Fotografie in Lappland - Mythen über Fotografie

Vorab eine Information in Sachen fotografische Ausrüstung: Welche Kamera? Welches Objektiv? Welches Zubehör?

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Andererseits ist es extram gefährlich, Fotografie nur von der technischen Seite aus zu sehen: Handwerkszeug contra Technikversessenheit. Oft wird ja die Fotografie nur von der rein technischen Seite aus gesehen. Kameras, Objektive und anderes Zubehör sind aber nur Handwerkszeug wie Hammer und Meissel des Bildhauers. Nur selten wird schliesslich gefragt, mit welchem Pinsel der Maler sein Gemälde gemalt hat, oder?

Das Bild entsteht im Auge, im Gehirn, der Vorstellungskraft und den Emotionen des Fotografen. Fotografie ist nichts anderes als Malerei oder Bildhauerei - nur eben mit anderen technischen Ausdrucksformen. Zum Verständnis einen Vergleich: Bestimmt kennen Sie viele grosse bekannte und berühmte Maler. Vielleicht denken Sie jetzt an die „Mona Lisa“ von Leonardo da Vinci oder das Bildnis einer Frau von Pablo Picasso. Haben Sie aber schon einmal die Skizzenbücher der berühmten Maler gesehen? Dort sind die atemberaubenden Motive mit einfachsten technischen Mitteln (in der Regel nur mit einem Bleistift) festgehalten. Dennoch geht von den einfachen Zeichnungen in den Skizzenbüchern dieselbe „Magie“ aus, wie von den bekannten Gemälden.

Mit der Fotografie ist es genauso: Auch mit einfachen sog. „point-and-shoot“ Digiknipsen (ich meine diesen Begriff nur charakterisierend und keinesfalls abwertend) lassen sich grossartige Fotos machen. Mit einer hochwertigeren Kamera lässt sich das ein oder andere Quentchen Perfektion mehr aus einem Motiv herausholen. Aber das Bild entsteht - wie schon gesagt - im Auge, Gehirn und den Emotionen des Fotografen und nicht in der Kamera. 

Der unbeschreibliche Vorteil der Digitalfotografie liegt darin, dass dem Experimentieren praktisch keine Grenzen gesetzt sind. Fotografieren Sie! Wenn Sie am Abend eines Tages mit 1.500 Fotos nach Hause kommen, von denen 3 Ihren Ansprüchen genügen ist das wunderbar. Die restlichen 1.497 können dann getrost in den Papierkorb des Computers verlagert und gelöscht werden. 

Ich habe es mir z. B. zur Angewohnheit gemacht, fast immer und überall irgendeine kleine handliche Digiknipse dabei zu haben. Oft sind dabei schon mit 50-Euro-Kameras (z. B. der völlig „primitiven“ HP Photosmart M22) wunderbare Aufnahmen entstanden. Manchmal empfinde ich die technische Beschränkung möglichst einfacher Kameras sogar als ausgesprochen hilfreich.

Denken Sie an grosse Meister, wie z. B. Henri Cartier-Bresson: Er hatte immer seine einfache und robuste Leica M mit 50mm Objektiv zur Hand und hat damit einige der grossartigsten Aufnahmen des vergangenen Jahrhunderts gemacht. Und wenn Sie genau hinsehen, werden Sie unter seinen Aufnahmen ziemlich viele unscharfe Fotos finden. Weltklasse sind sie trotzdem!

Also: Verfallen Sie bitte nicht dem unreflektierten Kaufwahn, sondern erkennen Sie gute Motive und fotografieren Sie. Die Fotos, die Ihren Ansprüchen nicht genügen löschen Sie einfach. Wie überall im Leben gilt auch hier: Nur Übung macht den Meister. Gutes Handwerkszeug schadet natürlich nicht (Ausnahmen bestätigen aber auch hier die Regel).

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