stunden) ist für mich eine unvorstellbare Herausforderung. So entstand der Gedanke eine Fotostrecke unter dem Titel "Marathon Faces" zu machen.

Also ging es um vier Uhr morgens gen Zieleinlauf. Mit den ersten Finalisten wurde gegen 5 Uhr gerechnet. Relativ wenige Medienvertreter haben sich zu so frühmorgendlicher Zeit blicken lassen. Wahrscheinlich ist der Medienrummel bei der Preisverleihung um 11 Uhr grösser. Mir ging es aber darum, die Läuferinnen und Läufer direkt beim und nach dem Zieleinlauf abzulichten.

Die Rahmenbedingungen für den Lauf waren dieses Jahr übrigens nahezu perfekt: Sehr kühl (beim Zieleinlauf um die 12 Grad) und verregnet. Das ist deutlich besser als 25 Grad, Sonnenschein und Stechmücken in unbegrenzter Anzahl. So wurden denn dieses Jahr auch neue Streckenrekorde aufgestellt. Nachteil an dem kühlen Wetter ist das potentielle Risiko für Läuferinnen und Läufer. Nach mehreren Stunden Höchstleistung ist eine schnelle Auskühlung eine ernste Gesundheitsgefahr. So hüllen sich denn viele Teilnehmer nach dem Zieleinlauf sofort in dicke Decken und Daunenmützen.

Wie ist es nun mit den Finalisten? Mich hat erstaunt, wie fit sie dennoch sind. Aber sehen Sie selbst:

-> Zur Galerie: Marathon-Faces: Lapland Ultra Marathon 2012

-> Till bildspelet: Marathon-Faces: Lapland Ultra Marathon 2012


Marathon-Faces: Lapland Ultra Marathon 2012
„Vier Uhr dreissig auf der Zielgeraden - Die Ruhe vor dem Sturm“

Schwedischer Fika-Kult: Kalles Kaviar aus der Tube

Heute widmen wir uns einem echten Highlight der schwedischen Essenskultur: Kalles Kaviar aus der Tube.

Die charakteristischen blauen Tuben (die es mit diversen Geschmacksrichtungen auch in anderen Farben gibt), dürfen auf keinem "Fikabord" (Pausentisch) in Schweden fehlen. Wer mit dem Begriff der Fika (noch) nichts anfangen kann, bitte zuerst den Artikel dazu lesen.

Der kultige Tubenkaviar wird seit 1954 von Abba Seafood hergestellt und vertrieben. Die Firma mit dem guten Riecher für die schwedischen Geschmacksnerven hatte das Rezept 1954 von einem reisenden Händler erworben. Kalles enthält Rogen vom Kabeljau und vom Dorsch (vom Köhlerfisch, einer Dorschart, um ganz genau zu sein), Zucker, Salz, Kartoffelmehl und Tomatenpüree. Die genauen Anteile und eventuelle weitere Inhaltsstoffe sind gut gehütetes Betriebsgeheimnis. Jedenfalls erwies sich der Brotaufstrich aus der Tube von Anfang an als Verkaufsschlager, insbesondere unter Kindern und Jugendlichen. 

Schwedischer Fika-Kult: Kalles Kaviar aus der Tube
„Hier die seltene Kalles-Minitube“


Kalles Kaviar hat übrigens auch eine fotografische Komponente: Zu Beginn des Vertriebs hatten die Tuben nur eine nüchterne Aufschrift. Ein Werbefachmann bestand 1955 darauf, dass ein Logo auf die Tube müsse. Ein blonder und blauäugiger Junge müsse es sein. Der damalige Geschäftsführer von Abba Seafood, Christian Ameln, hatte einen Sohn, der dem Wunschbild recht nahe kam. Also wurden kurzerhand die Familienalben gewälzt und so gelangte das Bild von Sohn Carl auf die Tube. Und bis zum heutigen Tage prangt es dort. Das Bild war übrigens von der Frau Mama aufgenommen worden. Fotografisches Fazit: Bilder sammeln. Man weiss ja nie...

Zurück zum Kaviar: Der Verkauf lief so gut, dass bereits im ersten Vertriebsjahr über eine Million Tuben verkauft wurden. Heute beläuft sich die verkaufte Menge auf ca. 2.600 Tonnen pro Jahr. 

Kalles hat übrigens auch eine sehr nette Homepage auf der man sich u.a. aus einem eigenen Passbild einen sog. "Kaviatar" (einen etwas anderen Avatar) erstellen kann. 

Im Laufe der Zeit hat Kalles auch in feineren Restaurants und Hotels Einzug gehalten. So staunte ich nicht schlecht, als ich vor einigen Tagen eine luxuriöse Ausführung des Tubenkaviars auf dem Frühstücksbuffet eines Hotels der - sagen wir mal - "gehobenen Kategorie" entdeckt habe.

Schwedischer Fika-Kult: Kalles Kaviar aus der Tube
„Die Luxusausführung für Hotels und Restaurants“


Schliesslich zum Geschmack. Was soll ich sagen? Er ist schwer zu beschreiben und ist - wie der Name schon sagt - eben eine Geschmackssache. Aus Einwandererperspektive würde ich - höflich formuliert - sagen: Die interkulturelle Kompetenz stösst bisweilen an ihre Grenzen, wenn es um die Geschmacksnerven geht. Zu lange wurden diese an bestimmte Geschmacksrichtungen gewöhnt. Aber ich möchte Sie trotzdem ermutigen: Wenn Sie die Gelegenheit haben, greifen Sie zu und probieren Sie selbst. Und als typisch schwedisches Reisemitbringsel ist Kalles auch ideal geeignet!

Reportage: Mångkulturfest (Fest der Kulturen) in Malå

Im südlichen Lappland liegt die Kleinstadt Malå. Auf 1.727 Quadratkilometern leben derzeit (noch) ca. 3.300 Einwohner (Tendenz abnehmend). Das entspricht ungefähr 1,9 Einwohnern je Quadratkilometer. Erstaunlicherweise aber sind im kleinen Malå ca. 40 unterschiedliche Nationalitäten und Kulturen vertreten. 

Grund genug für die Stadtverwaltung, erstmalig ein "Mångkulturfest" (Fest der Kulturen) zu veranstalten. Drei Stunden lang wurde das Folkets Hus in Malå zum interkulturellen Sammelpunkt mit vielfältigen Angeboten. Leckere Gerichte aus vielen verschiedenen Ländern, kulturelle Einlagen und jede Menge Informationen zu den in Malå vertretenen Gruppen, bildeten das Programm. Der Andrang war erstaunlich gross und Jung und Alt nahmen die Gelegenheit zur Begegnung wahr. Wir haben eine Reportage fotografiert und eine kleine Bildstrecke zusammen gestellt.   

-> Zur Galerie: Fest der Kulturen am 16.6.2012 in Malå

-> Till bildspelet: Mångkulturfest i Malå 16/6

Reportage: Mångkulturfest (Fest der Kulturen) in Malå
„Interessierte Besucher beim Fest der Kulturen: Welches Land hat diese Flagge?“

In den Wäldern Lapplands

Was tun an einem hoffnungslos trüben Sonntag, an dem es in einer einzigen Tour regnet? 
Irgendwo im Hinterkopf bringt sich die alte Weisheit in Erinnerung: "Es gibt kein schlechtes Wetter, es gibt nur die falsche Kleidung!". Ausserdem haben die Vierbeiner eine andere Einschätzung bezüglich des Wetters. Also ein Kompromiss: Es geht querfeldein in möglichst dichten Wald. Da kommt wenigstens nicht ganz so viel Regen durch.

Touren durch den unberührten Wald in Lappland sind immer eine spannende Sache (*Sicherheitshinweis und Tipp dazu siehe ganz unten!*). Wunderbare und merkwürdige Dinge sind dort zu finden. Zu meinen Favoriten gehören antike Autowracks. Erstaunlich viele Oldtimer fristen irgendwo dort draussen - oft schon eingewachsen in die Natur - ihr Dasein. Manchmal sind richtige Schätze zu finden, wie z.B. dieser 170er Mercedes, über den ich früher schon einmal gebloggt habe

Auf der heutigen Regen-Waldtour habe ich wieder einen neuen Oldtimer entdeckt. Um was genau es sich handelt kann ich noch nicht sicher sagen. Nur die Haube lugte aus dem im Moor wuchernden Gestrüpp heraus. Sobald es wieder einigermassen trocken ist, werde ich dort nochmals vorbei schauen und der Sache auf den Grund gehen. 

Oldtimerparadies Lappland - In den Wäldern verbergen sich wahre Schätze
„Oldtimerparadies Lappland - In den Wäldern verbergen sich wahre Schätze“



*Sicherheitshinweis / Tipp für Urlauber, Touristen und eventuelle Nachahmer: Touren querfeldein durch den Wald in Lappland bergen das erhebliche Risiko sich gnadenlos zu verirren. Ohne klare und deutliche Orientierungspunkte geht die Orientierung rasend schnell verloren. Das kann ernst, mitunter lebensbedrohlich werden. Denn die nächste menschliche Siedlung ist mitunter etliche Kilometer entfernt und gerade denn, wenn man es bräuchte, gibt es keinen Mobilfunkempfang. Das passiert übrigens oft auch Einheimischen, z. B. beim Pilzesammeln. Eine Such- und Rettungsaktion mit Polizei und Helikopter kann empfindlich teuer werden (und der Erfolg ist keinesfalls garantiert). Also bitte, bitte ein GPS mitnehmen und viele Routenpunkte setzen. Und bitte an Ersatzbatterien denken. Die geben nämlich immer dann den Geist auf, wenn man das Dingens dann wirklich benötigt...

Kleine Hotelkunde (@Stockholm)

Ich muss noch etwas von Stockholm schwärmen. Heute geht es (nicht nur) um Hotelkunde. Und da habe ich zwei echte Geheimtipps. 

Tipp Nummer eins ist nicht nur aus der Hotelperspektive, sondern auch architektonisch ein Leckerbissen: Das Clarion Sign

Das Hotel liegt am Östra Järnvägsgatan und ist in ca. 2 Minuten Fussweg vom Hauptbahnhof aus zu erreichen. Eine perfekt zentrale Lage, sowohl für Übernachtungen, wie für Konferenzen. Das besondere Schmankerl aber sind die Architektur und das Interiör. Schlicht beeindruckend. Jedes Mal wenn ich dort zu Gast bin, bekomme ich ungeheuren Appetit darauf, masslos zu fotografieren. Das gesamte Hotel ist eine Erlebniswelt. Für alle Liebhaber schöner Architektur, schöner Gegenstände und guten Standards ein Muss. Übrigens auch kulinarisch exquisit!

Tipp Nummer zwei ist das Nordic Sea Hotel.

In unmittelbarer Nähe des Hauptbahnhofs am Vasaplan gelegen. Die Lage am Hauptbahnhof ist ideal, weil der Arlanda-Express vom Flughafen Arlanda ebenfalls dort ankommt. Das Hotel bietet erstklassigen Service und hat hervorragendes Personal. Einer meiner persönlichen Favoriten für Übernachtungen in Stockholm.

Das Clarion Sign in Stockholm: Design-Erlebniswelt und architektonischer Leckerbissen
„Design-Erlebniswelt und architektonischer Leckerbissen: Das Clarion Sign“

Lappland: Schnee und Eis adé!

Kurze aber wichtige Durchsage: Nach einem langen und zähen Kampf des Wetters ist es jetzt endlich soweit - Schnee und Eis adé in Lappland!

In der breiten Fläche (ausgenommen das Fjäll) sind wir jetzt zu ca. 98,5% schnee- und eisfrei und die ersten Tage mit richtig sengender Sonne liegen auch bereits hinter uns :)

Lappland: Schnee und Eis adé!
„Wo vor zwei Wochen noch ein gefrorener See war...“

Endlich ist es soweit: Tauwetter in Lappland 2012 / Töväder i Lapland 2012 / The thawing of Lapland 2012

Während sich die Menschen in Süd- und Mitteleuropa bereits an den Baggerseen räkeln und dort wahrscheinlich die ersten Hitzewellen im Anmarsch sind, ist es bei uns am Polarkreis in Schwedisch-Lappland endlich soweit: Richtiges Tauwetter.

Seit etwa 2 Wochen liegen die Tagestemperaturen über null Grad und damit beginnen die Eisschichten auf Flüssen und Seen und die Schneedecke in der Natur kräftig zu schmelzen.

Die fliessenden Gewässer sind mittlerweile nahezu völlig eisfrei. Auf stehenden Gewässern liegt zwar noch eine Eisdecke, diese sollte allerdings nicht mehr begangen werden!

Auch das Tierleben und die Pflanzenwelt haben jetzt „den Schalter umgelegt“:

Überall zwitschert es - die Zugvögel sind angekommen und bereits voll bei der Arbeit. Sträucher und Bäume beginnen zu spriessen und die ersten Mückenschwärme ziehen auch schon ihre Bahnen (bin heute sogar schon zweimal gestochen worden...).

Das faszinierende am Wetter in Lappland (und generell in den polaren Regionen) sind diese radikalen Wechsel. Gestern noch mit langer Winterunterwäsche und Daunenjacke, sind heute T-Shirt und Sportschuhe angesagt. Frühjahr und Herbst, so wie sie in Mitteleuropa vorkommen, sind hier auf zwei Wochen begrenzt.

Nachdem am Freitag dicke Wolkendecken über die Region gezogen sind uns es beinahe so aussah, als wolle es nochmals kräftig schneien, habe ich mich mit der Kamera bewaffnet und bin an einige bevorzugte Plätze gefahren, um dort das Tauwetter zu fotografieren. Alle Aufnahmen aus der Galerie stammen vom Freitagnachmittag (18. Mai).

-> Zur Galerie: Tauwetter in Lappland

-> Till bildspelet: Töväder i Lappland

-> To the gallery: The thawing of Lapland



Update 20/5-14 Uhr: Die schnelle Schneeschmelze zeigt jetzt auch ihre unangenehmen Nebenwirkungen in Form von ungewöhnlich starken „Frühjahrsüberschwemmungen“. Das schwedische Wetteramt (SMHI) hat deswegen für einige Gebiete in Norrbotten die höchste Alarmstufe ausgerufen und spricht von noch nie dagewesen Überflutungen.


Tauwetter in Lappland 2012 / Töväder i Lapland 2012 / The thawing of Lapland 2012
„Tauwetter in Lappland 2012 / Töväder i Lapland 2012 / The thawing of Lapland 2012“

Jagd- und Outdoor-Ausstellung in Arvidsjaur - Jakt och Friluftsmässa i Arvidsjaur

Auf der Agenda für den Samstag stand eine Reportage von der diesjährigen Jagd- und Outdoor-Ausstellung in Arvidsjaur. Beinahe wäre daraus aber nichts geworden, denn das Wetter hat sich nach Kräften bemüht, uns einen Strich durch die Rechnung zu machen. Im Angebot war ein mehrstündiger Schneesturm mit 20 cm Neuschnee und jeder Menge Schneeverwehungen. Zudem waren die Seitenstrassen nicht geräumt. Die Fahrt wurde beinahe zum Abenteuer. Aber Herausforderungen nehmen wir gerne an :)

Die Jagd und das Outdoorleben sind ein wesentlicher Bestandteil des Lebens in Nordschweden. Von den Einheimischen wird hier oben nicht hauptsächlich aus "Spass an der Freude" gejagt, sondern um die Tiefkühltruhe zu füllen. Bei den Jagdtouristen ist das freilich anders, aber die klammern wir hier einmal aus.

Die Liebe zum Leben in der freien Natur ist den Schweden generell "angeboren". So sind denn Jagd- und Outdoor-Ausstellungen ein Publikumsmagnet - sogar wenn im Mai noch Schneestürme über den Landstrich hinweg fegen. 

Das Flair ist speziell und dem durchschnittlichen Mitteleuropäer möglicherweise fremd. Waffen türmen sich auf den Tischen der Aussteller und Jung wie Alt fachsimpeln über Zielfernrohre, Messerklingen und Thermounterwäsche.

Frau Lapplandblog hat für Sie einige Eindrücke zum Miterleben eingefangen:  

-> Zur Galerie: Jagd- und Outdoor-Ausstellung in Arvidsjaur 5.5.

-> Klick här så kommer du till bildspelet: Jakt och Friluftsmässa i Arvidsjaur 5/5

-> To the gallery: Hunting fair in Arvidsjaur, may 5th


Jagd- und Outdoor-Ausstellung in Arvidsjaur 5.5. - Jakt och Friluftsmässa i Arvidsjaur 5/5
„Präzision“

Die Orangenhaut und der Zahn des Frühlings

Im Vorbeifahren
Sie: "Schau mal"
Er: "Was?"
Sie: "Der Schnee"
Er: "Was ist mit dem Schnee?"
Sie: "Sieht aus wie Orangenhaut!"

Nachlese 
Er nagt. Der Zahn. Der Zahn der Zeit.
Nicht nur an uns.
Nein auch am Schnee.

Mehr zum "Vårvinter" - der wunderbaren fünften Jahreszeit in Lappland gibt es hier und hier nachzulesen.


Strukturen im Schnee - Die Orangenhaut und der Zahn des Frühlings
„Strukturen im Schnee - Die Orangenhaut und der Zahn des Frühlings“

Minus 53 Grad - Der schwedische Kälterekord

Während sich Deutschland über verregnetes Osterwetter beklagt, schmilzt in Lappland der Schnee. Dieses Jahr allerdings langsamer, als uns lieb ist. Und über Ostern waren es in den Nächten noch durchweg minus 15 Grad. Anlass genug für eine Temperatur-Nachlese.

Vor einigen Tagen fuhren wir durch das kleine Dorf Malgovik, das in Vilhemina-kommun liegt. In Malgovik wurde einst der schwedische Kälterekord gemessen. 

Am 13.12.1941 sank das - vom staatlichen schwedischen Wetteramt überprüfte - Thermometer dort auf satte minus 53 Grad. Klapperkalt im wahrsten Sinne des Wortes.

Heute erinnert ein Strassenschild an den Platz, an dem der Rekord gemessen wurde.
  

Minus 53 Grad in Malgovik - Der schwedische Kälterekord
„Malgovik in Lappland - hier sank das Thermometer 1941 auf minus 53 Grad“

Saxnäs, der Ricklundgården und das Marsfjäll

Zwischen den bekannten Skigebieten Borgafjäll und Kittelfjäll liegt das weniger bekannte, aber umso schönere Saxnäs am Marsfjäll. Auch hier sind die Wintersportmöglichkeiten nahezu unbegrenzt und der Publikumsandrang ist deutlich geringer.

Ich mag die Fotografie im Fjäll, auch wenn sie bisweilen grössere Herausforderungen beinhaltet. Was tun, wenn der Helikopter zum Gipfel wegen Sturmes nicht starten kann? Dann geht es mit der Schneeraupe ("Schneekatze", "Snowcat") nach oben. Gepäck und bis zu 15 Personen können problemlos transportiert werden. Die Fahrt ist - verglichen zum Flug mit dem Heli - sehr gemächlich und eröffnet die Möglichkeit, die wunderbare Fjällandschaft langsam zu geniessen (soweit es der Schneesturm zulässt). Und wenn sich dann - oben angekommen - der Sturm gelegt hat, herrschen die fotografisch denkbar besten Arbeitsbedingungen. Einfach traumhaft.

In Saxnäs liegt aber auch das Künstlerparadies Ricklundgården. Die Einrichtung wurde in den 40er-Jahren von dem Künstlerehepaar Emma und Folke Ricklund ins Leben gerufen und wird heute von der Emma Ricklund Stiftung betrieben. Der Ricklundgården gibt Künstlern die Möglichkeit, sich eine Auszeit der kreativen Entwicklung zu nehmen. Die Warteliste ist lang und die Gäste sind durchweg hochkarätig. Bei unserem Besuch haben wir den bekannten schwedischen Maler Jan Sundström kennen gelernt, der sich spontan zu einer improvisierten Potrait-Session bereit erklärt hat (mehr dazu und Bilder gibt es hier im englischsprachigen Blog).

Wir haben einige Eindrücke aus Saxnäs, vom Marsfjäll und aus dem Ricklundgården in einer Galerie zusammen gefasst:

-> Zur Galerie: Saxnäs, der Ricklundgården und das Marsfjäll

-> Klick här så kommer du till bildspelet: Saxnäs, Ricklundgården och Marsfjället

-> To the gallery: Saxnäs, the Ricklundgården and the Marsfjäll



Saxnäs, der Ricklundgården und das Marsfjäll
„Blick aufs Fjäll vom Ricklundgården aus“

Vindelsälvsdraget 2012 - Eine Institution in Lappland wird 25 Jahre jung

Vindelsälvsdraget 2012 - Eine Institution in Lappland wird 25 Jahre jung

Vindelsälvsdraget 2012


-> Zur Galerie: Vindelälvsdraget 2012

-> Klick här så kommer du till bildspelet: Vindelälvsdraget 2012

-> To the gallery: Vindelälvsdraget 2012



Filme (Produktion Petra Fuelbert):

Film 1 - Dramatischer Massenstart in Björksele



Film 2 - Am Wechsel in Enebacken


Das Vindelälvsdraget ist das längste Staffelhunderennen der Welt. Die Strecke führt in vier Tagen entlang des Vindelälven von Ammarnäs bis nach Vännäsby. Das "Draget", wie es von vielen Einheimischen genannt wird, entfacht in den Dörfern entlang der Strecke geradezu Volksfeststimmung. Insgesamt sind 400 Kilometer zurück zu legen. Der Vindelälven ist übrigens nicht nur im Winter sehenswert, ist er doch einer der letzten völlig naturbelassenen grossen Flüsse Schwedens. Im Sommer ist er ein Paradies für Angler, in dem es u.a. Lachse gibt.

Das Vindelälvsdraget ist mittlerweile eine Institution in diesen Breitengraden. Das erste Rennen wurde 1988 gefahren und in diesem Jahr wurde das grosse 25-jährige Jubiläum gefeiert. Hier fahren Weltmeister neben Amateuren und Schlittenhundegespanne neben Fahrern im nordischen Stil mit Einzelhund.
Gefahren wird in Teams, die jeweils aus mindestens 2 Gruppen bestehen müssen. Die Gruppen entscheiden selbst, wie sie die einzelnen Etappen aufteilen und wie oft sie auf diesen wechseln wollen.

Das Beste am Vindelälvsdraget ist die familiär-charmante Atmosphäre. Hier stehen noch Sportsgeist und Fairness im Vordergund und nicht das "Gewinnen um jeden Preis".

Wir waren für eine Zeitung und ein Fachmagazin mit dabei, wollen aber auch unseren Leserinnen und Lesern einige visuelle Eindrücke und Einblicke geben.

[Update] Die "Minus-40-Grad-Woche" mit Galerie und Mathematik

Zugegeben, es kostet Überwindung. Aber es lohnt sich. Wirklich.

Worum geht es? Die bislang kälteste Woche des Jahres in Lappland liegt hinter uns. Die sibirisch-arktische Kältewelle hat uns Temperaturen bis zu minus 40 Grad beschert. Das ist auch für hiesige Breitengrade recht kühl und frisch. Bei diesen Temperaturen kommt das Leben zum Erliegen. Nur wer unbedingt muss, verlässt noch das Haus.

Die Kälte bringt auch eine lebensfeindliche Stille mit sich. Es ist totenstill draussen, ja die ganze Natur ist wie tot.

Es hat Überwindung gekostet, trotzdem jeden Tag mindestens eine Stunde mit der Kamera raus zu gehen. Dick eingehüllt in mehrere Schichten Kleidung und mit fetter Pelzmütze. Aber es hat sich gelohnt. Das Licht war einfach absolut traumhaft und die Stille extrem inspirierend.

Minus 40 Grad sind aus einem weiteren Grund faszinierend: Bei exakt dieser Temperatur entspricht der Temperaturwert in Celsius genau dem Wert in Fahrenheit.

Bekanntlich lautet die Umrechnung F=Cx1.8+32 und C=(F-32)÷ 1.8, wobei 0 Grad C = +32 Grad °F sind. Das führt dazu, dass minus 40 Grad Celsius exakt minus 40 Grad Fahrenheit entsprechen.

Ich habe eine Galerie mit einigen Bildern - teils persönliche Bilder, teils Musterstücke aus Auftragsproduktionen - zusammen gestellt [Update 17.02. - neue Bilder ergänzt]:

-> Zur Galerie „Die minus 40 Grad Woche“

-> To the gallery „The week with 40 dergrees below zero“


Traumhaftes Licht bei minus 40 Grad C/F in Lappland
„Traumhaftes Licht bei minus 40 Grad C/F in Lappland“

2012 naht

2012 naht ... - Eine kurze Unterbrechung unseres Winterschlafes am Polarkreis mit Rückblick, Ausblick, Änderungen und Neuigkeiten

Nun schreiben wir also bald 2012. Viel wird gemunkelt über dieses Jahr. Wir bleiben aber mit beiden Beinen auf dem Boden und starten in das neue Jahr mit einigen Weiterentwicklungen.

Relaunch 2012

Zum Jahreswechsel haben wir unsere Fotografie-Homepage komplett neu designed und dort auch einen separaten Fotografie-Blog aufgelegt. Dazu gleich mehr.

Auch hier im Lapplandblog hat sich etwas verändert beim Design und den Inhalten. Vor allem geht es uns um Vereinfachung und Reduktion, sodass Lesbarkeit und Verständlichkeit immer weiter optimiert werden.

Spannungsfeld Fotografie und Lappland

Hier im Lapplandblog haben wir bislang immer mit der Spannung zwischen rein fotografischen und auf Lappland bezogenen Beiträgen gelebt. Um auch dies weiter zu vereinfachen, gibt es jetzt den separaten Fotografie-Blog. Dort bloggen wir ab 2012 auf Englisch.

Aber keine Sorge: Natürlich geht es auch hier im Lapplandblog weiter. Hier bleibt es bei Deutsch und gelegentlichem Schwedisch. Natürlich gibt es auch hier weiterhin viele Bilder und auch das ein oder andere fotografische Thema. Allerdings mehr mit Bezug zu Auswandern, Urlaub, Tourismus, Reisen und - natürlich - dem Schwerpunkt Schwedisch-Lappland.

Experiment soziale Medien

2011 war für uns ein offensiv experimentelles Jahr in Sachen soziale Medien. Stammlesern wird auffallen, dass die Buttons zu Google+Facebook und Twitter mit dem Relaunch wieder aus der Seitenleiste verschwunden sind.

Warum? Wir haben im vergangenen Jahr viel experimentiert, Vorträge zum Thema soziale Medien gehalten und Artikel dazu geschrieben. Rein persönlich haben uns die derzeit verfügbaren Plattformen aber schlichtweg (noch) nicht richtig "begeistert" (wobei Google+ auf dem richtigen Weg zu sein scheint). 

Aber: Zu viel Zeit geht bei der Beschäftigung mit den virtuellen Welten verloren. Und Hand aufs Herz: Nur wenige neue Beziehungen mit echtem Tiefgang sind hinzu gekommen. Natürlich sind wir auch weiterhin auf den bisherigen Plattformen aktiv. Nur gehen wir das ab 2012 viel entspannter und mit viel geringerer Priorität an. Wer Kontakt zu uns aufnehmen möchte, tut das am besten via Mail oder Telefon :-)

Was hat sich sonst so getan?

- Malå durfte seine Ambulanzstation behalten. Die Proteste, die wir über einen längeren Zeitraum fotografisch begleitet haben, haben schliesslich Erfolg gezeitigt. 

- Der weitere Ausbau der Windkraft in Västerbotten wird aus der Bevölkerung zunehmend kritisch gesehen. Auch hier bilden sich Bürgerinitiativen und erste Proteste beginnen.

- Die Einwanderer strömen nach wie vor ungebremst hierher. Leider erleben wir immer wieder schlimme Tragödien. Viele beginnen beim Hauskauf. Hier haben sich teilweise regelrechte Mondpreise etabliert Aus aktuellem Anlass möchten wir deswegen nochmals auf unsere Tipps zum Immobilienkauf in Lappland hinweisen. Unsere Tipps helfen hoffentlich, einige Katastrophen und menschliche Tragödien zu verhindern.

Und jetzt allen Leserinnen und Lesern einen guten Start
in das neue und spannende Jahr 2012!


Irisierende Wolken Photometeore in Lappland
„Apokalyptischer Touch“


Behind the scenes: Passend zum Jahreswechsel 2011/2012 ein Bild mit "apokalyptischem Touch". Ein Naturschauspiel, das den arktischen Winter auszeichnet: Irisierende Wolken (Photometeore). Ein farbenfrohes Spektakel, das in Verbindung mit dem Sonnenuntergang und verhangenem Himmel endzeitliche Gefühle hervorrufen kann. Die Uferlinie ist übrigens absichtlich nach rechts abschüssig. Eine Reminiszenz an die brodelnde Wirtschaftskrise. Nebenbei: Sehr romantisch war der Anblick ebenfalls. 
 

Über Wetterkapriolen und Rentiere - Lappland in Bildern KW 46+47 / Veckans bilder v 46+47 / Lapland in pictures week 46+47

Über Wetterkapriolen und Rentiere - Wochenrückblick und Lappland in Bildern KW 46+47 / Veckans bilder v 46+47 / Lapland in pictures week 46+47 


-> Hier gehts zur Galerie „Lappland in Bildern KW 46+47“

-> Klick här så kommer du till bildspelet „Veckans bilder från Lappland v 46 och 47“

-> To the gallery „Lapland in pictures week 46+47“



Das liebe Wetter

Hier in Lappland beginnt sich Nervosität breit zu machen. Warum? Im Tourismus steht eine Hochsaison vor der Tür, aber der Schnee lässt noch immer auf sich warten. Es wird zwar langsam etwas kälter. Bis dato liegen aber nur einige cm Schnee.

Üblicherweise liegen um diese Zeit bereits 40-50 cm Schnee bei Temperaturen um die minus 10 bis 15 Grad. Dieses Jahr sind es lediglich ein paar Zentimeter pampiger Schnee und null bis minus 5 Grad. Skoter- oder Skifahren ist derzeit schlicht unmöglich (die Lage im Fjäll ist allerdings etwas besser). 

Rein privat ist uns das Recht, entfällt doch das lästige Schneeschieben derweilen. Für unsere Kunden im Tourismus aber bahnt sich eine mögliche Katastrophe an. Wenn es so weiter geht werden die Gäste über Weihnachten und Neujahr weder mit dem Skoter, noch mit dem Hundeschlitten fahren können. Und der Wetterbericht verheisst für die nächsten 10 Tage keine grosse Veränderung. Es soll nur etwas kälter werden.

Mancherorts kommen bereits Zweifel an der jahrelang gepriesenen "Schneesicherheit" auf. So weit würde ich nicht  gehen, und es ist noch nicht Weihnachten. In den verbleibenden Tagen kann sich die Lage noch deutlich verändern. Ein besonderes Klimajahr ist 2011 aber in jedem Fall - für Mensch und Tier



Was und zum nächsten Thema führt: Den Rentieren


Vergangene Woche haben wir im Rahmen eines Fotoauftrages wieder einmal Rentiere fotografiert. Es ging um die Bebilderung eines Forschungsberichtes. Forscher haben sich nämlich intensiv damit beschäftigt, wie der Wärmehaushalt der Rentiere funktioniert. Einerseits müssen sie extreme Kälte aushalten. Andererseits müssen Rentiere jederzeit für die Flucht vor Raubtieren gerüstet sein. Dabei geht es schon einmal von null auf bis zu 80 km/h. Wie ist das möglich, ohne dass die Rentiere dabei lebensgefährlich überhitzen?

Die Forschung hat nun herausgefunden, dass Rentiere ein aus mehreren Komponenten und Mechanismen bestehendes Wärmeregulierungssystem haben:

- Das Winterfell als "wärmende Aussenhülle" ist extrem dicht. "Bauartbedingt" wärmt es immer. Die Regulierung erfolgt durch zwei zusätzliche Mechanismen.

- Ein Regulierungssystem läuft über die Atemluft. Das Rentier zieht Kaltluft durch die Nase ein. Dadurch verdunstet das Wasser auf den Schleimhäuten und kühlt den extrem gut durchbluteten Nasenraum. Kaltes Blut wird dem Kreislauf zugeführt. Das kühlt punktuell und gleichzeitig zentral. Ähnlich wie z.B. bei Hunden kann der Effekt durch eine heraushängende Zunge beim Rennen verstärkt werden.

- In einer Flucht- oder Hochleistungssituation kommt ein weiterer Mechanismus hinzu. Anatomisch verlaufen beim Rentier die Venen und Arterien nebeneinander. Das kühlere venöse Blut kühlt so das wärmere arterielle Blut, insbesondere auf dem Weg in Richtung Kopf und Gehirn. 


Inside the old house - Lapland
„Inside the old house“


Schliesslich noch in eigener Sache

Stammleser werden es bemerkt haben. Die Blogfrequenz hier hat abgenommen. Es gibt weniger Artikel, dafür längere und mehr Bilderstrecken. Wir planen künftig regelmässige, wöchentliche oder zweiwöchentliche Updates als Wochenrückblick mit Bilderstrecke. Wer immer tagaktuell auf dem Laufenden sein möchte, schaut am besten einmal täglich bei Google+ oder Facebook vorbei. 

Rädda ambulansen i Malå - Ein heisser Winteranfang

Rädda ambulansen i Malå
„Wir weigern uns, wenn die Ambulanz künftig eine Stunde braucht“


Wer in das Inland Lapplands zieht, weiss, dass ihn eigentlich Natur und Ruhe erwarten. Es gibt aber auch eine andere Seite der Medaille. Wären da nicht einige "Störfaktoren" mit im Spiel.

Einer davon hört auf den Namen "Windkraft" und es regt sich in der Region ein zunehmender Widerstand gegen weitere Windkraftetablierungen. Denn in etlichen Kommunen ist es mit Ruhe und Natur nicht mehr weit her. So regt sich nun auch in Malå eine Bürgerinitiative, die binnen Tagen 450 Protestunterschriften gegen die Erteilung weiterer Baugenehmigungen für Windkraftanlagen gesammelt hat. Die hiesigen Medien haben ausführlich darüber berichtet (z.B. hier in der Tageszeitung „Norran“ und hier im Regionalfernsehen).

Ein weiterer Störfaktor liegt in der Reaktion der zuständigen Landesverwaltung auf die Bevölkerungsentwicklung. Es ist ein offenes statistisches Geheimnis, dass die Bevölkerung im Inland immer älter wird und zudem deutlich schrumpft. Als Konsequenz daraus werden viele Gemeinwohldienste gekürzt. Jüngster Wurf der Planer ist das Vorhaben, den Krankentransport und Rettungsdienst zusammen zu streichen (Bericht in der Tageszeitung "Norran" hier und hier).

Und so landete auch Malå mit auf der Streichliste des Landstinges. Allerdings hatte man dort die Rechnung ohne den Wirt gemacht, denn in Malå ist nun der Protestgeist erwacht. Auch hier hat sich - unter der Federführung der Företagarna (Unternehmervereinigung) - spontan eine Initiative gegründet. Diese hatte am Samstag zur ersten Kundgebung und Demonstration auf dem Marktplatz eingeladen. Rund 500 Teilnehmer versammelten sich dort, um ihrem Unmut Luft zu machen. Ein sehr gutes Resultat bei knapp 3.500 Einwohnern in der Kommune. Die meisten der Teilnehmer unterzeichneten eine Protestpetition. Wir waren für Sie vor Ort und haben einige Eindrücke eingefangen.

-> Hier gehts zur Galerie „Rädda ambulansen i Malå - 22.10.2011“

-> Klick här så kommer du till bildspelet „Rädda ambulansen i Malå 22/10-2011“

-> To the gallery „Rädda ambulansen i Malå 2011-10-11“



Rädda ambulansen i Malå
„Radio Västerbotten im Einsatz bei der Kundgebung“

Neu: Die Lappland-Edition

Immer wieder haben uns Anfragen erreicht. Nun ist es soweit:

Ab sofort gibt es die Lappland-Edition mit Original-Abzügen und Kunstdrucken von ausgesuchten Fotografien, die charakteristisch für Lappland sind.

Kurz: Original-Kunstwerken aus Lappland. Natürlich in limitierter Auflage und handsigniert.

An den Start gehen 4 Editionen mit hochwertigen Abzügen und Prints:

Landscape, Nature, Black/White und Simplicity.

Viel Freude beim Durchstöbern der Galerien.

Und bitte daran denken: Damit wir die Lieferung als Geschenk zu Weihnachten sicherstellen können, bitte bis Ende November bestellen!

Schwedischer Pragmatismus: Elchjagd vom Sofa aus

Schwedischer Pragmatismus: Elchjagd vom Sofa aus
„Elchjagd vom Sofa aus“


Behind the scenes: Die Jagd steht in Nordschweden hoch im Kurs. Allerdings weniger um des Vergnügens willen, als viel mehr um die Tiefkühltruhe zu füllen. Wir haben für ein Fachportal die ungewöhnlich pragmatische und unspektakuläre Herangehensweise der schwedischen Jäger fotografiert. 

Im Laufe des letzten Monats sind so eine Reportage und eine Serie mit ungewohnten Perspektiven der Jagd in Nordschweden entstanden. Das hier gezeigte Bild bringt den ruhigen Pragmatismus für meinen Geschmack am besten auf den Punkt:

Statt eines Hochsitzes oder eines unbequemen Dreibeines hatte sich einer der Jäger einen komfortablen Sessel mitgebracht, um sich dort auf den Ansitz zu begeben. Das ist schwedischer Pragmatismus.

Kanelbullens dag - Tag der Zimtschnecke [Update: Jetzt mit Rezept]

Kanelbullens dag - Tag der Zimtschnecke [Update 5.10.2011: Jetzt mit Rezept]



„Kanelbullens dag - Fotografiert bei Dungers in Malå“



Behind the scenes: Andere Länder, andere Sitten, andere Gedenk- und Aktionstage

Die Gedenk- und Feiertage eines Landes geben tiefe und wertvolle kulturelle Einblicke. Beging Deutschland gestern den Nationaltag, feiert Schweden heute den "Kanelbullens dag", den "Tag der Zimtschnecke" (Kanel = Zimt, Bullar = Kringel). Wahrscheinlich ist das Phänomen leicht dadurch erklärbar, dass der süsse Kringel ein wichtiger Bestandteil der schwedischen Fikakultur ist.

Erfunden hat den Gedenktag der "Hembakningsråd" ("Heimbackvereinigung") und seit 1999 wird - stets am 4. Oktober - die Zimtschnecke gefeiert. Es gibt dafür auch eine eigens eingerichtete Webseite.

Wie wird der Tag begangen? Natürlich mit Kanelbullar! Und natürlich am besten mit selbst gebackenen. Wer das zeitlich nicht schafft, kann am 4. Oktober landesweit auf ein grosses Angebot zurückgreifen. Und viele Cafés bieten an diesem Tag Kaffee mit Kanelbullar zum Sonderpreis an.

Nachtrag / Update 5.10.2011:

Auf Wunsch vieler Leser verrate ich hier unser praxiserprobtes Rezept für Kanelbullar nach echter schwedischer Art. Die Angaben beziehen sich auf ca. 20 Bullar.

Zutaten für den Teig
1 Halbes Päckchen frische Hefe
50 gr. Butter
300 ml Milch
100 gr. Zucker
1 Prise Salz
500 gr. Mehl

Zutaten für die Füllung
50 gr. Butter
2 Teelöffel Zimt
100 gr. Zucker

Zutaten für die Glasur
1 Ei
Hagelzucker
Gehobelte Mandeln

Zubereitung
Hefe in eine Schüssel bröckeln. Butter schmelzen (Mikrowelle oder Herd) und in die Schüssel geben. Milch (am besten leicht angewärmt, handwarm, ca. 35 Grad) zugeben. Rühren, bis sich die Hefe aufgelöst hat.

Dann Zucker, Salz und Mehl zugeben. Gut durchkneten (am besten mit Küchenmaschine), bis der Teig geschmeidig wird. Dann ca. 30 Minuten gehen lassen.

Butter für die Füllung schmelzen (Mikrowelle oder Herd); dann mit Zucker und Zimt vermischen.

Ofen auf ca. 225 Grad vorheizen.

Teig nochmals von Hand durchkneten und möglichst rechteckig ausrollen; ggf. Teig aufteilen. Füllung auf den Teig streichen und Teig von der langen Seite her aufrollen. Rolle dann in ca. 2 cm breite Stücke schneiden. Röllchen mit der Schnittkante nach unten auf Backpapier legen und nochmals ca 15 Minuten gehen lassen. Dann mit aufgeschlagenem Ei bepinseln und mit Hagelzucker und/oder gehobelten Mandeln bestreuen. Dann ca. 10-12 Minuten bei ca. 225 Grad ausbacken.

Vor dem Verzehr gut abkühlen lassen :)

Fjäll: Laisaliden - Tärnaby - Hemavan

Fjäll: Laisaliden - Tärnaby - Hemavan
„Fjäll Herbst 2011“


Die vergangenen Tage waren wieder einmal mit grösseren Reisen gefüllt. Eines der Highlights waren zwei Tage im Fjäll. Hinter dem schwedischen Wort Fjäll verbergen sich die Skandinavischen Gebirge.

Unter Schweden wird das Fjäll zu allen Jahreszeiten hoch geschätzt. Insbesondere das Gebirge rund um Tärnaby und Hemavan ist eine äusserst gut besuchte Gegend, und im Winter ist das Gebiet eines der beliebtesten Wintersportgebiete in Schweden. Aus Tärnaby stammen z. B. die weltbekannten Skiläufer Ingemar Stenmark, Stig Strand, Jens Byggmark und Anja Pärson; in Hemavan beginnt bzw. endet der bekannte Kungsleden, ein Fernwanderweg, der auf zwei Streckenabschnitten durch Lappland führt.

Mich hatte es nach Laisaliden verschlagen, was zwischen Tärnaby und Hemavan liegt.

Leider hat das Wetter sich nicht von der besten Seite gezeigt und die fotografische Arbeit wieder zu einer echten Herausforderung gemacht. Denn im Fjäll ist das Wetter einerseits sehr unbeständig und in concreto wechselten sich bei kräftigem Sturmwind Platzregen und einige wenige Sonnenstrahlen ab. Ständig wechselnde Lichtverhältnisse und Feuchtigkeit (besser: Wasser) überall.

Ein paar Aufnahmen vom Location-Scouting darf ich hier zeigen und allen Besuchern in Lappland kann ich die Gegend nur wärmstens ans Herz legen. Am besten ausserhalb der Hauptsaison.

-> Hier gehts zur Galerie „Laisaliden - Tärnaby - Hemavan“

-> Klick här så kommer du till bildspelet „Laisaliden - Tärnaby - Hemavan“

-> To the gallery „Laisaliden - Tärnaby - Hemavan“


Fjäll: Laisaliden - Tärnaby - Hemavan
„Fjäll Herbst 2011“

Honey and zero

Herbst. Nachtfröste in Lappland. Honigfarbene Sonnenstrahlen durchdringen den Wald und schaffen sich ihre eigenen kleinen Bühnen.

Herbstfarben in Lappland



Herbstfarben in Lappland



Herbstfarben in Lappland


Naturreservat Storforsen in Norrbotten / Lappland

Naturreservat Storforsen in Norrbotten / Lappland
„Blick vom Storforsen - am Horizont das gleichnamige Hotel“


Heute wieder ein touristischer Geheimtipp für alle Lappland-Urlauber und Besucher. Ca. 40 Km nordwestlich von Älvsbyn (Norrbotten) befindet sich eine besondere Sehenswürdigkeit: Storforsen.

Was verbirgt sich hinter dem Namen? „Fors“ auf Schwedisch bedeutet „Stromschnellen“, „Stor“ bedeutet „Gross“. Über die „grossen Stromschnellen“ fliesst ein Nebenfluss des Piteälven (einer der Nationalflüsse Schwedens).

Storforsen ist der grösste naturbelassene Stromschnellenabschnitt Europas. Das gesamte Gebiet der Stromschnellen ist ein Naturreservat.

Der Storforsen überwindet auf eine Länge von 5 Kilometern einen Höhenunterschied von 82 Metern. Besonders sehenswert ist der letzte Abschnitt, auf den auch der grösste Höhenunterschied (von ca. 60 Metern) entfällt. Das Wasservolumen ist beeindruckend: Bis zu 1024 Kubikmeter Wasser fliessen pro Sekunde über die Stromschnellen. Der Durchschnittswert im Jahresmittel liegt bei 162 Kubikmetern.

Für Besucher gibt es mehrere ausgebaute Pfade, die bis zum letzten Abschnitt hinauf führen. Besonders löblich ist, dass auch Rollstuhlfahrer viele Pfade nutzen können.

Am Fusse des Storforsen liegt das gleichnamige Hotel. Viele der Zimmer und Konferenzräume haben einen wunderbaren Ausblick auf die Stromschnellen. Besonders beliebt für Hochzeiten ist die Kapelle neben dem Hotel. Sie ist auf den Storforsen ausgerichtet. Hinter dem Altar befindet sich ein überdimensionales Fenster mit Blick auf die Stromschnellen, was eine sehr besondere Atmoshäre für Trauungen schafft.

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Drakbåtstävling / Drachenboot-Rennen in Vindelgransele

Drakbåtstävling / Drachenboot-Rennen in Vindelgransele
„Drakbåtstävling / Drachenboot-Rennen in Vindelgransele“



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Behind the scenes: Ein Stück China in Lappland. Aber der Reihe nach. Vindelgransele liegt am Vindelälven. Hier dreht sich vieles ums Wasser und der Ort ist für die hohe Qualität seiner Fischgründe bekannt. Über den Sommer kommen z. B. regelmässig viele Angler aus Italien hierher.

Aber Vindelgransele hat noch mehr zu bieten. Jährlich findet auf dem Vindelälven das “Drakbåtstävling”, ein Drachenboot-Rennen, statt. An derselben Stelle übrigens, an der sich im Winter einer der Checkpoints für das Schlittenhunderennen „Vindelälvsdraget“ befindet.

Drachenboote sind grosse, offene Paddelboote, die ursprünglich aus China stammen. Charakteristisch sind Bemalung, Schnitzarbeiten und ein dekorativer Drachenkopf- und Schwanz. Nach der chinesischen Tradition stilisiert das Boot einen Drachen.

Zurück nach Vindelgransele. Die einzelnen Mannschaften bestehen jeweils aus 12 Paddlern und einem Trommler. Die Teams müssen gemischt sein (jeweils mindestens drei Teilnehmer des Minderheitengeschlechts). Gefahren wird mit zwei Booten gegeneinander im “K.O.-System”. Damit ist sichergestellt, dass der Wettbewerb einige Zeit dauert. Die beiden Boote werden vom Versanstalter gestellt.

Umrahmt wurde der Wettbewerb von einem Spielepark für die Kinder, guter Verpflegung (erstklassige Hamburger!) und einer kleinen Gewerbeschau.

Wir waren dort ausnahmsweise mal ganz privat. Frau Lapplandblog (Bilder mit "M") mit der langen Linse und ich (Bilder mit "W") mit festen 28mm.

Drakbåtstävling / Drachenboot-Rennen in Vindelgransele
„Drakbåtstävling / Drachenboot-Rennen in Vindelgransele“

Herzschmerz in Farbe - Abgesang auf den Sommer in Lappland

Abgesang auf den Sommer in Lappland
„Abgesang auf den Sommer in Lappland“


Behind the scenes:
Abendliche Exkursion zu einem meiner Lieblingsplätze. Der Weg dorthin ist nicht einfach und führt durch ein Sumpfgebiet. Angekommen, erlebe ich ein Feuerwerk am Himmel. Gülden und honigfarben leuchten die vorüberziehenden Wolken. Steine schweben scheinbar über dem Wasser. Die Wärme verfliegt. Es wird kühl und kühler. Ein Kranichpärchen zieht seine Kreise, trainiert für die grosse Reise und singt mit lauter Stimme den Abgesang auf den Sommer in Lappland.

Loppis und Auktion in Schweden

Loppis und Auktion in Schweden
„Auktionator im vollen Einsatz“

Behind the scenes: Urlaubern und Touristen in Schweden haben bestimmt schon das Schild “Loppis” am Strassenrand gesehen. Das ist die Kurzform von “Loppmarknad”, was übersetzt “Flohmarkt” bedeutet. Ab Juni schiessen die “Loppisar”, d.h. die Flohmärkte geradezu aus dem Boden. Hinter einem Loppis kann sich vieles verbergen. Vom kleinen Tapeziertisch mit einigen Sachen bis hin zu ganzen Lagerhallen mit unüberschaubarem Angebot. Reinschauen lohnt sich oft, denn oft gibt es wahre Schätze für beinahe umsonst.

Der Tipp lautet, sich VORHER zu überlegen, was man denn eigentlich braucht. Sonst endet ein Loppisbesuch gerne mit einem vollen Kofferraum :)

Als besondere Formen werden der „Garageloppis“ und der „Flyttloppis“ unterschieden. Ersterer ist ein kleiner privater Garagenflohmarkt, zweitererdient dazu vor einem Umzug all das anzubieten, was nicht mehr benötigt wird. Im ländlichen Raum gibt es aussderdem den „Bondloppis“, d.h. den Flohmarkt auf dem Bauernhof (meist in einer alten Scheune oder einem alten Stall).

Der Schwede denkt beim Thema Loppis sehr praktisch und kauft häufig tatsächlich benötigte Alltagsgegenstände. Das geht vom Vogelkäfig bis zum Rasenmäher. Daneben gibt es aber sehr häufig auch altes Geschirr, Möbel und allerlei Zierrat. Mitunter findet man alte Grammophone, Schmuckstücke, usw. Für Liebhaber von Antiquitäten ist der Loppis Pflichtprogramm. Auf dem Loppis darf übrigens normalerweise über den Preis gefeilscht werden.

Neben dem Loppis gibt es aber noch eine weitere Verkaufsplattform, die es zu besuchen lohnt: Die Auktion. Auktionen finden oft statt, wenn Häuser nach Todesfällen (oder Umzug ins Altenheim) geräumt werden. Dann soll alles “auf einen Rutsch” verkauft werden (was beim Loppis so nicht zu realisieren ist). 

Der Hausrat - und oft auch Maschinen und Geräte - wird zusammen gestellt und dann versteigert. Die Auktionen werden in lokalen Nachrichtenblättern oder an den Schwarzen Brettern (“Anslagstavla”) bekannt gegeben. 

Das führt i.d.R. zu richtigen Volksfesten. Manchmal kommen wahre Volksmassen. Denn die Auktion ist meistens mit einer gehörigen Portion Unterhaltung verbunden. Ein guter Auktionator versteht es, mit Humor durch die Versteigerung zu führen. 
Normalerweise besteht die Möglichkeit alle Waren vor dem Beginn der Auktion zu besichtigen, und sich die eigenen Wünsche zu speichern. Das ist auch wichtig, denn während der eigentlichen Auktion geht es dann immer sehr schnell zu.

Ein besonders beliebter Auktionsgegenstand ist die “Fyndlåda” (“Fundkiste”). Hier werden in Kartons viele thematisch passende Dinge gepackt und als Paket versteigert. Da es sich meistens um sehr viele Kartons handelt, kann das zu mancher Überraschung führen. In Anbetracht eines durchschnittlichen Preises von ca. 1 bis 5 Euro pro Karton bei Haushaltswaren ist das eine spannende und oft sehr lohnenswerte Angelegenheit. 

Auch spezielle Waren werden derart gebündelt, z.B. Elektrogeräte, Handwerkszubehör, usw. Diese Pakete können dann - je nach Inhalt - zu regelrechten Bieterschlachten führen. 

Der Auktionator bestimmt - je nach dem Gang und Verlauf der Auktion - fexibel selbst, welche Stücke er einzeln aufruft und welche Stücke er als Pakete anbietet. 

Der Tipp zur Auktion lautet, brauchbare Sprachkenntnisse mitzubringen und sich erst einmal eine Auktion und die dortigen Gepflogenheiten in Ruhe anzusehen. Denn sonst kann eine hastige Handbewegung des unbedachten Auktionsteilnehmers schnell dazu führen, dass man plötzlich irgend etwas ersteigert hat (was man im Regelfall gar nicht unbedingt haben will). 

Loppis und Auktion in Schweden
„Grosses Publikum auf der Auktion - trotz Regens“

Lycksele Motorveckan 2011 - Yankee Cars & Classics im Street-Style

Lycksele Motorveckan 2011 - Yankee Cars & Classics im Street-Style
„Lycksele Motorveckan 2011 -
Yankee Cars & Classics im Street-Style“

Behind the scenes: Einmal jährlich verwandelt sich Lycksele - eine beschauliche Stadt mit 8.513 Einwohnern im Inland Västerbottens - in ein Mekka der Automobilfreunde. Denn im Juli findet dort immer die „Motorveckan“ („Motorwoche“) statt.

Im vergangenen Jahr waren über 30.000 Besucher zu verzeichnen. Das Programm ist vielfältig, unterhaltsam und abwechslungsreich. Der Abschlusstag stand unter dem Motto „Yankee Cars & Classics“ und es gab jede Menge US-Oldtimer zu sehen; darunter viele absolute Raritäten.

Ich hatte am Samstag die Ehre, Frau Lapplandblog dorthin zu begleiten. Sie ist bekanntlich u.a. auf Automobil-Fotografie spezialisiert. Während Frau Lapplandblog die Speicherkarten mit genialen Bildern der automobilen Schätze füllte, assistierte ich und schlenderte einfach etwas umher. Ich hatte bewusst nur eine kleine digitale Leica mitgenommen, um die Stimmung im Street-Style einzufangen.

Eine Serie mit einer Auswahl von Frau Lapplandblog wird es demnächst bei ihr im Blog geben.

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Outdoor-Food-Shooting in der Tourismus-Fotografie

Outdoor-Food-Shooting in der Tourismus-Fotografie
„Outdoor-Food-Shooting: Die Grillspiesse stehen bereit“


Behind the scenes:
Im Moment sind wir gerade mit einer grösseren Serie Outdoor-Food Aufnahmen in der Tourismus-Fotografie beschäftigt. Es geht um sehr individuelle Reisepakete, die mit Erlebnissen in der Natur verbunden sind. Und da gehört natürlich auch das Essen im Freien mit dazu, will heissen z. B. Grillen am Lagerfeuer u.ä.  Der Kunde - ein Anbieter im sehr hochwertigen Reisesegment - möchte eine möglichst natürliche Atmosphäre eingefangen haben. Die Bilder sollen für Print und Web verwertet werden.

Gar nicht so ohne, denn das Location-Scouting gehört mit zu unseren Aufgaben (wir kennen schliesslich unsere Umgebung ganz gut). Auf der Shotlist sind verschiedene “Outdoor-Mahlzeiten”. 

So sind wir denn zur Zeit häufig parallel unterwegs, einmal um die idealen Plätze zu zeigen, zum anderen  um oft auch gleich in medias res zu gehen. Die Stimmung ist immer sehr gut, denn anschliessend wird das Gekochte (oder Gebratene) dann vom ganzen Team (in diesem Falle idR 5-7 Personen) verspeist.

Es kommt dem Kunden mehr auf die richtige Stimmung und das richtige Flair an und so ist kein aufwendiges Food-Styling erforderlich (will sagen und für Insider: alles ist und bleibt essbar).

Von den eigentlichen Aufnahmen dürfen wir leider hier nichts zeigen, aber vom „Drumherum“. Deswegen im Bild eine Batterie vorbereiteter Grillspiesse (persönlich handgeschnitzt vom Fotografen), während wir auf den passenden Sonnenstand gewartet haben (ca. 30 Minuten vor dem “Go”).

Und wieder geht ein Tag vorüber

Und wieder geht ein Tag vorüber in Lappland
„Und wieder geht ein Tag vorüber...“


Behind the scenes:
Die Tage in Lappland werden kürzer und bescheren uns wieder traumhafte abendlich Lichtspektakel. Zeit, die Seele baumeln zu lassen und zu betanken: 

Und wieder geht ein Tag vorüber,
versinkt im Dunst der Dämmerung.
Unheimlich langsam zieht der Tag vorüber,
und schon erscheint der erste Stern.


Gedanken zum Ende einer Ära

Installation zur Mondlandung im 60-er Jahre Museum in Malå
„Installation im 60-er Jahre Museum in Malå“


Behind the scenes:
In diesen Tagen ist nun also die “Atlantis” das letzte Mal gelandet und die Space-Shuttle-Ära hat ihr Ende gefunden. Wie schnell die Zeit vergeht...

Im Zuge der Reportage über die Theaterpremiere von Bergatrollet Tjam haben wir auch dem 60-er Jahre Museum in Malå einen Besuch abgestattet. Das hat mich sehr an die Raumfahrt erinnert - wollten wir als Kinder nicht alle einmal Astronaut werden?.  

In diesem Museum gibt es eine eigene Installation zur ersten Mondlandung. Der Kurator hat gute Arbeit geleistet, und eine “Mondlandungs-Ecke” samt Sternenzelt geschaffen. Der Raumanzug ist leider wohl kein echtes Exemplar von der NASA, wirkt aber dennoch überzeugend. Es gibt noch unbeachtete Points of Interest in Lappland.

Zu Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie die Umwelt, oder einen Touristen

Naturreservat Lappland?
„Naturreservat Lappland?“


Behind the scenes:
Lappland wird gerne als “die letzte Wildnis Europas” beschrieben und beworben. Und in weiten Teilen stimmt das auch noch. Trotzdem sind auch hier leider Missstände zu beklagen. Und das auch noch ausgerechnet aus der “Öko-Ecke”. Konkret geht es um den Ausbau der Windkraft, die derzeit hier (wie lange noch?) hoch im Trend liegt. 

Um ganz deutlich zu sein: Im Vergleich zur Atomkraft sind mir Windkraftwerke immer noch hundertmal lieber. Keine Diskussion. 

Dass aber ausgerechnet in landschaftlich sehr schönen Gegenden mit erhaltungswürdiger Flora und Fauna die Windparks aus dem Boden schiessen, ist sehr bedauerlich.

Kürzlich hat es es ein Besucher kurz und bündig auf den Punkt gebracht: “Die Windkraft-Regionen in Lappland sind für mich als Besucher und Tourist gestorben. Hierher komme ich sicher nicht wieder.”

Umso mehr schade, als die unschönen “Stahlspargel mit Flügeln” für die nächsten 25-35 Jahre festbetoniert sind. So werden ganze Landstriche touristisch unbrauchbar gemacht. Aber es kommt noch schlimmer.

Einige Biologen und Naturkundler, die in den vergangenen Wochen hier zu Besuch waren, und für die wir in einigen Dokumentationsprojekten gearbeitet haben, zeigten sich sehr bestürzt über die immense Naturzerstörung. Kilometerlange Wege werden gezogen. Für die Hochspannungsleitungen entstehen breite Schneisen, die nicht nur hässlich sind, sondern Lebensräume seltener Arten zerschneiden und zerstören. 

Ganz zu schweigen von den Auswirkungen der permanenten Lärmentwicklung (gerade auch im tieffrequenten Bereich), den Lichtreflexen und dem Elektrosmog.

Leider gilt es auch hier, der Realität und den Fakten ins Auge zu sehen. Auch wenn es für manche unbequem sein mag. Die mittel- und langfristigen Auswirkungen werden ihre Spuren hinterlassen. Frage sich nur, zu was das führen wird.


„Zerstörte Natur“

Lauer Sommerabend mit “Eisberg” :)

Lauer Sommerabend in Lappland mit “Eisberg”
„Lauer Sommerabend mit “Eisberg” :)“


Behind the scenes:
Ein lauer Sommerabend in Lappland mit einer Promenade am Wasser nach einer fantastischen Woche. Gut gelaunt, denn in der zurückliegenden Woche sind mehrere Reportagen von uns in verschiedenen Zeitungen erschienen. 

Über dem See steigt gespenstisch leichter Nebel auf. Die Stimmung ist beinahe schon herbstlich, obwohl wir uns eigentlich noch im Hochsommer befinden.

Mit einem Schmunzeln auf den Lippen sehe ich auf die Stelle, an der normalerweise die Möwen ihren Tag - auf einem Stein sitzend - zubringen. Sie haben ihn bildlich in die Sitze eines Eisberges verwandelt. 

Die schwedische Krone im Laufe der Zeit - Eine Geschichtsstunde aus dem Geldbeutel

Heute ein kleiner Rundgang durch die Geschichte der schwedischen Währung, der Krone. Ein Blick auf das Kleingeld im Geldbeutel hat gestern nämlich einen geschichtlichen Abriss der letzten 70 Jahre zutage gefördert. In Schweden sind - wie anderswo auch - Münzen aus verschiedenen Zeitepochen im Umlauf. Gestern verirrte sich allerdings ein sehr seltener Sonderling ins Kleingeld: Eine Münze aus dem Jahre 1942.

Schwedische Ein-Kronen-Münzen im Laufe der Zeit - Wappenseite
„Ein-Kronen-Münzen im Laufe der Zeit: Wappenseite“


Die schwedische Krone, die eigentlich noch in je 100 Öre aufgeteilt ist, gibt es seit 1873. Vorläufer der Krone war der Riksdaler (“Reichstaler”). Genau genommen war die erste Krone noch gar keine rein schwedische Münze, sondern die Gemeinschaftswährung der Skandinavischen Währungsunion für Dänemark, Island, Norwegen und Schweden. Die rein-schwedische Krone gibt es seit 1924. 

Interessanterweise sind aber noch immer alle Kronen-Münzen, die ab 1875 ausgegeben worden sind, nach wie vor als gesetzliche Zahlungsmittel zugelassen. Ein Blick aufs Wechselgeld lohnt also, denn es besteht die Chance auf Raritäten zu stossen.

Die Öre gibt es übrigens nicht mehr als Barzahlungsmittel. Zum 30. September 2010 wurde die bis dahin noch in Umlauf befindliche 50-Öre-Münze aus dem Verkehr gezogen. Rein zahlungstechnisch macht das auch Sinn, denn bei einem Kurs von 1 SEK = 0,1095 EUR (Stand 1. Juli 2011) war der Zahlungswert der 50-Öre-Münzen nahezu unbedeutend gering. 

In den Preisangaben taucht die Öre aber noch auf. Ein im Zuge der Ausserkurssetzung eingeführtes Gesetz bestimmt nun für Barzahlungen, dass Beträge von 1-49 Öre hinter dem Komma auf die nächste Krone abgerundet, und Beträge von über 50 Öre auf die nächste Krone aufgerundet werden. Bei Kartenzahlungen wird allerdings nach wie vor auf die Öre genau abgerechnet. Beträgt der Kaufpreis an der Kasse also z. B. 9,50 Kronen (d.h. 9 Kronen 50 Öre) ist der Barzahlungspreis 10 Kronen, der Kartenzahlungspreis indes 9,50 Kronen.

Nun aber von der Öre zurück zur Krone. Traditionell trägt die Ein-Kronen-Münze immer das Bild des amtierenden schwedischen Königs (bzw. künftig der Königin) auf der einen Seite und das Staatswappen oder eine Krone auf der anderen. Um das Konterfei des Monarchen (bzw. der Monarchin) ist das königliche Motto des jeweiligen Staatsoberhauptes in die Münze geprägt.

Das älteste Stück im Geldbeutel - auf dem Foto bei 12 Uhr - stammte also aus dem Jahre 1942. Damals war Gustav V König. Sein Motto lautete “Med folket för Fosterlandet” („Mit dem Volk für das Heimatland“). Auf der Vorderseite prangt das sehr schöne alte Wappen.

Münze Nummer 2 - auf dem Foto bei 15 Uhr - ist der derzeit wohl am häufigsten in Umlauf befindliche Typ. Sie wurde von 1976-2000 ausgegeben. Dieses Exemplar stammt aus dem Jahre 1983 und trägt den amtierenden König Karl XVI Gustaf - abstrahiert dargestellt - auf sich mit seinem Motto “För Sverige i Tiden”. 

Münze Nummer 3 - auf dem Foto bei 18 Uhr - ist die neuere Version der Nummer 2 (ausgegeben seit 2001) mit einem deutlich schöneren Monarchenbild und stammt aus dem Jahre 2009.

Die Nummer 4 schliesslich - auf dem Foto bei 21 Uhr - ist eine besondere Gedenkmünze aus dem Jahre 2009, welche der besonderen Verbindung von Finnland und Schweden gewidmet ist. Statt eines Wappens trägt sie das Bild eines unterbrochenen Linienfeldes auf der einen Seite. Auf der anderen Seite befindet sich ein Bild des Königs. Sie ist nicht sehr häufig, aber durchaus tatsächlich im Umlauf zu finden.   

Schwedische Ein-Kronen-Münzen im Laufe der Zeit - Monarchenseite
„Ein-Kronen-Münzen im Laufe der Zeit: Monarchenseite“


Eine sehr seltene Münze fehlt leider noch in der Sammlung (und auf dem Foto): Im Jahre 2000 gab es zum neuen Jahrtausend eine Ein-Kronen-Münze in sehr geringer Sonderauflage. Auf dieser Sonderprägung sind unter dem Staatswappen die Initialen des Königs eingeprägt. Sollte sich diese Prägung einmal in den Geldbeutel verirren, werde ich ein Foto nachreichen.

Neben den im regulären Umlauf vorkommenden Münzen gibt es natürlich noch eine Vielzahl von Sonderprägungen in verschiedenen Nennwerten (10 SKR - 1.000 SKR) zu besonderen Anlässen, darunter etliche Silber- und Goldmünzen. Diese sind zwar ebenso als Zahlungsmittel zugelassen, dürften aber nicht im tatsächlichen Umlauf vorkommen. Eine Übersicht über die Sonderprägungen bis zum Jahre 2004 gibt es in dieser Broschüre der schwedischen Reichsbank.

Theater-Weltpremiere in Malå: "Bergatrollet Tjam" von Britta Stenberg

Theater-Weltpremiere in Malå: Bergatrollet Tjam von Britta Stenberg
„Theater-Weltpremiere in Malå: Bergatrollet Tjam von Britta Stenberg“


Behind the scenes:
Die kulturellen Highlights in Lappland reissen nicht ab. Am Sonntag gab es in Malå eine Theater-Weltpremiere. Nachdem im vergangenen Jahr bereits der Film “Shooting Beauty” seine Europapremiere in Malå feiern durfte, ging es diesmal um das Theaterstück “Bergatrollet Tjam” von Britta Stenberg.

Britta ist eine in Nordschweden sehr bekannte Künstlerin, Verfasserin und Drehbuchautorin. Vor einigen Jahren verfasste sie ein Drehbuch für ein Theaterstück, das zunächst in der Schreibtischschublade schlummerte. Zum Sommer der Kultur 2011 hat sich Britta spontan entschlossen, das Stück umzusetzen. Beinahe pausenlos probten die Darsteller unter der Regie von Britta in den vergangenen Wochen und am Sonntag war nun die bewegende Premiere.

Unser Eindruck: Die Premiere ist gelungen und war ein voller Erfolg. Das Publikum war begeistert. Ein beeindruckender Theatermittag im Kultursommer 2011 in Malå. Glückwunsch an Britta und alle Darsteller. Es hat riesigen Spass gemacht, die Premiere fotografisch dokumentieren zu dürfen.


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-> To the gallery „Bergatrollet Tjam - World premier in Malå“


Malå: En kväll i vänskapens tecken / Ein Abend im Zeichen der Freundschaft in Malå

Malå: En kväll i vänskapens tecken / Ein Abend im Zeichen der Freundschaft in Malå
„Feierliche Anlässe in Malå“


Behind the scenes:
Die Sommeraktivitäten in Malå sind in vollem Gange. Am gestrigen Abend hatte die Folksdanslag („Volkstanzvereinigung“) zu einer bewegenden Veranstaltung eingeladen. Im Rahmen des Austausches mit einer Gruppe aus Österreich - daher der Titel des Abends - gab es nicht nur schwedischen und österreichischen Volkstanz, sondern auch eine Brautmodeschau zu sehen.

Das Spannende daran: Es wurde die Entwicklung der Brautmode über die letzten 150 Jahre gezeigt. Unterlegt mit allerlei Geschichten war das nicht nur äusserst unterhaltsam, sondern auch sehr schön anzusehen. Und die Darstellerinnen und Darsteller dürften jetzt bestens für ihre eigenen Hochzeiten gerüstet sein.

Nachdem die Tageszeitung uns kurzfristig als Fotografen angefragt hatte, haben wir gleich mal noch etwas mehr geknipst und eine Galerie aufgelegt:


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-> Klick här så kommer du till bildspelet „Malå: En kväll i vänskapens tecken“

-> To the gallery „Malå: An evening in the name of friendship“

Approaching storm


„Approaching storm“


Behind the scenes:
Ein Grummeln aus der Ferne. Wie ein Sandsturm schiebt sich die bedrohliche Wolkenwand binnen Minuten bis auf einige hundert Meter heran und treibt die Finsternis vor sich her. 

Eine beinahe apokalyptische Stimmung legt sich über die ausgedehnte Moorlandschaft in Lappland, in der wir gerade wandern.

Und kurz darauf fegt die erste Hagelwelle über uns hinweg. Die Vierbeiner nehmen es stoisch-gelassen und ich füge mich - das Naturschauspiel bestaunend - dem abkühlenden Schicksal. Nach 10 Minuten ist der Spuk hinüber. Und wir klitschnass.


Notiz an mich selbst: Die Urlaubstipps für Lappland unbedingt um gute Regenkleidung erweitern :)

Strandgedanken und 8 Urlaubstipps für das Campen in Lappland

Strandgedanken in Lappland
„Strandgedanken in Lappland“


Behind the scenes:
Brütende und schwüle Sommerhitze. Jede Handbewegung führt beinahe zum Schweissausbruch. Frischgepresster Zitronensaft verschafft ein wenig Linderung. Aber nur ein wenig. 

Was tun? Ab zur Lieblingsstelle am Badeplatz in Mörttjärn und dort eine Pause einlegen (siehe bereits: Mörttjärn 1, Mörttjärn 2 und Mörttjärn 3). 

Auf dem alten Landungssteg sitzend, mit einem guten Buch in den Händen und den Füssen gleichzeitig im Wasser, sieht die Welt gleich ganz anders aus :)



8 Urlaubstipps für den Sommer in Lappland:


1. Suchen Sie sich zum Campen eine Stelle an einem grösseren See oder Fluss, und keinesfalls an einem Sumpfgebiet. An grösseren Seen und Flüssen weht meist eine gute Brise. Das vertreibt die Zur Zeit in Massen vorhandenen Mücken!

2. Legen Sie sich in Schweden ein wirklich gutes Mückenmittel zu. 

3. Fragen Sie am besten Einheimische nach guten Stellen zum Campen und Übernachten. Wenn Sie kein Schwedisch sprechen: Fast alle sprechen hier Englisch.

4. Tragen Sie hohe Schuhe und lange Hosen in unbekanntem Terrain. Dieses Jahr gibt es wieder sehr viele Kreuzottern.

5. Denken Sie an die zahlreichen Wildtiere: Lassen Sie Hunde nicht frei laufen.

Es gibt hier übrigens auch Braunbären in der freien Natur. Sollten Sie auf einen solchen stossen:
- Geniessen Sie den seltenen Anblick
- Halten Sie Abstand!
- Ziehen Sie sich dezent zurück!
- Keinesfalls füttern (gilt übrigens für alle Wildtiere)!
- Keinesfalls annähern!
Ihr Leben wird es Ihnen danken. Weitere Infos (allerdings in Schwedisch) in der hervorragenden Broschüre „Björnmöten“ vom Naturvårdsverket.

6. Rechnen Sie damit, dass viele Geschäfte und auch Werkstätten während der Urlaubszeit geschlossen haben. Der Servicelevel ist in dieser Zeit überall deutlich eingeschränkt; auch im Gesundheitssystem.

7. Generell wichtig: Das sog “allemansrätten” (“Jedermannsrecht”) gewährt sehr viele Freiheiten in der Natur. Es enthält aber auch Grenzen. Leider vergessen das viele Besucher und Touristen immer wieder. Bitte lesen Sie die vom schwedischen Naturvårdsverket bereit gestellten Informationen zum Jedermannsrecht (Direktlink zur deutschen Version) und halten Sie sich daran. Denken Sie bitte daran: Auch Sie sind ein Botschafter Ihres Heimatlandes und Ihrer Kultur.

8. In diesem Zusammenhang: In Lappland entstehen derzeit viele Windparks. Die ausgedehnten Baustellen und Baugebiete rund um die neuen Windkraftwerke sind mit Hinweisschildern versehen. Meiden Sie zu Ihrem eigenen Schutz diese Gebiete. 

Gute Fahrt! 

Sommerferien in Schweden - „Sommarlov“

Graffiti Wohnwagen
„Sommarlov“


Behind the scenes:
Die Zeit der Sommerferien („Sommarlov“) steht vor der Tür, bzw. hat für viele schon begonnen. In den nordischen Breiten rund um den Polarkreis in Lappland saugen die Menschen die Sonne jetzt geradezu in sich ein. 

Kein Wunder, ist es doch im Winter nur einige kurze Stunden lang hell. Im Sommer dagegen scheint die Sonne quasi „rund um die Uhr“.
 
Deswegen ist es spätestens ab der Woche nach Midsommar recht still in den Geschäften und Büros. Denn wer immer es sich erlauben kann, nimmt dann einen langen Sommerurlaub. Vier bis sechs Wochen dürfen es schon sein. Und in denen geht es dann entweder in die - im Regelfalle recht spartanisch ausgestattete - „Sommarstuga“ (Sommerhaus) oder in den Wohnwagen, bzw. das Wohnmobil. Die Nordschweden sind ein reiselustiges Volk!

Jetzt beginnt auch die Urlaubs- und Tourismussaison für Besucher aus aller Welt. Für uns, die wir schwerpunktmässig in der Travel- und Tourismusfotografie tätig sind, beginnt jetzt auch die zweite Hochsaison des Jahres. Vielleicht treffen wir uns ja irgendwo im wunderbaren Lappland diesen Sommer! Falls ja: Bitte immer schön lächeln :)


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Stockholm-Street - mit der Leica durch die Hauptstadt Schwedens

Stockholm-Street: I walked way too much
„Stockholm-Street: I walked way too much“


Behind the scenes: Die letzten Tage war wieder einmal Stockholm angesagt. Die Stadt pulsiert zur Zeit im Hochfrequenztakt und quillt förmlich über. Alle Hotels sind quasi ausgebucht und ich durfte in 4 Tagen dreimal das Hotel wechseln. Touristische und geyschäftliche Hochsaison bei knallendem Sonnenschein (geradezu ein Temperaturschock).

In dieser Woche war zudem “Skolavslutning” was zur Folge hatte, dass jede Menge Schüler, die ihr “Studentexamen” (Abschluss der Gymnasieskola, vergleichbar mit dem Abitur) bestanden haben, auf LKWs mit offener Pritsche und unter grossem Lärm und Getöse durch die Stadt gezogen sind. Partystimmung - allerdings auch mit allen Schattenseiten - in der Stadt.

Mein vollgepackter Terminkalender hat mir trotz allem einen halben freien Nachmittag ermöglicht an dem ich zur kleinen Leica gegriffen, und mich im unauffälligen “Touristenmodus” zum Ausgleich der Street-Photography gewidmet habe.

-> Hier gehts zur Galerie „Stockholm-Street-Photography“

-> Klick här så kommer du till bildspelet „Stockholm-Street-Photography“

-> To the gallery „Stockholm-Street-Photography“




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Sommarkänsla / Sommerliche Gefühle

Sommarkänsla / Sommerliche Gefühle
„Sommarkänsla / Sommerliche Gefühle“


Behind the scenes: An den Stränden in Lappland fühlt es sich mittlerweile auch schon richtig sommerlich an.

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Lugn och ro! / Ruhe und Gelassenheit!

Lugn och ro! / Ruhe und Gelassenheit!
„Lugn och ro! Ruhe und Gelassenheit!“


Behind the scenes: Urlaubsreif? Gestresst? Willkommen!


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Last chance: Lapland "on the rocks" II

Last chance: Lapland
„Last chance: Lapland on the rocks II“


Behind the scenes: Nur noch wenige Tage bis zur Eröffnung der Badesaison in Lappland! Schnee und Eis sind weiter auf dem Rückzug. Und die ersten Mückenschwärme kreisen auch bereits. Hier eine Ansicht aus der Nähe eines der schönsten „Campingplätze“ in der Region.


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Last chance: Lapland "on the rocks" I

 Lapland
„Last chance: Lapland on the rocks I“


Behind the scenes: Schnee und Eis sind beinahe verschwunden. Nur am schattigen Rande der Flüsse und Seen halten sich noch einige Eisreste. Die Aufnahme ist von heute und spricht für sich selbst. Wer also jetzt noch Schnee und Eis in dieser Region in Lappland sehen will, muss sich beeilen :)



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Leftovers of the winter

Leftovers of the winter in Lappland
„Leftovers of the winter“ - License picture / Buy print





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Stripes on the beach

Stripes on the beach
„Stripes on the beach“ - License picture / Buy print


Behind the scenes: Der wunderbare Strandplatz ist wieder aufgetaut (obwohl es vorhin gerade wieder einmal eine halbe Stunde geschneit hat). Noch viel zu kalt um ins Wasser zu gehen. Trotzdem schon eine Augenweide.



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Postcard from Lapland

Postcard from Lapland
„Postcard from Lapland“ - License picture / Buy print





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Vårvinter, oder: The grass is always greener on the other side of the fence

Ich mag Sprichwörter. Oft enthalten sie tiefe Weisheiten und Einsichten. Genau wie das Sprichwort in der Überschrift (deutsche Variante: Die Kirschen in Nachbars Garten schmecken immer süsser).

Warum ich das schreibe? Obwohl der meteorologische Frühlingsanfang bereits vor 3 Wochen war (der kalendarische vor ein paar Tagen), fegen seit 24 Stunden Sturmböen und Schneestürme über Lappland hinweg. Neuschnee ist zwar immer sehr hübsch anzusehen, aber in Verbindung mit jeder Menge Schneeverwehungen bisweilen eine Qual. Autofahren wird zum Abenteuer und nicht einmal die Hunde wollen freiwillig eine Pfote vor die Haustür setzen.

Genau genommen warten wir ja auch noch nicht auf den Frühling, sondern den „Vårvinter“. Der „Vårvinter“ ist die fünfte Jahreszeit in Lappland. Der Begriff enthält eine Verbindung von „vår“, d.h. Frühling, und „vinter“, d.h. Winter. Frei übersetzt also „Frühlingswinter“. 

Mit dem „Vårvinter“ neigt sich der Winter seinem Ende zu. Es ist aber - zumindest nachts - noch sehr kalt (Minusgrade), i.d.R. ziemlich windig und es liegt noch jede Menge Schnee (wobei der Schnee tagsüber bei Plusgraden zu tauen beginnt). Kurz: Die Winterstarre beginnt zu enden.

Für den Outdoorler eine herausfordernde Jahreszeit, denn subjektiv sind stürmische minus 5 bis minus 10 Grad deutlich unangenehmer als minus 30 (unabhängig vom Windchill-Faktor).

Ab Ende Februar scheint nun auch die Sonne wieder recht lange und wegen des zunehmend höheren Sonnenstandes auch immer intensiver. Das hat zur Folge, dass diese Jahreszeit - wenn es gerade keinen Schneesturm gibt - unglaublich schön und einladend ist. Im Vårvinter trinken wir gerne einen Kaffee vor der Tür und geniessen das einfach. Es ist an der Zeit zum Auf- und Durchatmen. 

Und auch die Natur erwacht wieder: Bald werden die Rentiere wieder an die Sommerplätze gebracht und der Braunbär, der in der Nähe unseres Dorfes lebt, dürfte nun auch bald wieder - recht hungrig - aus dem Winterschlaf erwachen. Die Auerhahnbalz - ein grossartiges Naturschauspiel - steht bevor. 

Im Moment ziehen übrigens die ersten Vögel, die Lappland im Winter verlassen hatten, wieder ihre Bahnen am Himmel und erfüllen mit ihren Gesängen die sonst stille Luft.

Der Vårvinter ist auch fotografisch eine fantastische Jahreszeit: Jede Menge traumhaftes Licht, Schattenspiele, gigantische Morgen- und Abendsonne und Motive aus der erwachenden Natur. Ein idealer Zeitunkt für die Teilnahme an einem Workshop.

Warum wollte ich eigentlich auf die andere Seite des Zaunes? Es gibt doch gar keinen Grund dafür :)

 The grass is always greener on the other side of the fence
„The grass is always greener on the other side of the fence“
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Snow again in Lapland

Snow again in Lappland
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Behind the scenes: We thought we were done with the winter (at least for this season). But we had quite a bit of a snowstorm and heavy snowfall yesterday. So here we are in the winter again with 25 cm of „fresh“ snow. The storm was so heavy, it had been difficult to stay on the track with the car - you simply couldn’t see where the road was.




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“View over Juktån” und “Gelatin”

Heute erst einmal wieder ein Geheimtipp für alle Besucher unserer Region in Lappland: Die Strecke von Sorsele nach Tärnaby. Geradezu ein muss für alle Naturliebhaber. Eine relativ gut ausgebaute Strecke, die - abgesehen vom “Wochenendverkehr ins Fjäll” an Freitagen und Sonntagen - wenig befahren ist. Die Route bietet jede Menge beeindruckende Aussichten und Elche, Füchse und anderes Getier sind beinahe garantiert (Bären kommen auch gelegentlich vor).

Gestern hatte es uns wieder in diese Gegend verschlagen und die Strecke ist einfach zu jeder Jahreszeit ein Erlebnis. Wäre da nicht das Wetter gewesen. Um die null Grad und Wind in Sturmstärke. Resultat: Manchmal schiebt es das Auto bei offener und gerader Strecke wie von magischer Hand auf der spiegelblanken Strasse hin und her. Aufpassen war also angesagt. Besonders schön ist die Stelle, an der die Strasse den Juktån (manchmal auch als der “Yukon Lapplands” bezeichnet) passiert.

Obwohl es mich beinahe von der Brücke geweht hat, konnte ich mir ein paar Aufnahmen an dieser Stelle nicht verkneifen.

Fotografischer Teil: Das auch vor dem Hintergrund, dass ich ein paar Bilder zum experimentieren mit einem neuen Bibble-Plugin benötigt habe. Die Bibble-Plugin-Familie hat nämlich vor einigen Tagen schönen Nachwuchs bekommen: Gelatin.

Bereits jetzt waren die Schwarz-Weiss-Möglichkeiten im RAW-Developer Bibble dank der vorhandenen Plugins (u.a. Andrea, INDA und einiger anderer) beinahe ungeschlagen.

Nun hat der bekannte Plugin-Entwickler “Spoilerhead” ein neues Plugin für die schwarz/weiss Konvertierung vorgestellt, das auf den Namen “Gelatin” hört. Das Plugin ist noch im Entstehen, aber bereits die vorliegende Version läuft stabil wie ein Schweizer Uhrwerk (obwohl sie aus Österreich kommt :) und bietet mit einer einfachen, übersichtlichen und schlanken Benutzeroberfläche beeindruckende Effekte. Die jeweils aktuelle Version (für alle Systeplattformen) kann hier im Bibble-Supportforum geladen werden. Mein Rat an alle Bibble-Anwender: Unbedingt ausprobieren! Mein Rat an alle noch-nicht Bibble Anwender: Unbedingt umsteigen :)

Nach über 600 Km Autofahrt habe ich mich dann mit grosser Vorfreude und noch grösserer Nachfreude ans Experimentieren gemacht. Hier das Ergebnis mit Gelatin:

View over Juktån Sorsele kommun Lappland
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Tree

tree in the winter in lappland
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Wire-Studies (Kabelstudien) in black & white

Der grossflächige Ausbau der Windkraft in Lappland hinterlässt an vielen Stellen seine Spuren. Im Rahmen einer Reportage war ich rundum zu einigen Baustellen für neue Überlandleitungen unterwegs. Der hier oben produzierte Windstrom muss ja schliesslich in den Süden, d.h. nach Südschweden, wo er benötigt wird. Und so ziehen sich dann grosse, neuangelegte Schneisen durch die Landschaft, durch die neue 30KV Hochspannungsleitungen verlegt werden.

Heute habe ich meine Outdoortour zu einer der Baustellen auch mal für ein ganz eigenes Projekt genutzt: „Wire Studies“ („Kabelstudien“).

-> Hier gehts zur Galerie „Wire Studies“

-> Klick här så kommer du till bildspelet „Wire Studies“

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Wire-Studies (Kabelstudien) in black & white
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Winter Wonderland

Winter Wonderland Lapland
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Behind the scenes: Im Moment ist es schlichtweg immer wieder atemberaubend einfach durch die Landschaft zu schweifen. Lappland von der schönsten Winterseite.



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Postcard from Lapland

Postcard from Lapland
„Postcard from Lapland“


Behind the scenes: Heute wieder einmal in Farbe. Am Sonntag hat das Wetter uns zu seiner besten Seite eingeladen. Sonnenschein auf Eis und Schnee ergibt traumhaften güldenen Bodennebel. Jetzt ist die perfekte Jahreszeit, um einen Winterurlaub in Lappland zu verbringen: Die Tage sind schon wieder deutlich länger und bei Sonnenschein erscheinen minus 15 Grad wie ein lauer Frühlingstag.

Oder warum nicht gleich hierher umziehen? Das Inland entvölkert sich beständig (Zahlen und Fakten gibt es hier in einem aktuellen Artikel auf Norran). Platz und Immobilien gibt es in Fülle. Erste Wahl für Naturliebhaber!



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Schattenwelt - Schattenspiele in Lappland

Schattenwelt Lappland
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Behind the scenes: Die richtige Winterdunkelheit in Lappland beginnt sich ab Anfang Februar wieder zu lichten und der Sonnenstand am Horizont steigt von Tag zu Tag fühlbar an. Das führt zu wunderbaren Schattenwelten auf der Schneedecke. Die begeistern mich immer wieder. Fotografisch herausfordernd, weil die Dynamik in diesen Szenen einen extremen Umfang hat. Die Nuancen der Grautöne sind aber einer meiner absoluten Favoriten in dieser Jahreszeit.



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900 Tonnen Stahlbeton...

900 Tonnen Stahlbeton in Lappland
„900 Tonnen Stahlbeton - mitten in der Natur“


Behind the scenes: Wunderbares Februarwetter in Lappland am vergangenen Samstag. Zwischen minus 15 und minus 20 Grad. Wind gerade noch erträglich. Hatte mich entschlossen, einige entlegenere Baustellen für künftige Windkraftwerke zu besuchen und vielleicht auch zu fotografieren. Der Fussmarsch war nach Karte so ca. 15-17 Km. Natürlich mit einem treuen Vierbeiner als Begleitung. Die Wanderung war traumhaft schön, obwohl ziemlich anstrengend. Denn es ging erst einmal so ca. 5 Km nur bergauf, teilweise durch Tiefschnee.

Oben angekommen, waren die Baustellen dann auch ganz aufschlussreich. Das lässt mich immer wieder sehr nachdenklich werden. Neunhundert (900) Tonnen Stahlbeton umfasst ein (!) Fundament für ein Windrad. Meistens werden ganze Schwärme zwischen 10 und 40 Stück errichtet. Gebuddelt und betoniert wird auch im tiefsten Winter. Damit der Beton abbindet wird eine riesige Plane über die Baustelle gezogen. Rundherum stehen 5-7 grosse Notstromaggregate. An jedem ist ein gigantisches Gebläse angeschlossen, das den Beton bewindet. Gespenstische Installation. Ziemlich laut. Autark zudem, denn kein Mensch war weit und breit zu sehen. Die Aggregate mahlen eintönig und lärmend vor sich hin. Was ich mich frage betrifft die Gesamt-Energiebilanz. Hat da mal jemand nachgerechnet, wieviel Energie im gesamten Prozess von Erschliessung, über die Wegarbeiten, Sprengarbeiten, Grabungsarbeiten, usw. usw. bis hin zu mobilen Betonwerken, da eigentlich aufgewendet wird? Wie “öko-logisch” ist das eigentlich wirklich?

Mit vielen Fragen beladen habe ich mich schliesslich wieder auf den Heimweg gemacht. Mit einem schönen Umweg über eine Route, von der aus kein Windkraftwerk zu sehen ist. Nur ein Stückchen unberührte Natur.



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Stockholm impressions reloaded in black&white

Ich habe einige der Aufnahmen aus Stockholm aus dem Dezember durch die „Entfärbungs-Waschmaschine“ laufen lassen und eine kleine Serie in black&white zusammen gestellt. Kleine Kostprobe:

Stockholm impressions reloaded in black&white
„A man and a dog - Loneliness in Stockholm“
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Auf dem Skoter

Gar nicht so einfach, die richtige Überschrift zu finden. Welche Bezeichnung wird am besten verstanden? Skoter, Scooter, Schneemobil? Alltägliche Sorgen eines Bloggers in Lappland.

Jedenfalls habe ich mir heute einen längeren Ausflug mit dem Schneeskoter gegönnt. Und auch gleich eine grosse Lehre gezogen. Manchmal ist es wirklich besser, vorher nachzudenken. Warum? Es waren so um die minus 22 Grad und bei der 2-stündigen Ausfahrt war es dann wirklich sehr kühl, obwohl ich nach dem klassischen Zwiebelprinzip in mehreren Schichten eingepackt war. Egal. Es war sehr schön. Und der Gedanke, irgendwo ganz weit weg von der nächsten menschlichen Zivilisation zu sein und mitten im Nichts eine Tasse Kaffee aus der Thermoskanne zu schlürfen, schafft immer wieder ein unbeschreiblich behagliches Gefühl. 

A propos. Nach der aktuellen Monatsstatistik für den Monat Dezember 2010 von Trafikanalys, der Behörde, die hier in Schweden auch für die Fahrzeug- und Transportstatistiken zuständig ist, gibt es in Schweden derzeit 213.785 "Terrainfahrzeuge". In dieser Gruppe sind auch die registrierungspflichtigen Schneeskoter enthalten. In der Statistik wird allerdings nicht zwischen Quads und Schneeskotern unterschieden. Persönlich würde ich sagen, dem Gefühl nach müsste die Zahl viel höher sein. Aber so ist es mit der Statistik.

Auf dem Skoter
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Stockholm impressions december 2010 (Street photography)

Zurück von zwei langen und sehr angefüllten Tagen in Stockholm mit einer Menge wunderbarer Menschen und der grossen Ehre, Mikael Andersson in kleiner und erlesener Runde erleben zu dürfen (dazu mehr in einem späteren Blogeintrag).

Stockholm ist im Advents-Rush; überall blinken Lichter um die übervollen Schaufenster und in den Strassen. Toruristenmassen schieben sich durch die Gamla-Stan. Mich zog es - neben der professionellen Arbeit - an stille und einsame Plätze, um das frühwinterliche Flair einzufangen. Einige Aufnahmen gibt es in der Galerie (s.u.).

Stockholm leidet derzeit übrigens sehr unter den frühen Schneemassen. Noch nie habe ich im Dezember bereits so viele Dächer gesehen, von denen der Schnee geräumt werden muss. Eine sportliche Angelegenheit, sind die Häuser doch recht hoch und die Gassen und Strassen recht eng (was mitunter grössere Beeinträchtigungen des Fussgänger- und Strassenverkehrs zur Folge hat).

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Stockholm impressions december 2010 (Street photography)
„Schnee-FALL“ - You can license this picture

Unser Weihnachtsgeschenk 2010 / Our christmas gift for you 2010 / Vår julklapp 2010

Und hier ist das Weihnachtsgeschenk für alle unsere werten Leserinnen und Leser:

Ein Kalender für 2011 mit schönen Bildern aus Lappland. Download hier (PDF - 9.1 MB). Einfach selbst ausdrucken oder ab in den Copyshop.  Am schönsten mit Spiralbindung. 


And here comes the christmas gift for all our dear readers:

A beautiful calendar for 2011 which lovely pictures from Lapland. Donload here (PDF - 9.1 MB). Just print out by yourself or get it printed at a print shop. Best with spiral binding. 


Nu finns det vår julklapp igen för alla våra kära läsare:

En kalender för 2011 med snygga foton från Lappland. Download här (PDF - 9,1 MB). Det är bara att skriva ut den (själv eller på tryckeriet). Bäst med spiral binding. 

Unser Weihnachtsgeschenk 2010 / Our christmas gift for you 2010 / Vår julklapp 2010
„Unser Weihnachtsgeschenk 2010 / Our christmas gift for you 2010 / Vår julklapp 2010“


Eistauchen / Ice diving / Is dykning

Eistauchen / Ice diving / Is dykning


Tauchen Sie ein in wunderbare Welten im, unter und mit dem Eis:

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PS: Wenn Sie Tauchprofi sind und an Tauchgängen im Eis Interesse haben, dann ist das winterliche Lappland für Sie ein Paradies!

Eistauchen / Ice diving / Is dykning

A touch of eternity - Follow the endless trails

Endless trails in Lapland
„Touch of eternity - Endless trail“ - You can license this picture


Behind the scenes: Almost endless trails are waiting for you, giving you some touch of outdoor-eternity: The snowmobile season has started in Lapland!
Die Schneemobil Saison in Lappland hat begonnen!
Snöskoter säsongen i Lapland har börjat!


Wedding-Food-Photography: Zu Besuch beim Restaurant Skogshuset in Kristineberg / På besök hos Restaurang Skogshuset i Kristineberg

Wedding-Food-Fotografie ist immer eine besonders spannende Angelegenheit. Umso mehr, desto besser das Essen aussieht. Und ein ganz grosses Problem kann entstehen, wenn die Fotografen auch noch hungrig zum Shooting anreisen :)

Wedding-Food-Photography: Zu Besuch beim Restaurant Skogshuset in Kristineberg / På besök hos Restaurang Skogshuset i Kristineberg


So ist es uns vergangenen Freitag bei unserem Besuch im Restaurant Skogshuset in Kristineberg gegangen. Einfach lecker! Aber der Reihe nach.

Wie gehen wir an ein Food-Shooting “in der freien Wildbahn”, d.h. ausserhalb des Studios, heran? 

Grundregel: Aus der Perspektive des Gastes. Die Kunst ist, sich in einen Gast hinein zu versetzen. Mit dieser inneren Perspektive nähern wir uns dem Buffet und drehen erst einmal eine Runde, um alles auf uns wirken zu lassen. Die Stimmung will erfühlt werden. Hier ging es um eine Hochzeitstafel. Welche Emotionen und Stimmungen schwingen mit? Die innere Visualisierung - auch der emotionalen Situation - sollte “gespeichert” werden für die spätere RAW-Konvertierung und Nachbearbeitung der Aufnahmen. In diesem Fall ging es um warme Farben und eine festlich-harmonische Atmosphäre. Um dies einzufangen ist ungefähr die Hälfte der späteren Aufnahmen nur mit available light entstanden. (Natürlich wurden auch einige Aufnahmen mit der Graukarte im Bild gemacht, falls es im Nachhinein auf genaue Farbtreue ankommt).

Dann geht es in die Details. Hier gilt es, die besondere Kreation und Kreativität zu sehen. Was macht diese Tafel ganz besonders? Woran werden sich die Gäste gerne erinnern?

Und dann schliesslich wird fotografiert. Vom Allgemeinen zum Besonderen. Es gibt eine Art unausgesprochenen Food-Standard. Ist der im Kasten experimentieren wir grundsätzlich noch etwas (wenn es der Zeitplan zulässt). Das sind dann oft die fotografischen “Sahnehäubchen”.

Hier hatten wir ca. 30 Minuten für das Buffet. In dieser halben Stunde sind so um die 400 Aufnahmen (und einige Filmclips) entstanden.

Und anschliessend gab es auch noch eine kulinarische Kostprobe für die hungrigen Fotografen. Erste Klasse. Das Skogshuset in Kristineberg ist ein echter Tipp, den Sie sich vormerken sollten. Und ein richtig gutes und günstiges Tagesessen gibt es von Montag bis Freitag auch.

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-> To the gallery: „Skogshuset Kristineberg“ 


Und hier der Filmklipp zum Skogshuset:



Wenn Sie mal im Skogshuset vorbeischauen wollen - was wir unbedingt empfehlen - finden Sie das Skogshuset im Skolvägen 5, in 92040 Kristineberg. Telefonisch erreichen Sie das Skogshuset (auf Schwedisch und Deutsch) unter 0953 20007.

Die Tagesmenüs finden Sie immer auf der Facebook-Seite des Skogshuset.

Wedding-Food-Photography: Zu Besuch beim Restaurant Skogshuset in Kristineberg / På besök hos Restaurang Skogshuset i Kristineberg


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Renovierungsbedürftig? - Tipps zum Immobilienkauf in Schweden / Lappland

Heute einige Worte und Tipps zu einem Thema, das mich seit längerer Zeit beschäftigt. In den zurückliegenden Jahren haben haben wir viele Auswanderer kennen gelernt, die sich in Schweden (insbesondere hier in Lappland) niedergelassen haben. Beinahe alle haben eine Immobilie hier erworben. Sehr viele haben dabei - aus verschiedenen Gründen - heftige Bauchlandungen erlebt. Gerade in der vergangenen Woche habe ich wieder eine so haarsträubende Geschichte gehört, dass ich nun ein paar Zeilen zum Thema schreibe (und mir damit bestimmt nicht nur Freunde mache - aber es muss gesagt und geschrieben werden). Weitere Infos und Tipps zum Auswandern mit Plan gibt es übrigens in unserem Anfang 2011 erscheinenden Buch „Auswandern mit Plan“.

Worauf sollten Sie also achten, beim Immobilienkauf in Schweden (insb. Norrland / Lappland):

1. Nehmen Sie sich Zeit. Treffen Sie NIEMALS impulsive Schnellentscheidungen! 

2. Recherchieren Sie ausführlich über Ihr Zielgebiet und tragen Sie so viele Informationen wie möglich zusammen. Im Web finden Sie eine beinahe unendliche Informationsfülle. 

Bewerten Sie alle Informationen nüchtern: Eine "bezaubernde Alleinlage im Wald" kann bei minus 25 Grad im tiefsten Winter zum Horrortrip werden, wenn Sie Ihren Weg dorthin selbst räumen müssen. Denken Sie an alle Aspekte und auch daran, dass Sie einmal älter werden könnten.

3. Planen Sie eine Reise in Ihr Zielgebiet und besichtigen Sie alle Objekte selbst. Setzen Sie sich niemals selbst unter Druck! Denken Sie bitte an die unterschiedlichen Jahreszeiten. Bei einer Schneehöhe von eineinhalb Metern sieht alles ganz anders aus, als im Sommer.

Soweit Sie der Sprache nicht hinreichend mächtig sind, nehmen Sie eine(n) einheimischen Sprachkundigen mit. Das sollte kein Beauftragter oder Mitarbeiter eines Maklerbüros sein. 

Fragen Sie dann vor Ort intensiv bei ortsansässigen Organisationen und Einheimischen nach. Ansprechpartner können z.B. sein: Die Gemeindeverwaltung (kommune) und ortsansässige Handwerker. Auch die ortsansässigen Banken sind wichtige Ansprechpartner und haben meist sehr gute Informationen und eine gute Übersicht über den lokalen Immobilienmarkt. Vergessen Sie nicht, die (potentiellen neuen) Nachbarn zu fragen. Die wissen nämlich in aller Regel interessante Details. Vergessen Sie auch nicht, sich nach der grossflächigen Planung zu erkundigen (z.B. die Frage, ob in der Nachbarschaft ein Windpark entstehen soll, oder ob Mineralrechte vergeben wurden (Grubenausbau), usw.).

Und bitte vergessen Sie - besonders, wenn Sie von Nicht-Schweden kaufen - nicht zu fragen, warum das Objekt verkauft wird.

4. Lassen Sie Ihr Traumhaus von einem ortsansässigen Fachmann begutachten. Gerade im Inland sind die Häuser völlig anders als in Kerneuropa gebaut. Oft stammen die Häuser aus einer Zeit, in der es noch keine richtigen Bauvorschriften gab. Es handelt sich in der Regel um Holzhäuser. Diese sind mit häufig von Problemen geplagt und mit Mängeln behaftet, die in Kerneuropa in dieser Form unbekannt sind (z.B. häufig ausgeprägte Schimmelprobleme ("Mögel"), die zu Gesundheitsgefährdungen und erheblichem Beseitigungsaufwand führen). Über ortsansässige Bausachverständige kann Ihnen meistens das Bauamt auf der jeweiligen Gemeinde einen Tipp geben. Auch Banken sind hier wieder gute Informationsquellen. Beachten Sie das nicht, kann der Traum sehr schnell zum Albtraum werden. 

5. Vergleichen Sie die Preise mit denen auf dem innerschwedischen Markt. Makler, die auf Auswanderer spezialisiert sind, vermitteln oft Objekte zu völlig überhöhten Preisen. Mehrfach habe ich von 5 bis 10-fach überhöhten Preisen gehört.

Für Ihre Marktrecherchen bieten sich die innerschwedischen Plattformen an. Die wichtigsten Links zur Immobiliensuche auf dem schwedischen Markt sind:

www.blocket.se und www.hemnet.se

6. Der Immobilienkauf geht einfach und schlicht vonstatten. Es gibt keine zwingende notarielle Beurkundung. Es genügt eine Vereinbarung auf dem sprichwörtlichen "Butterbrotpapier". Seien Sie bitte auch hier sehr zurückhaltend und vorsichtig. Wenn Sie sprachlich nicht verstehen, was Sie unterschreiben, dann unterschreiben Sie bitte nicht. Holen Sie Expertenrat ein. Auch hier sind die ortsansässigen Banken oft eine wertvolle Hilfe. Über die Bank bekommen Sie z.B. schnell und unkompliziert Grundbuchauskünfte und Hinweise zu eventuellen Belastungen.

7. Zu guter Letzt: Wir wünschen Ihnen für Ihr Auswanderungs- oder Immobilienprojekt von Herzen alles Gute. Planen Sie, denken Sie und handeln Sie bitte wohlüberlegt!

Nachtrag: Einen weiteren Tipp zu Schneelast und Dachlawinen finden Sie hier.

Renovierungsbedürftig / In need of some repair
- Renovierungsbedürftig? / In need of some repair? - 

Stor-Stina in Brännäs

Eine der - leider ziemlich unbekannten - Sehenswürdigkeiten in Malå ist das in Brännas gelegene Denkmal für die Stor-Stina (“die grosse Stina”).

Stor-Stina in Brännäs

Der Hintergrund dazu: Stina wurde 1819 im Dorf Brännäs (in der Malå kommun gelegen; auf dem Weg nach Sorsele kurz nach Malå Vännäs links abbiegen und den Wegweisern folgen) geboren. Ihre Körpergrösse betrug für damalige Verhältnisse sagenhafte 2,10 Meter. 1837 liess sich Stina überreden, mit einem aus Deutschland stammenden Schausteller als “Attraktion” und “grösste Frau der Welt” durch Europa zu ziehen. Wieder nach Brännas zurück gekehrt verstarb sie 1854 - also im Alter von 35 Jahren - an Gangrän.

Das Denkmal in Brännäs zeigt mehrere Figuren in Lebensgrösse. Eine der Figuren ist Stina, die mit ihrer Körpergrösse die anderen Figuren deutlich überragt.

Der bekannte Schriftsteller und Verfasser Åke Lundgren hat die Geschichte der Stor-Stina in seinem Roman “Långa lappflickan” literarisch aufgearbeitet.



Bald gehts richtig rund in Lappland

Nicht nur die Pilze schiessen in diesem Herbst in Lappland inflatorisch aus dem Boden. Auch die Windkraftwerke. Denn die alternative Energiegewinnung in Form von Windkraftwerken ist derzeit voll im Trend. Allerdings gibt es in diesem Zusammenhang durchaus geteilte Ansichten (und Aussichten im sprichwörtlichen Sinne), denn sichtbar oder unsichtbar hängt von Standort und Abstand ab.

In Piteå ist derzeit z. B. ein Windpark mit über 1.000 Windkraftwerken in Planung. Hier im Inland beschränken sich die Parks i.d.R. auf "kleinere Ansammlungen" von 5-50 Stück.

Windkraft in Lappland - bald gehts rund


Dieses Exemplar hat jedenfalls gerade auf "möglichst wenig sichtbare Parkstellung" umgeschaltet, wohl um sich besser in die natürliche Umgebung einzufügen.

Es bleibt abzuwarten, welche Effekte die zahlreichen Neubauten auf Umwelt und Tourismus haben werden.



Treehotel in Harads / Lappland

Schon seit einiger Zeit stand ein Besuch im Treehotel in Harads auf unserer Wunschliste ziemlich weit oben. Das Treehotel ist Lapplands derzeit wohl innovativste Idee in Sachen Tourismus. Anfang der Woche war es nun endlich so weit.

So kann ein Hotelzimmer aussehen - Meisterwerke in Planung, Design, Baukunst und Umweltverträglichkeit:

Treehotel in Harads Lappland The Cabin


Der Besuch hat uns so begeistert und inspiriert, dass eine ausführliche Foto-Reportage entstanden ist.

-> Hier gehts zur ausführlichen Reportage: Treehotel

-> To the reportage: Treehotel

-> Till reportaget: Treehotel


Treehotel in Harads Lappland The Microcube
- Der „Microcube“ ist mittlerweile bereits legendär
und lockt zahlreiche Besucher an -


Happy birthday Västerbottensost - Eine Käse-Spezialität aus Västerbotten feiert Geburtstag

Västerbottensost


In diesen Tagen feiert eine Spezialität aus Västerbotten Geburtstag. Der “Västerbottensost” (wörtlich “Västerbottenkäse”, sinngemäss “Käse aus Västerbotten”) wird seit1872 als lokale Spezialität in Burträsk hergestellt.

Seine Entstehung ist genau genommen einem schlichten Fehler zu verdanken. Die Molkereimitarbeiterin Ulrika Eleonora Lindström war eines schönen Tages im Jahre 1872 alleine Dienst in der Molkerei in Burträsk. Dadurch, dass sie an diesem Tag viele Aufgaben alleine bewältigen musste, konnte sie sich nicht “richtig” um die Käsezubereitung kümmern. In der Folge wurde die Käse-Rohmasse wurde viel zu oft erhitzt und wieder abgekühlt. Das Ergebnis wurde anders als erwartet. Trotzdem fand die Charge des “verunglückten” Käses reissenden Absatz. Der Rest ist Geschichte.

Heutzutage ist der Västerbottensost weltberühmt wegen seines besonderen, intensiven Geschmacks. Die genaue Zubereitung und Verarbeitung sind beinahe eine Wissenschaft und ein Teil des Verfahrens ist bis zum heutigen Tage geheim.
Der Käse reift mindestens 12 Monate in verschiedenen Stufen und bei unterschiedlichen Temperaturen und Luftfeuchtigkeiten, bevor er in den Handel kommt.

Das Zentrum des Västerbottensost ist auch heute noch Burträsk. Dort gibt es das Ostens Hus (“Haus des Käses”), eine Ausstellung rund um den Käse, die eine touristische Empfehlung ist. Nur wenige Kilometer entfernt, in Ånäset, befindet sich das Ostens Lager (“Käselager”), in dem unvorstallbare Mengen Käse unter beständiger Kontrolle zur Reifung lagern.

Im Jahre 1910 wurde die Bezeichnung “Västerbottensost” keim schwedischen Patent- und Markenamt registriert und ist seitdem geschützt. Und diesen 100.ten Geburtstag feiert Västerbotten in diesen Tagen.

Das Jubiläum passt übrigens sehr gut zu einer nationalen schwedischen Strategie. Im Jahre 2008 hatte die schwedische Regierung beschlossen, Schweden zu einem kulinarischen Mittelpunkt in Europa zu machen und dafür eigens ein umfangreiches Programm vorgestellt. Im Rahmen der Strategie wurden für alle Landesteile “Kulinarische Botschafter” (“Matambassadörer”) ernannt, um die regionalen Spezialitäten besser zu bewerben.

Mit einer Foto-Reportage aus Burträsk und Ånäset geben wir Ihnen einen Einblick in die Welt des Västerbottenosts im Jahre 2010.

-> Zur Foto-Reportage Västerbottensost 2010 in Burträsk und Ånäset

-> To the reportage Västerbottensost 2010 (pictures from Burträsk and Ånäset)

-> Till foto-reportaget Västerbottensost 2010 (bilder från Burträsk och Ånäset)



Weiterführende Links:

-> Homepage des Västerbottensost (English-Version)

-> Ostens Hus in Burträsk

-> Ostens Lager in Ånäset

-> Offizielle Regierungsseite zur schwedischen kulinarischen Europastrategie



Zeit für die Ernte der Wacholderbeeren in Lappland

Wieder ist es Zeit zur Ernte in Lappland. Die Zeit für die Ernte der Wacholderbeeren ist gekommen. Es gibt grossflächig verteilt relativ viele wilde Wachholdersträuche.

Der landläufige Begriff Beere ist übrigens eigentlich falsch. Handelt es sich doch nicht um Beeren, sondern um kleine Zapfen. Die beerenförmigen Zapfen benötigen bis zur Reife in Lappland zwei Jahre. An den Sträuchern lassen sich die einjährigen von den erntereifen zweijährigen Zapfen durch die Farbe gut unterscheiden. Die einjährigen Zapfen sind grün, die zweijährigen werden zur Erntereife tiefblau (beinahe schwarz). Auch die erntereifen zweijährigen Zapfen bleiben geschlossen. Die meist dicken, fleischigen Zapfenschuppen sind aus Deck- und Samenschuppen verwachsen und enthalten üblicherweise ein bis drei Samen.

Allerdings ist Eile angesagt, denn die Beeren sind auch bei verschiedenen Vögeln sehr begehrt.

Warum ist Wacholder in Lappland so beliebt? Die Wacholder-Beere ist sehr wichtig bei der Herstellung von geräuchertem Fleisch oder Fisch. Und geräuchert wird hier sehr gerne und viel. Hinter fast jedem Haus schaut ein Räucherofen in vielen verschiedenen Ausführungen hervor. Die Beeren werden in zerstossenem Zustand den Räuchermischungen beigegeben, mit denen das Räuchergut eingerieben wird. Und auch das Holz der Sträucher ist zum Räuchern sehr begehrt. Die Zusammensetzung der Räuchermischungen ist oft ein gut gehütetes Familiengeheimnis.

Neben dem Einsatz beim Räuchern können die getrockneten Wacholderbeeren auch als Würze für viele Arten von Fleischzubereitungen (z. B. Wildbraten) verwendet werden. Köstlich ist auch die - allerdings in Schweden eher unübliche und unbekannte - Zugabe zu Sauerkraut.

Wacholderbeere Juniperus Lappland

Autumn Impressions from Lapland 2010 / Herbstimpressionen aus Lappland 2010

Autumn Impressions from Lapland 2010 / Herbstimpressionen aus Lappland 2010


Its been a while since we posted the last gallery. We simply had too much work under the summer season. But now as the autumn has arrived we thought it’s time for an autumn gallery. The weather and the light have been simply wonderful. We invite you to take a closer look at one of the most beautiful seasons in Lapland.

-> Hier gehts zur Galerie „Herbstimpressionen aus Lappland 2010“

-> To the gallery: „Autumn Impressions from Lapland 2010“


Es ist eine Weile her seit wie die letzte Galerie gepostet haben. Wir hatten den Sommer über einfach zu viel zu tun. Aber jetzt, da der Herbst angekommen ist dachten wir, es ist an der Zeit für eine Herbstgalerie. Das Wetter und das Licht waren einfach wundervoll. Wir laden Sie ein zu einem Rundgang durch eine der wunderbarsten Jahreszeiten in Lappland.


Sky travel und: Zurück aus Göteborg

Sky travel

Behind the scenes: Schweden ist ein Land mit grossen Distanzen. Dank der sehr guten Verkehrsinfrastruktur ist das aber - auch wenn man etwas abseits wohnt - kein Problem. Und Abenteuerfeeling gibt es noch dazu. Ich liebe die Flugstrecke von Arvidsjaur nach Stockholm (via Lycksele) heiss und innig. NextJet fliegt die Strecke mit der BAE ATP, einem Turbopropflugzeug (mit „free seating“).

Und nach 6 Starts und Landungen bin ich vom Businesstrip nach Göteborg nun wieder am Polarkreis gelandet. Die Tage in Göteborg waren schön aber auch sehr angefüllt.

Gute Neuigkeiten übrigens für alle Lappland-Fans: Air Berlin steuert vom 29.11.10 bis zum 01.04.11 jeweils montags und freitags Arvidsjaur mit Direktflügen an!

Sie können also jetzt noch einfacher und bequemer zu unserem Foto-Workshops im Winter anreisen. Die genauen Termine kommen in den nächsten Tagen.

Der Letzte macht das Licht aus / Last one turns out the lights - Klubbvikens Havsbad Luleå Skärgård

Der Letzte macht das Licht aus / Last one turns out the lights

Behind the scenes: Shot this one as well on a stop at Klubbvikens Havsbad on the very lovely tour with the MS Kungsholm through the Luleå Skärgård last week.

The tourist season there is over now and everything is being prepared for the winter. Even these nice and romantic lamps.

If you ever should happen to be in Luleå under the summertime be sure to visit the Skärgård and take a tour with the MS Kungsholm.

You can find a lot more information about this attractive area on the homepage of the Luleå municipality (on the site is even a translation tool available if your Swedish shouldn’t be so good).

And please don’t take the title of this blogentry too literally since the lights will be lighted again next year. See you there next year!

Beach party barbecue II

Beach party in Lapland II

Behind the scenes: This is part II of our little barbecue on the beach.

Beach party barbecue I

Beach party in Lapland

Behind the scenes: Some readers asked about the weather in Lapland in august. So here is a short story about that. Yesterday we decided spontaneously after a long day filled with a lot of work work to take a drive to one of the lonely lakes nearby to have a little barbecue on the beach. And between 6 o’clock and 9 o’clock it has been sunny and quite warm (even though the temperatures aroung midnight have been around 0 (zero) degrees C). Have a look at the pic and convince yourself.

Sommer in Lappland XXX - Fernweh / itchy feet

Fernweh / itchy feet
(B/W-Conversion: B/W-Styler - Test)

Behind the scenes: This is the last posting in a series of 30 about the summer 2010 in Lapland. Really hope you enjoyed beeing a part of our summerlife and would be glad to meet you next year (or sooner) in our wonderful land!

Summer in Lapland XXIX - Another pair of twins (twins reloaded)

Twins reloaded
(B/W-Conversion: B/W-Styler - Test dazu hier)

Behind the scenes: Finally found another pair of twins at one of my favourite places (first pair can be found here). The cloud above the two made me feel like they are communicating very intensively.

Sommer in Lappland XXVIII - Skyline or horizon?

Lappland skyline or horizon?
(B/W-Conversion: B/W-Styler - Test dazu hier)

Behind the scenes: Try it - give it a chance. Only the open sky is setting the limits.

Sommer in Lappland XXVII - Moonrise and just another lake II

Moonrise and just another lake II

Behind the scenes: Part II. Part I has been this one. Have a look at the remarks i’ve posted there.

Sommer in Lappland XXVI - Lonely lake and striped sky

Lonely lake and striped sky

Behind the scenes: Ein Teil der Landschaft werden. Wir arbeiten an einem gösseren Langzeitprojekt und besuchen einige entlegene Orte regelmässig. Die majestätische Natur saugt mich an dieser Stelle bei jedem Besuch mehr auf. Ein Teil der Landschaft werden.


Lonely lake and striped sky

(B/W-Conversion: B/W-Styler)

Summer in Lapland XXV - The gold of Lapland 2010 - Hjortron - Moltebeere - Cloudberry

Hjortron - Moltebeere - Cloudberry in Lappland

Behind the scenes: Wie jedes Jahr um diese Zeit ist wieder einmal Hjortron-Hochsaison. Die professionellen Beerenpflücker, die in Trupps überall ausschwärmen, sind in diesem Jahr nicht nur Thailänder, sondern auch Chinesen. Die Globalisierung lässt grüssen. Aber das ist eine andere Geschichte.

Ja und sie schmecken auch dieses Jahr wieder gigantisch. Fällt geradezu schwer, sie zuerst zu fotografieren :) Nur stehen die wirklich guten Vorkommen (so wie auf dem Bild) in Sumpfgebieten mit extrem erhöhter Mückendichte. Alles hat seinen Preis. In diesem Fall 40cm tiefer Sumpf und gezählte 23 Schnakenstiche auf dem rechten Unterarm (denn ich hatte MyggA vergessen).

Mehr Details zur Hjortron (mit Rezept für Hjortronsylt) gibt es hier.


Sommer in Lappland XXIII - Stumbling block

Stumbling block in Lapland

Behind the scenes: Had a really nice route along the waterside and literally stumbled upon the theme. Anyway i was lucky not to fall into the water :) so i had the chance to scan and shoot the scene.

Btw: Many readers ask about the actual weather around the polar circle, so i just want to remind of our Lapland weather webcam.

Sommer in Lappland XXII - Alpen-Feeling :)

Alpen Feeling in Lappland

Behind the scenes: Als treuer Leser von Rüdi Neumanns Blog aus Garmisch hat mich diese Aussicht in ein richtiges „(Vor-)Alpen-Feeling“ versetzt. Also liebe Urlauber und Touristen: Es müssen nicht immer die Alpen sein. Lappland ist auch ein wunderbares Reiseziel :)

Sommer in Lappland XIX - Moonrise and just another lake I

Lappland Moonrise and just another lake I

Behind the scenes: Mit Backpack und Stativ. Ein Bergsee. Eine Sommernacht in Lappland. Unbekannte Laute unbekannter Tiere. Ganz leichter Nebel. Warten auf die Dunkelheit am flackernden Lagerfeuer. Das Tageslicht verblasst. Der Mond steigt über den Horizont. Ein Gefühl von Freiheit und innerem Frieden. Zeit zum Stativ zu greifen.

Sommer in Lappland XVIII - Just another river

Just another river I

Just another river II

Behind the scenes: Ausnahmsweise einmal zwei Versionen. „Just a river“ - Einfach nur eine fotogene Stelle an irgendeinem Fluss in Lappland. Die Diskussionen zwischen Herrn und Frau Lapplandblog führten zum Patt hinsichtlich der Frage, welche Version denn die bessere sei. Also gibt es hier beide Versionen mit der Frage an die Leserschaft:

Welche Version gefällt Euch besser, und warum?


Aus Lappland wünschen wir allen Leserinnen und Lesern
ein wunderschönes Wochenende!




Sommer in Lappland XVII - Ein Gruss am Wegesrand

Ein Gruss am Wegesrand

Behind the scenes: Im Vorbeifahren.



Sommer in Lappland XVI - Ausgebrütet

Ausgebrütet

Behind the scenes: Im Vorbeiwandern.



Sommer in Lappland XV - Visualising trees and landscape, part II

Visualising trees and landscape, part II
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Behind the scenes: „The three trees“ - Teil 2 der Studien zum Thema Visualisierung.



Sommer in Lappland XIV - Weekend-Wellness mit Grillkorv

Weekend-Wellness mit Grillkorv in Lappland


Behind the scenes: Heute einmal ganz privat. “Es gibt kein schlechtes Wetter, nur schlechte Kleidung”. Hat sich gestern wieder bewahrheitet. Und das zur Zeit sehr kühle und regnerische Wetter hat im lappländischen Sommer einen unbestreitbaren Vorteil: So gut wie keine stechenden Fluginsekten. Also war gestern ein Familienausflug mit Grillen - natürlich ganz weit draussen - angesagt. Lecker wars und es hat viel Spass gemacht.
Und “Grillkorv” heisst übrigens Grill- oder Bratwurst auf Schwedisch :)

Übrigens: Habe die letzten Stunden auch ein Update der Portfolios vorgenommen. You’re welcome to have a look!


Sommer in Lappland XIII - Alien attack?

Alien attack?
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Behind the scenes: As we all know the world looks different from different perspectives.
I was reminded of that fact when i inspected some fallen trees from a near-ground perspective. Suddenly the scene became frightening because it looked like coming directly from a shocking science-fiction film. I felt like facing some kind of alien attack though it just has been a very quite and lonely place somewhere in Lappland.


Sommer in Lappland XII - Angel in the sky

Angel in the sky

Behind the scenes: Das Sprichwort sagt „Auf Regen folgt Sonnenschein“. Und manchmal, wenn Du ganz genau hinsiehst, dann kannst Du auch einen lachenden und strahlenden Engel am Himmel sehen, der Dir durch die Wolken zulächelt.

Sommer in Lappland XI - Take a break

Take a break

Behind the scenes: Eine kleine Pause auf der Fahrt. In der Nähe von Lycksele. Ein Parkplatz an einem See. Einige Möwen segeln und kreisen. Und natürlich machen auch sie eine Pause. Frau Lapplandblog sah sie dort sitzen und regte ein paar Fotos an. Zuvor sprach sie vermutlich mit der Möwe. Denn die blieb tatsächlich in aller Ruhe sitzen und liess sich von meinen fotografischen Annäherungsversuchen nicht irritieren. Ein beruhigendes Stilleben.

Sommer in Lappland X - A gate to heaven

A gate to heaven

Behind the scenes: Freizeit. Eine lange Wanderung in Lappland. Nur einige Vögel zu hören. Spuren von Rentieren, Elchen und einem Bär.
An einem Pfad auf den Gipfel. Bizarre Formen umgefallener Bäume. Halb verrottet und dennoch Natur-Kunst. Dieser hier sah aus wie ein Schlüsselloch, durch welches man das Tor zum Himmel öffnen kann.

Sommer in Lappland IX - The last sunbeam

The last sunbeam

Behind the scenes: Die von den letzten Sonnenstrahlen angestrahlte Blume stand ca. 5 Meter über Grund auf einem Hügel aus Geröll. Geschätzte Zeit zur Dunkelheit auf der Blume waren ca. 2 Minuten. Etwas Fitnesstraining also, einen steilen Geröllhügel hinauf zu klettern. Für genau 5 Aufnahmen hat es dann noch gereicht. Und der Weg wieder nach unten war deutlich schwieriger, als der Weg nach oben.


Sommer in Lappland VIII - Sunset glow

Sunset glow in Lappland

Ein schönes und geruhsames Wochenende!

Behind the scenes: Eine relativ schnell ziehende aufgelockerte Wolkendecke hat den richtigen Moment zur sportlichen Aufgabe gemacht. Umso mehr, als ich im ca. 40 cm tiefen Wasser stand und von Mücken umschwirrt wurde. Ich habe bewusst diese Aufnahme mit dem überbelichteten Himmel ausgewählt, da hier die schönste Spiegelung im Wasser war.


Sommer in Lappland VII - Leftovers of Midsommar / Überreste von Midsommar

Leftovers of Midsommar / Überreste von Midsommar

Behind the scenes: Das letzte Bild aus einer grösseren Reportageserie über Midsommar. Wir haben den schwedischen Brauch von den Vorbereitungen über die Feier bis zu den „Überresten“ begleitet. Im Bild ein solcher verlassener Überrest an einer Grillstelle irgendwo weit draussen.


Sommer in Lappland VI - Visualising trees and landscape

Sommer in Lappland VI - Visualising trees and landscape
(B/W-Conversion: B/W-Styler)

Behind the scenes: Hier geht es um das Thema Visualisierung. Eine Szene wahrnehmen und ein "inneres Bild" sehen. Kunst. Kreativität. Die photographische Umsetzung ist dann der handwerkliche Teil.

Summer in Lapland V - It is hot and we are searching for the pyramids

What do we have to report about the weather? In short words: It is hot. Really hot.

Reminded me actually of my last visit in the Sahara desert (many, many years ago).

So i began to think about „what if i could find the pyramids in Lapland?“. And i decided to go out and search a bit.

Finally i found what i was looking for: The pyramids. Yes, they really exist - even here in Lapland. Have a look by yourself:

Summer in Lapland V - It is hot and we are searching for the pyramids
(B/W-Conversion: B/W-Styler)

Ein gesunkenes Wahrzeichen / A sunken Landmark

Neuigkeiten aus Malå: Eines der Wahrzeichen der Malå kommun war die schwimmende Sauna in Lainejaur. Vor dem Beginn der Sommersaison wurde sie auf dem See, dem Lainejaure, ausgebracht und nach dem Saisonende wieder eingeholt. Viele Besucher und Gäste hatte das Sauna-Hausboot gesehen. Das hat nun sein vorläufiges Ende gefunden.

Als ich vorgestern dort vorbeifuhr, habe ich die Tragödie aus dem Augenwinkel gesehen und dann zur Kamera gegriffen. Jemand muss wohl den „falschen Stöpsel“ gezogen haben. Die schwimmende Saune hatte eine kräftige Schlagseite und lag traurig halbversunken. Gegen Abend war nur noch ein kleines Stück Dach sichtbar. Und am nächsten Tag war sie - bis auf einige herumschwimmende einzelne Bretter - in den Fluten versunken.

Lainejaur: Ein gesunkenes Wahrzeichen / A sunken Landmark

Sommer in Lappland III



Gesucht - Gefunden: Die besten Lappland-Links

Gesucht und gefunden! Was ich noch gar nicht hier erwähnt habe:

Eine der besten Linklisten zu Lappland haben Jan und Dorthie erstellt. Eine richtige „Schatzkiste“. Bei Zwedenstart gibt es beinahe alle guten Links zum Thema, die es überhaupt gibt.

-> Zwedenstart Lappland-Linkliste


Sommer in Lappland II

Sommer und Urlaub in Lappland

Sommer in Lappland

Sommer in Lappland ist einfach herrlich!

(Hier ist die nächste Zivilisation übrigens gute 15 Km entfernt :)

Sommer in Lappland

Sommer in Lappland


Eine Reise durch den Sommer in Lappland / A journey through the summer in Lapland

Viele Blogs gehen über den Sommer in Urlaub. Wir nicht. Wir dachten uns, unsere Leserinnen und Leser auf eine fotografische Reise durch den Sommer in Lappland mitzunehmen. Die nächsten Wochen - bis Ende August - gibt es hier Postings unter dem Titel “Sommer in Lappland”. Viel Spass!


A lot of blogs are taking a summer break. We are different. We thought it might be nice for our readers to join us on a photographic journey through the summer in Swedish-Lapland. Within the next weeks - until the end of august - there will be postings titled “Sommer in Lapland” to give you insights about Lapland in the summer season. Enjoy!


Malå Cityrace 2010 - Heisse Reifen in der Stadt

Malå Cityrace 2010

Die Sommeraktivitäten 2010 in Malå sind voll im Gange. Wo normalerweise fliegende Händler ihre Marktstände aufbauen, war heute “Aktion” in Malå zu sehen: Qualmende Reifen rund ums alte Rathaus.

Beim Malå Cityrace - einem Gocart-Rennen - durften ab 15 Uhr alle interessierten Fahrer jeweils in 6-er Gruppen gegeneinander antreten. Die Einzelsieger kamen in die Ausscheidung und schliesslich ins Finale um 17 Uhr. Ein gelungenes Arrangemang, das viele Besucher anlockte.

Wir vom Lapplandblog waren natürlich auch dabei, und haben das Event für Sie geknipselt :)

-> Hier gehts zur Galerie „Malå Cityrace 2010“

-> Klick här så kommer du till bildspelet „Malå Cityrace 2010“

-> To the gallery: „Malå Cityrace 2010“


Malå Cityrace 2010

Die Flugsaurier schlagen wieder zu...

Es ist schwül. Schwankende Temperaturen aber höchste Luftfeuchtuigkeit. Ein Paradies für Mücken, Schnaken und alle anderen Sorten an fliegendem Getier. Auf MyggA als Helfer in der Not, hatten wir ja schon verschiedentlich hingewiesen :)

Hier hatte sich ein Flugsaurier unbekannter Gattung auf der Fensterscheibe niedergelassen. Da das Makro sowieso gerade auf der Kamera war, drängte sich das Motiv geradezu auf :)

Insekt hinter Scheibe Glas


"Alltag in Schweden" von Delia Kübeck in der zweiten Auflage erschienen



Im April 2009 war die erste Auflage des Ratgebers für Auswanderer „Alltag in Schweden“ von Delia Kübeck erschienen. Ich hatte hier darüber berichtet.

Kürzlich ist nun bereits die aktualisierte zweite Auflage dieses sehr empfehlenswerten Buches erschienen. Geradezu ein „muss“ für alle, die ans „Umziehen“ nach Schweden denken. Eine hervorragende Information über alle wichtigen Grundlagen. Natürlich empfehlen wir in jedem Fall eine zusätzliche individuelle Beratung und einen individuellen Auswanderungsplan.

Die zweite Auflage ist unter der ISBN 978-3-934918-51-1 ab sofort im Buchhandel erhältlich. Am einfachsten können Sie das Buch hier direkt bei Amazon bestellen:



(Affiliate link - Sie zahlen keinen Cent mehr und unterstützen damit trotzdem unsere Website)



Tipp: Alternative Mückenbekämpfung

Beim Besuch in meiner Hau- und Hof-Autowerkstatt ist mir eine simple und alternative Art der Mückenbekämpfung ins Auge gestochen:

Ein kleiner Blecheimer und zwei Holzscheite. Unbedingt auf eine feuerfeste Unterlage achten. Anzünden. Ab und an ein Büschel grünes Gras o.ä. ins Feuer geben. Und den Eimer so ausrichten, dass man selbst immer im leichten Strom des Rauches sitzt oder steht. Zuverlässig, einfach und kostengünstig.

Nicht in der Umgebung brandgefährlicher und brennbarar Stoffe und Materialien zu verwenden! Nutzung und Anwendung auf eigene Gefahr!

Alternative Mückenbekämpfung

UNESCO Weltkulturerbe in Lappland: Gammelstads kyrkstad in Luleå

Am Montag hatte ich die grosse Ehre an einer exclusiven Führung durch die Gammelstads kyrkstad in Luleå unter der Leitung des weltbekannten Historikers Kjell Lundholm teilzunehmen. Ein Besuch in der Kyrkstad ist meiner Meinung nach ein “Muss” für alle Urlauber, die hoch in den Norden Schwedens reisen. Zudem ein idealer nördlicher Endpunkt einer Schwedenrundfahrt.

Der Begriff Kyrkstad lässt sich am besten mit “Kirchdorf” übersetzen. Insgesamt 71 alte Kirchdörfer dieser Art gibt es, von denen allerdings nur wenige in gutem Zustand erhalten sind. Die Geschichte der Kirchdörfer beginnt im 16. Jahrhundert. Sie wurden für die Bevölkerung geschaffen, die - für damalige Verhältnisse - weit entfernt von den Kirchen wohnten. Denn der regelmässige Kirchgang war damals “staatsbürgerliche Pflicht”. Bis zu 32 „Kirchen-Pflichtbesuche“ pro Jahr konnten sich ergeben. An- und Abreise am selben Tag waren aber aufgrund der weiten Wege undenkbar, und nahmen oft mehrere Tage in Anspruch. Daher wurden kleine Hütten als Übernachtungsmöglichkeiten gebaut. In der kyrkstad in Luleå entstanden so über 400 Hütten (“kyrkstugor”). Die Hütten sind netzförmig um die zentrale Kirche herum gebaut.

Gammelstads kyrkstad in Luleå
- Von überall aus gut sichtbar: Die zentrale Kirche -

Die Hütten werden auch heute noch von traditionsbewussten Menschen genutzt. Die Nutzung geschieht übrigens aufgrund einer abenteuerlichen rechtlichen Konstruktion. Eigentum kann nur an den Hütten selbst - als “fliegende Gebäude” - erworben werden. Grund und Boden gehören nach wie vor der Kirche. Um die Hütten aber auch tatsächlich nutzen zu dürfen, bedarf es zusätzlich einer besonderen Erlaubnis des königlichen Beauftragten. Die Eigentümer und Nutzer müssen sich dabei an viele Vorschriften halten. Die Nutzung ist u.a. nur von Freitag bis Montag, aber nicht in der Zeit von Montag bis Freitag gestattet. Ausserdem gibt es in den kleinen Hütten keinen Strom (da habe ich allerdings einige Ausnahmen gesehen), kein fliessendes Wasser und keine Toiletten. Sanitätsräume befinden sich in Form von Gemeinschaftsanlagen auf dem Gelände.

Gammelstads kyrkstad in Luleå
- Der Turm der alten Kirche -

Zentral in der kyrkstad liegt die alte Kirche. Ein relativ schlichter Bau, errichtet aus risiegen Steinen. Eingeweiht wurde sie im Jahre1492 und war damals noch katholisch. Die Hüttenbauten um die Kirche herum entstanden allerdings erst nach der Reformation, nachdem das Königshaus den evangelischen Glauben und auch die Kirchenpflicht eingeführt hatte.


- Detail an der Kirche -


Besonders interessant und erfreulich ist der Umstand, dass das Kirchendorf Gammelstad mit zum UNESCO Weltkulturerbe gehört. Schweden hat lediglich 14 Objekte zu verzeichnen, die zum Weltkulturerbe gehören (Stand: 2010). Neben der Gammelstads kyrkstad gehören dazu:

Der Marinehafen von Karlskrona, Das Stora Alvaret - Agrarlandschaft von Süd-Öland, Die Hansestadt Visby auf der Insel Gotland, Die Radiostation Grimeton in Varberg, Die Felszeichnungen von Tanum, Der Skogskyrkogården bei Stockholm, Die Wikingersiedlungen Birka und Hovgården, Das Schloss Drottningholm , Die Eisenhütte Engelsberg bei Fagersta, Der Kopparberget - Großer Kupferberg in Falun , Die Höga Kusten , Laponia in Lappland und der Struve-Bogen in Norrbotten.


- Nebengebäude der Kirche -


Noch ein Wort zu Kjell Lundholm. Der Historiker, der im Laufe seiner Karriere u.a. Leiter des Norrbotten-Museums war, hat rund 25 kulturhistorische Bücher und über 300 Fachartikel verfasst. Seine souveränen Geschichtskenntnisse in beinahe allen denkbaren Bereichen sind überaus beeindruckend. Das Wissen sprudelt bei ihm sozusagen aus jeder Pore. Und äusserst unterhaltsam waren Vortrag und Führung noch dazu. Sollten sie des Schwedischen mächtig sein und sich Ihnen eine Gelegenheit zu einer Führung oder einem Vortrag von Kjell bieten: Nutzen Sie diese einmalige Chance!

Die Woche in Lappland und das Wetter

Die vergangene Woche war relativ ruhig in Lappland, dafür aber mit umso mehr Arbeit angefüllt. Üblicherweise gibt es in den Wochen vor Midsommar immer jede Menge Termine und Dinge zu erledigen. Nach Midsommar wird es erfahrungsgemäss deutlich ruhiger, da dann die Sommerurlaubszeit in Schweden voll in die Gänge kommt.

Einen beklagenswerten Punkt gibt es aber: Das Wetter. Von richtigem Sommer ist noch keine Spur zu erkennen. Es ist kühl, viel zu kühl für die Jahreszeit (im Durchschnitt so um die 10-12 Grad tagsüber), und verregnet. Zwar verspricht der Wetterbericht „über 20 Grad“ für die nächste Woche. Langsam kommen aber Zweifel auf, denn das geht nun schon seit 4 Wochen so :(

Klimawandel in Lappland?

Auch wenn dieses Bild vor einigen Tagen entstanden ist, trügt der Schein. Denn das ist keine ausgetrocknete Wüste.

Die Realität sieht zur Zeit eher so aus:

Fors Lappland

Trotzdem allen Leserinnen und Lesern einen guten Start in die neue Woche!



5 Foto-Tipps (nicht nur) für den Urlaub in Lappland

Die Sommerferien stehen vor der Tür und Millionen von Fotoapparaten schwärmen nun wieder - gemeinsam mit ihren Besitzern - in alle Winkel der Erde aus. Auf was sollte bei Urlaubsfotos besonders geachtet werden, damit auch die “Nachbetrachtung” noch Freude bereitet?


1. Es darf und soll Spass machen!

Sie sind im Urlaub. Nicht auf Arbeit und nicht auf Akkord. Knipsen Sie was Ihnen Spass macht und wenn Sie sich danach fühlen. Setzen Sie sich nicht unter Zwang. Immer locker bleiben! Lassen Sie sich nicht einschüchtern von allpräsenten, vermeintlichen “Fotoprofis”, die sich “wichtig machen”. Fotografieren Sie stattdessen, was Sie persönlich anspricht und bei Ihnen Emotionen auslöst.


2. Ran ans Motiv!

Gar nicht oft genug zu betonen. Ran an das Wesentliche. Was wollen Sie mit Ihrem Bild zeigen? Genau das soll auch auf dem Bild zu sehen sein. Scheuen Sie sich nicht, sich ein paar Schritte in Richtung Motiv zu bewegen. Und Details berichten oft viel mehr über eine Situation, einen Platz oder einen Menschen als “langweilige” Panoramaaufnahmen und Übersichten.


3. Gerne ein paar Bilder mehr machen

Machen Sie ruhig ein paar Bilder zuviel - jedenfalls wenn Sie digital fotografieren. Knipsen Sie drauf los, wenn Ihnen danach ist, und Sie ein spannendes Motiv gefunden haben (vorausgesetzt Sie haben Ersatzbatterien oder einen Ersatzakku, und eine zusätzliche Speicherkarte dabei). Wieder zu Hause löschen Sie am heimischen Computer einfach gnadenlos alle Fotos, die Ihnen nicht gefallen. Voilà.


4. „Abseits der Wege gehen“

Es gibt überall auf der Welt die bekannten “Postkartenmotive”. Die müssen Sie eigentlich nicht mehr fotografieren. Kaufen Sie lieber eine Postkarte oder greifen Sie auf das Bild im Reiseführer zurück. Viel gebender ist es, sich abseits der ausgetretenen Pfade zu bewegen und auch zu fotografieren. Machen Sie Ihre eigene und ganz persönliche Urlaubsreportage. In der Regel ist es dabei viel wichtiger, eine Stimmung oder Atmosphäre einzufangen. Ganz wie wenn Sie selbst für GEO oder National Geographic schreiben und knipsen würden. Da würden Sie doch auch nicht das 100.tausendste Foto der Tower-Bridge knipsen, oder?


5. Licht, Licht, Licht

Bestimmt ist es Ihnen ohnehin bereits aufgefallen: In den frühen Morgenstunden und in den Abendstunden (“goldene Stunden”) hat das Licht die “besondere Fotoqualität”. Besonders schöne Motive verdienen es, bei diesen besonderen Lichtverhältnissen abgelichtet zu werden. Gilt übrigens nicht für alles. Die einfache Faustregel (die aber auch bewusst durchbrochen werden darf) lautet: Details und Portraits besser bei bedecktem Himmel und diffusem Licht; Landschaft und alle Totalen in den goldenen Stunden.


Übrigens: Der wichtigste Tipp für gute Urlaubsfotos ist es, immer die Kamera dabei zu haben. Deswegen lieber eine brauchbare Kompaktkamera in der Jacken- oder Hosentasche dabei, als die Spiegelreflexausrüstung im Hotelzimmer zu haben.


Und ganz speziell für alle diejenigen, die nach Lappland in den Urlaub reisen: Ein richtig gutes Insektenschutzmittel sollte keinesfalls fehlen. Wir empfehlen Mygga (und verraten Ihnen auch warum).


Haben Sie Fragen zum Thema Urlaubsfotos? Einfach die Kommentarfunktion nutzen. Ich verspreche Antworten nach bestem Wissen und Gewissen :)

Richtig Auswandern (2)

Eine weitere wichtige Regel:

Deine Zeit und Dein Zeitbegriff sind nicht das Mass aller Dinge!

Nimm Dir Zeit!

En försommarpromenad ute i skogen / Ein Frühsommerspaziergang draussen im Wald

Frühsommerwetter von der besten Sorte. Wechselndes Licht zwischen praller Sonne und tiefem Schatten. Eine gute Priese Wind. Wie geschaffen für eine Wanderung durch den farbenfrohen Wald Lapplands. Fotografische Eindrücke in der Galerie:

-> Hier gehts zur Galerie “Ein Frühsommerspaziergang draussen im Wald”

-> Klick här så kommer du till bildspelet “En försommarpromenad ute i skogen”


En försommarpromenad ute i skogen / Ein Frühsommerspaziergang draussen im Wald

Sky and weather are rocking

Sky and weather are rocking

Der Sommer ist endlich auf dem Weg.

Endlich.

Durchatmen.

Staunen.

Strand

(ja, das gibt es auch in Lappland)

Tipp: Urlaubsparadies :)


Fika

Wieder ein solches Motiv, das sich im “Augenwinkel” beim Vorbeifahren bemerkbar gemacht hat. Dieses deutliche Gefühl, dass da eben etwas besonderes am Strassenrand zu sehen war. Also: Blick in den Rückspiegel, Bremsen, Anhalten, Schauen, Fühlen, Knipsen.

Fika


Einige Arbeiter hatten sich eine Sitzgruppe im Freien eingerichtet, um die Fikapause in der Sonne verbringen zu können. Ein wunderbares Motiv, um einige Zeilen über die Institution der Fikapause in Schweden zu schreiben.

Die Fika

Eine schwedische Institution, die den Alltag prägt: Die Fika. Was steckt dahinter?

Oft wird der Begriff Fika mit “Kaffeepause” übersetzt. Das trifft den Kern aber nicht richtig. Denn zum einen gibt es in aller Regel auch einen Happen dazu, zum anderen - viel wichtiger - dient die Fikapause dem sozialen Austausch.

Gerade “auf Arbeit” ist die Fika keine echte Pause, sondern eine lebendige Informationsrunde, in der alle Themen - private wie berufliche - auf einer wunderbar informellen Basis angesprochen und diskutiert werden.

Deswegen ist es treffender, die Fika als eine Art typisch schwedische Institution zu verstehen. Die klassische Morgenfika liegt übrigens zeitlich ungefähr gegen 9 Uhr 15, die Mittagsfika gegen 15 Uhr 15. Aber auch Abends ist eine Fikapause essentieller Bestandteil fast jeder Veranstaltung.

Übrigens: Richtig und völlig zutreffend ist es, dass Schweden in Sachen Kaffeeverbrauch beinahe an der Weltspitze liegt. Einige statistische Auswertungen in grafischer Form (Verbrauch pro Person in Kg, Liter, und Tassen pro Tag) gibts übrigens hier auf der Seite kaffeinformation.se.

Das geflügelte Wort dazu lautet: Das Schlimmste, das geschehen kann ist, unerwarteten Besuch zu bekommen, und keinen Kaffee im Haus zu haben :)


Richtig Auswandern (1)

Die vielleicht wichtigste Grundregel:

Sage niemals „Das weiss ich (alles schon)“.

Denn dem ist nicht so, und Du verbaust Dir damit jede Menge Beziehungen, Einsichten, Erkenntnisse, usw.

Frage stattdessen und höre aufmerksam und mit echtem Interesse zu!


Ich liebe Belegexemplare - "Sveriges 100 Märkligaste Sevärdheter"

Alle Phasen des fotografischen Schaffens haben ihre speziellen Highlights. Selbst nach der Beendigung eines Auftrages: Belegexemplare.

Am Freitag ist wieder ein ganz wunderbares Belegexemplar hier eingegangen:

Das Buch “Sveriges 100 Märkligaste Sevärdheter” von Fredrik Kullberg. Druckfrisch vom ICA Bokförlag.

Auf Deutsch: “Die 100 bemerkenswertesten Sehenswürdigkeiten in Schweden”.

Der Autor beschreibt in dem kleinen Bildband, der als Reiseführer der besonderen Art aufgemacht ist, auf 128 Seiten 100 besonders attraktive Plätze in ganz Schweden. Einige davon liegen auch in Väster- und Norrbotten.

Im vergangenen Jahr waren wir im Rahmen eines grossen Tourismusprojektes im Umkreis von etwa 500 Km unterwegs und haben eine Menge touristischer “Points of interest” (wie es so schön auf Neudeutsch heisst) fotografiert. Darunter auch einige, die im jetzt neu erschienenen Reiseführer der besonderen Art enthalten sind.

Das Projekt hatte unglaublich viel Spass gemacht und daher freuen wir uns über das Belegexemplar der Neuerscheinung ganz besonders. Umso mehr, als wir auch noch - quasi als “Leckerli” - ziemlich zentral auf dem Cover zu sehen sind :)

Das Buch sei allen, die die besonderen Seiten Schwedens kennen lernen wollen, warm ans Herz gelegt.

Mehr Infos zum Buch gibt es hier und hier.

Sveriges 100 Märkligaste Sevärdheter

Neue Serie: Auswandern, aber bitte richtig

Seit mehreren Jahren beschäftigen wir uns mit dem Phänomen der Auswanderung in allen seinen Facetten. Für die meisten Fälle ist Auswanderung übrigens schlicht das falsche Wort. Innerhalb der Europäischen Union (EU) wäre Umzug das treffendere Wort. Denn von z.B. Deutschland oder Österreich nach Schweden zieht man eher lediglich um. Wir bleiben hier trotzdem beim Begriff Auswandern, weil er in diesem Zusammenhang besser eingeführt ist. Bitte aber im Hinterkopf behalten, dass innerhalb der EU das Wort Umzug treffender ist.

Zurück zum Thema. Es scheint (leider?!) einen Bedarf nach analytischen Artikeln zum Thema zu geben. Wir haben mit sehr vielen Auswanderern gesprochen und uns viele persönliche (Weg-)Geschichten angehört. Manche sehr erfreulich, andere leider - wenn auch oft aus nachvollziehbaren Gründen - äusserst unerfreulich.

Deswegen haben wir uns zu einer kleinen Serie unter dem Titel “Richtig Auswandern” mit einigen provokativen aber hilfreichen Thesen entschlossen, die das Thema aus ungewohnten Perspektiven betrachten angehen.

Keine Angst: Es geht nicht um die Selbstverständlichkeiten, für die es bereits massenweise hochwertige Literatur in Form von Büchern und Anleitungen gibt. Dass sich potentielle Auswanderer gehörig mit den organisatorischen und rechtlichen “Basics” vertraut machen, setzen wir einfach mal voraus. Obwohl auch hier leider Zweifel angebracht sind. Ein Blick in einschlägige Foren zur Frage, wie und wo eine Personnennummer in Schweden beantragt wird, weckt Schwindelgefühle ob des Unsinns der teilweise verzapft wird. Das Unverständnis wird umso grösser, als es - wie gesagt - zu den grundlegenden Fragen für beinahe alle Auswanderungsländer dieser Erde mittlerweile hochwertige Literatur gibt.

Nein, hier soll und wird es um die Dinge gehen, die mehr grundlegend und “sophisticated” sind. Wir haben die Serie so designed, dass wir einen Beitrag pro Woche dazu posten werden. Denn eigentlich geht es hier im Blog ja viel mehr um Kunst und Fotografie.

Am wichtigsten ist es, dass Sie vor Ihrer Auswanderung strukturiert und strageisch vorgehen. Erstellen Sie Ihren persönlichen Auswanderungsplan. Genau so, wie Sie für eine Geschäftsgründung einen Businessplan erstellen würden. Einen wunderbaren Beitrag von Seth Godin zur Frage, was ein Businessplan eigentlich enthalten sollte finden Sie übrigens hier (Englisch).

So, das war der “Pilotbeitrag”. Richtig einsteigen werden wir mit These 1 in einigen Tagen. Stay tuned!


Colors and shapes: Eine fotografische Annäherung an das schwedische Design

Warum ist das schwedische Design so hochgeschätzt und weltberühmt?
Eine oft gestellte Frage, die mich auch schon viel beschäftigt hat. Heute will ich die Antwort etwas einkreisen.

Es gibt einen übergreifenden Zusammenhang in allen nordischen Kunst- also auch Designrichtungen. Im fotografischen Bereich wird oft die kühle, etwas distanzierte, zugleich aber sehr tiefgründige und aussagekräftige schwedische Bildsprache gerühmt.
Diese “Spachbeschreibung” gilt aber nicht nur für die Fotografie, sondern generell für die meisten nordischen Kunstrichtungen. Warum ist das so?

Eigentlich geht es im nordischen Design in der Regel um die ganz elementaren “Basics”, die Grundlagen, also: Colors & Shapes - Farben und Formen. Künstler aus Skandinavien haben offensichtlich eine besondere Gabe der Reduktion. Die Beschränkung aufs Wesentliche. Sie sind “Reduktionskünstler”. Das Motto lautet: Alles auf den Grund, d.h. die grundlegenden Strukturen, Funktionen, Formen und Farben zurückführen.

Ein in diesem Zusammenhang oft gehörter Slogen lautet: A BETTER LIFE THROUGH GOOD DESIGN. Und der Schlüssel zu diesem guten Leben liegt in der Beschränkung auf die Einfachheit.

Meine persönliche Theorie geht dahin, dass die besondere nordische Gabe auf die Lebensumstände und die hiesige Mentalität zurück zu führen sind. Typisch schwedische Attribute sind z.B.

Miteinander - nicht anecken - integrativ - umgänglich - einfügend - solidarisch.

Übertragen in Bildsprache und Design ergibt das die faszinierend aufs Wesentliche reduzierten Kunstwerke. Hinzu kommen die generellen Lebensumstände und Lebensbedingungen: Im Norden herrscht rauhes Klima. Die Umwelt - so “schön” sie auch sein mag - macht das Leben nicht unbedingt einfach. Das ruft und verlangt nach Dingen, die - gerade auch funktional - zuverlässig auf den Kern beschränkt sind.

Ein dritter Gedankengang führt zu einem weiteren Phänomen des Miteinanders in diesen Breitengraden, das kunstprägend ist: Es besteht eine sehr deutliche Abgrenzung zwischen dem “internen” Kreis der Familie (daher auch die oft von “Zugezogenen” begangene “Todsünde” am “heiligen” Familienfreitag zu stören) und den weiteren “externen” Kreisen. Das kommt im Design zum Ausdruck durch den “geschlossenen Charme”, den viele nordische Designs ausstrahlen.

Um die Grundlagen besser harsuzuarbeiten, habe ich eine neue Rubrik/Kategorie “colors & shapes” eingerichtet, in der künftig Aufnahmen zu sehen sein werden, bei denen es um diese nordische Reduktion aufs Wesentliche geht.

Colors and shapes: Eine fotografische Annäherung an das schwedische Design

Auerhennen Gelege

Die reiche Natur Lapplands bietet immer wieder schöne Überraschungen. Nachdem der Schnee nun weitgehend verschwunden ist, bin ich auf meinen Wanderungen wieder weit draussen an weitgehend unberührten Stellen unterwegs. So auch vorhin.

In der Nähe eines kleinen Flusslaufes flog plötzlich ungefähr einen Meter vor mir eine Auerhenne laut protestierend auf. Ich hatte Sie nicht bemerkt, denn Auerhennen sind durch die Farbe ihres Federkleides sehr gut getarnt (und ich muss zugeben, dass ich auch gerade das Kranichpärchen am Fluss beobachtet habe).

Einen Schritt weiter lag also die Stelle, an der die Henne gerade aufgeflattert war. Am Fusse eines Baumes ein schlichtes Nest aus kleinen Zweigen, einige kleine Federchen und - die Hauptsache - vier prachtvolle Eier, ungefähr in der Grösse von “normalen” Hühner-Speiseeiern. Nun war Eile angesagt, denn ich wollte die Henne nicht beim weiterbrüten stören. Schnell mehrmals geknipst und dann möglichst schnell wieder diese Stelle verlassen.

Auerhahn und Birkhahn gibt es hier übrigens noch zuhauf und Lappland ist ein echtes Paradies für Naturfotografen (auch wenn ich mich eigentlich nicht zu dieser Spezies rechne; aber wer lässt sich die Gelegenheit schon entgehen :).

Vielleicht ist das Gelege auch eine Symbolik für das morgige Pfingstfest: Etwas ist im Werden.

Allen Leserinnen und Lesern „Frohe Pfingsten!“

Auerhennen Gelege Eier Auerhahn Auerhenne
- Das ist das Auerhennen Gelege herangezoomt -

Auerhennen Gelege Eier Auerhahn Auerhenne
- Und so sieht das Nest in der Totale aus -

Tauwetter in Lappland 2010 / Töväder i Lapland 2010

Bei minus 30 Grad pflegen Schweden in Lappland zu sagen „immerhin keine Mücken“. Dahinter verbergen sich tiefe Weisheit und Einsicht. Beim heutigen - bereits obligatorischen - Tauwetter-Fotowalk schwirrten uns nämlich bereits einige Mückenschwärme um die Ohren. Und das obwohl immer noch einiger Schnee liegt und noch grosse Eisschollen auf den Flüssen und Seen treiben.

Aber der Reihe nach: Seit etwa einer Woche sind die Temperaturen hier in der Nähe des Polarkreises wieder (weitestgehend) „dauernd über Null“. Am gestrigen Freitag kamen sintflutartige Regenfälle hinzu. Und heute kletterte das Thermometer auf satte 20 Grad plus. Trotzdem taut dieses Jahr alles nur sehr langsam und irgendwie „beschwerlich“ weg.

Eine Bekannte hat uns vorhin berichtet, dass ihre an einem See belegene Stuga (= Sommerhaus, Ferienhaus) akut vom Hochwasser bedroht ist. Die späte Schmelze verbunden mit starken Regenfällen hat zu gefährlich hohen Wasserständen geführt. Und für den Wochenanfang sind erneut starke Regenfälle bei Tagestemperaturen zwischen 15 und 20 Grad gemeldet. Wir fühlen uns irgendwie gerade wie in den Tropen.

Die Kehrseite dürfte also auch eine extreme Mückenplage dieses Jahr beinhalten. Sollten Sie uns den Sommer über besuchen wollen, heisst das Zauberwort wiederum „Mygga“ :)

Uns haben die Mücken heute jedenfalls nicht davon abgehalten, den mittlerweile obligatorischen Tauwetter-Fotowalk zu begehen. Hier einige der Ergebnisse:

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Tauwetter in Lappland 2010 / Töväder i Lapland 2010

Skyline in Umeå / Umeå - en Norrlandspärla

Umeå - Hauptstadt des zweitnördlichsten Bundeslandes Västerbotten - ist eine Stadt mit einem besonderen Flair. Mit 75.000 Einwohnern in der Stadt und 114.000 Einwohnern in der Umeå kommun gehört die Stadt zu den grössten Städten Schwedens und ist - neben Luleå - eine der beiden Metropolen in Norrland.

Umeå ist übrigens neben Luleå zugleich auch Schwedens nördlichste Universitätsstadt und wichtiger wichtiger Verkehrsknotenpunkt (u.a. E4 und E12).

Das kulturelle Leben der Stadt hat mit dazu geführt, dass Umeå als Europäische Kulturhauptstadt 2014 ausgewählt wurde. Die Vorbereitungen laufen bereits jetzt auf Hochtouren und sind an vielen Stellen sichtbar.

Allen Schwedenreisenden sei Umeå als ein Punkt ihrer Reise unbedingt ans Herz gelegt. Am frühen Abend durch die Innenstadt zu promenieren ist ein Erlebnis, bei dem die Stadt ihren vollen Charme ausspielen kann. Es bietet sich an, die Promenade z. B. mit dem Besuch einer Vorstellung in der weltbekannten Norrlands Opera oder einem Konzertbesuch abzuschliessen.

Weitere Informationen über Umeå finden Sie hier.

Selbstverständlich dürfen Sie uns auch gerne eine Mail mit Ihren Fragen senden.

Skyline in Umeå / Umeå - en Norrlandspärla
- Skyline Umeå -

Im Sog der Tiefe? / Folkets Hus i Umeå

Ein weiteres Schmankerl in Umeå ist das Folkets Hus mit seiner herausragenden Architektur.

Was ist eigentlich ein “Folkets Hus”. Der Begriff lässt sich schlecht eins zu eins übersetzen. Am besten passt die Übersetzung als “Gemeinschaftshaus”. Kurz: Eine Einrichtung, die in fast allen Städten und Dörfern vorhanden ist, und die Räumlichkeiten für Aktivitäten und kulturelle Veranstaltungen bietet.

Mit dem Folkets Hus wird den Einwohnern die Möglichkeit gegeben, Versammlungen, Vereinstreffen, Konferenzen und nicht zuletzt auch kulturelle Veranstaltungen durchzuführen. Die Räume werden in der Regel zum beinahe Selbstkostenpreis angeboten und bieten meist auch Bewirtungsmöglichkeiten. Für Konferenzen aller Art ist das Folkets Hus in Umeå übrigens geradezu ein Geheimtipp.

Mehr Infos zum Folkets Hus in Umeå finden Sie hier.

Trappan Folkets Hus i Umeå
- Eine der architektonisch reizvollen Treppen im Folkets Hus in Umeå -

Nachtrag zu Borgafjäll, oder: Fotografieren beim Essen.. :)

Vor einigen Tagen habe ich schon von Borgafjäll und dem gleichnamigen Hotel dort geschwärmt. Heute nun war es wieder an der Zeit die kleine Canon Kompaktkamera, die mich derzeit beinahe überall hin begleitet, zu „leeren“. Und da waren doch tatsächlich noch 2 Bilder der kulinarischen Köstlichkeiten aus Borgafjäll mit dabei. In erlesener Runde und bei exquisiter Tafel ist das mit dem Fotografieren immer so eine Sache. Eigentlich ist das ja unerwünscht. Aber als „Knipser-Man“ habe ich etwas mehr Freiheit und konnte so zwei günstige Momente nutzen, ohne allzu sehr aufzufallen. Bitte fragt mich nicht mehr, was das da genau auf dem Teller war. Grossartig geschmeckt hat es in jedem Falle. Und ein Augenschmaus war es noch dazu.

mat på borgafjäll hotellet

Essen im Hotel Borgafjäll

Borgafjäll

Borgafjäll ist ein sehr bekannter und beliebter Wintersportort in Südlappland. Aber Borgafjäll hat nicht nur ein breites Angebot für alle Wintersportler (Ski, Heliski, Laglauf, Skoter, usw.), sondern ist auch landschaftlich äusserst reizvoll. “Fjäll” ist übrigens die Bezeichnung für skandinavische Gebirge.

Hatte gerade das Vergnügen einige Tage dort sein zu können. Das Wetter hat leider nicht ganz so mitgespielt und die aus den Medien bekannte vorbeiziehende Vulkanwolke aus Island hat ein übriges dazu getan. Hat zu einigen fotografischen Herausforderungen geführt. Aber wie pflege ich immer zu sagen: Es gibt keine Probleme, nur Lösungen :)

Auch die Fahrt nach Borgafjäll ist ein echtes Erlebnis, führt doch der “Konstvägen Sju Älvar” (Kunstweg entlang der sieben Flüsse Vindelälven, Ume älv, Öreälven, Lögdeälven, Gideälven, Ångermanälven und Saxälven) nach Borgafjäll. Die gesamte Route führt über 334 Km von Holmsund nach Borgafjäll und ist ein Gesamtkunstwerk in Form einer Ausstellung von derzeit 12 Einzelkunstwerken. Das derzeit jüngste Kunstwerk wurde 2005 von Schülern in Bjurholm neben einer Brücke über den Öreälv errichtet und ist ein zehn Meter langer Bootshaken.

In Borgafjäll selbst ist das gleichnamige Hotel ein echter Geheimtipp. Es ist sowohl architektonisch herausragend (geplant vom legendären Architekt Ralph Erskine), als auch für seine mit Sternen ausgezeichnete Küche unter Insidern weithin bekannt.

Einige Eindrücke:







Reloaded in black/white: Skotercross VM / Snöskoter VM / Scootercross Worldcup / Skidoo Schneescooter WM 2010 in Malå

A client has asked if we couldnt develop and print some shots of last weekends event in black & white. Why not give it a try, since im a big fan of black & white. On the other hand it would - due to the weather and snow-conditions - end up in very hard contrasts. But that would at the same time lead to some very nice effects. So we tried a bit and finally decided to use one of our “classic” versions for the Conversion: Ilford FP 4 Plus 125 Simulation for the film-stock and Agfa Record-Rapid for the print-stock.

Finally we also created a gallery with some pictures in black & white. Our client and we like the results - since they are often much more “dramatic” - and would be pleased to read in the comments what youre thinking?

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Ein Kunde hat gefragt, ob wir nicht einige Fotos vom letzten Wochenende in schwarz/weiss entwickeln und abziehen könnten. Warum nicht probieren, denn eigentlich bin ich ja ein grosser Fan von schwarz/weiss. Auf der anderen Seite würde das - wegen des Wetters und der Schneesituation - ziemlich harte Kontraste ergeben. Das würde aber gleichzeitig einige sehr schöne Effekte geben können. Wir haben also etwas experimentiert und und schliesslich für eines unserer „klassischen“ Sets entschieden: Ilford FP 4 Plus 125 Simulation für den Filmtyp und Agfa Record-Rapid das Papier.

Wir haben eine Galerie mit einigen Bildern in schwarz & weiss aufgelegt. Dem Kunden und uns gefallen die Ergebnisse, denn sie sind viel „dramatischer“. Was meinen unsere Leserinnen und Leser?



Skotercross VM / Snöskoter VM / Scootercross Worldcup / Skidoo Schneescooter WM 2010 in Malå


- Weltmeister / Worldcup-Winner: Tucker Hibbert -


Der WM-Tag: Heute ist das ansonsten eher beschauliche Malå wieder eines der sportlichen Zentren der Welt gewesen. Starter aus aller Welt und knapp 10.000 Zuschauer (nicht schlecht bei ca. 3.500 Einwohnern) gaben sich ein buntes Stelldichein. Leider hat sich das Wetter von der ganz unpassenden Seite gezeigt mit Schneegestöber und starken Windböen. Pünktlich zu den Ausscheidungsläufen begann es heftig zu schneien.

Die Stimmung war sehr gut. Schon am frühen morgen zogen - völlig ungewohnt - regelrechte Verkehrsströme gen Malå. Trotz des stürmischen Winterwetters hat sich eine sehr gute Stimmung im Publikum gehalten. Ein schönes Event. Und gewonnen hat die Weltmeisterschaft schliesslich der Favorit Tucker Hibbert aus den USA. Ein verdienter Gesamtsieg.

Wir haben für Sie eine Reihe Impressionen und einen Film zusammengestellt (während unsere Kameras und Objektive noch zum Trocknen an der Wäscheleine hingen).

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The Worldcup-Day: Today Malå - normally a “little” town in Swedish-Lapland - became one of hot-spots of the world again. Starters from all over the world and about 10.000 spectators - which is quite well compared to 3.500 inhabitants - showed up. Unfortunately the weather didnt show its best sides. We had heavy snowfall and a lot of wind today.

But however, the atmosphere has been great. The day began with a true invasion of cars and visitors in the town. And even the ugly weather couldnt stop the audience from being on a big party! And finally after an exciting day the winner of the worldcup series turned out to be Tucker Hibbert (USA). Well deserved to be clear about that.

We put together some impressions and a film and hope you can enjoy (while our cameras and lenses are hanging on the clothesline to dry).

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26.03.2010 - The day before the race - Skotercross VM / Scootercross Worldcup / Skidoo Schneescooter WM 2010 in Malå

English Version: The day before the race

Friday. The day before the Scootercross Worldcup. Only one more day left until one of the years biggest events is taking place in Malå. And at the same time an event with a worldwide relevancy. A real privilege for Malå.

As far as we know, all the snowmobile-teams and drivers have arrived for the big event tomorrow. For the foreign teams and drivers, esp. for those from the USA, there has been a special event today as a prelude for the worldcup races: Porsche on ice.

The drivers and team members of the foreign teams have been invited to test another kind of driving adventure on one of the test tracks on the frozen Malåträsk. Not on a scooter but behind the steering wheel of a Porsche. Not a normal one. One fitted with special long-spike tires and a lot of horsepowers.

Benny Larsson, Magnus Holmgren and their Porsche on ice crew did a fantastic job, presenting a different kind of racing-adventure on the frozen lake. Obviously all the guests enjoyed the alternation on the day before the big event.

We caught some impressions for you and you may recognize some well known faces on the shots. There are as well a lot of shots for lovers of Porsche cars :)

-> To the gallery: “Prelude - Porsche on ice on the frozen Malåträsk”


Prelude - Porsche on ice on the frozen Malåträsk



Deutsche Version: Der Tag vor dem Rennen

Freitag. Der Tag vor der Schneescooter Weltmeisterschaft. Nur noch ein Tag bis zu einem der grössten Ereignisse des Jahres in Malå. Gleichzeitig ein Event mit weltweiter Bedeutung. Ein echtes Privileg für Malå.

Soweit uns bekannt ist, sind alle Teams und Fahrer für das grosse Event mittlerweile eingetroffen. Für die Teams und Fahrer aus anderen Ländern, insbesondere die aus den USA, gab es heute ein spezielles Event zum Auftakt der Weltmeisterschaftsläufe: Porsche on ice.

Die Fahrer und Teammitglieder wurden eingeladen, eine andere Art des Fahrabenteuers auf einer der Teststrecken auf dem zugefrorenen Malåträsk zu probieren. Nicht auf einem Scooter, sondern hinter dem Lenkrad eines Porsche. Keinem normalen Porsche, sondern einem mit speziellen Langspike-Reifen und jeder Menge Pferdestärken.

Benny Larsson, Magnus Holmgren und ihre Porsche on ice Crew haben einen fantastisch guten Job gemacht, und eine etwas andere Art des Rennabenteuers auf dem gefrorenen See präsentiert. Die Gäste haben die Abwechslung vor dem grossen Tag offensichtlich genossen.

Wir haben einige Impressionen für Sie eingefangen und vielleicht erkennen Sie das eine oder andere bekannte Gesicht auf den Aufnahmen. Es gibt auch etliche Aufnahmen für Porsche-Liebhaber :)

-> Zur Galerie: “Prelude - Porsche on ice auf dem gefrorenen Malåträsk”


And here is the film by Petra Fuelbert / Und hier der Film von Petra Fuelbert: „Prelude - Porsche on ice“:

Sportlov 2010 in Malå

Die diesjährige „Sportlov“ läuft in der Malå-kommun gerade wieder. Sie Sportlov - vergleichbar mit den Winterferien in Deutschland - ist eine schwedische Institution. Sie geht auf die 1940 eingeführte sog. “Kokslov” zurück. Wegen der damaligen Rationierung bei Heizmitteln wurde eine Ferienwoche eingeführt, um ein paar Tage Heizung einzusparen.

Bald danach wurden diese Ferien landesweit zur festen Gewohnheit und wurden schliesslich zu einer Wintersportwoche. Die Termine für die Sportlov in den einzelnen Kommunen sind unterschiedlich und werden innerhalb eines vorgegebenen Rahmens auf kommunaler Ebene festgesetzt.

Diese Woche ist nun Sportlov in Malå, und es sollte eigentlich Hochbetrieb auf dem Skihang Tjamstan sein. Ich habe heute dort kurz vorbeigeschaut. Es war aber derart stürmisch, dass es mich beinahe weg geweht hätte :) Wohl deswegen war der Andrang heute etwas verhalten. Und für die nächsten zweieinhalb Tage ist kräftiger Neuschnee angesagt. Mal schauen, wie sich die diesjährige Sportlov entwickelt. Zur Lunchzeit sah es auf Tjamstan heute jedenfalls so aus:

Sportlov 2010 på Tjamstan in Malå

Malmfältsloppet 2010 in Malå - Marathon nicht nur im Sommer

Malmfältsloppet 2010 in Malå - Marathon nicht nur im Sommer

Malå hat in Sachen Marathon einiges zu bieten. Nicht nur den Lapland-Ultra-Marathon im Sommer, sondern auch einen Langlauf-Marathon im Winter.

Heute gab es in Malå also den Malmfältsloppet, ein Langlauf-Marathon (die längste Distanz also über 42 Km) im klassischen Stil. Der Malmfältsloppet ist übrigens eine Qualifikationsgrundlage für das bekannte Vasaloppet.

Eine sportliche Herausforderung, auch wenn die Temperaturen heute im Vergleich zur letzten Woche “erträglich” waren. Unsere Bewunderung allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern.

Besonders hervorzuheben die perfekte Organisation und die grosse Ruhe, in der der gesamte Wettbewerb verlaufen ist. Keine Hektik und kein fühlbarer Stress, trotz sportlicher Höchstleistungen. Grosses Kompliment an die Organisatoren und alle Teilnehmer!

Das Teilnehmerfeld war bunt gemischt. Nach der vorab veröffentlichten Starterliste waren es 79 Teilnehmer (wobei es Nachmeldungen gegeben haben kann). Gefahren wurde in 2 Klassen, der Wettbwerbsklasse (42 Km) und in 2 Freizeitklassen über 13 oder 21 Km. Start war um 11 Uhr.

Wir haben uns heute für die Endphase des Wettbewerbs entschieden und waren schwer beeindruckt. Die Läuferinnen und Läufer waren - in allen Klassen - mit grossem Einsatz bei der Sache und eigentlich hat es uns erstaunt, dass viele Läuferinnen und Läufer auch nach der längsten Distanz bei weitem gar nicht so erschöpft waren, wie wir uns das vorgestellt haben.

Das mag seinen Grund mit darin haben, dass Skifahren in Schweden sozusagen bereits mit der Muttermilch mitgegeben wird. Wir haben viele sehr angenehme Gespräche mit Teilnehmern und Begleitern geführt und haben fast immer hören dürfen, dass der oder die Teilnehmer(in) bereits seit frühester Jugend “auf Skiern steht/stehen”. Einige Gesprächspartner haben sogar stolz berichtet, dass die ganze Familie - vom Grossvater bis zu den Enkeln - aktiv teilnimmt.

-> Hier gehts zur Bildergalerie “Malmfältsloppet 2010“ (by Henning Wüst)

-> Hier gehts zum Film “Malmfältsloppet 2010“ (by Petra Fuelbert)

Und hier gehts zur Homepage der Malå Idrottsförening zum Malmfältsloppet 2010.

Malmfältsloppet 2010 in Malå



Malmfältsloppet 2010 in Malå - Marathon not only under the summer season

Malå offers many opportunites regarding marathon. Not only the famous Lapland-Ultra-Marathon in the summer. There is also a skiing marathon in the winter season.

Today the Malmfältsloppet took place in Malå. The Malmfältsloppet is a cross-contry-skiing Marathon (classic style). The longest distance is 42 Km and the Malmfältsloppet is a qualification run for the well known Vasaloppet.

A challenge for all participants even if the weather had been quite gracious today (compared to the last 2 weeks).

We need to highlight the perfect organisation and the calm athmosphere. There has been absolultely no hustle and bustle on the trail even if all participants gave their best and showed a great performance. A huge compliment to as well the organisation as all the participants!

The field of participants was mixed. Due to the list it have been 79 participants within 2 classes (“professional” - 42 Km and “amateur” - 13 or 21 Km). Starting time has been 11:00.

We decided to keep our eyes on the last kilometers and the finishing line and have really been very impressed. All the participants showed up their best and we were amazed that they havent been as exhausted we thought they would be after the long distance.

Of course this is because many Swedes “grow up” with skiing. We had a lot of nice conversations and got to know families in which all family members - from grandfather to grandson - are “on the skiing track”.

-> To the gallery “Malmfältsloppet 2010“ (by Henning Wüst)

-> To the film “Malmfältsloppet 2010“ (by Petra Fuelbert)

More information can be found here on the homepage of the Malmfältsloppet.

Winter in Lappland / Vinter i Lapland

Winter in Lappland / Vinter i Lapland

Lappland-News KW 4/2010

- Skotercross VM 2010 (Scootercross Worldcup / Skidoo Schneescooter Weltmeisterschaft WM)

Grosse Ereignisse werfen ihre Schatten voraus: Am 27. März findet in Malå nun zum dritten Mal die Skotercross VM statt. Und es wird dieses Jahr nochmals spannender, denn der internationale Motorsport-Weltverband hat das Reglement geändert.

Bislang wurde in Malå die letzte Teilausscheidung der Weltmeisterschaft gefahren. Dieses Jahr wird in Malå nicht nur die letzte Teilausscheidung, sondern das alleinentscheidende Rennen gefahren. Der Termin wurde eigens so gelegt, dass Fahrer aus allen Ländern der Welt teilnehmen können.

Die Änderungen schlagen sich auch in den erwarteten Zuschauerzahlen nieder: Waren es 2009 insgesamt 6.300 Besucher am Wettkampftag, rechnen die Organisatoren in diesem Jahr mit über 10.000 Besuchern. Zum Vergleich: Die Malå kommun hat etwa 3.500 Einwohner.

Also liebe Motorsportfreunde: Unbedingt den 27. März vormerken!

Übrigens: Für Journalisten, Fotografen oder Filmleute können wir auch in diesem Jahr wieder eine Ferienwohnung anbieten. Und wie immer gilt auch dieses Jahr: Wer zuerst kommt, erhält den Zuschlag. Also schnell mailen oder durchklingeln.

Weblinks:

Die offizielle Homepage der Skotercross VM 2010

Aktueller Bericht in Norran


- Jojk soll in die Liste des UNSECO Weltkulturerbes aufgenommen werden

Der Jojk, ein faszinierend-wohlklingender lautmalerischer Gesang der Sami (native Ursprungsbevölkerung), wurde für die Aufnahme in die Liste des UNESCO Weltkulturerbes vorgeschlagen. Das berichtet der Norran heute aktuell.

Wer sich in die Welt des Jojk einmal hinein hören möchte, wird u.a. hier bei YouTube fündig.


- Sehr viele Wildunfälle derzeit in Västerbotten

Aufgrund des untypisch warmen Winterwetters sind viele Wildtiere derzeit „überaktiv“. Erhöhte Aufmerksamkeit auf Lapplands Strassen ist daher unbedingt angesagt (Quelle).

Und auch heute zum Abschluss wieder ein Bild aus der Herbstserie vom vergangenen Jahr.


- Sunset -

Ein paar Tipps für den Umgang mit der Kälte

Vor ein paar Tagen hat Philipp in den Kommentaren folgende Frage gestellt:

“Versuch doch mal bitte zu beschreiben, wie sich das anfühlt. Minus 22° Wow. Voll irre, oder?” .

Ich hatte einen Tag lang über die Frage nachgedacht, und dann - auszugsweise - das hier geantwortet:

“Gute Frage. Ich habe drüber nachgedaacht, als ich vorhin bei solcher Temperatur eine ausgiebigen Walk gemacht habe. Ist wahrscheinlich aber extrem individuell und subjektiv.

Also: Erstmal gute Kleidung und das richtige Anziehsystem! Für mich ist das das klassische Zwiebelsystem. Mit richtiger Unterbekleidung reicht auch bei minus 25 noch eine einfache Fleeceweste aus dem Baumarkt. Da sind dann aber mehrere Lagen untendrunter

Anfühlen: Geh an die Gefriertruhe und nimm eine Eiswürfelform. Dreh sie um und leg sie Dir auf die Rückseite der Hand. Voilà. Bitte aber nicht zu lange, denn Erfrierungen sind schnell geschehen.

Besonders tückisch ist der Windchill-Faktor. Bei Wind geht die gefühlte Kälte rasant in den Keller.”

Ich möchte das hier nochmals aufgreifen und noch ein paar Tipps dazu geben.

Der “Comfort-Faktor” bei der Kälte ist in mehrere Temperaturzonen eingeteilt:

Von Null bis ungefähr minus 12-15 Grad ist bei Windstille eigentlich alles noch recht normal. Im Pullover und mit den Birkenstocks in den Garten zu gehen ist kein Problem. Und für längere Aktivitäten draussen reichen normale lange Unterwäsche, Pullover und Fleecacke. Gefütterte Fingerhandschuhe genügen meistens noch aus. Dazu Winterstiefel (“Canadian Boots”, d.h. Stiefel mit Kautschuk- oder Gummiunterteil und Lederschaft, mit Innenschuhen aus Filz).

Und nicht zu vergessen: Eine Mütze. Die Gelehrten streiten sich zwar, wieviel Prozent Körperwärme über den Kopf verloren gehen können. Die meisten Schätzungen liegen so um die 40 Prozent. Klar ist aber auf jeden Fall, dass es ohne Mütze sehr schnell sehr kühl wird.

Achtung: Wenn es windig wird, verändern sich die vom Menschen wahrgenommenen Temperaturen dramatisch. Dieser Effekt wird als “Windchill” bezeichnet. Die gefühlte Temperatur sinkt stark in Abhängigkeit von der Windgeschwindigkeit.

Einige Beispiele:

Bei Null Grad und einer Windgeschwindigkeit von 20 km/h liegt die gefühlte Temperatur bereits bei minus 5 Grad.
Bei minus 10 Grad und einer Windgeschwindigkeit von 20 km/h liegt die gefühlte Temperatur bereits bei minus 18 Grad.
Bei minus 15 Grad und einer Windgeschwindigkeit von 20 km/h liegt die gefühlte Temperatur bereits bei minus 25 Grad.
Und da sind wir bereits in einem Bereich, bei dem es auf ungeschützter Haut innerhalb von Minuten zu Erfrierungen kommen kann. Eine Windgeschwindigkeit von 20 km/h ist noch nicht so berauschend viel. Es kann oft deutlich windiger werden!

In diesem Temperaturbereich funktioniert der Alltag noch relativ normal. Man kann auch kurzzeitig ohne Handschuhe draussen werkeln, z.B. um eine streikende Autobatterie zu wechseln. A propos Auto: Auch wenn die meisten Autos bis ca. minus 15 Grad noch problemlos anspringen, ist ein Motorwärmer - nicht zuletzt der Umwelt zuliebe - sehr sinnvoll. Ein Motorwärmer - hier in Skandinavien ein Standard - ist wie ein kleiner Tauchsieder, der im Motoröl oder im Kühlerkreislauf sitzt und so den Motor vor dem Start vorwärmt. Oft ist auch noch zusätzlich ein Heizlüfter im Innenraum montiert. Bei bis zu minus 15 Grad sollte der Motorwärmer etwa eine gute Stunde vor der Abfahrt eingeschaltet werden. Der vorgewärmte Motor hat viel weniger internen Reibungswiderstand was die Batterie schont. Das führt auch zu viel geringeren Schadstoffemissionen in der Startfase.

Eine Temperaturstufe tiefer, bis ca. minus 25 Grad, wird es extremer. Auch für kürzere Wege nach draussen ist die richtige Kleidung angesagt. Für längere Aktivitäten draussen ist Winter-Unterwäsche als untere Kleidungsschicht angesagt. Pullover und Fleecejacke obendrüber. Als Mütze eine Mütze mit Ohrenklappen. Wer gerne friert nimmt eine Mütze mit Pelzfutter. Fingerhandschuhe reichen nicht mehr - jetzt sind gefütterte Fäustlinge angesagt. Bei Wind (siehe oben!) unbedingt eine winddichte Überjacke und Überhose!

Windchill: Bei minus 25 Grad und einer Windgeschwindigkeit von 20 km/h liegt die gefühlte Temperatur bereits bei minus 37 Grad.

Die Technik kommt bei diesen Temperaturen auch an ihre Grenzen. Ohne Motorwärmer springen Autos nicht mehr an. Falls Motorwärmer vorhanden: Mindestens 2 Stunden vorher anschalten. Die Batterie gerne über Nacht ausbauen und mit nach innen nehmen. Das Aus- und Einbauen wird aber zur Qual, denn ohne Handschuhe ist nur noch ein paar Sekunden zu arbeiten. Und der laufende Motor ächzt und gibt mitunter merkwürdige Geräusche von sich. Sehr behutsames Fahren ist angesagt.

Wird es dann schliesslich “richtig kalt”, d.h. unter minus 30 Grad, sind wir im echten Extrembereich. Insbesondere wenn es dann auch noch windig wird. Am besten zu Hause in der Nähe des Ofens aufhalten :)

Wenn man unbedingt raus muss, noch eine Schicht Kleidung, d.h. eine Fleece Unterjacke und eine Fleece Unterhose. Unter der Mütze eine Unterziehhaube. In den Fäustlingen noch ein Paar Fleecehandschuhe. Spezielle Schuhe - z. B. die legendären “Bunny Boots”.

Diese aus Gummi hergestellten Stiefel sind einfach faszinierend. Mit nur einem paar Wollsocken warm wie ein Backofen. Für das Fussklima nicht unbedingt förderlich, d.h. unbedingt die Socken wechseln nachdem man wieder zu Hause ist.

Anstrengungen sollte man in diesem Temperaturbereich tunlichst nur unternehmen, wenn man eine sehr gute Kondition hat. Warme Getränke - am besten einfaches warmes Wasser (keine Dehydration) - mitnehmen.

Auf die Technik - insbesondere normale PKWs - ist kein Verlass mehr.

Windchill: Bei minus 30 Grad und einer Windgeschwindigkeit von 20 km/h liegt die gefühlte Temperatur bereits bei minus 43 Grad.
Windchill: Bei minus 35 Grad und einer Windgeschwindigkeit von 20 km/h liegt die gefühlte Temperatur bereits bei minus 50 Grad.

Schliesslich noch einige Extratipps:

(1) Wer günstige Winterkleidung für Outdoor sucht, möge einen Blick auf Armee-Restbestände werfen, z.B. das amerikanische Extended Cold Weather Clothing System (ECWCS). Das ist ein Baukasten-Bekleidungssystem mit dem es sich auch bei unter minus 30 Grad noch gut draussen sein lässt. Ähnliche Bekleidungssysteme gibt es auch in den skandinavischen Ländern. In Tarnfarben allerdings. Also ganz obendrüber immer noch eine Warnweste anziehen, damit man auch gesehen wird. Diese - recht gesuchten - Klamotten, die allerdings nicht “salonfähig” sind, bekommt man immer mal wieder in diversen Army-Shops. Man mag zur Tarnfarbe stehen wie man will. Meiner Erfahrung nach ist diese Kleidung aber allemal um einiges robuster und um Längen günstiger als Artikel der bekannten “Marken-Outdoorbekleidungshersteller”.

(2) Alle Autofahrer sollten sich eine gut bestückte Notfalltasche ins Auto legen. Denn eine Autopanne bei minus 25 Grad, irgendwo in der Natur, kann sich schnell als lebensbedrohliche Situation erweisen. Ich spreche aus Erfahrung. Letzten Winter bin ich nachts bei minus 28 Grad mit Motorschaden liegen geblieben. Ich war eine Abkürzung über eine kleine Nebenstrasse gefahren und dort gab es keinen Mobilfunkempfang. Innerhalb von Minuten wird es da richtig kalt. Und von einer geschäftlichen Besprechung kommend hatte ich keine richtigen Winterklamotten an.

Deswegen folgender Tipp. Als Winter-Notausrüstung gehören ins Auto mindestens:

Skoteroverall oder Skioverall, Dicke Fleecejacke, Dicke Winterhose, Gefütterte Fäustlinge, Pelzmütze, Winterstiefel, Winterschlafsack, Dicke Isomatte, Kerzen, Streichhölzer, Kekse, Lutschbonbons, Taschenlampe (Stirnlampe), Esbitkocher.

(3) Und noch ein Extratipp für alle Urlauber, die mit einem Diesel-PKW (oder Womo) unterwegs sind: Den Tank vor der Einreise nach Skandinavien ziemlich leer fahren und dann hier tanken. Das hiesige Winterdiesel veträgt einige Minusgrade mehr, bevor es versulzt. Auch an die Reservekanister denken. Es kann sonst zu bösen Überraschungen kommen.

(4) Alle Autofahrer, die aus südlicheren Gefilden hierher kommen sollten unbedingt auch daran denken, ihren Frostschutz im Kühlwasser zu kontrollieren. Was für südlichere Breitengrade reicht, reicht hier nicht mehr. Steht ein PKW über Nacht im Freien genügt das oft, um das Kühlwasser gediegen einfrieren zu lassen. Merkt man das nicht vor der Abfahrt, ist im Regelfall ein neuer Motor fällig. Mein persönlicher Tipp ist deswegen mindestens eine 50:50 Glykol-Wasser Mischung, die für minus 40 Grad ausgelegt ist.

Iglubau Iglu bauen
- Besondere Herausforderung: Iglubau in der Kälte -

Julmarknad och Luciafirandet i Rökå / Weihnachtsmarkt und Luciafeier in Rökå

Weihnachten naht mit Riesenschritten. Zeit für Weihnachtsmärkte. So auch in Malå.

In der Malå kommun gibt es 4 sog. “småorter”; einer davon ist Rökå. Ein småort ist eine “Siedlung mit zwischen 50 und 199 Einwohnern bei weniger als 150 Metern durchschnittlichem Hausabstand”.

Zurück zu Rökå. Dort gibt es eine sehr aktive Byaförening (Gemeinschaft der Dorfbewohner), die sich entschlossen hat, dieses Jahr zusätzlich zur Vågamässa auch einen Weihnachtsmarkt (mit kleiner Luciafeier) zu veranstalten. Ort war das Folkets Hus (die ehemalige Schule).

Dort haben wir uns etwas umgesehen und für unsere Leserinnen und Leser einen Film gedreht und eine Foto-Reportage gemacht. Die Stimmung in Rökå war sehr gut und wir haben viele sehr angenehme Menschen getroffen. Über 40 Aussteller waren mit ihren Ständen vertreten - was sehr beachtlich ist - und die Byaförening hat in der alten Sporthalle Kaffe und Essen serviert. Alles in allem ein runder Tag.

Um 14 Uhr 30 startete dann ein kleiner Luciazug durch das Folkets Hus.

Eigentlich wird das Luciafest am 13. Dezember begangen (und nicht schon am 12.). Die Kombination mit dem Weihnachtsmarkt hat sich aber geradezu aufgedränt.

Zu den geschichtlichen Hintergründen des Luciafestes hatte ich hier vor einiger Zeit schon etwas geschrieben.

Die moderne Luciatradition wurde in Schweden 1927 wieder belebt. Damals hatte eine Tageszeitung in Stockholm die Lucia des Jahres gewählt und im Blatt präsentiert. Die Lokalpresse hatte sich dann landesweit an die Aktion angehängt und an fast allen Orten wurden die Lucias des Jahres gewählt. Dies hat sich seitdem so erhalten.

Übrigens gibt es auch an fast jeder schwedischen Schule eine Lucia und in vielen Büros und in der Verwaltung wird am Luciatag (bzw. am letzten Werktag vor dem Luciatag) eine morgendliche Pause für die Luciafeier eingelegt.

Der Film / filmen (eine by mahlemiuts.com Produktion)

-> Hier gehts zum Film auf YouTube

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Die Foto-Reportage / foto reportaget

-> Hier gehts zur Foto-Reportage

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Julmarknad och Luciafirandet i Rökå / Weihnachtsmarkt und Luciafeier in Rökå

Anmerkung für alle Fotointeressierten: Alle Bilder mit dem Nikkor 35mm AFS DX und nur mit available light. Processing natürlich mit Bibble 5 (PV 3.2) - mit was sonst?

Fundstücke aus Stockholm / Fynd från Stockholm / Finds from Stockholm

Dankenswerterweise hatte ich in Stockholm noch etwas freie Zeit, um durch die „Gamla Stan“, die Altstadt, zu schweifen. Eigentlich wollte ich ja gar nicht fotografieren, sondern einfach nur das angenehme Klima geniessen. An ein paar Motiven konnte ich dann aber - was eigentlich vorherzusehen war :) - doch nicht vorbeigehen. Aus diesen „Fundstücken“ ist eine kleine Galerie entstanden.

-> Klick här så kommer du till bildspelet „Fynd från Stockholm“

-> Hier gehts zur Galerie „Fundstücke aus Stockholm“


Fundstücke aus Stockholm / Fynd från Stockholm / Finds from Stockholm
- Irgendwo in der „Gamla Stan“ in Stockholm -

1. Advent: Julmarknad und Skyltsöndag in Arvidsjaur

Dieses Jahr fallen sie wieder einmal zusammen: Der erste Advent und der Skyltsöndag. In Arvidsjaur war das heute ein willkommener Anlass, einen Weihnachtsmarkt zu feiern - und das von 12 bis 20 Uhr!

So haben wir uns entschlossen, zum Skyltsöndag dieses Jahr den Weihnachtsmarkt in Arvidsjaur zu besuchen und eine Reportage zu machen. Das Wetter hat es uns zugegebenermassen nicht leicht gemacht. Nachdem es die letzten 3 Wochen immer um die null Grad hatte, ist das Thermometer gestern richtig gefallen. Und so waren es in Arvidsjaur heute gegen 15 Uhr so um die minus 15 Grad. Die ersten richtig kühlen Wintertage kosten immer etwas Eingewöhnung und Umstellung. Und so ist uns heute die Kamera fast in der Handschlaufe angefroren :) Aber wir scheuen keinen Einsatz und haben für Sie sogar einen kleinen Film gedreht.

Nun müssen wir unseren Lesern in Deutschland aber noch erklären, was sich hinter dem Begriff Skyltsöndag eigentlich verbirgt. Am Skyltsöndag - klassischerweise das letzte Wochenende im November - werden die Schaufenster („Skyltfönster“) auf den Weihnachtsschmuck umgestellt. Es hat sich eingebürgert, dass auch viele Privathäuser an diesem Wochenende den Weihnachtsschmuck in Form von bunten Aussenbeleuchtungen anbringen. Der erste Skyltsöndag wurde übrigens 1953 in Stockholm gefeiert. Und wie bereits bei der Einführung des Skyltsöndag im Jahre 1953 fiel er auch dieses Jahr auf den ersten Advent.

All das wurde nun heute mit dem Weihnachtsmarkt in Arvidsjaur gefeiert, auf dem - trotz der kühlen Temperaturen - reger Andrang herrschte. Aufgefallen ist uns, dass keine klassischen Weihnachtslieder zu vernehmen waren. Einen Weihnachtsmann mit langem Bart gab es allerdings :) Ansonsten waren auffallend viele Besucher mit auffallend grossen Hunden vertreten (was aber völlig geschmeidig und problemlos war).

-> Hier gehts zur Bildergalerie vom Weihnachtsmarkt in Arvidsjaur

-> Klick här så kommer du till bildspelet från julmarknaden i Arvidsjaur


Ausserdem haben wir für Sie einige bewegte Bilder eingefangen:

-> Und hier gehts zum Film (YouTube) / Här kommer du till filmen (YouTube)

Julmarknad und Skyltsöndag in Arvidsjaur

Naturreservate in Lappland: Natur pur - auch im Winter und: Blackout oder Stromausfall

Das Leben hier ist mitunter abenteuerlicher als in Mitteleuropa. Von gestern auf heute sassen wir einige Stunden in der Finsternis. „Blackout“ oder Stromausfall, wie man auf Altdeutsch gesagt hat. Kommt hier im Winter öfter einmal vor. Aber dass es so zeitig im Winter schon gleich ein mehrstündiger Ausfall ist, verwundert. Das unnormal warme Wetter mit reichlich Schnee setzt anscheinend auch den Stromleitungen ordentlich zu.

Habe vorhin beim Spaziergang kurz mit einem Nachbarn gesprochen, der hier seit 60 Jahren lebt. Er meinte, so einen komischen Winteranfang hätte er sein Leben lang noch nicht erlebt. Eigentlich müsste es schon deutliche Dauerminusgrade haben. Soweit zum Wetter. Mehr dazu bei Elises Wetternachsage.

Jetzt aber zur Natur. Eigentlich schon beinahe komisch, dass hier - inmitten der unberührten Natur - trotzdem noch spezielle Naturreservate ausgewiesen sind. Eine dieser Stellen liegt an einer meiner Wanderrouten. Noch lässt sich durch den Schnee dorthin wandern. War zwar ziemlich anstrengend, aber die Stimmung, die Ruhe und der Ausblick dort haben für die Strapazen entschädigt. So sieht ein Naturreservat in Lappland im Winter aus. Ein paar Vögel und zwei Elche sind mir begegnet. Die waren mit der Taschenknipse aber leider nicht würdig einzufangen :)

Naturreservat in Lappland im Winter

Elises-Lappland-Wetter

Wir sind bekanntlich ständig für unsere Leserinnen und Leser im Einsatz und bemühen uns um die Erweiterung unserer Webangebote. Als Erweiterung zu unserer altbekannten Lappland-Wetter-Webcam haben wir einen eigenen kleinen Wetterdienst mit ins Angebot genommen.

Viele Leser haben nicht die Zeit, das Wetter in der Webcam mehrmals täglich zu besichtigen. Deswegen haben wir „Elise Elch“ für Sie engagiert. Elise wird Sie in einer in unserem Schwesterblog eigens eingerichteten Blogrubrik über das aktuelle Wetter auf dem Laufenden halten.

Und Elise selbst ist auch schon eine grafische Augenweide. Also am besten regelmässig bei Elises-Lappland-Wetter vorbeischauen und den Wetterbericht sowie Elise in allen ihren grafischen Variationen geniessen.

-> Hier gehts zu Elises-Lappland-Wetter


- Elise Elch und das Lappland-Wetter :) -

Winterwege in Schweden - Eine Informationsquelle für Autofahrer und Reisende

Der Schnee fällt munter und in Massen vom Himmel. Es ist Winter. Das hat auch seine Auswirkungen auf den Strassenverkehr. Heute deswegen einige Hinweise zum Autofahren in Schweden - insbesondere in Norrland - bei Schnee und Eis.

In Schweden sind Spikereifen („dubbed däck“) erlaubt. In den nördlichen Gefilden Schwedens sind sie nicht nur erlaubt, sondern auch äusserst sinnvoll. Zwar gibt es auch hier in Schweden derzeit eine Diskussion zur Umweltfreundlichkeit von Spikereifen. Rein praktisch ist der Unterschied zwischen normalen Winterreifen und Winterreifen mit Spikes aber so gross, dass sich die Diskussion nach einem persönlichen Test meistens erledigt.

Die wichtigsten Regelungen zu Reifen:

- Nach den neuesten Regelungen müssen PKWs vom 1. Dezember bis zum 31. März bei der Fahrt auf winterlichen Wegen mit Winterreifen ausgerüstet sein.
- Reifen mit Spikes sind vom 1. Oktober bis zum 15. April zugelassen. Wenn es die winterliche Strassenlage erfordert, auch über den 15. April hinaus.
- Winterreifen ohne Spikes dürfen auch den Sommer über gefahren werden, was allerdings nicht empfehlenswert ist, da deren Gummimischung nicht auf die sommerlichen Temperaturen abgestimmt ist.

Eine andere schwedische Spezialität sind die sog. Eiswege („isvägar“). Das sind Wege, die über zugefrorene Flüsse, Seen oder andere Wasserflächen gehen. Wege also, die also nur im Winter existieren und befahrbar sind.

Die Faustregel für diese Wege lautet, dass ab einer Eisschicht von etwa 25 cm eine Belastbarkeit von 2 Tonnen gegeben ist. Bei 60 cm sind es dann 12 Tonnen.

Auf Eiswegen gilt:

- Maximal 30 Km/h.
- Das Anhalten auf Eiswegen ist verboten.
- Auf einen sehr grossen Abstand zwischen den einzelnen Fahrzeugen muss unbedingt geachtet werden. Bei überschaubaren Eiswegen am besten immer nur ein Fahrzeug gleichzeitig.

Wenn Sie schon einmal über einen Eisweg gefahren sind - was anfangs Überwindung kostet :) - ist Ihnen vielleicht aufgefallen, dass die meisten Eiswege kurvenförmig und nicht gerade angelegt sind. Dahinter steckt ein tieferer Sinn. Jedes Fahrzeug schiebt unter dem Eis eine Welle vor sich her. Durch den kurvenförmigen Verlauf eines Eisweges wird sicher gestellt, dass diese Welle gebrochen wird. Dadurch wird verhindert, dass das Eis reisst.

Weitere Informationen zu den winterlichen Wegen gibt es hier in Schwedisch auf einer speziellen Seite des Vägverket.

Reisetipp: Hotel Lappland in Lycksele

Heute wieder mal ein touristischer Tipp und Hinweis: Vor einigen Tagen war ich auf einer Konferenz in Lycksele.

Die Veranstaltung fand im wunderbar gelegenen und sehr gut ausgestatteten Hotel Lappland statt. Ich kann dieses Hotel sowohl für Urlauber, als auch für Seminare und Konferenzen nur wärmstens empfehlen.

Hier ein nächtlicher Blick aufs Hotel von der Brücke über den Ume-Älven aus. Mehr Infos zum Hotel gibts auf dessen Homepage.

Hotel Lappland in Lycksele

Campingplatz und Badeplatz in Mörttjärn / Badplatsen in Mörttjärn

Aufmerksame Blogleser haben diese Perspektive hier schön öfter einmal gesehen: Der Landungssteg am Campingplatz in Mörttjärn. Meiner Meinung nach einer der schönsten Camping- und Badeplätze hier oben. Geradezu ein Geheimtipp.

Kürzlich erreichte mich die Mail einer Leserin, die im Sommer hier mit dem WOMO kampiert hat. Sie fragte an, wie der wunderbare Platz denn jetzt im Winter aussehen würde.
Kein Problem - Wir machen Wünsche wahr :)
Hier der Landungssteg im güldenen Sonnenschein des gerade begonnenen Winters:

Campingplatz und Badeplatz in Mörttjärn / Badplatsen in Mörttjärn

Wissenswertes über Västerbotten

Wussten Sie schon:

- dass Västerbotten ein Achtel der Fläche Schwedens ausmacht, aber nur 2,8 der schwedischen Bevölkerung in Västerbotten wohnen und leben?

- dass sich die kleinste Kommune Schwedens - Bjurholm - in Västerbotten befindet undam 31.12.2008 nur 2.516 Einwohner auf 1.316 Quadratkilometern hatte?

Experimental-Speed-Street-Photography-in-Stockholm-with-the-Minox-DSC

Experimental-Speed-Street-Photography-in-Stockholm-with-the-Minox-DSC

Gestern ein stressiger Tag in Stockholm. Einzig eine gute Stunde „Mittagspause“ würde ich zur „freien Verfügung“ haben. Eine fotografische Herausforderung. Was tun?

Ich habe mich entschieden mit dem leichtest-möglichen Gepäck zu reisen und nur die kleine digitale Minox-DSC einzupacken. Wirklich minimalistisch. Wirklich experimentell. Nur nach dem Motto: „Photography is a lifestyle!“

Herausfordernd, weil die Kleine ja kein Display hat. Na ja, zu den Analogzeiten war das ja auch normal.

Herausfordernd, weil das Wetter unberechenbar war. Bei der Landung in Arlanda gegen 8 Uhr 15 war es völlig verhangen und hat leicht geschneit. Ich sah mein Mittagsprojekt schon entschwinden. Gegen 13 Uhr war es dann aber schliesslich wolkig, trocken und windig.

Herausfordernd, weil ich nur etwas mehr als eine Stunde Zeit hatte und mir eine ziemlich sportliche ungefähre Route im vorhinein überlegt hatte.

Nun denn - einen Teil der fotografischen Ausbeute des „etwas anderen Experimentes“ können Sie hier betrachten. Alle Aufnahmen sind ohne jede Nachbearbeitung - nur verkleinert - „out of the cam“:

Zur Galerie „Experimental-Speed-Street-Photography-in-Stockholm-with-the-Minox-DSC“ vom 13.10.2009

Klick här så kommer du till beldspelet „Experimental-Speed-Street-Photography-in-Stockholm-with-the-Minox-DSC“ den 13/10/2009.


Experimental-Speed-Street-Photography-in-Stockholm-with-the-Minox-DSC

Der Winter hält Einzug in Lappland

Die letzten Tage hat es immer wieder mal etwas geschneit, ohne dass allerdings Schnee liegen geblieben ist. Gestern dann hat der Winter so zu sagen „Einzug gehalten“. Es fiel der erste Schnee, der - bis jetzt - auch liegen geblieben ist. Zwar geht es noch nicht um grosse Mengen, aber die Ansage des Wetters ist deutlich: Winterzeit.

Der erste Schnee ist aber jedes Jahr immer wieder auch reizvoll: Neue Formen, „Puderzucker“, schöne Kontraste. Hier einige Eindrücke:


- Eingeschneiter Wald, beinahe jedenfalls :) -

- Kornkreise gibt es meines Wissens hier keine, aber Sandkreise -

- Puderzucker -

- Puderzucker II -

- Geschlossene Schneedecke :) -

- Tristesse -

Daily Minox 2009-09-24: Luleå day 2 - At the hotel + Måsen at Norrbottens Teater

Daily Minox 2009-09-24: Luleå day 2 - At the hotel
- Ein Eindruck vom Hotelflur in Luleå -

A propos: Luleå ist übrigens immer einen Besuch wert. Eine sehr interessante Stadt, auch in Sachen Kultur.

Mittwoch durfte ich die Abendvorstellung im Norrbottens Teater geniessen. Måsen (Die Möwe) von Anton Tjechov stand auf dem Spielplan. Das gesellschaftskritische Stück wurde vom Ensemble in einer beeindruckenden Aufführung hochinteressant und mitreissend dargeboten.

Der Schluss ist nichts für schwache Nerven, aber die konsequente Auflösung der aufgebauten Spannung. Mehr wird an dieser Stelle nicht verraten. Måsen wird noch bis 5.12. gespielt und ist alleine schon eine Reise nach Luleå wert!

Skördemarknad i Rentjärn / Herbst- / Erntemarkt in Rentjärn 2009-09-20

Skördemarknad i Rentjärn / Herbst- / Erntemarkt in Rentjärn 2009-09-20


Der Herbstmarkt in der Malå-kommun findet traditionsgemäss in Rentjärn, einem Dorf ca. 10 Km von Malå - in Richtung Norsjö/Skellefteå - entfernt, statt. Eine Vielzahl an Ausstellern und Besuchern waren zu verzeichnen und auch das Wetter zeigte sich von der besten herbstlichen Seite.

Wir haben für Sie wieder eine Auswahl an Eindrücken zusammen getragen.


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Skördemarknad i Rentjärn / Herbst- / Erntemarkt in Rentjärn 2009-09-20

(Für die fotografisch interessierten MitleserInnen: Alle Aufnahmen mit dem neuen AFS-Nikkor 35mm f1.8. Heute an der D40. Mit nur kleiner Handschlaufe an der Kamera die fast optimale, leichte und kleine Kombi für schnelle Fotografie im Street-Photography-Style. Das AFS 35mm f1.8 ist ein „Normalobjektiv“ in Anlehnung an den legendären HCB. Ich kann die Linse uneingeschränkt empfehlen: Quasi Instant-Autofokus, Superscharf, Sehr gute Lichtstärke für das Spiel mit der Schärfentiefe (oder Tiefenschärfe :))

Der grösste Käsehobel der Welt / The worlds biggest cheese slicer / Världens störrsta osthyvel

Zum Sonntag wieder eine der Attraktionen Norrlands: Der grösste Käsehobel der Welt.

Dieser steht an der E4 in Ånäset. Sieben Meter hoch und eine ganze Tonne schwer, symbolisiert er den Beginn des “Ostriket”, des “Käsereiches”.

Dieses “Reich des Käses” geht auf Eleonora Lindström zurück, die etwa 1870 in Burträsk den heutzutage nicht mehr weg zu denkenden Västerbottensost kreiert hat.

Der Västerbottensost (“Västerbottenkäse”) ist eine kulinarische Köstlichkeit, die mittlerweile weltweit bekannt und beliebt ist. Die Herstellung geschieht nach nach alten Rezepten und Verfahren nach wie vor in der Gegend um Burträsk.

Im Ostriket haben sich die Erzeugerbetriebe und die beteiligten Kommunen zusammengeschlossen, um Besuchern einen Einblick in die Welt des Västerbottenkäses zu geben. Dazu gehören z.B. das Ostens-Hus (“Haus des Käses”) in Burträsk, das Ostens-Lager (“Käselager”) in Ånäset und viele weitere interessante Besuchs- und Ausflugsziele, die eine Reise wert sind. Weitere Informationen dazu auf der Homepage des Ostriket: www.ostriket.net.

Der grösste Käsehobel der Welt / The worlds biggest cheese slicer /  Världens störrsta osthyvel

Samehelgen in Malå 2009 / Samehelgen i Malå

Samehelgen in Malå 2009 / Samehelgen i Malå

Am vergangenen Wochenende (22./23.) war in Malå wieder „Samehelgen“, das Wochenende der samischen Kultur. Veranstaltet wird das Samehelg vom Malå sameby.

Es gab wieder viel zu sehen und viele Aktivitäten. Besonders gefallen haben uns einige ausgewählte samische Kunsthandwerksarbeiten. Bei den Aktivitäten gab es viel vom Lassowerfen für jung und alt bis zu einem Schiesswettbewerb für die Erwachsenen.

Wir haben für Sie wieder einige Eindrücke eingefangen und bedanken uns bei den Veranstaltern für ein gelungenes Wochenende.
  
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Samehelgen in Malå 2009 / Samehelgen i Malå

Umedalen Skulpturpark

Gestern habe ich geschäftlich eine Führung durch den Skulpturpark in Umeå (Umedalen Skulptur) genossen. Guide war eine der dort ausstellenden Künstlerinnen, was die Sache noch spannender gemacht ha. Unglaublich inspirierend.

Seit 1994 werden dort auf dem Gelände des Umedalspark von der
Galerie Andersson Sandström jährlich weltbekannte Künstler eingeladen, um ihre Werke zu präsentieren. Einige Werke bleiben dauerhaft.

Das Projekt hat sich mittlerweile zu einem Projekt mit Weltruhm entwickelt. Das Schöne an der Präsentation der Objekte ist, dass die Sinne geschärft und der Horizont erweitert werden. Kleiner Tipp an alle Besucher der Ausstellung: In alle Richtungen und auch nach oben und unten schauen :)

Der Skulpturpark ist unbedingt einen Besuch wert und ich werde hoffentlich bald mit grosser Kameraausrüstung zurück kommen, um dort einen Tag zu verbringen.

Einen kleinen kreativen Eindruck mag dieses Bild vermitteln. Der Künstler Mikael Richter hat z.B. 10 kreative Verkehrsschilder auf dem Gelände verteilt, die auch einiges über seine Vorlieben aussagen. Er scheint z.B. keinen Sport zu mögen.

Umedalen Skulpturpark

Sürströmmingspremiär i Lappland / Sürströmmingspremiär in Lappland

Sürströmmingspremiär Sürströmming

Am dritten Donnerstag im August ist der Startschuss für die Sürströmmingssaison in Schweden. Für die einen ist Sürströmming einfach “Stinkefisch”, für andere eine Delikatesse. Was verbirgt sich hinter dieser schwedischen Spezialität?

Hauptbestandteil des Surströmming sind eingelegte Ostseeheringe. Diese werden im Frühjahr gefangen und dann in Salzlake eingelegt, wo sie zu gären anfangen. Etwa einen Monat vor dem Start der Saison werden die Fische eingedost und gären in den Dosen dann weiter. Das führt dazu, dass sich die Dosen mit zunehmenden Alter ausbeulen und der Druck in den Dosen mehr und mehr zunimmt.

Der Start für die Sürströmmingssaison (dritter Donnerstag im August) war bis 1998 durch eine Königliche Richtlinie aus dem Jahr 1937 geregelt. Damit sollte gewährleistet werden, dass der Fisch fertig gereift und für den Verzehr verwendbar ist. Diese Richtlinie wurde 1998 aufgehoben; das “klassische Datum” ist aber erhalten geblieben.

So haben auch wir am Donnerstag den Beginn der Sürströmmingssaison mit einem “Sürströmings-Fest” gefeiert und das natürlich auch fotografisch dokumentiert.

Eine Anleitung zum “Sürströmmen”:

Die Dose mit den vergorenen Fischen sollte unbedingt draussen geöffnet werde. Am besten ist es zunächst unter einer Plastiktüte ein Loch in den Deckel der Dose zu stechen, damit der Überdruck aus der Dose entweichen kann. Ist der Inhalt der Dose bereits gut vergoren kann es sein, dass einem dabei eine Fontäne der Salzlake entgegen kommt (daher in der Plastiktüte anstechen!). Sogleich verbreitet sich der Duft aus der Dose, der von manchen als unerträglich, von anderen als “Duft Lapplands” empfunden wird. Dann wird die Dose (immer doch draussen) mit einem Dosenöffner geöffnet und nach innen gebracht. Wenn das Wetter partout zu schlecht ist, um zum Öffnen der Dose nach aussen zu gehen, kann der Deckel der Dose auch alternativ im Haus unter Wasser (Badewanne oder Eimer) angestochen werden.

Einige Heringe werden filetiert und auf mit Butter bestrichenes, hartes oder weiches Tunnbröd gelegt.

Zum Surströmming benötigt man weiter: Kartoffeln (bevorzugt Mandelpotatis), gehackte Zwiebeln (rote sind besonders fotogen), Saure Sahne und in Scheiben geschnittene Tomaten. Das alles wird auf dem Esstisch angerichtet.

Man nimmt sich nun einen Fisch aus der Dose, schlitzt diesen am Bauch auf und breitet ihn aus. Die - eventuell vorhandenen - Innereien werden herausgekratzt und das Rückgrat mit den Gräten (am einfachsten mit einer Gabel) entfernt. Dann kratzt man das Fleisch ab. Die Reste kommen gleich auf einen Abfallteller.

Dann legt man eine Scheibe Tunnbröd auf den Teller und eine Kartoffel darauf. Diese wird mit der Gabel zerdrückt und gleichmässig verteilt.  Auf die Kartoffel verstreicht man sodann gleichmässig den essbaren Teil des Fisches. Darüber kommt eine gleichmässige Schicht Saure Sahne (geht auch in der Reihenfolge anders herum). Schliesslich werden die zerhackten Zwiebeln darüber gestreut und Tomatenscheiben darauf gelegt. Und fertig ist das Sürströmming. Jetzt heisst es Atem anhalten, reinbeissen und essen :)

Traditionell wird zum Sürströmming kalte Milch getrunken, was die Magenverträglichkeit deutlich erhöhen soll.

Sürströmming wird relativ langsam und mit Bedacht verzehrt. So hat auch der sehr eigene Duft genug Zeit, sich in Küche, Esszimmer und Wohnung zu verteilen. Die Nase gewöhnt sich schnell an den Geruch. Sollten Sie das Zimmer oder Haus aber kurz veranlassen, werden Sie sich beim Wiederkommen schon sehr über den intensiven Duft wundern :)

Die Sürströmmingssaison ist für echte Schwedenfans übrigens ein willkommener Anlass für einen Urlaub oder Kurzurlaub in Schweden. 

Schliesslich noch etwas Statistik: Norra Västerbotten hat in der Printausgabe am Donnerstag berichtet, dass in Norrland dieses Jahr 650 Tonnen Sürströmmingsfisch für den Verkauf vorbereitet wurden. 

Damit Sie Sürströmming richtig nachvollziehen (und auch zu Hause essen) können, haben wir eine Bildergalerie für Sie zusammen gestellt.
  
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Reportage: Kungligt besök i Ratan / Königlicher Besuch in Ratan

Gedenkfeierlichkeiten in Ratan

Wieder ein sehr besondereres Ereignis in Västerbotten: Im Rahmen des Märkesåret 1809 (Gedenkjahr 1809) feiert Schweden in diesem Jahr 200 Jahre Frieden auf schwedischen Grund. Ein besonderer Anlass zum Gedenken und Feiern.

Am gestrigen Tage fand im Rahmen des Märkesåret 1809 eine feierliche Gedenkveranstaltung in Ratan (Robertsfors kommun) statt. An dieser Stelle gab es im sog. Finnischen Krieg vor 200 Jahren die letzten Kampfhandlungen auf schwedischem Hoheitsgebiet.

Zur Gedenkfeier waren auch die Königliche Familie (König Karl XVI Gustaf, Königin Silvia und Kronprinzessin Victoria) zugegen.

Eine sehr schöne Gelegenheit, denn die Königliche Familie ist nicht so häufig hier in Västerbotten zu Besuch. Wir waren also natürlich vor Ort und wollen unseren Lesern einen Eindruck über die Festveranstaltung (nebst einiger Nahaufnahmen der Königlichen Familie) geben.

Einer der besonderen Höhepunkte war die Einweihung einer taktilen Karte des Gedenkplatzes in Ratan durch Königin Silvia. Diese über 400 kg schwere Karte aus gegossenem Material, ermöglicht es auch sehgeschädigten Menschen, sich einen Eindruck des Gedenkplatzes zu verschaffen. Die Königin erinnerte in ihrer Ansprache an das Braille-Jahr 2009.

Das Medieninteresse war gross und auf den für Presse und Fotografen reservierten Gebieten herrschte sehr grosser Andrang. Wir haben uns deswegen aufgeteilt und verschiedene Themenbereiche abgedeckt. Morgen folgt zusätzlich eine sehr interessante Reportage, die Einblicke in die Arbeit von Pressefotografen, Filmern und Journalisten gibt.

Seine königliche Hoheit König Carl Gustaf von Schweden in Ratan


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Ihre königliche Hoheit Königin Silvia von Schweden und Kronprinzessin Victoria in Ratan

Was fürs Gemüt...

Einfach schön: Lappland hat auch im ausklingenden Sommer einiges zu bieten. Traumhafte Mooswiesen zum Beispiel. Darf ich Sie einladen, hier Platz zu nehmen? Sie dürfen sich auch gerne einfach hinlegen und Natur-pur geniessen.

Mooswiese

Hommage an den Sommer...

Ich will es ja wirklich nicht herbeirufen mit dem Herbst in Lappland. Aber wenn ich heute so aus dem Fenster sehe, sieht es leider ziemlich kühl und trüb da draussen aus. Solange es nicht regnet ist das ein sagenhaftes Wetter zum Wandern. Nicht zu warm, nicht zu kalt. Die Mücken sind am Verschwinden. Aber der Herbst wird langsam immer mehr spürbar...

Damit wir der Sommer aber nicht so schnell in Vergessenheit gerät hier noch ein Landschafts-Snap von letzter Woche. Da war es noch richtig sommerlich :)

Sommer in Lappland

Bären im Lycksele Tierpark / Björnar i Lycksele djurparken

Gestern führte mich die fotografische Arbeit auch in den Lycksele-Tierpark. Und da konnte ich es mir dann nicht verkneifen, auf die Schnelle zwei der Bären dort abzulichten.

Der Tierpark in Lycksele ist wieder so ein echter Geheimtipp für den Urlaub in Lappland. Dort finden Sie in Lappland einheimische Tiere (auch die, die Sie in der freien Wildbahn wahrscheinlich kaum zu sehen bekommen, z.B. Luchse, Polarfüchse, Bären...). Für die Kinder gibt es dort „Lyckoland“ - einen riesigen Spielplatz und einen grossen Streichelzoo. Unbedingt vorbeischauen. Öffnungszeiten auf der Homepage des Tierparkes.

Bär im Tierpark Lycksele

Die Bärenmama des diesjährigen Wurfes beäugt kritisch, was ihre Jungen machen.

Junger kleiner Bär im Tierpark Lycksele

Die Kleinen gehen indes ganz unterschiedlichen Tätigkeiten nach. Einer von den Dreien ist mehr introvertiert wie es scheint und hat sich sehr ausgiebig mit dieser Kette befasst. Faszinierend, wie filigran und feinfühlig die kleinen Bären mit ihren Pfoten und Krallen umgehen!

Hjortron Saison 2009: Das Gold Lapplands reift heran

An den Bäumen mehren sich die braunen Blätter: Das Jahr rast dahin. Damit ist es auch wieder an den der Zeit für die Beerenernte. Auf meinem gestrigen Ausflug habe ich kritisch nach dem Stand der Hjortronbeeren Ausschau gehalten. Und ja, das sieht gut aus. Es sind sogar bereits einige Beeren dabei, die praktisch erntereif sind.
Die meisten Hjortron sind aber noch rot (erst wenn sie goldgelb sind, sind sie zur Ernte reif). Der Anblick ist trotzdem bereits erhebend.

Hjortron in Lappland
- Typischer derzeitger Wachstumsstand der Hjortronbeeren, Stand 29.7.2009 -

Die Ernte der Hjortron ist beschwerlich, trägt doch jede Pflanze nur eine Beere.
Seine „Hjortronstellen“ - deren genaue Orte als Geheimnisse bewahrt werden :) - muss man in der Erntezeit täglich besuchen, denn in der Endphase reifen die Beerenfrüchte von einem Tag auf den anderen. Und sind sie überreif, sind sie praktisch wertlos.

Was die Ernte auch erschwert ist, dass die kostbaren Pflanzen in sumpfigem Gelände zu Hause sind. Gummistiefel sind also angesagt. Und zur Zeit schwirren in sumpfigem Gelände noch jede Menge Mücken herum. Alles nicht so einfach.

Aber: Wer schon einmal Hjortronsylt verspeist hat weiss, dass sich der Aufwand lohnt!

Und alle Urlauber, die Beeren ernten wollen, sollten sich jetzt schleunigst auf den Weg nach Lappland machen!

Industriegeschichte / Industrial history /

Relikte einer seit etlichen Jahren stillgelegten Seilbahn (übrigens der längsten Seilbahn der Welt) schlummern in einer sehr eigenen Atmosphäre still vor sich hin. Als würden sie darauf warten, einem Besucher ihre Geschichte zu erzählen. Ein Museum zum Anfassen.

Dazu übrigens auch gleich ein touristischer Tipp: Ein 12 Km langes Teilstück der Seilbahn ist heute noch im Gondelverkehr befahrbar. Über die Sommersaison gibt es tägliche Touren, die über ein landschaftlich äusserst schönes und reizvolles Gebiet führen. Mehr Infos finden Sie hier auf Schwedisch und hier auf Deutsch.

Industriegeschichte

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Wir wird denn nun das Wetter? / Hur blir det då med vädret?

Wie wird nun das Wetter in Schwedisch-Lappland (und insbesondere in Malå)? Gute Frage - nächste Frage :)

Um uns der Antwort etwas anzunähern und auf Wunsch vieler Leser hier die einschlägigen Wetterdienste in der Übersicht. Die Links finden Sie übrigens auch rechts in der Menüleiste.

An erster Stelle wäre das yr.no-Wetter zu nennen. Das wahrscheinlich umfangreichste und beste Wetterportal für Norwegen und Schweden. Eine ad-hoc Meinungsumfrage hat ergeben, dass die meisten Schweden diesen Dienst nutzen. Das Portal wird vom norwegischen Wetterdienst betrieben.

Hier gehts direkt zum yr.no Report für Malå (10-Tages-Ansicht)

An zweiter stelle steht FORECA, ein schwedisches Angebot. Subjektiv gefühlt beinahe (aber eben nur beinahe) so gut wie yr.no.

Hier gehts direkt zum FORECA Report für Malå (10-Tages-Ansicht)

Und schliesslich das MSN-Wetter. An dritter Stelle aber bequem, wenn man auch Gebiete ausserhalb Skandinaviens auf dem „Wetterschirm“ haben will.

Hier gehts direkt zum MSN Report für Malå (10-Tages-Ansicht)

Tipp am Rande: Es lohnt sich, öfter einmal auf die Wetterberichte zu schauen, da das Wetter hier oben bisweilen recht unbeständig ist :)

Urlaubstipp: Einsame Insel / Ensam ö

Heute machen wir mal wieder allen, die sich bislang noch nicht zum Schwedenurlaub entschliessen konnten, „den Mund wässrig“ (auf Hochdeutsch: Appetit auf Schweden) mit einem Urlaubstipp:

Am Sonntag habe ich diese einsame Insel aufgespürt. Ziemlich weitab von der Zivilisation. Ob sie derzeit zu verkaufen ist, ist nicht bekannt :)

Gegenüber (d.h. da, von wo aus ich fotografiert habe) war ein Sandstrand. Mehrere hundert Meter lang. Und da war niemand ausser mir, einem Rentier und 2 Kranichen. Kaum zu glauben, oder? Das ist Lappland im Sommer. Ach ja, es waren so etwa 25 Grad und leichter Wind (gerade recht, um alle Mücken in die Flucht zu schlagen). Warum also auf die Bahamas, Malediven, Kanaren, usw.? Lappland heisst die Alternative für den Urlaub!

Einsame Insel in Lappland

Reportage: Sagabiografens Filmfestival 2009 - Invigning / Einweihung


Ein weiterer Höhepunkt des Jahres in der Malå kommun: Das Sagabiografens Filmfestival. Was verbirgt sich dahinter?

„Sagabiografen byggdes 1943 av en gruvarbetare Östen Dahlberg och hans familj. Den drevs mellan 1945-1965. Sen dess har den stått oförstörd i en skogsglänta i Adak, 2 mil nordväst om Malå i Lappland. 1992 renoverades den till sitt ursprungliga skick och kan nu erbjuda filmvisningar och dans i autentisk miljö. Stolar, biografmaskin, lampor, gardiner, draperier och en underbar vedeldad gjutjärnskamin är allt i original.“ (Zitat von der Sagabiobgrafen-Homepage)

In Adak (Malå kommun) befindet sich Kino (=biograf) im Originalzustand aus den 40er Jahren. Eine wohl einmalige Rarität. Das Kino wurde 1943 von dem Grubenarbeiter Östen Dahlberg erbaut und war von 1945 bis 1965 in Betrieb. Danach lag das Anwesen im Originalzustand mit der gesamten Einrichtung uns allen technischen Geräten im Dornröschenschlaf, bis es schliesslich 1992 wiederentdeckt wurde. Ein Verein hat sich des Kinos angenommen und feiert doch einmal jährlich ein Filmfestival zu dem immer bekannte Schauspieler als Ehrengäste eingeladen werden. In diesem 17. Jahr des Festivals ist Tomas Norström der Ehrengast, der heute am Einweihungtstag das diesjährige Filmfestival feierlich eröffnet hat. Über die Sommerzeit ist das Kino auch für Gäste geöffnet. Ein echter Geheimtipp für alle Norrland-Touristen. Mehr Infos - auch zu den Öffnungszeiten - gibt es auf der Homepage von Sagabiografen.

Wir waren heute natürlich vor Ort und haben einige Eindrücke für Sie eingefangen.

-> Hier gehts zur Galerie: Sagabiografens Filmfestival 2009

-> Klick här så kommer du till bildspelet: Sagabiografens Filmfestival 2009




- Tomas Norström -

Strand

Fundstück des Tages bei einem Spaziergang am Strand. Was viele nicht wissen ist, dass sich die Strände Lapplands im Sommer durchaus mit Stränden in „südlichen Gefilden“ messen können. Es gibt unglaublich viele schöne Badestellen, die teilweise völlig einsam und abgelegen sind. Wenn Sie hier auf Urlaub und Wasserfreak sind, fragen Sie sich am Besten einfach einmal durch.



Jubiläum: Königslinie Sassnitz - Trelleborg feiert 100-jähriges Jubiläum

In diesem Jahr 2009 feiern wir den 100. Geburtstag der Eisenbahnfährverbindungen Sassnitz - Trelleborg. Am 6. Juli 2009 eröffneten der schwedischen König Gustav V. und der deutschen Kaiser Wilhelm II. feierlich die Eisenbahnfährverbindungen Sassnitz - Trelleborg.

Mehr dazu hier bei Scandlines oder hier bei chroniknet.

Erste Hilfe gegen Mücken / Vad kan man göra mot myggarna?

Viele Mails haben uns erreicht mit der Frage, was man denn am besten gegen die Mückenplage in Lappland machen kann. Dazu gleich; erst einmal aber eine kleine Erzählung:

„Ein echter Norrländer macht sich aus den Mücken nichts“. Diesen Satz habe ich gerade vor ein paar Tagen von einem Journalistenkollegen am Rande einer Besprechung gehört. Und wir haben über wirklich viele Mücken gesprochen. So viele, dass sein Autofokus an der Kamera vor lauter Mücken in Schwärmen nicht mehr in der Lage war, auf das eigentliche Motiv scharf zu stellen. So ist das eben im Sommer in Lappland.

Was aber tun, wenn man kein echter Norrländer ist? Auf dem Markt gibt es eine Menge an Mückenschutzmitteln. Mückenmittel, die Sie in Zentraleuropa erwerben können, sind hier in der Regel völlig wirkungslos. Deswegen mit dem Kaufen warten, bis Sie in Schweden sind.

Wir (= 4 Personen im Test) haben für Sie alle möglichen Mittelchen durchgetestet und ihrer Wirksamkeit bewertet. Natürlich spielen hier auch subjektive Faktoren eine Rolle. Aber es gab bei allen Testpersonen einen deutlichen Trend zu einem bestimmten Mittel hin: Die höchste Durchschnittspunktzahl hat MyggA Natural erreicht. Daneben gibt es auch die vollchemische Version unter der Bezeichnung „Original“.

MyggA kommt als Spray oder alls Roll-On. Unser Test hat hat dem Roll-On den Vorzug gegeben. Lässt sich vor allem besser und gezielter dosieren, denn ein effektives Mückenschutzmittel ist natürlich eine „chemische Keule“. Also bitte nicht in die Augen oder aufs Kleinkind. Und immer schön die Warnhinweise beachten.

MyggA hat auch eine Homepage und damit Sie wissen, wonach Sie Ausschau halten müssen, hier die beiden Verpackungen (oben Spray, unten Roll-On).





NEUER SERVICE: Digitale Grusskarten - Grüssen Sie aus Malå - Lappland

Grüsse und Urlaubsgrüsse aus Malå - Lappland

Rechtzeitig zur sommerlichen Urlaubssaison haben wir uns einen besonderen Service für Sie einfallen lassen: Versenden Sie an Ihre Lieben kostenlos digitale Grusskarten mit Motiven aus Malå in Lappland!

Wir haben für den Start 7 Motive für Sie ausgesucht und werden diese in regelmässigen Abständen austauschen. Für jeden Geschmack dürfte so ein passendes Motiv dabei sein.

-> Hier gehts zum neuen digitalen Grusskartenservice: Grüsse aus Malå - Lappland

-> Klick to use our new service and send a digigal postcard (e-card) with greetings from Malå. Its free!

-> Klick här för att skicka gratis ett digitalt vykort med hälsningar från Malå

Kända platser i Vindeln / Bekannte Plätze in Vindeln

Kronprinzessin Viktoria in Vindeln

Sveriges Radio International - Deutsch

Ein für Schwedenfans in Deutschland sehr interessanter Link für allgemeine Informationen aus Schweden dürfe die Seite „Nyheter på Tyska“ (Nachrichten auf Deutsch) von Sveriges Radio International (Deutsch) sein.

Teil 2: Richtiges Verhalten in Bärengebieten

Braunbär Bär in Lappland
(Seltener Moment: Braunbär in Lappland)

Hier in Lappland gibt es Bären. Für alle Besucher, Urlauber und Touristen daher hier die wichtigsten Grundregeln zu den Fragen:

- Wie kann ich Begegnungen vorbeugen?
- Wie verhalte ich mich richtig, wenn ich einem Bären begegne?

Vorbeugung

• Im unbekannten Risikogebiet (z.B. in bewaldetem Gelände, beim Pilz- oder Beerensammeln): Geräusche machen. Singen Sie oder unterhalten Sie sich. Ein Bär wird so auf Sie aufreksam und wird sich im Regelfall selbst entfernen.

• Die bei vielen Outdooranbietern erhältlichen “Bärenglocken” sind zwar hübsch und sehr beruhigend für die Psyche des Menschen, aber für Lappland nicht unbedingt geeignet. Manche Rentiere tragen auch Glocken. Das kann dazu führen, dass der Bär angelockt wird, statt ferngehalten.

Unterwegs mit Hund / Hunden

• Hunde nie frei laufen lassen, sondern immer angeleint. Ein freilaufender Hund kehrt bei Gefahr normalerweise zum Mensch zurück und lenkt den Bären damit auf den Menschen. Der angeleinte Hund kann den Menschen durch sein verhalten auf eine Gefahrennähe aufmerksam machen (vorausgesetzt man hat sich mit dem Verhalten und der Sprache seines Hundes hinreichend beschäftigt).

Besondere Vorbeugung für Trekker / Camper / Wohnmobilisten

• Vorsicht im Umgang mit Nahrungsmitteln. Verwahren Sie Nahrungsmittel sicher.

• Lassen Sie niemals Nahrungsmittelreste oder Abfall in der Natur zurück. Ein Bär kann die Düfte verknüpfen und verbindet den Geruch des Menschen mit Nahrung und kann dadurch zur akuten Gefahr werden.

• Niemals (never ever!) Bären anfüttern!

Bärensichtung auf Distanz

• Bleiben Sie zunächst ruhig stehen und sondieren Sie die Lage. Geniessen Sie den Anblick.

• Achten Sie darauf, ob es sich um eine Bärin mit Jungen handelt. Ist das der Fall sofort ruhig den Rückzug antreten.

• Befindet sich der Bär beim Fressen oder an einer Beute sofort ruhig den Rückzug antreten.

• Nähern Sie sich niemals einem Bär (auch nicht um ihn besser beobachten oder fotografieren zu können)!

• Ist der Bär auf grosser Distanz können Sie ihn “im Bogen” umlaufen. Ansonsten umkehren und langsam (!) auf demselben Weg, auf dem Sie gekommen sind, zurückgehen. Bedenken Sie dabei die Windrichtung. Bären riechen extrem gut.

• Denken Sie daran Geräusche zu machen, die Sie als Mensch ausweisen.

Begegnung mit Bären

• Verhalten Sie sich so ruhig wie möglich. Unter keinen Umständen wegrennen. Sobald Sie wegrennen fallen Sie ins Beuteschema!

• Unter keinen Umständen weiter auf den Bär zugehen. Keine schnellen oder ruckartigen Bewegungen.

• Machen Sie auf jeden Fall mit menschliche Geräusche.

• Keine Panik wenn sich der Bär auf die Hinterbeine stellt. So verschafft sich der Bär einen duft- und sichtmässigen Überblick. Das ist also nicht per se aggressives Verhalten. Nutzen Sie diesen Moment, um mit ruhigen aber deutlichen menschlichen Lauten auf sich aufmerksamm zu machen.

• Begegnung auf Nahdistanz (unter ein paar Metern) kann der Bär als Angriff auffassen.

Bärenangriff

• Vorab: Sehr, sehr selten.

• Meist nur eine “Abwehrende Scheinattacke”: Bär brummt und rennt auf den Menschen zu, um kurz vor dem Menschen anzuhalten und abzudrehen. Stehenbleiben. Wenn sich der Bär abwendet ruhig (!) zurück gehen.

• Echter Angriff: Flach auf den Bauch legen. Hände im Nacken verschränken. Regungslos liegen bleiben. Beten. Im Regelfall schnuppert der Bär den Menschen ab um festzustellen, dass der Mensch nicht in sein Beuteschema fällt. Hat sich der Bär wieder entfernt, langsam aufstehen und langsam entfernen. Bleiben Sie mindestens einige Minuten liegen.

• Jede Gegenwehr bei Bärenangriffen ist völlig zwecklos und steigert nur die Aggressivität des Bären.

• Nochmals: Niemals Wegrennen oder versuchen, auf einen Baum zu klettern. Wer wegläuft fällt ins Beuteschema und Bären laufen auf Kurzstrecke 50-60 km/h schnell. Und auf Bäume (bis zu ca. 15 meter) klettern Bären auch atemberaubend schnell.

Teil 1: Richtiges Verhalten in Bärengebieten

Lappland ist eines der wenigen Gebiete weltweit, in denen es eine relativ stabile Population an Braunbären gibt. Derzeit wird der Bestand auf ca. 300 Bären geschätzt. Die meisten davon leben hier im Inland, nur sehr wenige an der Küste oder im Fjäll. Den neuesten Statistiken nach vergrössert sich der Bestand um ca. 5% jährlich.

Im Klartext: Es besteht hier in Lappland die reelle Möglichkeit, auf Bären zu treffen. Ich schreibe diesen Eintrag, weil ich in einem der Gebiete, in denen ich oft wandernd unterwegs bin, in den letzten 3 Wochen insgesamt viermal einen Bären auf Distanz gesichtet habe. Zudem wimmelt es dort geradezu von Spuren.

Es ist also - auch für alle Touristen - kein Fehler, sich mit einigen Fakten und den Grundregeln für eine eventuelle Nah-Begegnung mit Bären vertraut zu machen. Aber keine Panik: Menschen sind nicht im Beuteschema von Bären und eventuelle Begegnungen verlaufen im Regelfall gut, wenn man weiss, wie man sich verhalten muss.

Länsstyrelsen in Västerbotten (= die Landesregierung / Landesverwaltung) hat dazu eine informative Website und einen erstklassigen Informationsfilm bereit gestellt. Der Film ist in schwedischer Sprache, aber in jedem Fall unbedingt sehenswert. Auch ohne hinreichende Sprachkenntnis werden Sie verstehen, wie Sie sich verhalten sollten.

-> Hier gehts zur Seite mit dem Informationsfilm: „Björnens rätta ansikte“ (Das wahre Gesicht des Bären).

-> Und hier findet sich die Seite mit allgemeinen Informationen rund um Bären in Västerbotten.

Siehe auch den folgenden Weblogeintrag mit einer Zusammenfassung der wichtigsten Verhaltensregeln in Bärengebieten und bei Bärenbegegnungen.

Extrem kühler Sommeranfang in Lappland / Extremt kylig start på sommaren i Lapland

Der bisherige Sommeranfang lässt vom eigentlichen Sommer wenig erahnen. Bislang gab es nur zwei „richtig sommerliche“ Tage und das ist nun auch schon wieder zwei Wochen her.

Unser Nachbar meinte dazu vorhin ganz ironisch: „Mensch, in einer Woche ist Midsommar. Dann werden die Tage wieder kürzer und der Winter kommt. Wenigstens das ist sicher.“

Das SMHI (Sveriges Meteorologiska och Hydrologiska Institut, zu deutsch und vereinfacht: Der amtliche Wetterdienst) hat jetzt in einer Pressemitteilung mitgeteilt, dass der diesjährige Sommeranfang zu den kühlsten in den letzten 50 Jahren gehört. Allerdings bedeute das - rein statistisch - nicht, dass der gesamte Sommer „unterkühlt“ bleiben müsse. Das SMHI verweist dabei auf den Sommer 1955, in dem es am 8. Juni in Skåne noch ergiebig geschneit hatte. Trotzdem gehörte der anschliessende Sommer zu den schönsten Sommern der letzten 50 Jahre.

Tipp für Urlauber: Kontrollieren Sie vor Ihrer Abfahrt / Abreise hierher nochmals die 10-Tages-Voraussagen. Rechts in der Menüleiste finden Sie Links zu verschiedenen Wetterdiensten.

Schwimmreifen
(Fällt das Baden dieses Jahr ins Wasser?)

Mårdseleforsen

Allen Norrlandreisenden, die etwas von der wunderbaren Natur in Lappland sehen und erleben wollen, empfehle ich die Seitenwege anstatt der grösseren Strassen.

Heute soll es um die Route von Umeå ins Inland gehen. Viele Durchreisende und Urlauber nehmen die E 45 nach Lycksele. Eine durchaus sehr gut ausgebaute Strecke.

Viel schöner und beschaulicher ist indes die am Vindelälven entlang verlaufende 363. Diese Strecke ist zwar nicht so gut ausgebaut und kurvenreicher, bietet aber viele Kleinode und Kostbarkeiten.

Am Vindelälven befinden sich z. B. viele „forsar“ (pl., sing.: fors). Das sind Stromschnellen mit Wasserfällen, die bei höherem Wasserstand beeindruckende Naturschauspiele bieten. Einige davon sind auch mit Wegen und Grillplätzen erschlossen und laden so zu einer Rast ein.

Mårdseleforsen
Reissende Naturgewalten. Ein beeindruckendes Schauspiel.


Ein besonders schöner Platz ist z. B. Mårdseleforsen. Ungefähr 16 Km flussaufwärts nach Åmsele in Richtung Rusksele belegen bietet der Mårdselefors einen Rundpfad und einige sehr schöne Grillstellen. Auf mehreren Hängebrücken kann man über die Wassermassen schreiten und das Naturschauspiel geniessen. Gerade bei Sonnenschein und Hitze kühlen das Wasser und die Gischt die Temperaturen erträglich und erfrischend herunter.

Mårdseleforsen

Eine Hängebrücke über den Mårdselefors. Auf dem Schild an der Brücke steht (übersetzt): „Max. 2 Personen gleichzeitig, Gesamtlast 150 Kg, Abstand zwischen den Personen mindestens 1,5 Meter“ (und ich ergänze: Keinesfalls schaukeln, denn der Wind schaukelt hier schon genug! Und Sie sollten schwindelfrei sein.)
Mårdseleforsen
Eine der sehr schönen Grillstellen. Hier gilt: Bitte hinterlassen Sie den Platz sauber und ordentlich. Nehmen Sie alle Abfälle mit. Gerne dürfen Sie Feuerholz für die nächsten Gäste zurücklassen.

Mårdseleforsen
Der grosse Steg. Nicht schaukeln!
Mårdseleforsen
Und noch ein Blick in die Fluten.

Für Urlauber: Strassenlage in Lappland

Heute wieder ein besonderer Service für alle Urlauber und Norrlandfreunde. In den letzten Tagen haben mich relativ viele Mails mit konkreten Fragen zum Strassenzustand, zu Baustellen, usw. erreicht. Gerade wenn man mit Wohnmobil oder Wohnwagen unterwegs ist, sind das ja sehr wichtige Informationen.

Das Vägverket hat dazu eine spezielle Webseite „Läget på vägarna“.

Hier der allgemeine Link zu dieser Seite.

Es dort insbesondere auch eine Übersichtskarte, in der alle Strassenstörungen verzeichnet sind.

Anleitung zur Nutzung dieser Karte:

Wählen Sie im Auswahlmenü rechts neben der Karte zunächst oben „Vägarbete“ (d.h. Strassenbauarbeiten, Baustellen) aus.

Unten auf der rechten Seite können Sie dann den gewünschten Landesteil (z. B. „Norra Norrland“ für hier ganz oben) auswählen. Und Voilà - da ist die gewünschte Übersicht.

Die Legende zu den verwendeten Zeichen (findet sich auch ganz rechts auf der Seite des Vägverkets):

- Gelbes Dreieck: Aktive Wegarbeiten / Baustelle;
- Rotes Dreieck: Geplante Wegarbeiten / Baustelle;
- „Duchfahrt-verboten-Schild“ in gelb: Aktuelle Sperrung wegen Bauarbeiten;
- „Durchfahrt-verboten-Schild“ in rot/grau: Geplante Sperrung wegen Bauarbeiten.

Hinweis: Die Karte lässt sich über den Button „Skriv ut“ auch bequem ausdrucken.

Und wer es ganz genau wissen will und sich auch für die kleineren Strassen interessiert, findet hier eine detaillierte Karte. Die ist allerdings etwas komplizierter in der Anwendung. Ich empfehle daher immer die einfache Version (die völlig ausreichend ist).

Gute Fahrt und vielleicht sehen und treffen wir den einen oder anderen Urlauber ja persönlich hier!

Übrigens: Keine Sorge - In „Norra Norrland“ gibt so gut wie keine Verkehrsstaus :D

Cyklar / Fahrräder, und: Fahrradurlaub in Lappland

Ein schönes und natürliches Stilleben: Old meets new. Auf der linken Seite ein High-Tech-Mountainbike und zur rechten Seite ein Fahrrad im alten „Postboten“-Stil. Friedlich stehen sie da nebeneinander und vermutlich sind sie auch beide noch im Einsatz. Mehr Richtung Küste - wo es „ebener“ ist - sieht man viel mehr Fahrradfahrer, als hier im lappländischen Inland. Obwohl es in der Küstenregion mitunter häufig deutlich windiger ist, als hier.

A propos: Das Inland in Lappland ist in Sachen Fahrradfahren und Fahrradtouren übrigens ein echtes „Paradies“. Entlegene Strassen laden zu ruhigen und beschaulichen Touren durch die Natur ein. Von der Tages- bis zur Monatstour - und bei Bedarf auch darüber hinaus :) - lässt sich alles planen und organisieren.

Für die Mountainbiker unter uns bietet es sich an, die Strecken zu nutzen, die im Winter als Skotertrails genutzt werden.

Bevor ich jetzt aber ins Schwärmen gerate mache ich mal Schluss. Wollte nur sagen, dass Lappland jede Menge Möglichkeiten bietet, die einem spontan vielleicht nicht so in den Sinn kommen :)

Wenn Sie sich fürs Biken in Lappland interessieren, dürfen Sie uns gerne eine Mail senden und wir vermitteln Ihnen ein paar Kontakte.

Stilleben Fahrräder
(Irgendwo zwischen Burträsk und Skellefteå)

Sommaren kommer... / Der Sommer kommt...

Noch vor ein paar Tagen (siehe z.B. hier) waren fast alle Seitenwege eingeschneit und nicht passierbar. Vor ca. einer guten Woche hat das Wetter den Turbo eingelegt. Regelmässige Besucher unserer Webcam haben das live miterleben können.

Und nun ist es beinahe schon hochsommerlich. In einigen schattigen Winkeln liegen zwar noch kleine und unansehnliche Schneereste. Generell herrscht jetzt aber schönstes Sommerwetter.

Wenn Sie beim Gedanken an Lappland zu frieren pflegen, sollten Sie jetzt über einen Urlaub in der Region nachdenken!

Der Sommer in Lappland beginnt
(Foto von gestern, fotot tagit igår)

På campingplatsen vid Skellefte-Älven i Mörttjärn / Auf dem Campingplatz am Skellefte-Älv in Mörttjärn

Ein Motiv, dass die „Stammleser“ hier schon öfter gesehen haben. Bislang allerdings immer in sommerlicher Zeit :)

Viele Leser kennen bestimmt den wunderschönen kleinen Campingplatz am Skellefte-Älven an der Strasse von Malå nach Arvidsjaur. In gut 5 Wochen ist Midsommar (Mittsommerfest) und am kleinen Anlegeplatz auf dem Campingplatz hat sich vor 2 Tagen noch das Eis getürmt. Wunderbares Lappland!

Campingplatz in Mörttjärn
(Die Stimmung wurde kurz vor einem schweren Unwetter eingefangen)

Isdubbar: Eine zusätzliche “Lebensversicherung” auf dem Eis

Isdubb Isdubbar

Im Bericht über die Schwedische Meisterschaft im Eisfischen in Norsjö vom vergangenen Wochenende hatte ich den “Isdubb” (pl. Isdubbar) kurz erwähnt. Beim Eisfischen ist es in diesem Gefilden aus Sicherheitsgründen mittlerweile die Regel, einen Isdubb griffbereit um den Hals zu tragen. Bei den meisten Wettbewerben ist das auch ausdrücklich im Teilnahmereglement vorgschrieben.

Was ist nun ein Isdubb?

Ein Hilfsmittel, mit dem man sich aus dem Eis “hakeln” kann, wenn man eingebrochen ist. Der Isdubb besteht aus zwei Handgriffen (in Signalfarbe) mit längeren Metallspitzen. Die beiden Handgriffe sind durch eine stabile Kordel verbunden.

Isdubb Isdubbar

Vielleicht können Sie sich einmal folgendes vorstellen: Sie sind im Eis eingebrochen und versuchen nun, sich mit den blossen Händen nach oben auf die Eisdecke zu ziehen. Was geschieht? Sie rutschen mit den Händen ab und finden keinen Halt. Hier hilft der Isdubb. Mit den Spitzen “hacken” Sie sich ins Eis und können sich so nach oben ziehen. Damit das - möglicherweise überlebensnotwendige - Hilfsmittel auch immer griffbereit zur Hand ist, wird der Isdubb um den Hals getragen.

Isdubbar gibt es in verschiedenen Detailausführungen. Die günstigsten, die ich am vergangenen Wochenende gesehen habe, lagen bei 69 :- (SKR).

TIPP: Wenn Sie aufs Eis gehen tragen Sie immer einen Isdubb!

Isdubb Isdubbar

SM i pimpelfiske i Norsjö 5.4.2009 / Schwedische Meisterschaft im Eisfischen in Norsjö 5.4.2009



Heute eine kleine Fotoreportage von der Schwedischen Meisterschaft im Eisfischen in Norsjö am heutigen Tage.

Zuerst aber einige Infos zum Eisfischen:

Das in Mitteleuropa relativ unbekannte Eisfischen (auf Schwedisch „Pimpelfiske“) ist hier Nationalsport. Beim Eisfischen werden die Fische von zugefrorenen Seen oder Flüssen aus durch ein Eisloch gefischt. Diese Art zu Fischen kann sehr ertragreich sein. Im Laufe eines Tages können mehrere Kilo gefischt werden.

Der Eisfischer benötigt für seinen Sport einige spezielle Ausrüstungsgegenstände (die Sie auch in der Fotoreportage wieder finden werden):

Eine Eisangelrute („Pimpelrute“). Verglichen mit einer normalen Angelrute mutet die Pimpelrute geradezu winzig an. Sie misst ca. 20-30 cm. Die Eisangelrute kommt ohne „Hi-Tech“ aus und hat nur eine einfache Rolle für die Aufbewahrung der Schnur. Damit sind Eisangelruten auch sehr günstig: Umgerechnet etwas zwischen 5 und 10 Euro.

Der Eisbohrer darf natürlich auch nicht fehlen. Er ist unverzichtbar um ein Loch in das Eis zu bohren. Auf Wettbewerben werden Handbohrer verwendet. Für den normalen Gebrauch gibt es auch motorgetriebene Eisbohrer.

Zum Eisbohrer gehört die Eiskelle. Sie wird verwendet, um Eisstücke aus dem gebohrten Loch zu entfernen.

Eine „Lebensversicherung“ für den Eisfischer sind die „Isdubbs“. Dazu lesen Sie in den nächsten Tagen hier einen separaten Artikel.

Hier gehts zur Bildergalerie mit 47 Fotos von Petra Fuelbert und Henning Wüst.

Klick här, så kommer du till bildspelet (47 foton) med foton av Petra Fuelbert och Henning Wüst.




Reportage: Skotercross VM / Scootercross Worldcup / Skidoo Schneescooter WM 2009 in Malå

Skotercross VM / Scootercross Worldcup / Skidoo Schneescooter Weltmeisterschaft WM 2009

Einer der sportlichen Höhepunkt in Malå: Die Skotercross VM (Scootercross Worldcup / Skidoo Schneescooter Weltmeisterschaft WM 2009).

Unser Team war heute auf der Skoterkross VM. Wir haben dort viel fotografiert und gefilmt, um Ihnen hautnahe Eindrücke und Einblicke zu geben.

Vielen Dank an den Malå Snöskoterklubb und alle Helferinnen und Helfer für die fantastische und reibungslose Organisation und Durchführung!

Hier gehts zur Bildergalerie mit 322 Fotos von Petra Fuelbert und Henning Wüst.

Idag var det Skotercross VM i Malå. Det var verkligen en upplevelse. Vi har varit dit och har fotat mycket så alla läsare kan få ett intryck om hur det var.

Ett stort tack till Malå Snöskoterklubben och alla medhjälpare för den fantastiska organisationen!

Klick här, så kommer du till bildspelet (322 foton) med foton av Petra Fuelbert och Henning Wüst.



Skotercross VM / Scootercross Worldcup / Skidoo Schneescooter Weltmeisterschaft WM 2009

- EXPERIMENTELL -

Einige kleine Filme von Petra Fuelbert gibt es hier bei YouTube:
Några små filmer av Petra Fuelbert finns det här på YouTube:


START - http://www.youtube.com/watch?v=A0RAvKPKBOM

VM Mala 09.1 - http://www.youtube.com/watch?v=C0H2hUOLzsI

VM Mala 09.2 - http://www.youtube.com/watch?v=bQdfZNWTcWA

VM Mala 09.3 - http://www.youtube.com/watch?v=RSldDMawECE

VM Mala 09 Fahrerlager 1 - http://www.youtube.com/watch?v=noFY6vH6ZzM

VM Mala 09 Fahrerlager 2 - http://www.youtube.com/watch?v=pjVuJkN_X_A

VM Mala 09 Fahrerlager 3 - http://www.youtube.com/watch?v=P-8rLuRjMwE

Nådastöten 2009

Nådastöten 2009

Bereits eine Institution in Malå und darüber hinaus: Nådastöten.

Ein Skotertreff für die ganze Familie in der Stimmung des anbrechenden Vårvinters. Als besondere Attraktion gibt es “Skoterdrag”, d.h. Dragracing auf der Kurzstrecke für Skoter (bzw. Scooter, Schneescooter, Schneemobil).

Selbstvertständlich gibt es auch Essen in der Stötenstugan, die der Trägerverein in Eigeneinsatz eigens für die jährlich stattfindenden Treffen gebaut hat.

Gestern hat sich auch das Wetter von der besten Seite gezeigt.

Ein dickes Lob und grosser Dank an Nådagubbens Intressförening und alle Ehrenamtlichen für die perfekte Organisation und den gelungenen Tag!

Ett stort tack till Nådagubbens Intressförening för en fantastisk upplevelse och den fantastiska organisationen!

Galerie, Teil 1 - Fotograf: Henning Wüst
Klick här, så kommer du till bildspelet, del 1: Foton av Henning Wüst


Galerie, Teil 2 - Fotografin: Petra Fuelbert
Klick här, så kommer du till bildspelet, del 2: Foton av Petra Fuelbert


Nådastöten 2009

Vindelälvsdraget 2009

Vindelälvsdraget 2009


Heute haben wir einen wunderbaren Tag mit dem Tag 3 des diesjährigen Vindelälvsdraget verbracht. Das Vindelälvsdraget ist hier in Lappland beits eine Institution, wird es in diesem Jahr doch bereits zum 22.mal ausgetragen!

A propos Rekorde: Das Vindelälvsdraget ist das längste Staffelrennen der Welt für Arbeits- und Schlittenhunde!

Das immer in der elften Kalenderwoche stattfindende Vindelälvsdraget ist ein wirklich einmaliges Erlebnis, das absolut einen Besuch wert ist. Die Strecke entlang des Vindelälven beträgt 400 Km uns ist auf 4 Tage verteilt. Der Start ist in Ammarnäs und die Strecke verläuft über Sorsele, Björksele und Hällnäs nach Vännäsby.

Die beim Vindelälvsdraget teilnehmenden Teams müssen jeweils einen Staffelstab mitführen, der bei den Wechselstellen weiter gegeben wird.

Die Teams können entweder als klassische Schlittenhundegespanne ohne Grössenbegrenzung (“Slädhundstil”) oder als Skijörer (“Nordisk Stil”, “Linkörning”) fahren.

Beim - in Schweden sehr beliebten - Skijöring fährt der Fahrer seinem Hund (bzw. seinen Hunden) über eine Leine verbunden hinterher. In diesem Stil wird üblicherweise mit einem oder zwei Hunden gefahren.

Viele Teams kommen von Hundepsortvereinen, es gibt aber auch andere, nur speziell für die Teilnahme am Vindelälvsdrager gebildete Fahrgemeinschaften.

Es gibt übrigens keine Beschränkung auf bestimmte Hunderassen. 1995 waren z. B. insgesamt 39 verschiedene Rassen am Start. Sehr häufig sind Siberian Huskies (bei den Schlittengespannen) und Vorstehhunde (beim Skijöring). Die Bildergallerien vermitteln Ihnen einen kleinen Eindruck über die vorhandene Bandbreite. Die meisten Teams fahren gemischt.

Und hier gehts zu den Bildergallerien vom Tag 3 (14.3.2009). Die Gallerien sind in 2 Teile aufgeteilt. Teil 1 mit Fotos von Henning Wüst und Teil 2 mit Fotos von Petra Fuelbert. Wir hatten uns jeweils in unterschiedlichen Perspektiven positioniert, um Ihnen einen bestmöglichen Ein- und Überblick zu geben. Die Aufnahmen enstanden hauptsächlich in Björksele, Vormsele und Siksele.

Galerie, Teil 1 - Fotograf: Henning Wüst
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Galerie, Teil 2 - Fotografin: Petra Fuelbert
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Vindelälvsdraget 2009

Vindelälvsdraget 2009

Änderung bei den Flügen nach Norrland

Zur Anreise hierher empfehlen wir in der Regel einen „Billigflug“ nach Stockholm und von dort aus einen innerschwedischen Anschlussflug nach Arvidsjaur (bzw. Lycksele).

Bislang hat Skyways diese innerschwedische Route bedient. Zum 26. Oktober übernimmt jetzt NextJet diese Destinationen.

Zur Homepage von NextJet, auf der man auch direkt buchen kann, gehts hier lang.

Soweit ich ersehen kann, sind die Flüge geringfügig teuerer geworden. Ich habe vorhin für die ersten Novembertage einen Flug nach Stockholm und zurück gebucht und werde dann selbstverständlich über den neuen Carrier berichten.

En koja / Eine Hütte

Lappkoja Samische Hütte in Lappland

Lappkoja Samische Hütte in Lappland

Lappkoja Samische Hütte in Lappland
(Upptäckt någonstans ute /
Irgendwo draussen entdeckt)


SVIF: Verband der freien Jugendherbergen in Schweden / Sammanslutning av fristående, självständiga vandrarhem i Sverige

Heute wieder mal ein Übernachtungstipp für alle Schwedenfans. Unter www.svif.se (deutschsprachige Version; zur schwedischen Version bitte diesem Link folgen) finden Sie den SVIF.

Der SVIF ist eine Vereinigung freier, selbständiger Jugendherbergen in Schweden. Der SVIF hat derzeit 195 Mitglieder in ganz Schweden.

Über die Homepage können Sie für Ihre Routenplanung nach Jugendherbergen (die durchweg einen sehr guten Standard haben) suchen.

Auf der schwedischen Version der Seite findet sich noch ein sehr guter Link als Highlight: Karten der verschiedenen Regionen in Schweden als PDF (je ca. 30 MB), auf denen die einzelnen Herbergen verzeichnet sind.

Touristischer Geheimtipp in Schweden: Hembygdsgårdar und Hembygdsföreningar

Ein touristischer Geheimtipp in Schweden und speziell in Lappland sind die Anlagen der sog. Hembygdsföreningen (Heimatverein). Die Hembygdsföreningar (Heimatvereine) betreiben an vielen Orten einen sog. Hemygdsgården (Heimatmuseum). Dort gibt es - neben interessanten Exponaten - oft auch die Möglichkeit günstig eine Fika (Kaffee und “süsses Stückchen”) oder ein Essen zu bekommen. In manchen Hembygården (Heimatmuseen) besteht auch die Möglichkeit günstig zu übernachten.

Die Heimatmussen werden i.d.R. von freiwilligen Mitarbeitern betrieben. Deshalb gibt es unterschiedliche Öffnungszeiten. Wenn Sie eine weite Anreise haben und sicher sein wollen, sollten Sie sich vorab über die Öffnungszeiten und die Angebote informieren.

Unter der Adresse www.hembygdsguiden.se (Link geht direkt zur deutschsprachigen Einstiegsseite) finden Sie einen Online-Heimatvereinsführer, der vom Schwedischen Verband für Heimatpflege bereitgestellt wird.

Für alle Schwedenurlauber, die wirklich Land und Leute kennenlernen wollen, unschätzbar wertvoll und ein echter Geheimtipp.

Eine ausführlichere Reportage über den Hembygdsgård in Malå folgt demnächst.

Urlaub und Tourismus in Lappland: Kristineberg und die unterirdische Kirche (Untergrundkirche): Ein besonderer Ort in Lappland

Wir freuen uns sehr über die neue Rubrik "Urlaub und Tourismus in Lappland". Hier tragen wir für Sie wichtige Informationen, z. B. empfehlenswerte Ausflugsziele, Ausflugsbeschreibungen oder gute Übernachtungsmöglichkeiten, zusammen. Neue Informationen werden ständig hinzugefügt.

Der erste 3-teilige Beitrag widmet sich der unterirdischen Kirche (Untergrundkirche) in Kristineberg. Ein echter Geheimtipp!

Glasfenster Christusbild in der Kirche in Björksele
(Christusbild aus der Grube in Kristineberg,
hier als Glasfenster in der Kirche in Björksele)

Snart är det dags igen / Bald ist es wieder soweit: Sürströmming

Unaufhaltsam rückt der August näher und mit dem August auch der Beginn der Sürströmmings-Saison 2008! Stammleser erinnern sich, dass ich hier schön öfter einmal über diese besondere schwedische Spezialität berichtet habe (z. B. hier).

Da uns in den letzten Wochen und Monaten viele Anfragen von Schwedenfreunden und Schwedenfans zum Thema Sürströmming erreicht haben, haben wir uns für 2008 etwas besonders ausgedacht: Sürströmmings-Wochen für die Geniesser der schwedischen Küche. Unbeschwertes "sürströmmen" in Schwedisch-Lappland.
Achtung: Da die Teilnehmeranzahl äusserst begrenzt, daher schnell anmelden!

Weitere Infos und die genauen Termine gibts hier in unserem Schwesterblog.

Sürströmming Dose Schweden
(Diese Dose wartet bereits auf Sie :)