Das Schwedische Meteorologische und Hydrologische Institut - Der schwedische Wetterdienst (kurz: SMHI)

Das liebe Wetter steht häufig im Zentrum der Aufmerksamkeit und der Wetterbericht ist oft die Grundlage für Planungen aller Art. Anlass genug, einen Blick auf aktuelle Entwicklungen beim Schwedischen Wetterdienst zu werfen.

Ein geflügeltes Wort in Schweden lautet ungefähr so:

"Der norwegische Wetterdienst weiss vorher, wie das Wetter wird; der schwedische Wetterdienst weiss dann nachher, wie das Wetter gewesen war."

Das Schwedische Meteorologische und Hydrologische Institut (kurz: SMHI) ist eine staatliche Behörde, die dem schwedischen Umwelt- und Energieministerium unterstellt ist. Die Aufgabe des SMHI ist es, Prognosen für Wetter, Wind, Wasser sowie Klima und Umwelt zu erstellen. Die Arbeit ruht auf drei Säulen: Meteorologie, Hydrologie und Ozeanografie. Der Sitz der 1945 gebildeten Behörde war zu Beginn in Stockholm; seit 1975 ist sie in Norrköping angesiedelt.

Schweden ist in insgesamt 19 Distrikte aufgeteilt, für die Prognosen sowie aktuelle Unwetter- und Brandrisikowarnungen erstellt werden. 

Wie alle schwedischen Behörden erhält auch das SMHI von der Regierung - jeweils zum Jahreswechsel - einen sog. "Regleringsbrev" in dem der Auftrag der Regierung an die Behörde - unter Zugrundelegung der Vorgaben des jeweiligen Haushaltsplanes ("Statsbudget") - jährlich aktualisiert wird. 

Im aktuellen Regleringsbrev hatte die Regierung nun ein Einsehen in der Frage der Vorhersagegenauigkeit des SMHI (Quelle: DN vom 21.03.2017). 

In den vergangenen Jahren war die Vorgabe der Regierung an das SMHI wie folgt formuliert:

"Die Prognosen des SMHI sollen eine Vorhersagegenauigkeit von mindestens 85 Prozent aufweisen." 

Das Problem: In den zurückliegenden 10 Jahren hat das SMHI diese Vorhersagegenauigkeit leider nie erreichen könnn. Man ist zwar ziemlich nahe an die Vorgaben heran gekommen (will sagen: 83 Prozent), hat die Vorgaben aber letztlich nie erfüllen können.

Besonders bei den Unwetterwarnungen lag das SMHI sogar im Schnitt mit 29% daneben. Und all das obwohl das SMHI in den zurückliegenden Jahren in grossem Masse in die IT-Infrastruktur investiert hat, um die Prognosen detaillierter und zuverlässiger zu machen. Dennoch waren diese Massnahmen nicht vom erhofften Erfolg gekrönt.

Nun birgt gerade das Wetter mannigfaltige Risiken, die eine Vorhersage nicht einfach machen. Daher herrscht jetzt grosse Erleichterung beim SMHI, dass die Regierung ihre Vorgaben für das Jahr 2017 wie folgt verallgemeinert und umformuliert hat:

"Die Wetterprognosen des SMHI sollen eine gute Grundlage für die Entscheidungen der Allgemeinheit und der Beteiligten am gesellschaftlichen Leben bieten, und gleichzeitig eine langfristige Verbesserung der Vorhersagegenauigkeit beinhalten."

Die offizielle Begründung für die Veränderung ist übrigens, dass es gar nicht klar sei, ob eine Zuverlässigkeit von 85% überhaupt eine hinreichende Zuverlässigkeit ist. Das mag zu Überlegungen motivieren, ob es dann nicht besser gewesen wäre, die Vorgabe stattdessen auf 90% zu erhöhen. Nicht so in Schweden.

In der Praxis heisst das, dass die Prognosen nun mit noch mehr Vorsicht zu geniessen sind.

PS: Der weitaus treffsicherere norwegische Wetterdienst ist hier zu finden :)

Regen, Schnee oder Sonnenschein? Lass das nicht des SMHI Sorge sein :D
Regen, Schnee oder Sonnenschein? Lass das nicht des SMHIs Sorge sein :D