Lappland: Déjà-vu in Arvidsjaur

Über so manche Deutsche (insbesondere die dauerhaft sesshaft Werdenden) wird hier in Lappland bisweilen der bekannte Spruch: „Behüte uns vor Sturm und Wind, und…“ geäussert. Darum soll es hier und heute aber primär nicht gehen.

Anders verhält es sich in der Regel mit den „touristisch-wohnmobilistischen“ Urlaubern. Diese sind meist durch „eindeutige Identifikationsmerkmale“ ganz unabhängig von Nationalitätenkennzeichen oder KfZ-Kennzeichen deutlich als Deutsche erkennbar.

Ein Beispiel anhand eines Déjà-vu in Arvidsjaur.

Arvidsjaur ist aufgrund seiner zentralen und verkehrslogistischen Lage eine Art „Umschlagplatz“ für Urlauber, die mit Wohnwagen oder Wohnmobil unterwegs sind.

Diese Woche bin ich auf der Suche nach interessanten Fotomotiven so um die Mittagszeit durch Arvidsjaur geschlendert und dabei auf ein „typisch deutsches“ Wohnmobil gestossen, das ziemlich exakt vor genau einem Jahr an genau derselben Stelle geparkt hatte. Ich hatte meinen Fund damals auf Instagram gepostet mit dem Text:

„How to spot german tourists around the #arcticcircle in #swedishlapland“.

Manchmal ist das Leben voller Überraschungen.

Ach ja, ich habe es dann nochmals abgelichtet, damit die beiden Identifikationsmerkmale deutlich erkennbar sind:

Ein Elch-Aufkleber und ein Rentier-Warnschild.

Elch-Aufkleber und Rentier-Warnschild - Eindeutige Identifikationsmerkmale deutscher Touristen in Lappland
“Eindeutige Identifikationsmerkmale deutscher Touristen in Lappland“


Wobei ich mir immer die wieder Frage stelle, wo die ganzen Schilder herkommen. Tausende von Warnschildern „Elch“ und „Rentier“ werden jedes Jahr - höchstwahrscheinlich von Touristen - wieder einmal abgeschraubt und einfach mitgenommen.

Diese Plage ist mittlerweile so ernst, dass sogar schon vorgeschlagen wurde, die Schilder mit den „niedlichen Tierchen“ durch schlichtere Schilder ohne Symbolbild und stattdessen nur mit dem Text „ELCH“ („ÄLG“) oder „REN“ zu ersetzen.

Beschlossen ist noch nichts, aber die Schilder erfreuen sich nach wie vor grösster Beliebtheit.

Nota bene: Die Schilder könnten auch legal erworben werden. Ein Blick auf die Rückseite des Schildes verrät die Herkunft. Bei legal erworbenen Schildern findet sich ein Aufkleber mit einem Zertifikat über den Erwerb auf der Schilderrückseite. Bei gestohlenem Gut ein Aufdruck der Strassenbehörde und ab und zu gibt es auch gar nichts zu lesen. Wir leben nämlich im digitalen Zeitalter und auch so manch andere Konsumware ist mit einem beinahe unsichtbaren RFID Chip versehen.

Und wer sich mit einem gestohlenen Schild am Auto erwischen lässt, darf sich auf ein Strafverfahren freuen.

Dürften in Deutschland auch Verkehrsschilder gestohlen werden? Auch mit dem Wissen, dass diese unter anderem Warnhinweise enthalten deren Entfernung anderen Verkehrsteilnehmern das Leben kosten könnte?

Denn so schlappe 380 bis 700 Kilogramm Lebendgewicht von einem Elch auf der Motorhaube erhöhen nicht gerade die Lebenserwartung!