Kulturelle Veränderungen 2

Waren wir doch am Wochenende wieder mal eine Sportveranstaltung fotografieren. Kommt nicht mehr so häufig vor wie früher, macht aber noch genau so viel Spass und Freude. Bloss die fotografische Landschaft hat sich deutlich verändert. Noch vor einigen Jahren waren da viele Leute mit „richtigen“ Kameras unterwegs. Privatpersonen, Offizielle, Reporter und Fotografen. Das Gedrängel an den interessanten Spots war gross und der Umstand, eine grosse DSLR um den Hals zu haben hat einem keinen Vorzug verschafft. Mitunter wurden da sogar die Ellenbogen eingesetzt.

Am zurück liegenden Wochenende kamen wir uns wie Wesen aus einer anderen Welt vor. Wir haben keine (!) andere Person mit einer „richtigen“ Kamera gesehen. Jedermann und jederfrau „knipst“ nur noch mit Mobiltelefonen. Mit den grossen DSLRs um den Hals wurde uns geradezu ehrfürchtig und anstandslos Platz gemacht. Ein ungewohntes Erlebnis.

Die Welt hat sich binnen nur einiger weniger Jahre grundlegend verändert. Zwar sind Mobiltelefone (nebst der eingebauten Kameras) omnipräsent, die allgemeine Bildqualität ist seitdem aber im freien Fall. Ist ja auch verständlich, wenn die Bilder nur noch auf sozialen Medien und dort in Briefmarkengrösse hochgeladen und betrachtet werden. All das ändert die Sehgewohnheiten und die Qualitätswahrnehmung der Menschen, was Bilder angeht. Kurz gesagt: Die Bilder - auch in einst hochwertigen Medien - sind entweder sinnfreie Stockfotos ohne Bezug zum publizierten Inhalt, oder grottenschlechte Mobilbilder. Aber was solls, den Lesern und Betrachtern fällt das mittlerweile in der Regel gar nicht mehr auf.