Die Sache mit dem Sommer

Es fühlt sich einfach komisch an Mitte Juli in gefütterten Hosen und mit Winterpulli im Wohnzimmer zu sitzen, während der Beistellofen bollert. In Deutschland herrsche gerade Rekordwärme belehren uns die Nachrichten aus dem Internet. Alte Freunde und Bekannte aus dem alten Heimatland haben sogar uns Bilder von den Displays ihrer Wetterstationen geschickt, auf denen teilweise 40 Grad zu sehen waren.

Anders bei uns hier. Über eineinhalb Wochen hinweg hat sich das Thermometer nicht über die Marke von plus 10 Grad bewegt und es hat geschüttet. An einigen Tagen hatten wir das authentische Gefühl geschlossener Wasserdecke.

Raus gehen mit dem Hund? Nur mit Gummistiefeln und dem Friesennerz und nicht einmal der Hund hatte grosse Lust sich an der frisch-feuchten Luft zu bewegen. Überall hat es getrieft und getropst.

In den Zeiten des Klimawandels ist die Sache mit dem Sommer eben so eine Sache. In Lappland wird es seit Jahren kälter und klimatisch unbehaglicher; auch im Sommer. Eigentlich hatte man uns die Glaubenslehren aus dem Märchenbuch des Klimas anders erklärt: die Rede war von globaler Erwärmung. Wenn es sich an den Polen so wie hier am Polarkreis verhält müssen wir uns um das Polareis wirklich keine Sorgen machen; im Gegenteil.

Da warten wir mit dem Anpflanzen der Dattelpalmen mal sicherheitshalber noch ab.

Verregneter Kältesommer 2020 in Lappland - trister Blick durchs Fenster
Verregneter Kältesommer in Lappland - trister Blick durchs Fenster