Im Fokus: Phil Porter

Mit der neuen Serie “Im Fokus” stellen wir Ihnen hoffnungsvolle und begabte Fotografen vor. Fotografen und Bildkünstler, die noch (!) nicht im grossen öffentlichen Fokus stehen, das aber wahrscheinlich bald sein werden.

Und los geht es mit Phil Porter: Hinter dem Pseudonym Phil Porter verbirgt sich ein 22 Jahre alter deutscher Nachwuchskünster, der sich der Malerei und der Fotografie verschrieben hat. Er ist auch der Begründer der Bewegung “Avantgarde Noire”.


- „Phil Porter“ © 2010 by Phil Porter -

Uns interessiert natürlich besonders Phils Fotografie. Auf den ersten Blick wandelt er in den Spuren der klassischen Street Photography. Seine Bilder laden zum Verweilen ein und haben durchweg sehr starke Aussagekraft. 

Phils Homepage und sein Photoblog unter der Adresse http://www.phil-porter.de sind definitiv einen Blick wert und wir haben uns den Link bereits gleich nach der ersten Sichtung gebookmarkt.

Auf Facebook ist Phil zu finden unter http://www.facebook.com/avantgardenoire und auf Twitter unter http://www.twitter.com/PhilPorterDe.

Phil war auf Nachfrage freundlicherweise bereit, uns einige Fragen rund um seine Fotografie zu beantworten. 

-> Phil, wie bist Du zur Fotografie gekommen?

Genau genommen gab es keinen Zeitpunkt an dem mir eine innere Stimme sagte: "Du sollst fotografieren, Phil." Ich hab immer schon Spaß an der Fotografie gehabt - Sei es nun analog oder digital. Doch richtig bewusst und nach den Maßstäben der eigenen ästhetischen Wahrnehmung zu arbeiten mach ich seit ungefähr 2 Jahren.

old fashioned tour by phil porter
- OLD FASHIONED TOUR -
© 2010 by Phil Porter


-> Warum nur schwarz/weiss?

Fotografien spiegeln immer die Vergangenheit wieder. Eine Momentaufnahme. Einmalig. Etwas vergängliches wird plötzlich unvergänglich. Ich halte schwarzweiß schlichtweg für das einzig richtige Stilmittel für meine Bilder, weil alles andere "Jetzt" ist. Doch ein Foto ist Vergangenheit. Ein weiterer Aspekt meiner Vorliebe für Schwarzweißfotografie ist die Abhebung vom Alltag. Wir werden heute überflutet von Farben. Wenn ich ein Foto als solches Begreifen möchte, muss es sich vom Bekannten radikal abheben. Und da wir in "Farbe sehen" ist Schwarzweiß das krasseste Gegenteil. Diese Bildsprache schafft Aufmerksamkeit und Ruhe in einem.

-> Was war Dein bestes, was Dein schlimmstes Erlebnis beim Fotografieren?

Hm. Auch hier gibt es eigentlich keinen eigentlichen Moment. Ich freue mich immer, wenn ich etwas zeigen kann, auf das man sonst nicht achtet. Die kleinen Freuden des Lebens. Die gibt es auch beim Menschen. Sobald ein Mensch ungestellt vor der Kamera agiert entsteht etwas magisches. Es vermittelt ein Gefühl wie "Ah, da ist ja noch jemand der auch so ist wie ich." Das schlimmste Erlebnis war für mich, als meine Kamera heruntergefallen ist. Aber sie tut's ja noch.

Freimarkt Bremen by Phil Porter
- FREIMARKT BREMEN -
© 2010 by Phil Porter


-> Wen oder was würdest Du gerne einmal fotografieren und warum?

Ich würde und werde sicherlich alsbald mit meiner Kamera und einem Rucksack ohne Plan 5 Tage durch Berlin gehen. Mal sehen wohin mich die Reise führt und was ich erlebe. Im kleinen Stil unternehme ich diese Reisen ins Ungewissen immer mal wieder - doch so richtig groß und über mehrere Tage hinweg: Das wär was!

-> Wie siehst Du die Zukunft der Fotografie? Wohin geht die Reise?

Wohin? Jeder hat heute eine Kamera! Und in der Zukunft hat vielleicht jeder gleich hunderte davon: Eine im Rasierer, eine im Handy, eine im Laptop, eine im Fernseher. Zwei an der Tür. Zwölf auf dem Dach... Da sollte man mit bedacht wählen, wann man ein Foto knipst und warum man eigentlich fotografiert. Ich finde es unsäglich wenn auf Konzerten 10.000 Handykameras aktiv werden. Am Ende sieht man auf den wenigsten Handys Fotos, auf denen man auch was erkennen kann. Meistens bleiben sie dann in irgendeinem Ordner verschollen und belegen Speicherplatz. Das schlimme daran ist: Manche knipsen soviel, dass sie vom eigentlichen Konzert nichts mehr mitbekommen - und am Ende auch keine Erinnerung mehr haben, weil sie auf den Fotos nichts erkennen. ;)

Freimarkt Bremen by Phil Porter
- FREIMARKT BREMEN -
© 2010 by Phil Porter


-> Dein Tipp für alle, die sich fotografisch weiter entwickeln wollen?

Geht immer dort entlang, wo ihr nicht entlang gehen würdet. Ihr macht so nicht nur die schönsten Fotos sondern lernt auch das Leben richtig kennen.

Danke für das Interview und alles gute für Dich und Deine Kunst!

(Die Interviewfragen stellten Henning Wüst und Petra Fuelbert)