Vergleichstest: Portfolio-Tools für Mac OS X im Vergleich

Der Vergleichstest: Portfolio-Tools für Mac OS X im Vergleich

Bilder wollen gezeigt werden. Einerlei, ob eine schöne Slideshow von den Urlaubsbildern für das private Blog oder eine Präsentation für einen Kunden erstellt werden soll. Und die Krönung ist natürlich die Erstellung von Portfolios zur Präsentation der eigenen Fotografie.

Mittlerweile gibt es dafür einige Tools auf dem Markt, die das Vorgehen sehr vereinfachen und ansehnliche Resultate liefern. Drei davon nehmen wir in diesem Vergleichstest unter die Lupe: Soundslides, Slideshow und FlippingBook.

Die Reihenfolge der Testkandidaten ist übrigens rein zufällig gewählt. Jedes der Programme hat seine Stärken und Schwächen. Neben den speziellen Tools gibt es natürlich auch die Möglichkeit, Galerien über eingebettete Viewer wie z. B. Slimbox o.ä. zu erstellen. Das beinhaltet aber oft eine nicht so geschmeidige Navigation und i.d.R. auch kein Autoplay.

Die vorgestellten Programme sind so unterschiedlich, dass es schwer fällt einen Testsieger zu küren. Jeder Anwender muss seine eigenen Kriterien aufstellen und dann entscheiden. Diese Auswahl zu erleichtern ist das Ziel dieses Vergleichstests. Zu jeder getesteten Software gibt es eine eigene Bildergalerie mit Screenshots und natürlich ein Musterportfolio.

Für den Test haben wir 9 Bilder im Format 600 x 450 herausgesucht, denen sich die einzelnen Programme stellen mussten. Die Grösse der 9 Files beträgt zusammen 868 KB.

Für den ganzen Test gilt: Testsystem waren jeweils zwei Macs (Macbook und Powerbook, jeweils unter Mac OS X 10.5.8).



Kandidat 1

Beginnen wir mit einem echten Klassiker: Soundslides


Soundslides (Link zur Homepage von Soundslides) ist ein Tool aus der Praxis für die Praxis. Entwickelt wurde die Software von Joe Weiss, der selbst als Fotojournalist tätig ist. Soundslides ist sehr verbreitet und bestimmt haben Sie schon etliche Portfolios gesehen, die mit der Software erstellt wurden. Soundslides ist an den Erfordernissen der journalistischen Praxis ausgerichtet: solide, durchdacht und sehr funktional. Die Standard-Version verlangt nach einem Soundfile im MP3 Format, die Pro-Version erstellt auch Slideshows ohne Soundtrack. Die Bilder müssen im JPG-Format vorliegen. Die Ton- (soweit erwünscht) und Bilddateien müssen mit externen Programmen vorbereitet werden. Bei den Bildern umfasst das insbesondere die Skalierung und Optimierung für die Bildschirmanzeige (Schärfen).

An dieser Stelle sei auf eine wichtige Grundüberlegung für die meisten Programme (teilweise Ausnahme: Flipping Book) hingewiesen. Die Entscheidung für Hochformat oder Querformat muss vor der Erstellung der Slideshow getroffen werden. Die Formate zu mischen ist zwar theoretisch möglich, sieht aber äusserst bescheiden aus. Optimalerweise sollten alle verwendeten Bilder auf die exakt gleichen Pixelmasse verkleinert und/oder beschnitten werden.

Zurück zu Soundslides. Für die Slideshow gibt es etliche sehr durchdachte Optionen, welche die Bedürfnisse aus der Praxis abdecken. Angenehme und zweckmässige Farbpaletten sind im Standardumfang enthalten. Eigene Presets können erstellt und gespeichert werden. Captions und Credits können zu jedem Bild standardmässig oder auf Klick dargestellt werden. Auch für die Übergänge stehen eine Vielzahl praxistauglicher Varianten zur Auswahl. Die Bildübergänge können auf Klick oder als Autoplay mit einstellbarer Länge erstellt werden.

Beim Exportieren der Slideshow gibt Soundslides einen Datei-Ordner mit einer Fülle an Dateien aus. Das eigentliche Portfolio wird dabei im Flash-Format generiert. Ein Export in einen Movie bietet Soundslides nicht an. Verschiedentlich wird das kritisiert. Ich halte diese Kritik für nicht berechtigt, denn das Ausgabeergebnis von Soundslides via Flash kann sich absolut sehen lassen. Für eine Präsentation auf CD oder DVD muss jeweils einfach nur auf den jeweiligen Ordner verlinkt werden. Jeder Ordner enthält eine eigene “index.html” Datei.
Für eine Veröffentlichung der Slideshow im Web muss der gesamte Ordner auf den Server geladen werden. Soll die Slideshow in eine Webseite eingebunden werden, muss dann mit einem Embed-Tool, das über eine Webseite des Herstellers erreichbar ist, der Embed-Code für die Flash Dateien erstellt werden. Dieser kann dann in eine Webseite eingebunden werden. Das ist der einzige Kritikpunkt, der mich stört. Denn wer garantiert die Verfügbarkeit dieses Online-Tools, das für den Embed-Code benötigt wird? Und in Content Management Systeme ist die Einbindung beschwerlich, weil immer ein händischer Zwischenschritt erforderlich ist. Das erschwert den Workflow.

Für die neueste Version von Soundslides (1.9.4) gibt es jetzt auch die Möglichkeit, die generierten Flash-Slideshow über einen Online-Konverter auf der Homepage des Herstellers in einen Movie (MP4) umzuwandeln. Leider unterstützt dieser derzeit noch nicht alle Übergänge.

Für den Fotografen “on the road” ist das Programm meiner Erfahrung nach aber ein Goldstück. Lassen sich doch fertige Slideshows auf dem Notebook erstellen und die fertigen Mediaordner an die Redaktion senden. Dort kann dann der Embed-Code für die Publizierung im Websystem der Zeitung gefixt werden.

Aus den 9 Bildern hat Soundslides einen Publishing-Ordner mit einer Grösse von 7,2 MB erstellt.

Anmerkung zum Testsystem: Soundslides ist anspruchslos und genügsam, was die Systemvoraussetzungen angeht. Es gibt auch eine Windows-Version.

-> Hier gehts zum mit Soundslides erstellten Portfolio (neues Fenster)

-> Hier gehts zu den Screenshots von Soundslides (neues Fenster)



Kandidat 2

Der nächste Kandidat ist ein Programm mit movieorientiertem Ansatz: Slideshow von Apimac
(Link zur Homepage von Slideshow).

Slideshow erstellt Filme, Flash-Videos (FLV), lauffähige Slideshows für Windows und Mac OS X, und erstellt auch via iDVD fertige Projekte auf DVD. Die Programmoberfläche ist sehr übersichtlich gehalten und leitet den Anwender in 4 Schritten vom Import zum Export. Auch für Slideshow gilt, dass die verwendeten Audiodateien und Bilder mit externer Software vorbereitet werden sollten. Auch hier sollten die Bilder im JPG-Format vorliegen und für die Bildschirmanzeige skaliert und optimiert sein.

Eine eventuell zu lange Audiodatei wird von Slideshow passend abgeschnitten. Schön sind die einblendbaren “Closed Captions”, die zwei Zeilen umfassen. Sie können auf bestimmte EXIF-Daten zurückgreifen oder einen freien Text enthalten, und sehen wie ansprechende Untertitel aus. In der Farbauswahl ist Slideshow einfacher als Soundslides gehalten. Insgesamt ist Slideshow einfach und unkompliziert. Bei den Ausgabeoptionen ist zusätzlich ein editierbarer “Abspann” auswählbar. Der mit Slideshow exportierte Film hat eine Grösse von 9,2 MB.

Wir haben uns übrigens für den MP4-Export entschieden. Slideshow exportiert hier als “.m4v”, auf den wir direkt verlinken. Ob alle Browser - insbesondere unter Windows - diesen Filetyp anzeigen können, ist für uns allerdings etwas zweifelhaft (Leser, die Windows verwenden können das einfach selbst prüfen).

Anmerkung zum Testsystem: Bis Version 9.6 läuft Slideshow unter PPC, ab Version 9.7 setzt die Software einen Intel-Prozessor voraus.

-> Hier gehts zum mit Slideshow erstellten Portfolio (Direktlink zum Film, neues Fenster)

-> Hier gehts zu den Screenshots von Slideshow (neues Fenster)



Kandidat 3

Der jüngste Kandidat im Test ist FlippingBook Photographer
(Link zur Homepage von FlippingBook).

Kurz nach Fertigstellung des Tests haben wir erfahren, dass FlippingBook Photographer vom Hersteller durch die neuere Software FlippingBook Photo Album ersetzt worden ist. FlippingBook verfolgt ein charmantes Konzept, indem es ein klassisches Portfolio-Buch mit Hilfe von Flash nachbildet. Mit Seiten zum Umblättern und dem passenden Sound dazu. Für die Erstellung des Buches wird der Anwender mit einem Assistent durch die erforderlichen Schritte geführt. Die Tücke liegt etwas in den Optionen, insbesondere der Grösse. Denn FlippingBook skaliert und schneidet die Inhalte automatisch passend für die ausgewählte Grösse. Das hat Vor- und Nachteile. Wer den Experimentieraufwand nicht scheut, wird mit interessanten und sehr ansehnlichen Ergebnissen belohnt, zumal die Software verschiedene Layout-Optionen für die Verteilung der Bilder auf die Seiten anbietet. Damit lassen sich Bilder im Hoch- und Querformat in einem Portfolio mischen. Für die farbliche Gestaltung stehen eine Vielzahl an Optionen zur Verfügung. Eine Untermalung mit Sound ist nicht vorgesehen.

Beim Export erstellt auch FlippingBook einen Ordner, der eine “index.html” Datei enthält. Der ganze Ordner muss auf den Server geladen werden. Ein Embed in Webseiten ist nicht vorgesehen. Es muss vielmehr auf die Index-Datei im Ordner verlinkt werden. FlippingBook hat aus den Bildern einen Ordner mit 4,4 MB erstellt.

Anmerkung zum Testsystem: FlippingBook setzt Mac OS 10.5 voraus und läuft mit PPC und Intel. Die Nachfolgersoftware Photo Album setzt Mac OS 10.6 voraus und läuft nur noch mit Intel Prozessor.

-> Hier gehts zum mit FlippingBook erstellten Portfolio (neues Fenster)

-> Hier gehts zu den Screenshots von FlippingBook (neues Fenster)


Wenn es Fragen zu einem der Programme (oder zu mehreren) gibt, bitte in die Kommentare posten!
Viel Freunde mit den eigenen Portfolios!


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