Teil 1: Kristineberg und die unterirdische Kirche (Untergrundkirche): Ein besonderer Ort in Lappland

Ein besonderer Ort, den es in Lappland zu besuchen lohnt, ist die unterirdische Kirche (“Untergrundkirche”) in Kristineberg. Kristineberg ist ein Ort mit heute noch ca. 340 Einwohnern und liegt ungefähr 25 Km von Malå entfernt.



(Blick auf das Grubengebiet von Malå aus kommend)

Die Kirche im Bergwerk
Die unterirdische Kirche (“Untergrundkirche”) in Kristineberg liegt in einer Tiefe von etwa 90 Metern in der heute noch in Betrieb befindlichen Grube, in der u.a. Zink, Kupfer, Silber und Gold abgebaut werden.


(Blick in die unterirdische Kirche, 90 Meter unter der Erde, durch den Spalt der Kirchentüren)

Das Bergwerk ist nach wie vor sehr ertragreich. Derzeit wird die Betriebsdauer auf weitere 15 bis 20 Jahre geschätzt. Der eigentliche Abbau findet heute aber weit unterhalb der Kirche, in einer Tiefe von 1250 Metern statt.

1935 war in Kristineberg – zunächst oberirdisch (sog. ”Tagebau”) – mit dem Abbau begonnen worden. 1940 begann man mit dem Bau der Grube. Weltweit bekannt als Wallfahrtsort wurde Kristineberg durch die Ereignisse, die sich u.a. in den Jahren 1946, 1949 und 1983 abgespielt haben.

Das besondere Geschehen 1946
In der Nacht vom 28. auf den 29. November 1946 wurde nach einer Sprengung in einer Tiefe von 107 Metern eine Christusgestalt in der Bergwand sichtbar. Albert Jönsson entdeckte die Figur am frühen Morgen des 29. November 1946 als erster, die sein Kollege Johann Olofsson in der Nacht zuvor freigesprengt hatte. Die Bergarbeiter waren erschüttert, beeindruckt und bewegt von der Gestalt, die sie freigelegt hatten. Die Gestalt bestand aus 2 unterschiedlichen Gesteinssorten (Ceresitkvartsit und Kloritkvartsit; theologisch interessant ist, dass beide Gesteine nicht erzhaltig, sondern Abraum sind), die in einem grossen Farbkontrast zueinander standen. Noch am selben Tag entstand das erste Foto der Erscheinung, das sich in für damalige Verhältnisse Windeseile um die Welt verbreitete und nur kurze Zeit später sogar im Life-Magazine zu sehen war. Die Besucher strömten an den Ort, der damals nur über den Grubenlift und abenteuerliche Leitern zu erreichen war. Viele Grubenarbeiter und Besucher wurden von der Christusgestalt tief ergriffen und bewegt. Auf Anordnung der Grubenleitung wurde der Raum, in dem das Bild gefunden worden war, einige Wochen später wieder mit Abraum verfüllt.


(Originalaufnahme des Christusbildes vom 29.11.1946)



Die vergessene Prophetie

Einige Jahre danach, im Jahre 1949, erinnerte sich die damals sehr bekannte Heimatschriftstellerin Lisa Johansson an eine alte Prophezeiung, die sie als kleines Mädchen von ihrer Grossmutter gehört hatte. In dieser Prophezeiung geht es um das Ende der Erde. Die Prophetie wurde 1949 erstmals in einem Buch veröffentlicht. Auszugsweise heisst es:

”Gott selbst hat eine Wohnung für seinen eingeborenen Sohn in einem der schimmernden Berge Norrlands. Dieser Berg und das Land werden lange von der Hand des Herrn beschrimt sein. Wo dieser Berg und dieses Land sich befinden, weiss noch niemand; aber das wird sich in den letzten Zeiten der Erde zeigen. ... Dann wird Gott kommen, um den Menschen die Wohnung seines eingeborenen Sohnes im schimmernden Berg zu zeigen, die Wohnung, die er selbst bereitet hat. ... Aber bald werden sie [Anm: d.h. die Menschen] alles wieder vergessen und die Gottlosigkeit wird vom Volk Besitz ergreifen. ... Der schimmernde Berg wird sich dann erneut zeigen und die Menschen werden über ihn sprechen, weil Gottes beschützende Hand weiterhin über dem Volk sein wird, das dort wohnt. Dieses Mal wird sich das Christusbild auf dem Gipfel des Berges zeigen, sodass alle es sehen können.”

Aus dem vollständigen Text der Prophetie geht eindeutig der Ruf zur Umkehr und Busse an die hörenden und lesenden Menschen hervor.

Die erneute Mahnung
Damit sind die Ereignisse aber noch nicht abgeschlossen. Das Christusbild aus dem Berg hat sich auf übernatürliche Weise als Erinnerung und Mahnung nochmals gezeigt.

1983 entdeckte man zufällig in einer Marmorplatte, die urpsrünglich unter der Kühltheke des Konsum-Marktes in Kristineberg verlegt und 1968 von dort entfernt worden war, ein Bild, das dem Christusbild im Berg aus dem Jahre 1946 frappierend ähnlich sieht. Das Original dieser Marmorplatte kan in der oberirdischen Kirche in Kristineberg besichtigt werden. Viele Menschen sehen in der Entdeckung dieser Marmorplatte eine Erinnerung durch souverändes göttliches Handeln: Die Menschen sollen den Ruf zur Umkehr und Busse nicht ungehört verhallen lassen.


(Aufnahme der im Jahre 1983 entdeckten Marmorplatte)



Der Bau der unterirdischen Kirche (Untergrundkirche)

Aufgerüttelt durch die göttliche Mahnung wurde in den 80-er Jahren mit dem Bau der unterirdischen Kirche (Untergrundkirche) 90 Meter unter der Erde begonnen. Die Kirche befindet sich in den Räumen einer ehemaligen LKW-Werkstatt, die sehr nahe am Ort der ursprünglichen Erscheinung aus dem Jahre 1946 liegt.

Die am 1.7.1990 eingeweihte Kirche bietet bis zu 100 Besuchern Platz und kann u.a. für Gottesdienste, Andachten, Trauungen und Taufen genutzt werden.

Die Kirche ist nach der Heiligen Anna benannt, der Mutter Marias und Grossmutter Jesu. Die Hl. Anna ist u.a. die Schutzpatronin der Bergleute; ihr Gedenktag wird am 26. Juli gefeiert.


(Eingangsbereich der unterirdischen Kirche in der Grube Kristineberg)


(Blick in den Cafébereich im Vorraum zur Kirche)


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