Chill-out-Zone Lappland

Heute eine Gratwanderung zwischen Jugendkultur und Tourismus. Lappland ist das geborene Paradies für alle, die in Ruhe und Frieden einfach nur chillen wollen.

Warum das? Man muss ja mit der Zeit gehen. Nein, eigentlich nicht. Aber zumindest der Versuch des Verstehens, was sich hinter allerlei modernen Trends und Phänomen verbirgt, sollte ständig geübt werden.

Da hätten wir seit geraumer Zeit den neudeutschen Begriff des „Chillens“. Nein, da geht es nicht um den gleichnamigen Argentinischen Kampffuchs (Lycalopex griseus, auch Patagonischer Fuchs genannt) und auch nicht um den gleichnamigen Ort in Gambia.

Vielmehr geht es um eine Art der „Lebenskunst“.

Die Kunst des Chillens besteht nämlich darin, sich auszuruhen von etwas, das man nicht getan hat. Die pure Unproduktivität in Reinform sozusagen.


Das Wort Chillen ist dem amerikanischen Slang entlehnt und bedeutet soviel wie sich beruhi-
gen, sich entspannen, rumhängen, abhängen.

Wie ich die vergangenen Monate lernen durfte, stehen der Begriff (den es gleichlautend auch auf Schwedisch gibt) und die damit verbundene Nicht-Tätigkeit insbesondere bei Jugendlichen hoch im Trend. Aber auch die älteren Semester versuchen sich immer öfter an dieser Kunst im Alltag.

O tempora, o mores - viel mehr fällt mir dazu nicht ein. Zu unserer Zeit hätte man stattdessen „Rumlungern“ oder „Faulenzen“ gesagt. Aber diese Begriffe enthalten wahrscheinlich eine zu starke negative Wertung und wirken nicht hinreichend positiv verstärkend.

Nun aber Schluss mit der Häme.

Wer chillen mag, darf das natürlich tun - also jedenfalls zeitlich befristet. Und Lappland ist für einen Chill-out-Urlaub der perfekte Platz. Im Einmannzelt in der freien Natur mit gigantischem Ausblick die Ruhe geniessen. Was kann es Schöneres für einen Hardcore-Chiller geben?

Schade nur, dass die Mücken vom Chillen nicht so viel halten. Aber das lernen die bestimmt noch. Wenn nicht, dann rotten wir sie eben aus.

Abendstimmung Sonnenuntergang Lappland
“Chill-out-Zone“ in Lappland